Atheismus in der Schweiz
«Man kann auch zum Kopf einer Sardine beten, wenn man fest daran glaubt.» Japanisches Sprichwort

Zusammenhang zwischen Religiosität und Menschenfeindlichkeit

Der Bund vom 11.03.2006

Im Rahmen des Nationalen Forschungsprojektes "Rechtsextremismus – Ursachen und Gegenmassnahmen" wurde untersucht, inwiefern zwischen Religion und Misanthropie ein Zusammenhang besteht.

Was dem nicht-religiösen Teil der Bevölkerung schon lange klar war, wurde nun durch diese Studie wissenschaftlich erhärtet: Fremdenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, Intoleranz, Antisemitismus und Sexismus sind unter Theisten weit verbreitet, weiter jedenfalls als unter den Nichtgläubigen.

So fanden beispielsweise 26% der Katholiken, 24% der Protestanten und 28% der befragten Muslime, dass die Juden an ihrer Verfolgung selber schuld seien (sic!), wohingegen "nur" 18% der Nichtreligiösen. Dass "für die Rechte der Frauen genug getan" sei, bejahen 43% der befragten Katholiken und Protestanten, 55% der Muslime - im Gegensatz zu 29% der Nichtreligiösen.

Die Studie stützt sich auf Interviews (90 Fragen), die mit 3000 Personen durchgeführt wurden.

Natürlich kann damit nicht gesagt werden, dass wer Atheist ist, auch gleichzeitig ein besserer Mensch sei. Es ist aber offensichtlich, dass Intoleranz auf einem religiösen Boden äusserst gut gedeiht.

Fazit: Das Argument, dass Nicht-Religiöse keine Ethik haben können, weil ihnen "die Basis" fehle, kann ein für allemal ins Land der Märchen und des Wunschdenkens verwiesen werden. Ethik entsteht nicht dank Religion, sondern trotz.

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