Atheismus in der Schweiz
Buh!
«Ich tat reinen Gewissens und gläubigen Herzens meine Pflicht.» Adolf Eichmann, SS-Obersturmbannführer und Massenmörder

«Ihr seid intolerant»

Oft werfen uns Christen in Diskussionen vor, wir seien intolerant. Dies ist ein Irrtum aus zwei Gründen: Erstens verwechseln Christen «Intoleranz» mit «Überzeugung» und zweitens muss Toleranz immer auf Gegenseitigkeit beruhen.

Überzeugung ist nicht Intoleranz

Wir sind von unserer Sache sehr überzeugt, ja, das ist richtig. Deswegen vertreten wir unseren Standpunkt auch überzeugt. Aber nur weil wir uns eine fundierte Meinung gebildet haben, und uns durch fadenscheinige Argumente nicht beeindrucken lassen, sind wir noch lange nicht intolerant.

Intoleranz ist, wenn man Andersdenkenden vorwirft, sie müssten persönliche Probleme haben, weil sie gegen Jesus seien, oder wenn ein Christ einem Atheisten «Gottes Gnade» wünscht, wenn man so tut als ob man keine Moral haben könne, wenn man nicht einem Glauben fröne, dann ist das eine schwache Form Intoleranz. Ganz sicher ist es intolerant, wenn man andere wegen ihrer Überzeugung verfolgt, foltert, einsperrt, ächtet, ermordet. Genau das aber haben die Christen während Jahrhunderten getan! Religionen verfolgen immer wieder Andersdenkende, schliessen sie aus, diskriminieren sie, ermorden sie. Das ist Intoleranz. Wir Atheisten hingegen kämpfen mit Argumenten. Unsere Waffe ist das Wort!

Keine Toleranz gegenüber Intoleranz

Von uns aus gesehen, soll jeder glauben und denken dürfen, was er will, mit einer Ausnahme: Niemand darf andere aufgrund ihres Glaubens diskriminieren und niemand darf aus seinem Glauben einen Vorteil ziehen. Das ist die Grenze unserer Toleranz.

Tatsächlich ist es aber so, dass das Christentum und besonders die «Staatskirchen» (was für ein abscheuliches Konstrukt!) in unserem Land bevorzugt werden. Wir haben Staat und Religion noch nicht konsequent getrennt. Diesen Umstand bekämpfen wir.

Der Beitrag von Maik

Unser Besucher Maik hat das in einer Diskussion schön geschrieben:

Es waren doch die Christen, die andere missioniert haben. Warum machten/machen die Christen damals und heute nicht das, was sie von uns Atheisten verlangen und liessen/lassen alle, die (noch) nicht Christen waren/sind, wie sie waren/sind? Also wer hetzt hier wen auf? Wir hetzen niemanden auf! Wir legen nur Nachweise auf und widerlegen die (Gegen-) Argumente, was der Sinn einer Diskussion ist. Und ich hab bisher noch kein schlüssiges oder unwiderlegbares Argument von den Theisten gelesen. Gut, wir kritisieren noch gewisse Missstände, die wir und oder unschuldige Dritte erfahren. Aber das ist Kritik an Handlungen Dritten gegenüber, nicht am individuellen Glauben und Ausleben, hat also nix mit Hetze oder Toleranz am Glauben zu tun. Ich z.B. verbiete niemanden sein eigenen Glauben (auch wenn ich dagegen argumentiere), ich verbiete nur die Eintrichterung und Misshandlung Dritter (so hat es nichts mit mangelner Toleranz oder Hetze zu tun, wenn ich bekämpfe, dass Kinder verstümmelt werden; das ist aber eine Diskussion für sich). Also: bevor ihr uns als hetzerisch und intolerant bezeichnet, fasst euch an eurer eigenen Nase.
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Diskussion

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