18.03.2008 Doppelpunkt-Forum 20 Uhr, DRS 1

Heute Abend, 18. März 2007 ab 20 Uhr findet im Doppelpunkt Forum auf Radio DRS1 eine Sendung zum Thema «Jesus an Ostern: Heilsgeschichte oder historisches Ereignis?» statt, an der sich jemand von atheismus.ch im Publikum beteilige wird. Auslöser war untenstehender Hörerbrief: 16.03.2008 Hörerbrief an das Doppelpunkt Forum von DRS 1.

16.03.2008 Hörerbrief an das Doppelpunkt Forum von DRS 1

Zufällig habe ich im Radio von Ihrer «Doppelpunkt Forum»-Sendung am nächsten Dienstag gehört, zum Thema Jesus, Auferstehung, Wahrheit und Erfindung.

Aus atheistischer Sicht kommt natürlich nur die Interpretation als Erfindung in Frage. Als «Heilsgeschichte» kann man das allerdings nicht bezeichnen, vielmehr als «Unheilsgeschichte». Das Christentum hat unendlich viel Leit über die Welt gebracht, welches erst überwunden werden konnte, als man in der Renaissance begann, sich auf vorchristliche antike Werte zurückzubesinnen. Doch gerade da bäumte sich das Christentum nochmals in aller Grausamkeit auf und überzog Europa mit Inquisition, Religionskriegen, Hexenprozessen und Kreuzzügen.

Was soll dieses ganze Jesus-Kreuzigungsmärchen eigentlich? Nach den Christen soll Jesus die Menschen erlösen, doch erlösen von was? Und ist die Menschheit seither etwa erlöst? Gibt es seither etwa keine Bosheit, kein Leid mehr? Oder hat nicht vielmehr gerade das Christentum mit seiner dunklen widerwärtigen jenseitsbezogenen Ideologie viel Grausamkeit verursacht? Wäre ein Holocaust denkbar, ohne das Christentum? Als Begründung, weshalb die Menschheit eine Erlösung bräuchte muss das Märchen einer «Erbschuld» herhalten. Doch wie kann ein moderner, gebildeter Mensch ernsthaft hinter dem Konzept einer über Generationen vererbten Schuld stehen? Wie kann man einen Gott verehren, welcher der Sage nach gleich die ganze Menschheit in Sippenhaft nimmt?

Letztlich ist der Kreuztod nichts anderes, als die konsequente Weiterentwicklung des biblischen Gottes als blutrünstigen Tyrannen. Dieser hat im alten Testament Völkermord gleich im Dutzend begangen, fast alle Menschen in der Sintflut ersäuft, erstgeborene Söhne geschlachtet, für geringste Vergehen die Todesstrafe vollstrecken lassen, ja selbst Frauen und Kinder nicht verschont. Nun hat er im neuen Testament ein weiteres Menschenopfer verlangt, von seinem eigenen Sohn! Konnte er als angeblich allmächtiger Gott den Menschen nicht vergeben, ohne dass Blut dafür geflossen wäre? Musste er wiedereinmal im Blutrausch seine Macht demonstrieren?

Die ganze Un-«Heilsgeschichte» ist einfach nur abartig, pervers und dumm.

Ich hoffe, Sie haben für eine ausgewogene Diskussionsrunde auch einen überzeugten Atheisten eingeladen, welcher in etwa diese Position vertreten wird. Andernfalls stelle ich mich gern zur Verfügung.

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