Atheismus in der Schweiz
«Da zuletzt doch alles auf den Glauben hinausläuft, müssen wir jedem Menschen das Recht zugestehen, lieber das zu glauben, was er selbst, als was andre ihm weisgemacht.» Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin, 1830-1916

Gastbeitrag: Die freie humanistische Gesellschaft, ihre Feinde und ein unkonventioneller Lösungsvorschlag

Dieser Gastbeitrag wurde uns unter dem Pseudonym «Lucifer Bright» per E-Mail zugestellt. Er gibt die Meinung des Autors wieder, welche nicht zwingend deckungsgleich mit der Meinung der atheismus.ch-Redaktion sein muss.

Ein Hauch des frühen Mittelalters weht durchs Internet und wird immer mehr zum Sturm. Demagogen von vor vorgestern verbreiten ihre finstere Botschaft aus behaglich klimatisierten Räumlichkeiten, mit Hilfe der modernsten Kommunikationstechnik per Satellit in alle Welt. Und die Höllenhunde die sie riefen und üppigste mit Geld beschenkten, erobern, ausgestattet mit modernsten Waffensystemen, immer grössere Gebiete im Nahen und Mittleren Osten. Hier stimmt ganz offensichtlich etwas nicht. Der Geist aus grauer Vorzeit, gepaart mit modernster Hochtechnologie ergibt ein gefährliches Gemisch aus intolerantem Aberglauben und absolutistischer Gewaltherrschaft. Ein furchteinflössendes Halbwesen, das den harterkämpften Humanismus und die freie Entfaltung der globalisierten Weltgemeinschaft bedroht.

Die Frage ist nun, was können wir dieser fatalen Entwicklung etwas entgegen setzen? Wodurch lässt sich der gordische Knoten der verhängnisvollen Verquickung von Religion, Wirtschafft und Politik zerschlagen? Und was macht überhaupt diese, die Menschenrechte verachtende Ideologie, für so viele junge Menschen weltweit so ungemein attraktiv, dass sie dafür, ohne gross nachzudenken ihr Leben aufs Spiel setzen?

Fragen die grösstenteils mit dem einen Schlagwort Aufklärung zu beantworten sind. Wo aber sind die positiv-fortschrittlichen Mächte, die Kräfte die dem rationalen Denken, der realitätsbezogenen, naturwissenschaftlichen Weltauffassung die wirkmächtige Attraktivität verleihen, um die Menschheit, und insbesondere die Jugend, für den Humanismus zu begeistern? Es werden weltweit Unsummen für immer neue, verheerendere Waffensysteme, für marode Banken und sogenannte «gewinnbringende» Geschäftemodelle ausgegeben. Für die Allgemeinbildung, die Aufklärung der Jugend und die Verbreitung von echtem Naturwissen gibt es dagegen kaum Mittel. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass die Personen an den sogenannten Hebeln der Macht, die Führungskräfte in Politik und Wirtschaft, von frühester Jugend an, mit den immer rückwärtsgerichteten, reaktionären und fortschrittsfeindlichen Religionsideologien infiziert werden und hernach ein Leben lang nicht in der Lage sind sich von dieser Dogmatik zu befreien. So lange die Eliten der Welt diese geistige Deformation, dieses System der religionsfundamentalistischen Früherziehung nicht überwinden können, wird die Menschheit ihr natürliches Recht auf Freiheit nicht erlangen und die wahre Aufklärung, mangels finanzieller Unterstützung, ein kümmerliches Schattendasein, mittellos um Spenden bettelnd und immer durch die restaurativen Kräfte des religiösen Aberglaubens existenziell bedroht, führen müssen.

Die nun sehr populäre Theorie von den moderaten Kräften, den säkularen Juden, den nicht religiösen Christen und den gemässigten Moslimen, stellt eine unheilschwangere Entwicklung da, die eine konsequente Abkehr von der Ideologie des religiösen Aberglaubens nur vortäuscht, sie aber nicht zu vollziehen wagt. Dieser nur geheuchelte Humanismus ist fast noch gefährlicher als die offene Frömmelei der Fundamentalisten. Es ist dies ein halbreligiöser Selbstbetrug, der krampfhaft versucht die Religion und ihre offensichtlichen Fehler und Irrtümer durch irrwitzige Interpretationsversuche zu rehabilitieren und diese durch das vortäuschen mildtätiger Intensionen zu rechtfertigen. Ein solches krampfhaftes Festhalten am einmal eingeimpften Dogma, zeugt nur von dem eigentlichen Unvermögen einer konsequenten Geisteshaltung und ist ein offenkundiges Zeichen für die Folgen einer religiösen Indoktrination im frühen Kindesalter. Es ist aber leider so, dass die Erziehung und Bildung immer noch, zu einem grossen Teil, in den Händen der religiösen Institutionen liegt, die an einer wahrhaftigen Aufklärung gar nicht interessiert sind, wäre dies doch das Ende ihrer Macht und ihres Einflusses auf die Gesellschaft. Solange sich aber daran nichts ändert, sind auch die Erfolgsaussichten für das Erlangen der Menschenrechte in einer freien, offenen Gesellschaft nicht gegeben.

Die eingangs angesprochene, unmittelbarste Bedrohung der harterkämpften Freiheitsrechte, so unvollkommen sie auch derzeit noch sein mögen, stellt sicherlich das Auftauchen des islamistischen Fundamentalismus dar. Was die Geschichte des fundamentalistischen Islams anbelangt, so hat dieser viele Ursachen, grad so wie sich eine Wurzel in viele Äste verzweigt. Ausschlaggebend für sein derzeitiges schier grenzenloses Ausbreitungspotential, ist allerdings nur die Tatsache, dass die konservativsten Glaubensgemeinschaften der islamischen Welt, leider auch die sind, welch über die grössten finanziellen Mittel verfügen. Da die wahhabitisch-sunnitischen Gesellschaften, von denen hier die Rede ist, nichts Besseres mit ihren finanziellen Resources anzufangen wissen, als ihre radikalen Religionsauffassungen, mit dem missionarischen Eifer mittelalterlicher Kolonisatoren zu verbreiten, und dazu auch alle psychologischen Tricks der moderner Massenbeeinflussung effektiv einzusetzen wissen, bleibt deren Wirkung, auch auf nichtmuslimische Jugendliche, in den westlich, aufgeklärten Ländern, nicht aus. Auch spielt die, oben angesprochen, lethargische Haltung der politischen Eliten zur religionskritischen Bildung, den fundamentalistischen Agitatoren hilfreich in die Hände. Es wäre allerdings müssig sich hier noch weiter, im Detail, über die Ursachen der momentanen Eskalation der islamischen Konterrevolution und ihren mannigfachen Erscheinungsformen auszulassen.

Viel wichtiger muss es sein, Mittel und Wege zu finden dem Vormarsch der absolutistische Tyrannei Einhalt und Rückzug zu gebieten. Dabei sollten wir die Problematik tunlichst nicht nur aus der militärische Perspektive betrachten, denn es wäre sicherlich ein riesen Fehler zu meinen, dass man die fanatisierten Gotteskrieger mit Bomben und Raketen besiegen und vernichten könne. Eine Ideologie lässt sich zwar mit Feuer und Schwert (und vielen Öldollars) verbreiten, aber sie erfolgreich zu bekämpfen, erfordert mehr als nur brachiale Gewalt. Hier sind kreative Ideen gefragt. Einer Gesellschaft die es geschafft hat Coca Cola zu dem weltweit bekanntesten und zu einem der weltweit beliebtesten Getränke zu machen, die unbestritten die Spitze des naturwissenschaftlichen Fortschritts darstellt und die die Freiheit des Individuums und dessen Meinung garantiert, sollte eigentlich in der Lage sein dem bösen Spuk aus finsterer Vorzeit ein Ende zu bereiten.

Eine wichtige Massnahme gegen die verhängnisvolle Ausbreitung des Islams in seiner wahhabitisch-fundamentalistischen Erscheinungsform, wäre sicher, den Geldzufluss in die Werbeaktivitäten islamischer Missionierung zu stoppen. Was im Zeitalter internationaler Kommunikation ein schier aussichtsloses Unterfangen scheint. Politik und Wirtschaft hätten, aus naheliegenden Gründen, auf die ich hier wohl nicht weiter eingehen muss, sicher erhebliche Einwände gegen Sanktionen gegen die Staaten, aus denen das Geld und die propagandistische Unterstützung der Fanatiker stammen.

Trotz alledem bin ich der Meinung, dass unkonventionelle, originelle Lösungen möglich sein müssen von deren ich nun abschliessend eine vorstellen und zur Diskussion stellen möchte, die durchaus auch die subversive Kraft des Humors als psychologischen Effekt miteinbezieht. Das Lachen ist der fundamentalistischen Dogmatik ein Graus.

Bedenkt man nämlich die religiös Verbohrtheit dieser Fundamentalisten und ihre Abscheu gegen alles was sie als unrein deklarieren, insbesondere gegen Schweine und alles was mit diesen Tieren in Verbindung steht, so währen, meiner Meinung nach, einige Tankflugzeuge, die ihre Ladung von Saugülle über den Panzern und Kanonen der «Gotteskrieger» entleeren würden, erheblich wirksamer als alle tödlichen Waffen der Welt. Vor der Schmach und Entehrung durch ein Bades in Schweinekot und dem weltweiten Gelächter darüber, fürchten sich diese Fanatiker mehr als vor dem Tod, und eine mit Schweinemist besudelte Waffe würde keiner von diesen Irren mehr anrühren. Eine derartige Aktion wäre meiner Ansicht nach auch viel humaner, intelligenter ja geradezu pazifistisch und noch dazu auch billiger, als die nun allgemein diskutierte Aufrüstung der Gegend mit noch mehr Waffen.

Anmerkung der Redaktion atheismus.ch: Kürzlich gab es diverse Medienberichte dazu, dass viele Kurdinnen in den Krieg gegen die IS-Terroristen ziehen, was diesen gar nicht behagt, denn wer von einer Frau getötet wird, kommt nicht in den Himmel und kriegt auch keine Jungfrauen. Das geht in die gleiche Richtung, wie der Vorschlag mit dem Schweinemist, nämlich die Extremisten mit ihrem eigenen Fundamentalismus zu schlagen.

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