2000 Jahre Verrat und Missbrauch
Gesellschaft im Facts vom 20.05.1999
Der Hauptartikel findet sich im Archiv der Zeitschrift Facts. Die Randnotizen habe ich im folgenden von dort übernommen.
Die blutige Spur des Christentums
- Christenverfolgungen
- Zehntausende Christen fielen den Verfolgungen durch die Römer zum Opfer.
- Kreuzzüge
- Die gewalttätige Expansion des Christentums.
- Inquisition
- Der «Hexenhammer» war die Anleitung für die Hexen- und Ketzerverfolgungen.
- Eroberung Amerikas
- Die Landung Kolumbus' in Amerika bringt millionenfachen Tod über die ansässigen Bevölkerungen.
- Religionskriege
- Nach wie vor sterben Jahr für Jahr unzählige Menschen in Religiös begründeten Kriegen.
- Holocaust:
- Endpunkt der Judenverfolgung.
Das Christentum ist die grausamste Religion der Geschichte.
Es hat Millionen Tote auf dem Gewissen.
Rund 35 Prozent der Menschheit sind Christen. Damit ist das Christentum die erfolgreichste monotheistische Religion und übertrifft den Islam (18%) um das Doppelte. Zum Judentum bekennen sich etwa 0,25%. Hindus (13,5%) und Buddhisten (6%) sind die grössten polytheistischen Religionen. Mit der Ausbreitung des Christentums verbunden sind Ströme von Blut.
- Christenverfolgungen
- Von 30 bis 311 n. Chr. werden mehrere 10'000 Christen vornehmlich durch die Römer abgeschlachtet.
- Kreuzzüge
- Mehrere 100'000 Muslime und Juden werden von den christlichen Ritterheeren zwischen 1096 und 1291 umgebracht. Die politischen Ziele wurden nicht erreicht, aber für die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung des Abendlandes sind die Kreuzzüge bedeutungsvoll: Handelswege werden gesichert und die überlegenen orientalischen Wissenschaften für Europa verfügbar.
- Inquisition
- Etwa eine Million Menschen, vorwiegend Frauen, werden während der so genannten Hexenverfolgungen bei der Folter und auf den Scheiterhaufen getötet. Als Freipass und Anleitung zum Pogrom gegen Frauen und «Ketzer» dienten die «Hexenbulle» von Papst Innozenz VIII. und der «Hexenhammer».
- Eroberung Amerikas
- Nach der Entdeckung durch Kolumbus 1492 werden ansässige Bevölkerungen ausgerottet oder stark dezimiert. Geschätzte Zahl: 1,5 Millionen Tote.
- Die Kolonialisierung Afrikas und Asiens erfolgt unter dem Zeichen des Kreuzes und mit dem Anspruch christlicher Überlegenheit; das fordert direkt mehrere 100'000 tote Eingeborene und bedeutet für ganze Stämme die Vernichtung durch Arbeit in der Sklaverei.
- Religionskriege
- Religionskriege wegen der Kirchenspaltung wie der Dreissigjährige Krieg, der Nordirlandkonflikt und die akuten Spätfolgen des Kampfes Serbiens gegen die Osmanen fordern direkt und indirekt Millionen von Toten.
- Holocaust
- Die Judenverfolgungen durch Christen - unter anderm begründet mit der angeblichen Kollektivschuld der Juden am Tod Jesu - erreichen mit den Kreuzzügen einen ersten Höhepunkt und gipfeln im 20. Jahrhundert in einem apokalyptischen Wahn der Selbstgerechten: Unter Hitlers Regime werden sechs Millionen Juden systematisch vernichtet.
Voltaire behauptete vor 200 Jahren, eine Opferzahl errechnet zu haben: 9 468 800 von Christen hingemetzelte Christen. Karlheinz Deschner, Spezialist für die kriminelle Energie des Christentums, präzisiert die wahnwitzige Erfolgsrechnung: Heute seien zwar 1,6 Milliarden Menschen Christen, «aber auf der Strecke blieben bis heute ein paar 100 Millionen, nicht zuletzt durch ihren Sündenwahn und ihre Sexualmoral». Doch noch immer bewirken die Argumente des Vatikans dank dem Verbot künstlicher Empfängnisverhütung «natürliche Eintritte» in die römisch-katholische Kirche.
Im Grossen und Ganzen dasselbe
Wie sich Religionen gleichen
Für das Christentum gibt es keinen ehrenwerten Grund, Andersgläubige offensiv zu missionieren. Denn im Kern, dem Gebot der Nächstenliebe, sind sich die grossen Religionen verblüffend ähnlich. «Und du wirst gewiss finden, dass die, die den Gläubigen in Liebe am nächsten stehen, die sind, die sagen: Wir sind Christen.» (Koran 5, 82). Der indische Fürstensohn Siddhartha Gautama Buddha wiederum sagt: «Er schilt nicht, welcher ihn schilt, erwidert nicht Zorn mit Zorn, Beschuldigung mit Beschuldigung, Schläge mit Schlägen.» Rund 500 Jahre nach Buddha predigt Jesus, «du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst». Das Gebot des Mitgefühls, die spirituelle Essenz, setzt allerdings Selbsterkenntnis voraus - nicht die intellektuelle, nicht die psychologische und schon gar nicht die des blinden Glaubens. Buddha, Jesus, Mohammed haben diese Erkenntnis erlangt, weil sie sich an «kein Bild» klammerten, weil sie selber erfahren haben, was es zu erkennen ist.
Wunder allenthalben
Nicht einmal als Wundertäter ist Jesus einzigartig. Mohammed wollte kein Übermensch sein, doch sprechen ihm zahlreiche Legenden Wundertaten und Sündlosigkeit zu. Desgleichen wird Buddha für sein wundertätiges Mitgefühl gerühmt: «Weil die Blinden sogar sehen, weil die Tauben die Töne vernehmen und selbst die Wahnsinnigen ihren Verstand wieder finden, wird er geehrt werden durch Heiligtümer auf Erden.» Es ist Buddha was Jesus was Mohammed was Abraham was der hinduistische Krischna.
Wie der Islam Jesus sieht
Ein Engel prophezeit Maria: «Und Gott wird ihn das Buch lehren und die Weisheit, die Thora und das Evangelium.» Er werde die Blinden und die Aussätzigen heilen und die Toten lebendig machen nach Gottes Gebot. Jesus ist nach dem Koran, dem heiligen Buch des Islam, der einzige Prophet, der Wunder vollbringt.
Der Koran basiert auf Aufzeichnungen, die Mohammed (um 570 in Mekka geboren, 632 in Medina gestorben) von Gott empfangen hat. Mohammed verstand sich als letzter, als «Siegel der Propheten», der die Religion Abrahams wiederherstellte, wie dies vor ihm bereits Mose und Jesus versucht hatten. Da die Christen und Juden ihn nicht als Propheten anerkannten, proklamierte Mohammed den Islam als eigene Religion.
Isa, der Diener und Knecht
Die Muslime nennen Jesus Isa. Zu ihren Glaubensgrundsätzen zählt der Glaube an die Propheten und Gesandten Gottes. Auch die Überzeugung der unbefleckten Empfängnis Marias teilen die Muslime mit den Christen. Doch die christliche Lehre, Jesus sei Gottes Sohn und durch die Trinität mit seinem Vater und dem heiligen Geist wesensgleich, lehnt der Koran ab. Isa bleibt wie Mohammed «abd», Diener und Knecht Gottes. Das wird in der vierten Sure deutlich: «… darum glaubt an Gott und Seine Gesandten und sagt nicht von Gott, dass er in einem drei (sei)!» Über die Kreuzigung heisst es im Koran: «Wir haben den Messias, den Jesus, Sohn Marias, den Gesandten Gottes, getötet. Sie haben ihn aber nicht getötet und nicht gekreuzigt, sondern einen anderen, der ihm ähnlich war.»
Im Koran ist Jesus der einzige Prophet, der Wunder vollbringt.
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