Atheismus in der Schweiz
«Endlich kommt noch hinzu, dass der Gott, welcher Nachsicht und Vergebung jeder Schuld, bis zur Feindesliebe, vorschreibt, keine übt, sondern vielmehr ins Gegenteil verfällt … bis auf jene wenigen Ausnahmen, welche durch die Gnadenwahl, man weiss nicht warum, gerettet werden. Diese aber beiseite gesetzt, kommt heraus, als hätte der liebe Gott die Welt geschaffen, damit der Teufel sie holen solle; wonach er denn viel besser getan haben würde es zu unterlassen.» Arthur Schopenhauer, deutscher Filosof, 1788-1860

Perfektion

Versuchen wir die Frage nach Perfektion für den christlichen Gott zu beantworten. Perfektion heisst, etwas ist am besten so wie es ist. Jede Veränderung wäre eine Verschlechterung. Etwas Perfektem darf nichts weggenommen und nichts hinzugefügt werden. Wenn Gott nun aber perfekt war, wozu brauchte er dann noch eine Schöpfung? Wenn er Menschen erschuf, so nur deshalb, weil zuvor etwas gefehlt hat. Ein schöpfender Gott ist nicht perfekt, denn Perfektion und Schöpfung, allgemeiner formuliert, Perfektion und Veränderung schliessen sich aus.

Es geht noch weiter: Nachdem die Welt erschaffen war, musste Gott angeblich immer wieder korrigierend eingreifen. Zuerst fehlten ihm die Menschen, also erschuf er sie. Dann warf er sie aus dem Paradies. Sie «sündigten» nach seinem Verständnis, also schickte er Sindflut und weitere Katastrofen. Als alles nichts half, ersann er mit der Entsendung seines Sohnes einen Erlösungsplan. Aber selbst das brachte uns nicht weiter – im Gegenteil.

Fazit: Gott hat eine absolut unperfekte, ja mangelafte Welt hingepfuscht, die von Perfektion weit entfernt ist. Nicht nur Gott selbst ist kein perfektes Wesen, er bringt auch keine perfekte Schöpfung zustande.

MRW (1998)

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Perfektion

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