Atheismus in der Schweiz
«Wehe dem, der ein Kind in Furcht erzieht, und wenn es die Furcht vor Gott wäre! Denn er schändet unabsehbare Menschengeschlechter.» Walther Rathenau, deutscher Politiker, 1867-1922

Einleitung zu atheismus.ch

Atheismus.ch ist eine Nicht-Profet-Organisation. Ziel ist es, über Atheismus, atheistische Denkweise und Religionen aufzuklären, sowie den Atheismus als höherwertige Alternative zu Religion zu propagieren. Es sollen vor allem die vielen Taufschein- und Traditionschristen aufgerüttelt werden, also die Mehrheit der Kirchenmitglieder und Christen, die sich nie wirklich Gedanken über ihre Kirchenmitgliedschaft und die Hintergründe ihrer Religion gemacht haben, sondern aus Tradition und Faulheit im Christentum verhaftet bleiben.

Was ist Atheismus?

Atheismus ist das Fehlen jeglichen Glaubens an einen Gott oder ein ähnliches höheres Wesen. Oft ist der Atheismus begleitet von der Abwesenheit jeglichen Glaubens an «übernatürliche» Dinge aller Art, wobei ohnehin nicht klar ist, was mit übernatürlich gemeint ist.

Viele Menschen, die in einem gläubigen Umfeld aufgewachsen sind, habe gar keine oder eine völlig falsche Vorstellung vom Atheismus. Dies versucht diese Seite zu korrigieren, durch die Beantwortung häufig gestellter Fragen, eine Zusammenstellung von Argumenten, sowie einiger Artikel und nicht zuletzt durch ein Diskussionsforum. Ausserdem gibt es auf den meisten Seiten die Möglichkeit, direkt ins Forum zum Abschnitt der betreffenden Seite zu gelangen, um Bemerkungen zum jeweiligen Text zu hinterlassen.

Warum man Atheist sein soll

Es gibt viele Religionen, allerdings dominiert in der Schweiz das Christentum. Der Islam nimmt einen wachsenden Anteil für sich in Anspruch. Das Judentum war prinzipbedingt schon immer eine Randerscheinung. Andere Religionen sind noch schwächer vertreten. Unsere Kritik richtet sich daher in erster Linie gegen das Christentum, trifft aber wegen der gemeinsamen Wurzeln oft auch das Judentum und den Islam, speziell wenn es um «Gott» oder das alte Testament geht, auch wenn diese Religionen nicht direkt adressiert werden. Allen Religionen gemeinsam ist: Sie sind intolerant, auch wenn einige das zu relativieren und vertuschen versuchen.

Allerdings ist auch ein Trend zur Individualreligion zu beobachten: Menschen basteln sich ihre eigene Religion aus den Angeboten von Esoterik und Religionen zusammen. Da kann der Glaube an «den einzigen Gott» kombiniert werden mit dem Glaube nach Wiedergeburt aus dem Buddhismus, der Heilung aus Uriellas Badewasser und der Errettung der Menschheit durch UFOs. Im Prinzip kann man dagegen nur einwenden, dass es keine historische Basis und damit höchstens sehr wenige Anhänger für eine solche Kombireligionsinvention gibt. Aber die Anzahl Gläubiger oder die Länge der Geschichte eines Glaubens sagt nichts aus über den Wahrheit seiner Botschaften. Hier zeigt sich auch deutlich die Beliebigkeit von Religion, und damit der Hauptgrund, sich von allen Religionen zu distanzieren: Eine Religion kann frei nach Belieben erfunden werden. Hat man es einmal geschafft, die offensichtliche Erfindung, den «Betrug» zu vertuschen und in schöne Offenbarungen und heilige Bücher zu verkleiden, und schafft man es, eine kritische Anzahl Gläubiger zu begeistern, dann kann es selbst der gröbste Unfug zur Weltreligion bringen. Wie man im Christentum erkennen kann, spielt es nichteinmal eine Rolle, dass die Archäologie den Betrug Stück für Stück aufdeckt und aufzeigen kann, dass, wie und warum die Bibel gefälscht und die biblischen Geschichten erfunden wurden. Darum führt nur Wissenschaft zu wahrer Erkenntnis.

Ein weiterer, recht grosser Anteil von Menschen zweifelt an den hergebrachten Mythen, sie glauben nicht, dass Jesus am Kreuz starb und auferstand, sie glauben irgendwie an «eine höhere Macht», sehen aber ein, dass die Bibel viel Gewalt und Unsinn enthält. Sie können nicht von ihrer christlichen Prägung lassen, der sie als Kind im Elternhaus oder Religionsunterricht unterworfen waren. In der Folge glauben sie an einen biblisch-christlich geprägten «Gott», den sie nicht näher beschreiben können, aber nicht an die Mythen der Bibel. Ja selbst viele Theologen, Religionswissenschaftler und Alttestamentarier, die ja ganz genau wissen, dass die Bibel nicht die Wahrheit sagt, versuchen ihren Glauben zu halten, indem sie ihre Religion umdeuteln und argumentieren, die Bibel berichte nicht die historische Wahrheit, ja sie sei nicht wörtlich zu nehmen, sie beschreibe nicht wahre Geschehnisse, sondern «definiere das Verhältnis von Gott zu den Menschen». Den Fundamentalisten, von denen es immer noch reichlich gibt, und die ebenso eine potentielle Gefahr für unsere Demokratie und Freiheit darstellen, wie Neonazis und andere Anhänger extremer Ideologien, denn man darf nie vergessen, dass solche Fundamentalisten vor noch nicht allzulanger Zeit die Mehrheit in Europa stellten und das Land mit Scheiterhaufen und Religionskriegen überzogen, diesen Fundamentalisten sträuben sich die Nackenhaare angesichts solcher Umdeutung, Beliebigkeit und Entfernung vom wörtlichen Wort Gottes. Doch das beeindruckt die Relativierer nicht, auch auf die Gefahr hin, dass ihre weichgekochte Religionsvariante die Fundamentalisten gesellschaftsfähig hält. Selbst die Tatsache, dass dieses «Verhältnis zu Gott» auf sehr viel Gewalt, Grausamkeit und totaler Unterwerfung der Menschen beruht, scheint sie nicht weiter zu stören. Sie suchen sich einfach die gefälligen Bibelstellen heraus und «übersehen» die anderen. So fesselnd, im schlimmsten Sinn des Wortes, kann Religion sein. Gerade diese Menschen aber sollten sich ernsthaft überlegen, ob sie nicht ihre kindliche Prägung und die daraus resultierenden Gefühle über ihren Verstand regieren lassen, und ob der Atheismus nicht die ehrliche und unvoreingenommene Alternative wäre.

Warum wir gegen Religion sind

Was soll nun schlecht sein, an Religion im Allgemeinen und dem Christentum im speziellen? Uns Atheisten geht es in erster Linie um die Wahrheit. Religionen hingegen beruhen auf Lug und Betrug, sowie Tabus und Denkverboten. Hier ist unsere Aussage klar: Nur Wissenschaft führt zu wahrer Erkenntnis.

Ein weiterer wichtiger Kritikpunkt an Religionen ist die Gewalt. Gewalt ist nicht nur eine Randerscheinung, sondern insbesondere auch bei monotheistischen Religionen mit Absolutheitsanspruch, ein wichtiger Teil des religiösen Systems. Die Bibel ist ein sehr gewalttätiges Buch. Darin werden zahlreiche Massaker verübt, nicht nur in Gottes Namen, sondern ausdrücklich auf seinen Befehl und auch durch die Hand Gottes. Der biblische Gott ist ein gewalttätiger Tyrann. Wer einer solchen Ideologie anhängt, auch wenn er sie weichspült, geht das Risiko ein, dass er Fundamentalisten den Weg frei räumt, und dass die inhärente Gewalt jederzeit wieder ausbrechen kann.

Darum ist es wichtig, die Gewalt der Bibel deutlich zum Ausdruck zu bringen und die Bibel zu verurteilen. Es ist wichtig, den Reformator Calvin ohne Wenn und Aber für seine Verbrechen, seine Intoleranz, seine Unmenschlichkeit, seine Scheiterhaufen zu verurteilen. Ebenso andere Reformatoren, wie Luther mit seinem unverblümten Antisemitismus und seiner Kriegshetze.

Handlungsbedarf

In der Schweiz gibt es sogenannte «Landeskirchen», die vom Staat unterstützt werden und viele Privilegien geniessen. Sie erhalten teilweise sogar direkt Geld aus Steuereinnahmen, was zur absurden Situation führt, das selbst Kirchengegner diese mitfinanzieren müssen. Man delegiert zum Teil staatliche Aufgaben an die Kirchen, z.B. im Sozialbereich. Das führt zu einer Verletzung der Religionsfreiheit, wenn z.B. atheistische Obdachlose ihre Mahlzeit in einer kirchlichen Institution unter einem Kruzifix einnehmen müssen, und dabei gar noch zum Beten genötigt werden. An Universitäten wird über die theologischen Fakultäten die Priesterausbildung gesponsert. In einigen Kantonen, z.B. Zürich, werden Firmen Kirchensteuern aufgezwungen. Es gibt Religionsunterricht und «biblische Geschichte» an staatlichen Schulen, wobei der Staat teilweise die Infrastruktur kostenlos bereitstellt, und teilwese gar den Unterricht selbst betreibt. Theologen sitzen trotz der biblischen Unmoral in Ethikkomissionen und drücken der Bevölkerung so privilegiert ihre Ansichten auf. Angesichts der dunklen Vergangenheit der Religion, gerade in Europa, angesichts der latenten Gewalt und der unmoralischen Inhalte der Bibel, sowie angesichts der Tatsache, dass das Christentum inhaltlich längstens widerlegt ist und seinen Wahrheitsanspruch verloren hat, sind solche Privilegien nicht mehr haltbar.

Unsere Ziele

Wir streben eine vollständige Abspaltung der Kirchen vom Staat und ihre Verbannung aus dem offiziellen «öffentlichen Leben» an. Religion gehört, wenn überhaupt, in den privaten Bereich. Religion darf keine Privilegien geniessen, die nicht jeder anderen Organisation ebenfalls offenstehen. Religion soll gesellschaftlich geächtet werden. Diesen Prozess zu unterstützen, vor allem durch gute Argumentation für die Freiheit vor Religion, ist Ziel von atheismus.ch.

Das Ziel von atheismus.ch ist es, anderen Atheisten zu zeigen, dass sie auf dem richtigen Weg sind und es viele Gleichgesinnte gibt. Wir wollen zeigen, dass der Atheismus ein guter und wohlüberlegter Standpunkt ist, auf den man stolz sein kann. Atheisten sollen lernen, sich öffentlich zum Atheismus zu bekennen, im Wissen, dass dies der klügste aller religiösen Standpunkte ist. Den Unentschlossenen wollen wir zeigen, warum religiöse Weltbilder falsch, und der Atheismus daher die sinnvolle und vernünftige Alternative ist. Den Gläubigen versuchen wir die Augen zu öffnen und die Scheuklappen zu lockern, indem wir ihnen zeigen, dass es auch andere Ansichten gibt, als nur ihre eigene, und indem wir ihnen zeigen, wie unpassend, unmoralisch und falsch ihre Religion ist.

Religion ist intolerant, sie führt häufig zu Gewalt, Krieg, Unterdrückung und Elend, und ist daher eine grosse Gefahr für die Allgemeinheit. Gesellschaftlich richten wir uns gegen jede Form von Religion. Insbesondere sind wir gegen das Christentum, den Islam und das Judentum. Wir setzen uns ein für eine vernunftbasierte Ethik, für Humanismus und Aufklärung. Wir wollen, dass die Gesellschaft endlich eingesteht, dass das Konzept der Religionen versagt hat, und dass nur die Abwendung von Religion und die Hinwendung zur Vernunft und Freiheit, Wohlstand und Frieden gebracht haben. Religion muss öffentlich ebenso geächtet werden, wie jede andere gewalttätige und verbrecherische Ideologie.

Und jetzt?

Falls Deine Neugierde nun geweckt wurde, lies unsere Argumente und unsere Artikel. Die überzeugendsten Beiträge sind gemäss den Bewertungen unserer Leser die folgenden:

Stand der Bewertung: 20. 1. 2011, 4.02

  1. Kleider bedrucken (Zugriffe: 38059)
  2. Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt (Zugriffe: 343, Bewertungen: 340, Zustimmung: 55%)
  3. Die Bibel, ein teuflisches Buch! (Zugriffe: 937, Bewertungen: 321, Zustimmung: 61%)
  4. Sind Barcodes teuflisch? (Zugriffe: 7105, Bewertungen: 177, Zustimmung: 68%)
  5. Spenden (Zugriffe: 13837)

Aktuell wurden folgende Beiträge erstellt oder überarbeitet:

Wenn Du Dich umfassend informiert und eingelesen hast, aber noch Fragen offen sind, begrüssen wir Dich gern im Diskussionsforum.

Bitte um Unterstützung

Wenn Du unsere Auffassungen teilst und uns unterstützen möchtest, dann bitten wir um eine Spende. Alles hier basiert auf der Arbeit und der Infrastruktur, die freiwillig und kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Um aber auch ausserhalb des Internets agieren zu können, z.B. um für unsere Anliegen zu werben, oder gar politische Initiativen zu starten, sind wir auf mehr Geld angewiesen, als wir selbst beitragen können. Daher sind wir für jede Spende dankbar.

Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 23146, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:01_einführung:000_einleitung]]
Nächste Seite