Atheismus in der Schweiz
«Ein Gott, der die Hölle gemacht, verdient als einziger darin zu braten.» Karlheinz Deschner, deutscher Kirchenkritiker und Historiker, *1924

Gewaltsame «Nächstenliebe»

Wie wenig Nächstenliebe im Christentum tatsächlich bedeutet, zeigen unter anderem auch die unzähligen Fälle von Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Prügelstrafen und Erniederigung rund um kirchliche Einrichtungen. Andauernd kommen neue Fälle ans Licht. Vor allem die katholische Kirche hat dadurch, und durch ihre Vertuschungsstrategie jegliche Glaubwürdigkeit und moralische Kompetenz längstens verloren. Unter anderem auch darum fordert atheismus.ch, dass soziale Dienste nie und nimmer vom Staat an Kirchen übertragen werden dürfen.

In Österreich, wo vor einigen Jahren besonders schlimme Missbrauchsfälle ans Tageslicht gekommen sind, planen nun Missbrauchte Opfer der Kirchen die Gründung eines Netzwerks, um ihrem Anliegen mehr Gehör zu verschaffen.

In der Telepolis erschien dazu der folgende Artikel:

«Tausende Priester sind Kinderschänder»
Nun will der Österreicher Michael Tfirst zusammen mit einigen anderen Missbrauchsopfern eine Zweigstelle des Survivors Network of those Abused by Priests gründen, mit der Kirchengeschädigte in seinem Heimatland eine stärkere Stimme bekommen sollen. Deren juristische Aufarbeitung wird seiner Ansicht nach auch durch Netzwerke verhindert: Weil viele hochrangige Persönlichkeiten in Politik, Polizei und Justiz nicht nur fest in der katholischen Kirche verwurzelt sind, sondern häufig auch die gleichen Internate besuchten wie der Klerus, gibt es laut Tfirst besondere Rücksichtnahmen, die dazu beitrugen, dass es in der Alpenrepublik einen Aufarbeitungsrückstand gibt. Kirtikt übt Tfirst unter anderem deshalb, weil die aussergerichtlichen Einigungen mit Missbrauchsopfern Klauseln enthalten, in denen sich die Geschädigten unter Androhung der Zahlung erheblicher Vertragsstrafen zum Schweigen verpflichten sollen. Gefordert werden nun Entschädigungsleistungen. Aufbringen sollen das Geld dem Opferverband zufolge vor allem die katholische und die evangelische Kirche, in deren Heimen der Löwenanteil der in den letzten Jahren ans Licht der Öffentlichkeit gelangten Vorgänge geschah.

Eine besonders gravierende Serie von Missbrauchsfällen ist kürzlich in Irland aufgedeckt worden. Es handelt sich beim Kindemissbrauch durch die Kirchen nicht etwa um Einzelfälle, viel mehr steckt dahinter eine grausige Systematik.

Hierzu berichtete Telepolis im Mai:

Wozu das Zölibat taugt?
Zehntausende Kinder in Irland sind sexuell, körperlich und emotional missbraucht worden - von Nonnen, Pfarrern (d.h: von katholischen «Priestern») und anderem Personal der (katholischen) Kirche. Und das über Jahrzehnte hinweg. Jeweils in Internaten, Schulen und Wohnheimen, die in erster Linie für die Kinder der Armen, für die Verwundbaren und Unerwünschten hätten Sorge tragen sollen. Das erfährt man aus einem 2.600-Seiten-Report, der soeben in Dublin erschienen ist.

Vor einigen Jahren hat sich die katholische Kirche in den VSA durch ihre Kindesmissbrauchsfälle an den Rand des Ruins getrieben:

Das Schweinen der Hirten
Die umfassendste Untersuchung über Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, die es je gab.

Der einzige Lichtblick für Humanismus, Moral und Anstand in der Gesellschaft, ist die Tatsache, dass die Menschen in Scharen aus den Kirchen austreten und die Religiosität in Europa konstant abnimmt:

In ganz Europa geht es seit Jahrzehnten mit der Religiosität bergab
Die Zahl der Religiösen schwindet, aber bevor die Nichtreligiösen die Mehrheit bildet, wächst die Zahl der «fuzzy» Christen, für die Religion kaum mehr eine Rolle spielt

Unser Kirchanaustrittsbriefgenerator jedenfalls wird rege genutzt.

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