Atheismus in der Schweiz
Buh!
«So glaube ich heute im Sinne des allmächtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kämpfe ich für das Werk des Herrn.» Adolf Hitler

Besuch von Paul und Maria

Heute Morgen klingelte es an meiner Türe. Als ich öffnete, stand ein gepflegtes, betont anständig marineblau gekleidetes Paar vor mir. Der Mann sprach zuerst:

«Hallo! Ich bin Paul und das ist Maria. Maria: «Hallo! Wir sind hier, um Dich einzuladen, zusammen mit uns Heiris Arsch zu küssen.»

Ich: «Wie bitte?! Wovon sprecht Ihr? Wer ist Heiri und wozu sollte ich seinen Arsch küssen wollen?»

Paul: «Hast Du noch nie etwas von Heiri gehört? Wenn Du Heiris Arsch küsst, gibt er Dir eine Million Franken; und wenn nicht, wirst Du windelweich geprügelt!»

Ich: «Was? Ist das eine Verarschung? Wo ist die versteckte Kamera?»

Paul: «Heiri ist ein milliardenschwerer Menschenfreund. Er hat diese Stadt aufgebaut. Er besitzt diese Stadt. Er kann tun und lassen, was immer er will, und er will Dir eine Million Franken geben. Das kann er aber nur, wenn Du seinen Arsch küsst.»

Ich: «Aber das macht doch keinen Sinn! Warum …»

Maria: «Wer bist Du, dass Du es wagst, Heiris Geschenk in Frage zu stellen? Willst Du etwa keine Million? Ist eine Million nicht ein kleiner Kuss auf den Arsch wert?»

Ich: «Doch schon, vielleicht ist es das wert, aber …»

Paul: «Dann komm mit uns und küss Heiris Arsch. Es kostet Dich nichts. Du wirst sehen, es gefällt Dir!»

Ich: «Küsst Ihr Heiris Arsch häufig?»

Maria: «Oh ja, die ganze Zeit!»

Ich: «Und hast Du die Million?»

Paul: «Nun, Du bekommst das Geld erst, wenn Du die Stadt verlässt!»

Ich: «Und warum verlässt Ihr die Stadt nicht jetzt sofort?»

Maria: «Das geht nicht. Man darf die Stadt erst verlassen, wenn Heiri es einem erlaubt, sonst bekommt man kein Geld und wird windelweich geprügelt.»

Ich: «Kennst Du irgend jemanden, der Heiris Arsch geküsst hatte und die Million bekam?»

Paul: «Meine Mutter hat jahrelang Heiris Arsch geküsst. Letztes Jahr verliess sie die Stadt, und ich bin sicher, sie hat das Geld.»

Ich: «Hast Du seither nicht mit ihr gesprochen?»

Paul: «Natürlich nicht, Heiri erlaubt das nicht!»

Ich: «Aber weshalb denkst Du, sie habe das Geld bekommen, wenn Du nicht mit ihr gesprochen hast?»

Maria: «Nun, er gibt Dir manchmal schon etwas, bevor Du die Stadt verlässt. Vielleicht bekommst Du eine Lohnerhöhung, oder Du gewinnst etwas im Lotto, manchmal findest Du einfach eine Zwanzigfrankennote auf der Strasse.»

Ich: «Was hat das mit Heiri zu tun?»

Paul: «Heiri weiss Mittel und Wege.»

Ich: «Mich dünkt das Ganze doch etwas komisch.»

Paul: «Aber eine Million Franken! Kannst Du die wirklich ausschlagen? Und vergiss nicht, wenn Du nicht Heiris Arsch küsst, prügelt er Dich windelweich.»

Ich: «Wenn ich mit Heiri sprechen könnte, vielleicht kann er mir das genauer erklären …»

Maria: «Niemand sieht Heiri, niemand spricht mit Heiri.»

Ich: «Und wie küsst Ihr dann seinen Arsch?»

Paul: «Manchmal blasen wir einen Kuss in die Luft und denken an Heiris Arsch. Manchmal küssen wir Karls Arsch und er reicht den Kuss weiter.»

Ich: «Wer ist Karl?»

Maria: «Ein Freund von uns. Er brachte uns alles bei über das Küssen von Heiris Arsch. Alles was wir tun mussten, war ihn ein paar Mal zum Essen auszuführen.»

Ich: «Und Ihr habt ihm einfach geglaubt, als er von Euch verlangt hat, seinen Arsch zu küssen, und dass Heiri Euch belohnen würde?»

Paul: «Natürlich nicht! Karl hat einen Brief, der ihm Heiri vor Jahren geschickt hat, und der alles erklärt. Hier ist eine Kopie für Dich, sieh selbst.»

Paul streckte mir die Fotokopie einer Handgeschriebenen Notiz entgegen. Im Briefkopf stand «Aus Karls Büro». Sie listete zwölf Punkte auf:

Aus Karls Büro
1.Küss Heiris Arsch, und er gibt Dir eine Million Franken wenn Du die Stadt verlässt.
2.Sei behutsam im Umgang mit Alkohol.
3.Prügle diejenigen windelweich, die anders sind.
4.Ernähre Dich gesund.
5.Heiri hat diese Liste persönlich diktiert.
6.Sei nett zu Deinen Feinden.
7.Der Mond besteht aus grünem Käse.
8.Heiri hat immer recht.
9.Wasch Deine Hände nachdem Du auf dem WC warst.
10.Trink nicht.
11.Iss Wienerwürstchen auf Hotdog Brötchen, ohne Gewürze.
12.Küss Heiris Arsch sonst prügelt er Dich windelweich.

Ich: «Das ist Karls Briefpapier.»

Maria: «Heiri hat kein Papier.»

Ich: «Ich habe den Verdacht, dass eine Überprüfung der Handschrift ergeben würde, dass Karl diesen Brief geschrieben hat.»

Paul: «Natürlich, Heiri hat ihn diktiert.»

Ich: «Ich dachte Du hättest gesagt, niemand sähe Heiri.»

Maria: «Heute nicht mehr, vor Jahren sprach Heiri aber mit einigen Leuten.»

Ich: «Ihr habt doch gesagt, Heiri sei ein Menschenfreund. Was für ein Menschenfreund prügelt diejenigen windelweich, die anders sind?»

Paul: «Vergiss nicht Punkt 6. Nur ein Menschenfreund ist Nett zu seinen Feinden.»

Maria: «Es ist das, was Heiri verlangt und Heiri hat immer recht!»

Ich: «Wie soll ich das verstehen?»

Maria: «Punkt 8 sagt ‹Heiri hat immer recht›. Das genügt mir!»

Ich: «Vielleicht hat auch Euer Freund Karl einfach alles nur erfunden.»

Paul: «Unmöglich! Punkt 5 sagt ‹Heiri hat diese Liste persönlich diktiert›. Ausserdem sagt Punkt 2 ‹Sei behutsam im Umgang mit Alkohol›, Punkt 4 sagt ‹Ernähre Dich gesund›, und Punkt 9 sagt ‹Wasch Deine Hände nachdem Du auf dem WC warst›. Jeder weiss, dass das stimmt, also muss auch der Rest richtig sein.»

Ich: «Aber 10 sagt ‹Trink nicht›, was nicht zu Punkt 2 passt, ausserdem sagt Punkt 7 ‹Der Mond besteht aus grünem Käse›, was schlicht und einfach völlig falsch ist.»

Paul: «Es gibt keinen Widerspruch zwischen 10 und 2, 10 erklärt 2. Und was Punkt 7 betrifft, so warst Du noch nie auf dem Mond und kannst es daher gar nicht wissen.»

Ich: «Die Wissenschaft hat wohl ziemlich klar bewiesen, dass der Mond aus Gestein besteht …»

Maria: «Aber die Wissenschaftler wissen nicht, ob der Mond von der Erde oder aus dem Weltraum kommt, also könnte er genauso aus grünem Käse sein.»

Ich: «Ich bin zwar kein Experte, aber ich glaube, die Theorie dass der Mond von der Erde kommt, wurde wieder fallen gelassen. Abgesehen davon, nur weil man nicht weiss, woher der Mond kommt, ist er noch lange nicht aus Käse.»

Paul: «Aha! Du hast gerade zugegeben, dass sich Wissenschaftler irren, wir aber wissen, dass Heiri sich nie irrt!»

Ich: «Wissen wir das?»

Maria: «Natürlich wissen wir das, Punkt 8 sagt das eindeutig!»

Ich: «Du sagst, Heiri hat immer recht, weil es auf der Liste steht, und die Liste hat recht, weil Heiri sie diktiert hat, und wir wissen, dass Heiri sie diktiert hat, weil es auf der Liste steht. Das ist zirkuläre Logik, das dreht sich im Kreis. Da könnte man auch sagen: ‹Heiri hat recht, weil er sagt, dass er recht hat›.»

Paul: «Jetzt verstehst Du es! Es ist so wunderbar zu sehen, wie jemand Heiris Art des Denkens begreift!»

Ich: «Aber … äh, na ja. Was ist mit den Wienerwürstchen los?»

Maria errötet, Paul sagt: «Wienerwürstchen auf Brötchen und ohne Gewürze. Das ist Heiris Gebot. Alles andere ist falsch.»

Ich: «Was ist, wenn ich kein Brötchen habe?»

Paul: «Kein Brötchen, keine Wienerwürstchen. Ein Würstchen ohne Brötchen ist falsch.»

Ich: «Kein Senf? Kein Ketchup?»

Maria zuckt zusammen, Paul erbleicht und schreit: «Es gibt keinen Grund zu lästern! Jede Art von Gewürz ist falsch!»

Ich: «Ein hübscher Haufen Sauerkraut mit Wienerwürstchen oben drauf käme also nicht in Frage?»

Maria steckt sich die Finger in die Ohren: «Das muss ich mir nicht anhören! La la la la la la la la …»

Paul: «Das geht zu weit! Nur ein böser Dämon würde so etwas essen!»

Ich: «Es schmeckt gut, ich esse das oft!»

Maria bricht zusammen. Paul fängt sie auf: «Wenn ich gewusst hätte, dass Du einer von denen bist, hätte ich nicht meine Zeit mit Dir verschwendet! Wenn Heiri dich windelweich prügelt, werde ich dabei sein, mein Geld zählen und mir ins Fäustchen lachen, Du brotloser Sauerkrautfresser Du!»

Mit diesen Worten zog Paul Maria in das wartende Auto und brauste mit heulendem Motor und quietschenden Reifen davon.

(Übersetzt aus dem Englischen von atheismus.ch, Originalauthor: Jim Huber)

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