Atheismus in der Schweiz
«Die Bibel, das konservativste Buch der Weltliteratur, das Buch, mit dem man Todesstrafe, Obrigkeitsstaat, ewiges Bleiben von reich und arm, Kapitalistenausbeutung und Ausgebeutet-Sein begründen kann.» Helmut Gollwitzer, deutscher evangelischer Theologe, 1908-1993

«Wir leben in der besten aller Welten»

Die Theodizee des Leids, welche bereits Leibniz formuliert hat, stellt fest, dass angesichts des «Bösen» in der Welt, die Existenz eines gütigen und allmächtigen Gottes gültig widerlegt werden kann.

Die Standardanwort der Christen lautet: «Wir leben in der besten aller möglichen Welten, eine bessere Welt ist nicht möglich.»

Diese haltlose Behauptung lässt sich leicht durch zwei Ansätze widerlegen:

  • Wir können uns viele einfache Verbesserungen vorstellen, welche ein Gott leicht umsetzen könnte.
  • Die Bibel berichtet von einem Paradies.

Könnte die Welt verbessert werden?

Falls die Welt verbessert werden könnte, und sei es auch nur um ein kleines bisschen, dann wäre damit die Theorie, dass wir in der besten aller Welten leben würden, sofort widerlegt. Dass dies der Fall ist, kann man sehr leicht nachvollziehen. Ich verweise hierzu auch auf die entsprechende Diskussion unter Rollenspiel: Wenn ich Gott wäre (mrw). Eine einfache Verbesserung kann z.B. sein, dass es keine Krankheiten und keine Verletzungen mehr gibt, oder falls ein allmächtiger Gott nicht allmächtig genug ist, das zu verhindern, dass Krankheiten und Verletzungen rasch und spurlos heilen. Eine andere Verbesserung wäre, dass es keine Naturkatastrofen mehr gäbe, oder falls ein allmächtiger Gott nicht allmächtig genug ist, das zu verhindern, dass die Menschen vor jeder Naturkatastrofe rechtzeitig durch Gott gewarnt würden. Noch eine, nicht unwesentliche, Verbesserung wäre, wenn die Menschen wüssten, dass Gott existiert und seine Absichten, Wünsche und Anforderungen eindeutig klar wären, denn dann müssten sie nicht mehr glauben, es gäbe keine unterschiedlichen Religionen, keine religiösen Streitereien, keine Religionskriege und keine Ketzerverfolgungen mehr. Wie man sieht, wäre es einem allmächtigen Gott ein leichtes, sofort für gewisse Verbesserungen zu sorgen, ohne dass gleich alles anders gemacht werden müsste.

Und weil ich weiss, dass Christen dazu neigen, jede vorgeschlagene Verbesserung gleich zu attackieren, schliesslich zerstört die kleinste mögliche Weltverbesserung gleich das Fundament des christlich-semitischen Glaubens, noch ein Hinweis: Christen glauben nicht, dass sie in der besten aller möglichen Welten leben. Wenn das nämlich der Fall wäre, müssten sie nicht missionieren, und sie müssten keine «Hilfswerke» gründen. Letztlich missionieren sie, gründen «Hilfswerke», weil sie denken, damit den anderen, oder vielmehr wohl sich selbst, zu helfen, also das Leben von Menschen, und damit die Welt zu verbessern. Würden wir in der besten aller möglichen Welten leben, wären Hilfswerke nutzlos, denn es ist unmöglich, die beste aller möglichen Welten zu verbessern.

Das Paradies widerlegt die Behauptung

Die Bibel selbst widerlegt die Behauptung, wir würden in der besten aller möglichen Welten leben, denn die Bibel kennt das Paradies, und das ist eindeutig eine bessere Welt. Ausserdem macht sie Versprechen auf eine bessere Welt im Himmel, nach dem Tod oder irgendwann in der nahen Zukunft, wenn sich der Herr Gott endlich bequemt, die längst versprochene und verbüsste Erlösung einzulösen.

Die Christen mögen mal erklären, warum die Menschen nicht im Paradies leben, wo doch angeblich Gott unser Bestes will (nicht unser Geld, sondern schlimmer: unsere Seele) und Jesus die «Sünden» getilgt haben soll! Wenn an den Behauptungen von Jesus und den Versprechen der Bibel etwas dran wäre, dann müssten die Menschen seit Tilgung der Erbsünde durch Jesus wieder im Paradies leben, dient doch das Märchen von Adam und Eva als Ausrede dafür, warum unsere Welt nicht perfekt ist.

Fazit

Es ist ganz klar und eindeutig widerlegt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben würden. Damit ist auch ein gütiger und mächtiger Gott eindeutig widerlegt.

Siehe auch: Das Problem des Leidens

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