Atheismus in der Schweiz
«[…] die Kinder armer Eltern wurden durch Bestechung zum Christentum bekehrt; und nun versucht man, die armen Leute durch das Angebot medizinischer Hilfe zu bekehren. Es ist schimpflich und höchst verächtlich, Religion für weltlichen Gewinn zu verkaufen.» Anagãrika Dharmapãla, Bedeutender Vertreter der buddhistischen Revitalisierung, 1864-1933

Jesus war gegen die Todesstrafe

Viele Menschen glauben, dass Jesus ein Gegner der Todesstrafe war, doch das Gegenteil ist wahr. Jesus war ein ausgesprochener Befürworter der Todesstrafe.

Im alten Testament war die Todesstrafe die übliche Strafe selbst für kleinste Vergehen, z.B.:

Und viele mehr.

Jesus hat sich nicht ein einziges Mal gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Wäre Jesus gegen die Todesstrafe gewesen, so hätte er sich von den Gesetzen und Strafen im alten Testament distanzieren müssen. Das tat er nie, im Gegenteil.

In der Bergpredigt weist er deutlich darauf hin, dass er voll und ganz hinter den alten, unsinnigen Gesetzen steh — inklusive der Todesstrafe:

Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Profeten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist. Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heissen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird gross heissen im Reich der Himmel. — Matthäus 5.17-19

Ebenso deutlich betont Jesus, dass die Todesstrafe für Fluchen gerechtfertigt sei:

[Jesus] aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch ihr das Gebot Gottes um eurer Überlieferung willen? Denn Gott hat geboten und gesagt: Ehre den Vater und die Mutter! und: Wer Vater und Mutter flucht, soll des Todes sterben. Ihr aber sagt: Wenn jemand zum Vater oder zur Mutter spricht: Eine Opfergabe sei das, was dir von mir zunutze kommen könnte, der braucht seinen Vater oder seine Mutter nicht zu ehren; und ihr habt so das Gebot Gottes ungültig gemacht um eurer Überlieferung willen. Heuchler! Trefflich hat Jesaja über euch geweissagt, indem er spricht: «Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit entfernt von mir. Vergeblich aber verehren sie mich, indem sie als Lehren Menschengebote lehren. — Matthäus 15.3-9

Jesus sagt nicht, dass es falsch sei, jemanden zu töten, nur weil er Vater und Mutter flucht (und manche Kinder mögen sehr wohl Grund haben, ihre Eltern zu fluchen), sondern er beschwert sich darüber, dass dieses Gebot und die darin enthaltene Strafe nicht mehr richtig angewendet würden. Jesus beklagt sich, dass die Todesstrafe nicht konsequent genug angewendet wird!

Viele weitere Jesuszitate gehen in die gleiche Richtung, z.B.:

Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgerottet werden. — Matthäus 15.13
Wenn aber jemand einem dieser Kleinen, die an mich glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde. — Matthäus 18.6

Kein Wunder also, dass gerade in den US-Amerikanischen Bundesstaaten mit dem höchsten Anteil an Christen die Todesstrafe am besten in der Bevölkerung verankert ist. Die Christen reden von Liebe, aber sie meinen die Eigenliebe, sie reden von Toleranz, aber sie meinen nur die Toleranz ihnen gegenüber.

Was ist mit der Ehebrecherin?

Selbst wenn man die Geschichte mit der Ehebrecherin genauer studiert, so war Jesus nicht gegen die Todesstrafe, vielmehr versuchte man, ihn in die Enge zu treiben und er hatte mit der Aussage, dass derjenige, der ohne Schuld sei den ersten Stein werfen soll, nur selbst die Haut gerettet. Er hat sich nicht gegen die Todesstrafe ausgesprochen, sondern nur in diesem einzelnen Fall der Frau durch eine geschickte Antwort das Leben gerettet.

Die Bibel schreibt dazu:

Frühmorgens aber kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm; und er setzte sich und lehrte sie. Die Schriftgelehrten und die Farisäer aber bringen eine Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellen sie in die Mitte und sagen zu ihm: Lehrer, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du? Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. Und wieder bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber dies hörten, gingen sie einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten; und er wurde allein gelassen mit der Frau, die in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf und sprach zu ihr: Frau, wo sind jene? Hat niemand dich verurteilt? Sie aber sprach: Niemand, Herr. Jesus aber sprach zu ihr: So verurteile auch ich dich nicht. Geh hin und sündige nicht mehr! — Johannes 8.2-10

Der wesentliche Punkt hier ist, dass nach Johannes 8.6 der Sinn dieser Herausforderung der Farisäer an Jesus der gewesen ist, etwas gegen ihn in der Hand zu haben. Es ging Jesus nicht um die Frau, es ging ihm nur um sein eigenes Wohl! Und ganz klar ist hier auch: Jesus hat zwar der Frau quasi im Nebeneffekt das Leben gerettet, er hat sich aber nicht gegen die Todesstrafe ausgesprochen. Dabei hätte er genau hier in dieser Situation sagen können, dass die Todesstrafe verwerflich sei und abgeschafft werden müsse, doch genau das tat er nicht!

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