Atheismus in der Schweiz
«Kein Glaubenssatz wurde uneingeschränkter gelehrt — in katholischen Worten unfehlbarer -, als «die Juden sind verflucht, weil sie Gott getötet haben», eine Beschuldigung, die bis heute nicht offiziell zurückgenommen ist.» Peter de Rosa, Gottes erste Diener — die dunkle Seite des Pabsttums

Es gibt Bereiche, die die Wissenschaft nicht untersuchen kann

Ein heutzutage oft gehörtes Argument ist das folgende:

Diese Argumentation ist total falsch!

Die Wissenschaft ist auf dem Siegeszug, die Religion hat vollkommen versagt. Das sind die Fakten. Ein «nebeneinander» von Wissenschaft und Religion ist kompletter Unsinn. Für alles, was in dieser Welt von Interesse ist, ist die Wissenschaft zuständig, während die Religion rein gar nichts beizutragen hat.

Der Zuständigkeitsbereich der Wissenschaft

Was genau kann die Religion aussagen, was nicht von der Wissenschaft behandelt werden könnte? Um das herauszufinden, ist es erst einmal notwendig zu definieren, wofür die Wissenschaft zuständig ist. Die Wissenschaft beschäftigt sich mit der Gewinnung von Erkenntnissen über unsere Welt. Alles, was in irgendeiner Art und Weise einen Einfluss auf unsere Welt hat, kann wissenschaftlich untersucht werden. Dies gilt auch für Religion! Religion als psychologisches Fänomen und Religion als gesellschaftliche Realität ist definitiv ein Thema, mit dem sich die Wissenschaft befasst. Aber auch «unerklärliche» und «übernatürliche» Ereignisse können sehr wohl wissenschaftlich untersucht, und z.B. statistisch erfasst werden.

Übernatürliches kann es nicht geben…

Wenn es «übernatürliche», «rein-geistige», «feinstoffliche» Wesen oder Dinge gibt, dann gibt es im wesentlichen genau zwei Möglichkeiten: Entweder sie üben keinen Einfluss auf unsere Welt aus, und sie leben irgendwie in einer anderen Dimension, ohne jegliche Kontaktmöglichkeit zu uns. In dem Fall sind sie für uns vollkommen uninteressant und für unser Leben völlig irrelevant. Ob es sie gibt oder nicht, hat auf uns absolut keinen Einfluss. Diese Position ist allerdings nicht sehr populär. Die andere Variante, und die, an die «gläubige» Menschen zu glauben pflegen, ist die, dass die übernatürliche Welt mit unserer Welt interagiert und unsere Welt und unser Leben beeinflusst. In dem Fall aber hat die übernatürliche Welt einen Einfluss in unserer Welt, der damit auch messbar und wissenschaftlich untersuchbar ist. Gleichzeitig aber wird die übernatürliche Welt durch die Interaktion mit der natürlichen Welt teil unserer natürlichen Welt. Das Übernatürliche wird natürlich, es wird Teil unserer natürlichen Welt, sobald es in unsere Welt eintritt. Nichts, absolut gar nichts, was unsere Welt beeinflusst steht ausserhalb der wissenschaftlichen Erforschbarkeit.

Wissenschaft gegen Religion

Diese Position wird klarer, wenn man in Betracht zieht, dass die Menschen früher dachten, Blitze hätten einen göttlichen Ursprung. Nichtsdestotrotz hat sich die Wissenschaft dem Thema erfolgreich angenommen. Gleiches gilt für Fragen, wie den Ursprung des Lebens, oder des Universums, oder nach den Bausteinen des Seins. Die Wissenschaft ist enorm erfolgreich. Anders als die Religionen, die sich seit der Wiederentdeckung der Wissenschaft in der Renaissance in einem Rückzugsgefecht befinden, und immer mehr Boden verlieren, machte die Wissenschaft in den letzten paar hundert Jahren unglaubliche Fortschritte. Man denke an die Moderne Biologie, z.B. die auf den Erkenntnissen der Evolutionstheorie basierende Genetik, oder die Entdeckung der Atome, oder die Relativitätstheorie, die Quantenfysik, u.s.w.. Die Technik wiederum hat unzählige praktische Anwendungen der wissenschaftlichen Erkenntnisse geschaffen, die vom Flugzeug zu Waschmaschine zu Computer zu Eisenbahn unser Leben in unglaublichem Masse erleichtern. Ohne die Erfolge der Wissenschaft würdest Du diesen Text nicht lesen, denn Du hättest keinen Computer und es gäbe kein Internet. Was hingegen haben uns die Religionen gebracht? An neuen Erkenntnissen rein gar nichts! Alle Erkenntnisse, die rein aus der Religion gewonnen wurden, wie z.B. dass die Erde flach sei, oder dass sie ca. 6000 Jahre alt sein, oder dass sie von einem Gott geschaffen worden sei, all diese Erkenntnisse erwiesen sich als vollkommen falsch. Die Religion hat rein gar nichts zur Wahrheitsfindung in Bezug auf unser Dasein beigetragen. Was hat die Religion sonst gebracht? Moral vielleicht? Wohl eher Krieg, Verfolgung, Judenhass, Intoleranz, Frauendiskriminierung, Schwulenverbote, Sexofobie3), u.s.w..

Siehe auch Nur Wissenschaft führt zu wahrer Erkenntnis.

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Nein. Ich war vorher schon der gleichen Meinung und bleibe dies auch.3%(3)
1) oder das Natürliche
3) Das Wort «Sexofobie» ist eine eigene Worterfindung und bedeutet: Krankhafte Angst, geäussert in gesellschaftlicher Ächtung, vor allem, was mit Sex zu tun hat.
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