Atheismus in der Schweiz
«Alle in theologischen Werken üblichen Verherrlichungen des Christentums, dass es im Mittelalter wenigstens die Sklaverei abgeschafft habe, beruhen auf krasser Unwissenheit oder verlogender Apologetik. Ungefähr das Gegenteil ist wahr … Wo sie in Europa aufhörte, sind politische und ökonomische Verhältnisse die Ursache; niemals aber ein Verbot der Kirche. Ja, die Sklaverei nimmt in Südeuropa gegen Ende des Mittelalters einen Aufschwung, und die Kirche ist nicht bloss am Sklavenbesitz beteiligt, sondern verhängt auch geradezu Versklavung als Strafe in den verschiedensten Fällen.» Ernst Troeltsch, evangelischer Theologe, Filosof und Historiker, 1865-1923

Die vernunftbegründeten Gebote des Humanismus

Wenn Atheisten keine höhere Macht akzeptieren, können sie dann tun und lassen, was sie wollen, gibt es für sie keine Moral? Zwar können Atheisten theoretisch tun und lassen, was sie wollen, aber sie tun es in der Regel nicht. Wir Atheisten halten uns sehr wohl an gewisse Regeln, aber im Gegensatz zu gläubigen Menschen erlauben wir es uns, alle Regeln zu hinterfragen, und selbst die guten von den schlechten oder unnötigen Regel zu trennen. Wann aber ist eine Regel gut? Regeln sind dazu da, das zusammenleben zwischen den Menschen zu erleichtern und überhaupt erst zu ermöglichen. Gute Regeln, sind Regeln, die darauf hin zielen, ein gutes Zusammenleben zu ermöglichen, und allen Menschen die gleichen Rechte zuzugestehen, ohne den einzelnen unnötig einzuschränken.

Atheismus.ch macht hier den Versuch, einen Kanon der wichtigsten Regel zu erstellen, sozusagen als vernünftige Alternative zu den unsinnigen zehn Geboten der Bibel.

Die Gebote des Humanismus

  1. Achte die Menschenrechte.
  2. Achte die Gesetze, sofern sie nicht gegen die Gebote des Humanismus verstossen.
    1. Wehre Dich gegen Gesetze, die einzelne Menschen oder Gruppierungen bevorzugen.
    2. Wehre Dich gegen Gesetze, die den einzelnen Menschen unnötig einschränken.
    3. Wehre Dich gegen Gesetze, die wirtschaftliche Interessen über den Erhalt der Natur stellen.
  3. Achte deine Mitmenschen.
    1. Behandle alle Mitmenschen gleich.
    2. Gestehe Deinen Mitmenschen mindestens die gleichen Rechte zu, wie Dir selbst.
    3. Hilf, wo Du kannst
    4. Schränke Deine Mitmenschen nur dann ein, wenn sie Dich allzusehr beeinträchtigen.
  4. Achte die Tiere und die Natur.
    1. Füge Tieren kein unnötiges Leid zu.
    2. Nutze die Natur so, dass sie nachfolgenden Generationen erhalten bleibt.
  5. Fordere Deine Rechte ein.
    1. Lass Dich nicht unnötig einschränken.
    2. Lass nicht zu, dass man Dich schlechter behandelt als andere.
  6. Bilde Dir ein eigenes, möglichst objektives Urteil.
    1. Höre allen Seiten zu und bewerte die Argumente.
    2. Sei offen für neue Argumente, verschliesse Dich nicht.
    3. Begehe nicht den Fehler, fremde Traditionen oder Meinungen strenger zu bewerten, als die eigenen — hinterfrage vielmehr die eigene Meinung und die eigene Tradition besonders hartnäckig.
    4. Akzeptiere fremde Meinungen, aber stehe zu Deiner eigenen Meinung und vertrete sie.
  7. Geniesse das Leben, als ob Du nur eines hättest.
    1. Geniesse so, dass dem Genuss keine Reue folgt.

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