Atheismus in der Schweiz
«Einen Gott, der die Objekte seines Schaffens belohnt und bestraft, der überhaupt einen Willen hat nach Art desjenigen, den wir an uns selbst erleben, kann ich mir nicht einbilden. Auch ein Individuum, das seinen körperlichen Tod überdauert, mag und kann ich mir nicht denken (…).» Albert Einstein, Mein Weltbild

Das Christentum ist gut, nur seine Vertreter sind schlecht!

Jeder muss zugeben, dass die Geschichte des Christentum eine Geschichte des Verbrechens ist. Wer es noch nicht bemerkt hat, der lese unter anderem Karlheinz Deschner, «Kriminalgeschichte des Christentums»: Band 1: «Die Frühzeit», Band 2: «Die Spätantike», Band 3: «Die Alte Kirche», Band 4: «Das Frühmittelalter», Band 5: «Das 9. und 10. Jahrhundert», Band 6: «Das 11. und 12. Jahrhundert», Band 7: «Das 13. und 14. Jahrhundert», Band 8: «Das 15. und 16. Jahrhundert. Vom Exil der Päpste in Avignon bis zum Augsburger Religionsfrieden», Band 9: «Mitte des 16. bis Anfang des 18. Jahrhunderts. Vom Völkermord in der Neuen Welt bis zum Beginn der Aufklärung».

Kirchen und Christen haben Verbrechen begangen, wie zahllose Religionskriege, die Inquisition, Kreuzzüge, Kollaboration mit den Nazis und anderen Diktatoren, Verfolgung und Ausrottung Andersdenkener, u.s.w.. Das Christentum hat sich durch seine Vertreter disqualifiziert. Natürlich gibt es auch Enthusiasten, die «im Namen Gottes» Gutes tun (oder «Gutes» zu tun glauben), aber dies kann die Verbrechen natürlich nicht aufwiegen.

Nun argumentieren Christen oft in der Art:

Man darf die organisierte Religion oder einzelne Christen nicht mit dem Christentum verwechseln. Die Kirchen sind fehlerbehaftet und schlecht. Trotzdem ist das Christentum eine gute Sache. Wir müssen wieder zur reinen Lehre zurückfinden.

Die Aussage ist natürlich absurd und in jeder Hinsicht falsch. Zum einen kann man sehr wohl eine Religion oder Ideologie dafür verantwortlich machen, was in ihrem Namen geschieht, und zum anderen ist das Christentum gar nicht so gut, wie immer behauptet wird, denn es beruht auf Verbrechen und verherrlicht diese.

Eine Ideologie muss in den Kontext passen und wird an ihren Taten gemessen

Dieses Argument ist leicht zu entkräften, denn es ist gleichbedeutend mit: «Man darf den Kommunismus nicht mit Stalin verwechseln. Der Kommunismus ist eine gute Sache, die nur missbraucht wurde. Wir müssen wieder zur reinen Lehre zurückfinden.» Im Gegensatz zum Christentum ist der Kommunismus tatsächlich in der besten Absicht entstanden: Man wollte die unterdrückten und ausgebeuteten Massen an Arbeitern befreien. Leider ist das nicht so geglückt, wie es gedacht war. Aber soll man deswegen wirklich zur reinen kommunistischen Lehre zurückkehren? Seit dem kommunistischen Manifest sind über hundert Jahre vergangen. Es hat sich viel geändert, die Situation und die Probleme liegen heute vollkommen anders. Man kann nicht mit Ideologien einer vergangenen Epoche die Zukunft gestalten.

Genau das gleiche aber gilt auch für das Christentum. Natürlich ist es Unsinn, die Religion von ihren Vertretern trennen zu wollen, und die Religion als etwas absolut Gutes darzustellen, und ihre Vertreter als «Menschen mit Fehlern». Die Verbrechen des Christentums wurden geschürt durch die Ideologie des Christentums. Die Verbrechen wurden geschürt von der Intoleranz des Evangeliums und von der Vorstellung, besser zu sein, als andere und die «einzig wahre» Religion zu vertreten. Wie heisst es so schön: Niemand tut Böses so grausam, als wenn er es aus ideologischer oder religiöser Überzeugung tut.

Das Christentum aber ist eine 2000 Jahre alte antike Religion, die in ihrer Zeit erst noch den Religionen und Filosofien anderer Völker intellektuell weit unterlegen war, und nicht an die Errungenschaften antiker Hochkulturen anknüpfte. Sie passt ganz sicher nicht mehr in die heutige Zeit, zumal die Bibel und ihre Fabelgeschichten weitgehen widerlegt worden sind.

Die «reine Lehre» ist schlecht

Es nützt nichts, im Christentum auf die «reine Lehre» zurückzugreifen, denn Jesus war ein intoleranter Psychopath, der selbst Pflanzen verfluchte1) und keinerlei Abweichung duldete. So sagte er unter anderem:

Und wer einem der Kleinen, die glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde. — «Das Evangelium nach Markus 9.42»

Sind das die Wurzeln, zu denen die Christen zurückkehren wollen? Es ist mitnichten so, dass einige fehlgeleitete Christen die Religion missbraucht hätten, im Gegenteil, die christliche Religion selbst ist ein Missbrauch und ein Verbrechen! Die Pflanze des Christentum ist bis an ihre Wurzeln verdorben und verrottet. Sie muss vollständig ausgegraben und entsorgt werden. Die Gesellschaft dahin zu führen, ist das Ziel von atheismus.ch.

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1) Der verfluchte Feigenbaum: Markus 11.12-14
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