Atheismus in der Schweiz
«In den ersten Jahrhunderten gab es sechzig Evangelien, die fast alle gleich unverdaulich waren. Man verfarf sechsundfünfzig wegen ihrer Kindlichkeit und Albernheit. Gäbe es hierfür keinerlei Anhaltspunkte bei denjenigen, die man behalten hat?» Denis Diderot, französischer Schriftsteller und Filosof, 1713-1784

Adam und Eva waren unschuldig

Man muss sich einmal auf der Zunge zergehen lassen, welchen unmoralischen Unsinn die Christen glauben:

Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! (Genesis 1.26)

Es soll also einen Gott geben, der die Erde und die Menschen erschaffen hat. Die Menschen hat er so erschaffen, wie sie sind, mit all ihren menschlichen Fehlern. Obschon er angeblich allmächtig ist, ist es ihm nicht möglich, fehlerfreie Menschen zu schaffen. Die Ausrede der Christen dafür lautet «freier Wille». Egal, jedenfalls sollte dieser Gott die Schwächen der Menschen kennen, die er ja selbst geschaffen hat. Eine dieser Schwächen, die grosse Bedeutung erlangen sollte, ist die Neugierde.

Und Gott, der Herr, liess aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zur Nahrung, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens, und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. (Genesis 2.9)
Und Gott, der Herr, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du sterben! (Genesis 2.16-17)

Obschon er über die menschliche Neugierde Bescheid wissen sollte, verbietet er den ersten Menschen, Adam und Eva, die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Nochmals etwas zum Nachdenken: Woher sollten Adam und Eva wissen, was «Gut» und «Böse» ist, ohne dass sie vorher die Frucht «vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse»? Ohne die Erkenntnis von Gut und Böse konnten sie nicht einmals wissen, dass das, was sie taten nicht gut war. Das war Gott aber egal, es ging ihm ja nur darum einen Vorwand zu finden, Adam und Eva aus dem Paradies auszuweisen, denn aufgrund seiner Allwissenheit und weil er die menschliche Neugierde hätte kennen müssen, hätte er ja ohnehin wissen müssen, dass sie der Versuchung nicht werden standhalten können.

Sondern Gott weiss, dass an dem Tag, da ihr davon esst, eure Augen aufgetan werden und ihr sein werdet wie Gott, erkennend Gutes und Böses. […] sie nahm von seiner Frucht und ass […] Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie erkannten, dass sie nackt waren; (Genesis 3.5-7)

Es kam, wie es kommen musste, die Menschen assen von der verbotenen Frucht. Erst da konnten sie «Gut» von «Böse» unterscheiden. Erst da bemerkten sie, dass sie nackt waren. Gott der Allwissende hingegen bemerkte sofort, dass Adam und Eva in die sorgfältig vorbereitete Falle tappen würden, unwissend und unschuldig wie sie waren. Nun konnte er endlich seine drastischen Strafen verhängen.

Und Gott, der Herr, sprach zur Schlange: Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein unter allem Vieh und unter allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen, und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens! Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zermalmen, und du, du wirst ihm die Ferse zermalmen. Zu der Frau sprach er: Ich werde sehr vermehren die Mühsal deiner Schwangerschaft, mit Schmerzen sollst du Kinder gebären! Nach deinem Mann wird dein Verlangen sein, er aber wird über dich herrschen! Und zu Adam sprach er: Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört und gegessen hast von dem Baum, von dem ich dir geboten habe: Du sollst davon nicht essen! — so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: mit Mühsal sollst du davon essen alle Tage deines Lebens; und Dornen und Disteln wird er dir sprossen lassen, und du wirst das Kraut des Feldes essen! Im Schweisse deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren! (Genesis 3.14-19)

Die Frechheit dabei ist, dass Gott nicht etwa nur die beiden fehlbaren Menschen bestraft hat, sondern all ihre Nachkommen bis zum heutigen Tag! Noch heute gebären Frauen unter Schmerzen. Noch heute müssen wir für unser Essen hart Arbeiten. Einzig die Erkenntnisse von Wissenschaft und Technik haben unser Leben erleichtert. Weder hat Gott je die Menschen von dieser Sippenhaft befreit, noch hat der Kreuztod Jesi hier eine Erleichterung gebracht.

Die Menschen haben gegen Gottes Verbot verstossen, von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Das ist kein besonders schwerwiegendes Vergehen, weil erstens die Menschen Gut und Böse nicht kannten, und daher nicht schuldfähig waren, und zweitens sie dazu verführt wurden: Zum einen durch Gott selbst, der ihnen die begehrenswerten Bäume vor ihre Nase pflanzte, zum anderen durch die Schlange, die ihnen sagte, dass ihnen nichts geschehen würde. Woher sollten die unschuldigen und unerfahrenen ersten Menschen wissen, dass die Schlange böse Asichten hegt? Sie kannten noch nichts böses. Sie hatten keinen Grund, der Schlange weniger zu vertrauen, als Gott. Sie waren in keiner Weise schuldfähig. Daher hätten sie niemals bestraft werden dürfen.

Gott der Sadist hingegen verhängt für dieses kleine Vergehen barbarische Strafen:

  • Die Frau muss unter Schmerzen gebären.
  • Er hat den Erboden verflucht, sodass Unkraut wächst.
  • Die Menschen müssen sich ihre Nahrung im Schweisse ihres Angesichts erarbeiten, — Gott vebannte die Menschen quasi in ein Arbeitslager!
  • Die Menschen müssen nun sterben — Der erste Fall von Todesstrafe!
  • Die Strafe trifft nicht nur die Täter, sondern auch ihre Kinder und Kindeskinder, bis zum heutigen Tag. Das ist Sippenhaft!
  • Die Strafe wurde bis heute, Jahrtausende nach der Tat, nie aufgehoben.

Es bleibt die Frage unbeantwortet, wieso Gott die Menschen in Versuchung geführt hat. Warum hat er die verbotenen, begehrenswert anzusehenden Bäume mitten im Garten Eden gepflanzt statt gar nicht, oder wenigstens irgendwo ausserhalb, wo die Menschen nicht hinkamen? Es ging Gott von Anfang an darum, einen Vorwand zu finden, die Menschen zu bestrafen. Er ist ein Tyrann und ein Sadist.

Barbarische Strafen für ein einfaches Vergehen, das nichteinmal hätte bestraft werden dürfen. Und mit dieser unsinnigen Quatschgeschichte wollen die Christen das Märchen der Erbsünde begründen! Es gab nie eine Sünde, es gab nie eine Erbsünde. Das alles ist eine Erfindung der Bibelschreiber, um den Menschen ein schlechtes Gewissen zu machen, und um einen Grund zu liefern, weshalb die Menschen unbedingt eine Erlösung und einen Erlöser bräuchten.

Wenn nämlich das Märchen der Erbsünde hiermit widerlegt ist, wozu ist Jesus dann noch am Kreuz gestorben? Die ganze Heilsgeschichte des Christentums fällt wie ein Kartenhaus in sich zusammen, weil das Fundament, das Märchen mit der Erbsünde, eingebrochen ist.

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