Atheismus in der Schweiz
«Von denen, die dazu ersehen,
Des Himmels Segen zu erflehen, War selten einer ernst-gelehrt,
Viel öfter hitzig und verkehrt.
Doch glückt's den meisten zu verhüllen,
Wie Stolz und Habgier sie erfüllen.

Wenn nur das mindeste geschah,
Worin man eine Schädigung sah,
Sogleich erhob man ein Gezeter:
«Wo ist die Tugend hin, ihr Götter!»
Merkur ergötzte dieser Streit,
Die andern nannten's Albernheit»
Bernard Mandeville, 1670-1733, «Die Bienenfabel»
Das Buch des Bösen
Die Bibel Version 0.99b, Die Völkermörder-Edition.

Der Profet Hesekiel (Ezechiel).

Vision Hesekiels: Die Herrlichkeit des //Herrn//.

1.1 Und es geschah im dreissigsten Jahr, im vierten Monat, am Fünften des Monats; als ich mitten unter den Weggeführten am Fluss Kebar war, da öffneten sich die Himmel, und ich sah Gesichte Gottes. 1.2 Am Fünften des Monats – das ist das fünfte Jahr nach der Wegführung des Königs Jojahin – 1.3 geschah das Wort des Herrn ausdrücklich zu Hesekiel, dem Sohn des Busi, dem Priester, im Land der Chaldäer am Fluss Kebar; dort kam die Hand des Herrn über ihn.

1.4 Und ich sah: Und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine grosse Wolke und ein Feuer, das hin- und herzuckte, und Glanz war rings um sie her. Und aus seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers, strahlte es wie der Anblick von glänzendem Metall. 1.5 Und aus seiner Mitte hervor erschien die Gestalt von vier lebenden Wesen; und dies war ihr Aussehen: die Gestalt eines Menschen hatten sie. 1.6 Und vier Gesichter hatte jedes, und vier Flügel hatte jedes von ihnen. 1.7 Und ihre Beine waren gerade Beine und ihre Fusssohlen wie die Fusssohle eines Kalbes; und sie funkelten wie der Anblick von blanker Bronze. 1.8 Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und die vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel. 1.9 Ihre Flügel berührten sich, einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen: sie gingen, ein jedes gerade vor sich hin. 1.10 Und das war die Gestalt ihrer Gesichter: Das Gesicht eines Menschen und das Gesicht eines Löwen hatten die vier rechts, und das Gesicht eines Stieres hatten die vier links, und das Gesicht eines Adlers hatten die vier. 1.11 Und ihre Flügel waren nach oben ausgespannt; jedes hatte zwei, die sich einer mit dem anderen berührten, und zwei, die ihre Leiber bedeckten. 1.12 Und sie gingen ein jeder gerade vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, dahin gingen sie; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 1.13 Und mitten zwischen den lebenden Wesen war ein Schein wie von brennenden Feuerkohlen; wie ein Schein von Fackeln war das, was zwischen den lebenden Wesen hin und herfuhr; und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer fuhren Blitze hervor. 1.14 Und die lebenden Wesen liefen hin und her, so dass es aussah wie Blitze.

1.15 Und als ich die lebenden Wesen sah, siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebenden Wesen, bei ihren vier Vorderseiten. 1.16 Das Aussehen der Räder und ihre Verarbeitung war wie der Anblick von Türkis, und die vier hatten ein und dieselbe Gestalt; und ihr Aussehen und ihre Verarbeitung war, wie wenn ein Rad mitten im anderen Rad wäre. 1.17 Wenn sie gingen, dann gingen sie nach ihren vier Seiten hin; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 1.18 Und ihre Felgen, sie waren hoch, und als ich sie anblickte, sah ich, dass ihre Felgen voller Augen waren rings herum bei den vieren. 1.19 Und wenn die lebenden Wesen gingen, gingen auch die Räder neben ihnen her; und wenn die lebenden Wesen sich von der Erde erhoben, erhoben sich auch die Räder. 1.20 Wohin der Geist gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen wollte. Und die Räder erhoben sich gleichzeitig mit ihnen, denn der Geist des lebenden Wesens war in den Rädern. 1.21 Wenn jene gingen, gingen auch diese, und wenn jene stehen blieben, dann blieben auch diese stehen; und wenn sich jene von der Erde erhoben, dann erhoben sich die Räder gleichzeitig mit ihnen. Denn der Geist des lebenden Wesens war in den Rädern. 1.22 Und über den Häuptern des lebenden Wesens war etwas wie ein festes Gewölbe, wie der Anblick eines furchteinflössenden Kristalls, ausgebreitet oben über ihren Häuptern. 1.23 Und unter dem festen Gewölbe waren ihre Flügel gerade ausgebreitet, einer gegen den anderen; und jedes hatte zwei Flügel, die ihnen ihre Leiber bedeckten. 1.24 Und wenn sie gingen, hörte ich das Rauschen ihrer Flügel wie das Rauschen grosser Wasser, wie die Stimme des Allmächtigen, das Rauschen einer Volksmenge, wie das Rauschen eines Heerlagers. Wenn sie still standen, liessen sie ihre Flügel sinken. 1.25 Und es kam eine Stimme von dem Raum oberhalb des festen Gewölbes, das über ihren Häuptern war. Wenn sie still standen, liessen sie ihre Flügel sinken.

1.26 Und oberhalb des festen Gewölbes, das über ihren Häuptern war, befand sich – wie das Aussehen eines Safirsteines – etwas wie ein Thron und auf dem, was wie ein Thron aussah, oben auf ihm eine Gestalt, dem Aussehen eines Menschen gleich. 1.27 Und ich sah: Wie der Anblick von glänzendem Metall, wie das Aussehen von Feuer, das ringsum ein Gehäuse hat, war es von dem Aussehen seiner Hüften an aufwärts; und von dem Aussehen seiner Hüften an abwärts sah ich etwas wie das Aussehen von Feuer; und ein Glanz war rings um ihn. 1.28 Wie das Aussehen des Bogens, der am Regentag in der Wolke ist, so war das Aussehen des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Abbildes der Herrlichkeit des Herrn. – Und als ich es sah, fiel ich auf mein Gesicht nieder; und ich hörte die Stimme eines Redenden.

Hesekiels Berufung zum Profeten für Israel mit von Gott empfangenem Wort.

2.1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, stelle dich auf deine Füsse, und ich will mit dir reden! 2.2 Und als er zu mir redete, kam der Geist in mich und stellte mich auf meine Füsse; und ich hörte den, der zu mir redete. 2.3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, ich sende dich zu den empörerischen Söhnen Israel, zu Nationen, die sich gegen mich empört haben; sie und ihre Väter haben mit mir gebrochen bis auf diesen heutigen Tag. 2.4 Zu den Söhnen mit frechem Gesicht und hartem Herzen, zu ihnen sende ich dich; und du sollst zu ihnen sagen: «So spricht der Herr, Herr! 2.5 Und sie, mögen sie hören oder es lassen – denn sie sind ein widerspenstiges Haus -, sie sollen doch erkennen, dass ein Profet in ihrer Mitte gewesen ist. 2.6 Und du, Menschensohn, fürchte dich nicht vor ihnen, und fürchte dich nicht vor ihren Worten, wenn auch Dornen dich umgeben und du auf Skorpionen sitzt. Vor ihren Worten fürchte dich nicht, und erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 2.7 Und du sollst meine Worte zu ihnen reden, mögen sie hören oder es lassen! Denn widerspenstig sind sie.

2.8 Und du, Menschensohn, höre, was ich zu dir rede! Sei nicht widerspenstig wie das widerspenstige Haus: Öffne deinen Mund und iss, was ich dir gebe! – 2.9 Und ich sah: und siehe, eine Hand war zu mir hin ausgestreckt; und siehe, in ihr befand sich eine Buchrolle. 2.10 Und er breitete sie vor mir aus, und sie war auf der Vorder- und auf der Rückseite beschrieben; und es waren darauf geschrieben Klagen und Seufzen und Wehgeschrei.

3.1 Und er sprach zu mir: Menschensohn, was du findest, iss! Iss diese Rolle, und geh hin, rede zum Haus Israel! 3.2 Und ich öffnete meinen Mund, und er gab mir diese Rolle zu essen. 3.3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, deinem Bauch gib zu essen, und deinen Leib fülle mit dieser Rolle, die ich dir gebe! Und ich ass sie, und sie war in meinem Munde süss wie Honig. Hesekiels Ausrüstung für seine Aufgabe – Entrückung an seinen Dienstort und Einsetzung zum Wächter

3.4 Und er sprach zu mir: Menschensohn, auf, geh hin zum Haus Israel und rede mit meinen Worten zu ihnen! 3.5 Denn nicht zu einem Volk mit dunkler Sprache und schwieriger Rede bist du gesandt, sondern zum Haus Israel. 3.6 Nicht zu vielen Völkern mit dunkler Sprache und schwieriger Rede, deren Worte du nicht verstehst. Würde ich dich zu diesen senden, sie würden auf dich hören. 3.7 Aber das Haus Israel wird nicht auf dich hören wollen, denn sie wollen nicht auf mich hören. Denn das ganze Haus Israel hat eine harte Stirn und ein verstocktes Herz. 3.8 Siehe, ich habe dein Angesicht hart gemacht genau wie ihr Angesicht und deine Stirn hart genau wie ihre Stirn; 3.9 wie einen Diamanten, härter als einen Kieselstein, habe ich deine Stirn gemacht. Fürchte sie nicht und erschrick nicht vor ihrem Angesicht! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie. – 3.10 Und er sprach zu mir: Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir reden werde, nimm in dein Herz auf, und höre sie mit deinen Ohren! 3.11 Und mache dich auf, geh hin zu den Weggeführten, zu den Söhnen deines Volkes, rede zu ihnen und sage zu ihnen: «So spricht der Herr, Herr! Sie mögen hören oder es lassen.

3.12 Und der Geist hob mich empor; und ich hörte hinter mir den Schall eines starken Getöses, als sich die Herrlichkeit des Herrn von ihrer Stätte erhob, 3.13 und das Rauschen der Flügel der lebenden Wesen, die einer den anderen berührten, und das Sausen der Räder, die sich gleichzeitig mit ihnen bewegten, und den Schall eines starken Getöses. 3.14 Und der Geist hob mich empor und nahm mich hinweg; und ich fuhr dahin, erbittert in der Erregung meines Geistes; und die Hand des Herrn war hart auf mir. 3.15 Und ich kam nach Tel-Abib zu den Weggeführten, die am Fluss Kebar wohnten; und ich blieb bei denen, die dort wohnten; und ich sass dort sieben Tage betäubt in ihrer Mitte.

3.16 Und es geschah am Ende von sieben Tagen, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 3.17 Menschensohn, ich habe dich für das Haus Israel zum Wächter gegeben. Und hörst du ein Wort aus meinem Mund, so sollst du sie von mir verwarnen! 3.18 Wenn ich zu dem Gottlosen spreche: «Du musst sterben! und du hast ihn nicht gewarnt und hast nicht geredet, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, dann wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3.19 Du aber, wenn du den Gottlosen gewarnt hast und er ist von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg nicht umgekehrt, dann wird er um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine Seele errettet. 3.20 Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoss vor ihn lege, dann wird er sterben. Wenn du ihn nicht gewarnt hast, wird er um seiner Sünde willen sterben, und an seine gerechten Taten, die er getan hat, wird man nicht mehr denken; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 3.21 Du aber, wenn du ihn, den Gerechten gewarnt hast, damit der Gerechte nicht sündige, und er hat nicht gesündigt, so wird er leben, weil er sich hat warnen lassen; du aber, du hast deine Seele errettet.

Vision Hesekiels: Die Herrlichkeit des //Herrn// -- Vom //Herrn// auferlegte Beschränkung.

3.22 Und die Hand des Herrn kam dort über mich, und er sprach zu mir: Mache dich auf, geh hinaus in das Tal. Und dort will ich mit dir reden! 3.23 Da machte ich mich auf und ging hinaus in das Tal, und siehe, dort stand die Herrlichkeit des Herrn wie die Herrlichkeit, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte; und ich fiel nieder auf mein Gesicht. 3.24 Da kam der Geist in mich hinein und stellte mich auf meine Füsse. Und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh, schliess dich in deinem Haus ein! 3.25 Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen und dich damit binden, dass du nicht in ihre Mitte hinausgehen kannst. 3.26 Und ich werde deine Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, damit du verstummst und für sie nicht mehr jemand bist, der zurechtweist; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 3.27 Wenn ich aber mit dir reden werde, will ich deinen Mund öffnen, und du sollst zu ihnen sagen: «So spricht der Herr, Herr! Wer hören will, der höre, und wer es lässt, der lasse es! Denn ein widerspenstiges Haus sind sie.

Von Gott befohlene Verhaltensweise Hesekiels als Zeichen für die Belagerung und Schuld Jerusalems.

4.1 Und du, Menschensohn, nimm dir einen Ziegelstein, und lege ihn vor dich hin, und zeichne darauf eine Stadt, nämlich Jerusalem! 4.2 Und verhänge eine Belagerung gegen sie, und baue Belagerungstürme gegen sie, und schütte gegen sie einen Belagerungswall auf, und stelle Heerlager gegen sie, und errichte Sturmböcke gegen sie ringsherum! 4.3 Und du, nimm dir eine eiserne Pfanne, und stelle sie als eine eiserne Wand zwischen dich und die Stadt! Und richte dein Gesicht gegen sie, dass sie in Belagerung sei und du sie belagerst! Das ist ein Wahrzeichen für das Haus Israel.

4.4 Und du, lege dich auf deine linke Seite, und lege die Schuld des Hauses Israel auf dich: nach der Anzahl der Tage, die du auf ihr liegst, so lange sollst du ihre Schuld tragen! 4.5 Und ich habe dir die Jahre ihrer Schuld zu einer Anzahl von Tagen gemacht: 390 Tage. So lange sollst du die Schuld des Hauses Israel tragen. 4.6 Und hast du diese Zeit vollendet, so lege dich zum zweiten Mal hin, nun auf deine rechte Seite, und trage die Schuld des Hauses Juda! Vierzig Tage lang, je einen Tag für ein Jahr, habe ich sie dir auferlegt. – 4.7 Und gegen die Belagerung Jerusalems richte dein Gesicht und deinen entblössten Arm, und du sollst gegen es weissagen! 4.8 Und siehe, ich lege dir Stricke an, dass du dich nicht von einer Seite auf die andere umdrehen kannst, bis du die Tage deiner Belagerung vollendet hast.

4.9 Und du, nimm dir Weizen und Gerste und Bohnen und Linsen und Hirse und Korn, und tu sie in ein einziges Gefäss! Und mache dir Brot daraus nach der Zahl der Tage, die du auf deiner Seite liegst: 390 Tage sollst du davon essen! 4.10 Und deine Nahrung, die du essen wirst, soll nach genau abgemessenem Gewicht sein: zwanzig Schekel für den Tag; von Zeit zu Zeit sollst du davon essen! 4.11 Und Wasser sollst du nach genau festgesetztem Mass trinken: ein sechstel Hin; von Zeit zu Zeit sollst du trinken! 4.12 Und wie Gerstenbrotfladen sollst du sie essen, und du sollst sie in Mistfladen aus Menschenkot vor ihren Augen backen! 4.13 Und der Herr sprach: So werden die Söhne Israel ihr Brot unrein essen unter den Nationen, wohin ich sie vertreiben werde. 4.14 Da sprach ich: Ach, Herr, Herr! Siehe, meine Seele ist nie unrein gemacht worden, und weder Aas noch Zerrissenes habe ich gegessen von meiner Jugend an bis jetzt, und nichts Unreines ist in meinen Mund gekommen. 4.15 Und er sprach zu mir: Siehe, ich habe dir Rindermist statt Menschenkot gestattet; und darauf magst du dein Brot bereiten. 4.16 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehe, ich zerbreche den Stab des Brotes in Jerusalem – und sie werden Brot essen nach genau abgemessenem Gewicht und in Angst und Wasser trinken nach genau abgemessenem Mass und in Entsetzen -, 4.17 damit sie an Brot und Wasser Mangel haben und miteinander verschmachten und in ihrer Schuld dahinschwinden.

5.1 Und du, Menschensohn, nimm dir ein scharfes Schwert: als Schermesser sollst du es dir nehmen und damit über deinen Kopf und über deinen Bart fahren; und nimmt dir Waagschalen und teile die Haare! 5.2 Ein Drittel sollst du mitten in der Stadt mit Feuer verbrennen, wenn die Tage der Belagerung erfüllt sind; und ein Drittel sollst du nehmen und es rings um sie her mit dem Schwert schlagen; und ein Drittel sollst du in den Wind streuen! Denn ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her. 5.3 Und du sollst davon etwas nehmen, wenig an Zahl, und in deine Mantelzipfel binden. 5.4 Und von diesen sollst du noch einmal nehmen und sie mitten ins Feuer werfen und sie mit Feuer verbrennen! Davon wird ein Feuer ausgehen gegen das ganze Haus Israel.

Deutung und Begründung der Gerichtszeichen.

5.5 So spricht der Herr, Herr: Das ist Jerusalem! Mitten unter die Nationen habe ich es gesetzt, und Länder rings um es her. 5.6 Und es war widerspenstig gegen meine Rechtsbestimmungen, gottloser als die Nationen, und gegen meine Ordnungen, mehr als die Länder, die rings um es her sind. Denn meine Rechtsbestimmungen haben sie verworfen, und in meinen Ordnungen haben sie nicht gelebt. 5.7 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil ihr getobt habt mehr als die Nationen, die rings um euch her sind, in meinen Ordnungen nicht gelebt und meine Rechtsbestimmungen nicht gehalten habt, ja, selbst nach den Rechtsbestimmungen der Nationen, die rings um euch her sind, nicht gehandelt habt, 5.8 darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe jetzt will auch ich gegen dich sein, und will Strafgerichte in deiner Mitte üben vor den Augen der Nationen. 5.9 Und ich will an dir tun, was ich noch nie getan habe und desgleichen ich nicht wieder tun werde, um all deiner Greuel willen. 5.10 Darum werden Väter ihre Söhne essen in deiner Mitte, und Söhne werden ihre Väter essen. Und ich will Strafgerichte an dir üben und will deinen ganzen Überrest in alle Winde zerstreuen. 5.11 Darum, so wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr: Fürwahr, weil du mein Heiligtum unrein gemacht hast mit all deinen Scheusalen und mit all deinen Greueln, so will auch ich dich scheren und deinetwegen nicht betrübt sein, und auch ich will kein Mitleid haben. 5.12 Ein Drittel von dir soll an der Pest sterben und in deiner Mitte durch Hunger umkommen; und ein Drittel soll durchs Schwert fallen rings um dich her; und ein Drittel werde ich in alle Winde zerstreuen, und ich werde das Schwert ziehen hinter ihnen her. 5.13 Und mein Zorn soll sich erfüllen, und meinen Grimm werde ich an ihnen stillen und Rache nehmen. Und sie werden erkennen, dass ich, der Herr, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm an ihnen erfülle. 5.14 Und ich werde dich zur Trümmerstätte machen und zum Hohn unter den Nationen, die rings um dich her sind, vor den Augen eines jeden, der vorübergeht. 5.15 Und du wirst zum Hohn und zur Spottrede sein, zur Warnung und zum Grausen für die Nationen, die rings um dich her sind, wenn ich Strafgerichte an dir übe im Zorn und im Grimm und mit grimmigen Züchtigungen – ich, der Herr, habe geredet -, 5.16 wenn ich die bösen Pfeile des Hungers gegen sie sende, die zur Vernichtung sind, die ich sende, um euch zu vernichten, und wenn ich den Hunger über euch häufe und euch den Stab des Brotes zerbreche 5.17 und wenn ich Hunger über euch sende und böse Tiere, dass sie dich kinderlos machen, und wenn Pest und Blut durch dich hindurchziehen und ich das Schwert über dich bringe. Ich, der Herr, habe geredet.

Gerichtsandrohung wegen Götzendienstes und heidnischer Greuel -- Verschonung eines Überrestes.

6.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 6.2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Berge Israels, und weissage gegen sie 6.3 und sprich: Berge Israels, hört das Wort des Herrn, Herrn! So spricht der Herr, Herr, zu den Bergen und zu den Hügeln, zu den Bachrinnen und zu den Taelern: Siehe, ich, ich bringe das Schwert über euch und werde eure Höhen zugrunde richten. 6.4 Und eure Altäre sollen verwüstet und eure Räucheraltäre zerbrochen werden. Und ich werde eure Erschlagenen hinfallen lassen vor euren Götzen; 6.5 und die Leichen der Söhne Israel werde ich vor ihre Götzen hinlegen und eure Gebeine rings um eure Altäre streuen. 6.6 An allen euren Wohnsitzen sollen die Städte in Trümmern und die Höhen verwüstet daliegen, damit eure Altäre in Trümmern und wüst daliegen und eure Götzen zerbrochen seien und verschwinden und eure Räucheraltäre umgehauen und eure Machwerke ausgelöscht seien. 6.7 Und Erschlagene sollen in eurer Mitte hinfallen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

6.8 Doch will ich einen Rest lassen: Wenn ihr solche habt, die dem Schwert entkommen sind unter den Nationen, wenn ihr in die Länder zerstreut sein werdet, 6.9 dann werden eure Entkommenen unter den Nationen, wohin sie gefangen weggeführt wurden, sich an mich erinnern, der ich ihr hurerisches Herz zerbrochen habe, das von mir abgewichen ist, und ihre Augen, die ihren Götzen nachhurten. Und sie werden über sich selbst Ekel empfinden wegen der bösen Taten, die sie begangen haben nach allen ihren Greueln. 6.10 Und sie werden erkennen, dass ich, der Herr, nicht umsonst geredet habe, ihnen dieses Unheil anzutun!

6.11 So spricht der Herr, Herr: Schlage in deine Hand, und stampfe mit deinem Fuss auf und sprich: Wehe über alle bösen Greuel des Hauses Israel! Denn durch das Schwert, durch den Hunger und durch die Pest müssen sie fallen. 6.12 Wer fern ist, wird an der Pest sterben, und wer nahe ist, wird durch das Schwert fallen, und wer übriggeblieben und bewahrt worden ist, wird vor Hunger sterben. Und ich vollende meinen Grimm an ihnen. 6.13 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn sich ihre Erschlagenen mitten unter ihren Götzen befinden, rings um ihre Altäre her, auf jedem hohen Hügel, auf allen Berggipfeln und unter jedem grünen Baum und unter jeder dichtbelaubten Terebinthe, an dem Ort, wo sie allen ihren Götzen wohlgefaelligen Geruch dargebracht haben, 6.14 und wenn ich meine Hand gegen sie ausstrecke und das Land zum Entsetzen und Grausen mache in all ihren Wohnsitzen von der Wüste Juda an bis nach Ribla. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Ankündigung des endgültigen Gerichts mit seinen Schrecken.

7.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 7.2 Und du, Menschensohn, sage: So spricht der Herr, Herr, zum Land Israel: Ein Ende kommt, es kommt das Ende über die vier Ecken des Landes. 7.3 Jetzt kommt das Ende über dich, und ich lasse meinen Zorn gegen dich los und richte dich nach deinen Wegen; und alle deine Greuel bringe ich über dich. 7.4 Ich werde deinetwegen nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben; sondern deine Wege will ich über dich bringen, und deine Greuel sollen sich in deiner Mitte auswirken. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

7.5 So spricht der Herr, Herr: Unheil über Unheil, siehe, es kommt! 7.6 Ein Ende kommt; es kommt das Ende, es erwacht gegen dich; siehe, es kommt! 7.7 Es kommt die Wende über dich, Bewohner des Landes. Es kommt die Zeit, nahe ist der Tag: Bestürzung und nicht Jauchzen auf den Bergen! 7.8 Jetzt werde ich bald meinen Grimm über dich ausgiessen und vollende meinen Zorn an dir und richte dich nach deinen Wegen; und alle deine Greuel bringe ich über dich. 7.9 Und ich werde deinetwegen nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben. Nach deinen Wegen werde ich es über dich bringen, und deine Greuel sollen sich in deiner Mitte auswirken. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, einer bin, der schlägt.

7.10 Siehe, der Tag! Siehe, er kommt! Die Wende kommt hervor. Es blüht die Rute, es sprosst der Übermut; 7.11 die Gewalttat erhebt sich zur Rute der Gottlosigkeit. Nichts von ihnen wird bleiben, nichts von ihrem Prunk und nichts von ihrem Lärmen und nichts Herrliches an ihnen. 7.12 Die Zeit kommt, der Tag trifft ein. Der Käufer freue sich nicht, und der Verkäufer sei nicht traurig! Denn Zornglut kommt über seinen ganzen Prunk. 7.13 Denn der Verkäufer wird nicht zum Verkaufen zurückkehren, auch wenn es noch am Leben ist; denn die Zornglut gegen all ihren Prunk wird sich nicht wenden. Und wegen seiner Schuld wird niemand sein Leben festhalten können . 7.14 Man stösst ins Horn und macht alles bereit, aber niemand zieht in den Kampf; denn meine Zornglut kommt über seinen ganzen Prunk. 7.15 Das Schwert ist draussen und die Pest und der Hunger drinnen. Wer auf dem Feld ist, wird durchs Schwert sterben; und wer in der Stadt ist, den werden Hunger und Pest fressen. 7.16 Und wenn Entkommene von ihnen entkommen, dann werden sie auf den Bergen sein wie Tauben der Taeler; sie alle stöhnen, jeder wegen seiner Schuld. 7.17 Alle Hände werden erschlaffen, und alle Knie werden von Wasser triefen. 7.18 Und sie werden sich Sacktuch umgürten, und Schauder wird sie bedecken; auf allen Gesichtern wird Beschämung sein und auf all ihren Häuptern Kahlheit. 7.19 Ihr Silber werden sie auf die Gassen werfen, und ihr Gold wird als Unflat gelten; ihr Silber und ihr Gold wird sie nicht erretten können am Tag des Grimms des Herrn. Ihre Gier werden sie damit nicht sättigen und ihren Bauch davon nicht füllen. Denn es ist ein Anstoss zu ihrer Schuld geworden. 7.20 Und die Zierde seines Schmuckes, zum Hochmut hat man sie gebraucht, und ihre Greuelbilder, ihre Scheusale, haben sie daraus verfertigt; darum habe ich es ihnen zum Unflat gemacht. 7.21 Und ich gebe es in die Hand der Fremden zur Plünderung hin und den Gottlosen der Erde zur Beute, dass sie es entweihen. 7.22 Und ich werde mein Angesicht von ihnen abwenden, dass sie mein Kleinod entweihen; und Räuber werden in es eindringen und es entweihen.

7.23 Verfertige die Kette! Denn das Land ist voller Blutschuld und die Stadt voller Gewalttat. 7.24 Und ich lasse die schlimmsten der Nationen kommen, dass sie ihre Häuser in Besitz nehmen. Und ich mache dem Hochmut ihrer Stärke ein Ende, dass ihre Heiligtümer entweiht werden. 7.25 Schrecken kommt; und sie suchen Frieden, doch da ist keiner. 7.26 Unheil über Unheil kommt, und Nachricht über Nachricht trifft ein. Und man sucht vom Profeten Gesichte; aber Weisung geht dem Priester verloren und Rat den Ältesten. 7.27 Der König wird trauern, und der Fürst wird sich in Entsetzen kleiden, und die Hände des Volkes des Landes werden zittern. Nach ihren Wegen will ich mit ihnen handeln, und mit ihren eigenen Rechtsbestimmungen will ich sie richten, und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Vision Hesekiels: Versetzung nach Jerusalem -- Greuel des Götzendienstes im Tempel und im Land.

8.1 Und es geschah im sechsten Jahr, im sechsten Monat, am Fünften des Monats: Ich sass in meinem Haus, und die Ältesten von Juda sassen vor mir, und dort fiel die Hand des Herrn, Herrn, auf mich. 8.2 Und ich sah: und siehe, eine Gestalt mit dem Aussehen eines Mannes: von seinen Hüften an abwärts Feuer; und von seinen Hüften an aufwärts wie das Aussehen eines Glanzes, wie der Anblick von glänzendem Metall. 8.3 Und er streckte etwas wie eine Hand aus und nahm mich beim Haarschopf meines Kopfes. Und der Geist hob mich zwischen Erde und Himmel empor und brachte mich in Gesichten Gottes nach Jerusalem, an den Eingang des Tores des inneren Vorhofs, das nach Norden weist, wo der Standort des Götzenbildes der Eifersucht war, das zur Eifersucht reizt. 8.4 Und siehe, dort war die Herrlichkeit des Gottes Israels, wie die Erscheinung, die ich im Tal gesehen hatte. 8.5 Und er sprach zu mir: Menschensohn, erhebe doch deine Augen nach Norden! Da erhob ich meine Augen nach Norden, und siehe, nördlich vom Tor war ein Altar, das Götzenbild der Eifersucht selbst stand am Eingang. 8.6 Und er sprach zu mir: Menschensohn, siehst du, was sie tun? Grosse Greuel sind es, die das Haus Israel hier verübt, damit ich mich von meinem Heiligtum entferne. Aber du sollst noch grössere Greuel sehen.

8.7 Und er brachte mich an den Eingang des Vorhofs; und ich sah: und siehe, ein Loch war in der Wand. 8.8 Und er sprach zu mir: Menschensohn, durchbrich doch die Wand! Da durchbrach ich die Wand; und siehe, da war eine Tür. 8.9 Und er sprach zu mir: Geh hinein und sieh die schlimmen Greuel, die sie hier verüben! 8.10 Und ich ging hinein und sah, und siehe, da waren allerlei Abbilder von Kriechtieren und Vieh: Abscheuliches und allerlei Götzen des Hauses Israel ringsherum auf der Wand als Ritzzeichnung zu sehen. 8.11 Und siebzig Männer von den Ältesten des Hauses Israel standen davor, und Jaasanja, der Sohn Schafans, stand mitten unter ihnen; und jeder hatte sein Räucherfass in seiner Hand; und der Duft einer Weihrauchwolke stieg empor. 8.12 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn, was die Ältesten des Hauses Israel im Finstern tun, jeder in seinen Bilderkammern? Denn sie sagen: «Der Herr sieht uns nicht, der Herr hat das Land verlassen. 8.13 Und er sprach zu mir: Du sollst noch grössere Greuel sehen, die sie verüben. – 8.14 Und er brachte mich an den Eingang des Tores am Haus des Herrn, das nach Norden weist; und siehe, dort sassen Frauen, die den Tammus beweinten. 8.15 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Du sollst noch mehr, noch grössere Greuel sehen als diese. – 8.16 Und er brachte mich in den inneren Vorhof des Hauses des Herrn; und siehe, am Eingang des Tempels des Herrn, zwischen der Vorhalle und dem Altar, standen etwa 25 Männer, ihre Rücken gegen den Tempel des Herrn und ihre Gesichter nach Osten gerichtet; und sie warfen sich nach Osten hin anbetend vor der Sonne nieder. 8.17 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Ist es dem Haus Juda zu wenig, die Greuel zu verüben, die sie hier verüben – denn sie haben das Land mit Gewalttat erfüllt -, dass sie mich immer wieder reizen? Denn siehe, sie halten die Ranke an meine Nase. 8.18 So will auch ich handeln im Grimm, ich werde ihretwegen nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben. Und rufen sie auch vor meinen Ohren mit lauter Stimme, so werde ich sie doch nicht erhören.

Schonung der Frommen und Tötung der Gottlosen in Jerusalem -- Hesekiels vergebliche Fürbitte.

9.1 Und er rief vor meinen Ohren mit lauter Stimme und sprach: Nahegekommen sind die Heimsuchungen der Stadt. Jeder habe sein Werkzeug der Zerstörung in seiner Hand! 9.2 Und siehe, sechs Männer kamen aus der Richtung vom oberen Tor, das nach Norden gewandt ist, jeder mit seinem Werkzeug zum Zerschlagen in seiner Hand; und ein Mann war in ihrer Mitte, mit Leinen bekleidet, mit dem Schreibzeug eines Schreibers an seiner Hüfte; und sie kamen und stellten sich neben den bronzenen Altar.

9.3 Und die Herrlichkeit des Gottes Israels erhob sich von dem Cherub, über dem sie war, zu der Schwelle des Hauses hin. Und er rief dem mit Leinen bekleideten Mann zu, der das Schreibzeug eines Schreibers an seiner Hüfte hatte, 9.4 und der Herr sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem, und zeichne ein Kennzeichen an die Stirnen der Männer, die seufzen und stöhnen über all die Greuel, die in ihrer Mitte geschehen! 9.5 Und zu jenen sprach er vor meinen Ohren: Geht hinter ihm her durch die Stadt, und schlagt zu; ihr sollt ihretwegen nicht betrübt sein und sollt kein Mitleid haben! 9.6 Greise, junge Männer und Jungfrauen, Kinder und Frauen erschlagt bis zur vollständigen Vernichtung, aber niemandem, an dem das Kennzeichen ist, dürft ihr euch nähern! Bei meinem Heiligtum sollt ihr anfangen! Da fingen sie bei den Männern an, nämlich bei den Ältesten, die vor dem Haus waren. 9.7 Und er sprach zu ihnen: Macht das Haus unrein und füllt die Vorhöfe mit Erschlagenen; geht hinaus! Und sie gingen hinaus und erschlugen in der Stadt. 9.8 Und es geschah, als sie erschlugen und ich allein übrigblieb, da fiel ich nieder auf mein Gesicht und schrie und sagte: Ach, Herr, Herr! Willst du den ganzen Überrest Israels vernichten, indem du deinen Grimm über Jerusalem ausgiesst? 9.9 Da sprach er zu mir: Die Schuld des Hauses Israel und Juda ist über die Massen gross, und das Land ist mit Gewalttat erfüllt, und die Stadt ist voller Beugung des Rechts. Denn sie sagen: Der Herr hat das Land verlassen, und der Herr sieht uns nicht. 9.10 So auch ich – ich werde nicht betrübt sein und werde kein Mitleid haben; ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf. 9.11 Und siehe, der mit Leinen bekleidete Mann, der das Schreibzeug an seiner Hüfte hatte, brachte Antwort und sprach: Ich habe getan, wie du mir befohlen hast.

Vision Hesekiels: Befehl zum Verbrennen Jerusalems -- Nochmalige Beschreibung der Herrlichkeit des //Herrn//, die den Tempel verlässt.

10.1 Und ich sah: Und siehe, auf dem festen Gewölbe, das über dem Haupt der Cherubim war, befand sich einem Safirstein gleich etwas, das aussah wie ein Thron, der über ihnen sichtbar wurde. 10.2 Und er sprach zu dem mit Leinen bekleideten Mann, und er sagte: Geh hinein zu der Stelle zwischen dem Räderwerk, zu der Stelle unterhalb des Cherubs, und fülle deine Hände mit Feuerkohlen von der Stelle zwischen den Cherubim, und streue sie über die Stadt hin! Da ging er vor meinen Augen hinein. 10.3 Die Cherubim aber standen zur rechten Seite des Hauses, als der Mann hineinging; und die Wolke erfüllte den inneren Vorhof. 10.4 Da erhob sich die Herrlichkeit des Herrn von dem Cherub weg auf die Schwelle des Hauses; und das Haus wurde von der Wolke erfüllt, und der Vorhof war voll von dem Glanz der Herrlichkeit des Herrn. 10.5 Und das Rauschen der Flügel der Cherubim wurde bis zum äusseren Vorhof gehört wie die Stimme Gottes, des Allmächtigen, wenn er redet. 10.6 Und es geschah, als er dem mit Leinen bekleideten Mann befahl: Nimm Feuer von der Stelle zwischen dem Räderwerk, von der Stelle zwischen den Cherubim weg!, da ging er hinein und trat neben das Rad. 10.7 Und der Cherub streckte seine Hand aus zwischen den Cherubim hervor nach dem Feuer, das zwischen den Cherubim war, und hob es auf und gab es in die Hände dessen, der mit Leinen bekleidet war; der nahm es und ging hinaus. 10.8 Und es erschien an den Cherubim unter ihren Flügeln etwas wie eine Menschenhand. 10.9 Und ich sah: Und siehe, vier Räder waren neben den Cherubim, je ein Rad neben je einem Cherub. Und das Aussehen der Räder war wie der Anblick eines Türkis-Steines; 10.10 und ihr Aussehen: Die vier hatten ein und dieselbe Gestalt, wie wenn ein Rad mitten im anderen Rad wäre. 10.11 Wenn sie gingen, dann gingen sie nach ihren vier Seiten hin: sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen; denn an den Ort, wohin das Vorderste sich wandte, folgten sie ihm; sie wandten sich nicht um, wenn sie gingen. 10.12 Und ihr ganzer Leib und ihr Rücken und ihre Hände und ihre Flügel und die Räder waren voller Augen ringsum bei allen vieren, nämlich ihren Rädern. 10.13 Die Räder, sie wurden vor meinen Ohren «Galgal genannt. 10.14 Vier Gesichter hatte jedes. Das Gesicht des ersten war das Gesicht eines Cherubs, und das Gesicht des zweiten war das Gesicht eines Menschen und des dritten das Gesicht eines Löwen und des vierten das Gesicht eines Adlers. 10.15 Und die Cherubim hoben sich empor. Das war das lebende Wesen, das ich am Fluss Kebar gesehen hatte. 10.16 Und wenn die Cherubim gingen, dann gingen die Räder neben ihnen; und wenn die Cherubim ihre Flügel erhoben, um sich von der Erde emporzuheben, so wandten sich auch sie, die Räder, nicht von ihrer Seite. 10.17 Wenn sie stehen blieben, blieben auch die Räder stehen; und wenn sie sich emporhoben, hoben sich die Räder mit ihnen empor. Denn der Geist des lebenden Wesens war in ihnen.

10.18 Und die Herrlichkeit des Herrn verliess die Schwelle des Hauses und stellte sich über die Cherubim. 10.19 Und die Cherubim erhoben ihre Flügel und hoben sich vor meinen Augen von der Erde empor, als sie hinauszogen; und die Räder erhoben sich gleichzeitig mit ihnen. Und sie stellte sich an den Eingang des östlichen Tores des Hauses des Herrn, und die Herrlichkeit des Gottes Israel war oben über ihnen. 10.20 Das war das lebende Wesen, das ich unter dem Gott Israels am Fluss Kebar gesehen hatte; und ich erkannte, dass es Cherubim waren. 10.21 Jeder hatte vier Gesichter, und jeder hatte vier Flügel, und etwas wie Menschenhände war unter ihren Flügeln. 10.22 Und die Gestalt ihrer Gesichter war die jener Gesichter, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte, ihr Aussehen und sie selbst. Sie gingen ein jeder gerade vor sich hin.

Vision Hesekiels: Gericht über die Fürsten Judas -- Heimkehr und Erneuerung des Volkes.

11.1 Und der Geist hob mich empor und brachte mich zum östlichen Tor des Hauses des Herrn, das nach Osten weist. Und siehe, am Eingang des Tores waren 25 Männer; und ich sah in ihrer Mitte Jaasanja, den Sohn Asurs, und Pelatja, den Sohn Benajas, die Obersten des Volkes. 11.2 Und er sprach zu mir: Menschensohn, das sind die Männer, die Unheil ersinnen und bösen Rat erteilen in dieser Stadt, 11.3 die sagen: «Es ist nicht an der Zeit, Häuser zu bauen; sie ist der Topf, und wir sind das Fleisch. 11.4 Darum weissage über sie! Weissage, Menschensohn! – 11.5 Und der Geist des Herrn fiel auf mich und sprach zu mir: Sage: So spricht der Herr: So redet ihr, Haus Israel; und was in eurem Geist aufsteigt, ich kenne es. 11.6 Ihr habt eure Erschlagenen zahlreich gemacht in dieser Stadt und ihre Strassen mit Erschlagenen gefüllt. 11.7 Darum, so spricht der Herr, Herr: Eure Erschlagenen, die ihr in ihrer Mitte hingestreckt habt, die sind das Fleisch, und sie ist der Topf; euch aber werde ich aus ihrer Mitte hinausführen. 11.8 Ihr fürchtet das Schwert! So werde ich das Schwert über euch bringen, spricht der Herr, Herr. 11.9 Und ich führe euch aus ihrer Mitte hinaus und gebe euch in die Hand von Fremden und übe Strafgerichte an euch. 11.10 Durch das Schwert sollt ihr fallen; an der Grenze Israels werde ich euch richten. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. 11.11 Sie wird euch nicht zum Topf werden, so dass ihr in ihrer Mitte zum Fleisch würdet; sondern an der Grenze Israels werde ich euch richten. 11.12 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, ich, in dessen Ordnungen ihr nicht gelebt und dessen Rechtsbestimmungen ihr nicht befolgt habt; sondern ihr habt nach den Rechtsbestimmungen der Nationen gehandelt, die rings um euch her sind. – 11.13 Und es geschah, als ich weissagte, da starb Pelatja, der Sohn Benajas. Und ich fiel nieder auf mein Gesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach, Herr, Herr, willst du mit dem Überrest Israels ein Ende machen?

11.14 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 11.15 Menschensohn, deine Brüder, deine Brüder, die Männer deiner Verwandtschaft, sind es und das ganze Haus Israel insgesamt, zu denen die Bewohner von Jerusalem sagen: Sie sind fern von dem Herrn; uns ist dieses Land zum Besitz gegeben! 11.16 Darum sage: So spricht der Herr, Herr: Ja, ich habe sie fern unter den Nationen sein lassen, ja, ich habe sie in die Länder zerstreut und bin ihnen nur wenig zum Heiligtum geworden in den Ländern, wohin sie gekommen sind. 11.17 Darum sage: So spricht der Herr, Herr: Ich werde euch aus den Völkern sammeln und euch aus den Ländern zusammenbringen, in die ihr zerstreut worden seid, und werde euch das Land Israel geben. 11.18 Und sie werden dorthin kommen und alle seine Scheusale und alle seine Greuel daraus entfernen. 11.19 Und ich werde ihnen ein Herz geben und werde einen neuen Geist in ihr Inneres geben, und ich werde das steinerne Herz aus ihrem Fleisch entfernen und ihnen ein fleischernes Herz geben, 11.20 damit sie in meinen Ordnungen leben und meine Rechtsbestimmungen bewahren und sie befolgen. Und sie werden mir zum Volk, und ich werde ihnen zum Gott sein. 11.21 Jene aber – ihr Herz folgt ihren Scheusalen und ihren Greueln nach -, ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf, spricht der Herr, Herr.

11.22 Und die Cherubim erhoben ihre Flügel, und die Räder bewegten sich gleichzeitig mit ihnen; und die Herrlichkeit des Gottes Israels war oben über ihnen. 11.23 Und die Herrlichkeit des Herrn stieg auf, mitten aus der Stadt hinweg, und stellte sich auf den Berg, der im Osten der Stadt ist. 11.24 Und der Geist hob mich empor und brachte mich im Gesicht durch den Geist Gottes zu den Weggeführten nach Chaldäa; und das Gesicht, das ich gesehen hatte, hob sich von mir weg. 11.25 Und ich redete zu den Weggeführten alle Worte des Herrn, die er mich hatte sehen lassen.

Ankündigung der Wegführung -- Sinnbildliche Handlungen Hesekiels als Symbol für Gefangenschaft und Belagerungsnot.

12.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 12.2 Menschensohn, du wohnst mitten in dem widerspenstigen Haus, bei solchen, die Augen haben zu sehen und doch nicht sehen, die Ohren haben zu hören und doch nicht hören; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 12.3 Und du, Menschensohn, mach dir Gepäck zur Verbannung zurecht und zieh bei Tage vor ihren Augen in die Verbannung aus! Und du sollst vor ihren Augen von deinem Ort zu einem anderen Ort in die Verbannung ausziehen! Vielleicht sehen sie es; denn ein widerspenstiges Haus sind sie. 12.4 Und trage dein Gepäck wie Gepäck zur Verbannung bei Tage vor ihren Augen hinaus! Und du, ziehe am Abend vor ihren Augen aus, wie man auszieht, um in die Verbannung zu gehen! 12.5 Vor ihren Augen durchbrich dir die Mauer, und trage dein Gepäck dadurch hinaus! 12.6 Vor ihren Augen nimm es auf die Schulter, in Finsternis trage es hinaus! Du sollst dein Gesicht verhüllen, damit du das Land nicht siehst! Denn zu einem Wahrzeichen habe ich dich für das Haus Israel gemacht. – 12.7 Da tat ich so, wie mir befohlen war. Mein Gepäck trug ich wie Gepäck zur Verbannung bei Tage hinaus, und am Abend durchbrach ich mir die Mauer mit der Hand. In Finsternis trug ich es hinaus, ich nahm es vor ihren Augen auf die Schulter. – 12.8 Und das Wort des Herrn geschah zu mir am Morgen: 12.9 Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige Haus, zu dir gesagt: Was tust du? 12.10 Sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Den Fürsten in Jerusalem betrifft dieser Ausspruch und das ganze Haus Israel, in dessen Mitte sie sind. 12.11 Sprich: Ich bin ein Wahrzeichen für euch. Wie ich getan habe, so soll ihnen getan werden: in die Verbannung, in die Gefangenschaft werden sie gehen. 12.12 Und der Fürst, der in ihrer Mitte ist, wird sein Gepäck in der Finsternis auf die Schulter nehmen und ausziehen. Sie werden die Mauer durchbrechen, um es durch sie hinauszutragen. Er wird sein Gesicht verhüllen, weil er selbst mit seinen Augen das Land nicht sehen will. 12.13 Und ich spanne mein Fangnetz über ihn aus, und in meinem Jagdnetz wird er gefangen; und ich bringe ihn nach Babel, ins Land der Chaldäer, aber sehen wird er es nicht; und er wird dort sterben. 12.14 Und alle die um ihn her sind, seine Helfer und alle seine Scharen, will ich in alle Winde zerstreuen; und hinter ihnen her werde ich das Schwert ziehen. 12.15 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich sie unter die Nationen versprenge und sie in die Länder zerstreue. 12.16 Und ich werde von ihnen einige Leute übriglassen vom Schwert, vom Hunger und von der Pest, damit sie alle ihre Greuel erzählen unter den Nationen, zu denen sie kommen. Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.

12.17 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 12.18 Menschensohn, dein Brot sollst du mit Beben essen, und dein Wasser mit Zittern und in Angst trinken! 12.19 Und du sollst zum Volk des Landes sagen: So spricht der Herr, Herr, von den Bewohnern Jerusalems im Land Israel: Ihr Brot werden sie in Angst essen und ihr Wasser mit Entsetzen trinken, weil ihr Land öde daliegt, ohne seine Fülle, wegen der Gewalttat all derer, die in ihm wohnen. 12.20 Und die bewohnten Städte werden in Trümmern liegen und das Land wird eine Einöde werden. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Drohworte an die Verächter von Weissagungen.

12.21 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 12.22 Menschensohn, was ist das für ein Sprichwort, das ihr im Land Israel habt, indem ihr sagt: «Die Tage ziehen sich in die Länge, und jedes Gesicht geht verloren? 12.23 Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Ich will diesem Sprichwort ein Ende machen, und man soll es nicht mehr als Sprichwort gebrauchen in Israel. Sondern rede zu ihnen: Nahe herbeigekommen sind die Tage und das Wort eines jeden Gesichts. 12.24 Denn es wird nicht länger irgendein nichtiges Gesicht oder irgendeine schmeichlerische Wahrsagung geben inmitten des Hauses Israel. 12.25 Denn ich, der Herr, ich rede; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen, es wird sich nicht länger hinziehen. Denn in euren Tagen, widerspenstiges Haus, rede ich ein Wort und tue es auch, spricht der Herr, Herr.

12.26 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 12.27 Menschensohn, siehe, das Haus Israel sagt: Das Gesicht, das der schaut, geht auf viel spätere Tage hinaus; und auf ferne Zeiten hin weissagt er. 12.28 Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Es wird sich nicht länger irgendeines meiner Worte hinziehen; das Wort, das ich rede, wird auch geschehen, spricht der Herr, Herr.

Strafreden gegen falsche Profeten und Profetinnen.

13.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 13.2 Menschensohn, weissage über die Profeten Israels, die da weissagen, und sage zu denen, die aus ihrem eigenen Herzen weissagen: Hört das Wort des Herrn!

13.3 So spricht der Herr, Herr: Wehe den törichten Profeten, die ihrem eigenen Geist nachgehen und dem, was sie nicht gesehen haben! 13.4 Wie Füchse in den Trümmerstätten sind deine Profeten geworden, Israel. 13.5 In die Risse seid ihr nicht getreten, und die Mauer habt ihr nicht vermauert um das Haus Israel her, um standzuhalten im Kampf am Tag des Herrn. 13.6 Sie schauen Nichtiges und Lügenwahrsagung, die da sagen: «Ausspruch des Herrn, obwohl der Herr sie nicht gesandt hat; und dabei erwarten sie, dass er ihr Wort eintreffen lässt. 13.7 Habt ihr da nicht ein nichtiges Gesicht geschaut, und habt ihr nicht Lügenwahrsagung gesprochen, als ihr sagtet: «Ausspruch des Herrn, wo ich doch nicht geredet habe? 13.8 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil ihr Nichtiges redet und Lüge schaut, darum, siehe, will ich an euch, ist der Ausspruch des Herrn, Herrn. 13.9 Und ich werde meine Hand gegen die Profeten ausstrecken, die Nichtiges schauen und Lüge wahrsagen. Im Kreis meines Volkes sollen sie nicht sein, und im Verzeichnis des Hauses Israel werden sie nicht aufgeschrieben sein, und in das Land Israel werden sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.

13.10 Deshalb, ja deshalb, weil sie mein Volk irreführen und sagen: Friede! obwohl kein Friede da ist – und baut es eine Wand, siehe, sie bestreichen sie mit Tünche -, 13.11 sage zu den Tünchestreichern: Sie soll fallen! Es kommt ein überschwemmender Regen. Und ihr Hagelsteine, ihr werdet fallen, und ein Sturmwind wird sie spalten; 13.12 und siehe, die Mauer faellt. Wird man euch nicht sagen: Wo ist das Getünchte, das ihr getüncht habt? – 13.13 Darum, so spricht der Herr, Herr: So lasse ich einen Sturmwind losbrechen in meinem Grimm, und ein überschwemmender Regen wird durch meinen Zorn kommen und Hagelsteine durch meinen Grimm zur Vernichtung. 13.14 Und ich breche die Mauer ab, die ihr mit Tünche bestrichen habt, und lasse sie zu Boden stürzen, dass ihr Grund blossgelegt wird; und sie soll fallen, und ihr werdet in ihrer Mitte umkommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. 13.15 Und so werde ich meinen Grimm vollenden an der Mauer und an denen, die sie mit Tünche bestreichen. Und ich werde zu euch sagen: Die Mauer gibt es nicht mehr, und die, die sie tünchten, gibt es nicht mehr, 13.16 die Profeten Israels, die über Jerusalem weissagen und für es Gesichte des Friedens schauen, obwohl kein Friede da ist, spricht der Herr, Herr.

13.17 Und du, Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Töchter deines Volkes, die aus ihrem eigenen Herzen weissagen. Und weissage gegen sie 13.18 und sage: So spricht der Herr, Herr: Wehe denen, die Binden zusammennähen für alle Handgelenke und Kopfhüllen machen für Köpfe jedes Wuchses, um Seelen zu fangen! Seelen wollt ihr fangen bei meinem Volk und andere Seelen für euch selbst am Leben erhalten? 13.19 Und ihr entweiht mich bei meinem Volk für einige Hände voll Gerste und für einige Bissen Brot, indem ihr Seelen tötet, die nicht sterben sollten, und Seelen am Leben erhaltet, die nicht leben sollten; indem ihr mein Volk anlügt, das auf Lügen hört! – 13.20 Darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an eure Binden, in denen ihr die Seelen wie Vögel fangt, und will sie von euren Armen wegreissen. Und ich lasse die Seelen los, die ihr fangt, die Seelen, dass sie wegfliegen. 13.21 Und ich reisse eure Kopfhüllen weg und rette mein Volk aus eurer Hand, damit sie in eurer Hand nicht mehr zur Jagdbeute werden. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. 13.22 Weil ihr das Herz des Gerechten mit Lüge verzagt macht, obwohl ich ihm doch keinen Schmerz zugefügt habe, und weil ihr die Hände des Gottlosen stärkt, damit er nicht von seinem bösen Weg umkehrt, sich am Leben zu erhalten, 13.23 darum sollt ihr nicht mehr Nichtiges schauen und nicht länger Wahrsagerei treiben. Und ich werde mein Volk aus eurer Hand erretten, und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

Keine Antwort Gottes auf Fragen der Götzendiener.

14.1 Und es kamen Männer von den Ältesten Israels zu mir, und sie setzten sich vor mir nieder. 14.2 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 14.3 Menschensohn, diese Männer haben ihre Götzen in ihrem Herzen aufkommen lassen und den Anstoss zu ihrer Schuld vor ihr Gesicht gestellt. Sollte ich mich da etwa von ihnen befragen lassen? 14.4 Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Jedermann vom Haus Israel, der seine Götzen in seinem Herzen aufkommen lässt und den Anstoss zu seiner Schuld vor seinem Gesicht aufrichtet und dann zum Profeten kommt – ich, der Herr, ich selbst, lasse mich für ihn zu einer Antwort bewegen, gemäss der Menge seiner Götzen, 14.5 damit ich das Haus Israel an seinem Herzen fasse, weil sie sich allesamt um ihrer Götzen willen von mir abgewandt haben. – 14.6 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, Herr: Kehrt um, und wendet euch ab von euren Götzen, und von allen euren Greueln wendet euer Gesicht ab! 14.7 Denn jedermann vom Haus Israel und von den Fremden, die sich in Israel aufhalten, der sich von mir trennt und seine Götzen in seinem Herzen aufkommen lässt und den Anstoss zu seiner Schuld vor seinem Gesicht aufrichtet und dann zum Profeten kommt, um mich für sich zu befragen – ich, der Herr, ich selbst, lasse mich für ihn zu einer Antwort bewegen. 14.8 Und ich richte mein Angesicht gegen einen solchen Mann und mache ihn zu einem Denkzeichen und zu Sprichwörtern und rotte ihn aus der Mitte meines Volkes aus. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. – 14.9 Wenn aber der Profet sich verleiten lässt und ein Wort redet, dann verleite ich, der Herr, diesen Profeten; und ich werde meine Hand gegen ihn ausstrecken und ihn aus der Mitte meines Volkes Israel austilgen. 14.10 So sollen sie beide ihre Schuld tragen; wie die Schuld des Fragenden, so wird die Schuld des Profeten sein, 14.11 damit das Haus Israel nicht mehr von mir abirre und sie sich nicht mehr mit all ihren Vergehen unrein machen. Und sie werden mir zum Volk, und ich selbst werde ihnen zum Gott sein, spricht der Herr, Herr.

Begründung für die Schonung eines Teiles des gottlosen Volkes.

14.12 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 14.13 Menschensohn, wenn ein Land gegen mich sündigt, indem es Untreue begeht, und ich meine Hand gegen es ausstrecke und ihm den Stab des Brotes zerbreche und Hunger hinein sende und aus ihm Menschen und Vieh ausrotte – 14.14 und diese drei Männer wären in seiner Mitte: Noah, Daniel und Hiob -, es würde um ihrer Gerechtigkeit willen nur ihre eigene Seele gerettet werden, spricht der Herr, Herr. 14.15 Oder wenn ich böse Tiere das Land durchstreifen lasse, so dass sie es entvölkern und es eine Öde wird, weil wegen der Tiere niemand hindurchzieht – 14.16 wären diese drei Männer in seiner Mitte, so wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, sie würden weder Söhne noch Töchter retten; sie allein würden gerettet, das Land aber würde eine Öde werden. 14.17 Oder wenn ich das Schwert über jenes Land kommen lasse und spreche: Schwert, fahre durch das Land! und aus ihm Menschen und Vieh ausrotte – 14.18 und diese drei Männer wären in seiner Mitte -, so wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, sie würden weder Söhne noch Töchter retten; sondern sie allein würden gerettet werden. 14.19 Oder wenn ich die Pest in jenes Land sende und meinen Grimm in Blut über es ausgiesse, um Menschen und Vieh darin auszurotten – 14.20 und Noah, Daniel und Hiob wären in seiner Mitte -, so wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, sie würden weder Sohn noch Tochter retten; sie würden um ihrer Gerechtigkeit willen nur ihre eigene Seele retten.

14.21 Denn so spricht der Herr, Herr: Ja, wenn ich nun meine vier bösen Gerichte, Schwert und Hunger und böse Tiere und die Pest, gegen Jerusalem entsende, um aus ihm Menschen und Vieh auszurotten! 14.22 Doch siehe, Entkommene werden darin übrigbleiben, die herausgeführt werden, Söhne und Töchter. Siehe, sie werden zu euch hinausziehen, und ihr werdet ihren Weg und ihre Taten sehen; und ihr werdet euch trösten über das Unheil, das ich über Jerusalem habe kommen lassen, alles was ich über es habe kommen lassen. 14.23 Und sie werden euch trösten, wenn ihr ihren Weg und ihre Taten seht, und ihr werdet erkennen, dass ich nicht ohne Ursache all das getan habe, was ich an ihm getan, spricht der Herr, Herr.

Gleichnis: Jerusalem, das unnütze Holz der Weinrebe.

15.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 15.2 Menschensohn, was hat denn das Holz des Weinstocks allem anderen Holz voraus, die Ranke, die unter den Bäumen des Waldes ist? 15.3 Wird von ihm Holz genommen, um es zu einer Arbeit zu verwenden? Oder nimmt man von ihm einen Pflock, um irgendein Gerät daran aufzuhängen? 15.4 Siehe, dem Feuer ist es zum Frass gegeben. Seine beiden Enden hat das Feuer gefressen, und seine Mitte ist versengt. Wird es noch zu einer Arbeit tauglich sein? 15.5 Siehe, selbst wenn es unversehrt ist, wird es zu keiner Arbeit verwendet. Wieviel weniger, wenn das Feuer es gefressen hat und es versengt ist, kann es noch zu einer Arbeit verwendet werden! – 15.6 Darum, so spricht der Herr, Herr: Wie das Holz des Weinstocks unter den Bäumen des Waldes, das ich dem Feuer zum Frass gebe, so gebe ich die Bewohner von Jerusalem dahin. 15.7 Und ich richte mein Angesicht gegen sie: Aus dem Feuer sind sie herausgekommen, doch Feuer wird sie fressen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mein Angesicht gegen sie richte. 15.8 Und ich werde das Land zur Einöde machen, weil sie Untreue begangen haben, spricht der Herr, Herr.

Gleichnis: Jerusalem, die trotz aller Liebesbeweise untreu gewordene Ehefrau.

16.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 16.2 Menschensohn, lass die Stadt Jerusalem ihre Greuel erkennen, 16.3 und sage: So spricht der Herr, Herr, zu Jerusalem: Deine Herkunft und deine Abstammung sind aus dem Land der Kanaaniter; dein Vater war ein Amoriter und deine Mutter eine Hetiterin. 16.4 Und was deine Geburt betrifft: an dem Tag, als du geboren wurdest, wurde deine Nabelschnur nicht abgeschnitten, und du wurdest nicht mit Wasser abgewaschen zur Reinigung und nicht mit Salz abgerieben und nicht in Windeln gewickelt. 16.5 Niemand blickte mitleidig auf dich, um dir eines dieser Dinge aus Mitleid mit dir zu tun, sondern du wurdest auf die Fläche des Feldes geworfen, aus Abscheu vor deinem Leben, an dem Tag, als du geboren wurdest. – 16.6 Da ging ich an dir vorüber und sah dich in deinem Blut zappeln; und zu dir in deinem Blut sprach ich: Bleibe leben! Ja, zu dir in deinem Blut sprach ich: Bleibe leben, 16.7 und wachse wie das Gewächs des Feldes! Und du wuchsest heran und wurdest gross, und du gelangtest zu höchster Anmut; die Brüste rundeten sich, und dein Haar wuchs reichlich; aber du warst nackt und bloss. 16.8 Und ich ging wieder an dir vorüber und sah dich, und siehe, deine Zeit war da, die Zeit der Liebe; und ich breitete meinen Zipfel über dich aus und bedeckte deine Blösse. Und ich schwor dir und trat in einen Bund mit dir, spricht der Herr, Herr, und du wurdest mein. 16.9 Und ich wusch dich mit Wasser und spülte dein Blut von dir ab und salbte dich mit Öl. 16.10 Und ich bekleidete dich mit Buntwirkerei und beschuhte dich mit Delfinhäuten, ich umwand dich mit Byssus und bedeckte dich mit Seide. 16.11 Und ich schmückte dich mit Schmuck: ich legte Spangen um deine Handgelenke und eine Kette um deinen Hals, 16.12 und ich legte einen Reif an deine Nase und Ringe an deine Ohren und setzte eine prachtvolle Krone auf deinen Kopf. 16.13 So legtest du goldenen und silbernen Schmuck an, und deine Kleidung bestand aus Byssus, Seide und Buntwirkerei. Du assest Weizengriess und Honig und Öl. Und du warst sehr, sehr schön und warst des Königtums würdig. 16.14 Und dein Ruf ging aus unter die Nationen wegen deiner Schönheit; denn sie war vollkommen durch meinen Glanz, den ich auf dich gelegt hatte, spricht der Herr, Herr.

16.15 Aber du vertrautest auf deine Schönheit, und du hurtest auf deinen Ruf hin und gossest deine Hurereien aus über jeden, der vorbeikam: Ihm wurde sie zuteil. 16.16 Und du nahmst von deinen Kleidern und machtest dir bunte Höhen, und du hurtest auf ihnen, Dinge, die nie vorgekommen sind und was nie wieder geschehen wird. 16.17 Und du nahmst deine prächtigen Geschmeide von meinem Gold und von meinem Silber, das ich dir gegeben hatte, und machtest dir Abbilder von Männern und hurtest mit ihnen. 16.18 Und du nahmst deine buntgewirkten Kleider und bedecktest sie damit; und mein Öl und mein Räucherwerk setztest du ihnen vor; 16.19 und mein Brot, das ich dir gegeben habe – mit Weizengriess und Öl und Honig habe ich dich gespeist -, das setztest du ihnen vor zum wohlgefaelligen Geruch; ja, so war es, spricht der Herr, Herr. – 16.20 Und du nahmst deine Söhne und deine Töchter, die du mir geboren, und opfertest sie ihnen zum Frass. War es zu wenig mit deiner Hurerei, 16.21 dass du meine Söhne schlachtetest und sie hingabst, indem du sie für sie durch das Feuer gehen liessest? 16.22 Und bei allen deinen Greueln und deinen Hurereien dachtest du nicht an die Tage deiner Jugend, als du nackt und bloss warst, zappelnd in deinem Blut lagst. –

16.23 Und es geschah, nach all deiner Bosheit – wehe, wehe dir! spricht der Herr, Herr16.24 bautest du dir einen Hurenaltar und machtest dir dein Hochlager auf jedem freien Platz; 16.25 an jeder Strassenecke bautest du dein Hochlager. Und du machtest deine Schönheit zu einem Greuel und spreiztest deine Beine für jeden, der vorbeikam, und machtest deine Hurerei gross. 16.26 Du hurtest mit den Söhnen Ägyptens, deinen Nachbarn, mit dem grossen Fleisch; und du machtest deine Hurerei gross, um mich zu reizen. 16.27 Und siehe, ich streckte meine Hand gegen dich aus und kürzte deinen Anteil ,der dir bestimmt war. Und ich gab dich der Gier derer hin, die dich hassen, der Töchter der Filister, die sich vor deinem unzüchtigen Weg schämen. 16.28 Und du hurtest mit den Söhnen Assurs, weil du noch nicht satt warst; und du hurtest mit ihnen und wurdest auch nicht satt. 16.29 Und du vermehrtest deine Hurerei zum Händlerland Chaldäa hin; aber selbst davon wurdest du nicht satt. 16.30 Wie fieberheiss ist dein Herz, spricht der Herr, Herr, wenn du dies alles tust – das Tun eines selbstherrlichen Hurenweibes -, 16.31 wenn du deinen Hurenaltar an jeder Strassenecke baust und dein Hochlager auf jedem freien Platz machst! Dabei warst du nicht einmal wie eine gewöhnliche Hure, denn du verschmähtest sogar den Lohn. 16.32 Die ehebrecherische Frau nimmt statt ihres Mannes fremde Männer! 16.33 Allen Huren gibt man Geschenke; du aber gabst deine Liebesgeschenke all deinen Liebhabern, und du beschenktest sie, damit sie von ringsumher zu dir kämen wegen deiner Hurereien. 16.34 So geschah bei dir das Gegenteil von dem, was sonst üblich ist unter den Frauen, dass du nämlich Hurerei triebst, während man dir nicht nachhurte, dass du Lohn gabst, während dir kein Lohn gegeben wurde. So wurdest du das Gegenteil.

16.35 Darum, Hure, höre das Wort des Herrn! 16.36 So spricht der Herr, Herr: Weil du deine Scham entblösst und deine Blösse aufgedeckt hast bei deinen Hurereien mit deinen Liebhabern und mit all deinen greulichen Götzen und wegen des Blutes deiner Söhne, die du ihnen hingegeben hast: 16.37 darum, siehe, werde ich alle deine Liebhaber sammeln, denen du gefielst, und alle, die du geliebt, mit allen, die du gehasst hast. Ich sammle sie von allen Seiten gegen dich und decke deine Blösse vor ihnen auf, so dass sie deine ganze Blösse sehen. 16.38 Und ich richte dich nach den Rechtsbestimmungen für Ehebrecherinnen und Blutvergiesserinnen und bringe meinen Zorn und Eifer über dich. 16.39 Und ich gebe dich in ihre Hand, und sie werden deinen Hurenaltar zerstören und deine Höhen niederreissen und dir deine Kleider ausziehen und deine prächtigen Geschmeide nehmen und dich nackt und bloss liegen lassen. 16.40 Und sie werden eine Versammlung gegen dich heraufkommen lassen und dich steinigen und werden dich mit ihren Schwertern niedermetzeln. 16.41 Und sie werden deine Häuser mit Feuer verbrennen und Strafgerichte an dir üben vor den Augen vieler Frauen. Und so werde ich dich aufhören lassen, Hure zu sein, und auch Lohn wirst du nicht mehr geben. 16.42 Und ich werde meinen Zorn an dir stillen, und mein Eifer wird sich von dir abwenden; und ich werde ruhig sein und nicht mehr zürnen. – 16.43 Weil du nicht an die Tage deiner Jugend gedacht hast und mich durch das alles erregt hast, siehe, so habe auch ich deinen Weg auf deinen Kopf gebracht, spricht der Herr, Herr. Hast du diese Schandtat nicht zu all deinen anderen Greueln hinzu begangen?

16.44 Siehe, jeder, der einen Spottvers über dich macht, wird diesen Spottvers sagen: Wie die Mutter, so ihre Tochter! 16.45 Eine echte Tochter deiner Mutter bist du, die ihren Mann und ihre Söhne verabscheut hat; und eine echte Schwester deiner Schwestern bist du, die ihre Männer und ihre Kinder verabscheut haben. Eure Mutter war eine Hetiterin und euer Vater ein Amoriter. 16.46 Und deine grössere Schwester ist Samaria, sie und ihre Töchter, die zu deiner Linken wohnt; und deine Schwester, die kleiner ist als du und die zu deiner Rechten wohnt, ist Sodom und ihre Töchter. 16.47 Aber du bist nicht nur auf ihren Wegen gegangen und hast nicht nur nach ihren Greueln getan, sondern es fehlte nur wenig, und du hättest verdorbener als sie gehandelt auf all deinen Wegen. 16.48 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, wenn deine Schwester Sodom, sie und ihre Töchter, jemals getan haben, wie du getan hast, du und deine Töchter! 16.49 Siehe, das war die Schuld deiner Schwester Sodom: Hoffart, Fülle von Brot und sorglose Ruhe hatte sie mit ihren Töchtern, aber die Hand des Elenden und des Armen stärkte sie nicht; 16.50 und sie wurden hochmütig und verübten Greuel vor meinem Angesicht. Und ich tat sie hinweg, sobald ich es sah. 16.51 Und Samaria hat nicht halb so viel Sünden begangen wie du; und du hast deine Greuel zahlreicher werden lassen als sie und hast deine Schwestern als gerecht erscheinen lassen durch all deine Greuel, die du verübt hast. 16.52 So trage auch du deine Schmach, die du für deine Schwestern eingetreten bist durch deine Sünden, die du greulicher begangen hast als sie! So sind sie gerechter als du. Und so schäme auch du dich, und trage deine Schmach, weil du deine Schwestern als gerecht hast erscheinen lassen!

Verheissung der Wiederannahme Jerusalems.

16.53 Und ich wende ihr Geschick, das Geschick Sodoms und ihrer Töchter und das Geschick Samarias und ihrer Töchter, und ich wende dein Geschick in ihrer Mitte: 16.54 damit du deine Schmach trägst und dich all dessen schämst, was du getan hast, wodurch du sie tröstest. 16.55 Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, werden in ihren früheren Zustand zurückkehren, und Samaria und ihre Töchter werden in ihren früheren Zustand zurückkehren, und auch du und deine Töchter, ihr werdet in euren früheren Zustand zurückkehren. 16.56 Hat nicht deine Schwester Sodom zu einer abschreckenden Kunde in deinem Mund gedient am Tag deines Hochmutes, 16.57 bevor deine eigene Bosheit aufgedeckt wurde, so wie jetzt das Höhnen der Töchter Edoms – und all derer, die rings um sie her wohnen, der Töchter der Filister, die dich verachteten – von allen Seiten über dich ertönt? 16.58 Deine Schandtat und deine Greuel, die musst du jetzt tragen, spricht der Herr. 16.59 Denn so spricht der Herr, Herr: Ja, ich will dir tun, wie du getan, die du den Eid verachtet, indem du den Bund gebrochen hast. 16.60 Ich aber, ich will an meinen Bund denken, den ich mit dir in den Tagen deiner Jugend geschlossen habe, und will dir einen ewigen Bund aufrichten. 16.61 Und du wirst an deine Wege denken und dich schämen, wenn du deine Schwestern zu dir nimmst, die grösser sind als du, samt denen, die kleiner sind als du, und ich sie dir zu Töchtern gebe, aber nicht wegen deines Bundesverhaltens. 16.62 Und ich selbst werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin: 16.63 damit du daran denkst und dich schämst und den Mund nicht mehr öffnest wegen deiner Schmach, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht der Herr, Herr.

Gleichnis von Adler und Zeder: Treubruch des Königs von Juda gegen den König von Babel.

17.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 17.2 Menschensohn, gib ein Rätsel auf und rede ein Gleichnis zum Haus Israel, 17.3 und sprich: So spricht der Herr, Herr: Der grosse Adler mit grossen Flügeln, langen Schwingen, vollem Gefieder, der bunte Federn hatte, kam zum Libanon und nahm den Wipfel der Zeder. 17.4 Den obersten ihrer Triebe brach er ab und brachte ihn ins Land der Händler, in die Stadt der Kaufleute setzte er ihn. 17.5 Und er nahm von dem Samen des Landes und setzte ihn in ein Saatfeld, als Weide an reichlich strömendes Wasser, als Ufergewächs setzte er ihn, 17.6 damit er wachse und zu einem wuchernden Weinstock werde von niedrigem Wuchs, damit seine Ranken sich zu ihm hin wendeten und seine Wurzeln unter ihm wären. Und er wurde zu einem Weinstock und bildete Triebe und streckte seine Äste aus. – 17.7 Und da war ein Adler, ein anderer, grosser, mit grossen Flügeln und viel Gefieder. Und siehe, dieser Weinstock drehte seine Wurzeln zu ihm hin und streckte seine Ranken nach ihm aus, damit er ihn tränke, weg von dem Beet, in das er gepflanzt war. 17.8 In ein gutes Feld, an reichlich strömende Wasser war er gepflanzt, um Zweige zu treiben und Frucht zu tragen, um zu einem herrlichen Weinstock zu werden. 17.9 Sage: So spricht der Herr, Herr: Wird er gedeihen? Wird man nicht seine Wurzeln ausreissen und seine Frucht abschneiden, so dass alle frischen Blätter seines Sprosses verdorren? Ja, er wird ganz verdorren! Es wird nicht nötig sein, mit starkem Arm und zahlreichem Volk ihn aus seinen Wurzeln loszureissen. 17.10 Und siehe, ist er auch gepflanzt, wird er gedeihen? Wird er nicht, sobald der Ostwind ihn berührt, ganz verdorren? Auf dem Beet, auf dem er sprosste, wird er verdorren.

17.11 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 17.12 Sprich doch zu dem widerspenstigen Haus: Erkennt ihr nicht, was das ist? Sage: Siehe, der König von Babel ist nach Jerusalem gekommen und hat seinen König und seine Obersten weggenommen und hat sie zu sich nach Babel weggeführt. 17.13 Und er nahm einen von den königlichen Nachkommen und schloss mit ihm einen Bund und liess ihn einen Eid eingehen. Die Mächtigen des Landes aber nahm er gefangen, 17.14 damit das Königtum niedrig bleibe und damit es sich nicht erhebe und damit es seinen Bund halte, dass es bestehen bleibe. 17.15 Aber er empörte sich gegen ihn, indem er seine Boten nach Ägypten sandte, damit es ihm Pferde und viel Kriegs-Volk gebe. Wird es Gedeihen haben? Wird er, der das getan hat, entkommen? Da er den Bund gebrochen hat, sollte er entkommen? 17.16 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, wenn er an dem Ort des Königs, der ihn zum König gemacht hat, dessen Eid er verachtet und dessen Bund er gebrochen hat, wenn er bei ihm in Babel nicht sterben wird! 17.17 Und der Farao wird ihm nicht mit einem grossen Heer und mit einer zahlreichen Schar im Krieg beistehen, wenn man einen Belagerungswall aufschüttet und Belagerungstürme baut, um viele Seelen auszurotten. 17.18 Hat er doch den Eid verachtet und den Bund gebrochen! Siehe, er hatte ja seine Hand darauf gegeben und tat dennoch all dieses. Er wird nicht entkommen. 17.19 Darum spricht der Herr, Herr: So wahr ich lebe, wenn ich meinen Eid, den er verachtet, und meinen Bund, den er gebrochen hat, ihm nicht auf seinen Kopf bringe! 17.20 Und ich spanne mein Fangnetz über ihn aus, und in meinem Jagdnetz wird er gefangen; und ich bringe ihn nach Babel, und dort gehe ich mit ihm ins Gericht wegen seiner Untreue, die er gegen mich begangen hat, 17.21 mit ihm und mit all seinen ausgewählten Truppen. Unter all seinen Scharen werden sie durchs Schwert fallen, und die Übriggebliebenen werden in alle Winde zerstreut. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, geredet habe.

Zukünftige Wiederherstellung des Königtums Davids.

17.22 So spricht der Herr, Herr: Und ich selbst werde von dem Wipfel der hohen Zeder einen Trieb nehmen und ihn einsetzen; von dem obersten ihrer Triebe werde ich einen zarten abbrechen und werde ihn selber einpflanzen auf einem hohen und aufragenden Berg. 17.23 Auf den hohen Berg Israels werde ich ihn pflanzen; und er wird Zweige treiben und Frucht tragen und zu einer herrlichen Zeder werden. Und unter ihr werden alle Vögel wohnen, alles, was Flügel hat; im Schatten ihrer Zweige werden sie wohnen. 17.24 Und alle Bäume des Feldes werden erkennen, dass ich, der Herr, den hohen Baum erniedrige, den niedrigen Baum erhöhe, dass ich den grünen Baum vertrocknen lasse und den dürren Baum zum Blühen bringe. Ich, der Herr, habe geredet und werde es tun.

Gottes Vergeltung und persönliche Verantwortung -- Möglichkeit der Umkehr.

18.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 18.2 Was habt ihr, dass ihr dieses Sprichwort im Land Israel gebraucht und sprecht: Die Väter essen unreife Trauben, und die Zähne der Söhne werden stumpf? 18.3 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, wenn ihr diesen Spruch in Israel noch gebraucht! 18.4 Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie allein soll sterben.

18.5 Und wenn jemand gerecht ist und Recht und Gerechtigkeit übt, 18.6 auf den Bergen nicht isst und seine Augen nicht erhebt zu den Götzen des Hauses Israel und die Frau seines Nächsten nicht unrein macht und einer Frau zur Zeit ihrer Unreinheit nicht naht 18.7 und niemanden unterdrückt, das Pfand des Schuldners zurückgibt, keinen Raub begeht, sein Brot dem Hungernden gibt und den Nackten mit Kleidung bedeckt, 18.8 auf Zins nicht gibt und Aufschlag nicht nimmt, seine Hand vom Unrecht zurückhaelt, rechtes Gericht übt zwischen Mann und Mann, 18.9 in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen haelt, um sie getreu zu befolgen: gerecht ist er. Leben soll er, spricht der Herr, Herr. – 18.10 Zeugt er aber einen gewalttätigen Sohn, der Blut vergiesst und eines von diesen Dingen tut – 18.11 er selbst aber hat alles das nicht getan -, wenn der sogar auf den Bergen isst und die Frau seines Nächsten unrein macht, 18.12 den Elenden und den Armen unterdrückt, Raub an sich reisst, das Pfand nicht zurückgibt und seine Augen zu den Götzen erhebt, Greuel verübt, 18.13 auf Zins gibt und Aufschlag nimmt: sollte er leben? Er soll nicht leben! All diese Greuel hat er verübt: er muss getötet werden, sein Blut wird auf ihm sein. 18.14 Und siehe, der zeugt einen Sohn, und dieser sieht alle Sünden seines Vaters, die der tut; er sieht sie und tut nicht desgleichen: 18.15 Er isst nicht auf den Bergen und erhebt seine Augen nicht zu den Götzen des Hauses Israel, er macht nicht die Frau seines Nächsten unrein, 18.16 und er unterdrückt niemanden, pfändet kein Pfand und begeht keinen Raub, er gibt dem Hungernden sein Brot und bedeckt den Nackten mit Kleidung, 18.17 er haelt seine Hand vom Unrecht zurück, nimmt weder Zins noch Aufschlag, er befolgt meine Rechtsbestimmungen, lebt in meinen Ordnungen: der wird nicht wegen der Schuld seines Vaters sterben. Leben soll er! 18.18 Sein Vater, weil er Erpressung verübt, am Bruder Raub begangen und das, was nicht gut war, inmitten seines Volkes getan hat: siehe, er allein soll um seiner Schuld willen sterben.

18.19 Ihr aber sagt: «Warum trägt der Sohn nicht an der Schuld des Vaters mit? Dabei hat der Sohn doch Recht und Gerechtigkeit geuebt, hat alle meine Ordnungen bewahrt und sie getan: Leben soll er! 18.20 Die Seele, die sündigt, sie soll sterben. Ein Sohn soll nicht an der Schuld des Vaters mit-tragen, und ein Vater soll nicht an der Schuld des Sohnes mit-tragen. Die Gerechtigkeit des Gerechten soll auf ihm sein, und die Gottlosigkeit des Gottlosen soll auf ihm sein.

18.21 Wenn aber der Gottlose umkehrt von all seinen Sünden, die er getan hat, und alle meine Ordnungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit übt: leben soll er und nicht sterben. 18.22 All seine Vergehen, die er begangen hat, sollen ihm nicht angerechnet werden; um seiner Gerechtigkeit willen, die er geuebt hat, soll er leben. 18.23 Sollte ich wirklich Gefallen haben am Tod des Gottlosen, spricht der Herr, Herr, nicht vielmehr daran, dass er von seinen Wegen umkehrt und lebt? 18.24 Wenn aber ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut nach all den Greueln, die der Gottlose verübt hat – tut er es, sollte er leben? -: An all seine gerechten Taten, die er getan hat, soll nicht gedacht werden. Wegen seiner Untreue, die er begangen, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, ihretwegen soll er sterben.

18.25 Aber ihr sagt: «Der Weg des Herrn ist nicht recht. Hört doch, Haus Israel: Ist mein Weg nicht recht? Sind nicht vielmehr eure Wege nicht recht? 18.26 Wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und um dieser Sünden willen stirbt, so stirbt er wegen seines Unrechts, das er getan hat. 18.27 Wenn aber ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit, die er begangen hat, umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt: er wird seine Seele am Leben erhalten. 18.28 Sieht er es ein und kehrt er um von all seinen Vergehen, die er begangen hat: leben soll er und nicht sterben. – 18.29 Aber das Haus Israel sagt: «Der Weg des Herrn ist nicht recht. Sind meine Wege nicht recht, Haus Israel? Sind nicht vielmehr eure Wege nicht recht? 18.30 Darum werde ich euch richten, Haus Israel, jeden nach seinen Wegen, spricht der Herr, Herr. Kehrt um und wendet euch ab von allen euren Vergehen, dass es euch nicht ein Anstoss zur Schuld wird! 18.31 Werft von euch alle eure Vergehen, mit denen ihr euch vergangen habt, und schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Ja, wozu wollt ihr sterben, Haus Israel? 18.32 Denn ich habe kein Gefallen am Tod dessen, der sterben muss, spricht der Herr, Herr. So kehrt um, damit ihr lebt!

Klagelied über das Königshaus von Juda.

19.1 Und du, erhebe ein Klagelied über die Fürsten Israels, 19.2 und sage: Was war doch deine Mutter für eine Löwin unter Löwen! Sie lagerte unter Junglöwen, zog ihre Jungen gross. 19.3 Und sie zog eins von ihren Jungen auf, es wurde ein Junglöwe; und er lernte Raub rauben, er frass Menschen. 19.4 Da bot man Nationen gegen ihn auf, in ihrer Grube wurde er gefangen; und sie brachten ihn mit Haken in das Land Ägypten. 19.5 Und als sie sah, dass ihre Hoffnung dahin, verloren war, da nahm sie ein anderes von ihren Jungen und machte es zu einem Junglöwen. 19.6 Und es lebte unter Löwen, wurde ein Junglöwe; und er lernte Raub rauben, er frass Menschen. 19.7 Und er zerbrach ihre Paläste, ihre Städte legte er in Trümmer; und das Land und seine Fülle entsetzte sich vor der Stimme seines Gebrülls. 19.8 Da setzte man gegen ihn die Nationen ringsum aus den Provinzen ein; und sie spannten ihr Fangnetz über ihn aus, in ihrer Grube wurde er gefangen. 19.9 Und sie setzten ihn mit Haken in den Käfig und brachten ihn zum König von Babel, und er brachte ihn in Gewahrsam, damit seine Stimme nicht mehr gehört würde auf den Bergen Israels.

19.10 Deine Mutter ist einem Weinstock gleichgeworden, an Wassern gepflanzt; er wurde fruchtbar und voller Ranken vom vielen Wasser. 19.11 Und er bekam starke Zweige, geeignet für Herrscher-Zepter, und sein Wuchs erhob sich empor zwischen das dichte Laub der Bäume; und er wurde sichtbar durch seine Höhe, durch die Menge seiner Ranken. 19.12 Aber er wurde ausgerissen im Zorn, zu Boden geworfen, und der Ostwind liess seine Frucht verdorren; sie wurden abgerissen und vertrockneten; sein starker Zweig – Feuer verzehrte ihn. 19.13 Und nun ist er in die Wüste gepflanzt, in ein dürres und durstiges Land. 19.14 Und ein Feuer ging vom Gezweig seiner Triebe aus und hat seine Frucht verzehrt; und kein starker Zweig war mehr an ihm, kein Zepter zum Herrschen. Ein Klagelied ist es, und zum Klagelied wurde es.

Israels Sünden -- Gottes Gerichts- und Heilshandeln.

20.1 Und es geschah im siebten Jahr, im fünften Monat, am Zehnten des Monats, da kamen Männer von den Ältesten Israels, um den Herrn zu befragen; und sie setzten sich vor mir nieder. 20.2 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 20.3 Menschensohn, rede zu den Ältesten Israels, und sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Um mich zu befragen, seid ihr gekommen? So wahr ich lebe, wenn ich mich von euch befragen lasse! spricht der Herr, Herr. 20.4 Willst du sie nicht vielmehr richten? Willst du richten, Menschensohn? Die Greuel ihrer Väter lass sie erkennen, 20.5 und sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: An dem Tag, als ich Israel erwählte, da erhob ich meine Hand der Nachkommenschaft des Hauses Jakob zum Schwur und gab mich ihnen im Land Ägypten kund und erhob meine Hand ihnen zum Schwur und sprach: Ich bin der Herr, euer Gott! 20.6 An jenem Tag erhob ich für sie meine Hand zum Schwur, dass ich sie aus dem Land Ägypten herausführen würde in ein Land, das ich für sie ausgekundschaftet hatte, das von Milch und Honig überfliesst; die Zierde ist es unter allen Ländern. 20.7 Und ich sprach zu ihnen: Werft die Scheusale weg, an denen eure Augen hängen, und macht euch nicht mit den Götzen Ägyptens unrein! Ich bin der Herr, euer Gott.

20.8 Aber sie waren widerspenstig gegen mich und wollten nicht auf mich hören; keiner warf die Scheusale weg, an denen seine Augen hingen, und die Götzen Ägyptens verliessen sie nicht. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugiessen, meinen Zorn an ihnen zu vollenden mitten im Land Ägypten. 20.9 Aber ich handelte gnädig um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Nationen, in deren Mitte sie waren und vor deren Augen ich mich ihnen kundgegeben hatte, indem ich schwor, sie aus dem Land Ägypten herauszuführen. 20.10 Und ich führte sie aus dem Land Ägypten und brachte sie in die Wüste. 20.11 Und ich gab ihnen meine Ordnungen, und meine Rechtsbestimmungen liess ich sie wissen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt. 20.12 Und auch meine Sabbate gab ich ihnen, dass sie zum Bundes- Zeichen seien zwischen mir und ihnen, damit man erkenne, dass ich, der Herr, es bin, der sie heiligt. – 20.13 Aber das Haus Israel war widerspenstig gegen mich in der Wüste; sie lebten nicht in meinen Ordnungen und verwarfen meine Rechtsbestimmungen, durch die der Mensch, wenn er sie tut, lebt; und meine Sabbate entweihten sie sehr. Da gedachte ich, meinen Grimm in der Wüste über sie auszugiessen, um sie zu vernichten. 20.14 Aber ich handelte gnädig um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Nationen, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte. 20.15 Doch auch erhob ich ihnen meine Hand in der Wüste zum Schwur, dass ich sie nicht in das Land bringen würde, das ich ihnen gegeben hatte, das von Milch und Honig überfliesst – die Zierde ist es unter allen Ländern -, 20.16 weil sie meine Rechtsbestimmungen verwarfen und in meinen Ordnungen nicht lebten und meine Sabbate entweihten; denn ihr Herz lief ihren Götzen nach. 20.17 Aber ich war ihretwegen betrübt, so dass ich sie nicht vernichtete, und ich machte mit ihnen kein Ende in der Wüste.

20.18 Und ich sprach zu ihren Söhnen in der Wüste: Lebt nicht in den Ordnungen eurer Väter, und ihre Rechtsbestimmungen bewahrt nicht, und mit ihren Götzen macht euch nicht unrein! 20.19 Ich bin der Herr, euer Gott: Lebt in meinen Ordnungen, und bewahrt meine Rechtsbestimmungen und tut sie! 20.20 Und heiligt meine Sabbate, damit sie zum Bundes-Zeichen seien zwischen mir und euch, damit ihr erkennt, dass ich der Herr, euer Gott bin. – 20.21 Aber auch die Söhne waren widerspenstig gegen mich; in meinen Ordnungen lebten sie nicht, und meine Rechtsbestimmungen bewahrten sie nicht, sie zu tun, durch die doch der Mensch, wenn er sie tut, lebt. Und meine Sabbate entweihten sie. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszugiessen, meinen Zorn an ihnen zu vollenden in der Wüste. 20.22 Aber ich wandte meine Hand zurück und handelte gnädig um meines Namens willen, damit er nicht entweiht würde vor den Augen der Nationen, vor deren Augen ich sie herausgeführt hatte. 20.23 Doch auch erhob ich ihnen meine Hand in der Wüste zum Schwur, dass ich sie unter die Nationen versprengen und sie in die Länder zerstreuen würde, 20.24 weil sie meine Rechtsbestimmungen nicht taten und meine Ordnungen verwarfen und meine Sabbate entweihten und ihre Augen hinter den Götzen ihrer Väter her waren. 20.25 Und auch ich gab ihnen Ordnungen, die nicht gut waren, und Rechtsbestimmungen, durch die sie nicht leben konnten. 20.26 Und ich machte sie durch ihre Gaben unrein, indem sie alle Erstgeburt des Mutterleibes durch das Feuer gehen liessen: damit ich ihnen Entsetzen einflösste, damit sie erkannten, dass ich der Herr bin.

20.27 Darum, Menschensohn, rede zum Haus Israel und sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Auch noch dadurch haben eure Väter mich gelästert, dass sie Untreue gegen mich begingen: 20.28 Als ich sie in das Land gebracht, das ihnen zu geben ich meine Hand zum Schwur erhoben hatte, ersahen sie sich jeden hohen Hügel und jeden dichtbelaubten Baum und opferten dort ihre Schlachtopfer und gaben dort ihre widerwärtigen Opfergaben und brachten dort ihren wohlgefaelligen Geruch dar und spendeten ihre Trankopfer. 20.29 Und ich sprach zu ihnen: Was ist das für eine Höhe, wohin ihr geht? So wurde ihr Name Bama genannt, bis auf diesen Tag.

20.30 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, Herr: Wollt ihr euch auf die Weise eurer Väter unrein machen und ihren Scheusalen nachhuren? 20.31 Ja, indem ihr eure Gaben darbringt und eure Söhne durchs Feuer gehen lasst, macht ihr euch unrein bis heute an all euren Götzen! Da sollte ich mich von euch befragen lassen, Haus Israel? So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, wenn ich mich von euch befragen lasse! 20.32 Und was in eurem Geist aufgestiegen ist, soll niemals geschehen, dass ihr nämlich sagt: Wir wollen sein wie die Nationen und wie die Geschlechter der Länder, um im Dienst von Holz und Stein zu stehen. 20.33 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, wenn ich nicht mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm als König über euch herrschen werde! 20.24 Und ich werde euch aus den Völkern herausführen und euch aus den Ländern, in die ihr zerstreut worden seid, mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit ausgegossenem Grimm sammeln. 20.35 Und ich werde euch in die Wüste der Völker bringen und dort mit euch ins Gericht gehen von Angesicht zu Angesicht; 20.36 wie ich mit euren Vätern ins Gericht gegangen bin in der Wüste des Landes Ägypten, ebenso werde ich mit euch ins Gericht gehen, spricht der Herr, Herr. 20.37 Und ich werde euch unter dem Hirtenstab hindurchziehen lassen und euch abgezählt hineinbringen. 20.38 Und ich werde von euch ausscheiden, die sich empörten und mit mir brachen; ich werde sie aus dem Land ihrer Fremdlingschaft herausführen, aber in das Land Israel sollen sie nicht kommen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

20.39 Ihr aber, Haus Israel, so spricht der Herr, Herr: Geht doch hin, dient ein jeder seinen Götzen! Aber nachher – solltet ihr wirklich nicht auf mich hören? – dann werdet ihr meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen mit euren Gaben und mit euren Götzen. 20.40 Denn auf meinem heiligen Berg, auf dem hohen Berg Israels, spricht der Herr, Herr, dort wird mir das ganze Haus Israel insgesamt dienen im Land. Dort werde ich sie wohlgefaellig annehmen, und dort werde ich eure Hebopfer einfordern und die Erstlinge eurer Geschenke, all eure heiligen Gaben. 20.41 Beim wohlgefaelligen Geruch eurer Opfer werde ich euch wohlgefaellig annehmen, wenn ich euch aus den Völkern herausführe und euch aus den Ländern sammle, in die ihr zerstreut worden seid, und ich mich an euch als heilig erweise vor den Augen der Nationen. 20.42 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich euch in das Land Israel bringe, in das Land, über das ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, es euren Vätern zu geben. 20.43 Und ihr werdet dort an eure Wege und all eure Taten denken, mit denen ihr euch unrein gemacht habt; und ihr werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen all eurer bösen Taten, die ihr begangen habt. 20.44 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mit euch handle um meines Namens willen und nicht nach euren bösen Wegen und nach euren verderbenbringenden Taten, Haus Israel, spricht der Herr, Herr.

Gottes Gerichtswort über Jerusalem und Ammon.

21.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 21.2 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Süden, und rede zum Mittag hin und weissage gegen den Wald des Gefildes im Südland! 21.3 Und sage zum Wald des Südlandes: Höre das Wort des Herrn! So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden; das wird jeden grünen Baum und jeden dürren Baum in dir verzehren. Die lodernde Flamme wird nicht verlöschen, und vom Süden bis zum Norden werden alle Gesichter durch sie versengt. 21.4 Und alles Fleisch soll sehen, dass ich, der Herr, es angezündet habe. Es wird nicht erlöschen. 21.5 Und ich sprach: Ach, Herr, Herr! Sie sagen von mir: Redet er nicht in Gleichnissen?

21.6 Und das Wort des Herrn geschah zu mir: 21.7 Menschensohn, richte dein Gesicht nach Jerusalem, und rede gegen die Heiligtümer und weissage gegen das Land Israel! 21.8 Und sprich zu dem Land Israel: So spricht der Herr: Siehe, ich will an dich und werde mein Schwert aus seiner Scheide ziehen; und ich werde aus dir den Gerechten und den Ungerechten ausrotten! 21.9 Weil ich aus dir den Gerechten und den Ungerechten ausrotten will, darum soll mein Schwert aus seiner Scheide fahren gegen alles Fleisch vom Süden bis zum Norden. 21.10 Und alles Fleisch wird erkennen, dass ich, der Herr, mein Schwert aus seiner Scheide gezogen habe; es soll nicht wieder dahin zurückkehren. 21.11 Und du, Menschensohn, stöhne! Mit brechenden Hüften und mit bitterem Schmerz sollst du vor ihren Augen stöhnen! 21.12 Und es soll geschehen, wenn sie zu dir sagen: «Weswegen stöhnst du?, dann sollst du sagen: «Wegen der kommenden Nachricht. Und jedes Herz wird zerschmelzen, und alle Hände werden erschlaffen, und jeder Geist wird verzagen, und alle Knie werden von Wasser triefen. Siehe, es kommt und geschieht, spricht der Herr, Herr.

21.13 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 21.14 Menschensohn, weissage! Und du sollst sagen: So spricht der Herr: Sage: Ein Schwert, ein Schwert, geschärft und auch geschliffen! 21.15 Damit es ein Schlachten anrichtet, ist es geschärft; damit es blitzt, ist es geschliffen. – Oder sollen wir uns freuen und sagen: Das Zepter meines Sohnes verwirft alles Holz? – 21.16 Und man hat es zum Schleifen gegeben, um es mit der Faust zu packen. Geschärft ist es, das Schwert, es ist geschliffen, damit man es in die Hand eines Mörders gebe. 21.17 Schreie um Hilfe und heule, Menschensohn! Denn es richtet sich gegen mein Volk, es richtet sich gegen alle Fürsten Israels: Sie sind dem Schwert verfallen samt meinem Volk. Darum schlag dir auf die Hüften! 21.18 Denn die Probe ist gemacht. Und warum sollte es, wenn du sogar das Zepter verwirfst, nicht geschehen? spricht der Herr, Herr. – 21.19 Und du, Menschensohn, weissage und schlag die Hände zusammen! Da verdoppelt sich das Schwert, ja verdreifacht sich, ein Schwert der Erschlagenen ist es, ein gewaltiges Schwert der Erschlagenen, das tief in sie eindringt. 21.20 Damit das Herz verzage und viele zum Stürzen gebracht werden, bringe ich an all ihre Tore das Schlachten des Schwertes! Wehe! Zum Blitzen ist es gemacht, zum Schlachten geschärft. 21.21 Erweise deine Schärfe, und wende dich nach rechts, wende dich nach links, wohin deine Schneide gerade gerichtet ist! 21.22 Und auch ich will meine Hände zusammenschlagen und meinen Grimm stillen. Ich, der Herr, habe geredet.

21.23 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 21.24 Und du, Menschensohn, mache dir zwei Wege, auf denen das Schwert des Königs von Babel kommt! Von einem Land sollen sie beide ausgehen. Und setze einen Wegweiser, an den Anfang des Weges zur Stadt setze ihn! 21.25 Du sollst einen Weg machen, damit das Schwert komme nach Rabba der Söhne Ammon und nach Juda, das nur noch in Jerusalem befestigt ist. 21.26 Denn der König von Babel bleibt am Kreuzweg stehen, am Anfang der beiden Wege, um das Losorakel zu befragen; er schüttelt die Pfeile, befragt die Terafim, beschaut die Leber. 21.27 In seiner Rechten ist das Losorakel «Jerusalem, dass er Sturmböcke aufstelle, den Mund öffne mit Geschrei, die Stimme erhebe mit Kriegsgeschrei, Sturmböcke gegen die Tore aufstelle, Belagerungswaelle aufschütte und Belagerungstürme baue. – 21.28 In ihren Augen aber ist es ihnen wie ein falsches Orakel – sie haben ja die heiligsten Eide -; er aber bringt ihre Schuld in Erinnerung, damit sie gefasst werden.

21.29 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil ihr eure Schuld in Erinnerung bringt, indem eure Verbrechen offenbar werden, so dass eure Sünden in allen euren Taten gesehen werden, weil ihr angezeigt worden seid, werdet ihr mit harter Hand gefasst werden. 21.30 Und du, erschlagener Gottloser, Fürst Israels, dessen Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe! 21.31 So spricht der Herr, Herr: Weg mit dem Kopfbund, und fort mit der Krone! Nichts bleibt, wie es ist. Das Niedrige soll erhöht und das Hohe erniedrigt werden! 21.32 Zu Trümmern, Trümmern, Trümmern mache ich es. Auch das bleibt nicht – bis der kommt, dem das Recht gehört; dem gebe ich es.

21.33 Und du, Menschensohn, weissage und sprich: So spricht der Herr, Herr, über die Söhne Ammon und über ihr Höhnen. Und sprich: Schwert, Schwert, zum Schlachten gezückt, zum Fressen geschliffen, damit es als Blitz dreinfahre, 21.34 um dich, während man dir Nichtiges schaut, während man dir Lüge wahrsagt, an die Haelse der tödlich verwundeten Gottlosen zu legen, deren Tag gekommen ist zur Zeit der endgültigen Strafe! 21.35 Stecke es wieder in seine Scheide! An dem Ort, wo du geschaffen bist, in dem Land deiner Herkunft, werde ich dich richten. 21.36 Und ich werde meinen Zorn über dich ausgiessen, das Feuer meines Grimms gegen dich anfachen; und ich werde dich in die Hand roher Männer geben, die Verderben schmieden. 21.37 Du wirst dem Feuer zum Frass gegeben werden, dein Blut wird mitten im Land sein; an dich wird nicht mehr gedacht werden. Denn ich, der Herr, habe geredet.

Schuld und Bestrafung von Jerusalem und Juda.

22.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 22.2 Und du, Menschensohn, willst du richten, willst du richten die Stadt der Blutschuld? So lass sie alle ihre Greuel erkennen, 22.3 und sage: So spricht der Herr, Herr: Du Stadt, die in ihrer Mitte Blut vergiesst, damit ihre Gerichtszeit komme, und die sich Götzen macht, so dass sie sich unrein mache! 22.4 Durch dein Blut, das du vergossen hast, bist du schuldig geworden; und durch deine Götzen, die du gemacht, hast du dich unrein gemacht; und du hast deine Gerichtstage herbeigeführt und bist zu deinen Jahren gekommen. Darum habe ich dich zum Hohn für die Nationen gemacht und zum Gespött für alle Länder. 22.5 Die dir nahe und die von dir entfernt wohnen, verspotten dich, deren Ruf befleckt, deren Bestürzung gewaltig ist. – 22.6 Siehe, die Fürsten Israels waren in dir – jeder pochte auf seine Macht -, um Blut zu vergiessen. 22.7 Vater und Mutter verachtet man in dir, dem Fremden tut man Gewalt an in deiner Mitte, Waise und Witwe unterdrückt man in dir. 22.8 Meine heiligen Dinge verachtest du, und meine Sabbate entweihst du. 22.9 Verleumder sind in dir, um Blut zu vergiessen. Und auf den Bergen isst man in dir, Schandtaten verübt man in deiner Mitte. 22.10 Die Blösse des Vaters deckt man auf in dir, die in ihrer Absonderung Unreine schwächt man in dir. 22.11 Der eine verübt Greuel mit der Frau seines Nächsten, der andere macht seine Schwiegertochter durch Schandtat unrein, und ein anderer schwächt in dir seine Schwester, die Tochter seines Vaters. 22.12 Bestechungsgeschenke nimmt man in dir, um Blut zu vergiessen; Zins und Aufschlag nimmst du und übervorteilst deinen Nächsten mit Gewalt. Mich aber vergisst du, spricht der Herr, Herr.

22.13 Und siehe, ich schlage in meine Hand wegen deines unrechten Gewinns, den du gemacht hast, und über deine Blutschuld, die in deiner Mitte ist. 22.14 Wird dein Herz fest bleiben, oder werden deine Hände stark sein in den Tagen, da ich mit dir handeln werde? Ich, der Herr, habe geredet und werde handeln. 22.15 Und ich werde dich versprengen unter die Nationen und dich zerstreuen in die Länder und deine Unreinheit ganz aus dir wegschaffen. 22.16 Und du wirst durch dich selbst entweiht werden vor den Augen der Nationen; und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin.

22.17 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 22.18 Menschensohn, das Haus Israel ist für mich zu Schlacken geworden; sie alle sind Kupfer und Zinn und Eisen und Blei im Schmelzofen; Silberschlacken sind sie geworden. 22.19 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil ihr alle zu Schlacken geworden seid, darum, siehe, werde ich euch in Jerusalem zusammentun. 22.20 Wie man Silber und Kupfer und Eisen und Blei und Zinn in einen Schmelzofen zusammentut, um Feuer darunter anzublasen, um es zu schmelzen, so werde ich euch in meinem Zorn und in meinem Grimm zusammentun und euch hineinlegen und schmelzen. 22.21 Und ich werde euch sammeln und das Feuer meines Grimms gegen euch anblasen, dass ihr darin geschmolzen werdet. 22.22 Wie Silber im Ofen geschmolzen wird, so werdet ihr mitten in ihm geschmolzen werden. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, meinen Grimm über euch ausgegossen habe.

22.23 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 22.24 Menschensohn, sprich zu ihm: Du bist ein Land, das nicht benetzt, nicht beregnet ist am Tag des Zorns, 22.25 dessen Obere in seiner Mitte sind wie ein brüllender Löwe, der Beute reisst. Seelen fressen sie, Reichtum und Kostbarkeiten nehmen sie, seine Witwen lassen sie zahlreich werden in seiner Mitte. 22.26 Seine Priester tun meinem Gesetz Gewalt an und entweihen meine heiligen Dinge; zwischen heilig und nicht heilig unterscheiden sie nicht, und den Unterschied zwischen unrein und rein lassen sie nicht erkennen; und vor meinen Sabbaten verhüllen sie ihre Augen. So werde ich in ihrer Mitte entweiht. 22.27 Seine Obersten sind in seiner Mitte wie Wölfe, die Beute reissen, um Blut zu vergiessen, Seelen zugrunde zu richten, damit sie unrechten Gewinn erlangen. 22.28 Und seine Profeten streichen ihnen Tünche darüber, indem sie Nichtiges schauen und ihnen Lügen wahrsagen und sprechen: So spricht der Herr, Herr! Und doch hat der Herr nicht geredet. 22.29 Das Volk des Landes verübt Erpressung und begeht Raub; und den Elenden und Armen unterdrücken sie, und am Fremden handeln sie gegen jedes Recht. 22.30 Und ich suchte einen Mann unter ihnen, der die Mauer zumauern und vor mir für das Land in den Riss treten könnte, damit ich es nicht verheeren müsste; aber ich fand keinen. 22.31 So giesse ich meinen Zorn über sie aus, im Feuer meines Grimms vernichte ich sie, ihren Weg bringe ich auf ihren Kopf, spricht der Herr, Herr.

Die beiden unzüchtigen Schwestern Ohola und Oholiba.

23.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 23.2 Menschensohn, da gab es zwei Frauen, Töchter einer Mutter waren sie. 23.3 Die hurten in Ägypten, bereits in ihrer Jugend hurten sie; dort wurden ihre Brüste gedrückt, und dort betastete man ihren jungfräulichen Busen. 23.4 Die aeltere hiess Ohola und ihre Schwester Oholiba. Und sie wurden mein und gebaren Söhne und Töchter. Und was ihre Namen betrifft: Samaria ist Ohola, und Jerusalem ist Oholiba.

23.5 Und Ohola hurte von mir weg. Und sie hatte Verlangen nach ihren Liebhabern, den kampftüchtigen Assyrern, 23.6 gekleidet in violetten Purpur, den Statthaltern und Befehlshabern, anmutige junge Männer waren sie alle, Reiter, auf Pferden reitend. 23.7 Und sie richtete ihre Hurereien auf sie. Die Auslese der Söhne Assur waren sie alle; und mit allen, nach denen sie Verlangen hatte, und mit all deren Götzen machte sie sich unrein. 23.8 Auch ihre von Ägypten her gewohnten Hurereien liess sie nicht; denn schon in ihrer Jugend hatten sie bei ihr gelegen und hatten ihren jungfräulichen Busen betastet und ihre Hurerei über sie ausgegossen. 23.9 Darum habe ich sie in die Hand ihrer Liebhaber gegeben, in die Hand der Söhne Assur, nach denen sie Verlangen hatte. 23.10 Die haben ihre Blösse aufgedeckt, ihre Söhne und ihre Töchter weggenommen, und sie selbst haben sie mit dem Schwert erschlagen, so dass sie zum Gerede bei den Frauen wurde, und haben Strafgerichte an ihr geuebt.

23.11 Und ihre Schwester Oholiba sah es, und sie trieb es mit ihrem Verlangen verderblicher als sie und mit ihren Hurereien schlimmer als ihre Schwester mit ihren Hurereien. 23.12 Sie bekam Verlangen nach den Söhnen Assur, Statthaltern und Befehlshabern, Kämpfern, prächtig gekleidet, Reitern, auf Pferden reitend; anmutige junge Männer waren sie alle. 23.13 Und ich sah, dass sie sich unrein gemacht hatte: Dieselbe Art hatten sie beide. 23.14 Aber sie trieb ihre Hurereien noch weiter: Denn sie sah Männer in Zeichnung an der Wand, Bilder von Chaldäern, mit roter Farbe eingezeichnet, 23.15 gegürtet mit einem Gurt an ihren Hüften, herabhängenden Turbanen auf ihren Köpfen, sie alle vom Aussehen hervorragender Kämpfer, ein Abbild der Söhne Babels, deren Geburtsland Chaldäa ist. 23.16 Und als ihre Augen sie sahen, bekam sie Verlangen nach ihnen, und sie sandte Boten zu ihnen nach Chaldäa. 23.17 Da kamen die Söhne Babels zu ihr zum Liebeslager und machten sie durch ihre Hurerei unrein. Doch als sie sich an ihnen unrein gemacht hatte, wandte sich ihre Seele jäh von ihnen ab. 23.18 Und als sie so ihre Hurereien aufgedeckt hatte und ihre Blösse aufgedeckt hatte, da wandte sich meine Seele jäh von ihr ab, ebenso wie meine Seele sich von ihrer Schwester jäh abgewandt hatte. 23.19 Sie aber vermehrte noch ihre Hurereien, indem sie an die Tage ihrer Jugend dachte, als sie im Land Ägypten gehurt hatte. 23.20 Und sie bekam Verlangen nach ihren Liebhabern, deren Fleisch wie das Fleisch der Esel und deren Erguss wie der Erguss der Pferde ist. 23.21 Und du sehntest dich nach der Schandtat deiner Jugend, als man in Ägypten deinen Busen betastete um deiner jugendlichen Brüste willen. – 23.22 Darum, Oholiba, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich erwecke gegen dich deine Liebhaber, von denen deine Seele sich jäh abgewandt hat, und lasse sie von allen Seiten über dich kommen: 23.23 die Söhne Babels und alle Chaldäer, Pekod und Schoa und Koa, alle Söhne Assur mit ihnen, anmutige junge Männer, Statthalter und Befehlshaber sind sie alle, hervorragende Kämpfer und Räte, sie alle auf Pferden reitend. 23.24 Die kommen über dich von Norden, mit Wagen und Rädern und Scharen von Völkern; Langschild und Kleinschild und Helm richten sie ringsum gegen dich. Und ich übergebe ihnen das Gericht, und sie werden dich nach ihren Rechtssätzen richten. 23.25 Und ich bringe meinen Eifer über dich, und sie werden im Grimm mit dir verfahren: deine Nase und deine Ohren werden sie abschneiden, und was nach dir übrigbleibt, wird durch das Schwert fallen; deine Söhne und deine Töchter werden sie wegnehmen, und was nach dir übrigbleibt, wird durch das Feuer verzehrt werden. 23.26 Und sie werden dir deine Kleider ausziehen und deine prächtigen Geschmeide nehmen. 23.27 Und ich will ein Ende machen deiner Schandtat von dir und deiner Hurerei vom Land Ägypten her, so dass du deine Augen nicht mehr zu ihnen erheben und nicht mehr denken wirst an Ägypten.

23.28 Denn so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich gebe dich in die Hand derer, die du hasst, in die Hand derer, von denen deine Seele sich jäh abgewandt hat. 23.29 Und sie werden voller Hass mit dir verfahren und all dein Erworbenes wegnehmen und dich nackt und bloss zurücklassen. Da sollen deine hurerische Blösse und deine Schandtat und deine Hurereien aufgedeckt werden. 23.30 Das wird dir geschehen, weil du den Nationen nachgehurt, weil du dich mit ihren Götzen unrein gemacht hast. 23.31 Auf dem Weg deiner Schwester bist du gegangen, so gebe ich ihren Becher in deine Hand. 23.32 So spricht der Herr, Herr: Du wirst den Becher deiner Schwester trinken, den tiefen und weiten – zum Gelächter und zum Spott wird sie -, der so viel fasst. 23.33 Von Trunkenheit und Kummer wirst du voll werden; ein Becher des Entsetzens und der Verödung ist der Becher deiner Schwester Samaria. 23.34 Und du wirst ihn trinken und ausschlürfen und wirst seine Scherben benagen und deine Brüste zerreissen; denn ich habe geredet, spricht der Herr, Herr. – 23.35 Darum, so spricht der Herr, Herr: Weil du mich vergessen und mich hinter deinen Rücken geworfen hast, so trage du auch deine Schandtat und deine Hurereien!

23.36 Und der Herr sprach zu mir: Menschensohn, willst du die Ohola und die Oholiba richten? Dann halte ihnen ihre Greuel vor! 23.37 Denn sie haben Ehebruch getrieben, und Blut ist an ihren Händen, und mit ihren Götzen haben sie Ehebruch getrieben; und sogar ihre Kinder, die sie mir geboren hatten, haben sie ihnen zum Frass durch das Feuer gehen lassen. 23.38 Und dies haben sie mir noch dazu angetan: Sie haben am selben Tag mein Heiligtum unrein gemacht und meine Sabbate entweiht. 23.39 Denn wenn sie ihre Söhne für ihre Götzen schlachteten, dann kamen sie am selben Tag in mein Heiligtum, es zu entweihen; und siehe, so haben sie es mitten in meinem Haus getrieben. 23.40 Ja, sie haben sogar Boten zu Männern gesandt, die von fernher kommen sollten – zu denen ein Bote gesandt worden war; und siehe, sie kamen! -, für die du dich gebadet, deine Augen geschminkt und dir Schmuck angelegt hast 23.41 und dich auf ein prunkvolles Polster gesetzt hast, vor dem ein Tisch bereitet war; und darauf hast du mein Räucherwerk und mein Öl gestellt. 23.42 Und mit lärmender Stimme sang man den Männern zu wegen der Menge der Menschen, die aus der Wüste gekommen waren; und sie legten Armringe an ihre Hände und setzten prachtvolle Kronen auf ihre Köpfe.

23.43 Da sprach ich: Noch immer Ehebruch für die Verbrauchte? Jetzt treibt man ihre Hurereien, und sie freut sich darüber. 23.44 Und man ging zu ihr ein, wie man zu einer Hure eingeht; so gingen sie ein zu Ohola und zu Oholiba, den unzüchtigen Frauen. 23.45 Aber gerechte Männer, die werden sie richten nach dem Recht für Ehebrecherinnen und nach dem Recht für solche, die Blut vergiessen; denn sie sind Ehebrecherinnen, und Blut ist an ihren Händen. – 23.46 Denn so spricht der Herr, Herr: Man führe eine Versammlung gegen sie herauf, und gebe sie der Misshandlung und der Plünderung preis! 23.47 Und die Versammlung soll sie steinigen und sie mit ihren Schwertern zerhauen; ihre Söhne und ihre Töchter soll man erschlagen und ihre Häuser mit Feuer vernichten! 23.48 Und so werde ich die Schandtat aus dem Land wegschaffen, damit alle Frauen sich warnen lassen und nicht nach eurer Schandtat handeln. 23.49 Und sie werden eure Schandtat auf euch bringen, und die Sünden ,die ihr mit euren Götzen begangen habt, werdet ihr tragen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.

Der Kochtopf als Bild für die Zerstörung Jerusalems -- Keine Klage Hesekiels über den Tod seiner Frau als Zeichenhandlung für das unbeklagte Jerusalem.

24.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir im neunten Jahr, im zehnten Monat, am Zehnten des Monats: 24.2 Menschensohn, schreibe dir den Namen des Tages auf, ebendieses Tages! An ebendiesem Tag wirft sich der König von Babel mit seinem Heer auf Jerusalem.

24.3 Und rede ein Gleichnis zu dem widerspenstigen Haus, und sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Setze den Topf auf, setze ihn auf, und giesse auch Wasser hinein! 24.4 Lege seine Fleischstücke zusammen hinein, lauter gute Stücke, Lende und Schulter; auserlesene Knochen fülle ein! 24.5 Nimm auserlesene Schafe, und schichte auch ringsherum die Holzstücke darunter; lass seine Fleischstücke sieden; auch seine Knochen sollen darin kochen! – 24.6 Darum, so spricht der Herr, Herr: Wehe, Stadt der Blutschuld! Topf, an dem sein Rost ist und dessen Rost nicht von ihm abgeht! Stück für Stück leere ihn aus, ohne dass darüber das Los gefallen ist. 24.7 Denn ihr Blut ist in ihrer Mitte: sie hat es auf den kahlen Felsen getan, sie hat es nicht auf die Erde gegossen, dass man es mit Staub bedecken könnte. 24.8 Um Zorn heraufzuführen, um Rache zu üben, habe ich ihr Blut auf den kahlen Felsen getan, damit es nicht bedeckt wird. – 24.9 Darum, so spricht der Herr, Herr: Wehe, Stadt der Blutschuld! Auch ich werde den Holzstoss gross machen. 24.10 Häufe das Holz, zünde das Feuer an, koche das Fleisch gar, und schütte die Brühe weg, und die Knochen sollen angebrannt werden! 24.11 Und stelle ihn leer auf seine Kohlen, damit seine Bronze heiss wird und glüht und seine Unreinheit in ihm schmilzt, sein Rost abgeht! 24.12 Vergebliche Mühe! Sein vieler Rost geht nicht von ihm ab. Ins Feuer mit seinem Rost! – 24.13 Wegen deiner schändlichen Unreinheit, weil ich dich reinigte, du aber nicht rein wurdest, so wirst du nun von deiner Unreinheit nicht mehr rein werden, bis ich meinen Grimm an dir gestillt habe. 24.14 Ich, der Herr, habe geredet. Es kommt, und ich tue es; ich lasse nicht nach; ich bin deinetwegen nicht betrübt und lasse es mich nicht gereuen. Nach deinen Wegen und nach deinen Taten richte ich dich, spricht der Herr, Herr.

24.15 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 24.16 Menschensohn, siehe, ich nehme die in deinen Augen Begehrenswerte von dir weg durch plötzlichen Tod. Du aber sollst nicht klagen und nicht weinen, und keine Träne soll dir kommen. 24.17 Stöhne bewegungslos, Totenklage stell nicht an; binde dir deinen Kopfbund um, und zieh deine Schuhe an deine Füsse! Deinen Bart sollst du nicht verhüllen und Brot der Trauer nicht essen!

24.18 Und ich redete zum Volk am Morgen, und am Abend starb meine Frau. Und ich tat am Morgen, wie mir befohlen war. 24.19 Da sprach das Volk zu mir: Willst du uns nicht mitteilen, was uns das bedeuten soll, dass du so handelst? 24.20 Da sagte ich zu ihnen: Das Wort des Herrn geschah zu mir so: 24.21 Sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich entweihe mein Heiligtum, den Stolz eurer Macht, das in euren Augen Begehrenswerte und das Verlangen eurer Seele. Und eure Söhne und eure Töchter, die ihr zurückgelassen habt, werden durchs Schwert fallen. 24.22 Dann werdet ihr tun, wie ich getan habe: den Bart werdet ihr nicht verhüllen und Brot der Trauer nicht essen, 24.23 und eure Kopfbunde werden auf euren Köpfen bleiben und eure Schuhe an euren Füssen. Ihr werdet nicht klagen und nicht weinen, sondern werdet dahinschwinden in euren Sünden und seufzen einer zum andern hin. 24.24 So wird Hesekiel für euch zum Wahrzeichen werden; nach allem, was er getan hat, werdet ihr tun. Wenn es kommt, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.

24.25 Und du, Menschensohn, siehe, an dem Tag, da ich ihre Zuflucht wegnehme von ihnen, die Freude ihrer Pracht, das in ihren Augen Begehrenswerte und die Sehnsucht ihrer Seelen, ihre Söhne und ihre Töchter; 24.26 an jenem Tag wird ein Entkommener zu dir kommen, um es deine Ohren vernehmen zu lassen. 24.27 An jenem Tag wird dein Mund geoeffnet werden vor dem Entkommenen, und du wirst reden und nicht mehr stumm sein. So sollst du ihnen zu einem Wahrzeichen werden; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Drohreden gegen Ammon, Moab, Edom und die Filister.

25.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 25.2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen die Söhne Ammon, und weissage über sie 25.3 und sage zu den Söhnen Ammon: Hört das Wort des Herrn, Herrn! So spricht der Herr, Herr: Da du «Haha! sagst über mein Heiligtum, weil es entweiht ist, und über das Land Israel, weil es verwüstet ist, und über das Haus Juda, weil sie in die Gefangenschaft gegangen sind: 25.4 darum, siehe, werde ich dich den Söhnen des Ostens zum Besitz geben, und sie werden ihre Zeltlager in dir aufschlagen und ihre Wohnungen in dir errichten; sie werden deine Früchte essen, und sie werden deine Milch trinken. 25.5 Und ich werde Rabba zum Weideplatz der Kamele machen und die Söhne Ammon zur Lagerstätte der Schafe. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. – 25.6 Denn so spricht der Herr, Herr: Weil du in die Hände geklatscht und mit dem Fuss gestampft hast und dich von Herzen mit all deiner Verachtung über das Land Israel gefreut hast: 25.7 siehe, darum strecke ich meine Hand gegen dich aus und gebe dich den Nationen zur Beute, und ich rotte dich aus den Völkern aus und tilge dich aus den Ländern aus. Ich werde dich vernichten, und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin.

25.8 So spricht der Herr, Herr: Weil Moab und Seir sagen: «Siehe, das Haus Juda ist wie alle Nationen: 25.9 darum, siehe, werde ich die Berghänge Moabs entblössen von den Städten, von seinen Städten ohne Ausnahme, der Zierde des Landes, Bet-Jeschimot, Baal-Meon und bis nach Kirjatajim hin, 25.10 und ich gebe es den Söhnen des Ostens zum Besitz zu den Söhnen Ammon hinzu, damit an die Söhne Ammon nicht mehr gedacht wird unter den Nationen. 25.11 So werde ich an Moab Strafgerichte üben; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

25.12 So spricht der Herr, Herr: Weil Edom mit Rachsucht gegen das Haus Juda gehandelt und sie sich sehr schuldig gemacht haben, als sie sich an ihnen rächten: 25.13 darum, so spricht der Herr, Herr, werde ich meine Hand gegen Edom ausstrecken und Menschen und Vieh aus ihm ausrotten; und ich werde es von Teman an zur Trümmerstätte machen, und bis nach Dedan hin werden sie durchs Schwert fallen. 25.14 Und ich werde meine Rache an Edom in die Hand meines Volkes Israel legen, und sie werden an Edom handeln nach meinem Zorn und nach meinem Grimm. Und sie werden meine Rache erkennen, spricht der Herr, Herr.

25.15 So spricht der Herr, Herr: Weil die Filister mit Rachsucht gehandelt und sich rachsüchtig gerächt haben mit Verachtung aus vollem Herzen zur Zerstörung in ewiger Feindschaft: 25.16 darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich strecke meine Hand gegen die Filister aus und rotte die Kreter aus und tilge den Überrest an der Küste des Meeres aus. 25.17 Und ich werde mit grimmigen Züchtigungen grosse Rache an ihnen üben. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich meine Rache über sie bringe.

Drohrede gegen Tyrus.

26.1 Und es geschah im elften Jahr, am Ersten des Monats, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 26.2 Menschensohn, weil Tyrus über Jerusalem sagt: «Haha! Zerbrochen ist das Tor der Völker; es faellt mir zu; ich werde erfüllt, sie ist verwüstet!: 26.3 darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Tyrus! Und ich werde viele Nationen gegen dich heraufführen, wie das Meer seine Wellen heraufführt. 26.4 Und sie werden die Mauern von Tyrus zerstören und seine Türme abbrechen; und ich werde seine Erde von ihm wegfegen und es zum kahlen Felsen machen. 26.5 Ein Trockenplatz für Netze soll es werden mitten im Meer, denn ich habe geredet, spricht der Herr, Herr, und es wird den Nationen zur Beute werden. 26.6 Und seine Töchter, die auf dem Feld sind, sollen mit dem Schwert erschlagen werden. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

26.7 Denn so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich lasse Nebukadnezar, den König von Babel, den König der Könige, von Norden her über Tyrus kommen, mit Pferden und Wagen und Reitern und einem Aufgebot und mit viel Volk. 26.8 Deine Töchter wird er auf dem Feld mit dem Schwert erschlagen. Und er wird Belagerungstürme gegen dich aufstellen und einen Belagerungswall gegen dich aufschütten und Langschilde gegen dich aufrichten 26.9 und den Stoss seines Mauerbrechers gegen deine Mauern richten und deine Türme mit seinen Brecheisen niederreissen. 26.10 Von der Menge seiner Pferde wird dich ihr Staub bedecken; vor dem Lärm der Reiter und Räder und Wagen werden deine Mauern erbeben, wenn er in deine Tore einzieht, wie man in eine Stadt voller Breschen einzieht. 26.11 Mit den Hufen seiner Pferde wird er alle deine Strassen zerstampfen; dein Volk wird er mit dem Schwert erschlagen, und die Gedenksteine deiner Macht werden zu Boden sinken. 26.12 Und sie werden dein Vermögen rauben und deinen Handelsgewinn plündern und deine Mauern abbrechen und deine prächtigen Häuser niederreissen; und deine Steine und dein Holz und deinen Schutt werden sie mitten ins Wasser schütten. 26.13 Und ich werde das Getön deiner Lieder zum Schweigen bringen, und der Klang deiner Zithern wird nicht mehr gehört werden. 26.14 Und ich werde dich zum kahlen Felsen machen; ein Trockenplatz für Netze sollst du werden, du wirst nicht wieder aufgebaut werden. Denn ich, der Herr, habe geredet, spricht der Herr, Herr.

26.15 So spricht der Herr, Herr, zu Tyrus: Werden nicht vom Gedröhn deines Sturzes, wenn der Durchbohrte stöhnt, wenn in deiner Mitte gemordet wird, die Inseln erbeben? 26.16 Und alle Fürsten des Meeres werden von ihren Thronen herabsteigen und ihre Mäntel ablegen und ihre buntgewirkten Kleider ausziehen. In Schrecken werden sie sich kleiden, werden auf der Erde sitzen, immer wieder erzittern und sich über dich entsetzen. 26.17 Und sie werden ein Klagelied über dich erheben und zu dir sagen: Wie bist du verloren gegangen, vom Meer verschwunden, du berühmte Stadt, die mächtig auf dem Meer war, sie und ihre Bewohner, die allen, die dort wohnten, ihren Schrecken einflösste. 26.18 Nun erzittern die Inseln am Tag deines Sturzes; und entsetzt sind die Inseln im Meer wegen deines Endes.

26.19 Denn so spricht der Herr, Herr: Wenn ich dich zu einer verwüsteten Stadt mache, den Städten gleich, die nicht mehr bewohnt werden; wenn ich die Flut über dich heraufsteigen lasse und dich die gewaltigen Wasser bedecken, 26.20 dann lasse ich dich hinabfahren mit denen, die in die Grube hinabfahren zum Volk der Urzeit, und lasse dich in den Tiefen unter der Erde wohnen, in den Trümmerstätten von der Vorzeit her, mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind, damit du nicht mehr bewohnt wirst und erstehst im Land der Lebenden. 26.21 Tödlichen Schrecknissen gebe ich dich preis; und du wirst nicht mehr sein, und du wirst gesucht, aber nicht wiedergefunden werden für ewig, spricht der Herr, Herr.

Klagelied über den Untergang der Stadt Tyrus.

27.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 27.2 Und du, Menschensohn, erhebe ein Klagelied über Tyrus, 27.3 und sage zu Tyrus, das an den Zugängen zum Meer wohnt und Handel treibt mit den Völkern nach vielen Inseln hin: So spricht der Herr, Herr: Tyrus, du sagst: Ich bin von vollkommener Schönheit! 27.4 Dein Gebiet ist im Herzen der Meere; deine Bauleute haben deine Schönheit vollkommen gemacht. 27.5 Aus Wacholder vom Senir bauten sie dir auf beiden Seiten alle Planken; sie nahmen Zedern vom Libanon, um auf dir einen Mast zu machen; 27.6 aus Eichen von Baschan machten sie deine Ruder; dein Deck machten sie aus Elfenbein, eingefasst in Zypressen von den Inseln der Kittäer. 27.7 Byssus in Buntwirkerei aus Ägypten war dein Segel, um dir als Flagge zu dienen; violetter und roter Purpur von den Inseln Elischas war dein Kajütendach. 27.8 Die Bewohner von Sidon und Arwad waren deine Ruderer; deine Weisen, Tyrus, waren in dir, sie waren deine Matrosen; 27.9 die Ältesten von Gebal und seine Weisen waren in dir als Ausbesserer deiner Lecks.

Alle Schiffe des Meeres und ihre Seeleute waren in dir, um deine Tauschwaren einzutauschen. 27.10 Söldner aus Paras und Lud und Put waren in deinem Heer als deine Kriegsleute; Schild und Helm hängten sie in dir auf, die verliehen dir Glanz. 27.11 Die Söhne Arwads waren mit deinem Heer auf deinen Mauern ringsum, und die Gammaditer waren auf deinen Türmen; ihre Schilde hängten sie ringsum an deinen Mauern auf. Die machten deine Schönheit vollkommen. 27.12 Tarsis war dein Aufkäufer wegen der Fülle an allem Besitz; für Silber, Eisen, Zinn und Blei gaben sie deine Waren. 27.13 Jawan, Tubal und Meschech waren Händler für dich; für Menschenseelen und bronzene Geräte gaben sie deine Tauschware. 27.14 Aus dem Haus Togarma: Für Zugpferde, Reitpferde und Maulesel gaben sie deine Waren. 27.15 Die Söhne Dedans waren deine Händler. Viele Inseln waren Aufkäufer in deinem Dienst: Elefantenzähne und Ebenholz erstatteten sie dir als Abgabe. 27.16 Edom war Aufkäufer für dich wegen der Fülle deiner Erzeugnisse; für Rubin, roten Purpur und Buntwirkerei und Byssus und Korallen und Edelsteine gaben sie deine Waren. 27.17 Juda und das Land Israel, sie waren deine Händler; für Weizen aus Minnit und Feigen und Honig und Öl und Balsam gaben sie deine Tauschware. 27.18 Damaskus war dein Aufkäufer wegen der Fülle deiner Erzeugnisse, wegen der Fülle an allem Besitz, gegen Wein von Helbon und Wolle von Zachar. 27.19 Und Wein gaben sie für deine Ware; bearbeitetes Eisen, Zimtblüten und Würzrohr waren da für deine Tauschware. 27.20 Dedan war deine Händlerin mit Satteldecken zum Reiten. 27.21 Arabien und alle Fürsten von Kedar, sie waren Aufkäufer in deinem Dienst; für Lämmer und Widder und Böcke, für sie waren sie deine Aufkäufer. 27.22 Die Kaufleute von Saba und Ragma waren deine Händler; für das Beste von allem Balsam und für allerlei Edelsteine und Gold gaben sie deine Waren. 27.23 Haran und Kanne und Eden, die Händler von Saba, dazu Assur und ganz Medien waren deine Händlerschaft. 27.24 Sie waren deine Händler für Prachtgewänder, für Mäntel aus violettem Purpur und Buntwirkerei und für Teppiche aus zweifarbigem Gewebe, für gewundene und feste Seile auf deinem Markt. 27.25 Die Schiffe von Tarsis waren deine Karawanen für deine Tauschware. Und du wurdest mit Reichtum angefüllt und sehr herrlich im Herzen der Meere.

27.26 Deine Ruderer führten dich über gewaltige Wasser; der Ostwind aber zerbrach dich im Herzen der Meere. 27.27 Dein Besitz und deine Waren, deine Tauschwaren, deine Seeleute und deine Matrosen, die Ausbesserer deiner Lecks und die, die deine Tauschwaren eintauschten, und alle deine Kriegsleute, die in dir sind, und dein ganzes Aufgebot, das in deiner Mitte ist, werden ins Herz der Meere fallen am Tag deines Sturzes. 27.28 Von dem lauten Geschrei deiner Matrosen werden die Weidegebiete erbeben. 27.29 Und alle, die das Ruder führen, die Seeleute, alle Matrosen des Meeres, werden von ihren Schiffen herabsteigen, werden an Land bleiben 27.30 und werden ihre Stimme über dich hören lassen und bitter schreien; und sie werden Staub auf ihre Köpfe werfen, sich in der Asche waelzen. 27.31 Und sie werden sich deinetwegen eine Glatze scheren und sich Sacktuch umgürten und werden deinetwegen weinen in Bitterkeit der Seele mit bitterer Totenklage. 27.32 Und sie werden ein Klagelied über dich erheben in ihrem Jammern und werden über dich klagen: Wer ist wie Tyrus, wie die Vernichtete mitten im Meer! 27.33 Als deine Waren von den Meeren herkamen, sättigtest du viele Völker; mit der Menge deiner Besitztümer und deiner Tauschwaren hast du die Könige der Erde reich gemacht. 27.34 Jetzt bist du zerbrochen, von den Meeren verschwunden in den Tiefen des Wassers, und deine Tauschwaren und dein ganzes Aufgebot in deiner Mitte ist gesunken. 27.35 Alle Bewohner der Inseln entsetzen sich über dich, und ihren Königen stehen die Haare zu Berge, ihre Gesichter sind verstört. 27.36 Die Aufkäufer unter den Völkern pfeifen über dich. Zum Schrecken bist du geworden und bist dahin auf ewig.

Drohrede und Klagelied über den Fürsten von Tyrus.

28.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 28.2 Menschensohn, sage zum Fürsten von Tyrus: So spricht der Herr, Herr: Weil dein Herz hoch hinaus will und du sagst: «Gott bin ich, den Wohnsitz der Götter bewohne ich im Herzen der Meere! – während du doch nur ein Mensch bist und nicht Gott; du aber erhebst dein Herz, als wäre es Gottes Herz – 28.3 siehe, du bist weiser als Daniel, nichts Verborgenes ist dunkel für dich; 28.4 durch deine Weisheit und durch deinen Verstand hast du dir Reichtum erworben und hast Gold und Silber in deine Schatzkammern geschafft; 28.5 durch die Grösse deiner Weisheit hast du mit deinem Handel deinen Reichtum vermehrt, dein Herz wollte wegen deines Reichtums hoch hinaus -: 28.6 darum, so spricht der Herr, Herr: Weil du dein Herz erhebst, als wäre es Gottes Herz, 28.7 darum, siehe, ich bringe Fremde über dich, die gewalttätigsten Nationen, die werden ihre Schwerter ziehen gegen die Schönheit deiner Weisheit und werden deinen Glanz entweihen. 28.8 In die Grube werden sie dich hinabfahren lassen, und du wirst den Tod eines Erschlagenen sterben im Herzen der Meere. 28.9 Wirst du dann angesichts deiner Mörder auch noch sagen: «Gott bin ich!, während du doch nur ein Mensch bist und nicht Gott, in der Hand derer, die dich durchbohren? 28.10 Den Tod von Unbeschnittenen wirst du sterben durch die Hand der Fremden; denn ich habe geredet, spricht der Herr, Herr.

28.11 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 28.12 Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den König von Tyrus und sage ihm: So spricht der Herr, Herr: Du warst das vollendete Siegel, voller Weisheit und vollkommen an Schönheit, 28.13 du warst in Eden, dem Garten Gottes; aus Edelsteinen jeder Art war deine Decke: Karneol, Topas und Jaspis, Türkis, Onyx und Jade, Safir, Rubin und Smaragd; und Arbeit in Gold waren deine Ohrringe und deine Perlen an dir; am Tag, als du geschaffen wurdest, wurden sie bereitet. 28.14 Du warst ein mit ausgebreiteten Flügeln schirmender Cherub, und ich hatte dich dazu gemacht; du warst auf Gottes heiligem Berg, mitten unter feurigen Steinen gingst du einher. 28.15 Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Unrecht an dir fand. 28.16 Durch die Menge deines Handels fülltest du dein Inneres mit Gewalttat und sündigtest. Und ich verstiess dich vom Berg Gottes und trieb dich ins Verderben, du schirmender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine. 28.17 Dein Herz wollte hoch hinaus wegen deiner Schönheit, du hast deine Weisheit zunichte gemacht um deines Glanzes willen. Ich habe dich zu Boden geworfen, habe dich vor Königen dahingegeben, damit sie ihre Lust an dir sehen. 28.18 Durch die Menge deiner Sünden, in der Unredlichkeit deines Handels, hast du deine Heiligtümer entweiht. Darum habe ich aus deiner Mitte ein Feuer ausgehen lassen, das hat dich verzehrt, und ich habe dich zu Asche auf der Erde gemacht vor den Augen aller, die dich sehen. 28.19 Alle, die dich kennen unter den Völkern, entsetzen sich über dich; ein Schrecken bist du geworden und bist dahin auf ewig!

Drohrede gegen Sidon -- Die zukünftige Heilszeit für Israel.

28.20 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 28.21 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen Sidon und weissage über es, 28.22 und sage: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Sidon, und will mich in deiner Mitte verherrlichen; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich Strafgerichte an ihm übe und mich an ihm als heilig erweise. 28.23 Und ich werde die Pest hineinsenden und Blut auf seine Strassen; und Erschlagene werden in seiner Mitte fallen durch das Schwert, das von allen Seiten über es kommt. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. – 28.24 Und für das Haus Israel soll es nicht mehr einen stechenden Dorn und einen schmerzenden Stachel geben von allen Nachbarn um sie her, die sie verachten. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.

28.25 So spricht der Herr, Herr: Wenn ich das Haus Israel aus den Völkern sammle, unter die sie zerstreut worden sind, und ich mich an ihnen vor den Augen der Nationen als heilig erweise, dann werden sie in ihrem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe. 28.26 Und sie werden in Sicherheit darin wohnen und Häuser bauen und Weinberge pflanzen; und sie werden in Sicherheit wohnen, wenn ich Strafgerichte geuebt habe an allen, die sie verachteten aus ihrer Umgebung. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, ihr Gott.

Drohrede gegen Ägypten und Ankündigung späterer Wiederherstellung -- Ägypten als ausgleichenden Lohn für Nebukadnezars mühevolle Belagerung von Tyrus.

29.1 Im zehnten Jahr, im zehnten Monat, am Zwölften des Monats, geschah das Wort des Herrn zu mir so: 29.2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen den Farao, den König von Ägypten, und weissage über ihn und über ganz Ägypten. 29.3 Rede und sage: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Farao, König von Ägypten, du grosses Seeungeheuer, das inmitten seiner Ströme liegt, das da sagt: «Mein Strom gehört mir, und ich selbst habe ihn mir gemacht. 29.4 Ich lege Haken in deine Kinnbacken und lasse die Fische deiner Ströme an deinen Schuppen haften und ziehe dich aus deinen Strömen herauf mit allen Fischen deiner Ströme, die an deinen Schuppen haften. 29.5 Und ich werfe dich in die Wüste, dich und alle Fische deiner Ströme; auf die Fläche des Feldes wirst du fallen. Du wirst nicht aufgelesen und nicht eingesammelt: den Tieren der Erde und den Vögeln des Himmels gebe ich dich zum Frass, 29.6 und alle Bewohner von Ägypten werden erkennen, dass ich der Herr bin. Weil du dem Haus Israel eine Stütze aus Schilfrohr gewesen bist – 29.7 wenn sie dich mit der Hand fassten, knicktest du ein und rissest ihnen die ganze Schulter auf; und wenn sie sich auf dich lehnten, zerbrachst du und liessest ihnen allen die Hüften wanken -: 29.8 darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich bringe das Schwert über dich und rotte aus dir Menschen und Vieh aus; 29.9 und das Land Ägypten wird zur Einöde und Trümmerstätte werden. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. Weil du sagst: «Der Strom gehört mir, und ich selbst habe ihn gemacht: 29.10 darum, siehe, will ich an dich und an deine Ströme; und ich mache das Land Ägypten zu Trümmerstätten der Verwüstung, zur Einöde, von Migdol bis nach Syene, bis an die Grenze von Kusch. 29.11 Der Fuss eines Menschen wird es nicht durchwandern, und der Fuss eines Tieres wird es nicht durchwandern, und es wird vierzig Jahre lang nicht bewohnt sein. 29.12 Und ich mache das Land Ägypten zu einer Einöde mitten unter verödeten Ländern, und seine Städte werden mitten unter zertrümmerten Städten eine Einöde sein, vierzig Jahre lang; und ich werde die Ägypter unter die Nationen versprengen und sie in die Länder zerstreuen. – 29.13 Denn so spricht der Herr, Herr: Am Ende von vierzig Jahren werde ich die Ägypter aus den Völkern sammeln, wohin sie versprengt wurden; 29.14 und ich werde das Geschick Ägyptens wenden und sie in das Land Patros, in das Land ihrer Herkunft, zurückbringen, und dort werden sie ein niedriges Königreich sein. 29.15 Und es wird niedriger sein als die anderen Königreiche und sich nicht mehr über die Nationen erheben; und ich will sie vermindern, so dass sie nicht mehr über die Nationen herrschen. 29.16 Und sie sollen für das Haus Israel nicht mehr zum Anlass für falsches Vertrauen werden, das Schuld in Erinnerung bringt, wenn die Israeliten sich zu ihnen hinwenden. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, Herr, bin.

29.17 Und es geschah im 27. Jahr, im ersten Monat, am Ersten des Monats, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 29.18 Menschensohn, Nebukadnezar, der König von Babel, hat sein Heer eine schwere Arbeit tun lassen gegen Tyrus. Jeder Kopf ist kahl geworden, und jede Schulter ist blank gescheuert; aber Lohn ist ihm und seinem Heer von Tyrus nicht zuteil geworden für die Arbeit, die er gegen es geleistet hat. 29.19 Darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich gebe Nebukadnezar, dem König von Babel, das Land Ägypten; und er wird seinen Prunk wegtragen und seinen Raub rauben und seine Beute erbeuten; das wird der Lohn für sein Heer sein. 29.20 Als seinen Lohn, für den er gearbeitet hat, habe ich ihm das Land Ägypten gegeben, weil sie für mich gearbeitet haben, spricht der Herr, Herr. – 29.21 An jenem Tag werde ich dem Haus Israel ein Horn hervorsprossen lassen, und dir gebe ich Freimut zum Reden in ihrer Mitte; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Weitere Aussprüche zum bevorstehenden Gericht über Ägypten.

30.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 30.2 Menschensohn, weissage und sage: So spricht der Herr, Herr: Heult! Wehe, der Tag! 30.3 Denn nahe ist der Tag; ja, nahe ist der Tag des Herrn, ein Tag des Gewölks: Gerichtszeit der Nationen wird er sein. 30.4 Und das Schwert kommt gegen Ägypten; und Zittern herrscht in Kusch, wenn der Erschlagene in Ägypten faellt und man seinen Prunk wegnimmt und wenn seine Grundfesten niedergerissen werden. 30.5 Kusch und Put und Lud und das ganze Völkergemisch und Kub und die Söhne des Bundeslandes werden mit ihnen durchs Schwert fallen. 30.6 So spricht der Herr: Da werden alle, die Ägypten stützen, fallen, und herabstürzen wird der Stolz seiner Macht; von Migdol bis nach Syene werden sie darin durchs Schwert fallen, spricht der Herr, Herr. 30.7 Und sie werden zur Wüste mitten unter verwüsteten Ländern, und seine Städte werden mitten unter verödeten Städten sein. 30.8 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich Feuer an Ägypten lege und alle seine Helfer zerschmettert werden. 30.9 An jenem Tag werden Boten in Schiffen ausfahren von mir, um das sichere Kusch aufzuschrecken; und Zittern wird unter ihnen herrschen am Tag Ägyptens. Denn siehe, es kommt!

30.10 So spricht der Herr, Herr: Ja, ich werde den Prunk Ägyptens wegschaffen durch die Hand Nebukadnezars, des Königs von Babel. 30.11 Er und sein Volk mit ihm, die gewalttätigsten Nationen, werden herangeführt werden, um das Land zu verheeren; und sie werden ihre Schwerter gegen Ägypten ziehen und das Land mit Erschlagenen füllen. 30.12 Und ich werde die Ströme zum trockenen Land machen und das Land in die Hand böser Menschen verkaufen und das Land und seine Fülle durch die Hand Fremder verwüsten. Ich, der Herr, habe geredet.

30.13 So spricht der Herr, Herr: Ja, ich werde die Götzen zugrunderichten und die Götzen aus Nof wegschaffen, und der Fürst aus dem Land Ägypten wird bald nicht mehr sein; und ich werde Furcht in das Land Ägypten bringen. 30.14 Und ich werde Patros verwüsten, Feuer an Zoan legen und Strafgerichte üben an No. 30.15 Und ich werde meinen Grimm ausgiessen über Sin, das Bollwerk Ägyptens; und den Prunk von No werde ich ausrotten. 30.16 Und ich werde Feuer an Ägypten legen; Sin wird sich in Krämpfen winden, und No wird aufgebrochen werden, und Nof – Gegner bei Tage! 30.17 Die jungen Männer von On und Pi-Beseth werden durchs Schwert fallen, und sie selbst werden in die Kriegsgefangenschaft gehen. 30.18 Und zu Tachpanhes wird der Tag sich verfinstern, wenn ich dort die Jochstäbe Ägyptens zerbreche und der Stolz seiner Macht darin ein Ende nimmt. Gewölk wird es bedecken, und seine Tochterstädte werden in die Kriegsgefangenschaft gehen. 30.19 So werde ich Strafgerichte an Ägypten üben; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

30.20 Und es geschah im elften Jahr, im ersten Monat, am Siebten des Monats, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 30.21 Menschensohn, den Arm des Farao, des Königs von Ägypten, habe ich zerbrochen; und siehe, er ist nicht verbunden worden, ihm Heilung zu verschaffen, indem man einen Verband angelegt hätte, ihn zu verbinden, um ihn zu stärken, damit er das Schwert fassen kann. – 30.22 Darum, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an den Farao, den König von Ägypten, und zerbreche seine Arme, den starken und den zerbrochenen, und lasse das Schwert seiner Hand entfallen. 30.23 Und ich versprenge die Ägypter unter die Nationen und zerstreue sie in die Länder. 30.24 Und ich stärke die Arme des Königs von Babel und gebe mein Schwert in seine Hand; die Arme des Farao aber zerbreche ich, dass er wie ein vom Schwert Durchbohrter vor ihm ächzen wird. 30.25 Und ich stärke die Arme des Königs von Babel, aber die Arme des Farao werden sinken. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich mein Schwert in die Hand des Königs von Babel gebe und er es gegen das Land Ägypten ausstreckt. 30.26 Und ich werde die Ägypter unter die Nationen versprengen und sie in die Länder zerstreuen; und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Grösse und Sturz des Farao.

31.1 Und es geschah im elften Jahr, im dritten Monat, am Ersten des Monats, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 31.2 Menschensohn, sage zum Farao, dem König von Ägypten, und zu seinem Prunk: Wem gleichst du in deiner Grösse? 31.3 Siehe, eine Zypresse, eine Zeder auf dem Libanon, mit schönen Zweigen – ein schattenspendender Wald – und von hohem Wuchs; und zwischen den Wolken war ihr Wipfel. 31.4 Die Wasser zogen sie gross, die Flut liess sie hochaufwachsen. Ihre Ströme hatte sie ausgehen lassen rings um ihre Pflanzung, und sie hatte ihre Kanaele ausgesandt zu allen Bäumen des Feldes. 31.5 Darum war ihr Wuchs höher als alle Bäume des Feldes; und ihre Zweige wurden zahlreich und ihre Äste lang von den vielen Wassern, als sie ihre Zweige ausbreitete. 31.6 In ihren Zweigen nisteten alle Vögel des Himmels, und unter ihren Ästen warfen alle Tiere des Feldes ihre Jungen; und in ihrem Schatten wohnten all die vielen Nationen. 31.7 Und sie war schön in ihrer Grösse und in der Länge ihrer Zweige; denn ihre Wurzel war an vielen Wassern. 31.8 Die Zedern kamen ihr nicht gleich im Garten Gottes, die Zweige der Wacholder waren nicht zu vergleichen mit ihren Zweigen, und die Äste der Platanen waren nicht wie ihre Äste; kein Baum im Garten Gottes glich ihr in ihrer Schönheit. 31.9 Ich hatte sie schön gemacht in der Menge ihrer Zweige; und alle Bäume Edens, die im Garten Gottes waren, beneideten sie.

31.10 Darum, so hat der Herr, Herr gesprochen: Weil sie hoch geworden ist an Wuchs und sie ihren Wipfel bis zwischen die Wolken streckte und ihr Herz sich wegen ihrer Höhe erhob, 31.11 so werde ich sie in die Hand des Mächtigen der Nationen geben. Nach ihrer Gottlosigkeit soll er mit ihr handeln; ich habe sie verstossen. 31.12 Und Fremde, die gewalttätigsten Nationen, hieben sie um und warfen sie hin; auf die Berge und in alle Taeler fielen ihre Zweige, und ihre Äste wurden zerbrochen in allen Bachrinnen des Landes. Und alle Völker der Erde zogen aus ihrem Schatten weg und liessen sie liegen; 31.13 auf ihrem gefaellten Stamm liessen sich alle Vögel des Himmels nieder, und auf ihren Ästen waren alle Tiere des Feldes, 31.14 damit keine Bäume am Wasser sich mehr erheben mit ihrem Wuchs und ihren Wipfel bis zwischen die Wolken strecken und keine wassertrinkenden Bäume sich auf sich selbst stellen in ihrer Höhe. Denn sie alle sind dem Tod preisgegeben, hin zum Land der Tiefe, mitten unter den Menschenkindern, zu denen, die in die Grube hinabgefahren sind.

31.15 So spricht der Herr, Herr: Am Tag, als sie in den Scheol hinabfuhr, habe ich um ihretwillen die Tiefe in Trauer versetzt, ich habe sie verhüllt und ihre Ströme zurückgehalten; die grossen Wasser wurden gehemmt, und den Libanon hüllte ich in Trauer um ihretwillen, alle Bäume des Feldes wurden um ihretwillen ohnmächtig. 31.16 Vom Getöse ihres Falls liess ich die Nationen erbeben, als ich sie in den Scheol hinabfahren liess mit denen, die in die Grube hinabfahren. Und alle Bäume Edens, das Auserlesene und Beste des Libanon, alle Wassertrinkenden, trösteten sich im Land der Tiefe. 31.17 Auch sie fuhren mit ihr in den Scheol hinab zu den vom Schwert Erschlagenen, und es kamen um, die in ihrem Schatten wohnten, mitten unter den Nationen.

31.18 Wem gleichst du so an Herrlichkeit und an Grösse unter den Bäumen Edens? So wirst du mit den Bäumen Edens hinabgestürzt werden ins Land der Tiefe. Mitten unter den Unbeschnittenen wirst du liegen, bei den vom Schwert Erschlagenen. Das ist der Farao und sein ganzer Prunk, spricht der Herr, Herr.

Klagelied über den Farao -- Farao im Scheol.

32.1 Und es geschah im zwölften Jahr, im zwölften Monat, am Ersten des Monats, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 32.2 Menschensohn, erhebe ein Klagelied über den Farao, den König von Ägypten, und sage zu ihm: Einem Junglöwen unter den Nationen bist du gleich geworden; und doch warst du wie ein Seeungeheuer in den Meeren und sprudeltest mit deinen Nüstern und trübtest die Wasser mit deinen Füssen und wühltest ihre Ströme auf. 32.3 So spricht der Herr, Herr: Daher werde ich mein Fangnetz über dich ausspannen durch eine Schar vieler Völker, und man wird dich in meinem Garn heraufziehen. 32.4 Und ich werfe dich auf das Land, schleudere dich auf das freie Feld; und ich mache, dass sich alle Vögel des Himmels auf dir niederlassen und sich die Tiere der ganzen Erde von dir sättigen. 32.5 Und ich lege dein Fleisch auf die Berge und fülle die Taeler mit deinem Aas. 32.6 Und ich tränke das Land mit deinem Ausfluss von deinem Blut auf den Bergen, und die Bachrinnen werden mit dir angefüllt sein. 32.7 Und ich werde, wenn ich dich auslösche, den Himmel bedecken und seine Sterne verdunkeln; ich werde die Sonne mit Gewölk bedecken, und der Mond wird sein Licht nicht scheinen lassen. 32.8 Alle leuchtenden Lichter am Himmel werde ich deinetwegen verdunkeln, und ich werde Finsternis über dein Land bringen, spricht der Herr, Herr.

32.9 Und ich werde das Herz vieler Völker beunruhigen, wenn ich deinen Zusammenbruch über die Nationen kommen lasse, in Länder, die du nicht gekannt hast. 32.10 Und ich werde vielen Völkern deinetwegen Entsetzen einflössen, und ihren Königen werden deinetwegen die Haare zu Berge stehen, wenn ich mein Schwert vor ihnen schwinge; und sie werden immer wieder erzittern, jeder um sein Leben, am Tag deines Falls. – 32.11 Denn so spricht der Herr, Herr: Das Schwert des Königs von Babel wird über dich kommen. 32.12 Durch die Schwerter von Helden werde ich deine Menge faellen: die Gewalttätigsten der Nationen sind sie alle; und sie werden den Hochmut Ägyptens zerstören, und sein ganzer Prunk wird ausgetilgt. 32.13 Und ich werde all sein Vieh an den vielen Wassern zugrunde richten, so dass der Fuss des Menschen sie nicht mehr trübt, noch die Klauen des Viehs sie trüben. 32.14 Dann werde ich ihre Wasser klären und ihre Flüsse wie Öl fliessen lassen, spricht der Herr, Herr. – 32.15 Wenn ich das Land Ägypten zu einer Einöde mache und wenn das Land ohne seine Fülle verwüstet daliegt, wenn ich alle, die darin wohnen, schlage, dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin. 32.16 Das ist ein Klagelied, und man soll es als Klagelied singen, die Töchter der Nationen sollen es als Klagelied singen; sie sollen es als Klagelied singen über Ägypten und über seinen ganzen Prunk, spricht der Herr, Herr.

32.17 Und es geschah im zwölften Jahr, am Fünfzehnten des Monats, da geschah das Wort des Herrn zu mir so: 32.18 Menschensohn, wehklage über den Prunk Ägyptens, und stürze ihn hinab, Ägypten und die Töchter mächtiger Nationen, in das Land der Tiefen, zu denen, die in die Grube hinabgefahren sind! 32.19 Wen übertriffst du jetzt noch an Anmut? Fahr hinab, und lege dich zu den Unbeschnittenen! 32.20 Mitten unter den vom Schwert Erschlagenen sollen sie fallen! Das Schwert ist ihnen bestimmt. Schleppt mit Ägypten auch seinen ganzen Prunk herbei! 32.21 Es reden mit ihm die gewaltigen Helden mitten aus dem Scheol, mit ihm und seinen Helfern. Sie sind hinabgefahren, sie liegen da, die Unbeschnittenen, die vom Schwert Erschlagenen.

32.22 Dort ist Assur und sein ganzes Aufgebot rings um sein Grab her: sie alle, Erschlagene, durchs Schwert Gefallene, 32.23 Assur, dem seine Gräber in der tiefsten Grube gegeben worden sind, und sein Aufgebot ist rings um sein Grab her begraben. Sie alle sind Erschlagene, durchs Schwert Gefallene, die einst Schrecken verbreiteten im Land der Lebenden.

32.24 Dort ist Elam und sein ganzer Prunk rings um sein Grab her, sie alle, Erschlagene, durchs Schwert Gefallene, die als Unbeschnittene ins Land der Tiefen hinabgefahren sind, die einst ihren Schrecken verbreitet hatten im Land der Lebenden; und sie tragen ihre Schmach mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind. 32.25 Mitten unter Erschlagenen hat man ihm ein Lager gegeben mit seinem ganzen Prunk rings um sein Grab her. Sie alle sind Unbeschnittene, vom Schwert Erschlagene, weil einst ihr Schrecken verbreitet war im Land der Lebenden; und sie tragen nun ihre Schmach mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind. Mitten unter Erschlagene ist er gelegt.

32.26 Dort ist Meschech-Tubal und sein ganzer Prunk; rings um sein Grab her, sie alle, Unbeschnittene, sie sind vom Schwert erschlagen, weil sie ihren Schrecken verbreitet hatten im Land der Lebenden. 32.27 Und sie liegen nicht bei den Helden, die in der Vorzeit gefallen sind, die in den Scheol hinabfuhren mit ihren Kriegswaffen und die ihre Schwerter unter ihre Häupter legten und deren Schilde auf ihren Gebeinen liegen; denn der Schrecken vor den Helden hatte einst im Land der Lebenden geherrscht. – 32.28 Auch du ,Ägypten, wirst mitten unter Unbeschnittenen zerschmettert werden und bei den vom Schwert Erschlagenen liegen.

32.29 Dort ist Edom, seine Könige und all seine Fürsten, die in ihrer Heldenkraft zu den vom Schwert Erschlagenen gelegt wurden; sie liegen bei den Unbeschnittenen und bei denen, die in die Grube hinabgefahren sind.

32.30 Dort sind die Fürsten des Nordens insgesamt und alle Sidonier, die zu den Erschlagenen hinabgefahren sind und trotz ihres Schreckens ,den sie einflössten, in ihrer Heldenkraft zuschanden geworden sind; und sie liegen als Unbeschnittene bei den vom Schwert Erschlagenen und tragen ihre Schmach mit denen, die in die Grube hinabgefahren sind.

32.31 Sie alle wird der Farao sehen und sich über seinen ganzen Prunk trösten. Vom Schwert Erschlagene sind der Farao und sein ganzes Heer, spricht der Herr, Herr. 32.32 Denn ich habe Schrecken vor ihm verbreitet im Land der Lebenden; und so wird er sich mitten unter Unbeschnittene legen mit den vom Schwert Erschlagenen, der Farao und sein ganzer Prunk, spricht der Herr, Herr.

Hesekiels Dienst als Wächter.

33.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 33.2 Menschensohn, rede zu den Söhnen deines Volkes, und sage zu ihnen: Wenn ich das Schwert über ein Land bringe, und das Volk des Landes nimmt einen Mann aus seiner Gesamtheit und setzt ihn sich als Wächter ein, 33.3 und er sieht das Schwert über das Land kommen und stösst ins Horn und warnt das Volk, 33.4 wenn dann einer den Schall des Horns hört, sich aber nicht warnen lässt, und das Schwert kommt und rafft ihn weg: so wird sein Blut auf seinem Kopf bleiben. 33.5 Er hat den Schall des Horns gehört, hat sich aber nicht warnen lassen; sein Blut wird auf ihm bleiben. Doch hat er sich warnen lassen, so hat er seine Seele gerettet. 33.6 Wenn aber der Wächter das Schwert kommen sieht, und er stösst nicht ins Horn, und das Volk wird nicht gewarnt, und das Schwert kommt und rafft von ihnen eine Seele weg: so wird dieser um seiner Schuld willen weggerafft; aber sein Blut werde ich von der Hand des Wächters fordern.

33.7 Dich nun, Menschensohn, habe ich als Wächter für das Haus Israel eingesetzt. Du sollst das Wort aus meinem Mund hören und sie vor mir warnen. 33.8 Wenn ich zu dem Gottlosen sage: «Du Gottloser, du musst sterben!, du aber redest nicht, um den Gottlosen vor seinem Weg zu warnen, so wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. 33.9 Wenn du jedoch den Gottlosen vor seinem Weg warnst, damit er von ihm umkehrt, er aber von seinem Weg nicht umkehrt, so wird er um seiner Schuld willen sterben; du aber hast deine Seele gerettet.

33.10 Und du, Menschensohn, sage zum Haus Israel: So sprecht ihr und sagt: Unsere Vergehen und unsere Sünden sind auf uns, und in ihnen schwinden wir dahin. Wie könnten wir leben? 33.11 Sage zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr: Wenn ich Gefallen habe am Tod des Gottlosen! Wenn nicht vielmehr daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt! Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen! Ja, warum wollt ihr sterben, Haus Israel? 33.12 Und du, Menschensohn, sage zu den Söhnen deines Volkes: Die Gerechtigkeit des Gerechten wird ihn nicht retten am Tag seines Vergehens; und die Gottlosigkeit des Gottlosen – er wird durch sie nicht stürzen an dem Tag, da er von seiner Gottlosigkeit umkehrt. Und die Gerechtigkeit des Gerechten – er wird durch sie nicht leben können an dem Tag, da er sündigt. 33.13 Wenn ich dem Gerechten sage: «Leben soll er!, und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Unrecht, so wird all seiner gerechten Taten nicht gedacht werden, sondern um seines Unrechts willen, das er getan hat, deswegen wird er sterben. 33.14 Wenn ich aber zum Gottlosen sage: Sterben musst du! und er kehrt von seiner Sünde um und übt Recht und Gerechtigkeit, 33.15 so dass der Gottlose das Pfand zurückgibt, Geraubtes erstattet, in den Ordnungen, die zum Leben führen, lebt, ohne Unrecht zu tun, so soll er am Leben bleiben, er soll nicht sterben. 33.16 All seiner Sünden, die er begangen hat, soll ihm nicht gedacht werden; Recht und Gerechtigkeit hat er geuebt: er soll am Leben bleiben.

33.17 Und die Söhne deines Volkes sagen: Der Weg des Herrn ist nicht recht, wo doch ihr eigener Weg nicht recht ist. 33.18 Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut, so wird er deswegen sterben. 33.19 Und wenn der Gottlose von seiner Gottlosigkeit umkehrt und Recht und Gerechtigkeit übt, so wird er um ihretwillen leben. 33.20 Ihr aber sagt: Der Weg des Herrn ist nicht recht. Ich werde euch richten, jeden nach seinen Wegen, Haus Israel.

Nachricht vom Fall Jerusalems.

33.21 Und es geschah im zwölften Jahr unserer Wegführung, im zehnten Monat, am Fünften des Monats, da kam ein Entkommener aus Jerusalem zu mir und sagte: Die Stadt ist geschlagen! 33.22 Und die Hand des Herrn war am Abend über mich gekommen vor der Ankunft des Entkommenen, und er hatte meinen Mund geoeffnet auf den Augenblick hin, als jener am Morgen zu mir hereinkam. So wurde mein Mund wieder geoeffnet, und ich war nicht mehr stumm.

Gerichtsrede: Nur Hören und kein Tun.

33.23 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 33.24 Menschensohn, die Bewohner jener Trümmerstätten im Land Israel sagen: Abraham war ein einzelner, und er nahm das Land in Besitz; wir aber sind viele, uns ist das Land erst recht zum Besitz gegeben! 33.25 Darum sage zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Ihr esst euer Opferfleisch mit dem Blut und erhebt eure Augen zu euren Götzen und vergiesst Blut! Da solltet ihr das Land besitzen? 33.26 Ihr verlasst euch auf euer Schwert, verübt Greuel und macht ein jeder die Frau seines Nächsten unrein! Da solltet ihr das Land besitzen? 33.27 So sollst du zu ihnen sagen: So spricht der Herr, Herr: So wahr ich lebe, wenn nicht alle, die in den Trümmerstätten leben, durchs Schwert fallen, und wenn ich nicht jeden, der auf dem freien Feld ist, den wilden Tieren hingebe, dass sie ihn fressen; und wenn nicht die, die in den Festungen und in den Höhlen sind, an der Pest sterben! 33.28 Und ich mache das Land zur Öde und zum Grausen, und der Stolz seiner Macht wird ein Ende haben; und die Berge Israels werden wüst daliegen, so dass niemand darüber hinwandert. 33.29 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich das Land zur Öde und zum Grausen mache wegen all ihrer Greuel, die sie verübt haben.

33.30 Und du, Menschensohn, die Söhne deines Volkes reden über dich an den Wänden und in den Türen der Häuser; und einer redet mit dem anderen, jeder mit seinem Bruder, und sagt: Kommt doch und hört, was das für ein Wort ist, das vom Herrn ausgeht. 33.31 Und sie kommen zu dir, wie eben Volk zusammenkommt, und sitzen vor dir als mein Volk und hören deine Worte, aber sie tun sie nicht, denn Liebesverlangen ist in ihrem Mund; danach handeln sie, ihr Herz läuft ihrem unrechten Gewinn nach. 33.32 Und siehe, du bist ihnen wie einer, der ein Liebeslied singt, der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht; und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht. 33.33 Wenn es aber kommt – siehe, es kommt! -, so werden sie erkennen, dass ein Profet in ihrer Mitte war.

Gerichtsrede gegen die treulosen Hirten Israels -- Verheissungen Gottes als des Hirten seiner Herde, des Volkes Israel.

34.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 34.2 Menschensohn, weissage über die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen, den Hirten: So spricht der Herr, Herr: Wehe den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen die Hirten nicht die Herde weiden? 34.3 Die Milch geniesst ihr, und mit der Wolle kleidet ihr euch, das fette Vieh schlachtet ihr – die Herde weidet ihr nicht. 34.4 Die Schwachen habt ihr nicht gestärkt und das Kranke nicht geheilt und das Gebrochene nicht verbunden und das Versprengte nicht zurückgebracht und das Verlorene nicht gesucht, sondern mit Härte habt ihr über sie geherrscht und mit Gewalt. 34.5 Und sie zerstreuten sich, weil sie ohne Hirten waren, und wurden allen Tieren des Feldes zum Frass. So zerstreuten sich 34.6 und irrten umher meine Schafe. Auf allen Bergen und auf jedem hohen Hügel und über das ganze Land hin sind meine Schafe zerstreut worden, und da ist niemand, der nach ihnen fragt, und niemand, der sie sucht. – 34.7 Darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn! 34.8 So wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr: Fürwahr, weil meine Schafe zum Raub und meine Schafe allen Tieren des Feldes zum Frass geworden sind, weil kein Hirte da war und meine Hirten nicht nach meinen Schafen fragten und die Hirten sich selbst weideten, nicht aber meine Schafe weideten, 34.9 darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn! 34.10 So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an die Hirten, und ich werde meine Schafe von ihrer Hand fordern und will ihnen ein Ende machen, dass sie nicht länger meine Schafe weiden. Und die Hirten sollen nicht mehr sich selbst weiden; und ich werde meine Schafe aus ihrem Rachen retten, dass sie ihnen nicht mehr zum Frass seien.

34.11 Denn so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich bin es, und ich will nach meinen Schafen fragen und mich ihrer annehmen. 34.12 Wie ein Hirte sich seiner Herde annimmt am Tag, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich meiner Schafe annehmen und werde sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. 34.13 Und ich werde sie herausführen aus den Völkern und sie aus den Ländern sammeln und sie in ihr Land kommen lassen; und ich werde sie weiden auf den Bergen Israels, an den Bachrinnen und an allen Wohnplätzen des Landes. 34.14 Auf guter Weide werde ich sie weiden, und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein; dort, auf den Bergen Israels werden sie auf gutem Weideplatz lagern und fette Weide beweiden. 34.15 Ich selbst will meine Schafe weiden, und ich selbst will sie lagern, spricht der Herr, Herr. 34.16 Das Verlorene will ich suchen und das Versprengte zurückbringen, und das Gebrochene will ich verbinden, und das Kranke will ich stärken; das Fette aber und das Starke werde ich austilgen; mit meinem Recht werde ich sie weiden.

34.17 Und ihr, meine Herde, so spricht der Herr, Herr: Siehe, ich werde richten zwischen Schaf und Schaf, den Widdern und den Böcken. 34.18 Ist es euch zu wenig: die gute Weide weidet ihr ab, und den Rest eurer Weide zerstampft ihr mit euren Füssen, das klare Wasser trinkt ihr, und das restliche trübt ihr mit euren Füssen? 34.19 Und meine Schafe sollen abweiden, was eure Füsse zerstampft haben, und trinken, was eure Füsse getrübt haben? 34.20 Darum, so spricht der Herr, Herr, zu ihnen: Siehe, ich bin es, und ich werde richten zwischen fettem Schaf und magerem Schaf. 34.21 Weil ihr all die Schwachen mit Seite und Schulter verdrängt und mit euren Hörnern stosst, bis ihr sie nach draussen zerstreut habt, 34.22 so will ich meine Schafe retten, damit sie nicht mehr zum Raub werden; und ich werde richten zwischen Schaf und Schaf.

34.32 Und ich werde einen Hirten über sie einsetzen, der wird sie weiden: meinen Knecht David, der wird sie weiden, und der wird ihr Hirte sein. 34.24 Und ich, der Herr, werde ihnen Gott sein, und mein Knecht David wird Fürst in ihrer Mitte sein. Ich, der Herr, habe geredet. 34.25 Und ich werde einen Bund des Friedens mit ihnen schliessen und werde die bösen Tiere aus dem Land austilgen; und in der Wüste werden sie sicher wohnen und in den Waeldern schlafen können. 34.26 Und ich werde sie und die Umgebungen meines Hügels zum Segen machen; und ich werde den Regen fallen lassen zu seiner Zeit, Regengüsse des Segens werden es sein. 34.27 Und der Baum des Feldes wird seine Frucht geben, und das Land wird seinen Ertrag geben; und sie werden in ihrem Land sicher sein. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich die Stangen ihres Joches zerbreche und sie aus der Hand derer errette, die sie knechteten. 34.28 Und sie werden den Nationen nicht mehr zum Raub werden, und die wilden Tiere der Erde werden sie nicht mehr fressen; sondern sie werden in Sicherheit wohnen, und niemand wird sie aufschrecken. 34.29 Und ich werde ihnen eine Pflanzung zum Ruhm erstehen lassen, und sie werden nicht mehr durch Hunger im Land weggerafft werden und die Schmähung der Nationen nicht mehr ertragen müssen. 34.30 Und sie werden erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott, mit ihnen bin und dass sie, das Haus Israel, mein Volk sind, spricht der Herr, Herr. 34.31 Und ihr, meine Herde, ihr Menschen seid die Herde meiner Weide; ich aber bin euer Gott, spricht der Herr, Herr.

Drohrede gegen Edom.

35.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 35.2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen das Gebirge Seir, und weissage über es 35.3 und sage zu ihm: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Gebirge Seir; und ich strecke meine Hand gegen dich aus und mache dich zum Entsetzen und Grausen; 35.4 deine Städte mache ich zur Trümmerstätte, und du selbst wirst Ödland sein. Und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin.

35.5 Weil du eine beständige Feindschaft hegtest und die Söhne Israel der Gewalt des Schwertes preisgabst zur Zeit ihres Unglücks, zur Zeit der endgültigen Strafe, 35.6 darum, so wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, ja, ich mache dich zu Blut, und Blut wird dich verfolgen; weil du Blut nicht gehasst hast, soll Blut dich verfolgen. 35.7 Und ich mache das Gebirge Seir zum Entsetzen und Grausen und rotte den, der hinzieht und zurückkehrt aus ihm, aus. 35.8 Und seine Berge fülle ich mit seinen Erschlagenen an. Auf deinen Hügeln und in deinen Taelern und in allen deinen Bachrinnen sollen vom Schwert Erschlagene fallen. 35.9 Zu ewigen Einöden mache ich dich, und deine Städte sollen nicht mehr bewohnt werden. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

35.10 Weil du sagst: Die beiden Nationen und die beiden Länder gehören mir, und ich nehme sie in Besitz, wo doch der Herr dort war: 35.11 darum, so wahr ich lebe, spricht der Herr, Herr, werde ich an dir handeln nach deinem Zorn und nach deiner Eifersucht, mit denen du aus Hass gegen sie gehandelt hast; und ich werde mich ihnen zu erkennen geben, wenn ich dich gerichtet habe. 35.12 Und du wirst erkennen, dass ich, der Herr, alle deine Lästerungen gehört habe, die du gegen die Berge Israels ausgesprochen hast, indem du sagtest: Sie liegen verwüstet da, uns sind sie zum Frass gegeben. 35.13 Und ihr habt mit eurem Mund gegen mich grossgetan und eure Worte gegen mich frech gemacht; ich habe es gehört. 35.14 So spricht der Herr, Herr: Wie du dich gefreut hast, dass das ganze Land eine Einöde war, so will ich dir tun. 35.15 Wie du deine Freude hattest an dem Erbteil des Hauses Israel, weil es verwüstet war, ebenso werde ich dir tun: eine Einöde sollst du werden, Gebirge Seir und ganz Edom insgesamt! Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Verheissung der Wiederherstellung Israels -- Anerkennung der Grösse Gottes durch die Völker

36.1 Und du, Menschensohn, weissage über die Berge Israels und sprich: Berge Israels, hört das Wort des Herrn! 36.2 So spricht der Herr, Herr: Weil der Feind über euch sagt: «Haha! und: «Die ewigen Höhen, sie sind uns zum Besitz geworden!: 36.3 darum weissage und sprich: So spricht der Herr, Herr: Deshalb, ja, deshalb, weil man euch verwüstet und euch nachstellt von allen Seiten her, so dass ihr dem Rest der Nationen zum Besitz geworden und ins Gerede der Zunge und ins Geschwätz der Leute gekommen seid, 36.4 darum, ihr Berge Israels, hört das Wort des Herrn, Herrn! So spricht der Herr, Herr, zu den Bergen und zu den Hügeln, zu den Bachrinnen und zu den Taelern, zu den wüst daliegenden Trümmerstätten und zu den verlassenen Städten, die für den Rest der Nationen ringsum zur Plünderung und zum Spott geworden sind; 36.5 darum, so spricht der Herr, Herr: Wahrlich, im Feuer meines Eifers habe ich gegen den Rest der Nationen geredet und gegen Edom insgesamt, die sich mein Land zum Besitz gemacht haben mit der ganzen Schaden-freude des Herzens, mit Verachtung der Seele, um sein Weideland zur Plünderung zu haben! 36.6 Darum weissage über das Land Israel, und sage zu den Bergen und zu den Hügeln, zu den Bachrinnen und zu den Taelern: So spricht der Herr, Herr: Siehe, in meinem Eifer und in meinem Grimm habe ich geredet, weil ihr die Schmach der Nationen getragen habt. 36.7 Darum, so spricht der Herr, Herr: Ich, ich habe meine Hand zum Schwur erhoben: Wenn die Nationen, die rings um euch her sind, ihre Schmach nicht selbst tragen! 36.8 Ihr aber, Berge Israels, ihr werdet für mein Volk Israel eure Zweige treiben und eure Frucht tragen, denn sie sind nahe daran zu kommen. 36.9 Denn siehe, ich werde zu euch kommen, und ich will mich zu euch wenden, und ihr werdet bebaut und besät werden. 36.10 Und ich werde die Menschen auf euch vermehren, das ganze Haus Israel insgesamt; und die Städte werden wieder bewohnt sein und die Trümmerstätten aufgebaut werden. 36.11 Und ich werde Menschen und Vieh auf euch vermehren, und sie werden sich vermehren und fruchtbar sein; und ich werde euch bewohnt sein lassen wie in euren früheren Zeiten und werde euch Gutes tun mehr als in euren Anfängen. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. 36.12 Und ich werde Menschen, mein Volk Israel, auf euch gehen lassen, und sie werden dich in Besitz nehmen, und du wirst ihnen zum Erbe sein; und du wirst sie nicht mehr länger kinderlos machen. – 36.13 So spricht der Herr, Herr: Weil sie zu euch sagen: Eine Menschenfresserin bist du und hast deine Nation kinderlos gemacht, 36.14 darum wirst du nicht mehr Menschen fressen und wirst deine Nation nicht mehr kinderlos machen, spricht der Herr, Herr. 36.15 Und ich will dich nicht mehr die Schmähung der Nationen hören lassen, und das Höhnen der Völker sollst du nicht mehr ertragen müssen; und du sollst deine Nation nicht mehr kinderlos machen, spricht der Herr, Herr.

36.16 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 36.17 Menschensohn, als das Haus Israel noch in seinem Land wohnte, da machten sie es unrein durch ihren Weg und durch ihre Taten, wie die Unreinheit der Monatsregel war ihr Weg vor mir. 36.18 Da goss ich meinen Grimm über sie aus wegen des Blutes, das sie im Lande vergossen, und weil sie es mit ihren Götzen unrein gemacht hatten. 36.19 Und ich versprengte sie unter die Nationen, und sie wurden in die Länder zerstreut; nach ihrem Weg und nach ihren Taten richtete ich sie. 36.20 So kamen sie zu den Nationen, aber wohin sie auch kamen, da entweihten sie meinen heiligen Namen, indem man von ihnen sagte: «Das Volk des Herrn sind diese, und aus seinem Land haben sie hinausziehen müssen. 36.21 Da tat es mir leid um meinen heiligen Namen, den das Haus Israel unter den Nationen entweiht hatte, wohin sie auch kamen.

36.22 Darum sage zum Haus Israel: So spricht der Herr, Herr: Nicht um euretwillen handle ich, Haus Israel, sondern um meines heiligen Namens willen, den ihr entweiht habt unter den Nationen, zu denen ihr gekommen seid. 36.23 Und ich werde meinen grossen, unter den Nationen entweihten Namen heiligen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, spricht der Herr, Herr, wenn ich mich vor ihren Augen an euch als heilig erweise. 36.24 Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen. 36.25 Und ich werde reines Wasser auf euch sprengen, und ihr werdet rein sein; von all euren Unreinheiten und von all euren Götzen werde ich euch reinigen. 36.26 Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. 36.27 Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, dass ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. 36.28 Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich, werde euch zum Gott sein. 36.29 Und ich werde euch befreien von all euren Unreinheiten. Und ich werde das Getreide herbeirufen und es vermehren und keine Hungersnot mehr auf euch bringen; 36.30 und ich werde die Frucht des Baumes und den Ertrag des Feldes vermehren, damit ihr nicht mehr das Höhnen wegen einer Hungersnot hinnehmen müsst unter den Nationen. 36.31 Und ihr werdet an eure bösen Wege denken und an eure Taten, die nicht gut waren, und werdet an euch selbst Ekel empfinden wegen eurer Sünden und wegen eurer Greuel. 36.32 Nicht um euretwillen tue ich es, spricht der Herr, Herr, das sollt ihr wissen. Schämt euch und werdet beschämt vor euren Wegen, Haus Israel!

36.33 So spricht der Herr, Herr: An dem Tag, da ich euch von all euren Sünden reinige, da werde ich die Städte bewohnt sein lassen, und die Trümmerstätten sollen aufgebaut werden. 36.34 Und das verwüstete Land soll bebaut werden, statt dass es als Einöde daliegt vor den Augen jedes Vorüberziehenden. 36.35 Und man wird sagen: Dieses Land da, das verwüstete, ist wie der Garten Eden geworden, und die verödeten und verwüsteten und niedergerissenen Städte sind befestigt und bewohnt. 36.36 Und die Nationen, die rings um euch her übrigbleiben, werden erkennen, dass ich, der Herr, das Niedergerissene aufbaue, das Verwüstete bepflanze. Ich, der Herr, habe geredet, ich werde es auch tun.

36.37 So spricht der Herr, Herr: Auch noch darin werde ich mich vom Haus Israel bitten lassen, es für sie zu tun: Ich werde sie zahlreich werden lassen an Menschen wie eine Herde. 36.38 Wie Opferschafe, wie die Schafe von Jerusalem zu seinen Festzeiten, so werden die verödeten Städte voller Menschenherden sein. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Die Vision von den Totengebeinen.

37.1 Die Hand des Herrn kam über mich, und er führte mich im Geist des Herrn hinaus und liess mich nieder mitten im Tal; und dieses war voller Gebeine. 37.2 Und er führte mich ringsherum an ihnen vorüber; und siehe, es waren sehr viele auf der Fläche des Tales, und siehe, sie waren sehr vertrocknet. 37.3 Und er sprach zu mir: Menschensohn, werden diese Gebeine wieder lebendig? Und ich sagte: Herr, Herr, du weisst es. 37.4 Da sprach er zu mir: Weissage über diese Gebeine und sage zu ihnen: Ihr vertrockneten Gebeine, hört das Wort des Herrn! 37.5 So spricht der Herr, Herr, zu diesen Gebeinen: Siehe, ich bringe Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet. 37.6 Und ich lege Sehnen an euch und lasse Fleisch über euch wachsen und überziehe euch mit Haut, und ich gebe Odem in euch, dass ihr wieder lebendig werdet. Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin.

37.7 Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Da entstand ein Geräusch, als ich weissagte, und siehe, ein Getöse: und die Gebeine rückten zusammen, Gebein an Gebein. 37.8 Und ich sah, und siehe, es entstanden Sehnen an ihnen, und Fleisch wuchs, und Haut zog sich über sie oben darüber; aber es war noch kein Odem in ihnen. 37.9 Und er sprach zu mir: Weissage dem Odem, weissage, Menschensohn, und sprich zu dem Odem: So spricht der Herr, Herr: Komm von den vier Winden her, du Odem, und hauche diese Erschlagenen an, dass sie wieder lebendig werden! 37.10 Da weissagte ich, wie er mir befohlen hatte; und der Odem kam in sie, und sie wurden wieder lebendig und standen auf ihren Füssen, ein sehr, sehr grosses Heer.

37.11 Und er sprach zu mir: Menschensohn, diese Gebeine, sie sind das ganze Haus Israel. Siehe, sie sagen: Unsere Gebeine sind vertrocknet, und unsere Hoffnung ist verloren; es ist aus mit uns. 37.12 Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich öffne eure Gräber und lasse euch aus euren Gräbern heraufkommen als mein Volk und bringe euch ins Land Israel. 37.13 Und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. 37.14 Und ich gebe meinen Geist in euch, dass ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet erkennen, dass ich, der Herr, geredet und es getan habe, spricht der Herr.

Die Zukunft des geeinten Reiches unter einem Herrscher.

37.15 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 37.16 Und du, Menschensohn, nimm dir ein Stück Holz und schreibe darauf: «Für Juda und für die Söhne Israel, seine Gefährten. Und nimm noch ein anderes Stück Holz und schreibe darauf: «Für Josef, das Holz Efraims und des ganzen Hauses Israel, seiner Gefährten! 37.17 Und füge sie dir zusammen, eins zum andern, zu einem Holz, so dass sie eins werden in deiner Hand! 37.18 Und wenn die Söhne deines Volkes zu dir sagen: «Willst du uns nicht mitteilen, was dir dies bedeutet?, 37.19 so rede zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich nehme das Holz Josefs, das in der Hand Efraims ist, und die Stämme Israels, seine Gefährten; und ich lege auf es das Holz Judas und mache sie zu einem Holz, so dass sie eins werden in meiner Hand. 37.20 Und die Hölzer, auf die du geschrieben hast, sollen in deiner Hand sein vor ihren Augen. 37.21 Und rede zu ihnen: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich nehme die Söhne Israel aus den Nationen heraus, wohin sie gezogen sind, und ich sammle sie von allen Seiten und bringe sie in ihr Land. 37.22 Und ich mache sie zu einer Nation im Land, auf den Bergen Israels, und ein einziger König wird für sie alle zum König sein; und sie sollen nicht mehr zu zwei Nationen werden und sollen sich künftig nicht mehr in zwei Königreiche teilen. 37.23 Und sie werden sich nicht mehr unrein machen mit ihren Götzen und mit ihren Scheusalen und mit all ihren Vergehen. Und ich werde sie retten aus all ihren Treulosigkeiten, mit denen sie gesündigt haben, und werde sie reinigen; und sie werden mir zum Volk und ich werde ihnen zum Gott sein. 37.24 Und mein Knecht David wird König über sie sein, und sie werden alle einen Hirten haben; und sie werden in meinen Rechtsbestimmungen leben und meine Ordnungen bewahren und sie tun. 37.25 Und sie werden in dem Land wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe, in dem eure Väter gewohnt haben; und sie werden darin wohnen, sie und ihre Kinder und ihre Kindeskinder, bis in Ewigkeit; und mein Knecht David wird ihr Fürst sein für ewig. 37.26 Und ich schliesse mit ihnen einen Bund des Friedens, ein ewiger Bund wird es mit ihnen sein; den gebe ich ihnen und lasse sie zahlreich werden und setze mein Heiligtum in ihre Mitte für ewig. 37.27 Und meine Wohnung wird über ihnen sein; und ich werde ihnen zum Gott und sie werden mir zum Volk sein. 37.28 Und die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, der Israel heiligt, wenn mein Heiligtum für ewig in ihrer Mitte ist.

Drohrede gegen Gog aus Magog und das furchtbare Gericht über ihn.

38.1 Und das Wort des Herrn geschah zu mir so: 38.2 Menschensohn, richte dein Gesicht gegen Gog zum Land Magog, gegen den Fürsten von Rosch, Meschech und Tubal, und weissage über ihn 38.3 und sprich: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Gog, Fürst von Rosch, Meschech und Tubal. 38.4 Und ich lenke dich herum und lege Haken in deine Kinnbacken; und ich führe dich heraus und dein ganzes Heer, Pferde und Reiter, sie alle prächtig gekleidet, ein grosses Aufgebot mit Langschild und Kleinschild, schwertführend sie alle: 38.5 Söldner aus Paras, Kusch und Put mit ihnen, sie alle mit Langschild und Helm, 38.6 Gomer und alle seine Scharen, das Haus Togarma im äussersten Norden und alle seine Scharen, viele Völker mit dir. 38.7 Rüste dich, und rüste dir alles zu, du und dein ganzes Aufgebot, das zu dir hin aufgeboten ist, und steh mir zur Verfügung! 38.8 Nach vielen Tagen sollst du aufgeboten werden; am Ende der Jahre sollst du in ein Land kommen, das vom Schwert wiederhergestellt, das aus vielen Völkern gesammelt ist, auf die Berge Israels, die für lange Zeit zur Trümmerstätte geworden waren; das ist aus den Völkern herausgeführt worden, und sie wohnen in Sicherheit allesamt. 38.9 Und du wirst hinaufziehen, wie ein Sturm herankommen, wirst sein wie eine Wolke, das Land zu bedecken, du und alle deine Scharen und viele Völker mit dir.

38.10 So spricht der Herr, Herr: Und es wird geschehen an jenem Tag, da werden Dinge in deinem Herzen aufsteigen, und du wirst einen bösen Plan schmieden 38.11 und sagen: Ich will hinaufziehen gegen ein offenes Land, will über die kommen, die sich ruhig verhalten, in Sicherheit wohnen – sie alle wohnen ja ohne Mauern, auch Riegel und Tore haben sie nicht -, 38.12 um Raub zu rauben und Beute zu erbeuten, um deine Hand zu kehren gegen die wieder bewohnten Trümmerstätten und gegen ein Volk, das aus den Nationen gesammelt ist, das Viehbesitz und andere Habe erworben hat, Leute, die den Mittelpunkt der Erde bewohnen. 38.13 Saba und Dedan und die Aufkäufer von Tarsis und all seine Händler werden zu dir sagen: Kommst du, um Raub zu rauben? Hast du dein Kriegs-Aufgebot aufgeboten, um Beute zu erbeuten, um Silber und Gold davonzutragen, um Vieh und andere Habe wegzunehmen, um einen grossen Raub zu rauben?

38.14 Darum weissage, Menschensohn, und sage zu Gog: So spricht der Herr, Herr: Wirst du dich an jenem Tag, wenn mein Volk Israel in Sicherheit wohnt, nicht aufmachen 38.15 und von deinem Ort kommen, vom äussersten Norden her, du und viele Völker mit dir – die alle auf Pferden reiten, ein grosses Aufgebot und ein zahlreiches Heer -, 38.16 und wirst gegen mein Volk Israel heraufziehen wie eine Wolke, um das Land zu bedecken? Am Ende der Tage wird es geschehen, dass ich dich über mein Land kommen lasse, damit die Nationen mich erkennen, wenn ich mich an dir, Gog, vor ihren Augen als heilig erweise.

38.17 So spricht der Herr, Herr: Bist du nicht der, von dem ich in vergangenen Tagen geredet habe durch meine Knechte, die Profeten Israels, die in jenen Tagen jahrelang weissagten, dass ich dich über sie kommen lassen würde?

38.18 Und an jenem Tag wird es geschehen, an dem Tag, wenn Gog in das Land Israel kommt, spricht der Herr, Herr, da wird mein Grimm in meiner Nase aufsteigen. 38.19 Und in meinem Eifer, im Feuer meiner Zornglut habe ich geredet: Wenn an jenem Tag nicht ein grosses Beben im Land Israel sein wird! 38.20 Und vor mir werden beben die Fische des Meeres und die Vögel des Himmels und die Tiere des Feldes und alle Kriechtiere, die auf dem Erdboden kriechen, und alle Menschen, die auf der Fläche des Erdbodens sind; und die Berge werden niedergerissen werden, und die Felsstufen werden einstürzen, und jede Mauer wird zu Boden fallen. 38.21 Und ich rufe auf meinem ganzen Gebirge das Schwert über ihn herbei, spricht der Herr, Herr; da wird das Schwert des einen gegen den anderen gerichtet sein. 38.22 Und ich werde ins Gericht mit ihm gehen durch Pest und durch Blut. Und einen überschwemmenden Regen und Hagelsteine, Feuer und Schwefel lasse ich auf ihn regnen und auf seine Scharen und auf die vielen Völker, die mit ihm sind. 38.23 Und ich werde mich gross und heilig erweisen und werde mich kundtun vor den Augen vieler Nationen. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin.

Nochmalige Ankündigung des Gerichts über Gog und der Vernichtung seiner Heeresmacht.

39.1 Und du, Menschensohn, weissage über Gog und sprich: So spricht der Herr, Herr: Siehe, ich will an dich, Gog, Fürst von Rosch, Meschech und Tubal. 39.2 Und ich werde dich herumlenken und dich gängeln und dich heraufziehen lassen vom äussersten Norden her und dich auf die Berge Israels bringen. 39.3 Und ich werde dir den Bogen aus deiner linken Hand schlagen und deine Pfeile aus deiner rechten Hand fallen lassen. 39.4 Auf den Bergen Israels wirst du fallen, du und alle deine Scharen und die Völker, die mit dir sind; den Raubvögeln aller Art und den Tieren des Feldes habe ich dich zum Frass gegeben; 39.5 auf dem freien Feld sollst du fallen. Denn ich habe es geredet, spricht der Herr, Herr. 39.6 Und ich sende Feuer gegen Magog und gegen die, die auf den Inseln sicher wohnen. Und sie werden erkennen, dass ich der Herr bin. 39.7 Und ich werde meinen heiligen Namen kundtun mitten in meinem Volk Israel und werde meinen heiligen Namen nicht mehr entweihen lassen. Und die Nationen werden erkennen, dass ich der Herr bin, der heilig ist in Israel. 39.8 Siehe, es kommt und wird geschehen, spricht der Herr, Herr. Das ist der Tag, von dem ich geredet habe.

39.9 Und die Bewohner der Städte Israels werden hinausgehen und werden Feuer machen und heizen mit Waffen, und zwar mit Kleinschilden und Langschilden, mit Bogen und Pfeilen, mit Handkeulen und Lanzen; und sie werden damit sieben Jahre lang Feuer machen. 39.10 Und sie werden kein Holz vom Feld sammeln noch aus den Waeldern schlagen, sondern werden mit den Waffen Feuer machen. Und sie werden ihre Räuber berauben und ihre Plünderer plündern, spricht der Herr, Herr. 39.11 Und an jenem Tag wird es geschehen, da werde ich dem Gog einen Ort geben, wo in Israel ein Grab für ihn ist: das Tal Abarim, östlich vom Meer; und es wird den Durchreisenden den Weg versperren. Und dort werden sie Gog und seinen ganzen Prunk begraben, und sie werden es nennen: «Tal Hamon Gog. 39.12 Und das Haus Israel wird sie begraben, um das Land zu reinigen, sieben Monate lang; 39.13 und das ganze Volk des Landes wird sie begraben, und es wird ihnen zum Ruhm sein am Tag, da ich mich verherrliche, spricht der Herr, Herr. 39.14 Und sie werden Männer mit einem beständigen Auftrag aussondern, die im Land umherziehen und mit den Durchreisenden die auf der Fläche des Landes Übriggebliebenen begraben, um es zu reinigen. Am Ende der sieben Monate sollen sie es durchsuchen. 39.15 Ziehen nun die Umherziehenden im Land umher und es sieht jemand Menschengebein, dann soll er ein Mal daneben errichten, bis die Totengräber es im «Tal Hamon Gog begraben haben. 39.16 Und auch der Name einer Stadt lautet Hamona. So werden sie das Land reinigen.

39.17 Und du, Menschensohn, so spricht der Herr, Herr: Sage zu den Vögeln aller Art und zu allen Tieren des Feldes: Versammelt euch und kommt, sammelt euch von allen Seiten her zu meinem Schlachtopfer, das ich für euch schlachte, einem grossen Schlachtopfer auf den Bergen Israels, und fresst Fleisch und trinkt Blut! 39.18 Fleisch von Helden sollt ihr fressen, und Blut von Fürsten der Erde sollt ihr trinken: Widder, Lämmer und Böcke, Jungstiere, Mastvieh aus Basan sind sie alle. 39.19 Und Fett sollt ihr fressen bis zur Sättigung und Blut trinken bis zur Trunkenheit von meinem Schlachtopfer, das ich für euch geschlachtet habe. 39.20 Und ihr sollt euch an meinem Tisch sättigen mit Pferden und Reittieren, mit Helden und allerlei Kriegsleuten, spricht der Herr, Herr.

Anerkennung Gottes durch die Völker -- Verheissung der Rückkehr Israels in sein Land.

39.21 Und ich werde meine Herrlichkeit unter den Nationen erweisen; und alle Nationen werden mein Gericht sehen, das ich gehalten habe, und meine Hand, die ich an sie gelegt habe. 39.22 Und das Haus Israel wird erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott bin, von jenem Tag an und in alle Zukunft. 39.23 Und die Nationen werden erkennen, dass das Haus Israel um seiner Schuld willen gefangen weggezogen ist, weil sie treulos an mir handelten und ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und sie in die Hand ihrer Bedränger gegeben habe, so dass sie allesamt durchs Schwert gefallen sind. 39.24 Nach ihrer Unreinheit und nach ihren Verbrechen habe ich mit ihnen gehandelt und habe mein Angesicht vor ihnen verborgen. – 39.25 Darum, so spricht der Herr, Herr: Jetzt wende ich das Geschick Jakobs und erbarme mich über das ganze Haus Israel und eifere für meinen heiligen Namen. 39.26 Und sie werden ihre Schmach tragen und all ihre Untreue, mit der sie treulos an mir gehandelt haben, wenn sie in ihrem Land sicher wohnen und niemand sie aufschreckt, 39.27 wenn ich sie aus den Völkern zurückgebracht und sie aus den Ländern ihrer Feinde gesammelt habe und mich so an ihnen als heilig erweise vor den Augen der vielen Nationen. 39.28 Und sie werden erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott bin, da ich sie zwar gefangen zu den Nationen weggeführt habe, sie aber wieder in ihr Land sammle und keinen mehr von ihnen dort zurücklasse. 39.29 Und ich werde mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, wenn ich meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht der Herr, Herr.

Vision vom zukünftigen Tempel: Vorhöfe, Tore, Hallen.

40.1 Im 25. Jahr unserer Wegführung, im Anfang des Jahres, am Zehnten des Monats, im 14. Jahr, nachdem die Stadt geschlagen war, an ebendiesem Tag kam die Hand des Herrn über mich, und er brachte mich dorthin; 40.2 in Gesichten Gottes brachte er mich in das Land Israel, und er liess mich nieder auf einen sehr hohen Berg; und auf ihm, im Süden, war etwas wie der Bau einer Stadt. 40.3 Und er brachte mich dorthin; und siehe, da war ein Mann, dessen Aussehen wie das Aussehen von Bronze war; und in seiner Hand war eine leinene Schnur und eine Messrute; und er stand im Tor. 40.4 Und der Mann redete zu mir: Menschensohn, sieh mit deinen Augen, und höre mit deinen Ohren, und richte dein Herz auf alles, was ich dir zeigen werde! Denn damit ich es dir zeige, bist du hierher gebracht worden. Berichte dem Haus Israel alles, was du siehst!

40.5 Und siehe, eine Mauer umgab von aussen den Tempelbezirk ringsherum; und in der Hand des Mannes war eine Messrute von sechs Ellen, die Elle als eine gewöhnliche Elle und eine Handbreite gerechnet. Und er mass die Breite des Baues: eine Rute, und die Höhe: eine Rute.

40.6 Und er ging in das Tor hinein, dessen Vorderseite in östliche Richtung weist, und stieg dessen Stufen hinauf. Und er mass die Schwelle des Tores: eine Rute tief, und zwar die erste Schwelle: eine Rute tief; 40.7 und das Dienstzimmer: eine Rute lang und eine Rute tief; und den Raum zwischen den Dienstzimmern: fünf Ellen; und die Schwelle des Tores zur Vorhalle des Tores auf der Innenseite: eine Rute. 40.8 Und er mass die Vorhalle des Tores auf der Innenseite: eine Rute; 40.9 und er mass die Vorhalle des Tores: acht Ellen; und ihre Pfeiler: zwei Ellen dick. Und die Vorhalle des Tores lag auf der Innenseite. 40.10 Und die Dienstzimmer des Osttores: drei auf dieser und drei auf jener Seite; ein Mass hatten alle drei und ein Mass die Pfeiler auf dieser und auf jener Seite. 40.11 Und er mass die lichte Weite der Toröffnung: zehn Ellen; und die volle Breite des Tores: dreizehn Ellen. 40.12 Und eine Abgrenzung befand sich vor den Dienstzimmern, von einer Elle auf dieser Seite; und eine Elle war die Abgrenzung auf jener Seite. Und jedes Dienstzimmer mass sechs Ellen auf dieser und sechs Ellen auf jener Seite. 40.13 Und er mass das Tor vom Dach-Ansatz eines Dienstzimmers bis zum Dach-Ansatz des anderen: 25 Ellen Breite, wobei der eine Eingang gegenüber dem anderen Eingang lag. 40.14 Und er mass die Vorhalle: zwanzig Ellen. Die Vorhalle stiess ringsherum an das Tor des Vorhofs. 40.15 Und von der Vorderseite des Eingangstores bis zur Vorderseite der Vorhalle des Tores innen waren es fünfzig Ellen. 40.16 Und gerahmte Fenster waren an den Dienstzimmern, und zwar an ihren Pfeilern, inwendig im Torhaus, ringsherum, und ebenso waren an seiner Vorhalle inwendig Fenster ringsherum; und an den Pfeilern waren Palmen.

40.17 Und er brachte mich in den äusseren Vorhof hinein. Und siehe, da waren Zellen und ein Steinpflaster ringsum für den Vorhof angelegt; dreissig Zellen waren auf dem Steinpflaster. 40.18 Und das Steinpflaster schloss sich seitlich an die Tore an, entsprechend der Tiefe der Tore. Das ist das untere Steinpflaster. 40.19 Und er mass den Abstand von der Vorderseite des unteren Tores bis an die Vorderseite des inneren Tores, das nach aussen wies: hundert Ellen. So war es an der Ostseite;

und nun zur Nordseite: 40.20 Und siehe, da war im äusseren Vorhof ein Tor, dessen Vorderseite in nördliche Richtung wies. Er mass seine Länge und seine Breite. 40.21 Und seine Dienstzimmer – drei auf dieser und drei auf jener Seite – und seine Pfeiler und seine Vorhalle entsprachen dem Mass des ersten Tores: Fünfzig Ellen seine Länge und 25 Ellen die Breite. 40.22 Und seine Fenster und seine Vorhalle und seine Palmen waren nach dem Mass des Tores, dessen Vorderseite in östliche Richtung wies; und auf sieben Stufen stieg man zu ihm hinauf, und seine Vorhalle lag nach innen zu. 40.23 Und ein Tor zum inneren Vorhof war dem Tor gegenüber im Norden wie im Osten; und er mass von Tor zu Tor hundert Ellen.

40.24 Dann führte er mich in südliche Richtung. Und siehe, da war ein Tor in südlicher Richtung; und er mass seine Pfeiler und seine Vorhalle – sie waren wie die vorigen Masse. 40.25 Und Fenster hatte das Tor und seine Vorhalle ringsherum wie die vorigen Fenster. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen. 40.26 Und sieben Stufen bildeten seinen Aufgang, und seine Vorhalle lag nach innen zu; und es hatte Palmen an seinen Pfeilern, eine auf dieser und eine auf jener Seite. 40.27 Und ein Tor hatte der innere Vorhof in südlicher Richtung; und er mass vom äusseren Tor zum inneren Tor in der Südrichtung: hundert Ellen.

40.28 Und er brachte mich durch das Südtor in den inneren Vorhof. Und er mass das Südtor – wie die vorigen Masse waren seine Masse – 40.29 und seine Dienstzimmer und seine Pfeiler und seine Vorhalle: sie waren wie die vorigen Masse. Und Fenster hatte das Tor und seine Vorhalle ringsherum. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen. 40.30 Und Vorhallen waren ringsherum, die Länge 25 Ellen und die Breite fünf Ellen. 40.31 Und seine Vorhalle lag zum äusseren Vorhof hin; und Palmen waren an seinen Pfeilern; und acht Stufen bildeten seinen Aufgang. – 40.32 Und er brachte mich in den inneren Vorhof auf die Ostseite. Und er mass das Tor – wie die vorigen Masse waren seine Masse – 40.33 und seine Dienstzimmer und seine Pfeiler und seine Vorhalle: sie waren wie die vorigen Masse. Und Fenster hatte das Tor und seine Vorhalle ringsherum. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen. 40.34 Und seine Vorhalle lag zum äusseren Vorhof hin; und Palmen waren an seinen Pfeilern auf dieser und auf jener Seite; und acht Stufen bildeten seinen Aufgang. – 40.35 Und er brachte mich zum Nordtor. Und er mass – wie die vorigen Masse waren ihre Masse – 40.36 seine Dienstzimmer, seine Pfeiler und seine Vorhalle. Und Fenster hatte es ringsherum. Die Länge betrug fünfzig Ellen und die Breite 25 Ellen. 40.37 Und seine Vorhalle lag zum äusseren Vorhof hin; und Palmen waren an seinen Pfeilern auf dieser und auf jener Seite; und acht Stufen bildeten seinen Aufgang.

40.38 Und da war eine Zelle, und ihre Türöffnung führte in die Vorhalle des Tores; dort spülte man das Brandopfer ab. 40.39 Und in der Vorhalle des Tores waren zwei Tische auf dieser und zwei Tische auf jener Seite, um auf ihnen das Brandopfer und das Sündopfer und das Schuldopfer zu schlachten. 40.40 Und an der Seitenwand, ausserhalb der Vorhalle, am Eingang des Nordtores, standen zwei Tische; und an der anderen Seitenwand der Vorhalle des Tores standen ebenfalls zwei Tische, 40.41 vier Tische auf dieser und vier Tische auf jener Seite an der Seitenwand des Tores: acht Tische, auf denen man schlachtet. 40.42 Und die vier Tische für das Brandopfer bestanden aus Quadersteinen, anderthalb Ellen lang und anderthalb Ellen breit und eine Elle hoch; auf sie legte man die Geräte, mit denen man das Brandopfer und das Schlachtopfer schlachtete. 40.43 Und ihre Gabelhaken, eine Handbreit lang, waren im Torhaus ringsherum befestigt; und auf die Tische kam das Opferfleisch.

40.44 Und aussen am inneren Tor befanden sich zwei Zellen im inneren Vorhof: eine an der Seitenwand des Nordtores, dessen Vorderseite in südlicher Richtung liegt, und eine an der Seitenwand des Südtores, dessen Vorderseite in nördlicher Richtung liegt. 40.45 Und er redete zu mir: Diese Zelle, deren Vorderseite in südlicher Richtung liegt, ist für die Priester, die den Dienst am Tempelhaus versehen. 40.46 Und die Zelle, deren Vorderseite in nördlicher Richtung liegt, ist für die Priester, die den Dienst am Altar versehen. Das sind die Söhne Zadoks, diejenigen von den Söhnen Levis, die dem Herrn nahen, um ihm zu dienen.

40.47 Und er mass den Vorhof: ein Viereck von hundert Ellen Länge und hundert Ellen Breite. Und der Altar stand vor dem Tempelhaus.

40.48 Und er brachte mich in die Vorhalle des Tempelhauses hinein. Und er mass den Pfeiler der Vorhalle: fünf Ellen auf dieser und fünf Ellen auf jener Seite; und die Breite des Toreingangs: vierzehn Ellen; und die Seitenwände des Tores massen drei Ellen auf dieser und drei Ellen auf jener Seite. 40.49 Die Breite der Vorhalle betrug zwanzig Ellen und die Tiefe zwölf Ellen, und auf zehn Stufen stieg man zu ihr hinauf. Und Säulen waren an den Pfeilern, eine auf dieser und eine auf jener Seite.

Vision vom zukünftigen Tempel: Besonders die inneren Räume.

41.1 Und er brachte mich in den Tempelraum hinein. Und er mass die Pfeiler: sechs Ellen Tiefe auf dieser und sechs Ellen Tiefe auf jener Seite, die Tiefe der Pfeiler. 41.2 Und die Breite des Eingangs betrug zehn Ellen, und die Seitenwände des Eingangs massen fünf Ellen auf dieser und fünf Ellen auf jener Seite. Und er mass seine Tiefe: vierzig Ellen; und die Breite: zwanzig Ellen. 41.3 Und er ging nach innen hinein. Und er mass den Pfeiler des Eingangs: zwei Ellen; und den Eingang: sechs Ellen; und die Seitenwände des Eingangs: sieben Ellen. 41.4 Und er mass seine Tiefe: zwanzig Ellen; und die Breite: zwanzig Ellen gegen den Tempelraum hin; und er sprach zu mir: Das ist das Allerheiligste.

41.5 Und er mass die Wand des Tempelhauses: sechs Ellen; und die Breite des Anbaues: vier Ellen, rings um das Tempelhaus herum. 41.6 Und die Seitenkammern, Seitenkammer über Seitenkammer, dreimal, insgesamt dreissig; und Absätze befanden sich an der Wand des Tempelhauses für die Deckenbalken der Seitenkammern ringsherum, um als Auflager zu dienen; doch waren keine Auflager in der Wand des Tempelhauses selber. 41.7 Und es gab eine Erweiterung durch den Umgang ,der an den Seitenkammern nach oben hinaufführte; denn das Tempelhaus war nach oben umbaut, ganz bis nach oben hinauf, rings um das Tempelhaus herum, wodurch das Tempelhaus bis nach oben hin eine Verbreiterung hatte. So stieg man vom untersten Stockwerk zum obersten hinauf über das mittlere. 41.8 Und ich sah am Haus ein Hochpflaster ringsherum, die Unterbauten der Seitenkammern, eine volle Rute von sechs Ellen in Terrassenhöhe. 41.9 Die Stärke der Aussenwand des Anbaues betrug fünf Ellen; und der Raum, der freigelassen war zwischen den Seitenkammern des Hauses 41.10 und den Zellen, war zwanzig Ellen breit rings um das Tempelhaus, ringsherum. 41.11 Und die Eingänge des Anbaues gingen auf den freigelassenen Raum, ein Eingang in nördliche Richtung und ein Eingang in südliche Richtung. Und die Breite der Mauer des freigelassenen Raumes betrug fünf Ellen ringsherum.

41.12 Und das Bauwerk, das an der Vorderseite des abgesonderten Platzes auf der nach Westen gerichteten Seite liegt, war siebzig Ellen tief und die Mauer des Bauwerks fünf Ellen breit ringsherum, und seine Länge betrug neunzig Ellen. 41.13 Und er mass das Tempelhaus: hundert Ellen lang; und den abgesonderten Platz und das Bauwerk und seine Mauern: hundert Ellen lang; 41.14 auch die Breite der Vorderseite des Tempelhauses und des abgesonderten Platzes nach Osten: hundert Ellen. 41.15 Und er mass die Breite des Bauwerks an der Vorderseite des abgesonderten Platzes, das sich bis auf seine Rückseite erstreckte; und seine Galerien auf dieser und auf jener Seite: hundert Ellen.

Und der innere Tempelraum und seine äussere Vorhalle 41.16 waren getäfelt. Und die gerahmten Fenster und die Galerien ringsum hatten in ihren drei Teilen, der Schwelle gegenüber, eine Holzverkleidung ringsherum, und zwar vom Boden bis an die Fenster – die Fenster aber waren verdeckbar – 41.17 und bis über den Eingang. Und im inneren Tempelhaus und draussen und an der ganzen Wand ringsherum, der inneren und äusseren, waren abgemessene Felder, 41.18 und in ihnen waren Cherubim und Palmen gestaltet, und zwar eine Palme zwischen Cherub und Cherub. Und der Cherub hatte zwei Gesichter: 41.19 Das Gesicht eines Menschen war zur Palme auf der einen Seite gewandt und das Gesicht eines Löwen zur Palme auf der anderen Seite. Diese Ausgestaltung befand sich im ganzen Tempelhaus ringsherum. 41.20 Vom Boden bis hinauf über den Eingang waren die Cherubim und die Palmen angebracht, und zwar an der Wand des Tempelraums. 41.21 In der Wand im Tempelraum waren vierfach gestaffelte Türrahmen. An der Vorderseite des Heiligtums aber war etwas zu sehen, das aussah wie 41.22 ein Altar aus Holz, drei Ellen hoch und seine Länge betrug zwei Ellen und seine Breite zwei Ellen; und er hatte seine Ecken; und sein Fussgestell und seine Wände waren aus Holz. Und er redete zu mir: Das ist der Tisch, der vor dem Herrn steht. 41.23 Und der Tempelraum hatte zwei Türen, und das Heiligtum hatte 41.24 zwei Türen. Die Türen hatten zwei bis an die Wand drehbare Türflügel, zwei hatte die eine Tür, und zwei Türflügel hatte die andere. 41.25 Und an ihnen, an den Flügeltüren des Tempelraums, waren Cherubim und Palmen gestaltet, wie sie an den Wänden gestaltet waren. Und ein hölzernes Dachgesims war an der Vorderseite der Vorhalle draussen. 41.26 Und gerahmte Fenster und Palmen waren auf dieser und auf jener Seite, an den Seitenwänden der Vorhalle und an den Seitenkammern des Tempelhauses und den Dachgesimsen.

Vision vom zukünftigen Tempel: Nebengebäude -- Vermessung des heiligen Bezirks.

42.1 Und er führte mich hinaus in den äusseren Vorhof, den Weg in nördlicher Richtung. Und er brachte mich zu dem Zellenbau, der quer zu dem abgesonderten Platz und quer zu dem Bauwerk im Norden liegt. 42.2 Die Länge betrug hundert Ellen auf der Nordseite und die Breite fünfzig Ellen. 42.3 Quer zu den zwanzig Ellen des inneren Vorhofs und quer zu dem Steinpflaster des äusseren Vorhofs war Galerie vor Galerie im dritten Stockwerk. 42.4 Und vor den Zellen war ein Gang von zehn Ellen Breite, zum inneren Vorhof hin ein Weg von hundert Ellen. Und ihre Eingänge waren nach Norden gerichtet. 42.5 Und die oberen Zellen waren, weil die Galerien ihnen Raum wegnahmen, schmaler als die unteren und die mittleren des Bauwerks. 42.6 Denn sie waren dreistöckig, hatten aber keine Säulen wie die Säulen der Vorhöfe. So war das Bauwerk vom Boden her terrassenartig zurückgesetzt, von den unteren und den mittleren Zellen. 42.7 Und eine Mauer war da, die draussen parallel zu den Zellen verlief, in Richtung zum äusseren Vorhof hin, an der Vorderseite der Zellen; ihre Länge betrug fünfzig Ellen. 42.8 Denn die Länge der Zellen, die zum äusseren Vorhof gehörten, betrug fünfzig Ellen; jene aber lagen ihnen gegenüber. Im ganzen waren es hundert Ellen. 42.9 Und für die Türen dieser Zellen gab es einen Zugang von Osten her, wenn man vom äusseren Vorhof her zu ihnen hineinging, am Anfang. 42.10 In südlicher Richtung der Mauer des Vorhofs, vor dem abgesonderten Platz und vor dem Bauwerk waren Zellen 42.11 und ein Weg vor ihnen; wie die Gestalt der Zellen, die in nördlicher Richtung lagen, war ihre Gestalt, ihrer Länge und ihrer Breite entsprechend, allen ihren Ausgängen und ihren Einrichtungen entsprechend und entsprechend ihren Eingängen. 42.12 Und zu den Eingängen der Zellen, die in südlicher Richtung lagen, führte ein Eingang am Anfang des Weges, nämlich des Weges, der an der Schutzmauer entlang lief, nach Osten hin offen, wenn man hineinkam.

42.13 Und er sprach zu mir: Die Zellen im Norden und die Zellen im Süden, die entlang dem abgesonderten Platz liegen, das sind die heiligen Zellen, wo die Priester, die dem Herrn nahen, die hochheiligen Gaben essen sollen. Dort sollen sie die hochheiligen Gaben niederlegen, sowohl das Speisopfer als auch das Sündopfer und das Schuldopfer; denn der Ort ist heilig. 42.14 Wenn sie, die Priester, hineingegangen sind, dann sollen sie aus dem Heiligtum nicht unmittelbar in den äusseren Vorhof hinausgehen, sondern sollen dort ihre Kleider niederlegen, in denen sie den Dienst verrichten; denn sie sind heilig; sie sollen erst andere Kleider anziehen und sich dann dem Ort nahen, der dem Volk zugänglich ist.

42.15 Und als er die Messung des inneren Tempelhauses vollendet hatte, führte er mich hinaus in Richtung auf das Tor, dessen Vorderseite in östliche Richtung wies; und er mass ihn ringsherum. 42.16 Er mass die Ostseite mit der Messrute, fünfhundert Ruten, mit der Messrute gemessen. Und er wandte sich 42.17 und mass die Nordseite, fünfhundert Ruten, mit der Messrute gemessen. Und er wandte sich; 42.18 die Südseite mass er, fünfhundert Ruten mit der Messrute. 42.19 Er wandte sich zur Westseite und mass fünfhundert Ruten mit der Messrute. 42.20 Er mass ihn nach den vier Seiten. Er hatte eine Mauer ringsherum – die Länge betrug fünfhundert und die Breite fünfhundert -, um zwischen dem Heiligen und dem Unheiligen zu scheiden.

Vision vom zukünftigen Tempel: Einzug der Herrlichkeit des //Herrn// -- Einweihung des Brandopferaltars.

43.1 Und er führte mich zum Tor, dem Tor, das in östliche Richtung weist. 43.2 Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam von Osten her; und ihr Rauschen war wie das Rauschen grosser Wasser, und die Erde leuchtete von seiner Herrlichkeit. 43.3 Und die Erscheinung, die ich sah, war wie die Erscheinung, die ich gesehen hatte, als er kam, um die Stadt zu vernichten; und es waren Erscheinungen wie die Erscheinung, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte. Und ich fiel nieder auf mein Gesicht. 43.4 Und die Herrlichkeit des Herrn ging in das Haus hinein auf dem Weg vom Tor, dessen Vorderseite in östliche Richtung weist. 43.5 Und der Geist hob mich empor und brachte mich in den inneren Vorhof; und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus.

43.6 Und ich hörte einen, der aus dem Haus zu mir redete – der Mann aber stand neben mir -, 43.7 und er sprach zu mir: Menschensohn, sieh die Stätte meines Thrones und die Stätte meiner Fusssohlen, wo ich mitten unter den Söhnen Israel wohnen werde für ewig. Und das Haus Israel wird meinen heiligen Namen nicht mehr unrein machen – weder sie noch ihre Könige – durch ihre Hurerei und durch die Leichen ihrer Könige, wenn sie sterben, 43.8 indem sie ihre Schwelle an meine Schwelle und ihre Türpfosten neben meine Türpfosten setzten, dass nur die Wand zwischen mir und ihnen war, und so meinen heiligen Namen unrein machten durch ihre Greuel, die sie verübten, so dass ich sie in meinem Zorn vernichtet habe. 43.9 Jetzt aber werden sie ihre Hurerei und die Leichen ihrer Könige von mir fernhalten, und ich werde in ihrer Mitte wohnen für ewig.

43.10 Du, Menschensohn, berichte dem Haus Israel über das Tempelhaus, damit sie sich ihrer Sünden schämen, und das Modell messen! 43.11 Und wenn sie sich wegen all dessen schämen, was sie getan haben, dann lass sie die Zeichnung des Hauses wissen und seine Einrichtung und seine Ausgänge und seine Eingänge und alle Zeichnungen davon und all seine Ordnungen und alle Weisungen dafür und schreibe sie vor ihren Augen auf, damit sie alle Weisungen dafür und all seine Ordnungen bewahren und sie tun!

43.12 Das ist die Weisung für das Tempelhaus: Auf der Kuppe des Berges soll sein ganzes Gebiet ringsherum hochheilig sein; siehe, das ist die Weisung für das Tempelhaus.

43.13 Und das sind die Masse des Altars nach Ellen, die Elle zu einer Elle und einer Handbreite: die ihn umgebende Ausbuchtung: eine Elle tief und eine Elle breit; und ihre Begrenzung an ihrem Rand ringsum: eine Spanne. Und das ist der Sockel des Altars: 43.14 von der Ausbuchtung am Boden bis zur unteren Einfassung: zwei Ellen und eine Elle Breite; und von der kleineren Einfassung bis zur grösseren Einfassung: vier Ellen und eine Elle Breite. 43.15 Und der Opferherd: vier Ellen Höhe; und vom Opferherd ragen die vier Hörner aufwärts. 43.16 Und der Opferherd: zwölf Ellen Länge auf zwölf Ellen Breite, quadratisch zu seinen vier Seiten hin. 43.17 Und die grössere Einfassung: vierzehn Ellen Länge auf vierzehn Ellen Breite, zu ihren vier Seiten hin; und die Abgrenzung rings um sie her: eine halbe Elle; und ihre Ausbuchtung eine Elle ringsum. Und seine Stufen wiesen nach Osten.

43.18 Und er sprach zu mir: Menschensohn, so spricht der Herr, Herr: Das sind die Ordnungen für den Altar an dem Tag, da er gemacht wird, um Brandopfer darauf zu opfern und Blut darauf zu sprengen. 43.19 Da sollst du den Priestern, den Leviten, die von der Nachkommenschaft Zadoks sind, die mir nahen, spricht der Herr, Herr, um mir zu dienen, einen Jungstier von den Rindern zum Sündopfer geben. 43.20 Und du sollst von seinem Blut nehmen und es an seine vier Hörner tun und an die vier Ecken der Einfassung und an die Abgrenzung ringsum; und so sollst du ihn entsündigen und Sühnung für ihn erwirken. 43.21 Und du sollst den Jungstier des Sündopfers nehmen, und man soll ihn am Musterungsplatz des Tempelhauses, ausserhalb des Heiligtums, verbrennen. 43.22 Und am zweiten Tag sollst du einen Ziegenbock ohne Fehler zum Sündopfer darbringen; und man soll den Altar entsündigen, ebenso wie man ihn mit dem Jungstier entsündigt hat. 43.23 Wenn du das Entsündigen vollendet hast, sollst du einen Jungstier ohne Fehler von den Rindern und einen Widder ohne Fehler von den Schafen darbringen: 43.24 du sollst sie vor dem Herrn darbringen, und die Priester sollen Salz auf sie streuen und sie dem Herrn als Brandopfer opfern. 43.25 Sieben Tage lang sollst du täglich einen Ziegenbock als Sündopfer zubereiten; und einen Jungstier von den Rindern und einen Widder von den Schafen, Tiere ohne Fehler, soll man zubereiten. 43.26 Sieben Tage lang soll man für den Altar Sühnung erwirken und ihn reinigen und ihn einweihen. 43.27 So soll man die Tage vollenden. Und es soll am achten Tag und fernerhin geschehen, dass die Priester eure Brandopfer und eure Heilsopfer auf dem Altar zubereiten. Und ich werde euch wohlgefaellig annehmen, spricht der Herr, Herr.

Vision vom zukünftigen Tempel: Diener des Heiligtums.

44.1 Und er führte mich zurück auf dem Weg zum äusseren Tor des Heiligtums, das nach Osten weist. Das aber war verschlossen. 44.2 Und der Herr sprach zu mir: Dieses Tor soll verschlossen sein; es soll nicht geoeffnet werden, und niemand soll durch es hineingehen! Denn der Herr, der Gott Israels, ist durch es hineingegangen, so soll es verschlossen sein. 44.3 Was den Fürsten betrifft, er, der Fürst, soll darin sitzen, um Speise zu essen vor dem Herrn; auf dem Weg der Vorhalle des Tores soll er hineingehen, und auf demselben Weg soll er hinausgehen.

44.4 Und er brachte mich auf dem Weg zum Nordtor an die Vorderseite des Tempelhauses; und ich sah: und siehe, die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus des Herrn; und ich fiel auf mein Gesicht nieder. 44.5 Und der Herr sprach zu mir: Menschensohn, richte dein Herz darauf, und sieh mit deinen Augen, und höre mit deinen Ohren alles, was ich mit dir rede in bezug auf alle Ordnungen des Hauses des Herrn und in bezug auf alle Weisungen dafür; und richte dein Herz auf den Zutritt zum Tempelhaus und auf alle Ausgänge des Heiligtums ! 44.6 Und sage zu den Widerspenstigen, zum Haus Israel: So spricht der Herr, Herr: Lass es genug sein mit all euren Greueln, Haus Israel, 44.7 dass ihr Söhne der Fremde, unbeschnitten am Herzen und unbeschnitten am Fleisch, habt hineinkommen lassen, in meinem Heiligtum zu sein, um es, mein Haus, zu entweihen, wenn ihr meine Speise, Fett und Blut, darbrachtet. So habt ihr meinen Bund gebrochen um aller eurer Greuel willen. 44.8 Und ihr habt den Dienst an meinen heiligen Dingen nicht versehen, sondern habt sie zu solchen gemacht, die für euch meinen Dienst in meinem Heiligtum versehen.

44.9 Darum, so spricht der Herr, Herr: Kein Sohn der Fremde, unbeschnitten am Herzen und unbeschnitten am Fleisch, soll in mein Heiligtum hineinkommen, keiner von allen Söhnen der Fremde, die mitten unter den Söhnen Israel leben; 44.10 sondern die Leviten, die sich von mir entfernt haben, als Israel in die Irre ging, als sie von mir abirrten, ihren Götzen nach, sie sollen ihre Schuld tragen. 44.11 Sie sollen in meinem Heiligtum den Dienst verrichten als Wachen an den Toren des Hauses und den Dienst am Tempelhaus verrichten; sie sollen das Brandopfer und das Schlachtopfer für das Volk schlachten, und sie sollen vor ihnen stehen, um ihnen zu dienen. 44.12 Weil sie ihnen vor ihren Götzen gedient haben und dem Haus Israel ein Anstoss zur Schuld geworden sind, darum habe ich meine Hand zum Schwur gegen sie erhoben, spricht der Herr, Herr, dass sie ihre Schuld tragen sollen. 44.13 Sie sollen mir nicht mehr nahen, um mir den Priesterdienst auszuueben und um allen meinen heiligen Dingen, den hochheiligen, zu nahen; sondern sie sollen ihre Schmach und ihre Greuel tragen, die sie verübt haben. 44.14 Und ich mache sie zu solchen, die den Dienst am Tempelhaus versehen, für alle Arbeiten in ihm und für alles, was darin getan werden muss.

44.15 Aber die Priester, die Leviten, die Söhne Zadoks, die den Dienst an meinem Heiligtum versehen haben, als die Söhne Israel von mir abirrten, sie sollen mir nahen, um mir zu dienen, und sollen vor mir stehen, um mir das Fett und das Blut darzubringen, spricht der Herr, Herr! 44.16 Sie sollen in mein Heiligtum hineinkommen, und sie sollen meinem Tisch nahen, um mir zu dienen, und sollen den Dienst für mich verrichten.

44.17 Und es soll geschehen, wenn sie durch die Tore des inneren Vorhofs hineingehen, sollen sie leinene Kleider anziehen; aber Wolle soll nicht auf sie kommen, wenn sie in den Toren des inneren Vorhofs und drinnen dienen. 44.18 Leinene Kopfbunde sollen auf ihrem Kopf sein und leinene Beinkleider an ihren Hüften; sie sollen sich nicht mit schweissfördernder Kleidung gürten. 44.19 Und wenn sie in den äusseren Vorhof hinausgehen, in den äusseren Vorhof zum Volk, sollen sie ihre Kleider, in denen sie Dienst getan haben, ausziehen und in die heiligen Zellen legen und sollen andere Kleider anziehen, damit sie das Volk nicht mit ihren Kleidern heilig machen.

44.20 Und sie sollen weder ihr Haupt kahlscheren noch das Haar frei wachsen lassen; sie sollen ihr Haupthaar kurz schneiden. 44.21 Und kein Priester soll Wein trinken, wenn sie in den inneren Vorhof hineingehen. 44.22 Und eine Witwe und eine Verstossene sollen sie sich nicht zu Frauen nehmen, sondern Jungfrauen von den Nachkommen des Hauses Israel. Und die Witwe, die eine Priesterwitwe ist, dürfen sie nehmen. 44.23 Und sie sollen mein Volk unterweisen, zwischen heilig und nicht heilig zu unterscheiden und sollen sie den Unterschied zwischen unrein und rein erkennen lassen. 44.24 Und über einen Rechtsstreit sollen sie Gericht halten, nach meinen Rechtsbestimmungen sollen sie richten; und sie sollen meine Gesetze und meine Ordnungen bei all meinen Festzeiten beachten und meine Sabbate heilig halten. 44.25 Und zu einem toten Menschen sollen sie nicht hineingehen, sich unrein zu machen; nur beim Vater und der Mutter und beim Sohn und der Tochter, beim Bruder und bei der Schwester, die keinem Mann gehört hat, dürfen sie sich verunreinigen. 44.26 Und nach seiner Reinigung soll man ihm sieben Tage zuzählen; 44.27 und an dem Tag, da er ins Heiligtum, in den inneren Vorhof, hineingeht, um im Heiligtum den Dienst zu verrichten, soll er sein Sündopfer darbringen, spricht der Herr, Herr. – 44.28 Und darin soll ihr Erbteil bestehen: Ich bin ihr Erbteil; und ihr sollt ihnen keinen Grundbesitz in Israel geben: ich bin ihr Grundbesitz. 44.29 Das Speisopfer und das Sündopfer und das Schuldopfer, das sollen sie essen; und alles Gebannte in Israel soll ihnen gehören. 44.30 Und das Beste aller Erstlinge von allem und alle Hebopfer von allem aus all euren Hebopfern sollen den Priestern gehören. Und das Beste eures Schrotmehls sollt ihr dem Priester geben, damit Segen auf deinem Haus ruht. 44.31 Keinerlei Aas noch Zerrissenes von Vögeln oder vom Vieh sollen die Priester essen.

Vision vom zukünftigen Tempel: Aufteilung des Landes um den Tempelbezirk -- Pflichten und Opfer der Fürsten -- Festtage.

45.1 Und wenn ihr das Land als Erbteil verlost, sollt ihr für den Herrn eine Weihegabe aussondern, als heiliges Stück vom Land, in der Länge 25 000 Ellen lang und in einer Breite von 20 007 Ellen. Die soll heilig sein in ihrem ganzen Gebiet ringsum. 45.2 Davon sollen zum Heiligtum gehören ein Viereck von fünfhundert auf fünfhundert Ellen ringsum, und fünfzig Ellen Weideland hat es ringsum. 45.3 Und von diesem abgemessenen Stück sollst du eine Länge von 25 000 Ellen abmessen und eine Breite von 10 000 Ellen; da soll das Heiligtum, das Allerheiligste, sein. 45.4 Der heilige Teil vom Land ist es; den Priestern, die am Heiligtum Dienst tun, soll es gehören, die nahen, um dem Herrn zu dienen. Und es soll ihnen als Platz für Häuser und als Weideland für das Vieh dienen. 45.5 Und ein Stück von 25 000 Ellen Länge und 10 000 Ellen Breite soll den Leviten, die am Tempelhaus Dienst tun, gehören, ihnen zum Besitz für Städte zum Wohnen. 45.6 Und als Besitz der Stadt sollt ihr ein Stück von 5 000 Ellen Breite und 25 000 Ellen Länge geben, entlang der heiligen Weihgabe. Dem ganzen Haus Israel soll es gehören. 45.7 Und dem Fürsten sollt ihr Land geben auf dieser und auf jener Seite der heiligen Weihgabe und des Grundbesitzes der Stadt, längs der heiligen Weihgabe und längs des Grundbesitzes der Stadt, an der Westseite westwärts und an der Ostseite ostwärts und in der Länge entsprechend eines der Stammes-Anteile von der Westgrenze bis zur Ostgrenze 45.8 als Landbesitz. Es soll ihm als Grundbesitz in Israel gehören; und meine Fürsten sollen mein Volk nicht mehr unterdrücken, sondern das Land dem Haus Israel nach seinen Stämmen überlassen.

45.9 So spricht der Herr, Herr: Lasst es euch genug sein, ihr Fürsten Israels! Gewalttat und Misshandlung beseitigt, und übt Recht und Gerechtigkeit! Hört auf, mein Volk aus seinem Grundbesitz zu vertreiben! spricht der Herr, Herr.

45.10 Gerechte Waage und gerechtes Efa und gerechtes Bat sollt ihr haben. 45.11 Das Efa und das Bat sollen gleiches Mass haben, so dass das Bat den zehnten Teil des Homer enthaelt und das Efa den zehnten Teil des Homer; nach dem Homer soll seine Massbestimmung geschehen. 45.12 Und der Schekel soll zwanzig Gera betragen; zwanzig Schekel, 25 Schekel und fünfzehn Schekel soll bei euch die Mine betragen.

45.13 Das ist das Hebopfer, das ihr abheben sollt: ein sechstel Efa vom Homer Weizen und ein sechstel Efa vom Homer Gerste 45.14 und die Gebühr an Öl: – das Bat ist das Ölmass – ein zehntel Bat vom Kor; zehn Bat sind ein Homer, denn zehn Bat sind auch ein Kor; 45.15 und ein Schaf von der Herde, von zweihundert, von den Geschlechtern Israels zum Speisopfer und zum Brandopfer und zu den Heilsopfern, um ihnen Sühnung zu erwirken, spricht der Herr, Herr. 45.16 Das ganze Volk des Landes soll verpflichtet sein zu diesem Hebopfer an den Fürsten in Israel. 45.17 Dem Fürsten aber obliegen die Brandopfer und das Speisopfer und das Trankopfer an den Festen und an den Neumonden und an den Sabbaten, zu allen Festzeiten des Hauses Israel. Er soll das Sündopfer und das Speisopfer und das Brandopfer und die Heilsopfer zubereiten, um dem Haus Israel Sühnung zu erwirken.

45.18 So spricht der Herr, Herr: Im ersten Monat, am Ersten des Monats, sollst du einen fehlerlosen Jungstier von den Rindern nehmen und das Heiligtum entsündigen. 45.19 Und der Priester soll etwas von dem Blut des Sündopfers nehmen und es an die Türpfosten des Hauses tun und an die vier Ecken der Einfassung des Altars und an die Pfosten der Tore des inneren Vorhofs. 45.20 Und ebenso sollst du tun am Siebten des Monats wegen des Mannes, der aus Versehen sündigt, und wegen des Einfaeltigen. Und so sollt ihr dem Haus Sühnung erwirken.

45.21 Im ersten Monat, am vierzehnten Tag des Monats, sollt ihr das Passah halten, als Fest sollt ihr es feiern; sieben Tage soll man ungesäürte Brote essen. 45.22 Und der Fürst soll an diesem Tag für sich und für das ganze Volk des Landes einen Sündopferstier darbringen. 45.23 Und die sieben Tage des Festes hindurch soll er dem Herrn ein Brandopfer darbringen: sieben Jungstiere und sieben Widder, ohne Fehler, täglich, die sieben Tage lang und als Sündopfer täglich einen Ziegenbock. 45.24 Und als Speisopfer soll er ein Efa für den Jungstier und ein Efa für den Widder darbringen; und ein Hin Öl für das Efa. 45.25 Im siebten Monat, am fünfzehnten Tag des Monats, am Fest, soll er die sieben Tage lang ebenso Opfer darbringen, so das Sündopfer wie das Brandopfer und so das Speisopfer wie das Öl.

Vision vom zukünftigen Tempel: Vorschriften für Festtage, für Fürst und Volk und für die Opferküchen.

46.1 So spricht der Herr, Herr: Das Tor des inneren Vorhofs, das nach Osten weist, soll die sechs Werktage hindurch geschlossen sein; aber am Sabbattag soll es geoeffnet werden, und am Tag des Neumondes soll es geoeffnet werden. 46.2 Und der Fürst soll durch die Vorhalle des Tores von aussen her hineingehen und an den Pfosten des Tores stehen bleiben; und die Priester sollen sein Brandopfer und seine Heilsopfer darbringen, und er soll auf der Schwelle des Tores anbeten und hinausgehen; das Tor soll aber bis zum Abend nicht geschlossen werden. 46.3 Und das Volk des Landes soll vor dem Herrn anbeten am Eingang dieses Tores, an den Sabbaten und an den Neumonden. – 46.4 Und das Brandopfer, das der Fürst dem Herrn darbringt, soll am Sabbattag sechs fehlerlose Lämmer und einen fehlerlosen Widder betragen. 46.5 Und das Speisopfer: ein Efa für den Widder; für die Lämmer aber beträgt das Speisopfer eine Gabe seiner Hand; und Öl: ein Hin für das Efa. 46.6 Und am Tag des Neumondes soll das Brandopfer einen fehlerlosen jungen Stier von den Rindern betragen und sechs Lämmer und einen Widder; ohne Fehler sollen sie sein. 46.7 Und ein Efa für den Jungstier und ein Efa für den Widder soll er als Speisopfer opfern; und für die Lämmer: soviel seine Hand aufbringen kann; und Öl: ein Hin für das Efa.

46.8 Und wenn der Fürst hineingeht, soll er durch die Vorhalle des Tores hineingehen; und auf demselben Weg soll er hinausgehen. 46.9 Und wenn das Volk des Landes an den Festtagen vor den Herrn kommt: wer durch das Nordtor hineingeht, um anzubeten, soll durch das Südtor hinausgehen; und wer durch das Südtor hineingeht, soll durch das Nordtor hinausgehen; er soll nicht durch das Tor zurückkehren, durch das er hineingegangen ist, sondern geradeaus soll er hinausgehen. 46.10 Und der Fürst soll mitten unter ihnen hineingehen, wenn sie hineingehen; und wenn sie hinausgehen, soll auch er hinausgehen. – 46.11 Und an den Festen und zu den Festzeiten soll das Speisopfer ein Efa für den Jungstier betragen und ein Efa für den Widder; und für die Lämmer: eine Gabe seiner Hand; und Öl: ein Hin für das Efa. 46.12 Und wenn der Fürst eine freiwillige Gabe darbringen will, ein Brandopfer oder ein Heilsopfer, als freiwillige Gabe für den Herrn, dann soll man ihm das Tor öffnen, das nach Osten weist, und er soll sein Brandopfer und seine Heilsopfer darbringen, ebenso wie er es am Sabbattag darbringt. Dann soll er hinausgehen, und man soll das Tor schliessen, nachdem er hinausgegangen ist. – 46.13 Und du sollst täglich ein einjähriges fehlerloses Lamm dem Herrn als Brandopfer zubereiten, Morgen für Morgen sollst du es zubereiten. 46.14 Und ein Speisopfer sollst du dazu zubereiten, Morgen für Morgen: ein sechstel Efa und Öl, ein drittel Hin, um den Weizengriess zu befeuchten, ein Speisopfer für den Herrn – ewige Ordnungen ,die beständig gelten sollen. 46.15 Und man soll das Lamm und das Speisopfer und das Öl, Morgen für Morgen, als ein regelmässiges Brandopfer darbringen.

46.16 So spricht der Herr, Herr: Wenn der Fürst einem seiner Söhne ein Geschenk aus seinem Erbbesitz gibt, so gehört es seinen Söhnen, es ist ihr Grundeigentum als Erbbesitz. 46.17 Wenn er aber einem seiner Knechte ein Geschenk von seinem Erbbesitz gibt, dann soll es dem bis zum Jahr der Freilassung gehören, soll dann aber wieder an den Fürsten kommen. Nur seinen Söhnen, ihnen soll es als sein Erbbesitz für immer gehören. 46.18 Und der Fürst soll nichts von dem Erbbesitz des Volkes nehmen, so dass er sie gewaltsam aus ihrem Grundbesitz verdrängt; von seinem eigenen Grundbesitz soll er an seine Söhne vererben, damit sich mein Volk nicht zerstreut, jeder aus seinem Grundbesitz.

46.19 Und er brachte mich durch den Eingang, der an der Seite des Tores war, zu den heiligen Priesterzellen, die nach Norden gerichtet sind, und siehe, dort war ein Ort am äussersten Ende nach Westen zu. 46.20 Und er sprach zu mir: Das ist der Ort, wo die Priester das Schuldopfer und das Sündopfer kochen, wo sie das Speisopfer backen sollen, damit man es nicht in den äusseren Vorhof hinaustragen muss und dabei das Volk heilig macht.

46.21 Und er führte mich in den äusseren Vorhof hinaus und liess mich an den vier Ecken des Vorhofs vorübergehen; und siehe, in jeder Ecke des Vorhofs war je ein Hof. 46.22 In den vier Ecken des Vorhofs waren kleine Höfe, vierzig Ellen lang und dreissig breit. Ein und dasselbe Mass hatten alle vier. 46.23 Und in ihnen war eine Steinlage ringsherum bei allen vieren; und Kochstellen waren unten an den Steinlagen angebracht ringsum. 24 Und er sprach zu mir: Dies sind die Küchen, wo die, die den Dienst am Haus versehen, das Schlachtopfer des Volkes kochen sollen.

Vision vom zukünftigen Tempel: Das Wasser aus dem Tempel.

47.1 Und er führte mich zurück zum Eingang des Hauses; und siehe, Wasser floss unter der Schwelle des Hauses hervor nach Osten, denn die Vorderseite des Hauses war nach Osten gerichtet; und das Wasser floss unten herab an der rechten Seite des Hauses, südlich vom Altar. 47.2 Und er führte mich hinaus durch das Nordtor und liess mich den Weg aussen herumgehen zum äusseren Tor, auf dem Weg, der sich nach Osten wendet; und siehe, Wasser rieselte auf der rechten Seite hervor. 47.3 Und als der Mann gegen Osten hinausging, die Messschnur in seiner Hand, da mass er tausend Ellen und liess mich durch das Wasser gehen: Wasser bis an die Knöchel. 47.4 Und er mass tausend Ellen und liess mich durch das Wasser gehen: Wasser bis an die Knie. Und er mass tausend Ellen und liess mich hindurchgehen: Wasser bis an die Hüften. 47.5 Und er mass tausend Ellen: ein Fluss, den ich nicht durchschreiten konnte, denn die Wasser waren tief, Wasser zum Schwimmen, ein Fluss, der nicht mehr durchschritten werden kann. 47.6 Und er sprach zu mir: Hast du gesehen, Menschensohn? Und er führte mich wieder zurück am Ufer des Flusses entlang. 47.7 Als ich zurückkehrte, siehe, da standen am Ufer des Flusses sehr viele Bäume auf dieser und auf jener Seite. 47.8 Und er sprach zu mir: Dieses Wasser fliesst hinaus in den östlichen Bezirk und fliesst in die Ebene hinab und gelangt ins Meer, in das salzige Wasser, und das Wasser wird gesund werden. 47.9 Und es wird geschehen, jedes Lebewesen, das da wimmelt – überall wohin der Fluss kommt -, wird leben. Und es wird sehr viele Fische geben. Wenn dieses Wasser dorthin kommt, dann wird das Salzwasser gesund werden, und alles wird leben, wohin der Fluss kommt. 47.10 Und es wird geschehen, dass Fischer an ihm stehen werden: von En-Gedi bis En-Eglajim werden Trockenplätze für Netze sein. Fische von jeder Art werden in ihm sein, sehr zahlreich, wie die Fische des grossen Meeres. 47.11 Seine Sümpfe und seine Lachen aber werden nicht gesund werden. Zur Salzgewinnung sind sie bestimmt. 47.12 An dem Fluss aber, an seinem Ufer, werden auf dieser und auf jener Seite allerlei Bäume wachsen, von denen man isst, deren Blätter nicht welken und deren Früchte nicht ausgehen werden. Monat für Monat werden sie frische Früchte tragen, denn sein Wasser fliesst aus dem Heiligtum hervor; und ihre Früchte werden als Speise dienen und ihre Blätter als Heilmittel.

Die Grenzen des Landes.

47.13 So spricht der Herr, Herr: Das ist die Grenze, innerhalb derer ihr euch das Land als Erbe zuweisen sollt nach den zwölf Stämmen Israels: für Josef zwei Anteile. 47.14 Und ihr sollt es zum Erbe erhalten, der eine wie der andere, da ich meine Hand im Schwur erhoben habe, es euren Vätern zu geben. Dieses Land soll euch als Erbteil zufallen.

47.15 Und das ist die Grenze des Landes: Auf der Nordseite, vom grossen Meer an, in der Richtung auf Hetlon, bis man nach Hamat kommt, nach Zedad hin, 47.16 Berota, Sibrajim, das zwischen dem Gebiet von Damaskus und dem Gebiet von Hamat liegt, und Hazar-Enan, das an der Grenze von Hauran liegt. 47.17 Und die Grenze verläuft vom Meer bis nach Hazar-Enan. Dabei liegt die Grenze von Damaskus – und zwar, was den Norden betrifft – nördlich und ebenso das Gebiet von Hamat. Das ist die Nordseite. – 47.18 Und die Ostseite: Von Hazar-Enan, das zwischen Hauran und Damaskus liegt, bildet zwischen Gilead und dem Land Israel der Jordan die Grenze bis zum östlichen Meer hin bis Tamar. Das ist die Ostseite. – 47.19 Und die Mittagseite südwärts: von Tamar bis zum Haderwasser von Kadesch und nach dem Bach Ägyptens hin bis an das grosse Meer. Das ist die Südseite gegen Mittag. – 47.20 Und die Westseite: das grosse Meer bildet die Grenze bis gegenüber der Stelle, wo man nach Hamat kommt. Das ist die Westseite.

Die Aufteilung des Landes.

47.21 Und dieses Land sollt ihr unter euch verteilen nach den Stämmen Israels. 47.22 Und es soll geschehen: Ihr sollt es als Erbteil verlosen unter euch und den Fremden, die sich in eurer Mitte aufhalten, die in eurer Mitte Söhne gezeugt haben. Und sie sollen euch gelten wie Einheimische unter den Söhnen Israel. Mit euch sollen sie es als Erbteil durch das Los erhalten mitten unter den Stämmen Israels. 47.23 Und es soll geschehen, in dem Stamm, bei dem der Fremde sich aufhaelt, dort sollt ihr ihm sein Erbteil geben, spricht der Herr, Herr.

48.1 Und das sind die Namen der Stämme: Im äussersten Norden, seitlich vom Weg nach Hetlon, nach Hamat und nach Hazar-Enan – das Gebiet von Damaskus bleibt dabei nordwärts, seitlich von Hamat -, von der Ostseite nach Westen: für Dan ein Anteil. 48.2 Und neben dem Gebiet von Dan, von der Ostseite bis zur Westseite: Asser ein Anteil. 48.3 Und neben dem Gebiet von Asser, von der Ostseite bis zur Westseite: Naftali ein Anteil. 48.4 Und neben dem Gebiet von Naftali, von der Ostseite bis zur Westseite: Manasse ein Anteil. 48.5 Und neben dem Gebiet von Manasse, von der Ostseite bis zur Westseite: Efraim ein Anteil. 48.6 Und neben dem Gebiet von Efraim, von der Ostseite bis zur Westseite: Ruben ein Anteil. 48.7 Und neben dem Gebiet von Ruben, von der Ostseite bis zur Westseite: Juda ein Anteil.

48.8 Und neben dem Gebiet von Juda, von der Ostseite bis zur Westseite, soll die Weihegabe liegen, die ihr aussondern sollt: 25 000 Ellen die Breite und die Länge wie eines der Stammes-Anteile von der Ostseite bis zur Westseite; und das Heiligtum soll in seiner Mitte sein. 48.9 Die Weihegabe, die ihr für den Herrn aussondern sollt, soll 25 000 Ellen in der Länge und 20 004 Ellen in der Breite betragen. 48.10 Und diesen Personen soll die heilige Weihegabe gehören: den Priestern. Nach Norden zu 25 000 Ellen lang und nach Westen 10 000 Ellen breit und nach Osten 10 000 Ellen breit und nach Süden 25 000 Ellen lang; und das Heiligtum des Herrn soll in seiner Mitte sein. 48.11 Den geweihten Priestern soll es gehören, den Söhnen Zadoks, die meinen Dienst versehen haben, die, als die Söhne Israel abirrten, nicht abgeirrt sind wie die Leviten abgeirrt sind. 48.12 Und sie sollen eine Sonderweihgabe von der Weihgabe des Landes erhalten, ein Hochheiliges neben dem Gebiet der Leviten.

48.13 Und die Leviten sollen entsprechend dem Gebiet der Priester ein Gebiet haben von 25 000 Ellen Länge und 10 000 Ellen Breite. Jede Langseite soll also 25 000 Ellen betragen und die Breite 10 000 Ellen. 48.14 1 Und man soll nichts davon verkaufen noch vertauschen; und das Beste des Landes soll man nicht an andere übergehen lassen, denn es ist dem Herrn heilig.

48.15 Und die 5 000 Ellen, die in der Breite übrig bleiben, längs der 25 000 Ellen, das soll nicht heilig sein, sondern der Stadt als Wohngebiet und Weideland dienen. Und die Stadt soll mitten darin liegen. 48.16 Und das sollen ihre Masse sein: die Nordseite 4 500 Ellen und die Südseite 4 500 Ellen und die Ostseite 4 500 Ellen und die Westseite 4 500 Ellen. 48.17 Und die Stadt soll dies als Weideland haben: nach Norden 250 Ellen und nach Süden 250 Ellen und nach Osten 250 Ellen und nach Westen 250 Ellen. 48.18 Und was übrig bleibt, beträgt in der Länge, parallel zur Weihegabe, 10 000 Ellen nach Osten und 10 000 Ellen nach Westen, es läuft parallel zur heiligen Weihegabe. Sein Ertrag soll denen, die in der Stadt arbeiten, als Nahrung dienen. 48.19 Und die in der Stadt arbeiten, sollen es bearbeiten aus allen Stämmen Israels.

48.20 Die ganze Weihegabe soll eine Fläche von 25 000 auf 25 000 Ellen haben. Als Viereck sollt ihr die heilige Weihegabe aussondern zusammen mit dem Grundbesitz der Stadt. 48.21 Und was übrig bleibt, soll dem Fürsten gehören: Das Gebiet auf dieser und auf jener Seite der heiligen Weihegabe und des Grundbesitzes der Stadt, längs der 25 000 Ellen bis zur Ostgrenze und nach Westen längs der 25 000 Ellen zur Westgrenze hin, soll entsprechend den Stammes-Anteilen dem Fürsten gehören. Und die heilige Weihegabe und das Heiligtum des Hauses soll in seiner Mitte sein. 48.22 Und von dem Grundbesitz der Leviten und von dem Grundbesitz der Stadt mitten zwischen dem, was dem Fürsten gehört, was zwischen dem Gebiet von Juda und dem Gebiet von Benjamin liegt, soll dem Fürsten gehören.

48.23 Und der Rest der Stämme: Von der Ostseite bis zur Westseite: Benjamin ein Anteil. 48.24 Und neben dem Gebiet von Benjamin, von der Ostseite bis zur Westseite: Simeon ein Anteil. 48.25 Und neben dem Gebiet von Simeon, von der Ostseite bis zur Westseite: Issaschar ein Anteil. 48.26 Und neben dem Gebiet von Issaschar, von der Ostseite bis zur Westseite: Sebulon ein Anteil. 48.27 Und neben dem Gebiet von Sebulon, von der Ostseite bis zur Westseite: Gad ein Anteil. 48.28 Und neben dem Gebiet von Gad, nach der Mittagseite hin, südwärts, da soll die Grenze von Tamar sein bis zum Wasser von Meribat Kadesch, zum Bach Ägyptens hin, bis an das grosse Meer. 48.29 Das ist das Land, das ihr den Stämmen Israels als Erbteil verlosen sollt; und das sind ihre Anteile, spricht der Herr, Herr.

Die Stadt, ihre Tore und ihr Name.

48.30 Und das sind die Ausgänge der Stadt: Von der Nordseite aus ,die 4 500 Ellen misst – 48.31 die Tore der Stadt aber heissen nach den Namen der Stämme Israels -, drei Tore nach Norden zu: Das Tor Ruben eins, das Tor Juda eins, das Tor Levi eins. 48.32 Und nach der Ostseite hin 4 500 Ellen und drei Tore: Das Tor Josef eins, das Tor Benjamin eins, das Tor Dan eins. 48.33 Und an der Südseite 4 500 Ellen Mass und drei Tore: Das Tor Simeon eins, das Tor Issaschar eins, das Tor Sebulon eins. 48.34 An der Westseite 4 500 Ellen drei Tore: Das Tor Gad eins, das Tor Asser eins, das Tor Naftali eins. 48.35 Ringsherum 18 000 Ellen. Und der Name der Stadt heisst von nun an: Hier ist der Herr.

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