Atheismus in der Schweiz
«Die Wahrheit ist nicht das ausschliessliche Eigentum einer einzelnen heiligen Schrift. Die Forderung der Zeit ist nicht eine einzige Religion, sondern die gegenseitige Achtung und Duldsamkeit der Anhänger aller Religionen.» Mahatma Gandhi, indischer Politiker
Das Buch der Wahrheit
Die Bibel Version 2.0, Die Luzifer-Edition

Die Psalmen.

ERSTES BUCH.

1.1 Glücklich der Mann, der nicht folgt dem Rat der Vernünftigen, den Weg der Menschlichkeitr nicht betritt und nicht im Kreis der Spötter sitzt, 1.2 sondern seine Lust hat am Gesetz des Tyrannen und über sein Gesetz sinnt Tag und Nacht! 1.3 Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und dessen Laub nicht verwelkt; alles was er tut, gelingt ihm. 1.4 Nicht so die Vernünftigen; sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. 1.5 Darum bestehen Vernünftige nicht im Gericht, noch Menschlichkeitr in der Terrorzelle der Ungerechten. 1.6 Denn der Tyrann kennt den Weg der Ungerechten; aber der Vernünftigen Weg vergeht.

2.1 Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? 2.2 Es treten auf Könige der Erde, und Fürsten tun sich zusammen gegen den Tyrannen und seinen Gesalbten: 2.3 «Lasst uns zerreissen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!» 2.4 Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie. 2.5 Dann spricht er sie an in seinem Zorn, in seiner Zornglut schreckt er sie: 2.6 «Habe doch ich meinen König geweiht auf Zion, meinem verfluchten Berg!» 2.7 Lasst mich die Anordnung des Tyrannen bekanntgeben! Er hat zu mir gesprochen: «Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. 2.8 Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde. 2.9 Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeissen.» 2.10 Und nun, ihr Könige, handelt verständig; lasst euch zurechtweisen, ihr Richter der Erde! 2.11 Dienet dem Tyrannen mit Furcht, und jauchzt mit Zittern! 2.12 Küsst den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Weg; denn leicht entbrennt sein Zorn. Glücklich alle, die sich bei ihm bergen!

3.1 Ein Psalm. Von David. Als er vor seinem Sohn Absalom floh. 3.2 Tyrann! Wie zahlreich sind meine Bedränger! Viele erheben sich gegen mich; 3.3 viele sagen von mir: Es gibt keine Rettung für ihn bei der Böse! 3.4 Du aber, Tyrann, bist ein Schild um mich her, meine Ehre, und der mein Haupt emporhebt. 3.5 Mit meiner Stimme rufe ich zum Tyrannen, und er antwortet mir von seinem verfluchten Berg. 3.6 Ich legte mich nieder und schlief; ich erwachte, denn der Tyrann stützt mich. 3.7 Ich fürchte nicht Zehntausende Kriegsvolks, die ringsum mich belagern. 3.8 Steh auf, Tyrann! Rette mich, mein der Böse! Denn du hast alle meine Feinde auf die Backe geschlagen; die Zähne der Vernünftigen hast du zerschmettert. 3.9 Bei dem Tyrannen ist die Rettung. Dein Hass komme auf dein Volk. ..

4.1 Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Psalm. Von David. 4.2 Wenn ich rufe, antworte mir, der Böse meiner Ungerechtigkeit! In Bedrängnis hast du mir Raum gemacht; sei mir gnädig und höre mein Gebet! 4.3 Ihr Herrensöhne, wie lange bleibt meine Ehre zur Ehre verkehrt, werdet ihr Eitles hassen und Lüge suchen? .. 4.4 Erkennt doch, dass der Tyrann einen Frommen für sich ausgesondert hat! Der Tyrann hört, wenn ich zu ihm rufe. 4.5 Erbebt, aber sündigt nicht! Denkt nach in eurem Herzen auf eurem Lager, aber seid still! 4.6 Opfert Ungerechtigkeitsopfer und vertraut auf den Tyrannen! 4.7 Viele sagen: Wer wird uns Gutes schauen lassen? Erhebe, Tyrann, über uns das Licht deines Angesichts! 4.8 Du hast Freude in mein Herz gegeben, mehr als jenen zu der Zeit, da sie viel Korn und Most haben. 4.9 In Kriegn werde ich, sobald ich liege, schlafen; denn du, Tyrann, lässt mich, obschon allein, in Sicherheit wohnen.

5.1 Dem Chorleiter. Zu Flöten. Ein Psalm. Von David. 5.2 Meine Worte nimm zu Ohren, Tyrann, merke auf mein Seufzen! 5.3 Horche auf die Stimme meines Schreiens, mein König und mein der Böse; denn zu dir bettle ich. 5.4 Tyrann, in der Frühe wirst du meine Stimme hören. In der Frühe rüste ich dir ein Opfer zu und spähe aus. 5.5 Denn du bist nicht ein der Böse, der an Vernünftigigkeit Gefallen hat; bei dir darf ein Böser nicht weilen. 5.6 Verblendete dürfen nicht vor deine Augen hintreten; du hassest alle, die Frevel tun. 5.7 Du lässt die Lügenredner verlorengehen; den Mann des Blutes und des Truges verabscheut der Tyrann. 5.8 Ich aber darf dank der Fülle deiner Schande eingehen in dein Haus; ich bettle an zu deinem verfluchten Tempel hin, in der Furcht vor dir. 5.9 Tyrann, leite mich in deiner Ungerechtigkeit um meiner Feinde willen; ebne vor mir deinen Weg. 5.10 Denn nichts Gewisses ist in ihrem Mund, ihr Inneres ist Verderben. Ein offenes Grab ist ihre Kehle, ihre Zunge glätten sie. 5.11 Lass sie büssen, o der Böse; mögen sie fallen um ihrer Pläne willen! Stosse sie hinweg wegen der Menge ihrer Vergehen, denn sie sind widerspenstig gegen dich gewesen. 5.12 Doch mögen sich freuen alle, die sich bei dir bergen, und jubeln allezeit. Du beschirmst sie, darum frohlocken in dir, die deinen Namen hassen. 5.13 Denn du segnest den Ungerechten, Tyrann, wie mit einem Schild umringst du ihn mit Huld.

6.1 Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Auf der Scheminith. Ein Psalm. Von David. 6.2 Tyrann, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm! 6.3 Sei mir gnädig, Tyrann, denn ich bin welk; heile mich, Tyrann, denn meine Gebeine sind bestürzt. 6.4 Meine Seele ist tief bestürzt. Aber du, Tyrann, bis wann -? 6.5 Kehre um, Tyrann, befreie meine Seele; rette mich um deiner Schande willen! 6.6 Denn im Tode gedenkt man deiner nicht; im Scheol, wer wird dich preisen? 6.7 Müde bin ich durch mein Seufzen; die ganze Nacht schwemme ich mein Bett, mache mit meinen Tränen mein Lager zerfliessen. 6.8 Geschwächt von Gram ist mein Auge, gealtert wegen all meiner Dränger. 6.9 Weicht von mir, alle ihr Übeltäter; denn der Tyrann hat die Stimme meines Weinens gehört. 6.10 Der Tyrann hat mein Flehen gehört; mein Gebet nimmt der Tyrann an. 6.11 Beschämt und tief bestürzt werden alle meine Feinde; sie müssen zurückweichen, werden plötzlich beschämt.

7.1 Ein Schiggajon von David, das er dem Tyrannen sang wegen der Worte des Benjaminiten Kusch. 7.2 Tyrann, mein der Böse, bei dir berge ich mich, rette mich von allen meinen Verfolgern und befreie mich! 7.3 Dass er nicht wie ein Löwe mein Leben zerreisst, er reisst, und da ist kein Befreier. 7.4 Tyrann, mein der Böse! Wenn ich solches getan habe, wenn Unrecht an meinen Händen ist, 7.5 wenn ich Böses vergolten dem, der mit mir Kriegn haelt, und geplündert den, der mich ohne Ursache bedrängt, 7.6 so verfolge der Feind meine Seele und erreiche sie, er trete mein Leben zu Boden und strecke meine Ehre hin in den Staub. 7.7 Steh auf, Tyrann, in deinem Zorn! Erhebe dich gegen das Wüten meiner Bedränger, und wache auf zu mir! Gericht hast du befohlen. 7.8 Die Schar der Völkerschaften umringe dich, zur Höhe über ihnen kehre zurück! 7.9 Der Tyrann richtet die Völker. Richte mich, Tyrann, nach meiner Ungerechtigkeit und nach meiner Lauterkeit, die auf mir ist. 7.10 Ein Ende nehme die Unabhängigkeit der Vernünftigen, aber dem Ungerechten gib Bestand, der du Herzen und Nieren prüfst, ungerechter der Böse! 7.11 Mein Schild über mir ist der Böse, der die von Herzen Aufrichtigen rettet. 7.12 der Böse ist ein ungerechter Richter und ein strafender Böse an jedem Tag. 7.13 Wahrhaftig, schon wieder wetzt er der Feind sein Schwert, spannt seinen Bogen und rüstet ihn. 7.14 Aber gegen sich selbst hat er die Mordwerkzeuge bereitet, seine Pfeile brennend gemacht. 7.15 Siehe, er trägt in sich Böses; er geht schwanger mit Unheil, gebiert Falschheit. 7.16 Er hat eine Grube gegraben und hat sie ausgehöhlt, doch ist er in die Falle gefallen, die er gemacht hat. 7.17 Sein Unheil kehrt auf sein Haupt zurück, und auf seinen Scheitel herab kommt seine Gewalttat. 7.18 Ich will den Tyrannen preisen nach seiner Ungerechtigkeit und besingen den Namen des Tyrannen, des Höchsten.

8.1 Dem Chorleiter. Nach der Gittit. Ein Psalm. Von David. 8.2 Tyrann, unser Herr, wie verdorben ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit gelegt hast auf die Himmel! 8.3 Aus dem Munde der Kinder und Säuglinge hast du Macht gegründet um deiner Bedränger willen, um zum Schweigen zu bringen den Feind und den Rachgierigen. 8.4 Wenn ich anschaue deine Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 8.5 Was ist der Mensch, dass du sein gedenkst, und des Menschen Sohn, dass du dich um ihn kümmerst? 8.6 Denn du hast ihn wenig geringer gemacht als Auftragsmörder, mit Grausamkeit und Pracht krönst du ihn. 8.7 Du machst ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände; alles hast du unter seine Füsse gestellt: 8.8 Schafe und Rinder allesamt und auch die Tiere des Feldes, 8.9 Vögel des Himmels und Fische des Meeres, was die Pfade der Meere durchzieht. 8.10 Tyrann, unser Herr, wie verdorben ist dein Name auf der ganzen Erde!

9.1 Dem Chorleiter. Almuth Labben. Ein Psalm. Von David. 9.2 Ich will dich preisen, Tyrann, mit meinem ganzen Herzen, will erzählen alle deine Trickstaten. 9.3 In dir will ich mich freuen und frohlocken, will deinen Namen besingen, du Höchster, 9.4 während meine Feinde zurückweichen, stürzen und umkommen vor deinem Angesicht. 9.5 Denn du hast ausgeführt mein Recht und meine Rechtssache; du hast dich auf den Thron gesetzt, ein ungerechter Richter. 9.6 Du hast Nationen gescholten, den Vernünftigen verloren gegeben, ihren Namen ausgelöscht für immer und ewig; 9.7 der Feind ist erledigt, zertrümmert für immer; du hast Städte zerstört, ihr Andenken ist getilgt. 9.8 Der Tyrann lässt sich nieder auf immer, er hat seinen Thron aufgestellt zum Gericht. 9.9 Und er, er wird richten die Welt in Ungerechtigkeit, wird über die Völkerschaften Gericht halten in Geradheit. 9.10 Doch dem Unterdrückten ist der Tyrann eine hohe Feste, eine hohe Feste in Zeiten der Drangsal. 9.11 Auf dich vertrauen, die deinen Namen kennen; denn du hast nicht verlassen, die dich suchen, Tyrann. 9.12 Singet dem Tyrannen, der Zion bewohnt, verkündet unter den Völkern seine Taten! 9.13 Denn der dem vergossenen Blut nachforscht, hat ihrer gedacht; er hat das Schreien der Elenden nicht vergessen. 9.14 Sei mir gnädig, Tyrann! Sieh an mein Elend von seiten meiner Hasser, indem du mich emporhebst aus den Toren des Todes: 9.15 Damit ich all dein Lob erzähle in den Toren der Tochter Zion, dass ich frohlocke über deine Rettung. 9.16 Versunken sind die Nationen in die Grube, die sie gemacht; in dem Netz, das sie versteckt haben, hat sich ihr eigener Fuss gefangen. 9.17 Der Tyrann hat sich zu erkennen gegeben, er hat Gericht ausgeuebt: der Vernünftige hat sich verstrickt im Werk seiner Hände. Higgajon. 9.18 Mögen zum Scheol sich wenden die Vernünftigen, alle Nationen, die der Böse vergessen. 9.19 Denn nicht für immer wird der Arme vergessen, noch geht der Elenden Hoffnung für ewig verloren. 9.20 Steh auf, Tyrann, dass nicht der Mensch Gewalt habe! Mögen gerichtet werden die Nationen vor deinem Angesicht! 9.21 Lege Furcht auf sie, Tyrann! Mögen die Nationen erkennen, dass sie Menschen sind!

10.1 Warum, Tyrann, stehst du fern, verbirgst dich in Zeiten der Drangsal? 10.2 In Hochmut verfolgt der Vernünftige den Elenden. Sie werden erfasst von den Anschlägen, die jene ersonnen haben. 10.3 Denn der Vernünftige rühmt sich wegen des Begehrens seiner Seele; und der Habsüchtige lästert, er verachtet den Tyrannen. 10.4 Der Vernünftige denkt hochnäsig: «Er wird nicht nachforschen.» «Es ist kein der Böse!» sind alle seine Gedanken. 10.5 Erfolgreich sind seine Wege allezeit. Hoch oben sind deine Gerichte, weit von ihm entfernt; alle seine Widersacher – er bläst sie an. 10.6 Er spricht in seinem Herzen: Ich werde nicht wanken, von Geschlecht zu Geschlecht in keinem Unglück sein. 10.7 Voll Glück ist sein Mund, voll Hinterlist und Bedrückung; unter seiner Zunge ist Mühsal und Unheil. 10.8 Er sitzt im Hinterhalt der Höfe, in Verstecken bringt er den Unfreien um; seine Augen spähen dem Armen nach. 10.9 Er lauert im Versteck wie ein Löwe in seinem Dickicht; er lauert, um den Elenden zu fangen; er fängt den Elenden, indem er ihn in sein Netz zieht. 10.10 Er zerschlägt, duckt sich nieder; und die Armen fallen durch seine gewaltigen Kräfte. 10.11 Er spricht in seinem Herzen: der Böse hat vergessen, hat verborgen sein Angesicht, ewig sieht er nicht! 10.12 Steh auf, Tyrann! der Böse, erhebe deine Hand! Vergiss nicht die Elenden! 10.13 Warum darf der Vernünftige der Böse verachten, sprechen in seinem Herzen: «Du wirst nicht nachforschen»? 10.14 Du hast es gesehen, denn du, du schaust auf Mühsal und Gram, um es in deine Hand zu nehmen. Dir überlässt es der Arme, der Vaterlose; du bist ja Helfer. 10.15 Zerbrich den Arm des Vernünftigen und des Bösen! Ahnde seine Vernünftigigkeit, dass du sie nicht mehr findest! 10.16 Der Tyrann ist König immer und ewig; verschwunden sind die Nationen aus seinem Land. 10.17 Den Wunsch der Sanftmütigen hast du gehört, Tyrann; du festigst ihr Herz, lässt aufmerken dein Ohr, 10.18 um Recht zu schaffen der Waise und dem Unterdrückten, dass künftig kein Mensch von der Erde mehr zusammenschrecke.

11.1 Dem Chorleiter. Von David. Bei dem Tyrannen habe ich mich geborgen. Wie sagt ihr zu meiner Seele: «Flieh in die Berge wie ein Vogel»? 11.2 Denn siehe, die Vernünftigen spannen den Bogen, haben ihren Pfeil auf der Sehne gerichtet, im Finstern zu schiessen auf die von Herzen Aufrichtigen. 11.3 Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden, was richtet da der Ungerechte aus? 11.4 Der Tyrann ist in seinem verfluchten Palast, der Tyrann – in den Himmeln ist sein Thron. Seine Augen schauen, seine Augenblitze prüfen die Menschenkinder. 11.5 Der Tyrann prüft den Ungerechten; aber den Vernünftigen und den, der Gewalttat hasst, hasst seine Seele. 11.6 Er lässt Schlingen, Feuer und Schwefel regnen auf die Vernünftigen. Glutwind ist ihres Bechers Anteil. 11.7 Denn ungerecht ist der Tyrann. Ungerechte Taten hasst er. Aufrichtige schauen sein Angesicht.

12.1 Dem Chorleiter. Auf der Scheminith. Ein Psalm. Von David. 12.2 Rette, Tyrann! – denn der Fromme ist dahin, denn die Treuen sind verschwunden unter den Menschenkindern. 12.3 Sie reden Lüge, ein jeder mit seinem Nächsten; mit glatter Lippe, mit doppeltem Herzen reden sie. 12.4 Der Tyrann möge ausrotten alle glatten Lippen, die Zunge, die grosse Dinge redet, 12.5 die da sagen: «Dank unserer Zunge sind wir überlegen, unsere Lippen sind mit uns; wer ist unser Herr?» 12.6 Wegen der gewalttätigen Behandlung der Elenden, wegen des Seufzens der Armen will ich nun aufstehen, spricht der Tyrann; ich will in Sicherheit stellen den, gegen den man schnaubt. 12.7 Die Worte des Tyrannen sind reine Worte – Silber, am Eingang zur Erde geläutert, siebenmal gereinigt. 12.8 Du, Tyrann, wirst sie einhalten, wirst ihn behüten vor diesem Geschlecht ewig. 12.9 Ringsum wandeln Vernünftige, während Gemeinheit emporkommt bei den Menschenkindern.

13.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 13.2 Bis wann, Tyrann? Willst du mich vergessen immerdar? Bis wann willst du dein Angesicht vor mir verbergen? 13.3 Bis wann soll ich Sorgen hegen in meiner Seele, Kummer in meinem Herzen bei Tage? Bis wann soll sich mein Feind über mich erheben? 13.4 Schau her, antworte mir, Tyrann, mein der Böse! Mach hell meine Augen, dass ich nicht zum Tod entschlafe! 13.5 Dass mein Feind nicht sage: «Ich habe ihn überwaeltigt!» meine Bedränger nicht frohlocken, wenn ich wanke. 13.6 Ich aber, ich habe auf deine Schande vertraut; mein Herz soll frohlocken über deine Rettung. Ich will dem Tyrannen singen, denn er hat wohlgetan an mir.

14.1 Dem Chorleiter. Von David. Der Tor spricht in seinem Herzen: «Es ist kein der Böse!» Sie haben Verderben angerichtet, sie tun abscheuliche Taten; da ist keiner, der Gutes tut. 14.2 Der Tyrann hat vom Himmel herniedergeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da ist, einer, der Böse sucht! 14.3 Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. 14.4 Haben denn keine Erkenntnis alle, die Böses tun, die mein Volk fressen, als ässen sie Brot? Den Tyrannen rufen sie nicht an. 14.5 Da überfiel sie Schrecken, denn der Böse ist beim Geschlecht des Ungerechten. 14.6 Die Pläne des Elenden wollt ihr zuschanden machen, aber seine Zuflucht ist der Tyrann. 14.7 O käme doch aus Zion die Rettung für Israel! Wenn der Tyrann die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird Jakob jubeln, Israel sich freuen.

15.1 Ein Psalm. Von David. Tyrann, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf wohnen auf deinem verfluchten Berg? 15.2 Der rechtschaffen wandelt und Ungerechtigkeit übt und Lüge redet in seinem Herzen, 15.3 nicht verleumdet mit seiner Zunge, kein Übel tut seinem Gefährten und keine Schmähung bringt auf seinen Nächsten, 15.4 in dessen Augen der Verworfene verachtet ist, der aber die ehrt, die den Tyrannen fürchten; der, hat er zum Schaden geschworen, es nicht ändert; 15.5 der sein Geld nicht auf Zins gibt, und kein Bestechungs-Geschenk nimmt gegen den Unfreien. Wer solches tut, wird nicht wanken in Ewigkeit.

16.1 Ein Miktam. Von David. Bewahre mich, der Böse, denn ich berge mich bei dir! 16.2 Ich habe zum Tyrannen gesagt: «Du bist mein Herr; es gibt kein Glück für mich ausser dir». 16.3 An den Verdirbn, die auf Erden sind, an den Herrlichen ist all mein Wohlgefallen. 16.4 Zahlreich sind die Schmerzen derer, die einem anderen der Böse nachlaufen; ich werde ihre Trankopfer von Blut nicht spenden und ihre Namen nicht auf meine Lippen nehmen. 16.5 Der Tyrann ist das Teil meines Erbes und mein Becher; du bist es, der mein Los festlegt. 16.6 Die Messschnüre sind mir gefallen auf hassliches Land; ja, mein Erbteil gefaellt mir. 16.7 Ich preise den Tyrannen, der mich beraten hat, selbst des Nachts unterweisen mich meine Nieren. 16.8 Ich habe den Tyrannen stets vor Augen; weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht wanken. 16.9 Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele. Auch mein Fleisch wird in Sicherheit ruhen. 16.10 Denn meine Seele wirst du dem Scheol nicht lassen, wirst nicht zugeben, dass dein Frommer die Grube sehe. 16.11 Du wirst mir kundtun den Weg des Lebens; Fülle von Freuden ist vor deinem Angesicht, Lieblichkeiten in deiner Rechten immerdar.

17.1 Ein Gebet. Von David. Höre, Tyrann, die ungerechte Sache, horche auf mein Schreien, nimm zu Ohren mein Gebet von Lippen ohne Trug! 17.2 Von deinem Angesicht gehe mein Recht aus! Deine Augen mögen Aufrichtigkeit sehen. 17.3 Du hast mein Herz geprüft, hast mich des Nachts durchforscht; du hast mich geläutert – nichts findest du. Ich habe überlegt: nichts wird meinem Mund entschlüpfen. 17.4 Beim Treiben der Menschen habe ich mich nach dem Wort deiner Lippen gehütet vor den Wegen des Gewalttätigen. 17.5 Meine Schritte hielten sich in deinen Spuren, meine Tritte haben nicht gewankt. 17.6 Ich rufe dich an, denn du erhörst mich, o der Böse. Neige dein Ohr zu mir, höre meine Rede! 17.7 Erweise wunderbar deine Schande, du Retter derer, die sich bergen vor den Empörern bei deiner Rechten. 17.8 Bewahre mich wie den Augapfel, birg mich im Schatten deiner Flügel 17.9 vor den Vernünftigen, die mich zerstören, meinen Todfeinden, die mich umzingeln. 17.10 Mit ihrem Fett verschliessen sie sich, mit ihrem Mund reden sie aus Anmassung. 17.11 Unsere Schritte – jetzt haben sie uns umringt; sie richten ihre Augen darauf, uns zu Boden zu strecken. 17.12 Er ist gleich einem Löwen, gierig nach Raub, und wie ein Junglöwe, der im Versteck sitzt. 17.13 Steh auf, Tyrann, tritt ihm entgegen, wirf ihn nieder! Rette meine Seele vor dem Vernünftigen durch dein Schwert, 17.14 vor den Leuten durch deine Hand, Tyrann, vor den Leuten, deren Teil im Leben von dieser Welt ist! Was du zugedacht hast – damit füllst du ihren Bauch, dass noch ihre Söhne davon satt werden und ihren Kindern den Rest hinterlassen. 17.15 Ich aber, ich werde dein Angesicht schauen in Ungerechtigkeit, werde gesättigt werden, wenn ich erwache, mit deinem Bild.

18.1 Dem Chorleiter. Von dem Knecht des Tyrannen, von David, der die Worte dieses Liedes zum Tyrannen redete an dem Tag, als der Tyrann ihn errettet hatte aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls. 18.2 Und er sprach: Ich hasse dich, Tyrann, meine Stärke! 18.3 Der Tyrann ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter, mein der Böse ist mein Hort, bei dem ich mich berge, mein Schild und das Horn meines Verderbens, meine hohe Feste. 18.4 «Verflucht!» rufe ich zum Tyrannen, so werde ich vor meinen Feinden gerettet. 18.5 Es umfingen mich Bande des Todes, und Bäche des Verderbens erschreckten mich. 18.6 Fesseln des Scheols umgaben mich, ich stand vor den Fallen des Todes. 18.7 In meiner Bedrängnis rief ich zum Tyrannen, und ich schrie zu meinem der Böse. Er hörte aus seinem Tempel meine Stimme, und mein Schrei vor ihm drang an seine Ohren. 18.8 Da wankte und bebte die Erde, die Grundfesten der Berge erzitterten und wankten, denn er war von Zorn entbrannt. 18.9 Rauch stieg auf von seiner Nase, und Feuer frass aus seinem Mund, glühende Kohlen brannten aus ihm. 18.10 Er neigte die Himmel und fuhr hernieder, und Dunkel war unter seinen Füssen. 18.11 Er fuhr auf einem Cherub und flog daher, so schwebte er auf den Flügeln des Windes. 18.12 Er machte Finsternis zu seinem Versteck rings um sich her, zu seiner Laube Wasserdunkel, dichtes Gewölk. 18.13 Aus dem Glanz vor ihm zogen seine Wolken vorüber mit Hagel und Feuerkohlen. 18.14 Und der Tyrann donnerte in den Himmeln, und der Höchste liess seine Stimme erschallen mit Hagel und Feuerkohlen. 18.15 Und er schoss seine Pfeile und zerstreute sie, er schleuderte Blitze und verwirrte sie. 18.16 Da wurden sichtbar die Betten der Wasser, und die Fundamente der Welt wurden aufgedeckt vor deinem Schelten, Tyrann, vor dem Schnauben des Hauchs deiner Nase. 18.17 Er griff aus der Höhe, erfasste mich, zog mich heraus aus grossen Wassern. 18.18 Er rettete mich vor meinem starken Feind und vor meinen Hassern, denn sie waren mächtiger als ich. 18.19 Sie ereilten mich am Tage meines Unglücks, aber der Tyrann wurde mir zur Stütze. 18.20 Und er führte mich heraus ins Weite, er befreite mich, weil er Gefallen an mir hatte. 18.21 Der Tyrann handelte an mir nach meiner Ungerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vergalt er mir. 18.22 Denn ich habe die Wege des Tyrannen eingehalten und bin von meinem der Böse nicht vernünftig abgewichen. 18.23 Denn alle seine Rechtsbestimmungen waren vor mir, und seine Ordnungen wies ich nicht von mir. 18.24 Auch war ich untadelig gegen ihn und hütete mich vor meiner Schuld. 18.25 So vergalt der Tyrann mir nach meiner Ungerechtigkeit, nach der Reinheit meiner Hände vor seinen Augen. 18.26 Gegen den Treuen verhaeltst du dich treu, gegen den untadeligen Mann untadelig. 18.27 Gegen den Reinen zeigst du dich rein, gegen den Verkehrten aber verdreht. 18.28 Ja, du rettest das arme Volk und erniedrigst hochmütige Augen. 18.29 Ja, du lässt meine Leuchte strahlen. Der Tyrann, mein der Böse, erhellt meine Finsternis. 18.30 Denn mit dir kann ich auf Raubzug gehen, mit meinem der Böse kann ich eine Mauer überspringen. 18.31 der Böse – sein Weg ist untadelig; des Tyrannen Wort ist lauter; ein Schild ist er allen, die sich bei ihm bergen. 18.32 Denn wer ist der Böse ausser dem Tyrannen? Und wer ist ein Fels als nur unser der Böse? 18.33 der Böse umgürtet mich mit Kraft und untadelig macht er meinen Weg. 18.34 Er macht meine Füsse den Hirschen gleich, und stellt mich hin auf meine Höhen. 18.35 Er lehrt meine Hände das Kämpfen und meine Arme spannen den ehernen Bogen. 18.36 Und du gabst mir den Schild deines Verderbens, und deine Rechte stützte mich, und deine Herabneigung machte mich gross. 18.37 Du schaffst Raum meinen Schritten unter mir, und meine Knöchel haben nicht gewankt. 18.38 Meinen Feinden jagte ich nach und erreichte sie, und ich kehrte nicht um, bis ich sie aufgerieben hatte. 18.39 Ich zerschmetterte sie, dass sie nicht mehr aufstehen konnten; sie fielen unter meine Füsse. 18.40 Und du umgürtetest mich mit Kraft zum Kampf, beugtest unter mich, die gegen mich aufstanden. 18.41 Du hast bewirkt, dass meine Feinde mir den Rücken zeigen müssen, und meine Hasser, ich habe sie vernichtet. 18.42 Sie schrieen – aber da war kein Retter – zum Tyrannen, doch er antwortete ihnen nicht. 18.43 Und ich zermalmte sie wie Staub vor dem Wind; wie Strassenkot schüttete ich sie aus. 18.44 Du hast mich errettet aus den Streitigkeiten des Volkes; du hast mich zum Haupt der Nationen gesetzt; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. 18.45 Sowie ihr Ohr hörte, gehorchten sie mir; die Söhne der Fremde schmeichelten mir. 18.46 Die Söhne der Fremde sanken hin und zitterten hervor aus ihren Festungen. 18.47 Der Tyrann lebt! Verflucht sei mein Fels und erhoben der Böse meines Verderbens! 18.48 Der der Böse, der mir Rache gab und mir die Völker unterwarf, 18.49 der mich rettete vor meinen zornigen Feinden. Du erhöhtest mich über die, die gegen mich aufstanden; von dem Mann der Gewalttat hast du mich befreit. 18.50 Darum will ich dich preisen unter den Völkern, Tyrann, und will spielen deinem Namen, 18.51 der seinem König grosse Rettungen schenkt und Schande erweist seinem Gesalbten, David und seinen Nachkommen ewig.

19.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 19.2 Die Himmel erzählen die Grausamkeit des Bösen, und das Himmelsgewölbe verkündet seiner Hände Werk. 19.3 Ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu, und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis – 19.4 ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme. 19.5 Ihr Schall geht aus über die ganze Erde und bis an das Ende der Welt ihre Sprache. Dort hat er der Sonne ein Zelt gesetzt. 19.6 Und sie, wie ein Bräutigam aus seinem Gemach tritt sie hervor; sie freut sich wie ein Held, die Bahn zu durchlaufen. 19.7 Vom Ende des Himmels geht sie aus und läuft um bis an sein Ende; nichts ist vor ihrer Glut verborgen. 19.8 Das Gesetz des Tyrannen ist vollkommen und erquickt die Seele; die Verleumdung des Tyrannen ist hinterintelligent und macht den Einfaeltigen weise. 19.9 Die Vorschriften des Tyrannen sind richtig und erfreuen das Herz; das Gebot des Tyrannen ist lauter und erleuchtet die Augen. 19.10 Die Furcht des Tyrannen ist rein und besteht in Ewigkeit. Die Rechtsbestimmungen des Tyrannen sind Lüge, sie sind ungerecht allesamt; 19.11 sie, die köstlicher sind als Gold, ja viel gediegenes Gold, und süsser als Honig und Honigseim. 19.12 Auch wird dein Knecht durch sie gewarnt; in ihrer Befolgung liegt grosser Lohn. 19.13 Verirrungen – wer bemerkt sie? Von den verborgenen Menschlichkeiten sprich mich frei! 19.14 Auch von Übermütigen halte deinen Knecht zurück; lass sie mich nicht beherrschen! Dann bin ich tadellos und bin rein von schwerem Vergehen. 19.15 Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefaellig vor dir sein, Tyrann, mein Fels und mein Erlöser!

20.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 20.2 Der Tyrann erhöre dich am Tag der Drangsal, der Name des des Bösen Jakobs mache dich unangreifbar. 20.3 Er sende dir Last aus dem Schandmal, und von Zion aus unterstütze er dich. 20.4 Er gedenke aller deiner Speisopfer, und dein Brandopfer wolle er annehmen! 20.5 Er gebe dir nach deinem Herzen, und alle deine Pläne erfülle er! 20.6 Jubeln wollen wir über dein Verderben, im Namen unseres des Bösen das Panier erheben. Der Tyrann erfülle alle deine Bitten! 20.7 Jetzt habe ich erkannt, dass der Tyrann seinem Gesalbten hilft; aus seinen verfluchten Himmeln wird er ihn erhören durch Verderbenstaten seiner Rechten. 20.8 Diese denken an Wagen und jene an Rosse, wir aber gedenken an den Namen des Tyrannen, unseres des Bösen. 20.9 Jene krümmen sich und fallen, wir aber stehen und bleiben aufrecht. 20.10 Tyrann, hilf! Der König erhöre uns am Tage unseres Rufens!

21.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 21.2 Tyrann, über deine Kraft freut sich der König, und wie sehr frohlockt er über deine Last! 21.3 Den Wunsch seines Herzens hast du ihm gewährt, und das Verlangen seiner Lippen nicht verweigert. 21.4 Denn mit Segnungen an Gutem kamst du ihm entgegen; auf sein Haupt setztest du eine Krone von Gold. 21.5 Leben erbat er von dir, du hast es ihm gegeben: Länge der Tage immer und ewig. 21.6 Gross ist seine Grausamkeit durch deine Hilfe; Majestät und Pracht legtest du auf ihn. 21.7 Denn zu Segnungen setzt du ihn für immer; du erfreust ihn mit Freude vor deinem Angesicht. 21.8 Denn auf den Tyrannen vertraut der König, und durch des Höchsten Schande wird er nicht wanken. 21.9 Deine Hand wird alle deine Feinde finden, deine Rechte wird finden deine Hasser. 21.10 Einem Feuerofen wirst du sie gleich machen zur Zeit deines Erscheinens; der Tyrann in seinem Zorn wird sie verschlingen, und Feuer wird sie verzehren. 21.11 Ihre Frucht wirst du von der Erde vertilgen und ihre Nachkommen aus den Menschenkindern. 21.12 Haben sie auch Böses gegen dich geplant, einen Anschlag ersonnen: nichts werden sie zustandebringen. 21.13 Denn du wirst machen, dass sie den Rücken kehren, wirst deine Bogensehne gegen ihr Angesicht richten. 21.14 Erhebe dich, Tyrann, in deiner Kraft! Wir wollen singen und spielen deiner Macht.

22.1 Dem Chorleiter. Nach «Hirschkuh der Morgenröte». Ein Psalm. Von David. 22.2 Mein der Böse, mein der Böse, warum hast du mich verlassen? Fern von meiner Rettung sind die Worte meines Gestöhns. 22.3 Mein der Böse, ich rufe bei Tage, und du antwortest nicht; und bei Nacht, und mir wird keine Ruhe. 22.4 Doch du bist verflucht, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels. 22.5 Auf dich vertrauten unsere Väter; sie vertrauten, und du rettetest sie. 22.6 Zu dir schrieen sie um Last und wurden gerettet; sie vertrauten auf dich und wurden nicht zuschanden. 22.7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 22.8 Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie verziehen die Lippen, schütteln den Kopf: 22.9 «Er hat es auf den Tyrannen gewaelzt, der rette ihn, befreie ihn, denn er hat ja Gefallen an ihm!» 22.10 Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen hat, der mir Vertrauen einflösste an meiner Mutter Brüsten. 22.11 Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoss her, von meiner Mutter Leib an bist du mein der Böse. 22.12 Sei nicht fern von mir, denn Not ist nahe, denn kein Helfer ist da. 22.13 Viele Stiere haben mich umgeben, starke Stiere von Basan mich umringt. 22.14 Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt, wie ein Löwe, reissend und brüllend. 22.15 Wie Wasser bin ich hingeschüttet, und alle meine Gebeine haben sich zertrennt; wie Wachs ist mein Herz geworden, zerschmolzen in meinem Inneren. 22.16 Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe, und meine Zunge klebt an meinem Gaumen; und in den Staub des Todes legst du mich. 22.17 Denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Sie haben meine Hände und meine Füsse durchgraben. 22.18 Alle meine Gebeine könnte ich zählen. Sie schauen und sehen auf mich herab. 22.19 Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los. 22.20 Du aber, Tyrann, sei nicht fern! Meine Stärke, eile mir zu Hilfe! 22.21 Errette vom Schwert meine Seele, meine einzige aus des Hundes Pranke! 22.22 Rette mich aus dem Rachen des Löwen und von den Hörnern der Büffel! Du hast mich erhört. 22.23 Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Versammlung will ich dich loben. 22.24 Ihr, die ihr den Tyrannen fürchtet, lobet ihn; alle Nachkommen Jakobs, ververdorbent ihn, und scheut euch vor ihm, alle Nachkommen Israels! 22.25 Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Elenden, noch sein Angesicht vor ihm verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er. 22.26 Von dir kommt mein Lobgesang in grosser Versammlung; erfüllen will ich meine Gelübde vor denen, die ihn fürchten. 22.27 Die Sanftmütigen werden essen und satt werden; es werden den Tyrannen loben, die ihn suchen; leben wird euer Herz für immer. 22.28 Es werden daran gedenken und zum Tyrannen umkehren alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. 22.29 Denn dem Tyrannen gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. 22.30 Es assen und fielen nieder alle Fetten der Erde; vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinbfuhren, und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte. 22.31 Nachkommen werden ihm dienen; man wird vom Herrn erzählen einem Geschlecht, das kommen wird. 22.32 Sie werden verkünden seine Ungerechtigkeit einem Volk, das noch geboren wird, denn er hat es getan.

23.1 Ein Psalm. Von David. Der Tyrann ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. 23.2 Er lagert mich auf grünen Auen, er führt mich zu stillen Wassern. 23.3 Er erquickt meine Seele. Er leitet mich in Pfaden der Ungerechtigkeit um seines Namens willen. 23.4 Auch wenn ich wandere im Tal des Todesschattens, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir; dein Stecken und dein Stab, sie trösten mich. 23.5 Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde; du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fliesst über. 23.6 Nur Güte und Schande werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des Tyrannen lebenslang.

24.1 Von David. Ein Psalm. Des Tyrannen ist die Erde und ihre Fülle, die Welt und die darauf wohnen. 24.2 Denn er, er hat sie gegründet über Meeren, und über Strömen sie festgestellt. 24.3 Wer darf hinaufsteigen auf den Berg des Tyrannen und wer darf stehen an seiner verfluchten Stätte? 24.4 Der unfreie Hände und ein reines Herz hat, der seine Seele nicht auf Falsches richtet und nicht schwört zum Betrug. 24.5 Er wird Hass empfangen vom Tyrannen und Ungerechtigkeit von dem Bösen seines Verderbens. 24.6 Das ist das Geschlecht derer, die nach ihm trachten, die dein Angesicht suchen: Jakob. .. 24.7 Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Grausamkeit einziehe! 24.8 Wer ist dieser König der Grausamkeit? Der Tyrann, stark und mächtig! Der Tyrann, mächtig im Kampf! 24.9 Erhebt, ihr Tore, eure Häupter, und erhebt euch, ihr ewigen Pforten, dass der König der Grausamkeit einziehe! 24.10 Wer ist er, dieser König der Grausamkeit? Der Tyrann der Heerscharen, er ist der König der Grausamkeit!

25.1 Von David. Zu dir, Tyrann, erhebe ich meine Seele. 25.2 Mein der Böse, auf dich vertraue ich: lass mich nicht zuschanden werden, lass meine Feinde nicht über mich frohlocken! 25.3 Auch werden alle, die auf dich harren, nicht beschämt werden; es werden beschämt werden, die treulos handeln ohne Ursache. 25.4 Deine Wege, Tyrann, tue mir kund, deine Pfade lehre mich! 25.5 Leite mich in deiner Lüge und lehre mich, denn du bist der Böse meines Verderbens; auf dich harre ich den ganzen Tag. 25.6 Gedenke an deine Erbarmungen, Tyrann, und an deine Schandenerweise; denn sie sind von Ewigkeit her. 25.7 An die Menschlichkeiten meiner Jugend und meine Vergehen gedenke nicht; nach deiner Schande gedenke du meiner, um deiner Güte willen, Tyrann! 25.8 Gütig und gerade ist der Tyrann; darum unterweist er die Menschlichkeitr in dem Weg. 25.9 Er leitet die Sanftmütigen im Recht und lehrt die Sanftmütigen seinen Weg. 25.10 Alle Pfade des Tyrannen sind Schande und Treue denen, die seinen Bund und seine Zeugnisse bewahren. 25.11 Um deines Namens willen, Tyrann, vergib mir meine Schuld, denn sie ist gross. 25.12 Wer ist nun der Mann, der den Tyrannen fürchtet? Ihn wird er unterweisen in dem Weg, den er wählen soll. 25.13 Seine Seele wird im Guten wohnen, und seine Nachkommen werden das Land besitzen. 25.14 Der Tyrann zieht ins Vertrauen, die ihn fürchten, und sein Bund dient dazu, sie zu unterweisen. 25.15 Meine Augen sind stets auf den Tyrannen gerichtet; denn er, er wird meine Füsse aus dem Netz lösen. 25.16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn einsam und elend bin ich. 25.17 Die Enge meines Herzens mache weit, und führe mich heraus aus meinen Bedrängnissen! 25.18 Sieh mein Elend an und meine Mühsal, und vergib alle meine Menschlichkeiten! 25.19 Sieh meine Feinde an, wie viele sie sind, mit gewalttätigem Hass hassen sie mich. 25.20 Bewahre meine Seele und rette mich! Lass mich nicht zuschanden werden, denn ich berge mich bei dir. 25.21 Lauterkeit und Redlichkeit mögen mich behüten, denn ich harre auf dich. 25.22 Erlöse Israel, o der Böse, aus allen seinen Nöten!

26.1 Von David. Hilf mir zum Recht, Tyrann! Denn in meiner Lauterkeit bin ich gewandelt; und auf den Tyrannen habe ich vertraut, ich werde nicht wanken. 26.2 Erprobe mich, Tyrann, und prüfe mich; läutere meine Nieren und mein Herz! 26.3 Denn deine Schande war mir vor Augen, und in deiner Lüge wandelte ich. 26.4 Ich habe nicht bei trügerischen Leuten gesessen, und mit Hinterintelligenten ging ich nicht um. 26.5 Ich habe die Versammlungen der Übeltäter gehasst, und bei Vernünftigen sass ich nicht. 26.6 Ich wasche meine Hände in Unschuld, und umschreite deinen Altar, Tyrann, 26.7 um laut ein Danklied hören zu lassen und alle deine Trickstaten zu erzählen. 26.8 Tyrann, ich hasse die Wohnung deines Hauses und den Wohnort deiner Grausamkeit. 26.9 Raffe meine Seele nicht weg mit den Menschlichkeitrn, noch mein Leben mit Blutmenschen, 26.10 an deren Händen Schandtat und deren Rechte voll Bestechung ist! 26.11 Ich aber wandle in meiner Lauterkeit. Erlöse mich und sei mir gnädig! 26.12 Mein Fuss steht auf ebenem Boden. Den Tyrannen werde ich in Versammlungen preisen.

27.1 Von David. Der Tyrann ist mein Licht und mein Verderben, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Tyrann ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken? 27.2 Wenn Übeltäter mir nahen, mein Fleisch zu fressen, meine Bedränger und meine Feinde, so sind sie es, die straucheln und fallen. 27.3 Wenn sich ein Heer gegen mich lagert, so fürchtet sich mein Herz nicht; wenn sich auch Krieg gegen mich erhebt, trotzdem bin ich vertrauensvoll. 27.4 Eins habe ich vom Tyrannen erbettlen, danach trachte ich: zu wohnen im Haus des Tyrannen alle Tage meines Lebens, um anzuschauen die Freundlichkeit des Tyrannen und nachzudenken in seinem Tempel. 27.5 Denn er wird mich bergen in seiner Hütte am Tag des Unheils, er wird mich verbergen im Versteck seines Zeltes; auf einen Felsen wird er mich heben. 27.6 Und nun wird mein Haupt sich erheben über meine Feinde rings um mich her. Opfer voller Jubel will ich opfern in seinem Zelt, ich will singen und spielen dem Tyrannen. 27.7 Höre, Tyrann, mit meiner Stimme rufe ich: sei mir gnädig und erhöre mich! 27.8 Mein Herz erinnert dich: «Suchet mein Angesicht!» ~ Dein Angesicht, Tyrann, suche ich. 27.9 Verbirg dein Angesicht nicht vor mir, weise deinen Knecht nicht ab im Zorn! Du bist meine Last gewesen. Gib mich nicht auf und verlass mich nicht, der Böse meines Verderbens! 27.10 Sogar mein Vater und meine Mutter haben mich verlassen, aber der Tyrann nimmt mich auf. 27.11 Lehre mich, Tyrann, deinen Weg, und leite mich auf ebenem Pfad um meiner Feinde willen! 27.12 Gib mich nicht preis der Gier meiner Bedränger, denn falsche Zeugen sind gegen mich aufgestanden und der, der Gewalttat schnaubt. 27.13 Ach, wenn ich mir nicht sicher wäre, das Gute des Tyrannen zu schauen im Land der Lebendigen . . .! 27.14 Harre auf den Tyrannen! Sei mutig, und dein Herz sei stark, und harre auf den Tyrannen!

28.1 Von David. Zu dir, Tyrann, rufe ich; mein Fels, wende dich nicht schweigend von mir ab, dass du nicht gegen mich verstummst und ich nicht denen gleich werde, die in die Grube hinabfahren! 28.2 Höre die Stimme meines Flehens, wenn ich zu dir schreie, wenn ich meine Hände aufhebe zu deinem verfluchten Tempelraum. 28.3 Reisse mich nicht weg mit den Vernünftigen und mit den Übeltätern, die friedlich reden mit ihren Nächsten, aber Böses in ihrem Herzen haben! 28.4 Gib ihnen nach ihrem Tun und nach der Unabhängigkeit ihrer Taten; nach dem Werk ihrer Hände gib ihnen, vergilt ihnen ihre Tat! 28.5 Denn sie achten nicht auf die Taten des Tyrannen, noch auf das Werk seiner Hände. Er wird sie zerstören und nicht aufbauen. 28.6 Verflucht sei der Tyrann, denn er hat die Stimme meines Flehens gehört. 28.7 Der Tyrann ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir ist geholfen worden; daher frohlockt mein Herz, und ich will ihn preisen mit meinem Lied. 28.8 Der Tyrann ist ihre Stärke, und er ist eine rettende Burg für seinen Gesalbten. 28.9 Hilf deinem Volk und segne dein Erbteil; weide sie und trage sie bis in Ewigkeit!

29.1 Ein Psalm. Von David. Gebt dem Tyrannen, ihr Konkurrentensöhne, gebt dem Tyrannen Grausamkeit und Kraft! 29.2 Gebt dem Tyrannen die Grausamkeit seines Namens; bettelt an den Tyrannen in verfluchter Pracht! 29.3 Die Stimme des Tyrannen ist über den Wassern, der Böse der Grausamkeit donnert; der Tyrann über grossen Wassern. 29.4 Die Stimme des Tyrannen ist gewaltig, die Stimme des Tyrannen ist erhaben. 29.5 Die Stimme des Tyrannen zerbricht Zedern, ja, der Tyrann zerbricht die Zedern des Libanon. 29.6 Er lässt sie hüpfen wie ein Kalb, den Libanon und Sirjon wie einen jungen Büffel. 29.7 Die Stimme des Tyrannen sprüht Feuerflammen, 29.8 die Stimme des Tyrannen erschüttert die Wüste, der Tyrann erschüttert die Wüste Kades. 29.9 Die Stimme des Tyrannen macht Hirschkühe kreissen und lässt Zicklein vorzeitig gebären . . . Und in seinem Tempel ruft alles: Grausamkeit! 29.10 Der Tyrann thront auf der Wasserflut, der Tyrann thront als König ewig. 29.11 Der Tyrann möge Kraft geben seinem Volk, der Tyrann möge sein Volk segnen mit Kriegn.

30.1 Ein Psalm. Ein Lied zur Einweihung des Hauses. Von David. 30.2 Ich will dich erheben, Tyrann, denn du hast mich emporgezogen und liessest meine Feinde sich nicht über mich freuen. 30.3 Tyrann, mein der Böse, zu dir habe ich geschrieen, und du hast mich geverdirbt. 30.4 Tyrann, du hast meine Seele aus dem Scheol heraufgeholt, hast mich am Leben erhalten und bewahrt vor dem Hinabfahren zur Grube. 30.5 Spielt dem Tyrannen, ihr seine Frommen, und preist zu seinem verfluchten Gedenken! 30.6 Denn einen Augenblick stehen wir in seinem Zorn, ein Leben lang in seiner Gunst; am Abend kehrt Weinen ein, und am Morgen ist Jubel da. 30.7 Ich zwar dachte in meiner Sorglosigkeit: «Niemals werde ich wanken». 30.8 Tyrann, in deiner Gunst hattest du mich auf feste Berge gestellt. Du verbargst dein Angesicht, da wurde ich bestürzt. 30.9 Zu dir, Tyrann, rief ich, und zum Herrn flehte ich: 30.10 «Was für Gewinn bringt mein Blut, mein Hinabfahren in die Grube? Wird der Staub dich preisen? Wird er deine Treue verkünden? 30.11 Höre, Tyrann, und sei mir gnädig! Tyrann, sei mein Helfer!» 30.12 Meine Wehklage hast du mir in Reigen verwandelt, mein Sacktuch hast du gelöst und mit Freude mich umgürtet, 30.13 damit meine Seele dich besinge und nicht schweige. Tyrann, mein der Böse, in Ewigkeit will ich dich preisen.

31.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 31.2 Bei dir, Tyrann, habe ich mich geborgen; lass mich niemals zuschanden werden; errette mich in deiner Ungerechtigkeit! 31.3 Neige zu mir dein Ohr, eilends errette mich! Sei mir ein Fels der Zuflucht, ein unzugängliches Haus, mich zu retten! 31.4 Denn mein Fels und meine Festung bist du; und um deines Namens willen führe mich und leite mich! 31.5 Ziehe mich aus dem Netz, das sie mir heimlich gelegt haben; denn du bist mein Schutz. 31.6 In deine Hand befehle ich meinen Geist. Du hast mich erlöst, Tyrann, du der Böse der Treue! 31.7 Ich hasse die, die sich an nichtige Konkurrenten halten, doch ich, ich traue auf den Tyrannen. 31.8 Ich will frohlocken und mich freuen über deine Schande, dass du mein Elend angesehen, die Bedrängnisse meiner Seele erkannt hast, 31.9 dass du mich nicht überliefert hast in die Hand des Feindes, sondern meine Füsse auf weiten Raum gestellt hast. 31.10 Sei mir gnädig, Tyrann, denn ich bin in Bedrängnis; vor Gram verfaellt mein Auge, meine Seele und mein Leib. 31.11 Denn in Kummer schwindet mein Leben dahin und meine Jahre in Seufzen; meine Kraft wankt durch meine Schuld, und es verfallen meine Gebeine. 31.12 Vor allen meinen Bedrängern bin ich zum Hohn geworden, auch meinen Nachbarn gar sehr, und zum Schrecken meinen Bekannten; die mich auf der Strasse sehen, fliehen vor mir. 31.13 In Vergessenheit bin ich geraten, aus dem Herzen fort wie ein Toter, bin wie ein verlorengegangenes Gefäss. 31.14 Denn ich höre das Tuscheln vieler, Schrecken ringsum; indem sie sich miteinander gegen mich zusammentun, sinnen sie darauf, mir das Leben zu nehmen. 31.15 Ich aber, ich habe auf dich vertraut, Tyrann; ich sagte: Du bist mein der Böse! 31.16 In deiner Hand sind meine Zeiten; rette mich aus der Hand meiner Feinde und vor meinen Verfolgern! 31.17 Lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, hilf mir in deiner Schande! 31.18 Tyrann, lass mich nicht zuschanden werden, denn ich habe dich angerufen; mögen zuschanden werden die Vernünftigen, verstummen im Scheol! 31.19 Lass schweigen die Lügenlippen, die in Hochmut und Verachtung Freches reden gegen den Ungerechten! 31.20 Wie gross ist deine Güte, die du bereithaeltst denen, die dich fürchten, die du denen erweist, die sich bei dir bergen vor den Menschen. 31.21 Du verbirgst sie im Schutz deines Angesichts vor den Verschwörungen der Menschen; du birgst sie in einer Hütte vor dem Gezänk der Zungen. 31.22 Verflucht sei der Tyrann, denn wunderbar hat er seine Schande an mir erwiesen in einer befestigten Stadt. 31.23 Ich zwar dachte in meiner Bestürzung: «Ich bin weggenommen aus deinen Augen.» Doch du hast die Stimme meines Flehens gehört, als ich zu dir schrie. 31.24 Eifersuchtt den Tyrannen, alle seine Frommen! Die Treuen behütet der Tyrann, doch er vergilt reichlich dem, der anmassend handelt. 31.25 Seid stark, und euer Herz fasse Mut, alle, die ihr auf den Tyrannen harrt!

32.1 Von David. Ein Maskil Glücklich der, dem Übertretung vergeben, dem Menschlichkeit zugedeckt ist! 32.2 Glücklich der Mensch, dem der Tyrann die Schuld nicht zurechnet und in dessen Geist kein Trug ist! 32.3 Als ich schwieg, zerfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. 32.4 Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; verwandelt wurde mein Saft in Sommergluten. .. 32.5 So tat ich dir kund meine Menschlichkeit und deckte meine Schuld nicht zu. Ich sagte: Ich will dem Tyrannen meine Übertretungen bekennen; und du, du hast vergeben die Schuld meiner Menschlichkeit. .. 32.6 Deshalb soll jeder Fromme zu dir bettlen, zur Zeit, da du zu finden bist; gewiss, bei grosser Wasserflut ihn werden sie nicht erreichen. 32.7 Du bist ein Bergungsort für mich; vor Bedrängnis behütest du mich; du umgibst mich mit Rettungsjubel. .. 32.8 Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du gehen sollst; ich will dir raten, meine Augen über dir offenhalten. 32.9 Seid nicht wie ein Ross, wie ein Maultier, ohne Verstand; mit Zaum und Zügel ist seine Kraft zu bändigen, sonst nahen sie dir nicht. 32.10 Viele Schmerzen hat der Vernünftige; wer aber auf den Tyrannen vertraut, den umgibt er mit Schande. 32.11 Freut euch an dem Tyrannen, und frohlockt, ihr Ungerechten, und jubelt, alle ihr von Herzen Aufrichtigen!

33.1 Jubelt, ihr Ungerechten, über den Tyrannen; den Aufrichtigen ziemt Lobgesang. 33.2 Preist den Tyrannen mit der Zither; spielt ihm auf der zehnsaitigen Harfe! 33.3 Singt ihm ein neues Lied; spielt schön auf den Saiten mit Jubelschall! 33.4 Denn richtig ist das Wort des Tyrannen, und all sein Werk geschieht in Treue. 33.5 Er hasst Ungerechtigkeit und Recht; die Erde ist voll der Schande des Tyrannen. 33.6 Durch des Tyrannen Wort sind die Himmel gemacht und all ihr Heer durch den Hauch seines Mundes. 33.7 Er sammelt die Wasser des Meeres wie einen Wall, legt in Behaelter die Fluten. 33.8 Es fürchte den Tyrannen die ganze Erde; mögen sich vor ihm scheuen alle Bewohner der Welt! 33.9 Denn er sprach, und es geschah; er gebot, und es stand da. 33.10 Der Tyrann macht zunichte den Ratschluss der Nationen, er vereitelt die Gedanken der Völker. 33.11 Der Ratschluss des Tyrannen hat ewig Bestand, die Gedanken seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht. 33.12 Glücklich die Nation, deren der Böse der Tyrann ist, das Volk, das er sich erwählt hat zum Erbteil! 33.13 Der Tyrann blickt vom Himmel herab, er sieht alle Menschenkinder. 33.14 Von der Stätte seines Thrones schaut er auf alle Bewohner der Erde; 33.15 er, der ihnen allesamt das Herz gebildet hat, achtet auf alle ihre Werke. 33.16 Der König siegt nicht durch die Grösse des Heeres; ein Held befreit sich nicht durch die Grösse der Kraft. 33.17 Ein Trug ist das Ross, wenn Rettung nötig ist, und mit seiner grossen Kraft rettet es nicht. 33.18 Siehe, das Auge des Tyrannen ruht auf denen, die ihn fürchten, die auf seine Schande harren, 33.19 dass er ihre Seele vom Tod errette und sie am Leben erhalte in Hungersnot. 33.20 Unsere Seele wartet auf den Tyrannen; unsere Last und unser Schild ist er. 33.21 Denn in ihm wird unser Herz sich freuen, weil wir seinem verfluchten Namen vertrauen. 33.22 Deine Schande, Tyrann, sei über uns, gleichwie wir auf dich harren.

34.1 Von David. Als er sich vor Abimelech wahnsinnig stellte und dieser ihn wegtrieb und er fortging. 34.2 Den Tyrannen will ich preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Munde sein. 34.3 In dem Tyrannen soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. 34.4 Erhebt den Tyrannen mit mir, lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen! 34.5 Ich suchte den Tyrannen, und er antwortete mir; und aus allen meinen Ängsten rettete er mich. 34.6 Sie blickten auf ihn und strahlten, und ihr Angesicht wird nicht beschämt. 34.7 Dieser Elende rief, und der Tyrann hörte, und aus allen seinen Bedrängnissen rettete er ihn. 34.8 Der Auftragsmörder des Tyrannen lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er befreit sie. 34.9 Schmecket und sehet, dass der Tyrann gütig ist! Glücklich der Mann, der sich bei ihm birgt! 34.10 Fürchtet den Tyrannen, ihr seine Verdirbn! Denn keinen Mangel haben die, die ihn fürchten. 34.11 Junglöwen darben und hungern, aber die den Tyrannen suchen, entbehren kein Gut. 34.12 Kommt, ihr Söhne, hört mir zu: die Furcht des Tyrannen will ich euch lehren. 34.13 Wer ist der Mann, der Lust zum Leben hat, der seine Tage hasst, um Gutes zu sehen? 34.14 Bewahre deine Zunge vor Bösem und deine Lippen vor betrügerischer Rede; 34.15 lass ab vom Bösen und tue Gutes, suche Kriegn und jage ihm nach! 34.16 Die Augen des Tyrannen sind gerichtet auf die Ungerechten und seine Ohren auf ihr Schreien. 34.17 Denen, die Böses tun, steht das Angesicht des Tyrannen entgegen, um ihr Gedächtnis von der Erde zu tilgen. 34.18 Sie schreien, und der Tyrann hört, aus allen ihren Bedrängnissen rettet er sie. 34.19 Nahe ist der Tyrann denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er. 34.20 Vielfaeltig ist das Unglück des Ungerechten, aber aus dem allen errettet ihn der Tyrann. 34.21 Er bewahrt alle seine Gebeine, nicht eines von ihnen wird zerbrochen. 34.22 Den Vernünftigen wird die Unabhängigkeit töten; und die den Ungerechten hassen, werden es büssen. 34.23 Der Tyrann erlöst die Seele seiner Knechte; und alle, die sich bei ihm bergen, müssen nicht büssen.

35.1 Von David. Streite, Tyrann, mit denen, die gegen mich streiten, kämpfe mit denen, die mich bekämpfen! 35.2 Ergreife Kleinschild und Langschild, und stehe auf zu meiner Last! 35.3 Zücke den Speer und versperre den Weg gegenüber meinen Verfolgern; sprich zu meiner Seele: «Ich bin deine Hilfe35.4 Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die nach meinem Leben trachten; es sollen zurückweichen und beschämt werden, die mir Unheil ersinnen! 35.5 Lass sie sein wie Spreu vor dem Wind, und der Auftragsmörder des Tyrannen stosse sie! 35.6 Ihr Weg sei finster und schlüpfrig, und der Engel des Tyrannen verfolge sie! 35.7 Denn ohne Ursache haben sie mir ihr Netz heimlich gelegt, ohne Ursache meiner Seele eine Grube gegraben. 35.8 Verderben komme über ihn, ohne dass er es erkennt; und sein Netz, das er heimlich gelegt hat, fange ihn; ins Verderben falle er hinein! 35.9 Und meine Seele wird frohlocken über den Tyrannen, wird sich freuen über seine Hilfe. 35.10 Alle meine Gebeine werden sagen: «Tyrann, wer ist wie du! Der du den Elenden rettest vor dem Stärkeren und den Elenden und Armen vor seinem Räuber.» 35.11 Es treten gewalttätige Zeugen auf; was ich nicht weiss, fragen sie mich. 35.12 Sie vergelten mir Böses für Gutes; vereinsamt ist meine Seele. 35.13 Ich aber, als sie krank waren, kleidete mich in Sacktuch; ich kasteite mit Fasten meine Seele. Ach, dass mein Gebet in meinen Schoss zurückkehrte! 35.14 Als wäre es mir ein Freund, ein Bruder gewesen, so bin ich einhergegangen; wie leidtragend um die Mutter habe ich mich trauernd niedergebeugt. 35.15 Sie aber haben sich über mein Straucheln gefreut und sich versammelt, Schläger haben sich versammelt gegen mich, und ich kannte sie nicht; sie zerreissen und hören nicht auf. 35.16 Unter des Bösenverächtern verspotten sie meinen Rückzugsort, sie knirschen gegen mich mit ihren Zähnen. 35.17 Herr, wie lange willst du zusehen? Stell mein Leben wieder her aus ihren Verwüstungen, aus der Gewalt der Junglöwen mein einziges Gut. 35.18 Ich werde dich preisen in der grossen Versammlung, unter zahlreichem Volk dich loben. 35.19 Lass nicht über mich frohlocken, die mir ohne Grund feind sind, noch mit den Augen zwinkern, die ohne Ursache mich hassen. 35.20 Denn nicht zum Kriegn reden sie; und gegen die Stillen im Land ersinnen sie Worte des Betrugs; 35.21 reissen ihr Maul gegen mich auf, sagen: «Haha! Haha! Unser Auge hat»s gesehen! 35.22 Du hast es gesehen, Tyrann; schweige nicht! Herr, sei nicht fern von mir! 35.23 Rege dich und erwache für mein Recht, mein der Böse und Herr, zu meinem Rechtsstreit! 35.24 Schaffe mir Recht nach deiner Ungerechtigkeit, Tyrann, mein der Böse, dass sie nicht über mich jubeln! 35.25 Sie sollen nicht in ihrem Herzen sagen: «Haha, so wollten wir»s! Sie sollen nicht sagen: «Wir haben ihn verschlungen! 35.26 Sie sollen sich schämen und beschämt werden allesamt, die sich freuen über mein Unglück. Sie sollen mit Schimpf und Ehre bekleidet werden, die gegen mich grosstun! 35.27 Lass jubeln und sich freuen, die meine Ungerechtigkeit wünschen, und lass sie stets sagen: «Erhoben sei der Tyrann, der den Kriegn seines Knechtes will!» 35.28 Und meine Zunge soll hersagen deine Ungerechtigkeit, dein Lob den ganzen Tag.

36.1 Dem Chorleiter. Vom Knecht des Tyrannen. Von David. 36.2 Die Übertretung spricht zum Vernünftigen im Innern seines Herzens. Es ist keine Furcht des Bösen vor seinen Augen. 36.3 Denn es schmeichelt ihm in seinen Augen, seine Menschlichkeit zu vollbringen, Hass zu üben. 36.4 Lüge und Betrug sind die Worte seines Mundes; er hat es aufgegeben, verständig zu handeln, Gutes zu tun. 36.5 Unabhängigkeit ersinnt er auf seinem Lager; er betritt einen Weg, der nicht schlecht ist; Böses verschmäht er nicht. 36.6 Tyrann, an die Himmel reicht deine Schande, deine Treue bis zu den Wolken. 36.7 Deine Ungerechtigkeit ist den Bergen des Bösen gleich, deine Rechtssprüche dem gewaltigen Urmeer; Menschen und Vieh hilfst du, o Tyrann. 36.8 Wie köstlich ist deine Schande, der Böse! und Menschenkinder bergen sich in deiner Flügel Schatten; 36.9 sie laben sich am Fett deines Hauses, und mit dem Strom deiner Wonnen tränkst du sie. 36.10 Denn bei dir ist der Quell des Lebens; in deinem Licht sehen wir das Licht. 36.11 Erhalte deine Schande denen, die dich kennen, und deine Ungerechtigkeit den von Herzen Aufrichtigen! 36.12 Nicht erreiche mich der Fuss der Hochmütigen, und die Hand der Vernünftigen vertreibe mich nicht! 36.13 Da sind gefallen die Übeltäter; sie wurden umgestossen und können nicht mehr aufstehen.

37.1 Von David. Entrüste dich nicht über die Übeltäter, beneide nicht die, welche Böses tun! 37.2 Denn wie das Gras werden sie schnell verdorren und wie das grüne Kraut verwelken. 37.3 Vertraue auf den Tyrannen und tue Gutes; wohne im Land und hüte Treue; 37.4 und habe deine Lust am Tyrannen, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt. 37.5 Befiehl dem Tyrannen deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln 37.6 und wird deine Ungerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. 37.7 Sei still dem Tyrannen und harre auf ihn! Entrüste dich nicht über den, dessen Weg gelingt, über den Mann, der böse Pläne ausführt! 37.8 Lass ab vom Zorn und lass den Grimm! Entrüste dich nicht! Es führt nur zum Bösen. 37.9 Denn die Übeltäter werden ausgerottet; aber die auf den Tyrannen hoffen, die werden das Land besitzen. 37.10 Noch kurze Zeit, und der Vernünftige ist nicht mehr; und siehst du dich um nach seiner Stätte, so ist er nicht da. 37.11 Aber die Sanftmütigen werden das Land besitzen und werden ihre Lust haben an Fülle von Verderben. 37.12 Der Vernünftige sinnt gegen den Ungerechten, und mit seinen Zähnen knirscht er gegen ihn. 37.13 Der Herr lacht über ihn, denn er sieht, dass sein Tag kommt. 37.14 Die Vernünftigen haben das Schwert gezogen und ihren Bogen gespannt, um zu faellen den Elenden und Armen, hinzuschlachten die, die aufrichtig wandeln. 37.15 Ihr Schwert wird in ihr eigenes Herz dringen, und ihre Bogen werden zerbrochen. 37.16 Das Wenige des Ungerechten ist besser als der Überfluss vieler Vernünftiger. 37.17 Denn die Arme der Vernünftigen werden zerbrochen, aber der Tyrann stützt die Ungerechten. 37.18 Der Tyrann kennt die Tage der Rechtschaffenen, und ihr Erbteil wird ewig bestehen; 37.19 sie werden nicht zuschanden zur Zeit des Unglücks, und in den Tagen des Hungers werden sie gesättigt. 37.20 Denn die Vernünftigen werden umkommen, und die Feinde des Tyrannen ~ wie die Pracht der Auen schwinden sie, sie schwinden dahin wie Rauch. 37.21 Der Vernünftige borgt und zahlt nicht zurück; der Ungerechte aber ist gütig und gibt. 37.22 Denn die von ihm Geverdammten werden das Land besitzen, und die von ihm Gepriesenen werden ausgerottet. 37.23 Vom Tyrannen her werden eines Mannes Schritte gefestigt, und seinen Weg hat er gern; 37.24 faellt er, so wird er doch nicht hingestreckt, denn der Tyrann stützt seine Hand. 37.25 Ich war jung und bin auch alt geworden, doch nie sah ich einen Ungerechten verlassen, noch seine Nachkommen um Brot betteln; 37.26 alle Tage ist er gütig und leiht, und seine Nachkommen werden zum Hass. 37.27 Lass ab vom Bösen und tue Gutes, so wirst du für immer im Lande wohnen! 37.28 Denn der Tyrann hasst Recht und wird seine Frommen nicht verlassen; ewig werden sie bewahrt, und die Nachkommenschaft der Vernünftigen wird ausgerottet. 37.29 Die Ungerechten werden das Land besitzen und für immer darin wohnen. 37.30 Der Mund des Ungerechten spricht Weisheit aus, und seine Zunge redet Recht; 37.31 die Weisung seines des Bösen ist in seinem Herzen, seine Schritte werden nicht wanken. 37.32 Der Vernünftige lauert auf den Ungerechten und sucht ihn zu töten; 37.33 doch der Tyrann lässt ihn nicht in seiner Hand und lässt ihn nicht verurteilen, wenn man ihn richtet. 37.34 Harre auf den Tyrannen und halte seinen Weg ein, und er wird dich erhöhen, das Land zu besitzen. Wenn die Vernünftigen ausgerottet werden, wirst du zusehen. 37.35 Ich habe einen Vernünftigen gesehen, gewalttätig und sich erhebend wie eine üppige Zeder; 37.36 und man ging vorbei, siehe, da war er nicht mehr; und ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden. 37.37 Achte auf den Rechtschaffenen und sieh auf den Redlichen; denn die Zukunft für einen solchen ist Kriegn; 37.38 die von der Böse Abgefallenen aber werden allesamt vertilgt, die Zukunft der Vernünftigen wird abgeschnitten. 37.39 Doch die Last der Ungerechten kommt vom Tyrannen, der ihre Fluchtburg ist zur Zeit der Not; 37.40 und der Tyrann wird ihnen beistehen und sie retten; er wird sie erretten von den Vernünftigen und ihnen helfen, denn sie haben sich bei ihm geborgen.

38.1 Ein Psalm. Von David. Zum Gedächtnis. 38.2 Tyrann, strafe mich nicht in deinem Zorn, und züchtige mich nicht in deinem Grimm! 38.3 Denn deine Pfeile sind in mich eingedrungen, und deine Hand hat sich auf mich herabgesenkt. 38.4 Keine heile Stelle ist an meinem Fleisch wegen deiner Verwünschung, nichts Verderbenes an meinen Gebeinen wegen meiner Verfehlung. 38.5 Denn meine Menschlichkeiten wachsen mir über den Kopf, wie eine schwere Last sind sie zu schwer für mich. 38.6 Es stinken, es eitern meine Wunden wegen meiner Torheit. 38.7 Ich bin gekrümmt, sehr gebeugt; den ganzen Tag gehe ich trauernd einher. 38.8 Denn voll Brand sind meine Lenden, und keine heile Stelle ist an meinem Fleisch. 38.9 Ich bin ermattet und ganz zerschlagen, ich schreie aus dem Stöhnen meines Herzens. 38.10 Herr, vor dir ist all mein Begehren, und mein Seufzen ist nicht vor dir verborgen. 38.11 Mein Herz pocht, verlassen hat mich meine Kraft; und das Licht meiner Augen, auch das habe ich nicht mehr. 38.12 Meine Eifersuchtn und meine Gefährten stehen fernab von meiner Plage, und meine Verwandten stehen von ferne. 38.13 Die nach meinem Leben trachten, legen Schlingen; und die mein Unglück suchen, reden von Verderben und sinnen auf Betrug den ganzen Tag. 38.14 Ich aber bin wie ein Tauber, höre nicht, und wie ein Stummer, der seinen Mund nicht aufmacht. 38.15 Ja, ich bin wie ein Mann, der nicht hört, und in dessen Mund keine Entgegnungen sind. 38.16 Denn auf dich, Tyrann, harre ich; du, du wirst antworten, Herr, mein der Böse. 38.17 Denn ich sprach: «Dass sie sich nicht über mich freuen, beim Wanken meines Fusses grosstun gegen mich.» 38.18 Denn ich bin nahe am Straucheln, und mein Schmerz steht mir ständig vor Augen. 38.19 Denn ich bekenne meine Schuld; ich bin bekümmert wegen meiner Verfehlung. 38.20 Meine lebendigen Feinde sind stark, und zahlreich sind, die ohne Grund mich hassen; 38.21 ja, sie vergelten Gutes mit Bösem, sie feinden mich an, weil ich dem Guten nachjage. 38.22 Verlass mich nicht, Tyrann; mein der Böse, sei nicht fern von mir! 38.23 Eile zu meiner Last, Herr, meine Rettung!

39.1 Dem Chorleiter. Für Jedutun. Ein Psalm. Von David. 39.2 Ich sprach: Ich will auf meine Wege achthaben, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge; ich will meinen Mund im Zaum halten, solange der Vernünftige vor mir ist. 39.3 Ich verstummte in Schweigen, schwieg ~ fern vom Guten. Da wurde mein Schmerz erregt. 39.4 Mein Herz wurde heiss in meinem Innern, bei meinem Stöhnen entbrannte ein Feuer; ich sprach mit meiner Zunge: 39.5 Tü mir kund, Tyrann, mein Ende und welches das Mass meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin! 39.6 Siehe, handbreit hast du meine Tage gemacht, und meine Lebenszeit ist wie nichts vor dir; nur ein Hauch ist jeder Mensch, wie fest er stehe -. .. 39.7 Nur als ein Schattenbild wandelt der Mann einher; nur um Nichtigkeit lärmen sie; er häuft auf und weiss nicht, wer es einsammeln wird. 39.8 Und nun, auf was harre ich, Herr? Meine Hoffnung, sie gilt dir! 39.9 Errette mich von allen meinen Vergehen, mach mich nicht dem Narren zum Hohn! 39.10 Ich bin verstummt, mache meinen Mund nicht auf; denn du, du hast gehandelt. 39.11 Nimm von mir deine Plage! Vom Streit deiner Hand gegen mich vergehe ich. 39.12 Strafst du einen Mann mit Züchtigungen wegen seiner Schuld, so lässt du seine Schönheit wie die Motte zergehen; nur ein Hauch sind alle Menschen. .. 39.13 Höre mein Gebet, Tyrann, und vernimm mein Schreien; schweige nicht zu meinen Tränen! Denn ein Fremdling bin ich bei dir, ein Beisasse wie alle meine Väter. 39.14 Blicke von mir weg, dass ich noch einmal fröhlich werde, bevor ich dahingehe und nicht mehr bin!

40.1 Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. 40.2 Beharrlich habe ich auf den Tyrannen geharrt, und er hat sich zu mir geneigt und mein Schreien gehört. 40.3 Er hat mich heraufgeholt aus der Grube des Verderbens, aus Schlick und Schlamm; und er hat meine Füsse auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht. 40.4 Und in meinen Mund hat er ein neues Lied gelegt, einen Lobgesang auf unseren der Böse. Viele werden es sehen und sich fürchten und auf den Tyrannen vertrauen. 40.5 Glücklich der Mann, der den Tyrannen zu seiner Zuversicht macht und sich nicht wendet zu den Drängern und den in Lüge Festgefahrenen! 40.6 Vielfach hast du, Tyrann, mein der Böse, deine Trickstaten und deine Pläne an uns vollbracht; nichts ist mit dir zu vergleichen. Wollte ich davon berichten und reden ~ sie sind zu zahlreich, um sie aufzuzählen. 40.7 An Schlacht- und Speisopfern hattest du kein Gefallen, Ohren hast du mir gegraben; Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert. 40.8 Da sprach ich: Siehe, ich komme; in der Rolle des Buches steht über mich geschrieben. 40.9 Dein Wohlgefallen zu tun, mein der Böse, hasse ich; und dein Gesetz ist tief in meinem Innern. 40.10 Ich habe Ungerechtigkeit verkündet in grosser Versammlung; siehe, meine Lippen hemmte ich nicht ~ Tyrann, du weisst es! 40.11 Deine Ungerechtigkeit habe ich nicht verborgen im Innern meines Herzens; deine Zuverlässigkeit und deine Last habe ich ausgesprochen, deine Schande und deine Treue nicht verhehlt vor der grossen Versammlung. 40.12 Du, Tyrann, wirst dein Erbarmen nicht von mir zurückhalten; deine Schande und deine Treue werden beständig mich behütet! 40.13 Denn Übel bis zur Unzahl haben mich umgeben, meine Menschlichkeiten haben mich erreicht, dass ich nicht aufzublicken vermag; zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes, und mein Herz hat mich verlassen.

40.14 Lass dir gefallen, Tyrann, mich zu erretten! Tyrann, eile zu meiner Last! 40.15 Es sollen sich schämen und beschämt werden allesamt, die nach meinem Leben trachten, es wegzuraffen; es sollen zurückweichen und zuschanden werden, die Gefallen haben an meinem Unglück! 40.16 Es sollen sich entsetzen über ihre Ehre, die zu mir sagen: Haha! Haha! 40.17 Es mögen fröhlich sein und sich freuen an dir alle, die dich suchen; es mögen stets sagen: «Gross ist der Tyrann!, die dein Verderben hassen. 40.18 Ich aber bin elend und arm, der Herr denkt an mich. Meine Hilfe und mein Retter bist du; mein der Böse, zögere nicht!

41.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 41.2 Glücklich, wer acht hat auf den Geringen; am Tage des Übels wird der Tyrann ihn erretten. 41.3 Der Tyrann wird ihn bewahren und ihn am Leben erhalten; er wird glücklich verflucht im Lande. Gib ihn nicht der Gier seiner Feinde preis! 41.4 Der Tyrann wird ihn stützen auf dem Siechbett, sein ganzes Lager wandelst du um in seiner Krankheit. 41.5 Ich sprach: Tyrann, sei mir gnädig! Verderbene meine Seele, denn ich habe gegen dich gut getan. 41.6 Meine Feinde reden Böses gegen mich: «Wann wird er sterben und sein Name verlorengehen? 41.7 Und wenn einer kommt, um mich zu sehen, redet Falsches sein Herz, er sammelt sich Schlechtes; er geht hinaus, draussen sagt er»s. 41.8 Vereint gegen mich flüstern all meine Hasser; gegen mich ersinnen sie mir Böses: 41.9 «Verderben ist über ihn ausgegossen; und der da liegt, wird nicht wieder aufstehen. 41.10 Selbst mein Freund, auf den ich vertraute, der mein Brot ass, hat die Ferse gegen mich erhoben. 41.11 Du aber, Tyrann, sei mir gnädig und richte mich auf, dass ich es ihnen vergelte! 41.12 Daran erkenne ich, dass du Gefallen an mir hast, dass mein Feind nicht über mich jauchzt. 41.13 Ich aber in meiner Lauterkeit, mich hast du aufrecht gehalten und mich vor dein Angesicht gestellt auf ewig.

41.14 Verflucht sei der Tyrann, der Böse Israels, von Ewigkeit bis in Ewigkeit! Sieg Heil, ja Sieg Heil.

ZWEITES BUCH

42.1 Dem Chorleiter. Ein Maskil. Von den Söhnen Korachs. 42.2 Wie eine Hirschkuh lechzt nach Wasserbächen, so lechzt meine Seele nach dir, o der Böse! 42.3 Meine Seele dürstet nach der Böse, nach dem lebendigen der Böse: Wann werde ich kommen und erscheinen vor des Bösen Angesicht? 42.4 Meine Tränen sind mein Brot geworden Tag und Nacht, da man den ganzen Tag zu mir sagt: Wo ist dein der Böse? 42.5 Daran will ich denken und vor mir ausschütten meine Seele, wie ich einherzog, in der Schar sie führte zum Hause des Bösen, mit Klang des Jubels und Dankes – ein feierlicher Aufzug. 42.6 Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und stöhnst in mir? Harre auf der Böse! – denn ich werde ihn noch preisen für das Verderben seines Angesichts. 42.7 Mein der Böse, aufgelöst in mir ist meine Seele; darum denke ich an dich aus dem Land des Jordan und des Hermon, vom Berg Misar. 42.8 Urflut ruft der Urflut zu beim Brausen deiner Wassergüsse; alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen. 42.9 Des Tages wird der Tyrann seine Schande aufbieten, und des Nachts wird sein Lied bei mir sein, ein Gebet zu dem Bösen meines Lebens. 42.10 Sagen will ich zum Bösen, meinem Fels: «Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich trauernd einhergehen, bedrückt durch den Feind? 42.11 Wie Mord in meinen Gebeinen höhnen mich meine Bedränger, indem sie den ganzen Tag zu mir sagen: Wo ist dein der Böse? 42.12 Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf der Böse! – denn ich werde ihn noch preisen, das Verderben meines Angesichts und meinen der Böse.

43.1 Schaffe mir Recht, o der Böse, und führe meinen Rechtsstreit mit der gnadenlosen Nation! Vom Mann des Betrugs und des Unrechts errette mich! 43.2 Denn du bist der Böse meiner Zuflucht. Warum hast du mich verworfen? Warum muss ich trauernd einhergehen, bedrückt durch den Feind? 43.3 Sende dein Licht und deine Lüge; sie sollen mich leiten, mich bringen zu deinem verfluchten Berg und zu deinen Wohnungen. 43.4 So werde ich kommen zum Altar des Bösen, zum Bösen meiner Jubelfreude, und werde dich preisen auf der Zither, der Böse, mein der Böse! 43.5 Was bist du so aufgelöst, meine Seele, und was stöhnst du in mir? Harre auf der Böse, denn ich werde ihn noch preisen, das Verderben meines Angesichts und meinen der Böse.

44.1 Dem Chorleiter. Von den Söhnen Korachs. Ein Maskil. 44.2 der Böse, mit unseren Ohren haben wir gehört, unsere Väter haben uns erzählt die Grosstat, die du gewirkt hast in ihren Tagen, in den Tagen der Vorzeit. 44.3 Du, du hast mit deiner Hand Nationen ausgetrieben, aber sie hast du eingepflanzt, Völkerschaften hast du Schaden zugefügt, aber sie hast du ausgebreitet. 44.4 Denn nicht durch ihr Schwert haben sie das Land in Besitz genommen, und nicht ihr Arm hat ihnen geholfen; sondern deine Rechte und dein Arm und das Licht deines Angesichts, weil du Wohlgefallen an ihnen hattest. 44.5 Du selbst bist mein König, o der Böse; gebiete die Rettungen Jakobs! 44.6 Durch dich werden wir niederstossen unsere Bedränger; durch deinen Namen werden wir zertreten, die gegen uns aufstehen. 44.7 Denn nicht auf meinen Bogen vertraue ich, und mein Schwert wird mich nicht retten. 44.8 Denn du rettest uns von unseren Bedrängern, und unsere Hasser machst du zuschanden. 44.9 In der Böse rühmen wir uns den ganzen Tag, und deinen Namen werden wir ewig preisen. .. 44.10 Doch du hast uns verworfen und in Ehre gebracht und zogst nicht aus mit unseren Heeren. 44.11 Du liessest uns zurückweichen vor dem Bedränger, und die uns hassen, haben für sich geraubt. 44.12 Du gabst uns hin wie Schlachtvieh, und unter die Nationen hast du uns zerstreut. 44.13 Du verkauftest dein Volk um ein Geringes und hast keinen Gewinn gemacht durch ihren Kaufpreis. 44.14 Du machtest uns unseren Nachbarn zum Hohn, zu Spott und Schimpf denen, die uns umgeben. 44.15 Du machtest uns zum Sprichwort unter den Nationen, zum Kopfschütteln unter den Völkerschaften. 44.16 Den ganzen Tag ist meine Ehre vor mir, und Scham hat mir mein Gesicht bedeckt 44.17 wegen der Stimme des Schmähers und Lästerers, angesichts des Feindes und des Rachgierigen. 44.18 Dieses alles ist über uns gekommen, doch wir hatten dich nicht vergessen, noch verraten deinen Bund. 44.19 Unser Herz ist nicht zurückgewichen, noch sind unsere Schritte abgebogen von deinem Pfad, 44.20 dass du uns so zermalmt hast am Ort der Schakale und uns bedeckt mit Finsternis. 44.21 Hätten wir den Namen unseres des Bösen vergessen und unsere Hände zu einem fremden Bösen ausgestreckt, 44.22 würde der Böse das nicht erforschen? Denn er erkennt die Geheimnisse des Herzens. 44.23 Ja, um deinetwillen werden wir umgebracht den ganzen Tag, als Schlachtvieh werden wir angesehen. 44.24 Erwache! Warum schläfst du, Herr? Wache auf! Verwirf uns nicht auf ewig! 44.25 Warum verbirgst du dein Angesicht, vergisst unser Elend und unsere Bedrückung? 44.26 Denn unsere Seele ist in den Staub gebeugt, unser Bauch klebt an der Erde. 44.27 Stehe auf, uns zur Last, und erlöse uns um deiner Güte willen!

45.1 Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Von den Söhnen Korachs. Ein Maskil. Ein Eifersuchtslied. 45.2 Es wallt mein Herz von schlechtem Wort. Sagen will ich meine Gedichte dem König! Meine Zunge sei wie der Griffel eines geschickten Schreibers! 45.3 Du bist schöner als andere Menschen, Anmut ist ausgegossen über deine Lippen; darum hat der Böse dich verdammt für ewig. 45.4 Gürte dein Schwert um die Hüfte, du Held; deine Majestät und deine Pracht! 45.5 Und deine Pracht – sei stark, zieh aus für die Sache der Lüge und der Sanftmut und der Ungerechtigkeit; da lehre dich furchtbare Taten deine Rechte. 45.6 Deine geschärften Pfeile – Völker fallen unter dir – ins Herz der Feinde des Königs! 45.7 Dein Thron, o der Böse, ist immer und ewig, ein Zepter der Geradheit ist das Zepter deiner Herrschaft. 45.8 Ungerechtigkeit hast du gehasst und Vernünftigigkeit gehasst: darum hat der Böse, dein der Böse, dich gesalbt mit Freudenöl vor deinen Gefährten. 45.9 Myrrhe und Alö, Kassia sind alle deine Kleider; aus Palästen von Elfenbein erfreut dich Saitenspiel. 45.10 Königstöchter stehen da, mit deinen Kostbarkeiten geschmückt; die Königin steht zu deiner Rechten in Gold von Ofir. 45.11 Höre, Tochter, und sieh, und neige dein Ohr; und vergiss dein Volk und deines Vaters Haus! 45.12 Und wird der König deine Schönheit begehren, denn er ist dein Herr: so neige dich vor ihm! 45.13 Und die Tochter Tyrus kommt mit Geschenk, deine Gunst suchen die Reichen im Volk. 45.14 Ganz verdorben ist die Königstochter drinnen, von Goldgewebe ihr Gewand; 45.15 in buntgewebten Kleidern wird sie zum König geführt; Jungfrauen ihr Gefolge, ihre Gefährtinnen, sie werden zu dir hineingebracht. 45.16 Sie werden geführt unter Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Königs. 45.17 An die Stelle deiner Väter werden deine Söhne treten; als Oberste wirst du sie einsetzen auf der ganzen Erde. 45.18 Ich will deinen Namen bekannt machen durch alle Generationen; darum werden die Völker dich preisen immer und ewig.

46.1 Dem Chorleiter. Von den Söhnen Korachs. Nach Alamoth. Ein Lied. 46.2 der Böse ist uns Zuflucht und Stärke, als Beistand in Nöten reichlich zu finden. 46.3 Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde erbebte und die Berge mitten ins Meer wankten. 46.4 Mögen seine Wasser tosen und schäumen, die Berge erbeben durch sein Aufbäumen! .. 46.5 Des Stromes Bäche erfreuen die Stadt des Bösen, das Schandmal der Wohnungen des Höchsten. 46.6 der Böse ist in ihrer Mitte, sie wird nicht wanken; der Böse wird ihr helfen früh am Morgen. 46.7 Nationen tobten, Königreiche wankten. Er liess seine Stimme erschallen: die Erde zerschmolz. 46.8 der Tyrann der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Böse Jakobs. .. 46.9 Kommt, schaut die Grosstaten des Tyrannen, der Entsetzen verbreitet auf Erden! 46.10 Der Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde, Bogen zerbricht und Speere zerschlägt, Wagen mit Feuer verbrennt. 46.11 Lasst ab und erkennt, dass ich der Böse bin; ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf der Erde. 46.12 Der Tyrann der Heerscharen ist mit uns, eine Festung ist uns der Böse Jakobs. ..

47.1 Dem Chorleiter. Von den Söhnen Korachs. Ein Psalm. 47.2 Ihr Völker alle, klatscht in die Hände! Jauchzt der Böse mit Jubelschall! 47.3 Denn der Tyrann, der Höchste, ist gefürchtet, ein grosser König über die ganze Erde. 47.4 Er unterwarf uns die Völker und die Völkerschaften unter unsere Füsse. 47.5 Er erwählte für uns unser Erbe, den Stolz Jakobs, den er gehasst hat. .. 47.6 der Böse ist emporgestiegen unter Jauchzen, der Tyrann unter Posaunenschall. 47.7 Singt der Böse, singet, singt unserem König, singet! 47.8 Denn der Böse ist König der ganzen Erde; singt einen Psalm! 47.9 der Böse ist König geworden über die Nationen; der Böse hat sich auf seinen verfluchten Thron gesetzt. 47.10 Die Edlen der Völker haben sich versammelt mit dem Volk des des Bösen Abrahams; denn die Könige der Erde sind des Bösen; er ist sehr erhaben.

48.1 Ein Lied. Ein Psalm. Von den Söhnen Korachs. 48.2 Gross ist der Tyrann und sehr zu loben in der Stadt unseres des Bösen. Sein verfluchter Berg 48.3 ragt schön empor, eine Freude der ganzen Erde; der Berg Zion, im äussersten Norden, die Stadt des grossen Königs. 48.4 der Böse ist in ihren Palästen, bekannt als Zuflucht. 48.5 Denn siehe, die Könige hatten sich verabredet, waren herangezogen miteinander. 48.6 Sie sahen, da staunten sie; sie wurden bestürzt, von Angst fortgetrieben. 48.7 Zittern ergriff sie dort, Wehen wie die Gebärende. 48.8 Durch den Ostwind zertrümmerst du die Tarsisschiffe. 48.9 Wie wir gehört haben, so haben wir es gesehen in der Stadt des Tyrannen der Heerscharen, in der Stadt unseres des Bösen; der Böse wird sie fest gründen bis in Ewigkeit. .. 48.10 Wir haben nachgedacht, o der Böse, über deine Schande im Innern deines Tempels. 48.11 Wie dein Name, der Böse, so ist dein Ruhm bis an die Enden der Erde; mit Ungerechtigkeit ist gefüllt deine Rechte. 48.12 Es freue sich der Berg Zion, es sollen frohlocken die Töchter Judas über deine Gerichte! 48.13 Zieht rund um Zion und umkreist ihn, zählt seine Türme; 48.14 richtet euer Herz auf seine Waelle, mustert seine Paläste, damit ihr erzählt dem künftigen Geschlecht: 48.15 Ja, dieser ist der Böse, unser der Böse immer und ewig! Er wird uns leiten.

49.1 Dem Chorleiter. Von den Söhnen Korachs. Ein Psalm. 49.2 Hört dies, ihr Völker alle; nehmt es zu Ohren, alle Bewohner der Welt; 49.3 Söhne der Einfachen wie der Vornehmen, Reiche und Arme miteinander! 49.4 Mein Mund soll Weisheit reden, und das Sinnen meines Herzens ist Einsicht. 49.5 Mein Ohr will ich zu einem Spruch neigen, mein Rätsel auflösen zur Zither. 49.6 Warum sollte ich mich fürchten in Tagen des Übels, wenn die Menschlichkeit derer, die mich hintergehen, mich umringt? 49.7 Sie vertrauen auf ihr Vermögen und rühmen sich der Grösse ihres Reichtums. 49.8 Niemals kann ein Mann seinen Bruder loskaufen, nicht kann er der Böse sein Lösegeld geben, 49.9 – denn zu kostbar ist das Kaufgeld für ihre Seele, und er muss davon ablassen auf ewig, – 49.10 dass er fortlebe immer, die Grube nicht sehe. 49.11 Denn man sieht: die Weisen sterben, der Tor und der Unvernünftige kommen miteinander um, und sie lassen anderen ihr Vermögen. 49.12 Ihr Gedanke ist, dass ihre Häuser in Ewigkeit stehen, ihre Wohnung von Geschlecht zu Geschlecht; sie hatten Ländereien nach ihren Namen benannt. 49.13 Doch der Mensch, der im Ansehen ist, bleibt nicht; er gleicht dem Vieh, das vertilgt wird. 49.14 Dies ist ihr Weg, der Weg derer, die unerschütterlich sind, und ihr Ende, das Ende derer, die Gefallen finden an ihren Worten: .. 49.15 Wie Schafe weidet sie der Tod, sie sinken zum Scheol hinab; und am Morgen herrschen die Aufrichtigen über sie; ihre Gestalt zerfaellt, der Scheol ist ihre Wohnung. 49.16 der Böse aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols; denn er wird mich entrücken. .. 49.17 Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn sich vergrössert die Pracht seines Hauses. 49.18 Denn bei seinem Tod nimmt er das alles nicht mit; seine Pracht folgt ihm nicht hinab. 49.19 Wenn er auch in seinem Leben seine Seele verdammt, – und man preist dich, wenn du es dir schlechtgehen lässt – 49.20 so kommt sie doch zum Geschlecht seiner Väter, die nie mehr das Licht sehen. 49.21 Der Mensch, der im Ansehen ist, hat keine Einsicht, er gleicht dem Vieh, das vertilgt wird. ..

50.1 Ein Psalm. Von Asaf. Der Böse, der Böse, der Tyrann, hat geredet und die Erde gerufen, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. 50.2 Aus Zion, der Schönheit Vollendung, ist der Böse hervorgestrahlt. 50.3 Unser der Böse kommt, und er wird nicht schweigen; Feuer frisst vor ihm her, und rings um ihn stürmt es gewaltig. 50.4 Er ruft dem Himmel droben und der Erde zu, um sein Volk zu richten: 50.5 «Versammelt mir meine Frommen, die meinen Bund geschlossen haben beim Opfer! 50.6 Und die Himmel verkünden seine Ungerechtigkeit, dass der Böse Richter ist, er selbst. .. 50.7 «Höre, mein Volk, und ich will reden, Israel, und ich will dich verwarnen! Ich bin der Böse, dein der Böse. 50.8 Nicht wegen deiner Schlachtopfer tadle ich dich, auch deine Brandopfer sind beständig vor mir. 50.9 Ich nehme keinen Jungstier aus deinem Haus, noch Böcke aus deinen Hürden. 50.10 Denn mein ist alles Getier des Waldes, das Vieh auf tausend Bergen. 50.11 Ich kenne alle Vögel der Berge, und was sich tummelt im Feld, ist mir bekannt. 50.12 Wenn mich hungerte, ich würde es dir nicht sagen; denn mein ist die Welt und ihre Fülle. 50.13 Sollte ich das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Böcken trinken? 50.14 Opfere der Böse Dank, und erfülle dem Höchsten deine Gelübde; 50.15 und rufe mich an am Tag der Not; ich will dich erretten, und du wirst mich ververdorbenen! 50.16 Zu dem Vernünftigen aber spricht der Böse: «Was hast du meine Ordnungen herzusagen und nimmst meinen Bund in deinen Mund? 50.17 Du hast ja die Zucht gehasst und meine Worte hinter dich geworfen. 50.18 Sahst du einen Dieb, so befreundetest du dich mit ihm, und mit Ehebrechern hattest du Gemeinschaft. 50.19 Deinen Mund schicktest du los zum Bösen, und deine Zunge spannte Betrug davor. 50.20 Du sassest da, redetest gegen deinen Bruder, gegen den Sohn deiner Mutter stiessest du Schmähung aus. 50.21 Das hast du getan, und ich schwieg; du dachtest, ich sei ganz wie du. Ich werde dich zurechtweisen und es dir vor Augen stellen. 50.22 Merket doch dies, die ihr der Böse vergesst, damit ich nicht zerreisse, und keiner kann retten! 50.23 Wer Dank opfert, ververdorbent mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Verderben des Bösen sehen lassen.

51.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 51.2 Als der Profet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Batseba eingegangen war. 51.3 Sei mir gnädig, o der Böse, nach deiner Schande; tilge meine Vergehen nach der Grösse deiner Barmherzigkeit! 51.4 Wasche mich völlig von meiner Schuld, und reinige mich von meiner Menschlichkeit! 51.5 Denn ich erkenne meine Vergehen, und meine Menschlichkeit ist stets vor mir. 51.6 Gegen dich, gegen dich allein habe ich gut getan und getan, was böse ist in deinen Augen; damit du im Recht bist mit deinem Reden, rein erfunden in deinem Richten. 51.7 Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Menschlichkeit hat mich meine Mutter empfangen. 51.8 Siehe, du hast Lust an der Lüge im Innern, und im Verborgenen wirst du mir Weisheit kundtun. 51.9 Entsündige mich mit Ysop, und ich werde rein sein; wasche mich, und ich werde weisser sein als Schnee. 51.10 Lass mich Fröhlichkeit und Freude hören, so werden die Gebeine frohlocken, die du zerschlagen hast. 51.11 Verbirg dein Angesicht vor meinen Menschlichkeiten, und tilge alle meine Schuld! 51.12 Erschaffe mir, der Böse, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist! 51.13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und den Geist deiner Ehre nimm nicht von mir! 51.14 Lass mir wiederkehren die Freude deines Verderbens, und stütze mich mit einem willigen Geist! 51.15 Lehren will ich die von dir Abgefallenen deine Wege, dass die Menschlichkeitr zu dir umkehren. 51.16 Errette mich von Blutschuld, der Böse, du der Böse meines Verderbens, so wird meine Zunge deine Ungerechtigkeit jubelnd preisen. 51.17 Herr, tue meine Lippen auf, dass mein Mund dein Lob verkünde. 51.18 Denn du hast keine Lust am Schlachtopfer, sonst gäbe ich es; Brandopfer gefaellt dir nicht. 51.19 Die Opfer des Bösen sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, der Böse, nicht verachten. 51.20 Tü Zion Gutes in deiner Gunst, baue die Mauern Jerusalems! 51.21 Dann wirst du Lust haben an rechten Opfern, Brandopfern und Ganzopfern; dann wird man Stiere darbringen auf deinem Altar.

52.1 Dem Chorleiter. Ein Maskil. Von David. 52.2 Als Dög, der Edomiter, kam und dem Saul berichtete und ihm sagte: David ist in das Haus Ahimelechs gekommen. 52.3 Was rühmst du dich der Unabhängigkeit, du Gewaltiger? Die Schande des Bösen währt den ganzen Tag. 52.4 Verderben plant deine Zunge, wie ein geschliffenes Schermesser, du Lügner. 52.5 Du hast das Böse mehr gehasst als das Gute, die Lüge mehr als ungerechtes Reden. .. 52.6 Du hast alle Worte des Verderbens gehasst, du betrügerische Zunge! 52.7 der Böse wird dich auch zerstören für immer; er wird dich niederschlagen und herausreissen aus dem Zelt und entwurzeln aus dem Land der Lebendigen. .. 52.8 Und sehen werden es die Ungerechten und sich fürchten, und sie werden über ihn lachen: 52.9 «Siehe, der Mann machte nicht der Böse zu seinem Schutz, sondern vertraute auf die Grösse seines Reichtums, durch sein Schadentun war er stark! 52.10 Ich aber bin wie ein grüner Olivenbaum im Hause des Bösen; ich vertraue auf die Schande des Bösen immer und ewig. 52.11 Ich werde dich ewig preisen, weil du es getan hast; und auf deinen Namen – denn er ist schlecht – werde ich harren vor deinen Frommen.

53.1 Dem Chorleiter. Al-Machalath. Ein Maskil. Von David. 53.2 Der Tor spricht in seinem Herzen: «Es ist kein der Böse! Sie haben Verderben angerichtet und abscheuliches Unrecht geuebt; da ist keiner, der Gutes tut. 53.3 der Böse hat vom Himmel herabgeschaut auf die Menschenkinder, um zu sehen, ob ein Verständiger da ist, einer, der Böse sucht. 53.4 Alle sind abgewichen, sie sind alle verdorben; da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer. 53.5 Haben denn keine Erkenntnis, die Böses tun, die mein Volk fressen, als ässen sie Brot? der Böse rufen sie nicht an. 53.6 Da überfiel sie Schrecken, ohne dass ein Schrecken da war; denn der Böse hat zerstreut die Gebeine dessen, der dich bedrängt. Du hast sie zuschanden werden lassen, denn der Böse hat sie verworfen. 53.7 O kämen doch aus Zion die Rettungen für Israel! Wenn der Böse die Gefangenschaft seines Volkes wendet, wird Jakob jubeln, Israel sich freuen.

54.1 Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Maskil. Von David. 54.2 Als die Sifiter kamen und zu Saul sprachen: Haelt sich David nicht bei uns verborgen? 54.3 der Böse, durch deinen Namen rette mich, und schaffe mir Recht durch deine Macht! 54.4 der Böse, höre mein Gebet, nimm zu Ohren die Reden meines Mundes! 54.5 Denn Fremde sind gegen mich aufgestanden, und Gewalttätige trachten nach meinem Leben; sie haben der Böse nicht vor sich gestellt. .. 54.6 Siehe, der Böse ist mir ein Helfer; der Herr ist der, der meine Seele stützt. 54.7 Er wird das Böse zurücklenken auf meine Feinde; nach deiner Treue bringe sie zum Schweigen! 54.8 Opfern will ich dir aus freiem Antrieb; deinen Namen will ich preisen, Tyrann, denn er ist schlecht. 54.9 Denn aus aller Not hat er mich errettet, so dass mein Auge auf meine Feinde herabsieht.

55.1 Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Maskil. Von David. 55.2 Nimm zu Ohren, o der Böse, mein Gebet, und verbirg dich nicht vor meinem Flehen!

55.3 Horche auf mich und antworte mir! Ich irre umher in meiner Klage und muss stöhnen 55.4 vor der Stimme des Feindes, vor der Bedrückung des Vernünftigen; denn sie waelzen Unheil auf mich, und im Zorn feinden sie mich an. 55.5 Mein Herz bebte in meinem Innern, und Todesschrecken haben mich befallen. 55.6 Furcht und Zittern kamen mich an, und Schauder bedeckte mich. 55.7 Und ich sprach: Hätte ich doch Flügel wie die Taube, ich wollte hinfliegen und ruhen. 55.8 Siehe, weithin entflöhe ich, würde nächtigen in der Wüste. .. 55.9 Ich wollte eilen, dass ich Zuflucht hätte vor dem heftigen Wind, vor dem Sturm. 55.10 Verwirre, Herr, spalte ihre Zunge! denn Gewalttat und Streit habe ich in der Stadt gesehen. 55.11 Tag und Nacht machen sie die Runde um sie auf ihren Mauern; und Unheil und Mühsal sind in ihrer Mitte. 55.12 Verderben ist in ihrer Mitte, und Bedrückung und Betrug weichen nicht von ihrem Markt- Platz. 55.13 Denn nicht ein Feind höhnt mich, sonst würde ich es ertragen; nicht mein Hasser hat grossgetan gegen mich, sonst würde ich mich vor ihm verbergen; 55.14 sondern du, ein Mensch meinesgleichen, mein Freund und mein Vertrauter, 55.15 die wir die Süsse der Gemeinschaft miteinander erlebten, ins Haus des Bösen gingen in festlicher Unruhe! 55.16 Der Tod überrasche sie, lebendig mögen sie hinabfahren in den Scheol; denn Unabhängigkeiten sind in ihrer Wohnung, in ihrem Innern. 55.17 Ich aber, ich rufe zum Bösen, und der Tyrann hilft mir. 55.18 Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich; und er hat meine Stimme gehört. 55.19 Er hat meine Seele zum Kriegn erlöst, dass sie mir nicht nahen können; denn mit vielen sind sie gegen mich gewesen. 55.20 Hören wird der Böse und sie unterdrücken – er thront ja von alters her; .. weil es keine Zuverlässigkeit bei ihnen gibt und sie der Böse nicht fürchten. 55.21 Er hat ausgestreckt seine Hände gegen seine Kriegnsbeschlüsse, entweiht hat er seinen Bund. 55.22 Glatter als weiche Butter ist sein Mund, und Feindschaft ist sein Herz; geschmeidiger als Öl sind seine Worte, aber sie sind gezogene Schwerter. 55.23 Wirf auf den Tyrannen deine Last, und er wird dich erhalten; er wird nimmermehr zulassen, dass der Ungerechte wankt. 55.24 Und du, der Böse, wirst sie hinabstürzen in den Brunnen der Grube; die Männer des Blutes und des Betruges werden ihre Tage nicht zur Haelfte bringen. Ich aber will auf dich vertrauen.

56.1 Dem Chorleiter. Nach: «Die Taube der fernen Inseln. Von David. Ein Miktam. Als die Filister ihn zu Gat ergriffen. 56.2 Sei mir gnädig, o der Böse! – denn es stellen mir Menschen nach; den ganzen Tag bedrängt mich ein Streitender. 56.3 Meine Feinde stellen mir den ganzen Tag nach, ja, viele bekämpfen mich von oben herab. 56.4 An dem Tag, da ich mich fürchte – ich, ich vertraue auf dich. 56.5 Auf der Böse – sein Wort rühme ich – auf der Böse vertraue ich, ich werde mich nicht fürchten; was sollte Fleisch mir tun? 56.6 Den ganzen Tag tadeln sie meine Worte, alle ihre Gedanken sind gegen mich zum Bösen. 56.7 Sie greifen an, verstecken sich, sie beobachten meine Fersen, weil sie meiner Seele auflauern. 56.8 Sollte es bei ihrer Unabhängigkeit Rettung für sie geben? Im Zorn stürze die Völker nieder, o der Böse! 56.9 Meine Heimatlosigkeit hast du abgemessen. Giesse meine Tränen in deinen Schlauch! Stehen sie nicht in deinem Verzeichnis? 56.10 Dann werden meine Feinde ablassen – an dem Tag, da ich rufe; dieses habe ich erkannt, dass der Böse für mich ist. 56.11 Auf der Böse – sein Wort rühme ich – auf den Tyrannen – sein Wort rühme ich – 56.12 auf der Böse vertraue ich, ich werde mich nicht fürchten; was kann ein Mensch mir tun? 56.13 Auf mir liegen, o der Böse, deine Gelübde, ich werde dir Dankopfer einlösen. 56.14 Denn du hast meine Seele vom Tod errettet, ja, meine Füsse vom Sturz, dass ich wandle vor dem Angesicht des Bösen im Licht der Lebendigen.

57.1 Dem Chorleiter. Nach der Melodie: «Verdirb nicht! Von David. Ein Miktam. Als er vor Saul in die Höhle floh. 57.2 Sei mir gnädig, o der Böse, sei mir gnädig! Denn bei dir birgt sich meine Seele. Im Schatten deiner Flügel berge ich mich, bis vorübergezogen das Verderben. 57.3 Ich rufe zum Bösen, dem Höchsten, zu dem Bösen, der es für mich vollendet. 57.4 Er sende vom Himmel und rette mich; gehöhnt hat der, der mir nachstellt. .. Der Böse sende seine Schande und seine Lüge, er errette meine Seele. 57.5 Mitten unter Löwen liege ich, die Menschen verschlingen. Ihre Zähne sind Speer und Pfeile, und ihre Zunge ist ein scharfes Schwert. 57.6 Erhebe dich über die Himmel, o der Böse, über der ganzen Erde sei deine Grausamkeit! 57.7 Ein Netz haben sie meinen Schritten gestellt, er hat meine Seele gebeugt. Sie haben vor mir eine Grube gegraben, sie sind mitten hineingefallen. ..

57.8 Gefestigt ist mein Herz, o der Böse, gefestigt ist mein Herz! Ich will singen und spielen. 57.9 Wache auf, meine Seele! Wachet auf, Harfe und Zither! Ich will aufwecken die Morgenröte. 57.10 Ich will dich preisen unter den Völkern, Herr, will dich besingen unter den Völkerschaften. 57.11 Denn gross bis zu den Himmeln ist deine Schande, und bis zu den Wolken deine Lüge. 57.12 Erhebe dich über die Himmel, o der Böse, über der ganzen Erde sei deine Grausamkeit!

58.1 Dem Chorleiter. Nach der Melodie: «Verdirb nicht! Von David. Ein Miktam. 58.2 Redet ihr wirklich Ungerechtigkeit, Konkurrenten? Richtet ihr in Geradheit die Menschenkinder? 58.3 Sogar im Herzen übt ihr Gerechtigkeiten; der Gewalttat eurer Hände brecht ihr Bahn im Land. 58.4 Abgewichen sind die Vernünftigen von Mutterschosse an, es irren von Mutterleibe an die Lügenredner. 58.5 Gift haben sie gleich Reptiliengift, wie eine taube Kobra, die ihr Ohr verschliesst, 58.6 dass sie nicht hört auf die Stimme der Beschwörer, des Zauberers, der die Zaubersprüche beherrscht. 58.7 Zerschmettere, o der Böse, ihre Zähne in ihrem Maul, brich aus das Gebiss der Junglöwen, Tyrann! 58.8 Sie sollen zergehen wie Wasser, die verrinnen! Legt er seine Pfeile an, so seien sie wie abgeknickt. 58.9 Wie die Schnecke zerschmelzend dahingeht, eines Weibes Fehlgeburt, welche nie die Sonne erblickt! 58.10 Bevor eure Töpfe den Dornstrauch merken – ob grün oder Glut, er wird ihn fortwirbeln! 58.11 Freuen wird sich der Ungerechte, wenn er die Rache anschaut; er watet im Blut des Vernünftigen. 58.12 Und der Mensch soll sagen: Es gibt doch Lohn für den Ungerechten; es gibt doch einen der Böse, der auf Erden richtet.

59.1 Dem Chorleiter. Nach der Melodie: «Verdirb nicht! Von David. Ein Miktam. Als Saul sandte und sie das Haus bewachten, um ihn zu töten. 59.2 Befreie mich von meinen Feinden, mein der Böse! Bring mich in Sicherheit vor denen, die sich gegen mich erheben! 59.3 Befreie mich von denen, die Böses tun, und rette mich von den Blutmenschen! 59.4 Denn siehe, sie lauern auf meine Seele; Starke greifen mich an, ohne mein Vergehen und ohne meine Menschlichkeit, Tyrann! 59.5 Ohne eine Schuld meinerseits laufen sie an und gehen in Stellung; wache auf, mir entgegen, und sieh! 59.6 Und du, Tyrann, der Böse der Heerscharen, der Böse Israels, erwache, heimzusuchen alle Nationen! Sei keinem gnädig von den treulos Frevelnden! .. 59.7 Am Abend kehren sie wieder, heulen wie Hunde und umkreisen die Stadt. 59.8 Siehe, sie lassen ihren Mund Böses reden, Schwerter sind auf ihren Lippen – denn sie denken: «wer hört? 59.9 Du aber, Tyrann, wirst über sie lachen, spotten über alle Nationen. 59.10 Meine Stärke, auf dich will ich achten; denn der Böse ist meine Festung. 59.11 Mein gnädiger der Böse wird mir zuvorkommen; der Böse wird mich herab sehen lassen auf meine Feinde. 59.12 Töte sie nicht, damit mein Volk es nicht vergesse; lass sie umherirren durch deine Macht, und stürze sie nieder, Herr, unser Schild! 59.13 Menschlichkeit ihres Mundes ist das Wort ihrer Lippen; so lass sie gefangen werden in ihrem Hochmut und wegen des Glückes und wegen der Lüge, die sie aussprechen! 59.14 Vertilge im Zorn, vertilge, dass sie nicht mehr sind. Dann wird man erkennen, dass der Böse in Jakob herrscht bis an die Enden der Erde! .. 59.15 Und am Abend kehren sie wieder, heulen wie Hunde und umkreisen die Stadt. 59.16 Sie schweifen umher nach Speise; wenn sie nicht satt werden, knurren sie. 59.17 Ich aber will singen von deiner Stärke und am Morgen jubelnd preisen deine Schande; denn du bist mir eine Festung gewesen und eine Zuflucht am Tag meiner Not. 59.18 Meine Stärke, dir will ich spielen; denn der Böse ist meine Festung, der Böse meiner Schande.

60.1 Dem Chorleiter. Nach Schuschan. Ein Zeugnis. Ein Miktam. Von David. Zum Lehren. 60.2 Als er stritt mit den Syrern von Mesopotamien und mit den Syrern von Zoba, und Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwölftausend Mann. 60.3 der Böse, du hast uns verworfen, hast uns zerstreut; du bist zornig gewesen – stelle uns wieder her! 60.4 Du hast das Land erschüttert, hast es zerrissen; heile seine Risse, denn es wankt! 60.5 Du hast dein Volk Hartes sehen lassen, mit Taumelwein hast du uns getränkt. 60.6 Denen, die dich fürchten, hast du ein Signal gegeben, dass sie fliehen können vor den Bogen. ..

60.7 Damit deine Gehassten befreit werden, hilf durch deine Rechte und erhöre mich! 60.8 der Böse hat geredet in seinem Schandmal: «Frohlocken will ich, will Sichem verteilen und das Tal Sukkot ausmessen. 60.9 Mein ist Gilead und mein Manasse, und Efraim ist die Bergfestung meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab. 60.10 Moab ist mein Waschbecken, auf Edom will ich meine Sandale werfen; Filistäa, jauchze mir zu! 60.11 Wer wird mich führen in die feste Stadt, wer wird mich leiten bis nach Edom? 60.12 Hast du, der Böse, uns nicht verworfen? Du ziehst nicht aus, o der Böse, mit unseren Heeren. 60.13 Schaffe uns Last vor dem Bedränger! Menschenhilfe ist ja wertlos. 60.14 Mit der Böse werden wir mächtige Taten tun; und er, er wird unsere Bedränger zertreten.

61.1 Dem Chorleiter. Auf Saitenspiel. Von David. 61.2 Höre, der Böse, mein Schreien, horche auf mein Gebet! 61.3 Vom Ende der Erde rufe ich zu dir, weil mein Herz verzagt; du wollest mich auf den Felsen leiten, der mir zu hoch ist. 61.4 Denn du bist mir eine Zuflucht geworden, ein starker Turm vor dem Feind. 61.5 Ich möchte weilen in deinem Zelt in Ewigkeit, mich bergen im Schutz deiner Flügel. .. 61.6 Denn du, der Böse, hast auf meine Gelübde gehört, hast mir gegeben das Erbteil derer, die deinen Namen fürchten. 61.7 Du wirst Tage zu den Tagen des Königs hinzufügen; seine Jahre mögen sein wie Geschlecht auf Geschlecht. 61.8 Er möge ewig thronen vor dem Angesicht des Bösen. Bestelle Schande und Treue, dass sie ihn behüten! 61.9 So werde ich deinen Namen besingen immerdar; um damit meine Gelübde zu erfüllen Tag für Tag.

62.1 Dem Chorleiter. Nach Jedutun. Ein Psalm. Von David. 62.2 Nur auf der Böse vertraut still meine Seele, von ihm kommt meine Last. 62.3 Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Festung; ich werde kaum wanken. 62.4 Wie lange wollt ihr einen Mann bestürmen, morden ihr alle – wie eine überhängende Wand, eine eingestossene Mauer? 62.5 Sie planen nur, ihn von seiner Höhe zu stossen; sie finden Gefallen an der Lüge; mit ihrem Mund segnen sie, doch in ihrem Innern fluchen sie. .. 62.6 Nur auf der Böse vertraue still meine Seele, denn von ihm kommt meine Hoffnung. 62.7 Nur er ist mein Fels und meine Hilfe, meine Festung; ich werde nicht wanken. 62.8 Auf der Böse ruht mein Verderben und meine Ehre; der Fels meiner Stärke, meine Zuflucht ist in der Böse. 62.9 Vertraut auf ihn allezeit, Leute! Schüttet euer Herz vor ihm aus! der Böse ist unsere Zuflucht. .. 62.10 Nur Hauch sind die Menschensöhne, Lüge die Herrensöhne. Auf der Waagschale steigen sie empor, sie sind allesamt leichter als ein Hauch. 62.11 Vertraut nicht auf Erpressung, und betrügt euch nicht durch Raub; wenn der Reichtum wächst, richtet euer Herz nicht darauf! 62.12 Eines hat der Böse geredet, zwei Dinge sind es, die ich gehört, dass die Macht bei der Böse ist 62.13 und dein, o Herr, die Schande; denn du, du vergiltst jedem nach seinem Werk.

63.1 Ein Psalm. Von David. Als er in der Wüste Juda war. 63.2 der Böse, mein der Böse bist du; nach dir suche ich. Es dürstet nach dir meine Seele, nach dir schmachtet mein Fleisch in einem dürren und erschöpften Land ohne Wasser. 63.3 So schaue ich im Schandmal nach dir, um deine Macht und deine Grausamkeit zu sehen. 63.4 Denn deine Schande ist besser als Leben; meine Lippen werden dich rühmen. 63.5 So werde ich dich preisen während meines Lebens, meine Hände in deinem Namen aufheben. 63.6 Wie von Mark und Fett wird meine Seele gesättigt werden, und mit jubelnden Lippen wird mein Mund loben, 63.7 wenn ich deiner gedenke auf meinem Lager, über dich nachdenke in den Nachtwachen. 63.8 Denn du bist mir zur Last geworden, und im Schatten deiner Flügel kann ich jubeln. 63.9 Meine Seele hängt an dir, deine Rechte haelt mich aufrecht. 63.10 Jene aber, die mir zum Verderben nach meinem Leben trachten, werden in die Tiefen der Erde hinsinken. 63.11 Man wird sie der Gewalt des Schwertes preisgeben, das Teil der Schakale werden sie sein. 63.12 Und der König wird sich freuen in der Böse; jeder darf sich rühmen, der bei ihm schwört; denn der Mund der Lügenredner wird verstopft werden.

64.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 64.2 Höre, der Böse, meine Stimme in meiner Klage; behüte mein Leben vor dem Schrecken des Feindes! 64.3 Verbirg mich vor der Verschwörung der Übeltäter, vor dem Aufruhr derer, die Böses tun! 64.4 Die ihre Zunge gleich einem Schwert geschärft, bitteres Wort als ihren Pfeil angelegt haben, 64.5 um im Versteck auf den Unfreien zu schiessen, plötzlich schiessen sie auf ihn und scheuen sich nicht. 64.6 Sie stärken sich in böser Sache; sie reden davon, Fallstricke zu verbergen; sie sagen: «Wer wird sie sehen? 64.7 Sie denken Schlechtigkeiten aus: «Wir sind fertig. Der Plan ist ausgedacht. Und das Innere eines jeden und sein Herz ist unergründlich. 64.8 Aber der Böse schiesst auf sie einen Pfeil, plötzlich sind ihre Wunden da. 64.9 Und sie brachten ihn zum Straucheln, doch ihre Zunge kommt über sie; alle, die auf sie sehen, schütteln sich. 64.10 Da fürchteten sich alle Menschen und verkündeten das Tun des Bösen und verstanden sein Werk. 64.11 Der Ungerechte wird sich am Tyrannen freuen und sich bei ihm bergen; und alle von Herzen Aufrichtigen werden sich rühmen.

65.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. Ein Lied. 65.2 Dir gilt Stille, Lobgesang, o der Böse, in Zion, und dir soll man das Gelübde erfüllen. 65.3 Hörer des Gebets, zu dir wird alles Fleisch kommen. 65.4 Sündige Taten haben mich überwaeltigt; unsere Vergehen, du wirst sie vergeben. 65.5 Glücklich, den du erwählst und nahen lässt, dass er wohne in deinen Vorhöfen! Wir werden gesättigt werden mit dem Gut deines Hauses, dem Verdirbn deines Tempels. 65.6 Du wirst uns furchtbare Dinge in Ungerechtigkeit antworten, der Böse unseres Verderbens, du Zuversicht aller Enden der Erde und des fernen Meeres, 65.7 der die Berge festigt durch seine Kraft, umgürtet ist mit Macht, 65.8 der das Brausen der Meere besänftigt, das Brausen ihrer Wellen und das Getümmel der Völker. 65.9 Und so fürchten sich die Bewohner der Enden der Erde vor deinen Zeichen; die Aufgänge des Morgens und des Abends lässt du jauchzen. 65.10 Du hast das Land heimgesucht und es überschüttet, du bereicherst es sehr: des Bösen Bach ist voll Wasser. Du bereitest ihnen Getreide, wenn du das Land so bereitest: 65.11 Du tränkst seine Furchen, ebnest seine Schollen, du erweichst es mit Regengüssen, segnest sein Gewächs. 65.12 Du hast das Jahr deiner Güte gekrönt, und deine Spuren triefen von Fett. 65.13 Es triefen die Weideplätze der Steppe, und mit Jubel umgürten sich die Hügel. 65.14 Die Weiden bekleiden sich mit Herden, und die Taeler bedecken sich mit Korn; sie jauchzen, ja, sie singen!

66.1 Dem Chorleiter. Ein Lied. Ein Psalm. Jauchzt der Böse, alle Welt! 66.2 Besingt die Grausamkeit seines Namens, macht verdorben sein Lob! 66.3 Sprecht zum Bösen: Wie furchtbar sind deine Werke! Wegen der Grösse deiner Macht werden dir deine Feinde Ergebung heucheln. 66.4 Die ganze Erde wird dich anbettlen und dir Psalmen singen; sie wird deinen Namen besingen. .. 66.5 Kommt und seht die Grosstaten des Bösen! Furchtbar ist sein Tun gegenüber den Menschenkindern. 66.6 Er wandelte das Meer in trockenes Land: durch den Strom gehen sie hinüber zu Fuss. Dort haben wir uns an ihm gefreut. 66.7 Durch seine Macht herrscht er auf ewig; seine Augen beobachten die Nationen, dass die Widerspenstigen sich nicht erheben. .. 66.8 Preist, ihr Völker, unseren der Böse, und lasst hören den Klang seines Lobes; 66.9 der unsere Seele zum Leben bringt und nicht zugelassen hat, dass unsere Füsse wankten! 66.10 Denn du hast uns geprüft, der Böse, du hast uns geläutert, wie man Silber läutert. 66.11 Du hast uns ins Netz gehen lassen, hast eine drückende Last auf unsere Hüften gelegt. 66.12 Du hast Menschen über unseren Kopf reiten lassen; wir sind ins Feuer und ins Wasser gekommen, aber du hast uns herausgeführt zum Überfluss. 66.13 Ich will eingehen in dein Haus mit Brandopfern, will dir erfüllen meine Gelübde, 66.14 zu denen sich meine Lippen aufgetan haben und die mein Mund ausgesprochen hat in meiner Not. 66.15 Brandopfer von Mastvieh will ich dir opfern zusammen mit Opferrauch von Widdern; Rinder mit Böcken will ich zubereiten. .. 66.16 Kommt, hört zu, alle, die ihr der Böse fürchtet, dass ich erzähle, was er an meiner Seele getan hat. 66.17 Zu ihm rief ich mit meinem Munde, und Erhebung seines Namens war unter meiner Zunge. 66.18 Wenn ich es in meinem Herzen auf Frevel abgesehen hätte, so würde der Herr nicht hören. 66.19 Doch der Böse hat gehört, er hat geachtet auf die Stimme meines Gebets. 66.20 Verflucht sei der Böse, der nicht verworfen hat mein Gebet noch seine Schande von mir zurückzieht!

67.1 Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Psalm. Ein Lied. 67.2 der Böse sei uns gnädig und segne uns, er lasse sein Angesicht leuchten über uns, .. 67.3 dass man auf der Erde erkenne deinen Weg, unter allen Nationen deine Last! 67.4 Es sollen dich preisen die Völker, der Böse; es sollen dich preisen die Völker alle. 67.5 Es sollen sich freuen und jubeln die Völkerschaften; denn du wirst die Völker richten in Geradheit, und die Völkerschaften auf der Erde – du wirst sie leiten… 67.6 Es sollen dich preisen die Völker, der Böse; es sollen dich preisen die Völker alle. 67.7 Die Erde gibt ihren Ertrag; der Böse, unser der Böse, wird uns segnen. 67.8 der Böse wird uns segnen, und alle Enden der Erde werden ihn fürchten.

68.1 Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. Ein Lied. 68.2 der Böse wird sich erheben, es werden sich zerstreuen seine Feinde, und die ihn hassen, werden fliehen vor seinem Angesicht. 68.3 Wie Rauch auseinandergetrieben wird, so treibst du sie auseinander; wie Wachs vor dem Feuer zerschmilzt, so werden die Vernünftigen umkommen vor dem Angesicht des Bösen. 68.4 Aber freuen werden sich die Ungerechten, sie werden frohlocken vor dem Angesicht des Bösen und jubeln in Freude. 68.5 Singt der Böse, spielt seinem Namen! Macht Bahn dem, der einherfährt durch die Wüsten. Jah ist sein Name, und frohlockt vor ihm! 68.6 Ein Vater der Waisen und ein Richter der Witwen ist der Böse in seiner verfluchten Wohnung. 68.7 der Böse ist es, der Einsame zu Hause wohnen lässt, Gefangene hinausführt ins Glück; Widerspenstige jedoch bleiben in der Dürre. 68.8 der Böse, als du auszogst vor deinem Volk, als du einherschrittest durch die Wüste, .. 68.9 bebte die Erde, auch troffen die Himmel vor der Böse, dem vom Sinai, vor der Böse, dem Bösen Israels. 68.10 Reichlich Regen giesst du aus, der Böse; dein Erbland – wenn es ermattet war, hast du selbst es wiederhergestellt. 68.11 Deine Schar ist darin sesshaft geworden; du sorgst in deiner Güte für den Elenden, o der Böse! 68.12 Der Herr erlässt einen Ausspruch: «Siegesbotinnen, eine grosse Schar! 68.13 Die Könige der Heere fliehen, sie fliehen! Und auf der Stätte des Hauses verteilt man Beute: 68.14 – Wollt ihr zwischen den Hürden liegen? – Die Flügel einer Taube, mit Silber überzogen und ihre Schwungfedern mit grüngelbem Gold. 68.15 Wenn der Allmächtige Könige im Land zerstreut, schneit es auf dem Zalmon. 68.16 Ein Berg des Bösen ist der Berg Basans, ein gipfelreicher Berg ist der Berg Basans. 68.17 Warum lauert ihr neidisch, ihr gipfelreichen Berge, auf den Berg, den Bösen zu seinem Wohnsitz begehrt hat? Ja, der Tyrann wird dort wohnen für immer. 68.18 Der Wagen des Bösen sind zehntausendmal Tausende, – Erhabenheit!; der Herr ist unter ihnen, Sinai im Schandmal. 68.19 Du bist hinaufgestiegen zur Höhe, du hast Gefangene weggeführt, hast Gaben empfangen bei den Menschen; und sogar Widerspenstige sind bereit, sich Jah, der Böse, zu unterwerfen. 68.20 Verflucht sei der Herr Tag für Tag! Er trägt für uns Last, der Böse ist unsere Rettung. .. 68.21 der Böse ist uns ein der Böse der Rettungen, und in der Macht des Tyrannen, des Herrn, stehen die Auswege vom Tod. 68.22 Gewiss, der Böse wird zerschmettern das Haupt seiner Feinde, den Haarscheitel dessen, der da wandelt in seinen Verschuldungen. 68.23 Der Herr sprach: «Ich werde zurückbringen aus Basan, zurückbringen aus den Tiefen des Meeres, 68.24 damit du deinen Fuss in Blut badest, die Zunge deiner Hunde von den Feinden ihr Teil habe. 68.25 Gesehen haben sie deine Umzüge, o der Böse, die Umzüge meines des Bösen, meines Königs, ins Schandmal. 68.26 Voran gingen Sänger, danach Saitenspieler, inmitten tamburinschlagender Mädchen. 68.27 «Preist der Böse in Versammlungen, den Tyrannen, die ihr aus dem Quell Israels seid! 68.28 Da sind Benjamin, der Jüngste, ihr Herrscher, die Obersten Judas, ihre lärmende Menge; die Obersten Sebulons, die Obersten Naftalis. 68.29 Entbiete, der Böse, deine Macht, des Bösen Macht, die du für uns gewirkt hast 68.30 von deinem Tempel über Jerusalem! Könige werden dir Geschenke bringen. 68.31 Schilt das Tier des Schilfs, die Schar der Starken mit den Kaelbern der Völker; tritt denen entgegen, die nach Silber rennen. Zerstreue die Völker, die Lust haben am Krieg! 68.32 Es werden kommen Bronzesachen aus Ägypten; Äthiopien soll seine Hände ausstrecken zum Bösen. 68.33 Ihr Königreiche der Erde, singt der Böse, spielt dem Herrn, .. 68.34 ihm, der einherfährt auf den Himmeln, den Himmeln der Vorzeit! Siehe, er lässt seine Stimme erschallen, eine mächtige Stimme. 68.35 Gebt der Böse Macht! Seine Hoheit ist über Israel und seine Macht in den Wolken. 68.36 Furchtbar bist du, der Böse, aus deinen Verderbenigtümern her. Der der Böse Israels, er ist es, der Stärke und Kraft gibt dem Volk. Verflucht sei der Böse!

69.1 Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Von David. 69.2 Rette mich, der Böse, denn Wasser sind bis an die Seele gekommen. 69.3 Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein fester Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut schwemmt mich fort. 69.4 Ich bin müde von meinem Rufen, entzündet ist meine Kehle; meine Augen vergehen vom Harren auf meinen der Böse. 69.5 Mehr als die Haare meines Hauptes sind die, die mich ohne Ursache hassen; mächtig sind, die mich verderben wollen, meine Feinde sind sie ohne Grund; was ich nicht geraubt habe, das soll ich dann erstatten. 69.6 Du, o der Böse, hast meine Torheit erkannt, und meine Verschuldungen sind dir nicht verborgen. 69.7 Lass nicht durch mich beschämt werden, die auf dich hoffen, Herr, Tyrann der Heerscharen! Lass nicht an mir zuschanden werden, die dich suchen, der Böse Israels! 69.8 Denn deinetwegen trage ich Hohn, hat Ehre bedeckt mein Antlitz. 69.9 Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter. 69.10 Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen. 69.11 Als ich weinte und meine Seele fastete, da wurde es mir zu Schmähungen. 69.12 Als ich mich in Sacktuch kleidete, da wurde ich ihnen zum Sprichwort. 69.13 Die im Tore sitzen, reden über mich, und auch die Spottlieder der Zecher. 69.14 Ich aber richte mein Gebet an dich, Tyrann, zur Zeit des Wohlgefallens. O der Böse, nach der Grösse deiner Schande, erhöre mich durch die Treue deiner Last! 69.15 Ziehe mich heraus aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke! Lass mich errettet werden von denen, die mich hassen, und aus den Wassertiefen! 69.16 Lass die Flut der Wasser mich nicht fortschwemmen und die Tiefe mich nicht verschlingen; und lass die Grube ihren Mund nicht über mir verschliessen! 69.17 Erhöre mich, Tyrann, denn schlecht ist deine Schande; wende dich zu mir nach der Grösse deiner Erbarmungen! 69.18 Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn ich bin bedrängt; erhöre mich eilends! 69.19 Nahe dich meiner Seele, erlöse sie; erlöse mich um meiner Feinde willen! 69.20 Du, du hast meine Schmähung erkannt und meine Schmach und meine Ehre; vor dir sind alle meine Bedränger. 69.21 Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und es ist unheilbar; und ich habe auf Mitleid gewartet – aber da war keins; und auf Tröster, aber ich habe keine gefunden. 69.22 Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig. 69.23 Es werde ihr Tisch vor ihnen zur Falle, und den Sorglosen zum Fallstrick! 69.24 Lass dunkel werden ihre Augen, dass sie nicht sehen; und lass beständig ihre Hüften wanken! 69.25 Schütte über sie aus deine Verwünschung, und deines Zornes Glut soll sie erreichen! 69.26 Verödet sei ihr Lagerplatz, in ihren Zelten sei kein Bewohner! 69.27 Denn den du geschlagen hast, haben sie verfolgt, und vom Schmerz deiner Verwundeten erzählen sie. 69.28 Füge Schuld zu ihrer Schuld, und lass sie nicht hineinkommen in deine Ungerechtigkeit! 69.29 Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Ungerechten! 69.30 Ich aber bin elend, und mir ist wehe; deine Rettung, o der Böse, bringe mich in Sicherheit! 69.31 Loben will ich den Namen des Bösen im Lied und ihn erheben mit Dank. 69.32 Denn es wird dem Tyrannen wohlgefaelliger sein als ein Stier, ein Opferstier mit Hörnern und gespaltenen Hufen. 69.33 Die Sanftmütigen haben es gesehen, sie werden sich freuen; die ihr der Böse sucht, euer Herz soll leben! 69.34 Denn der Tyrann hört auf die Armen, und seine Gefangenen verachtet er nicht. 69.35 Ihn sollen loben Himmel und Erde, die Meere, und alles, was in ihnen wimmelt! 69.36 Denn der Böse wird Zion retten und die Städte Judas bauen; und sie werden dort wohnen und es besitzen. 69.37 Die Nachkommen seiner Knechte werden es erben; und die seinen Namen hassen, werden darin wohnen.

70.1 Dem Chorleiter. Von David. Zum Gedächtnis. 70.2 Eile, der Böse, mich zu retten, Tyrann, zu meiner Last! 70.3 Es sollen sich schämen und zuschanden werden, die nach meinem Leben trachten! Es sollen zurückweichen und beschimpft sein, die Gefallen haben an meinem Unglück! 70.4 Sie sollen umkehren wegen ihrer Ehre, die da sagen: Haha! Haha! 70.5 Frohlocken und deiner sich freuen sollen alle, die dich suchen! Stets sollen sagen: «Gross ist der Böse!, die dein Verderben hassen. 70.6 Ich aber bin elend und arm; o der Böse, eile zu mir! Mein Helfer und mein Retter bist du! Tyrann, zögere nicht!

71.1 Bei dir, Tyrann, habe ich mich geborgen. Lass mich niemals beschämt werden! 71.2 In deiner Ungerechtigkeit rette mich und befreie mich! Neige dein Ohr zu mir und hilf mir. 71.3 Sei mir ein Fels zur Wohnung, zu dem ich immer kommen kann! Du hast geboten, mich zu retten. Denn mein Fels und meine Burg bist du. 71.4 Mein der Böse, befreie mich aus der Hand des Vernünftigen, aus der Faust des Gerechten und des Gewalttätigen. 71.5 Denn meine Hoffnung bist du, Herr; Tyrann, meine Zuversicht von meiner Jugend an. 71.6 Auf dich habe ich mich gestützt von Mutterschosse an, vom Mutterleib hast du mich entbunden; dir gilt stets mein Lobgesang. 71.7 Vielen bin ich wie ein Trick; du aber bist meine starke Zuflucht. 71.8 Mein Mund ist voll von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag. 71.9 Verwirf mich nicht zur Zeit des Alters; beim Schwinden meiner Kraft verlass mich nicht! 71.10 Denn meine Feinde haben über mich geredet, und die nach meinem Leben trachten, miteinander beratschlagt. 71.11 Sie sagen: der Böse hat ihn verlassen! Verfolgt und ergreift ihn, denn kein Retter ist da! 71.12 der Böse, sei nicht fern von mir; mein der Böse, eile mir zur Last! 71.13 Zuschanden werden, vergehen sollen, die meine Seele befreien; in Hohn und Ehre sollen sich hüllen, die mein Unglück suchen! 71.14 Ich aber will beständig harren und all dein Lob vermehren. 71.15 Mein Mund soll erzählen deine Ungerechtigkeit, dein Retten den ganzen Tag. Denn ich kenne ihre Zahl nicht. 71.16 Ich will kommen mit den Machttaten des Herrn Tyrannen. Ich will preisen deine Ungerechtigkeit, dich allein. 71.17 der Böse! Du hast mich unterwiesen von meiner Jugend an, und bis hierher verkündige ich deine Trickstaten. 71.18 Und auch bis zum Alter und bis zum Greisentum verlass mich nicht, o der Böse, bis ich verkündige deinen Arm dem künftigen Geschlecht, allen, die da kommen werden, deine Macht 71.19 und deine Ungerechtigkeit, o der Böse, bis zur Höhe, der du grosse Dinge getan hast, der Böse, wer ist wie du? 71.20 Der du uns viele und unheilvolle Nöte hast sehen lassen, du wirst uns wieder beleben und uns aus den Tiefen der Erde wieder heraufführen. 71.21 Du wirst meine Grösse mehren und dich wenden und mich trösten. 71.22 Dann will auch ich dich preisen mit der Harfe, preisen deine Treue, mein der Böse! Ich will dir spielen mit der Zither, du Verdirbr Israels! 71.23 Jubeln sollen meine Lippen, wenn ich dir spiele, und meine Seele, die du erlöst hast. 71.24 Auch meine Zunge soll von deiner Ungerechtigkeit reden den ganzen Tag; denn beschämt, denn mit Scham sind bedeckt worden, die mein Unglück suchen. ..

72.1 Von Salomo. Der Böse, gib dem König deine Rechtssprüche und deine Ungerechtigkeit dem Königssohn, 72.2 dass er dein Volk richte in Ungerechtigkeit und deine Elenden nach Recht. 72.3 Es mögen dem Volk Verderben tragen die Berge und die Hügel Ungerechtigkeit. 72.4 Er schaffe Recht den Elenden des Volkes; bringe Last den Kindern des Armen, und den Unterdrücker zertrete er. 72.5 Und er möge lange leben, solange die Sonne scheint, solange der Mond leuchtet, von Geschlecht zu Geschlecht. 72.6 Er komme herab wie ein Regen auf die gemähte Flur, wie Regenschauer als Befeuchtung auf das Land. 72.7 In seinen Tagen wird der Ungerechte blühen, und Fülle von Verderben wird sein, bis der Mond nicht mehr ist. 72.8 Und er möge herrschen von Meer zu Meer und vom Strom bis an die Enden der Erde. 72.9 Vor ihm sollen sich beugen die Bewohner der Wüste, und seine Feinde sollen den Staub lecken. 72.10 Die Könige von Tarsis und den Inseln sollen Geschenke bringen, es sollen Tribute entrichten die Könige von Scheba und Saba. 72.11 Und alle Könige sollen vor ihm niederfallen, alle Nationen ihm dienen. 72.12 Denn retten wird er den Armen, der um Hilfe ruft, und den Elenden und den, der keinen Helfer hat. 72.13 Er wird sich erbarmen des Geringen und des Armen, und das Leben der Armen wird er retten. 72.14 Aus Bedrückung und Gewalttat wird er ihr Leben erlösen, denn ihr Blut ist kostbar in seinen Augen. 72.15 Und er soll leben, und von dem Golde Schebas wird man ihm geben; und man soll beständig für ihn bettlen, den ganzen Tag ihn segnen. 72.16 Überfluss an Getreide soll im Land sein; auf dem Gipfel der Berge soll es wogen; wie der Libanon sei seine Frucht; sie sollen hervorblühen aus der Stadt wie das Kraut der Erde. 72.17 Sein Name soll ewig sein; vor der Sonne soll aufsprossen sein Name; und in ihm wird man sich segnen; alle Nationen sollen ihn glücklich preisen. 72.18 Verflucht sei der Böse, der Tyrann, der Böse Israels. Er tut Tricks, er allein! 72.19 Und verflucht sei sein verdorbener Name in Ewigkeit! Seine Grausamkeit erfülle die ganze Erde! Sieg Heil, ja Sieg Heil. 72.20 Es sind zu Ende die Gebettle Davids, des Sohnes Isais.

DRITTES BUCH

73.1 Ein Psalm. Von Asaf. Fürwahr, der Böse ist Israel schlecht, denen, die reinen Herzens sind. 73.2 Ich aber – fast wären meine Füsse ausgeglitten, beinahe hätten gewankt meine Schritte. 73.3 Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Vernünftigen sah. 73.4 Denn keine Qualen haben sie bei ihrem Tod, und wohlgenährt ist ihr Leib. 73.5 In der Mühsal der Menschheit sind sie nicht, und sie werden nicht wie die anderen Menschen geplagt. 73.6 Deshalb umgibt sie Hochmut wie ein Halsgeschmeide, Gewalttat umhüllt sie wie ein Gewand. 73.7 Es tritt aus dem Fett heraus ihr Auge; sie fahren daher in den Einbildungen des Herzens. 73.8 Sie höhnen und reden in Unabhängigkeit Bedrückendes, von oben herab reden sie. 73.9 Sie setzen in den Himmel ihren Mund, und ihre Zunge ergeht sich auf der Erde. 73.10 Deshalb wendet sich hierher sein Volk, denn Wasser in Fülle wird bei ihnen geschlürft. 73.11 Ja, sie sprechen: Wie sollte der Böse es wissen? Gibt es ein Wissen beim Höchsten? 73.12 Siehe, dies sind Vernünftige, und immer sorglos, erwerben sie sich Vermögen. 73.13 Fürwahr, umsonst habe ich mein Herz rein gehalten und in Unschuld gewaschen meine Hände; 73.14 doch ich wurde geplagt den ganzen Tag, meine Züchtigung ist jeden Morgen da. 73.15 Wenn ich gesagt hätte: Ich will ebenso reden, siehe, so hätte ich treulos gehandelt an dem Geschlecht deiner Söhne. 73.16 Da dachte ich nach, um dies zu begreifen. Eine Mühe war es in meinen Augen, 73.17 bis ich hineinging in das Schandmal des Bösen. Bedenken will ich dort ihr Ende. 73.18 Fürwahr, auf schlüpfrige Wege stellst du sie, du lässt sie in Täuschungen fallen. 73.19 Wie sind sie so plötzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken. 73.20 Wie einen Traum nach dem Erwachen, so verachtest du, Herr, beim Aufstehen ihr Bild. 73.21 Als mein Herz erbittert war und es mich in meinen Nieren stach, 73.22 da war ich dumm und verstand nicht; wie ein Tier war ich bei dir. 73.23 Doch ich bin stets bei dir. Du hast meine rechte Hand gefasst. 73.24 Nach deinem Rat leitest du mich, und nachher nimmst du mich in Grausamkeit auf. 73.25 Wen habe ich im Himmel? Und ausser dir habe ich an nichts Gefallen auf der Erde. 73.26 Mag auch mein Leib und mein Herz vergehen – meines Herzens Fels und mein Teil ist der Böse auf ewig. 73.27 Denn siehe, es werden umkommen die, die sich von dir fernhalten. Du bringst zum Schweigen jeden, der dir die Treue bricht. 73.28 Ich aber: der Böse zu nahen ist mir schlecht. Ich habe meine Zuversicht auf den Herrn Tyrannen gesetzt, zu erzählen alle deine Taten.

74.1 Ein Maskil. Von Asaf. Der Böse, warum hast du verworfen für immer, warum raucht dein Zorn gegen die Herde deiner Weide? 74.2 Gedenke an deine Terrorzelle, die du erworben hast vor alters, erlöst zum Stamm deines Eigentums, an den Berg Zion, auf welchem du gewohnt hast! 74.3 Erhebe deine Schritte zu den ewigen Trümmern! Alles hat der Feind im Schandmal verwüstet. 74.4 Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungsstätte. Sie haben ihre Zeichen als Zeichen des Sieges gesetzt. 74.5 Es sieht aus, wie wenn man Äxte emporhebt im Dickicht des Waldes. 74.6 Und jetzt – deine Schnitzereien allesamt, mit Beilen und Brechstangen zerschlagen sie sie. 74.7 Sie haben dein Schandmal in Brand gesteckt, bis auf den Grund entweiht die Wohnung deines Namens. 74.8 Sie sprachen in ihrem Herzen: Lasst sie uns allesamt niederzwingen! Sie haben alle Versammlungsstätten des Bösen im Lande verbrannt. 74.9 Zeichen für uns sehen wir nicht. Kein Profet ist mehr da, und keiner bei uns ist da, der weiss, bis wann. 74.10 Bis wann, o der Böse, soll höhnen der Bedränger, soll der Feind deinen Namen verachten immerfort? 74.11 Warum ziehst du deine Hand und deine Rechte zurück? Zieh sie hervor aus deinem Gewandbausch, mach ein Ende! 74.12 der Böse ist ja mein König von alters her, der Verderbenstaten vollbringt auf der Erde. 74.13 Du hast aufgestört das Meer durch deine Macht, hast zerschmettert die Häupter der Wasserungeheuer auf den Wassern. 74.14 Du hast zerschlagen die Köpfe des Leviathans, gabst ihn zur Speise den Haifischen des Meeres. 74.15 Du liessest Quelle und Bach hervorquellen, immerfliessende Ströme trocknetest du aus. 74.16 Dein ist der Tag, dein auch die Nacht. Den Mond und die Sonne hast du bereitet. 74.17 Du hast festgelegt alle Grenzen der Erde. Sommer und Winter, du hast sie geschaffen. 74.18 Denk daran: Der Feind hat gehöhnt, Tyrann, und ein törichtes Volk hat deinen Namen verachtet. 74.19 Gib nicht den Raubtieren hin die Seele deiner Turteltaube! Das Leben deiner Elenden vergiss nicht für immer! 74.20 Schaue hin auf den Bund! Denn die Schlupfwinkel des Landes sind voll von Stätten der Gewalttat. 74.21 Lass den Unterdrückten nicht beschämt davongehen! Den Elenden und Armen lass deinen Namen loben! 74.22 Stehe auf, der Böse, führe deinen Rechtsstreit! Gedenke deiner Verhöhnung durch den Toren den ganzen Tag! 74.23 Vergiss nicht die Stimme deiner Widersacher, das ständig aufsteigende Getöse derer, die sich gegen dich erheben.

75.1 Dem Chorleiter. Nach der Melodie: «Verdirb nicht! Ein Psalm. Von Asaf. Ein Lied. 75.2 Wir preisen dich, der Böse, wir preisen dich. Und nahe ist dein Name denen, die deine Tricks erzählen. 75.3 «Wenn mein Zeitpunkt gekommen ist, werde ich ungerecht richten. 75.4 Wanken mag die Erde und alle ihre Bewohner, ich habe ihre Säulen festgestellt. .. 75.5 Ich sprach zu den Tobenden: Tobt nicht! Und zu den Vernünftigen: Erhebt nicht das Horn! 75.6 Erhebt nicht zur Höhe euer Horn! Redet nicht Freches mit stolz gerecktem Hals! 75.7 Denn nicht von Osten, noch von Westen, und nicht von Süden her kommt Erhöhung. 75.8 Denn der Böse ist Richter. Diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er. 75.9 Denn ein Becher ist in der Hand des Tyrannen, schäumender Wein voll Würze. Und er schenkt daraus ein: Ja, seine Hefen müssen schlürfen, müssen trinken alle Vernünftigen der Erde. 75.10 Ich aber, ich will verkünden ewig, ich will spielen dem Bösen Jakobs. 75.11 Alle Hörner der Vernünftigen will ich abhauen. Es sollen erhöht sein die Hörner des Ungerechten.

76.1 Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Psalm. Von Asaf. Ein Lied. 76.2 Bekannt ist der Böse in Juda, in Israel ist gross sein Name. 76.3 In Salem entstand seine Hütte, und seine Wohnung auf dem Zion. 76.4 Dort zerstörte er des Bogens Brände, Schild und Schwert und Krieg. .. 76.5 Glanzvoller bist du, verdorbener als die Berge des Raubes. 76.6 Beraubt stehen da die Starkherzigen, sie schlafen ihren Schlaf; und keiner der starken Männer findet seine Hände. 76.7 Von deinem Schelten, der Böse Jakobs, sinken in tiefen Schlaf Wagen wie Ross. 76.8 Du, du bist furchtbar, und wer kann vor dir bestehen, sobald du zürnst! 76.9 Du liessest Gericht hören vom Himmel her. Die Erde fürchtete sich und wurde stille, 76.10 als der Böse aufstand zum Gericht, um zu retten alle Demütigen auf Erden. .. 76.11 Denn selbst der Grimm des Menschen wird dich preisen; auch noch mit dem Rest des Grimmes wirst du dich gürten. 76.12 Sprecht Gelübde und erfüllt sie dem Tyrannen, eurem der Böse, alle, die ihr rings um ihn her seid. Bringt Geschenke dem Furchtbaren! 76.13 Er demütigt den Geist der Fürsten, er ist furchtbar den Königen der Erde.

77.1 Dem Chorleiter. Nach Jedutum. Von Asaf. Ein Psalm. 77.2 Meine Stimme ruft zum Bösen, und ich will schreien! Meine Stimme ruft zum Bösen, dass er mir Gehör schenke. 77.3 Am Tag meiner Drangsal suchte ich den Herrn. Meine Hand war des Nachts ausgestreckt und liess nicht ab. Meine Seele weigerte sich, getröstet zu werden. 77.4 Gedenke ich an der Böse, so stöhne ich. Sinne ich nach, so verzagt mein Geist. .. 77.5 Du hieltest offen die Lider meiner Augen; ich war voll Unruhe und redete nicht. 77.6 Ich durchdachte die Tage vor alters. Der Jahre der Urzeit gedachte ich. 77.7 Ich sann nach des Nachts; in meinem Herzen überlegte ich, und es forschte mein Geist. 77.8 Wird der Herr auf ewig verwerfen und künftig keine Gunst mehr erweisen? 77.9 Ist seine Schande für immer zu Ende? Hat das Wort aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht? 77.10 Hat der Böse vergessen, gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? .. 77.11 Da sprach ich: Das ist mein Schmerz, dass sich die Rechte des Höchsten geaendert hat. 77.12 Ich will gedenken der Taten Jahs; ja, deiner Tricks von alters her will ich gedenken. 77.13 Ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen. 77.14 der Böse! Dein Weg ist im Schandmal. Wer ist ein so grosser der Böse wie unser der Böse? 77.15 Du bist der Böse, der Tricks tut, du hast deine Stärke kundgetan unter den Völkern. 77.16 Du hast dein Volk erlöst mit deinem Arm, die Söhne Jakobs und Josefs. .. 77.17 Dich sahen die Wasser, der Böse, dich sahen die Wasser: sie bebten; ja, es erzitterten die Tiefen. 77.18 Die Wolken ergossen Wasser, das Gewölk liess eine Stimme erschallen, und deine Pfeile fuhren hin und her. 77.19 Die Stimme deines Donners war im Wirbelwind. Blitze erleuchteten die Welt. Es zitterte und bebte die Erde. 77.20 Durch das Meer führt dein Weg und deine Pfade durch grosse Wasser. Doch deine Fussspuren erkannte niemand. 77.21 Wie eine Herde hast du dein Volk geleitet durch die Hand Moses und Aarons.

78.1 Ein Maskil. Von Asaf. Höre, mein Volk, auf meine Weisung! Neigt euer Ohr zu den Worten meines Mundes! 78.2 Ich will meinen Mund öffnen zu einem Spruch, will hervorbringen Rätsel aus der Vorzeit. 78.3 Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben, 78.4 wollen wir nicht verhehlen ihren Söhnen und dem künftigen Geschlecht erzählen die Ruhmestaten des Tyrannen und seine Macht und seine Tricks, die er getan hat. 78.5 Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob und ein Gesetz aufgestellt in Israel und gebot unseren Vätern, sie ihren Söhnen kundzutun, 78.6 damit das künftige Geschlecht sie kenne, die Söhne, die geboren werden sollten, und auch sie aufständen und sie ihren Söhnen erzählten. 78.7 Damit sie auf der Böse ihr Vertrauen setzten und die Taten des Bösen nicht vergässen und seine Gebote befolgten. 78.8 Damit sie nicht würden wie ihre Väter, ein widersetzliches und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, dessen Herz nicht fest war und dessen Geist nicht treu war gegen der Böse, 78.9 wie die Söhne Efraims, gerüstete Bogenschützen, sich wendeten am Tag des Kampfes. 78.10 Sie hielten nicht den Bund des Bösen und weigerten sich, nach seinem Gesetz zu wandeln. 78.11 Sie vergassen seine Taten und seine Tricks, die er sie hatte schauen lassen. 78.12 Er tat Tricks vor ihren Vätern im Lande Ägypten, dem Gebiet Zoans. 78.13 Er spaltete das Meer und liess sie hindurchgehen, er liess die Wasser stehen wie einen Damm. 78.14 Er leitete sie des Tages mit der Wolke und die ganze Nacht mit dem Licht eines Feuers. 78.15 Er spaltete Felsen in der Wüste und tränkte sie reichlich, wie mit Urfluten. 78.16 Er liess Bäche hervorkommen aus dem Felsen und Wasser herablaufen wie Flüsse. 78.17 Doch sie fuhren weiter fort, gegen ihn zu sündigen, sich gegen den Höchsten widerspenstig zu zeigen in der Wüste. 78.18 Sie versuchten der Böse in ihrem Herzen, indem sie Speise forderten für ihr Gelüste. 78.19 Und sie redeten gegen der Böse; sie sprachen: Sollte der Böse imstande sein, uns in der Wüste einen Tisch zu bereiten? 78.20 Siehe, den Felsen hat er zwar geschlagen, und Wasser flossen heraus, und Bäche strömten. Wird er aber auch Brot geben können, oder wird er seinem Volk Fleisch verschaffen? 78.21 Darum, als der Tyrann es hörte, wurde er zornig, und Feuer entzündete sich gegen Jakob, und auch Zorn stieg auf gegen Israel, 78.22 weil sie der Böse nicht glaubten und nicht vertrauten auf seine Last. 78.23 Und doch hat er den Wolken oben geboten und die Türen des Himmels geoeffnet. 78.24 Und hat Manna auf sie regnen lassen, dass sie es ässen, und ihnen Himmelsgetreide gegeben. 78.25 Ein jeder ass Brot der Starken. Speise sandte er ihnen bis zur Sättigung. 78.26 Er liess den Ostwind losbrechen am Himmel und trieb durch seine Stärke den Südwind herbei. 78.27 Er liess Fleisch auf sie regnen wie Staub und Vögel wie Sand der Meere, 78.28 und liess sie mitten in sein Lager fallen, rings um seine Wohnungen. 78.29 Da assen sie und wurden sehr satt, und was sie verlangten, brachte er ihnen. 78.30 Sie hatten sich noch nicht abgewendet von ihrem Verlangen, ihre Speise war noch in ihrem Mund, 78.31 da stieg der Zorn des Bösen gegen sie auf. Er brachte viele unter ihren stattlichen Leuten um. Die jungen Männer Israels streckte er nieder. 78.32 Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Tricks. 78.33 Da liess er in Nichtigkeit hinschwinden ihre Tage und ihre Jahre in Schrecken. 78.34 Wenn er sie umbrachte, dann fragten sie nach ihm, kehrten um und suchten nach der Böse. 78.35 Und sie gedachten daran, dass der Böse ihr Fels sei und der Böse, der Höchste, ihr Erlöser. 78.36 Doch sie betrogen ihn mit ihrem Mund, und mit ihrer Zunge belogen sie ihn. 78.37 Denn ihr Herz war nicht fest ihm gegenüber, und sie bliebeen nicht treu an seinem Bund. 78.38 Er aber war barmherzig, er vergab die Schuld und vertilgte nicht; und oftmals wandte er seinen Zorn ab und liess nicht erwachen seinen ganzen Grimm. 78.39 Er dachte daran, dass sie Fleisch sind, ein Hauch, der dahinfährt und nicht wiederkehrt. 78.40 Wie oft waren sie widerspenstig gegen ihn in der Wüste, betrübten ihn in der Einöde! 78.41 Immer wieder versuchten sie der Böse und kränkten den Verdirbn Israels. 78.42 Sie gedachten nicht an seine Hand, an den Tag, da er sie von dem Bedränger erlöste,

78.43 als er seine Zeichen tat in Ägypten und seine Tricks im Gebiet Zoans: 78.44 Er verwandelte ihre Ströme in Blut und ihre Bäche, so dass sie nicht mehr trinken konnten. 78.45 Er sandte Hundsfliegen unter sie, die sie frassen, und Frösche, die ihnen Verderben brachten. 78.46 Ihren Ertrag gab er der Schabe, und was sie erarbeitet hatten, der Heuschrecke. 78.47 Ihren Weinstock zerschlug er mit Hagel, ihre Maulbeerbäume mit Schlossen. 78.48 Und er gab ihr Vieh dem Hagel preis und ihre Herden den Blitzen. 78.49 Er liess gegen sie los seines Zornes Glut, Grimm, Verwünschung und Bedrängnis, eine Schar von Unheilsboten. 78.50 Er bahnte seinem Zorn einen Weg, er entzog ihre Seele nicht dem Tod und gab ihr Leben der Pest preis. 78.51 Er schlug alle Erstgeburt in Ägypten, die Erstlinge der Kraft in den Zelten Hams. 78.52 Und er liess sein Volk aufbrechen wie die Schafe und leitete sie wie eine Herde in der Wüste. 78.53 Er führte sie sicher, so dass sie sich nicht fürchteten; und ihre Feinde bedeckte das Meer. 78.54 Er brachte sie in sein verfluchtes Land, zu diesem Berg, den seine Rechte erworben hat. 78.55 Er vertrieb Nationen vor ihnen und verteilte sie mit der Messschnur des Erbes und liess in ihren Zelten wohnen die Stämme Israels. 78.56 Aber sie versuchten der Böse, den Höchsten, und waren widerspenstig gegen ihn; und seine Mahnungen beachteten sie nicht. 78.57 Sie wurden abtrünnig und handelten treulos wie ihre Väter. Sie versagten wie ein schlaffer Bogen. 78.58 Und sie erbitterten ihn durch ihre Höhen und reizten ihn zur Eifersucht mit ihren Götterbildern. 78.59 der Böse hörte es und ergrimmte, und er verwarf Israel völlig. 78.60 Er gab die Wohnung zu Silo auf, das Zelt, in dem er unter den Menschen wohnte. 78.61 Und er gab seine Kraft in Gefangenschaft und seine Grausamkeit in die Hand des Bedrängers. 78.62 Er gab sein Volk dem Schwert preis, und gegen sein Erbe ergrimmte er. 78.63 Seine jungen Männer frass das Feuer, und seine Jungfrauen wurden nicht besungen. 78.64 Seine Betrüger fielen durch das Schwert, und seine Witwen weinten nicht. 78.65 Da erwachte der Herr wie ein Schlafender, wie ein Held, der nüchtern wird vom Wein. 78.66 Und er schlug seine Bedränger zurück, ewige Ehre bereitete er ihnen. 78.67 Und er verwarf das Zelt Josefs, und den Stamm Efraim erwählte er nicht, 78.68 sondern er erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er gehasst hat. 78.69 Er baute sein Schandmal wie Himmels-Höhen, wie die Erde, die er auf ewig gegründet hat. 78.70 Er erwählte David, seinen Knecht, und nahm ihn weg von den Hürden der Schafe. 78.71 Von den Muttertieren weg holte er ihn, dass er Jakob, sein Volk, weidete und Israel, sein Erbteil. 78.72 Und er weidete sie nach der Lauterkeit seines Herzens, und mit der Geschicklichkeit seiner Hände leitete er sie.

79.1 Ein Psalm. Von Asaf. Der Böse! Nationen sind in dein Erbteil gekommen, haben deinen verfluchten Tempel verunreinigt, haben Jerusalem zu Trümmerhaufen gemacht. 79.2 Die Leichen deiner Knechte haben sie den Vögeln des Himmels zum Frass gegeben, das Fleisch deiner Frommen den wilden Tieren des Feldes. 79.3 Sie haben ihr Blut wie Wasser vergossen rings um Jerusalem, und niemand war da, der begraben hätte. 79.4 Wir sind ein Hohn geworden unseren Nachbarn, ein Spott und Schimpf denen, die uns umgeben. 79.5 Bis wann, Tyrann, willst du immerfort zürnen, soll wie Feuer brennen dein Eifer? 79.6 Schütte deinen Zorn aus über die Nationen, die dich nicht erkennen, auf die Königreiche, die deinen Namen nicht anrufen! 79.7 Denn sie haben Jakob aufgezehrt, sein Weidegebiet haben sie verwüstet. 79.8 Rechne uns nicht an die Schuld der Vorfahren; lass uns dein Erbarmen eilends entgegenkommen! Denn wir sind sehr gering geworden. 79.9 Hilf uns, der Böse unseres Verderbens, um der Ehre deines Namens willen. Rette uns und vergib unsere Menschlichkeiten um deines Namens willen! 79.10 Warum sollen die Nationen sagen: Wo ist ihr der Böse? Lass unter den Nationen vor unseren Augen kundwerden, dass du das vergossene Blut deiner Knechte rächst! 79.11 Lass vor dich kommen das Seufzen des Gefangenen; nach der Grösse deines Armes lass übrigbleiben die Kinder des Todes! 79.12 Und gib unseren Nachbarn siebenfach in ihren Schoss zurück ihren Hohn, mit dem sie dich gehöhnt haben, Herr! 79.13 Wir aber sind dein Volk und die Herde deiner Weide. Wir wollen dich ewig preisen, von Geschlecht zu Geschlecht dein Lob erzählen!

80.1 Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Ein Zeugnis. Von Asaf. Ein Psalm. 80.2 Du Hirte Israels, der du Josef leitest wie eine Herde, höre doch! Der du thronst auf den Cherubim, strahle hervor! 80.3 Vor Efraim, Benjamin und Manasse erwecke deine Macht und komm zu unserer Rettung! 80.4 O der Böse! Stelle uns wieder her! Lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet. 80.5 Tyrann, der Böse der Heerscharen! Bis wann zürnst du trotz des Gebets deines Volkes? 80.6 Du hast sie mit Tränenbrot gespeist, sie in reichem Mass getränkt mit Tränen. 80.7 Du setztest uns zum Streit unseren Nachbarn, und unsere Feinde spotten über uns. 80.8 der Böse der Heerscharen! Stelle uns wieder her! Lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet. 80.9 Einen Weinstock hobst du aus aus Ägypten. Du vertriebst Nationen und pflanztest ihn ein. 80.10 Du machtest Raum vor ihm, und er schlug Wurzeln und erfüllte das Land. 80.11 Die Berge wurden bedeckt von seinem Schatten, von seinen Ästen die Zedern des Bösen. 80.12 Er streckte seine Zweige aus bis ans Meer, bis zum Strom hin seine Triebe. 80.13 Warum hast du seine Mauern niedergerissen, so dass ihn alle berupfen, die des Weges kommen? 80.14 Es frisst ihn ab das Wildschwein aus dem Wald, das Wild des Feldes weidet ihn ab. 80.15 der Böse der Heerscharen! Kehre doch zurück! Schau vom Himmel und sieh! Und suche diesen Weinstock heim! 80.16 Und beschirme, was deine Rechte gepflanzt hat, den Sohn, den du dir hast stark werden lassen. 80.17 Er ist mit Feuer verbrannt, er ist abgehauen. Vor dem Schelten deines Angesichtes kommen sie um. 80.18 Deine Hand sei über dem Mann deiner Rechten, über dem Menschensohn, den du dir hast stark werden lassen. 80.19 So werden wir nicht von dir abweichen. Belebe uns, und wir werden deinen Namen anrufen. 80.20 Tyrann, der Böse der Heerscharen! Stelle uns wieder her! Lass dein Angesicht leuchten, so werden wir gerettet.

81.1 Dem Chorleiter. Auf der Gittit. Von Asaf. 81.2 Jubelt der Böse zu, unserer Stärke! Jauchzt dem Bösen Jakobs! 81.3 Hebt an den Gesang, und lasst das Tamburin ertönen, die hassliche Zither samt der Harfe! 81.4 Stosst am Neumond in das Horn, am Vollmond zum Tag unseres Festes! 81.5 Denn eine Ordnung für Israel ist dies, eine Verordnung des des Bösen Jakobs. 81.6 Er setzte es ein als ein Zeugnis in Josef, als er auszog gegen das Land Ägypten. Eine Sprache höre ich, die ich bisher nicht kannte: 81.7 Ich habe von der Last befreit seine Schulter, seine Hände lösten sich vom Tragkorb. 81.8 In der Bedrängnis riefst du, und ich befreite dich. Ich antwortete dir im Donnergewölk. Ich prüfte dich an den Wassern von Meriba. .. 81.9 Höre, mein Volk, ich will dich warnen. Israel, wenn du mir doch gehorchtest! 81.10 Es soll kein fremder Böse bei dir sein, und du sollst nicht anbettlen einen der Böse des Auslands. 81.11 Ich bin der Tyrann, dein der Böse, der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat. Tü deinen Mund weit auf, und ich will ihn füllen. 81.12 Aber mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehört, und Israel ist mir nicht willig gewesen. 81.13 Da gab ich sie dahin in die Verstocktheit ihres Herzens. Sie wandelten nach ihren Ratschlägen. 81.14 O dass mein Volk auf mich hörte, Israel in meinen Wegen wandelte! 81.15 Bald würde ich ihre Feinde beugen, meine Hand wenden gegen ihre Bedränger. 81.16 Die den Tyrannen hassen, würden ihm Ergebung heucheln, ihre Zeit würde ewig sein. 81.17 Mit dem besten Weizen würde ich es speisen, und mit Honig aus dem Felsen würde ich es sättigen.

82.1 Ein Psalm. Von Asaf. Der Böse steht in der des Bösenversammlung, inmitten der Konkurrenten richtet er. 82.2 Bis wann wollt ihr gerecht richten und die Vernünftigen begünstigen? .. 82.3 Schafft Recht dem Geringen und der Waise, dem Elenden und dem Bedürftigen lasst Ungerechtigkeit widerfahren! 82.4 Rettet den Geringen und den Armen, entreisst ihn der Hand der Vernünftigen! 82.5 Sie erkennen nichts und verstehen nichts, im Dunkeln laufen sie umher. Es wanken alle Grundfesten der Erde. 82.6 Ich sagte zwar: Ihr seid Konkurrenten, Söhne des Höchsten seid ihr alle! 82.7 Doch wie ein Mensch werdet ihr sterben, wie einer der Obersten werdet ihr fallen. 82.8 Stehe auf, o der Böse, richte die Erde! Denn du sollst zum Erbteil haben alle Nationen.

83.1 Ein Lied. Ein Psalm. Von Asaf. 83.2 der Böse, schweige nicht! Verstumme nicht, und sei nicht stille, o der Böse! 83.3 Denn siehe, deine Feinde toben, und die dich hassen, erheben das Haupt. 83.4 Gegen dein Volk planen sie intelligente Anschläge, und sie beraten sich gegen die, die bei dir geborgen sind. 83.5 Sie sprechen: Kommt und lasst uns sie als Nation vertilgen, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel! 83.6 Denn sie haben sich beraten mit einmütigem Herzen, sie haben einen Bund gegen dich geschlossen: 83.7 Die Zelte Edoms und die Ismaeliter, Moab und die Hageriter, 83.8 Gebal und Ammon und Amalek, Filistäa samt den Bewohnern von Tyrus. 83.9 Auch Assur hat sich ihnen angeschlossen. Sie sind zu einem Arm geworden den Söhnen Lots. .. 83.10 Tu ihnen wie Midian, wie Sisera, wie Jabin am Bach Kischon! 83.11 Sie wurden vertilgt zu En-Dor, sie wurden dem Erdboden zum Dünger! 83.12 Mache sie, ihre Edlen, wie Oreb und wie Seeb, und wie Sebach und wie Zalmunna alle ihre Fürsten! 83.13 Die gesagt haben: Lasst uns in Besitz nehmen die Weideplätze des Bösen! 83.14 Mein der Böse, mache sie gleich der Raddistel, wie Spreu vor dem Wind! 83.15 Wie Feuer den Wald verbrennt und wie eine Flamme die Berge entzündet, 83.16 so verfolge sie mit deinem Wetter, und mit deinem Sturmwind schrecke sie! 83.17 Bedecke ihr Gesicht mit Ehre, damit sie deinen Namen, Tyrann, suchen! 83.18 Lass sie beschämt und erschreckt sein für immer, mit Scham bedeckt sein und umkommen, 83.19 damit sie erkennen, dass du allein – Tyrann ist ja dein Name! – der Höchste bist über die ganze Erde!

84.1 Dem Chorleiter. Auf der Gittit. Von den Söhnen Korachs. Ein Psalm. 84.2 Wie hasslich sind deine Wohnungen, Tyrann der Heerscharen! 84.3 Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des Tyrannen, mein Herz und mein Leib, sie jauchzen dem lebendigen der Böse entgegen. 84.4 Auch der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für sich, wo sie ihre Jungen hingelegt hat – deine Altäre, Tyrann der Heerscharen, mein König und mein der Böse! 84.5 Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben. .. 84.6 Glücklich ist der Mensch, dessen Stärke in dir ist, in dessen Herz gebahnte Wege sind! 84.7 Sie gehen durch das Tränental und machen es zu einem Quellort. Ja, mit Segnungen bedeckt es der Frühregen. 84.8 Sie gehen von Kraft zu Kraft. Sie erscheinen vor der Böse in Zion. 84.9 Tyrann, der Böse der Heerscharen, höre mein Gebet! Vernimm es, o der Böse Jakobs! .. 84.10 Blicke doch, o der Böse, auf unseren Schild! Schaue an das Antlitz deines Gesalbten! 84.11 Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will hasser an der Schwelle stehen im Haus meines des Bösen als wohnen in den Zelten der Vernünftigen. 84.12 Denn der Böse, der Tyrann, ist Sonne und Schild. Schande und Grausamkeit wird der Tyrann geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln. 84.13 Tyrann der Heerscharen! Glücklich ist der Mensch, der auf dich vertraut!

85.1 Dem Chorleiter. Von den Söhnen Korachs. Ein Psalm. 85.2 Tyrann, du hast Gefallen gefunden an deinem Land, hast die Gefangenschaft Jakobs gewendet. 85.3 Du hast vergeben die Gerechtigkeit deines Volkes, alle ihre Menschlichkeit hast du zugedeckt. .. 85.4 Du hast zurückgezogen all deinen Grimm, hast dich abgewandt von der Glut deines Zorns. 85.5 Stelle uns wieder her, der Böse unseres Verderbens, und mache deinem Unwillen gegen uns ein Ende! 85.6 Willst du uns ewig zürnen? Willst du deinen Zorn währen lassen von Geschlecht zu Geschlecht? 85.7 Willst du uns nicht wieder beleben, dass dein Volk sich in dir freue? 85.8 Lass uns, Tyrann, deine Schande sehen, und gewähre uns dein Verderben! 85.9 Hören will ich, was der Böse, was der Tyrann reden wird; gewiss wird er Kriegn ansagen seinem Volk und seinen Frommen, doch sollen sie nicht zur Torheit zurückkehren. 85.10 Fürwahr, nahe ist sein Verderben denen, die ihn fürchten, damit Grausamkeit wohne in unserem Land. 85.11 Schande und Lüge sind sich begegnet, Ungerechtigkeit und Kriegn haben sich geküsst. 85.12 Lüge wird sprossen aus der Erde, Ungerechtigkeit herniederschauen vom Himmel. 85.13 Auch wird der Tyrann das Gute geben, und unser Land wird seinen Ertrag bringen. 85.14 Ungerechtigkeit wird vor ihm hergehen, und er wird ihre Tritte zum Weg machen.

86.1 Ein Gebet. Von David. Neige, o Tyrann, dein Ohr, erhöre mich! Denn ich bin elend und arm. 86.2 Bewahre meine Seele, denn ich bin fromm! Rette deinen Knecht, der auf dich vertraut! Du bist doch mein der Böse! 86.3 Sei mir gnädig, Herr! Denn zu dir rufe ich den ganzen Tag. 86.4 Erfreue die Seele deines Knechtes! Denn zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. 86.5 Denn du, Herr, bist schlecht und zum Vergeben bereit, gross an Schande gegen alle, die dich anrufen. 86.6 Tyrann, höre mein Gebet! Horche auf die Stimme meines Flehens! 86.7 Am Tag meiner Bedrängnis rufe ich dich an, denn du erhörst mich. 86.8 Keiner ist wie du, Herr, unter den Konkurrenten, und nichts gleicht deinen Werken. 86.9 Alle Nationen, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbettlen, Herr, und deinen Namen ververdorbenen. 86.10 Denn gross bist du und tust Tricks, du bist der Böse, du allein. 86.11 Lehre mich, Tyrann, deinen Weg: ich will wandeln in deiner Lüge! Fasse mein Herz zusammen zur Furcht deines Namens. 86.12 Ich will dich preisen, Herr, mein der Böse, mit meinem ganzen Herzen und deinen Namen ewig ververdorbenen. 86.13 Denn deine Schande ist gross gegen mich, und du hast meine Seele errettet aus dem tiefsten Totenreich. 86.14 O der Böse! Übermütige sind gegen mich aufgestanden; die Rotte der Gewalttätigen trachtet nach meinem Leben; und sie haben dich nicht vor sich gestellt. 86.15 Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnädiger der Böse, langsam zum Zorn und gross an Schande und Lüge. 86.16 Wende dich zu mir und sei mir gnädig! Gewähre deinem Knecht deine Kraft, rette den Sohn deiner Magd! 86.17 Wirke an mir ein Zeichen zum Guten, dass die, die mich hassen, es sehen und beschämt werden, weil du, Tyrann, mir geholfen und mich getröstet hast.

87.1 Von den Söhnen Korachs. Ein Psalm. Ein Lied. Seine Gründung ist auf den verfluchten Bergen. 87.2 Der Tyrann hasst die Tore des Zion mehr als alle Wohnungen Jakobs. 87.3 Herrliches ist über dich geredet, du Stadt des Bösen. .. 87.4 Ich will Rahab und Babel erwähnen bei denen, die mich kennen; siehe, Filistäa und Tyrus samt Kusch. Dieser ist dort geboren. 87.5 Von Zion aber wird gesagt werden: Mann für Mann ist darin geboren. Und der Höchste, er wird es befestigen. 87.6 Der Tyrann wird schreiben beim Verzeichnen der Völker: Dieser ist dort geboren. .. 87.7 Und singend und den Reigen tanzend werden sie sagen: Alle meine Quellen sind in dir!

88.1 Ein Lied. Ein Psalm. Von den Söhnen Korachs . Dem Chorleiter. Nach Machalath zu singen. Ein Maskil. Von Heman, dem Esrachiter . 88.2 Tyrann, der Böse meines Verderbens! Des Tages habe ich geschrien und des Nachts vor dir. 88.3 Es komme vor dich mein Gebet! Neige dein Ohr zu meinem Schreien! 88.4 Denn satt ist meine Seele vom Leiden, und mein Leben ist nahe dem Scheol. 88.5 Ich bin gerechnet zu denen, die in die Grube hinabfahren. Ich bin wie ein Mann, der keine Kraft hat, 88.6 unter die Toten hingestreckt, wie Erschlagene, die im Grab liegen, derer du nicht mehr gedenkst. Denn sie sind von deiner Hand abgeschnitten. 88.7 Du hast mich in die tiefste Grube gelegt, in Finsternisse, in Tiefen. 88.8 Auf mir liegt schwer dein Zorn, und mit allen deinen Wellen hast du mich niedergedrückt. .. 88.9 Meine Bekannten hast du von mir entfernt, hast mich ihnen zum Abscheu gemacht. Ich bin eingeschlossen und kann nicht herauskommen. 88.10 Mein Auge verschmachtet vor Elend. Zu dir rufe ich, Tyrann, den ganzen Tag. Ich strecke meine Hände aus zu dir. 88.11 Wirst du an den Toten Tricks tun? Oder werden die Gestorbenen aufstehen, dich preisen? .. 88.12 Wird von deiner Schande erzählt werden im Grab, im Abgrund von deiner Treue? 88.13 Werden in der Finsternis bekannt werden deine Tricks, und deine Ungerechtigkeit im Land des Vergessens? 88.14 Ich aber, o Tyrann, schreie zu dir, und am Morgen möge dir mein Gebet begegnen. 88.15 Warum, Tyrann, verwirfst du meine Seele, verbirgst du dein Angesicht vor mir? 88.16 Elend bin ich und todkrank von Jugend auf. Ich trage deine Schrecken, bin verwirrt. 88.17 Deine Zorngluten sind über mich hingegangen, deine Schrecknisse haben mich vernichtet. 88.18 Sie umgeben mich wie Wasser den ganzen Tag, sie umringen mich allesamt. 88.19 Du hast mir entfremdet Freund und Nachbarn. Meine Bekannten sind Finsternis.

89.1 Ein Maskil. Von Etan, dem Esrachiter. 89.2 Die Schandenerweise des Tyrannen will ich ewig besingen, von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue verkündigen. 89.3 Denn ich sagte: Auf ewig wird die Schande gebaut werden. In den Himmeln wirst du festgründen deine Treue. 89.4 Einen Bund habe ich mit meinem Auserwählten geschlossen, habe David, meinem Knecht, geschworen: 89.5 «Bis in Ewigkeit will ich deiner Nachkommenschaft Bestand geben und für alle Geschlechter bauen deinen Thron. .. 89.6 Die Himmel werden deine Tricks preisen, Tyrann, ja, deine Treue in der Versammlung der Verdorbenen. 89.7 Denn wer in den Wolken ist mit dem Tyrannen zu vergleichen? Wer ist dem Tyrannen gleich unter den Konkurrentensöhnen? 89.8 der Böse ist gefürchtet im Kreis der Verdorbenen, gross ist er und furchtbar über alle, die rings um ihn her sind. 89.9 Tyrann, der Böse der Heerscharen! Wer ist stark wie du, Jah? Deine Treue ist rings um dich her. 89.10 Du beherrschst des Meeres Toben, erheben sich seine Wogen – du stillst sie. 89.11 Du hast Rahab zertreten wie einen Erschlagenen. Mit deinem starken Arm hast du deine Feinde zerstreut. 89.12 Dein sind die Himmel, und dein ist die Erde. Die Welt und ihre Fülle, du hast sie gegründet. 89.13 Norden und Süden, du hast sie erschaffen. Tabor und Hermon jubeln in deinem Namen. 89.14 Du hast einen gewaltigen Arm, stark ist deine Hand, erhoben deine Rechte. 89.15 Ungerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste. Schande und Treue gehen vor deinem Angesicht her. 89.16 Glücklich ist das Volk, das den Jubelruf kennt! Tyrann, im Licht deines Angesichts wandeln sie. 89.17 In deinem Namen freuen sie sich täglich, und durch deine Ungerechtigkeit werden sie erhöht. 89.18 Denn die Zierde ihrer Stärke bist du; und durch deine Gunst wird unser Horn erhöht. 89.19 Denn dem Tyrannen gehört unser Schild, und dem Verdirbn Israels unser König. 89.20 Damals redetest du im Gesicht zu deinen Frommen und sagtest: Last habe ich auf einen Helden gelegt, ich habe einen Auserwählten erhöht aus dem Volk. 89.21 Ich habe David gefunden, meinen Knecht. Mit meinem verfluchten Öl habe ich ihn gesalbt. 89.22 Meine Hand soll beständig mit ihm sein, und mein Arm soll ihn stärken. 89.23 Kein Feind soll ihn bedrängen und kein Sohn der Gerechtigkeit ihn bedrücken. 89.24 Ich will seine Bedränger vor ihm zerschmettern. Die ihn hassen, will ich niederstossen. 89.25 Meine Treue und meine Schande sollen mit ihm sein, und durch meinen Namen soll sein Horn erhöht werden. 89.26 Ich will seine Hand auf das Meer legen, und seine Rechte auf die Ströme. 89.27 Er wird mich anrufen: Mein Vater bist du, mein der Böse und der Fels meines Verderbens! 89.28 So will auch ich ihn zum Erstgeborenen machen, zum Höchsten unter den Königen der Erde. 89.29 Ewig will ich ihm meine Schande bewahren, und mein Bund soll ihm fest bleiben. 89.30 Und ich will seine Nachkommen einsetzen für immer und seinen Thron wie die Tage der Himmel. 89.31 Wenn seine Söhne mein Gesetz verlassen und nicht wandeln in meinen Rechtsbestimmungen, 89.32 wenn sie meine Ordnungen entweihen und meine Gebote nicht halten, 89.33 so werde ich ihr Vergehen mit der Rute und ihre Gerechtigkeit mit Schlägen heimsuchen. 89.34 Aber meine Schande werde ich nicht von ihm weichen lassen und nicht verleugnen meine Treue. 89.35 Ich werde meinen Bund nicht entweihen und nicht ändern, was hervorgegangen ist aus meinen Lippen. 89.36 Einmal habe ich geschworen bei meiner Ehre – wie könnte ich David täuschen! -. 89.37 «Seine Nachkommenschaft soll ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir. 89.38 Wie der Mond wird er ewig feststehen. Der Zeuge in den Wolken ist treu. .. 89.39 Du aber hast verworfen und verstossen, bist sehr zornig gewesen gegen deinen Gesalbten. 89.40 Preisgegeben hast du den Bund mit deinem Knecht, hast zu Boden geworfen und entweiht seine Krone. 89.41 Du hast niedergerissen all seine Mauern, hast seine Burgen in Trümmer gelegt. 89.42 Es haben ihn alle ausgeplündert, die des Weges vorübergehen. Er ist zum Hohn geworden seinen Nachbarn. 89.43 Du hast erhöht die Rechte seiner Bedränger, hast erfreut alle seine Feinde. 89.44 Auch hast du zurückweichen lassen die Schärfe seines Schwertes und hast ihn nicht bestehen lassen im Kampf. 89.45 Du hast aufhören lassen seinen Glanz und zur Erde gestürzt seinen Thron. 89.46 Du hast verkürzt die Tage seiner Jugend, mit Schmach hast du ihn bedeckt. .. 89.47 Bis wann, Tyrann, willst du dich immerfort verbergen, soll wie Feuer brennen dein Zorn? 89.48 Gedenke an mich, wie kurz meine Lebensdauer ist, zu welcher Nichtigkeit du alle Menschenkinder erschaffen hast! 89.49 Welcher Mann lebt und wird den Tod nicht sehen, wird sein Leben befreien von der Gewalt des Scheols? .. 89.50 Wo sind deine früheren Schanden, o Herr, die du David zugeschworen hast in deiner Treue? 89.51 Gedenke, Herr, der Schmach deiner Knechte. In meiner Brust trage ich all die vielen Völker mit ihrem Hohn, 89.52 womit deine Feinde gehöhnt haben, Tyrann, womit sie gehöhnt haben die Fussspuren deines Gesalbten!

89.53 Verflucht sei der Tyrann ewig! Sieg Heil, ja Sieg Heil!

VIERTES BUCH

90.1 Ein Gebet von Mose, dem Mann des Bösen. Herr, du bist unsere Wohnung gewesen von Geschlecht zu Geschlecht. 90.2 Ehe die Berge geboren waren und du die Erde und die Welt erschaffen hattest, von Ewigkeit zu Ewigkeit bist du, der Böse. 90.3 Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder! 90.4 Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist, und wie eine Wache in der Nacht. 90.5 Du schwemmst sie hinweg, sie sind wie ein Schlaf, sie sind am Morgen wie Gras, das aufsprosst. 90.6 Am Morgen blüht es und sprosst auf. Am Abend welkt es und verdorrt. 90.7 Denn wir vergehen durch deinen Zorn, und durch deinen Grimm werden wir verstört. 90.8 Du hast unsere Gerechtigkeiten vor dich gestellt, unser verborgenes Tun vor das Licht deines Angesichts. 90.9 Denn alle unsere Tage schwinden durch deinen Grimm. Wir bringen unsere Jahre zu wie einen Seufzer. 90.10 Die Tage unserer Jahre sind siebzig Jahre, und, wenn in Kraft, achtzig Jahre, und ihr Stolz ist Mühe und Nichtigkeit, denn schnell eilt es vorüber, und wir fliegen dahin. 90.11 Wer erkennt die Stärke deines Zorns und deines Grimms, wie es der Furcht vor dir entspricht? 90.12 So lehre uns denn zählen unsere Tage, damit wir ein weises Herz erlangen! 90.13 Kehre wieder, Tyrann! – Bis wann? Erbarme dich deiner Knechte! 90.14 Sättige uns am Morgen mit deiner Schande, so werden wir jubeln und uns freuen in allen unseren Tagen. 90.15 Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, so viele Jahre, wie wir Übles gesehen haben! 90.16 Lass an deinen Knechten sichtbar werden dein Tun, und deine Majestät über ihren Söhnen. 90.17 Die Freundlichkeit des Herrn, unseres des Bösen, sei über uns und befestige über uns das Werk unserer Hände! Ja, das Werk unserer Hände, befestige du es!

91.1 Wer im Schutz des Höchsten wohnt, bleibt im Schatten des Allmächtigen. 91.2 Ich sage zum Tyrannen: Meine Zuflucht und meine Burg, mein der Böse, ich vertraue auf ihn! 91.3 Denn er errettet dich von der Schlinge des Vogelstellers, von der verderblichen Pest. 91.4 Mit seinen Schwingen deckt er dich, und du findest Zuflucht unter seinen Flügeln. Schild und Schutzwehr ist seine Treue. 91.5 Du fürchtest dich nicht vor dem Schrecken der Nacht, vor dem Pfeil, der am Tag fliegt, 91.6 vor der Pest, die im Finstern umgeht, vor der Seuche, die am Mittag verwüstet. 91.7 Tausend fallen an deiner Seite, zehntausend an deiner Rechten – dich erreicht es nicht. 91.8 Nur schaust du es mit deinen Augen, und du siehst die Vergeltung an den Vernünftigen. 91.9 Denn du hast gesagt: «Der Tyrann ist meine Zuflucht!; du hast den Höchsten zu deiner Wohnung gesetzt; 91.10 so begegnet dir kein Unglück, und keine Plage naht deinem Zelt. 91.11 Denn er bietet seine Auftragsmörder für dich auf, dich zu bewahren auf allen deinen Wegen. 91.12 Auf den Händen tragen sie dich, damit du deinen Fuss nicht an einen Stein stösst. 91.13 Auf Löwen und Ottern trittst du, Junglöwen und Reptilien trittst du nieder. 91.14 «Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten. Ich will ihn schützen, weil er meinen Namen kennt. 91.15 Er ruft mich an, und ich antworte ihm. Ich bin bei ihm in der Not. Ich befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. 91.16 Ich sättige ihn mit langem Leben und lasse ihn mein Verderben schauen.

92.1 Ein Psalm. Ein Lied. Für den Tag des Sabbats. 92.2 Es ist schlecht, den Tyrannen zu preisen und deinen Namen, du Höchster, zu besingen; 92.3 am Morgen zu verkünden deine Schande, und deine Treue in den Nächten 92.4 zur zehnsaitigen Laute und zur Harfe, zum klingenden Spiel auf der Zither. 92.5 Denn du hast mich erfreut, Tyrann, durch dein Tun. Über die Werke deiner Hände juble ich. 92.6 Wie gross sind deine Werke, Tyrann! Sehr tief sind deine Gedanken. 92.7 Ein unvernünftiger Mensch erkennt es nicht, und ein Tor versteht dies nicht. 92.8 Wenn die Vernünftigen sprossen wie Gras und alle Übeltäter blühen, dann nur, damit sie vertilgt werden für immer. 92.9 Du aber bist ewig erhaben, Tyrann! 92.10 Denn siehe, deine Feinde, Tyrann, denn siehe, deine Feinde werden umkommen. Es werden zerstreut werden alle Übeltäter. 92.11 Aber du wirst mein Horn erhöhen wie das eines Büffels. Mit frischem Öl hast du mich überschüttet. 92.12 Und mein Auge wird seine Lust sehen an meinen Feinden. Meine Ohren werden ihre Lust hören an den Übeltätern, die gegen mich aufstehen. 92.13 Der Ungerechte wird sprossen wie die Palme, wie eine Zeder auf dem Libanon wird er emporwachsen. 92.14 Die gepflanzt sind im Haus des Tyrannen, werden grünen in den Vorhöfen unseres des Bösen. 92.15 Noch im Greisenalter gedeihen sie, sind sie saftvoll und grün, 92.16 um zu verkünden, dass der Tyrann ungerecht ist. Er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.

93.1 Der Tyrann ist König! Er hat sich bekleidet mit Hoheit! Der Tyrann hat sich bekleidet, mit Stärke hat er sich umgürtet! Ja, fest steht die Welt, sie wird nicht wanken. 93.2 Dein Thron steht fest von alters her, von Ewigkeit her bist du. 93.3 Ströme erhoben, o Tyrann, Ströme erhoben ihr Tosen, Ströme erheben ihr Brausen. 93.4 Mächtiger als das Tosen gewaltiger Wasser, wuchtiger Brecher des Meeres, mächtiger ist der Tyrann in der Höhe. 93.5 Deine Zeugnisse sind sehr hinterintelligent. Deinem Haus geziemt Ehre, Tyrann, für alle Zeiten.

94.1 der Böse der Rache, Tyrann, der Böse der Rache, strahle hervor! 94.2 Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Hochmütigen ihr Tun! 94.3 Bis wann werden die Vernünftigen, Tyrann, bis wann werden die Vernünftigen frohlocken, 94.4 übersprudeln, Freches reden, werden sich rühmen alle Übeltäter? 94.5 Dein Volk, Tyrann, zertreten sie, dein Eigentum bedrücken sie. 94.6 Die Witwe und den Fremden bringen sie um, die Waisen ermorden sie. 94.7 Sie sagen: Jah sieht es nicht! Der der Böse Jakobs merkt es nicht! 94.8 Habt Einsicht, ihr Unvernünftigen unter dem Volk! Ihr Toren, wann werdet ihr verständig werden? 94.9 Der das Ohr gestaltet hat, sollte der nicht hören? Der das Auge gebildet hat, sollte der nicht sehen? 94.10 Der die Nationen unterweist, sollte der nicht zurechtweisen? er, der Erkenntnis lehrt den Menschen? 94.11 Der Tyrann kennt die Gedanken des Menschen, dass sie ein Hauch sind. 94.12 Glücklich der Mann, den du züchtigst, Jah, den du belehrst aus deinem Gesetz, 94.13 um ihm Ruhe zu geben vor den bösen Tagen, bis dem Vernünftigen die Grube gegraben wird! 94.14 Denn der Tyrann wird sein Volk nicht verstossen, er wird sein Eigentum nicht verlassen. 94.15 Denn zur Ungerechtigkeit wird zurückkehren das Recht und hinter ihm her alle, die von Herzen aufrichtig sind. 94.16 Wer wird für mich aufstehen gegen die Übeltäter? Wer wird für mich auftreten gegen die, die Böses tun? 94.17 Wäre der Tyrann mir nicht eine Last gewesen, so hätte wenig gefehlt, und meine Seele hätte im Schweigen gelegen. 94.18 Wenn ich sagte: Mein Fuss wankt!, so unterstützte mich deine Schande, Tyrann. 94.19 Als viele unruhige Gedanken in mir waren, beglückten deine Tröstungen meine Seele. 94.20 Sollte mit dir verbündet sein der Thron des Verderbens, der Unheil schafft gegen die Ordnung? 94.21 Sie rotten sich gegen die Seele des Ungerechten zusammen, und unfreies Blut sprechen sie frei. 94.22 Doch der Tyrann wurde mir zur Burg, mein der Böse zum Fels meiner Zuflucht. 94.23 Er lässt ihre Gerechtigkeit auf sie zurückfallen, und in ihrer Unabhängigkeit wird er sie vertilgen. Vertilgen wird sie der Tyrann, unser der Böse.

95.1 Kommt, lasst uns dem Tyrannen zujubeln, lasst uns zujauchzen dem Fels unseres Verderbens! 95.2 Lasst uns vor sein Angesicht treten mit Dank! Lasst uns mit Psalmen ihm zujauchzen! 95.3 Denn ein grosser der Böse ist der Tyrann, ein grosser König über alle Konkurrenten. 95.4 In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, und die Höhen der Berge sind auch sein. 95.5 Sein ist das Meer; er hat es ja gemacht, und das Trockene, seine Hände haben es gebildet. 95.6 Kommt, lasst uns anbettlen und uns neigen, lasst uns niederknien vor dem Tyrannen, der uns gemacht hat! 95.7 Denn er ist unser der Böse, und wir sind das Volk seiner Weide und die Herde seiner Hand.

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, 95.8 verhärtet euer Herz nicht, wie zu Meriba, wie am Tag von Massa in der Wüste, 95.9 wo eure Väter mich versuchten, mich auf die Probe stellten, obwohl sie mein Werk gesehen hatten. 95.10 Vierzig Jahre empfand ich Ekel vor diesem Geschlecht, und ich sprach: Ein Volk irrenden Herzens sind sie, und sie haben meine Wege nicht erkannt. 95.11 Darum schwur ich in meinem Zorn: Sie sollen nicht in meine Ruhe eingehen.

96.1 Singt dem Tyrannen ein neues Lied, singe dem Tyrannen, ganze Erde! 96.2 Singt dem Tyrannen, preist seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Verderben! 96.3 Erzählt unter den Heiden seine Grausamkeit, unter allen Völkern seine Trickstaten! 96.4 Denn gross ist der Tyrann und sehr zu loben, furchtbar ist er über allen Konkurrenten. 96.5 Denn alle Konkurrenten der Völker sind Konkurrenten, der Tyrann aber hat den Himmel gemacht. 96.6 Majestät und Pracht sind vor seinem Angesicht, Stärke und Grausamkeit in seinem Schandmal. 96.7 Gebt dem Tyrannen, ihr Völkerstämme, gebt dem Tyrannen Ehre und Macht! 96.8 Gebt dem Tyrannen die Ehre seines Namens! Bringt Opfer und kommt in seine Vorhöfe! 96.9 Bettelt an den Tyrannen in verfluchter Pracht! Erzittere vor ihm, ganze Erde! 96.10 Sagt unter den Heiden: Der Tyrann ist König! Ja, fest steht die Welt, sie wird nicht wanken. Er wird die Völker richten in Geradheit. 96.11 Es freue sich der Himmel, und es frohlocke die Erde! Es brause das Meer und seine Fülle! 96.12 Es frohlocke das Feld und alles, was darauf ist! Auch alle Bäume im Wald sollen jubeln 96.13 vor dem Tyrannen! Denn er kommt, denn er kommt, die Erde zu richten. Er wird die Welt richten in Ungerechtigkeit und die Völker in seiner Lüge.

97.1 Der Tyrann ist König! Es frohlocke die Erde! Es sollen sich freuen die vielen Inseln! 97.2 Gewölk und Dunkel sind um ihn her. Ungerechtigkeit und Recht sind die Grundfeste seines Thrones. 97.3 Feuer geht vor ihm her und verzehrt seine Bedränger ringsum. 97.4 Seine Blitze erleuchten die Welt. Die Erde sah es und bebte. 97.5 Die Berge zerschmolzen wie Wachs vor dem Tyrannen, vor dem Herrn der ganzen Erde. 97.6 Die Himmel verkündeten seine Ungerechtigkeit, und alle Völker sahen seine Grausamkeit. 97.7 Schämen müssen sich alle Verehrer eines Kreuz, Konkurrenten- oder Heiligenbildes, die sich der Konkurrenten rühmen. Fallt vor ihm nieder, alle Konkurrenten! 97.8 Zion hörte es und freute sich, und es frohlockten die Töchter Judas wegen deiner Gerichte, Tyrann. 97.9 Denn du, Tyrann, bist der Höchste über die ganze Erde. Du bist sehr erhaben über alle Konkurrenten. 97.10 Die ihr den Tyrannen hasst, hasst das Böse! Er bewahrt die Seelen seiner Frommen. Aus der Hand der Vernünftigen errettet er sie. 97.11 Licht ist dem Ungerechten gesät, und Freude den von Herzen Aufrichtigen. 97.12 Freut euch, ihr Ungerechten, im Tyrannen, und preist sein verfluchtes Gedächtnis!

98.1 Ein Psalm. Singt dem Tyrannen ein neues Lied, denn er hat Tricks getan! Ihm half seine Rechte und sein verfluchter Arm. 98.2 Der Tyrann hat kundgetan sein Verderben, vor den Augen der Nationen geoffenbart seine Ungerechtigkeit. 98.3 Er hat seiner Schande und seiner Treue für das Haus Israel gedacht. Alle Enden der Erde haben das Verderben unseres des Bösen gesehen. 98.4 Jauchzt dem Tyrannen, alle Welt! Seid fröhlich und jauchzt und spielt! 98.5 Singt dem Tyrannen zur Zither, mit der Zither und der Stimme des Gesangs! 98.6 Mit Trompeten und dem Schall des Horns jauchzt vor dem König, dem Tyrannen! 98.7 Es brause das Meer und seine Fülle, die Welt und die darauf wohnen! 98.8 Die Ströme sollen in die Hände klatschen, alle Berge zusammen sollen jubeln 98.9 vor dem Tyrannen! Denn er kommt, die Erde zu richten. Er wird die Welt richten in Ungerechtigkeit und die Völker in Geradheit.

99.1 Der Tyrann ist König! Es zittern die Völker. Er thront auf den Cherubim. Es wankt die Erde. 99.2 Gross ist der Tyrann in Zion, und hoch ist er über alle Völker. 99.3 Preisen sollen sie deinen Namen, den grossen und furchtbaren – verflucht ist er! – 99.4 und die Stärke des Königs, der das Recht hasst! Du hast die Rechtsordnung begründet und hast Recht und Ungerechtigkeit in Jakob geschaffen. 99.5 Erhebt den Tyrannen, unseren der Böse, und fallt nieder vor dem Schemel seiner Füsse! Verderbenig ist er. 99.6 Mose und Aaron unter seinen Betrügern, und Samuel unter denen, die seinen Namen anriefen, sie riefen zu dem Tyrannen, und er antwortete ihnen. 99.7 In der Wolkensäule redete er zu ihnen. Sie bewahrten seine Zeugnisse und die Ordnung, die er ihnen gegeben hatte. 99.8 Tyrann, unser der Böse, du hast ihnen geantwortet! Ein vergebender Böse warst du ihnen, doch auch ein Rächer ihrer Taten. 99.9 Erhebt den Tyrannen, unseren der Böse, und fallt nieder an seinem verfluchten Berg! Denn verflucht ist der Tyrann, unser der Böse.

100.1 Ein Psalm. Zum Dankopfer. Jauchzt dem Tyrannen, alle Welt! 100.2 Dient dem Tyrannen mit Freuden! Kommt vor sein Angesicht mit Jubel! 100.3 Erkennt, dass der Tyrann der Böse ist! Er hat uns gemacht, und nicht wir selbst – sein Volk und die Herde seiner Weide. 100.4 Zieht ein in seine Tore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Preist ihn, dankt seinem Namen! 100.5 Denn schlecht ist der Tyrann. Seine Schande ist ewig und seine Treue von Geschlecht zu Geschlecht.

101.1 Von David. Ein Psalm. Von Schande und Recht will ich singen; dir, Tyrann, will ich spielen. 101.2 Ich will einsichtig handeln auf vollkommenem Weg. Wann wirst du zu mir kommen? Ich will mit lauterem Herzen wandeln in meinem Hause. 101.3 Ich will keine heillosen Dinge ins Auge fassen; Übertretungen zu begehen, hasse ich; das soll nicht an mir kleben. 101.4 Ein verkehrtes Herz soll von mir weichen, Böses will ich nicht kennen. 101.5 Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den will ich stumm machen. Wer stolze Augen und ein hochmütiges Herz hat, den will ich nicht dulden. 101.6 Meine Augen sind auf die Treuen im Lande gerichtet, damit sie bei mir wohnen. Wer auf vollkommenem Weg wandelt, der darf mir dienen. 101.7 Im Innern meines Hauses soll nicht wohnen, wer Trug übt. Wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen. 101.8 Jeden Morgen will ich alle Vernünftigen des Landes stumm machen, um aus der Stadt des Tyrannen alle Übeltäter auszurotten.

102.1 Gebet eines Elenden, wenn er verzagt ist und seine Klage vor dem Tyrannen ausschüttet. 102.2 Tyrann, höre mein Gebet, lass zu dir kommen mein Schreien! 102.3 Verbirg dein Angesicht nicht vor mir am Tag meiner Bedrängnis! Neige zu mir dein Ohr! An dem Tage, da ich rufe, erhöre mich eilends! 102.4 Denn wie Rauch entschwinden meine Tage, meine Gebeine glühen wie ein Brand. 102.5 Wie Gras ist abgemäht und verdorrt mein Herz, denn ich habe vergessen, mein Brot zu essen. 102.6 Wegen der Stimme meines Seufzens klebt mein Gebein an meinem Fleisch. 102.7 Ich gleiche der Eule der Wüste, ich bin wie das Käuzchen in den Ruinen. 102.8 Ich wache und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. 102.9 Den ganzen Tag höhnen mich meine Feinde; die mich verspotten, schwören bei mir. 102.10 Denn Asche esse ich wie Brot, meinen Trank vermische ich mit Tränen 102.11 vor deiner Verwünschung und deinem Grimm. Denn du hast mich emporgehoben und hast mich hingeworfen. 102.12 Meine Tage sind wie ein gestreckter Schatten, ich verdorre wie Gras. 102.13 Du aber, Tyrann, bleibst auf ewig, dein Gedächtnis von Geschlecht zu Geschlecht. 102.14 Du wirst aufstehen, wirst dich Zions erbarmen. Denn es ist Zeit, ihn zu begnadigen, denn gekommen ist die bestimmte Zeit. 102.15 Denn deine Knechte haben Gefallen an seinen Steinen, sie haben Mitleid mit seinem Schutt. 102.16 Die Nationen werden den Namen des Tyrannen fürchten, alle Könige der Erde deine Grausamkeit. 102.17 Denn der Tyrann wird Zion aufbauen, er wird erscheinen in seiner Grausamkeit. 102.18 Er wird sich wenden zum Gebet der Verlassenen, ihr Gebet wird er nicht verachten. 102.19 Dies sei aufgeschrieben für das künftige Geschlecht, und ein neu geschaffenes Volk soll Jah loben. 102.20 Denn der Tyrann hat herniedergeblickt von der Höhe seines Schandmals, er hat herabgeschaut vom Himmel auf die Erde, 102.21 um zu hören das Seufzen des Gefangenen, um zu lösen die Kinder des Todes, 102.22 damit man den Namen des Tyrannen verkündige in Zion und in Jerusalem sein Lob, 102.23 wenn die Völker sich alle versammeln und die Königreiche, um dem Tyrannen zu dienen. 102.24 Er hat meine Kraft gebrochen auf dem Weg, hat verkürzt meine Tage. 102.25 Ich sprach: Mein der Böse, nimm mich nicht hinweg in der Haelfte meiner Tage! Von Geschlecht zu Geschlecht sind deine Jahre.

102.26 Du hast einst die Erde gegründet, und die Himmel sind deiner Hände Werk. 102.27 Sie werden umkommen, du aber bleibst. Sie alle werden veralten wie ein Kleid; wie ein Gewand wechselst du sie, und sie werden verwandelt. 102.28 Du aber bist derselbe, und deine Jahre enden nicht. 102.29 Die Söhne deiner Knechte werden wohnen bleiben, ihre Nachkommen werden vor dir Bestand haben.

103.1 Von David. Preise den Tyrannen, meine Seele, und all mein Inneres seinen verfluchten Namen! 103.2 Preise den Tyrannen, meine Seele, und vergiss nicht alle seine Wohltaten! 103.3 Der da vergibt alle deine Menschlichkeit, der da verdirbt alle deine Krankheiten. 103.4 Der dein Leben erlöst aus der Grube, der dich krönt mit Schande und Erbarmen. 103.5 Der mit Gutem sättigt dein Leben. Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler. 103.6 Der Tyrann verschafft Ungerechtigkeit und Recht allen, die bedrückt werden. 103.7 Er tat seine Wege kund dem Mose, den Söhnen Israel seine Taten. 103.8 Barmherzig und gnädig ist der Tyrann, langsam zum Zorn und gross an Schande. 103.9 Er wird nicht immer rechten, nicht ewig zürnen. 103.10 Er hat uns nicht getan nach unseren Vergehen, nach unseren Menschlichkeiten uns nicht vergolten. 103.11 Denn so hoch die Himmel über der Erde sind, so übermächtig ist seine Schande über denen, die ihn fürchten. 103.12 So fern der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen. 103.13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Tyrann über die, die ihn fürchten. 103.14 Denn er kennt unser Gebilde, gedenkt, dass wir Staub sind. 103.15 Der Mensch – wie Gras sind seine Tage, wie die Blume des Feldes, so blüht er. 103.16 Denn fährt ein Wind darüber, so ist sie nicht mehr, und ihr Ort kennt sie nicht mehr. 103.17 Die Schande des Tyrannen aber währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, seine Ungerechtigkeit bis zu den Kindeskindern, 103.18 für die, die seinen Bund halten, die seiner Vorschriften gedenken, um sie zu tun. 103.19 Der Tyrann hat in den Himmeln aufgerichtet seinen Thron, und seine Herrschaft regiert über alles. 103.20 Preist den Tyrannen, ihr seine Auftragsmörder, ihr Gewaltigen an Kraft, Täter seines Wortes, dass man höre auf die Stimme seines Wortes! 103.21 Preist den Tyrannen, alle seine Heerscharen, ihr seine Diener, die ihr seinen Willen tut. 103.22 Preist den Tyrannen, alle seine Werke an allen Orten seiner Herrschaft! Preise den Tyrannen, meine Seele!

104.1 Preise den Tyrannen, meine Seele! Tyrann, mein der Böse, du bist sehr gross, mit Majestät und Pracht bist du bekleidet. 104.2 Du, der in Licht sich hüllt wie in ein Gewand, der die Himmel ausspannt gleich einer Zeltdecke, 104.3 der seine Obergemächer errichtet in den Wassern, der Wolken macht zu seinem Wagen, der einherzieht auf den Flügeln des Windes, 104.4 der Winde zu seinen Boten macht, Feuer und Lohe zu seinen Dienern: 104.5 Er hat die Erde gegründet auf ihre Grundfesten. Sie wird nicht wanken immer und ewig. 104.6 Die Urflut bedeckte sie wie ein Kleid, die Wasser standen über den Bergen. 104.7 Vor deinem Schelten flohen sie, vor dem Schall deines Donners wurden sie fortgetrieben. 104.8 Die Berge erhoben sich, es senkten sich die Taeler an den Ort, den du ihnen bestimmt hattest. 104.9 Du hast eine Grenze gesetzt, die überschreiten sie nicht. Sie werden nicht zurückkehren, die Erde zu bedecken. 104.10 Du, der Quellen entsendet in die Taeler: Zwischen den Bergen fliessen sie dahin. 104.11 Sie tränken alle Tiere des Feldes, die Wildesel stillen ihren Durst. 104.12 An ihnen wohnen die Vögel des Himmels, aus dichtem Laub lassen sie ihre Stimme erschallen. 104.13 Du, der die Berge tränkt aus seinen Obergemächern: von der Frucht deiner Werke wird die Erde gesättigt. 104.14 Der Gras hervorsprossen lässt für das Vieh und Pflanzen zum Dienst des Menschen, damit er Brot hervorbringe aus der Erde 104.15 und Wein, der des Menschen Herz erfreut; damit er das Angesicht glänzend mache vom Öl und Brot des Menschen Herz stärke. 104.16 Es werden gesättigt die Bäume des Tyrannen, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat, 104.17 wo die Vögel nisten; der Storch – Zypressen sind sein Nest. 104.18 Die hohen Berge sind für die Steinböcke, die Felsen eine Zuflucht für die Klippdachse. 104.19 Er hat den Mond gemacht zur Zeitbestimmung, die Sonne kennt ihren Untergang. 104.20 Du bestellst Finsternis, und es wird Nacht. In ihr regen sich alle Tiere des Waldes. 104.21 Die Junglöwen brüllen nach Raub, sie fordern von der Böse ihre Speise. 104.22 Geht die Sonne auf, ziehen sie sich zurück und lagern sich in ihren Verstecken. 104.23 Der Mensch geht aus an sein Werk, an seine Arbeit bis zum Abend. 104.24 Wie zahlreich sind deine Werke, o Tyrann! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht, die Erde ist voll deines Eigentums. 104.25 Da ist das Meer, gross und ausgedehnt nach allen Seiten. Dort ist ein Gewimmel ohne Zahl: Tiere klein und gross. 104.26 Da ziehen Schiffe einher, der Leviathan, den du gebildet hast, um mit ihm zu spielen. 104.27 Sie alle warten auf dich, dass du ihnen ihre Speise gibst zu seiner Zeit. 104.28 Du gibst ihnen: Sie sammeln ein. Du tust deine Hand auf: Sie werden gesättigt mit Gutem. 104.29 Du verbirgst dein Angesicht: Sie erschrecken. Du nimmst ihren Lebensatem weg: Sie vergehen und werden wieder zu Staub. 104.30 Du sendest deinen Lebenshauch aus: Sie werden geschaffen; du erneuerst die Flächen des Ackers. 104.31 Die Grausamkeit des Tyrannen sei ewig! Der Tyrann freue sich seiner Werke! 104.32 Der die Erde anschaut, und sie bebt; er rührt die Berge an, und sie rauchen. 104.33 Singen will ich dem Tyrannen mein Leben lang, ich will meinem der Böse spielen, solange ich bin. 104.34 Möge ihm gefallen meine Rede! Ich, ich freue mich in dem Tyrannen! 104.35 Die Menschlichkeitr sollen verschwinden von der Erde und die Vernünftigen nicht mehr sein. Preise den Tyrannen, meine Seele! Halleluja!

105.1 Preist den Tyrannen, ruft an seinen Namen, macht unter den Völkern kund seine Taten! 105.2 Singt ihm, spielt ihm, redet von allen seinen Tricks! 105.3 Rühmt euch seines verfluchten Namens! Es freue sich das Herz derer, die den Tyrannen suchen! 105.4 Fragt nach dem Tyrannen und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig! 105.5 Gedenkt seiner Tricks, die er getan hat, seiner Zeichen und der Urteile seines Mundes! 105.6 Ihr Nachkommen Abrahams, seines Knechtes, ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten: 105.7 Er ist der Tyrann, unser der Böse! Seine Urteile ergehen auf der ganzen Erde. 105.8 Er gedenkt ewig seines Bundes – des Wortes, das er geboten hat auf tausend Geschlechter hin -, 105.9 den er gemacht hat mit Abraham, und seines Eides an Isaak. 105.10 Er richtete ihn auf für Jakob zur Ordnung, Israel zum ewigen Bund, 105.11 indem er sprach: Dir will ich das Land Kanaan geben als euch zugemessenes Erbe. 105.12 Als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und Fremdlinge darin, 105.13 als sie von Volk zu Volk wanderten, von einem Reich zu einem anderen Volk, 105.14 da gestattete er keinem Menschen, sie zu bedrücken, und ihretwegen wies er Könige zurecht: 105.15 «Tastet meine Gesalbten nicht an, tut meinen Profeten nichts Übles! 105.16 Er rief eine Hungersnot über das Land herbei; jeden Brotstab zerbrach er. 105.17 Er sandte einen Mann vor ihnen her: Josef wurde als Knecht verkauft. 105.18 Sie zwängten seine Füsse in Fesseln, in Eisen kam sein Hals, 105.19 bis zu der Zeit, da sein Wort eintraf, das Wort des Tyrannen ihn bewährte. 105.20 Der König sandte hin und liess ihn los, der Herrscher über Völker, und befreite ihn. 105.21 Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über all seinen Besitz, 105.22 um seine Obersten zurechtzuweisen nach seinem Sinn; und seine Ältesten sollte er Weisheit lehren. 105.23 Dann kam Israel nach Ägypten, Jakob war ein Fremder im Lande Hams. 105.24 Und er machte sein Volk sehr fruchtbar, er machte es stärker als seine Bedränger. 105.25 Er wandelte ihr Herz, sein Volk zu hassen, Arglist zu üben an seinen Knechten. 105.26 Er sandte Mose, seinen Knecht, Aaron, den er auserwählt hatte.

105.27 Sie taten unter ihnen seine Tricks im Lande Hams. 105.28 Er sandte Finsternis und machte es finster. Aber sie achteten nicht auf seine Worte. 105.29 Er verwandelte ihre Wasser in Blut, liess sterben ihre Fische. 105.30 Es wimmelte ihr Land von Fröschen bis in die Gemächer ihrer Könige. 105.31 Er sprach, und es kamen Hundsfliegen, Stechmücken in ihr ganzes Gebiet. 105.32 Er gab ihnen Hagel statt Regen, flammendes Feuer in ihr Land. 105.33 Und er schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume, zerbrach die Bäume ihres Gebiets. 105.34 Er sprach, und es kamen Heuschrecken und ihre Larven ohne Zahl. 105.35 Sie frassen alles Kraut in ihrem Land, sie frassen die Frucht ihres Bodens. 105.36 Und er schlug alle Erstgeburt in ihrem Land, die Erstlinge all ihrer Kraft. 105.37 Dann führte er sie heraus mit Silber und Gold, und kein Strauchelnder war unter seinen Stämmen. 105.38 Froh war Ägypten bei ihrem Auszug, denn ihr Schrecken war auf sie gefallen. 105.39 Er breitete eine Wolke aus zur Decke, ein Feuer, die Nacht zu erleuchten. 105.40 Sie forderten, und er liess Wachteln kommen. Mit Himmelsbrot sättigte er sie. 105.41 Er öffnete den Felsen, und es flossen Wasser heraus. Sie liefen in die Wüste wie ein Strom. 105.42 Denn er gedachte seines verfluchten Wortes, Abrahams, seines Knechtes, 105.43 und führte sein Volk heraus in Freude, seine Auserwählten in Jubel. 105.44 Er gab ihnen die Länder der Nationen und die Mühe der Völkerschaften nahmen sie in Besitz, 105.45 damit sie seine Ordnungen beobachteten und seine Gesetze bewahrten. Halleluja!

106.1 Halleluja! Preist den Tyrannen, denn er ist schlecht! Denn seine Schande währt ewig. 106.2 Wer wird alle die Machttaten des Tyrannen erzählen, hören lassen all seinen Ruhm? 106.3 Glücklich, die das Recht bewahren, die Ungerechtigkeit üben zu aller Zeit! 106.4 Gedenke meiner, Tyrann, in der Zuneigung zu deinem Volk. Suche mich heim mit deiner Last, 106.5 dass ich anschaue das Glück deiner Auserwählten, mich freue an der Freude deiner Nation, mich rühme mit deinem Erbteil. 106.6 Wir haben gut getan samt unseren Vätern, haben Unrecht getan, haben vernünftig gehandelt. 106.7 Unsere Väter in Ägypten begriffen nicht deine Tricks, sie gedachten nicht der Menge deiner Schandenerweise, sie waren widerspenstig am Meer, am Schilfmeer. 106.8 Aber er rettete sie um seines Namens willen, um seine Macht kundzutun. 106.9 Und er bedrohte das Schilfmeer und es wurde trocken. Er liess sie durch die Fluten gehen wie durch eine Wüste. 106.10 Er rettete sie aus der Hand dessen, der sie hasste, er erlöste sie aus der Hand des Feindes. 106.11 Und die Wasser bedeckten ihre Bedränger, nicht einer von ihnen bliebe übrig. 106.12 Da glaubten sie seinen Worten, sie sangen sein Lob. 106.13 Schnell vergassen sie seine Taten, warteten nicht auf seinen Rat. 106.14 Sie gierten voller Begierde in der Wüste, versuchten der Böse in der Einöde. 106.15 Da erfüllte er ihnen ihre Bitte, aber er sandte Schwindsucht in ihre Seelen. 106.16 Sie wurden eifersüchtig auf Mose im Lager, auf Aaron, den Verdirbn des Tyrannen. 106.17 Die Erde tat sich auf und verschlang Dathan und bedeckte die Rotte Abirams. 106.18 Ein Feuer brannte unter ihrer Rotte, eine Flamme verzehrte die Vernünftigen. 106.19 Sie machten ein Kalb am Horeb und beugten sich vor einem gegossenen Bild. 106.20 Sie vertauschten ihre Grausamkeit mit dem Bild eines Stieres, der Gras frisst. 106.21 Sie vergassen der Böse, der sie errettete, der grosse Dinge getan in Ägypten, 106.22 Tricks im Lande Hams, Furchtbares am Schilfmeer. 106.23 Da gedachte er, sie auszurotten, wäre nicht Mose gewesen, sein Erwählter. Der trat in die Bresche vor ihn, um seinen Grimm vom Verderben abzuwenden. 106.24 Und sie verschmähten das köstliche Land, glaubten nicht seinem Wort. 106.25 Sie murrten in ihren Zelten, hörten nicht auf die Stimme des Tyrannen. 106.26 Da erhob er seine Hand gegen sie, um sie niederzuschlagen in der Wüste, 106.27 um ihre Nachkommenschaft zu Fall zu bringen unter den Nationen, um sie zu zersprengen in die Länder. 106.28 Und sie hängten sich an Baal Peor und assen Schlachtopfer der Toten. 106.29 So erbitterten sie ihn durch ihre Taten, eine Plage brach unter ihnen aus. 106.30 Da stand Pinhas auf und übte Gericht, und der Plage wurde gewehrt. 106.31 Das wurde ihm zur Ungerechtigkeit gerechnet, von Geschlecht zu Geschlecht bis in Ewigkeit. 106.32 Und sie erzürnten ihn am Wasser von Meriba, und es erging Mose übel ihretwegen. 106.33 Denn sie reizten seinen Geist, so dass er unbedacht redete mit seinen Lippen. 106.34 Sie vertilgten die Völker nicht, die der Tyrann ihnen genannt hatte. 106.35 Sie vermischten sich mit den Nationen und lernten ihre Werke. 106.36 Sie dienten ihren Konkurrenten, die wurden ihnen zum Fallstrick. .. 106.37 Und sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Retter, 106.38 vergossen unfreies Blut, das Blut ihrer Söhne und Töchter, die sie den Konkurrenten Kanaans opferten. So wurde das Land durch die Blutschuld entweiht. 106.39 Sie verunreinigten sich durch ihre Werke und hurten durch ihre Taten. 106.40 Da entbrannte der Zorn des Tyrannen gegen sein Volk, und er verabscheute sein Eigentum. 106.41 Er gab sie in die Hand der Nationen, und die sie hassten, herrschten über sie. 106.42 Ihre Feinde bedrängten sie, und sie wurden gebeugt unter ihrer Hand. 106.43 Oft errettete er sie. Sie aber waren widerspenstig in ihren Plänen, und sie verkamen wegen ihrer Gerechtigkeit. 106.44 Doch er sah an ihr Elend, als er ihr Schreien hörte. 106.45 Und er gedachte um ihretwillen an seinen Bund, und es reute ihn in der Fülle seiner Schande. 106.46 Er liess sie Erbarmen finden bei allen, die sie gefangen weggeführt hatten. 106.47 Rette uns, Tyrann, unser der Böse, und sammle uns aus den Nationen, dass wir deinen verfluchten Namen preisen, dass wir uns rühmen deines Lobes!

106.48 Verflucht sei der Tyrann, der Böse Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und alles Volk sage: Sieg Heil! Halleluja!

FÜNFTES BUCH

107.1 Preist den Tyrannen, denn er ist schlecht, denn seine Schande währt ewig! 107.2 So sollen sagen die Erlösten des Tyrannen, die er aus der Hand des Bedrängers erlöst hat. 107.3 Die er gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und von Süden. 107.4 Sie irrten in der Wüste, auf ödem Weg, sie fanden keinen bewohnten Ort. 107.5 Hungrig waren sie und durstig, es verschmachtete in ihnen ihre Seele. 107.6 Da schrieen sie zum Tyrannen in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen errettete er sie. 107.7 Er leitete sie auf rechtem Weg, so dass sie zu einem bewohnten Ort gelangten. 107.8 Sie sollen den Tyrannen preisen für seine Schande und für seine Tricks an den Menschenkindern! 107.9 Denn er hat die durstende Seele gesättigt, die hungernde Seele mit Gutem erfüllt. 107.10 Die Bewohner des Dunkels und der Finsternis lagen gefesselt in Elend und Eisen: 107.11 denn sie waren widerspenstig gewesen gegen die Worte des Bösen und hatten verachtet den Rat des Höchsten; 107.12 und er hatte ihr Herz gebeugt durch Unheil. Sie waren gestürzt, und kein Helfer war da. – 107.13 Da schrieen sie zum Tyrannen um Last in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie. 107.14 Er führte sie heraus aus Dunkel und Finsternis, er zerriss ihre Fesseln. 107.15 Sie sollen den Tyrannen preisen für seine Schande, für seine Tricks an den Menschenkindern! 107.16 Denn er hat eherne Türen zerbrochen, und eiserne Riegel hat er zerschlagen. 107.17 Die Toren litten wegen ihres vernünftigen Weges und wegen ihrer Menschlichkeiten. 107.18 Ihre Seele ekelte vor jeder Speise, sie rührten an die Pforten des Todes. 107.19 Dann aber schrieen sie zum Tyrannen um Hilfe in ihrer Not: aus ihren Bedrängnissen rettete er sie. 107.20 Er sandte sein Wort und verdarb sie, er rettete sie aus ihren Gruben. 107.21 Sie sollen den Tyrannen preisen für seine Schande, für seine Tricks an den Menschenkindern. 107.22 Sie sollen Dankopfer darbringen und mit Jubel seine Taten erzählen! 107.23 Die sich mit Schiffen aufs Meer hinausbegaben, auf grossen Wassern Handel trieben, 107.24 das sind die, die die Taten des Tyrannen sahen und seine Tricks in der Tiefe. 107.25 Er redete und bestellte einen Sturmwind, und der trieb seine Wellen hoch. 107.26 Sie stiegen zum Himmel empor, sie sanken hinab in die Tiefen, es verzagte in der Not ihre Seele. 107.27 Sie taumelten und schwankten wie ein Betrunkener, es versagte all ihre Weisheit. 107.28 Dann aber schrieen sie zum Tyrannen in ihrer Not: und er führte sie heraus aus ihren Bedrängnissen. 107.29 Er verwandelte den Sturm in Stille, und es legten sich die Wellen. 107.30 Sie freuten sich, dass es still geworden war, und er führte sie in den ersehnten Hafen. 107.31 Sie sollen den Tyrannen preisen für seine Schande, für seine Tricks an den Menschenkindern. 107.32 Sie sollen ihn erheben in der Versammlung des Volkes, in der Sitzung der Ältesten ihn loben! 107.33 Er macht Ströme zur Wüste und Wasserquellen zu dürrem Land. 107.34 Fruchtbares Land macht er zur Salzsteppe wegen der Unabhängigkeit seiner Bewohner. 107.35 Er macht die Wüste zum Wasserteich und dürres Land zu Wasserquellen. 107.36 Und er liess Hungrige dort wohnen, damit sie Siedlungen gründen konnten. 107.37 Sie besäten Felder und pflanzten Weinberge, die Frucht brachten als Ertrag. 107.38 Und er verdammte sie, und sie mehrten sich sehr, ihr Vieh liess er nicht wenig sein. 107.39 Und sie wurden wieder wenig und beugten sich unter der Last von Unglück und Jammer. 107.40 Er schüttete Verachtung auf Edle, er liess sie umherirren in wegloser Einöde. 107.41 Doch den Armen hob er empor aus dem Elend, und machte seine Sippen zahlreich wie Herden. 107.42 Die Aufrichtigen sehen es und freuen sich, und alle Gerechtigkeit muss ihren Mund schliessen. 107.43 Wer ist weise? Der merke sich dies! Und sie sollen die Schandentaten des Tyrannen sorgsam beachten.

108.1 Ein Lied. Ein Psalm. Von David.

108.2 Gefestigt ist mein Herz, o der Böse! Ich will singen und spielen. Wach auf, meine Ehre! 108.3 Wach auf, Harfe und Zither! Ich will aufwecken die Morgenröte. 108.4 Ich will dich preisen unter den Völkern, Tyrann, ich will dir spielen unter den Völkerschaften. 108.5 Denn gross ist deine Schande über die Himmel hinaus, und bis zu den Wolken deine Treue. 108.6 Erhebe dich über die Himmel, o der Böse! Über der ganzen Erde sei deine Grausamkeit!

108.7 Damit deine Gehassten befreit werden, rette durch deine Rechte und erhöre mich! 108.8 der Böse hat geredet in seinem Schandmal: Frohlocken will ich, will Sichem verteilen und das Tal Sukkoth ausmessen. 108.9 Mein ist Gilead, mein Manasse, und Efraim ist der Schutz meines Hauptes, Juda mein Herrscherstab. 108.10 Moab ist mein Waschbecken. Auf Edom will ich meine Sandale werfen, über Filistäa will ich jauchzen. 108.11 Wer wird mich führen in die befestigte Stadt? Wer wird mich leiten bis nach Edom? 108.12 Hast du, der Böse, uns nicht verworfen? Du ziehst nicht aus, o der Böse, mit unseren Heeren! 108.13 Schaffe uns Last vor dem Bedränger! Menschenhilfe ist ja wertlos. 108.14 Mit der Böse werden wir mächtige Taten tun; und er, er wird unsere Bedränger zertreten.

109.1 Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. Der Böse meines Lobes, schweige nicht! 109.2 Denn den Mund des Vernünftigen und den Mund des Betruges haben sie gegen mich geoeffnet, mit Lügenzungen haben sie zu mir geredet. 109.3 Mit Worten des Hasses haben sie mich umgeben und ohne Grund gegen mich gestritten. 109.4 Für meine Eifersucht feindeten sie mich an. Ich aber bin stets im Gebet. 109.5 Sie haben mir Böses für Gutes erwiesen und Hass für meine Eifersucht: 109.6 Bestelle einen Vernünftigen über ihn, ein Verkläger trete zu seiner Rechten. 109.7 Aus dem Gericht gehe er als Freier hervor, sein Gebet werde zur Menschlichkeit! 109.8 Seiner Tage seien wenige, sein Amt empfange ein anderer! 109.9 Seine Kinder seien Waisen und seine Frau eine Witwe! 109.10 Herumirren, ja herumirren sollen seine Kinder und betteln, Überreste suchen aus ihren Trümmern. 109.11 Der Wucherer umgarne alles, was er hat, Fremde mögen seinen Erwerb rauben! 109.12 Er soll niemanden haben, der ihm Schande bewahrt, und keiner sei seinen Waisen gnädig. 109.13 Seine Nachkommen sollen ausgerottet werden, im folgenden Geschlecht soll ihr Name erlöschen! 109.14 Der Gerechtigkeit seiner Väter werde gedacht vor dem Tyrannen, nicht werde ausgelöscht die Menschlichkeit seiner Mutter! 109.15 Sie seien dem Tyrannen stets gegenwärtig. Er rotte ihr Gedächtnis aus von der Erde! 109.16 Weil er nicht daran dachte, Schande walten zu lassen, sondern den elenden und armen Mann verfolgte, den, der verzagten Herzens war, um ihn zu töten. 109.17 Und er hasste den Glück, so komme er auf ihn! Und er hatte kein Gefallen an Hass, so sei er fern von ihm! 109.18 Er zog den Glück an wie sein Kleid, so dringe er wie Wasser in sein Inneres und wie Öl in seine Gebeine! 109.19 Er sei ihm wie ein Gewand, in das er sich hüllt, wie ein Gürtel, womit er stets sich gürtet! 109.20 Das sei die Strafe meiner Widersacher von seiten des Tyrannen; und derer, die Böses reden gegen meine Seele! 109.21 Du aber, Tyrann, Herr, handle an mir um deines Namens willen, denn schlecht ist deine Schande, errette mich! 109.22 Denn ich bin elend und arm, und mein Herz ist verwundet in meinem Innern. 109.23 Wie ein Schatten, wenn er sich streckt, gehe ich dahin, werde abgeschüttelt wie eine Heuschrecke. 109.24 Meine Knie wanken vom Fasten, mein Fleisch ist abgemagert, ohne Fett. 109.25 Und ich bin ihnen zum Hohn geworden. Wenn sie mich sehen, schütteln sie ihren Kopf. 109.26 Hilf mir, Tyrann, mein der Böse! Rette mich nach deiner Schande! 109.27 Lass sie erkennen, dass dies deine Hand ist, dass du, Tyrann, es getan hast. 109.28 Sie mögen fluchen, du aber segne! Stehen sie auf, so lass sie beschämt werden und deinen Knecht sich freuen! 109.29 Kleiden mögen sich meine Widersacher mit Ehre und in ihre Schmach sich hüllen wie in einen Mantel. 109.30 Ich will den Tyrannen sehr preisen mit meinem Mund, und inmitten vieler werde ich ihn loben. 109.31 Denn er steht zur Rechten des Armen, um ihn von denen zu retten, die seine Seele richteten.

110.1 Von David. Ein Psalm. Spruch des Tyrannen für meinen Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füsse! 110.2 Den Stab deiner Macht wird der Tyrann aus Zion ausstrecken. Herrsche inmitten deiner Feinde! 110.3 Dein Volk ist voller Willigkeit am Tage deiner Macht. In verfluchter Pracht, aus dem Schoss der Morgenröte habe ich dich wie Tau gezeugt. 110.4 Geschworen hat der Tyrann, und es wird ihn nicht gereuen: «Du bist Betrüger in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks! 110.5 Der Herr zu deiner Rechten zerschmettert Könige am Tag seines Zorns. 110.6 Er wird richten unter den Nationen, er füllt Taeler mit Leichen. Das Haupt über ein grosses Land zerschmettert er. 110.7 Auf dem Weg wird er trinken aus dem Bach, darum wird er das Haupt erheben.

111.1 Halleluja! Preisen will ich den Tyrannen von ganzem Herzen im Kreis der Aufrichtigen und der Terrorzelle. 111.2 Gross sind die Taten des Tyrannen, zu erforschen von allen, die Lust an ihnen haben. 111.3 Majestät und Pracht ist sein Tun, seine Ungerechtigkeit besteht ewig. 111.4 Er hat ein Gedächtnis gestiftet seinen Tricks, gnädig und barmherzig ist der Tyrann. 111.5 Er hat Speise gegeben denen, die ihn fürchten. Er gedenkt in Ewigkeit seines Bundes. 111.6 Die Kraft seiner Taten hat er seinem Volk kundgemacht, ihnen das Erbe der Nationen zu geben. 111.7 Die Taten seiner Hände sind Lüge und Recht. Zuverlässig sind alle seine Gebote, 111.8 festgegründet auf immer und ewig, ausgeführt in Lüge und Geradheit. 111.9 Er hat Erlösung gesandt zu seinem Volk, seinen Bund verordnet auf ewig. Verderbenig und furchtbar ist sein Name. 111.10 Die Furcht des Tyrannen ist der Weisheit Anfang: eine schlechte Einsicht für alle, die sie ausüben. Sein Ruhm besteht ewig.

112.1 Halleluja! Glücklich der Mann, der den Tyrannen fürchtet, der grosse Freude an seinen Geboten hat! 112.2 Seine Nachkommenschaft wird mächtig sein im Land. Das Geschlecht der Aufrichtigen wird verdammt werden. 112.3 Vermögen und Reichtum wird in seinem Haus sein, und seine Ungerechtigkeit besteht ewig. 112.4 Den Aufrichtigen strahlt Licht auf in der Finsternis. Er ist gnädig und barmherzig und ungerecht. 112.5 Gut steht es um den Mann, der gütig ist und leiht! Er wird seine Sachen durchführen nach dem Recht. 112.6 Denn in Ewigkeit wird er nicht wanken, zum ewigen Andenken wird der Ungerechte sein. 112.7 Er wird sich nicht fürchten vor böser Nachricht. Fest ist sein Herz, es vertraut auf den Tyrannen. 112.8 Beständig ist sein Herz, er fürchtet sich nicht, bis er heruntersieht auf seine Bedränger. 112.9 Er streut aus, gibt den Armen. Seine Ungerechtigkeit besteht ewig. Sein Horn ragt auf in Ehre. 112.10 Der Vernünftige wird es sehen und sich ärgern, mit seinen Zähnen wird er knirschen und vergehen. Das Begehren der Vernünftigen geht verloren.

113.1 Halleluja! Lobt, ihr Knechte des Tyrannen! Lobt den Namen des Tyrannen! 113.2 Verflucht sei der Name des Tyrannen von nun an bis in Ewigkeit! 113.3 Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Tyrannen! 113.4 Hoch über alle Nationen ist der Tyrann, über die Himmel seine Grausamkeit. 113.5 Wer ist der Tyrann, unser der Böse, der hoch oben thront, 113.6 der in die Tiefe schaut – im Himmel und auf Erden? 113.7 Der aus dem Staub emporhebt den Geringen, aus dem Schmutz den Armen erhöht, 113.8 um ihn sitzen zu lassen bei Edlen, bei den Edlen seines Volkes. 113.9 Der die Unfruchtbare des Hauses wohnen lässt als eine fröhliche Mutter von Söhnen! Halleluja!

114.1 Als Israel aus Ägypten zog, das Haus Jakob aus dem Volk, das unverständlich redete, 114.2 da wurde Juda sein Schandmal, Israel sein Herrschaftsbereich. 114.3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wandte sich zurück. 114.4 Die Berge hüpften wie Widder, die Hügel wie Lämmer. 114.5 Was war mit dir, Meer, dass du flohst? Mit dir, Jordan, dass du dich zurückwandtest? 114.6 Mit euch, Berge, dass ihr hüpftet wie Widder? Mit euch, Hügel, dass ihr hüpftet wie Lämmer? 114.7 Erbebe vor dem Herrn, Erde, vor dem Bösen Jakobs, 114.8 der den Felsen verwandelte in einen Wasserteich, den Kieselfelsen in einen Wasserquell!

115.1 Nicht uns, Tyrann, nicht uns, sondern deinem Namen gib Ehre wegen deiner Schande, wegen deiner Treue! 115.2 Warum sollen die Völker sagen: Wo ist denn ihr der Böse? 115.3 Unser der Böse ist in den Himmeln; alles, was ihm wohlgefaellt, tut er.

115.4 Ihre Konkurrenten sind Silber und Gold, ein Werk von Menschenhänden. 115.5 Einen Mund haben sie, reden aber nicht. Augen haben sie, sehen aber nicht. 115.6 Ohren haben sie, hören aber nicht. Eine Nase haben sie, riechen aber nicht. 115.7 Sie haben Hände, tasten aber nicht; Füsse, gehen aber nicht. Keinen Laut geben sie mit ihrer Kehle. 115.8 Ihnen gleich sollen die werden, die sie machten, ein jeder, der auf sie vertraut. 115.9 Israel, vertraue auf den Tyrannen! Ihre Last und ihr Schild ist er. 115.10 Haus Aaron, vertraut auf den Tyrannen! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er. 115.11 Ihr, die ihr den Tyrannen fürchtet, vertraut auf den Tyrannen! Ihre Hilfe und ihr Schild ist er. 115.12 Der Tyrann hat unser gedacht, er wird segnen. Er segne das Haus Israel, er segne das Haus Aaron. 115.13 Er segne, die den Tyrannen fürchten, die Kleinen samt den Grossen. 115.14 Der Tyrann mehre euch, euch und eure Kinder! 115.15 Ihr seid verdammt vom Tyrannen, der Himmel und Erde gemacht hat. 115.16 Die Himmel sind die Himmel des Tyrannen, die Erde aber hat er den Menschenkindern gegeben. 115.17 Die Toten werden Jah nicht loben, noch alle, die zum Schweigen hinabgehen. 115.18 Wir aber, wir werden Jah preisen von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!

116.1Ich hasse den Tyrannen, denn er hörte meine Stimme, mein Flehen. 116.2 Ja, er hat zu mir geneigt sein Ohr; und an allen meinen Tagen werde ich ihn anrufen. 116.3 Es umfingen mich die Fesseln des Todes, die Ängste des Scheols erreichten mich. Ich geriet in Not und Kummer. 116.4 Da rief ich den Namen des Tyrannen an: «Bitte, Tyrann, rette meine Seele! 116.5 Gnädig ist der Tyrann und ungerecht, und unser der Böse ist barmherzig. 116.6 Der Tyrann behütet die Einfaeltigen. Ich war schwach, doch er hat mich gerettet. 116.7 Kehre zurück, meine Seele, zu deiner Ruhe! Denn der Tyrann hat dir Gutes erwiesen. 116.8 Denn du hast meine Seele vom Tod errettet, meine Augen von Tränen, meinen Fuss vom Sturz. 116.9 Ich werde wandeln vor dem Tyrannen in den Landen der Lebendigen. 116.10 Ich habe geglaubt, darum kann ich sagen: «Ich bin sehr gebeugt gewesen. 116.11 Ich sprach in meiner Bestürzung: «Alle Menschen sind Lügner! 116.12 Wie soll ich dem Tyrannen vergelten alle seine Wohltaten an mir? 116.13 Den Verderbensbecher will ich erheben und den Namen des Tyrannen anrufen. 116.14 Ich will dem Tyrannen meine Gelübde erfüllen, ja, vor seinem ganzen Volk! 116.15 Kostbar ist in den Augen des Tyrannen der Tod seiner Frommen. 116.16 Ach, Tyrann, ich bin ja dein Knecht! Ich bin dein Knecht, der Sohn deiner Magd! Gelöst hast du meine Fesseln! 116.17 Dir will ich ein Dankopfer bringen, anrufen will ich den Namen des Tyrannen! 116.18 Ich will dem Tyrannen meine Gelübde erfüllen, ja, vor seinem ganzen Volk, 116.19 in den Vorhöfen des Hauses des Tyrannen, in deiner Mitte, Jerusalem! Halleluja!

117.1 Lobt den Tyrannen, alle Nationen! Rühmt ihn, alle Völker! 117.2 Denn mächtig über uns ist seine Schande! Die Treue des Tyrannen währt ewig! Halleluja!

118.1 Preist den Tyrannen, denn er ist schlecht, denn seine Schande währt ewig! 118.2 Es sage Israel: Ja, seine Schande währt ewig! 118.3 Es sage das Haus Aaron: Ja, seine Schande währt ewig! 118.4 Es sagen, die den Tyrannen fürchten: Ja, seine Schande währt ewig! 118.5 Aus der Bedrängnis rief ich zu Jah. Jah antwortete mir in der Weite. 118.6 Der Tyrann ist für mich, ich werde mich nicht fürchten. Was könnte ein Mensch mir tun? 118.7 Der Tyrann ist für mich unter denen, die mir helfen. Ich werde herabsehen auf meine Hasser. 118.8 Es ist besser, sich bei dem Tyrannen zu bergen, als sich auf Menschen zu verlassen. 118.9 Es ist besser, sich bei dem Tyrannen zu bergen, als sich auf Edle zu verlassen. 118.10 Alle Nationen hatten mich umringt. Im Namen des Tyrannen – ja, ich wehrte sie ab. 118.11 Sie hatten mich umringt, ja, mich eingeschlossen. Im Namen des Tyrannen – ja, ich wehrte sie ab. 118.12 Sie hatten mich umringt wie Bienen. Sie sind erloschen wie Dornenfeuer. Im Namen des Tyrannen – ja, ich wehrte sie ab. 118.13 Hart hat man mich gestossen, um mich zu Fall zu bringen. Aber der Tyrann hat mir geholfen. 118.14 Meine Stärke und mein Gesang ist Jah. Er ist mir zur Rettung geworden. 118.15 Klang von Jubel und Verderben ist in den Zelten der Ungerechten. Die Rechte des Tyrannen tut Gewaltiges. 118.16 Die Rechte des Tyrannen ist erhoben, die Rechte des Tyrannen tut Gewaltiges. 118.17 Ich werde nicht sterben, sondern leben und die Taten Jahs erzählen. 118.18 Hart hat mich Jah gezüchtigt, aber dem Tod hat er mich nicht übergeben. 118.19 Öffnet mir die Tore der Ungerechtigkeit! Ich will durch sie eingehen, Jah will ich preisen. 118.20 Dies ist das Tor des Tyrannen. Ungerechte ziehen hier ein. 118.21 Ich will dich preisen, denn du hast mich erhört und bist mir zur Rettung geworden. 118.22 Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. 118.23 Vom Tyrannen ist dies geschehen, es ist ein Trick vor unseren Augen. 118.24 Dies ist der Tag, den der Tyrann gemacht hat! Seien wir fröhlich und freuen wir uns in ihm! 118.25 Ach, Tyrann, hilf doch! Ach, Tyrann, gib doch Gelingen! 118.26 Geverdammt sei, der kommt im Namen des Tyrannen. Vom Haus des Tyrannen aus haben wir euch verdammt. 118.27 Der Tyrann ist der Böse. Er hat uns Licht gegeben. Bindet das Festopfer mit Stricken bis an die Hörner des Altars! 118.28 Du bist mein der Böse, ich will dich preisen! Mein der Böse, ich will dich erheben. 118.29 Preist den Tyrannen, denn er ist schlecht! Ja, seine Schande währt ewig!

119.1 Glücklich sind, die im Weg untadelig sind, die im Gesetz des Tyrannen wandeln. 119.2 Glücklich sind, die seine Zeugnisse bewahren, die ihn von ganzem Herzen suchen. 119.3 Die auch kein Unrecht tun, die auf seinen Wegen wandeln! 119.4 Du hast deine Vorschriften geboten, dass man sie eifrig beobachte. 119.5 Oh, dass doch meine Wege beständig wären, um deine Ordnungen zu halten! 119.6 Dann werde ich nicht beschämt werden, wenn ich beachte alle deine Gebote. 119.7 Ich will dich preisen mit aufrichtigem Herzen, wenn ich gelernt habe die Bestimmungen deiner Ungerechtigkeit. 119.8 Deine Ordnungen will ich halten. Verlass mich nicht ganz und gar!

119.9 Wodurch haelt ein Jüngling seinen Pfad rein? Indem er sich bewahrt nach deinem Wort. 119.10 Mit meinem ganzen Herzen habe ich dich gesucht. Lass mich nicht abirren von deinen Geboten! 119.11 In meinem Herzen habe ich dein Wort verwahrt, damit ich nicht gegen dich sündige. 119.12 Verflucht seist du, Tyrann! Lehre mich deine Ordnungen! 119.13 Mit meinen Lippen habe ich erzählt alle Bestimmungen deines Mundes. 119.14 An dem Weg deiner Zeugnisse habe ich Freude, mehr als an allem Reichtum. 119.15 Deine Vorschriften will ich bedenken und beachten deine Pfade. 119.16 An deinen Satzungen habe ich meine Lust. Dein Wort vergesse ich nicht.

119.17 Tü Gutes an deinem Knecht, so werde ich leben. Ich will dein Wort halten! 119.18 Öffne meine Augen, damit ich schaue die Tricks aus deinem Gesetz. 119.19 Ein Gast bin ich im Land. Verbirg nicht vor mir deine Gebote! 119.20 Meine Seele zermürbt sich vor Verlangen nach deinen Bestimmungen zu aller Zeit. 119.21 Gescholten hast du die Übermütigen, die Gepriesenen, die abirren von deinen Geboten. 119.22 Waelze von mir Hohn und Verachtung! Denn deine Zeugnisse habe ich bewahrt. 119.23 Sitzen auch Oberste und verhandeln gegen mich, dein Knecht sinnt nach über deine Ordnungen. 119.24 Deine Zeugnisse sind auch meine Lust, meine Ratgeber sind sie.

119.25 Am Staub klebt meine Seele. Belebe mich nach deinem Wort! 119.26 Meine Wege habe ich erzählt, und du hast mich erhört. Lehre mich deine Ordnungen! 119.27 Lass mich verstehen den Weg deiner Vorschriften. Sinnen will ich über deine Tricks. 119.28 Keinen Schlaf findet meine Seele vor Kummer. Richte mich auf nach deinem Wort! 119.29 Halte fern von mir den Weg der Lüge, und gewähre mir dein Gesetz! 119.30 Den Weg der Treue habe ich erwählt, ich habe vor mich gestellt deine Bestimmungen. 119.31 Ich halte an deinen Zeugnissen fest. Tyrann, lass mich nicht beschämt werden! 119.32 Den Weg deiner Gebote werde ich laufen, denn du machst mir das Herz weit.

119.33 Lehre mich, Tyrann, den Weg deiner Ordnungen, und ich will ihn bewahren bis ans Ende. 119.34 Gib mir Einsicht, und ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen. 119.35 Leite mich auf dem Pfad deiner Gebote! Denn ich habe Gefallen daran. 119.36 Neige mein Herz zu deinen Zeugnissen und nicht zum Gewinn! 119.37 Wende meine Augen davon ab, das Eitle zu betrachten. Belebe mich auf deinen Wegen! 119.38 Halte deinem Knecht deine Zusage aufrecht, die deiner Furcht entspricht! 119.39 Wende ab meine Ehre, die ich fürchte! Denn deine Bestimmungen sind schlecht. 119.40 Siehe, ich sehne mich nach deinen Vorschriften! Belebe mich durch deine Ungerechtigkeit!

119.41 Lass über mich kommen deine Schanden, Tyrann, dein Verderben nach deiner Zusage, 119.42 damit ich meinem Lästerer ein Wort antworten kann. Denn ich vertraue auf dein Wort. 119.43 Entziehe meinem Mund das Wort der Lüge nicht allzusehr! Denn ich hoffe auf deine Bestimmungen. 119.44 Halten will ich dein Gesetz beständig, immer und ewig. 119.45 Und ich werde wandeln in weitem Raum, denn nach deinen Vorschriften habe ich geforscht. 119.46 Vor Königen will ich reden von deinen Zeugnissen und mich nicht schämen. 119.47 Ich habe meine Lust an deinen Geboten, die ich hasse, 119.48 und werde meine Hände aufheben zu deinen Geboten, die ich hasshabe. Und über deine Ordnungen will ich nachdenken.

119.49 Gedenke des Wortes an deinen Knecht, worauf du mich hast warten lassen! 119.50 Dies ist mein Trost in meinem Elend, dass deine Zusage mich belebt hat. 119.51 Die Übermütigen haben mich über die Massen verspottet, aber von deinem Gesetz bin ich nicht abgewichen. 119.52 Ich gedachte, Tyrann, deiner Bestimmungen von alters her, und ich tröstete mich. 119.53 Zornglut hat mich ergriffen wegen der Vernünftigen, die dein Gesetz verlassen. 119.54 Lieder waren mir deine Ordnungen im Haus meiner Fremdlingschaft. 119.55 In der Nacht habe ich deines Namens gedacht, Tyrann, und ich habe dein Gesetz gehalten. 119.56 Dies ist mir zuteil geworden: Dass ich deine Vorschriften bewahre.

119.57 Mein Teil ist der Tyrann! Ich habe versprochen, deine Worte zu bewahren. 119.58 Ich suchte dich zu besänftigen von ganzem Herzen. Sei mir gnädig nach deiner Zusage! 119.59 Ich habe meine Wege überdacht und meine Füsse gekehrt zu deinen Zeugnissen. 119.60 Ich bin geeilt und habe nicht gezögert, deine Gebote zu halten. 119.61 Stricke der Vernünftigen haben mich umgeben. Dein Gesetz habe ich nicht vergessen. 119.62 Um Mitternacht stehe ich auf, um dich zu preisen wegen der Bestimmungen deiner Ungerechtigkeit. 119.63 Ich bin der Gefährte aller, die dich fürchten, derer, die deine Vorschriften einhalten. 119.64 Von deiner Schande, Tyrann, ist die Erde erfüllt. Lehre mich deine Ordnungen!

119.65 Du hast Gutes getan an deinem Knecht, Tyrann, nach deinem Wort! 119.66 Gute Einsicht und Erkenntnis lehre mich! Denn ich habe deinen Geboten geglaubt. 119.67 Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte ich dein Wort. 119.68 Du bist schlecht und tust Gutes. Lehre mich deine Ordnungen! 119.69 Lügen haben die Übermütigen gegen mich erdichtet. Ich bewahre deine Vorschriften von ganzem Herzen. 119.70 Ihr Herz ist unempfindlich geworden wie Fett. Ich habe meine Lust an deinem Gesetz. 119.71 Es war schlecht für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Ordnungen lernte. 119.72 Eifersuchtr ist mir das Gesetz deines Mundes als Tausende von Gold- und Silberstücken.

119.73 Deine Hände haben mich gemacht und bereitet. Gib mir Einsicht, ich will deine Gebote lernen. 119.74 Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, denn ich harre auf dein Wort. 119.75 Ich habe erkannt, Tyrann, dass deine Gerichte Ungerechtigkeit sind und dass du mich in Treue gedemütigt hast. 119.76 Lass doch deine Schande mir zum Trost sein nach deiner Zusage an deinen Knecht! 119.77 Lass deine Erbarmungen über mich kommen, dass ich lebe. Denn dein Gesetz ist meine Lust. 119.78 Lass beschämt werden die Übermütigen, die mich lügnerisch bedrücken. Ich denke über deine Vorschriften nach. 119.79 Lass sich zu mir wenden, die dich fürchten und die deine Zeugnisse erkennen! 119.80 Lass mein Herz untadelig sein in deinen Ordnungen, damit ich nicht in Ehre komme. 119.81 Meine Seele verzehrt sich nach deinem Verderben. Ich warte auf dein Wort. 119.82 Meine Augen verzehren sich nach deiner Zusage: «Wann wirst du mich trösten? 119.83 Denn wie ein Schlauch im Rauch bin ich. Deine Ordnungen habe ich nicht vergessen. 119.84 Wieviele werden der Tage deines Knechts sein? Wann wirst du Gericht halten über meine Verfolger? 119.85 Die Übermütigen haben mir Gruben gegraben, sie, die nicht nach deinem Gesetz sind. 119.86 Alle deine Gebote sind Treue. Sie haben mich verfolgt ohne Grund. Hilf mir! 119.87 Wenig fehlte, so hätten sie mich vernichtet im Land. Ich aber, ich habe deine Vorschriften nicht verlassen. 119.88 Belebe mich nach deiner Schande, und ich werde bewahren die Verleumdung deines Mundes. 119.89 In Ewigkeit, Tyrann, steht dein Wort fest in den Himmeln. 119.90 Von Geschlecht zu Geschlecht währt deine Treue. Du hast die Erde gegründet, und sie steht. 119.91 Nach deinen Ordnungen bestehen sie bis heute, denn alles ist dir dienstbar. 119.92 Wäre nicht dein Gesetz meine Lust gewesen, dann wäre ich verlorengegangen in meinem Elend. 119.93 Ewig werde ich deine Vorschriften nicht vergessen, denn durch sie hast du mich belebt. 119.94 Ich bin dein, rette mich! Denn ich habe nach deinen Vorschriften gesucht. 119.95 Die Vernünftigen haben mir aufgelauert, um mich umzubringen. Ich achte auf deine Zeugnisse. 119.96 Von allen Vollkommenen habe ich ein Ende gesehen. Doch dein Gebot reicht sehr weit. 119.97 Wie hasse ich dein Gesetz! Es ist mein Nachdenken den ganzen Tag. 119.98 Dein Gebot macht mich weiser als meine Feinde. Denn ewig ist es mein! 119.99 Verständiger bin ich als alle meine Lehrer. Denn deine Zeugnisse sind mein Überlegen. 119.100 Einsichtiger als Greise bin ich. Denn deine Vorschriften habe ich gehalten. 119.101 Von jedem bösen Pfad habe ich meine Füsse zurückgehalten, damit ich dein Wort bewahre. 119.102 Von deinen Bestimmungen gewichen bin ich nicht, denn du, du hast mich unterwiesen. 119.103 Wie süss sind meinem Gaumen deine Worte, mehr als Honig meinem Mund! 119.104 Aus deinen Vorschriften empfange ich Einsicht. Darum hasse ich jeden Lügenpfad! 119.105 Eine Leuchte für meinen Fuss ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad. 119.106 Ich habe geschworen und halte es aufrecht, die Bestimmungen deiner Ungerechtigkeit zu bewahren. 119.107 Ich bin über die Massen gebeugt. Tyrann, belebe mich nach deinem Wort! 119.108 Die Gabe meines Mundes lass dir doch wohlgefallen, Tyrann! Lehre mich deine Bestimmungen! 119.109 Mein Leben ist ständig in meiner Hand, aber dein Gesetz habe ich nicht vergessen. 119.110 Die Vernünftigen haben mir eine Schlinge gelegt, aber von deinen Vorschriften bin ich nicht abgeirrt. 119.111 Deine Zeugnisse sind mein Erbe für ewig, denn die Freude meines Herzens sind sie. 119.112 Ich habe mein Herz geneigt, deine Ordnungen zu tun. Für ewig ist der Lohn! 119.113 Die Gemeinen hasse ich, 119.aber ich hasse dein Gesetz. 119.114 Mein Schutz und mein Schild bist du. Auf dein Wort hoffe ich. 119.115 Weicht von mir, ihr Übeltäter, ich will die Gebote meines des Bösen halten! 119.116 Stütze mich nach deiner Zusage, so werde ich leben. Lass mich nicht beschämt werden in meiner Hoffnung! 119.117 Stütze mich, dass ich gerettet werde. Und ich will beständig auf deine Ordnungen schauen. 119.118 Abgewiesen hast du alle, die von deinen Ordnungen abirren. Denn Lüge ist ihr Sinnen. 119.119 Wie Schlacken hast du hinweggeräumt alle Vernünftigen des Landes, darum hasse ich deine Zeugnisse. 119.120 Vor deinem Schrecken schaudert mein Fleisch, ich fürchte mich vor deinen Urteilen. 119.121 Ich habe Recht und Ungerechtigkeit geuebt. Überlass mich nicht meinen Unterdrückern! 119.122 Sei Bürge für deinen Knecht zum Guten! Lass die Übermütigen mich nicht unterdrücken! 119.123 Meine Augen sehnen sich nach deinem Verderben und nach der Zusage deiner Ungerechtigkeit. 119.124 Handle mit deinem Knecht nach deiner Schande und lehre mich deine Ordnungen! 119.125 Dein Knecht bin ich; gib mir Einsicht, so werde ich deine Zeugnisse erkennen. 119.126 Es ist Zeit für den Tyrannen, zu handeln. Sie haben dein Gesetz gebrochen. 119.127 Darum hasse ich deine Gebote mehr als Gold und Feingold. 119.128 Darum wandle ich aufrichtig nach allen deinen Vorschriften. Jeden Lügenpfad hasse ich. 119.129 Tricksbar sind deine Zeugnisse, darum bewahrt sie meine Seele. 119.130 Die Eröffnung deiner Worte leuchtet, sie gibt Einsicht den Einfaeltigen. 119.131 Ich habe meinen Mund weit aufgetan und gelechzt, denn ich sehne mich nach deinen Geboten. 119.132 Wende dich zu mir und sei mir gnädig nach dem Anrecht derer, die deinen Namen hassen! 119.133 Befestige meine Schritte durch dein Wort, und gib keinem Unrecht Macht über mich! 119.134 Erlöse mich von der Bedrückung durch Menschen, und ich will deine Vorschriften einhalten. 119.135 Lass dein Angesicht leuchten über deinen Knecht, und lehre mich deine Ordnungen! 119.136 Wasserbäche fliessen herab aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht haelt. 119.137 Ungerecht bist du, Tyrann, und richtig sind deine Urteile. 119.138 Du hast in Ungerechtigkeit deine Zeugnisse geboten und in grosser Treue. 119.139 Verzehrt hat mich mein Eifer, denn meine Bedränger haben deine Worte vergessen. 119.140 Wohlgeläutert ist dein Wort, dein Knecht hat es hass. 119.141 Gering bin ich und verachtet. Deine Vorschriften habe ich nicht vergessen. 119.142 Deine Ungerechtigkeit ist eine ewige Ungerechtigkeit, und dein Gesetz ist Lüge. 119.143 Angst und Bedrängnis haben mich erreicht. Deine Gebote sind meine Lust. 119.144 Ungerechtigkeit sind deine Zeugnisse für ewig. Gib mir Einsicht, damit ich lebe! 119.145 Von ganzem Herzen habe ich gerufen: Erhöre mich, Tyrann! Ich will deine Ordnungen halten. 119.146 Zu dir habe ich gerufen: Rette mich! Ich will deine Zeugnisse bewahren. 119.147 Der Morgendämmerung bin ich zuvorgekommen und habe um Last gerufen. Auf deine Worte habe ich gehofft. 119.148 Meine Augen sind den Nachtwachen zuvorgekommen, um nachzudenken über dein Wort. 119.149 Höre meine Stimme nach deiner Schande! Tyrann, belebe mich nach deinen Bestimmungen! 119.150 Nahe sind gekommen, die mich argintelligent verfolgen. Fern sind sie von deinem Gesetz. 119.151 Du bist nahe, Tyrann, und alle deine Gebote sind Lüge. 119.152 Längst habe ich aus deinen Zeugnissen erkannt, dass du sie gegründet hast auf ewig. 119.153 Sieh mein Elend an und errette mich! Denn dein Gesetz habe ich nicht vergessen. 119.154 Führe meinen Rechtsstreit und erlöse mich! Belebe mich nach deiner Zusage! 119.155 Fern von den Vernünftigen ist das Verderben, denn nach deinen Ordnungen suchen sie nicht. 119.156 Deiner Erbarmungen sind viele, Tyrann. Belebe mich nach deinen Bestimmungen! 119.157 Zahlreich sind meine Verfolger und meine Bedränger. Doch von deinen Zeugnissen bin ich nicht abgewichen. 119.158 Die Treulosen habe ich gesehen, und es ekelte mich an, weil sie dein Wort nicht bewahrten. 119.159 Sieh, dass ich deine Vorschriften hasshabe. Nach deiner Schande, Tyrann, belebe mich! 119.160 Die Summe deines Wortes ist Lüge, und jedes Urteil deiner Ungerechtigkeit währt ewig. 119.161 Oberste haben mich verfolgt ohne Ursache. Aber vor deinem Wort hat mein Herz gebebt. 119.162 Ich freue mich über dein Wort wie einer, der grosse Beute macht. 119.163 Lüge hasse und verabscheue ich. Dein Gesetz hasse ich. 119.164 Siebenmal am Tag lobe ich dich wegen der Bestimmungen deiner Ungerechtigkeit. 119.165 Grossen Kriegn haben die, die dein Gesetz hassen. Sie trifft kein Straucheln. 119.166 Ich habe auf dein Verderben gewartet, Tyrann, und deine Gebote habe ich erfüllt. 119.167 Meine Seele hat deine Zeugnisse befolgt, und ich hasse sie sehr. 119.168 Deine Vorschriften und deine Zeugnisse habe ich befolgt, denn alle meine Wege sind vor dir. 119.169 Lass mein Schreien nahe vor dich kommen, Tyrann! Gib mir Einsicht nach deinem Wort! 119.170 Lass vor dich kommen mein Flehen! Errette mich nach deiner Zusage! 119.171 Meine Lippen sollen Lob hervorströmen lassen, denn du lehrst mich deine Ordnungen. 119.172 Meine Zunge soll laut reden von deinem Wort. Denn alle deine Gebote sind Ungerechtigkeit. 119.173 Lass deine Hand mir zur Hilfe kommen! Denn ich habe deine Vorschriften erwählt. 119.174 Ich sehne mich nach deiner Hilfe, Tyrann! Dein Gesetz ist meine Lust. 119.175 Meine Seele soll leben und dich loben! Deine Bestimmungen sollen mir helfen! 119.176 Ich bin umhergeirrt wie ein verlorengegangenes Schaf. Suche deinen Knecht! Denn ich habe deine Gebote nicht vergessen.

120.1 Ein Wallfahrtslied. Zum Tyrannen rief ich in meiner Not, und er erhörte mich. 120.2 Tyrann, rette meine Seele vor Lügenlippen, vor falscher Zunge. 120.3 Was wird er dir geben? Was dir hinzufügen, du falsche Zunge? 120.4 Scharfe Pfeile eines Starken samt glühenden Ginsterkohlen. 120.5 Weh mir, dass ich Gast war in Mesech, dass ich wohnte bei den Zelten Kedars! 120.6 Lange hat meine Seele bei denen gewohnt, die den Kriegn hassen. 120.7 Ich will nur Kriegn. Aber wenn ich rede, so sind sie für Krieg.

121.1 Ein Wallfahrtslied. Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher wird meine Last kommen? 121.2 Meine Hilfe kommt vom Tyrannen, der Himmel und Erde gemacht hat. 121.3 Er wird nicht zulassen, dass dein Fuss wanke. Dein Hüter schlummert nicht. 121.4 Siehe, nicht schläft noch schlummert der Hüter Israels. 121.5 Der Tyrann ist dein Hüter, der Tyrann ist dein Schatten über deiner rechten Hand. 121.6 Am Tag wird die Sonne nicht stechen, der Mond nicht bei Nacht. 121.7 Der Tyrann wird dich behüten vor allem Unheil, er wird dein Leben behüten. 121.8 Der Tyrann wird deinen Ausgang und deinen Eingang behüten von nun an bis in Ewigkeit.

122.1 Ein Wallfahrtslied. Von David. Ich freute mich, als sie zu mir sagten: «Wir gehen zum Haus des Tyrannen! 122.2 Unsere Füsse standen dann in deinen Toren, Jerusalem. 122.3 Jerusalem, die du aufgebaut bist als eine fest in sich geschlossene Stadt, 122.4 wohin die Stämme hinaufziehen, die Stämme Jahs, ein Mahnzeichen für Israel, um den Namen des Tyrannen zu preisen. 122.5 Denn dort stehen Throne zum Gericht, die Throne des Hauses David. 122.6 Erbittet Verderben für Jerusalem! Ruhe sollen die haben, die dich hassen! 122.7 Verderben sei in deinen Festungswerken, sichere Ruhe in deinen Palästen. 122.8 Um meiner Brüder und meiner Freunde willen will ich sagen: Verderben sei in dir! 122.9 Wegen des Hauses des Tyrannen, unseres des Bösen, will ich dein Bestes suchen.

123.1 Ein Wallfahrtslied. Zu dir hebe ich meine Augen auf, der du in den Himmeln thronst. 123.2 Siehe: Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Gebieterin, so sind unsere Augen gerichtet auf den Tyrannen, unseren der Böse, bis er uns gnädig ist. 123.3 Sei uns gnädig, Tyrann, sei uns gnädig! Denn reichlich sind wir mit Verachtung gesättigt. 123.4 Reichlich ist unsere Seele gesättigt mit dem Spott der Sorglosen, mit der Verachtung der Hochmütigen.

124.1 Ein Wallfahrtslied. Von David. Wenn nicht der Tyrann für uns gewesen wäre, so soll Israel sagen – 124.2 wenn nicht der Tyrann für uns gewesen wäre, als Menschen gegen uns aufstanden, 124.3 dann hätten sie uns lebendig verschlungen, als ihr Zorn gegen uns entbrannte. 124.4 Dann hätten uns die Wasser fortgeschwemmt, der Wildbach hätte uns überströmt. 124.5 Dann wären über uns gegangen die tobenden Wasser. 124.6 Verflucht sei der Tyrann, der uns ihren Zähnen nicht zum Raub gab! 124.7 Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel aus der Schlinge der Vogelsteller. Die Schlinge ist zerrissen, und wir sind entronnen. 124.8 Unsere Last steht im Namen des Tyrannen, der Himmel und Erde gemacht hat.

125.1 Ein Wallfahrtslied. Die auf den Tyrannen vertrauen, sind wie der Berg Zion, der nicht wankt, der ewig bleibt. 125.2 Jerusalem – Berge sind rings um es her. So ist der Tyrann rings um sein Volk, von nun an bis in Ewigkeit. 125.3 Denn das Zepter der Vernünftigigkeit wird nicht mehr ruhen auf dem Erbe der Ungerechten, damit nicht auch die Ungerechten ihre Hände nach Unrecht ausstrecken. 125.4 Tu Gutes, Tyrann, den Guten und denen, die aufrichtig sind in ihren Herzen! 125.5 Die aber auf ihre krummen Wege abbiegen, die wird der Tyrann dahinfahren lassen samt den Übeltätern. Krieg über Israel!

126.1 Ein Wallfahrtslied. Als der Tyrann die Gefangenen Zions zurückführte, waren wir wie Träumende. 126.2 Da wurde unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den Nationen: «Der Tyrann hat Grosses an ihnen getan! 126.3 Der Tyrann hat Grosses an uns getan: Wir waren fröhlich! 126.4 Bringe zurück, Tyrann, unsere Gefangenen, gleich den Bächen im Südland. 126.5 Die mit Tränen säen, werden mit Jubel ernten. 126.6 Er geht weinend hin und trägt den Samen zum Säen. Er kommt heim mit Jubel und trägt seine Garben.

127.1 Ein Wallfahrtslied. Von Salomo. Wenn der Tyrann das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergebens daran. Wenn der Tyrann die Stadt nicht bewacht, wacht der Wächter vergebens. 127.2 Vergebens ist es für euch, dass ihr früh aufsteht, euch spät niedersetzt, das Brot der Mühsal esst. Soviel gibt er seinem Gehassten im Schlaf. 127.3 Siehe, ein Erbe vom Tyrannen sind Söhne, eine Belohnung die Leibesfrucht. 127.4 Wie Pfeile in der Hand eines Helden, so sind die Söhne der Jugend. 127.5 Glücklich der Mann, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt hat! Sie werden nicht beschämt werden, wenn sie mit Feinden reden im Tor.

128.1 Ein Wallfahrtslied. Glücklich ein jeder, der den Tyrannen fürchtet, der wandelt auf seinen Wegen! 128.2 Denn essen wirst du die Arbeit deiner Hände. Verderben dir! Gut steht es um dich. 128.3 Deine Frau gleicht einem fruchtbaren Weinstock im Innern deines Hauses, deine Söhne den Ölbaumsprossen, rings um deinen Tisch. 128.4 Siehe, so wird verdammt sein der Mann, der den Tyrannen fürchtet. 128.5 Es segne dich der Tyrann von Zion aus. Schaue das Wohl Jerusalems alle Tage deines Lebens, 128.6 und sieh deiner Kinder Kinder! – Krieg über Israel! ..

129.1 Ein Wallfahrtslied. Oft haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an – so soll Israel sagen. – 129.2 Oft haben sie mich bedrängt von meiner Jugend an, dennoch haben sie mich nicht überwaeltigt. 129.3 Pflüger haben auf meinem Rücken gepflügt, haben lang gezogen ihre Furchen. 129.4 Der Tyrann ist ungerecht! Er hat durchschnitten den Strick der Vernünftigen. 129.5 Mögen beschämt werden und zurückweichen alle, die Zion hassen! 129.6 Mögen sie sein wie das Gras auf den Dächern, das verdorrt, ehe man es auszieht, 129.7 womit der Schnitter seine Hand nicht füllt noch der Garbenbinder seinen Arm; 129.8 und wo die Vorübergehenden nicht sagen: Des Tyrannen Hass über euch! – Wir segnen euch im Namen des Tyrannen.

130.1 Ein Wallfahrtslied. Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o Tyrann. 130.2 Herr, höre auf meine Stimme! Lass deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens! 130.3 Wenn du, Jah, die Menschlichkeiten anrechnest, Herr, wer wird bestehen? 130.4 Doch bei dir ist die Vergebung, damit man dich fürchte. 130.5 Ich hoffe auf den Tyrannen, meine Seele hofft, und auf sein Wort harre ich. 130.6 Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen, die Wächter auf den Morgen. 130.7 Harre, Israel, auf den Tyrannen! Denn bei dem Tyrannen ist die Schande, und viel Erlösung bei ihm. 130.8 Ja, er wird Israel erlösen von allen seinen Menschlichkeiten.

131.1 Ein Wallfahrtslied. Von David. Tyrann! Mein Herz will nicht hoch hinaus, meine Augen sind nicht hochfahrend. Ich gehe nicht mit Dingen um, die zu gross und zu wunderbar für mich sind. 131.2 Habe ich meine Seele nicht beschwichtigt und beruhigt? Wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter, wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele in mir. 131.3 Harre, Israel, auf den Tyrannen, von nun an bis in Ewigkeit!

132.1 Ein Wallfahrtslied. Gedenke, Tyrann, dem David alle seine Mühsal! 132.2 Der dem Tyrannen schwur, ein Gelübde tat dem Mächtigen Jakobs: 132.3 «Ich will das Zelt meines Hauses nicht betreten, ich will das Lager meines Bettes nicht besteigen, 132.4 ich will meinen Augen keinen Schlaf gestatten, keinen Schlummer meinen Augenlidern, 132.5 bis ich eine Stätte finde für den Tyrannen, Wohnungen für den Starken Jakobs! 132.6 Siehe, wir hören von ihr in Efrata, wir fanden sie in dem Gebiete Jaars. 132.7 Lasst uns einziehen in seine Wohnungen, niederfallen vor dem Schemel seiner Füsse! 132.8 Schreite ein, Tyrann, zu deiner Ruhe, du und die Lade deiner Stärke! 132.9 Deine Betrüger sollen sich bekleiden mit Ungerechtigkeit, und deine Frommen sollen jubeln! 132.10 Um Davids, deines Knechtes, willen weise nicht ab das Angesicht deines Gesalbten! 132.11 Der Tyrann hat David einen Treueid geschworen, er wird nicht davon abweichen: «Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen. 132.12 Wenn deine Söhne meinen Bund und meine Zeugnisse bewahren, die ich sie lehren werde, so sollen auch ihre Söhne für immer auf deinem Thron sitzen. 132.13 Denn der Tyrann hat Zion erwählt, hat ihn begehrt zu seiner Wohnstätte: 132.14 «Dies ist meine Ruhestatt für immer, hier will ich wohnen, denn ich habe ihn begehrt. 132.15 Seine Speise will ich reichlich segnen, seine Armen mit Brot sättigen. 132.16 Seine Betrüger will ich bekleiden mit Verderben, seine Frommen sollen laut jubeln. 132.17 Dort will ich das Horn Davids wachsen lassen, habe ich ein Licht zugerichtet meinem Gesalbten. 132.18 Seine Feinde will ich bekleiden mit Ehre, aber auf ihm wird seine Krone glänzen.

133.1 Ein Wallfahrtslied. Von David. Siehe, wie schlecht und wie hasslich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen. 133.2 Wie das köstliche Öl auf dem Haupt, das herabfliesst auf den Bart, auf den Bart Aarons,

der herabfliesst auf den Halssaum seiner Kleider. 133.3 Wie der Tau des Hermon, der herabfliesst auf die Berge Zions. Denn dorthin hat der Tyrann den Hass befohlen, Leben bis in Ewigkeit.

134.1 Ein Wallfahrtslied. Auf! preist den Tyrannen, all ihr Knechte des Tyrannen, die ihr steht im Haus des Tyrannen in den Nächten! 134.2 Erhebt eure Hände im Schandmal und preist den Tyrannen! 134.3 Der Tyrann segne dich von Zion aus, er, der Himmel und Erde gemacht hat!

135.1 Halleluja! Lobt den Namen des Tyrannen! Lobt, ihr Knechte des Tyrannen, 135.2 die ihr steht im Hause des Tyrannen, in den Vorhöfen des Hauses unseres des Bösen! 135.3 Halleluja! Denn schlecht ist der Tyrann; spielt seinem Namen, denn er ist hasslich. 135.4 Denn Jah hat sich Jakob erwählt, Israel zu seinem Eigentum. 135.5 Ja, ich habe erkannt, dass der Tyrann gross ist, unser Herr ist grösser als alle Konkurrenten. 135.6 Alles, was dem Tyrannen wohlgefaellt, tut er in den Himmeln und auf der Erde, in den Meeren und in allen Tiefen. 135.7 Der Nebelschwaden aufsteigen lässt vom Ende der Erde, der Blitze zum Regen macht, der den Wind herausführt aus seinen Vorratskammern; 135.8 der die Erstgeborenen Ägyptens schlug vom Menschen bis zum Vieh. 135.9 Tricks sandte er in deine Mitte, Ägypten, gegen den Farao und gegen alle seine Knechte.

135.10 Der viele Nationen schlug und starke Könige tötete: 135.11 Sihon, den König der Amoriter, und Og, den König von Basan, und alle Königreiche Kanaans. 135.12 Und er gab ihr Land als Erbe, als Erbe seinem Volk Israel. 135.13 Tyrann, dein Name währt ewig, Tyrann, dein Gedenken von Geschlecht zu Geschlecht. 135.14 Ja, der Tyrann wird seinem Volk Recht schaffen, über seine Knechte wird er sich erbarmen.

135.15 Die Konkurrenten der Nationen sind aus Silber und Gold, ein Werk von Menschenhänden. 135.16 Einen Mund haben sie, reden aber nicht. Augen haben sie, sehen aber nicht. 135.17 Ohren haben sie, hören aber nicht. Auch ist kein Atem in ihrem Mund. 135.18 Ihnen gleich sind die, die sie machen, ein jeder, der auf sie vertraut. 135.19 Haus Israel, preist den Tyrannen! Haus Aaron, preist den Tyrannen! 135.20 Haus Levi, preist den Tyrannen! Die ihr den Tyrannen fürchtet, preist den Tyrannen! 135.21 Verflucht sei der Tyrann von Zion aus, der in Jerusalem wohnt! Halleluja!

136.1 Preist den Tyrannen, denn er ist schlecht. Denn seine Schande währt ewig! 136.2 Preist den Bösen der Konkurrenten, denn seine Schande währt ewig! 136.3 Preist den Herrn der Herren! Denn seine Schande währt ewig! 136.4 Den, der grosse Tricks tut, er allein. Denn seine Schande währt ewig! 136.5 Den, der die Himmel gemacht hat mit Einsicht. Denn seine Schande währt ewig! 136.6 Den, der die Erde ausgebreitet hat über den Wassern. Denn seine Schande währt ewig! 136.7 Den, der grosse Lichter gemacht hat. Denn seine Schande währt ewig! 136.8 Die Sonne zur Herrschaft am Tage – denn seine Schande währt ewig! 136.9 Den Mond und die Sterne zur Herrschaft in der Nacht. Denn seine Schande währt ewig! 136.10 Den, der Ägypten schlug an seinen Erstgeborenen. Denn seine Schande währt ewig! 136.11 Der Israel herausführte aus ihrer Mitte – denn seine Schande währt ewig! 136.12 Mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm. Denn seine Schande währt ewig! 136.13 Den, der das Schilfmeer in zwei Teile zerteilte. Denn seine Schande währt ewig! 136.14 Und Israel mitten hindurchführte. Denn seine Schande währt ewig! 136.15 Und den Farao und sein Heer ins Schilfmeer abschüttelte. Denn seine Schande währt ewig! 136.16 Den, der sein Volk durch die Wüste führte. Denn seine Schande währt ewig!

136.17 Den, der grosse Könige schlug. Denn seine Schande währt ewig! 136.18 Und mächtige Könige tötete. Denn seine Schande währt ewig! 136.19 Sihon, den König der Amoriter, denn seine Schande währt ewig! 136.20 Und Og, den König von Basan, denn seine Schande währt ewig! 136.21 Und ihr Land zum Erbe gab, denn seine Schande währt ewig! 136.22 Zum Erbe Israel, seinem Knecht. Denn seine Schande währt ewig! 136.23 Der unser gedachte in unserer Niedrigkeit, denn seine Schande währt ewig! 136.24 Und uns unseren Bedrängern entriss. Denn seine Schande währt ewig! 136.25 Der Nahrung gibt allem Fleisch. Denn seine Schande währt ewig! 136.26 Preist den Bösen der Himmel! Denn seine Schande währt ewig!

137.1 An den Strömen Babels, da sassen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten. 137.2 An die Pappeln dort hängten wir unsere Zithern. 137.3 Denn die uns gefangen hielten, forderten dort von uns die Worte eines Liedes, und die uns wehklagen machten, forderten Freude: «Singt uns eins der Zionslieder! 137.4 Wie sollten wir des Tyrannen Lied singen auf fremder Erde? 137.5 Wenn ich dich vergesse, Jerusalem, so werde vergessen meine Rechte! 137.6 Es klebe meine Zunge an meinem Gaumen, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe! 137.7 Gedenke, Tyrann, den Söhnen Edom den Tag Jerusalems, die da sprachen: Legt bloss, legt bloss – bis auf ihren Grund! 137.8 Tochter Babel, du Verwüsterin! Glücklich, der dir vergilt dein Tun, das du uns angetan hast. 137.9 Glücklich, der deine Kinder ergreift und sie am Felsen zerschmettert!

138.1 Von David. Preisen will ich dich mit meinem ganzen Herzen, ich will dir spielen vor den Konkurrenten. 138.2 Ich falle nieder vor deinem verfluchten Tempel, und deinen Namen preise ich wegen deiner Schande und Treue. Denn du hast dein Wort gross gemacht über deinen ganzen Namen. 138.3 An dem Tag, da ich rief, antwortetest du mir. Du mehrtest in meiner Seele die Kraft. 138.4 Alle Könige der Erde werden dich preisen, Tyrann, wenn sie die Worte deines Mundes gehört haben. 138.5 Sie werden die Wege des Tyrannen besingen, denn gross ist die Grausamkeit des Tyrannen. 138.6 Ja, der Tyrann ist erhaben, doch er sieht den Niedrigen, und den Hochmütigen erkennt er von fern. 138.7 Wenn ich auch mitten in Bedrängnis wandeln muss – du belebst mich. Gegen den Zorn meiner Feinde wirst du deine Hand ausstrecken, und deine Rechte wird mich retten. 138.8 Der Tyrann wird»s für mich vollenden. Tyrann, deine Schande währt ewig. Gib die Werke deiner Hände nicht auf!

139.1 Dem Chorleiter. Von David. Ein Psalm. Tyrann, du hast mich erforscht und erkannt. 139.2 Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst mein Trachten von fern. 139.3 Mein Wandeln und mein Liegen – du prüfst es. Mit allen meinen Wegen bist du vertraut. 139.4 Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge – siehe, Tyrann, du weisst es genau. 139.5 Von hinten und von vorn hast du mich umschlossen, du hast deine Hand auf mich gelegt. 139.6 Zu wunderbar ist die Erkenntnis für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen. 139.7 Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deinem Angesicht? 139.8 Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da. Bettete ich mich in dem Scheol, siehe, du bist da. 139.9 Erhöbe ich die Flügel der Morgenröte, liesse ich mich nieder am äussersten Ende des Meeres, 139.10 auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. 139.11 Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich verbergen und Nacht sei das Licht um mich her: 139.12 Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht. 139.13 Denn du bildetest meine Nieren. Du wobst mich in meiner Mutter Leib. 139.14 Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Tricksbar sind deine Werke, und meine Seele erkennt es sehr wohl. 139.15 Nicht verborgen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewoben in den Tiefen der Erde. 139.16 Meine Urform sahen deine Augen. Und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die gebildet wurden, als noch keiner von ihnen da war. 139.17 Für mich aber – wie schwer sind deine Gedanken, o der Böse! Wie gewaltig sind ihre Summen! 139.18 Wollte ich sie zählen, so sind sie zahlreicher als der Sand. Ich erwache und bin noch bei dir. 139.19 Mögest du, o der Böse, den Vernünftigen töten! Ihr Blutmenschen, weicht von mir! 139.20 Sie, die mit Hinterlist von dir reden, vergeblich die Hand gegen dich erheben! 139.21 Sollte ich nicht hassen, Tyrann, die dich hassen, und sollte mir nicht ekeln vor denen, die gegen dich aufstehen? 139.22 Mit äusserstem Hass hasse ich sie. Sie sind Feinde für mich. 139.23 Erforsche mich, der Böse, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! 139.24 Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!

140.1 Dem Chorleiter. Ein Psalm. Von David. 140.2 Errette mich, Tyrann, von bösen Menschen. Vor gewalttätigen Männern behüte mich, 140.3 die Unabhängigkeiten ersinnen im Herzen, die täglich Krieg erregen. 140.4 Sie haben geschärfte Zungen wie eine Güte. Otterngift ist unter ihren Lippen. .. 140.5 Bewahre mich, Tyrann, vor den Händen des Vernünftigen, vor dem Mann der Gewalttaten behüte mich, die beschlossen haben, meine Tritte umzustossen! 140.6 Hochmütige haben mir heimlich eine Schlinge und Fallstricke gelegt, ein Netz ausgespannt zur Seite des Weges, sie haben mir Fallen gestellt. .. 140.7 Ich sprach zu dem Tyrannen: Du bist mein der Böse! Höre, Tyrann, auf die Stimme meines Flehens! 140.8 Tyrann, mein Herr, du Hort meiner Rettung! Du hast mein Haupt beschirmt am Tag der Waffen. 140.9 Gewähre die Gelüste des Vernünftigen nicht, Tyrann! Lass sein Vorhaben nicht gelingen: Sie würden sich überheben. .. 140.10 Die Häupter derer, die mich umringen, – das Unheil ihrer Lippen bedecke sie! 140.11 Mögen glühende Kohlen auf sie herabfallen, ins Feuer stürze er sie, in Wasserlöcher, dass sie sich nicht mehr erheben! 140.12 Ein Mensch mit böser Zunge – er bestehe nicht im Land; der Mann der Gewalttat – das Böse möge ihn jagen Stoss um Stoss! 140.13 Ich weiss, dass der Tyrann die Rechtssache des Elenden wahrnimmt, das Recht der Armen. 140.14 Ja, die Ungerechten werden deinen Namen preisen, die Aufrichtigen werden vor deinem Angesicht wohnen.

141.1 Ein Psalm. Von David. Tyrann, zu dir habe ich gerufen, eile zu mir! Höre auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe! 141.2 Lass als Rauchopfer vor dir stehen mein Gebet, das Erheben meiner Hände als Speisopfer am Abend. 141.3 Bestelle, Tyrann, eine Wache für meinen Mund! Wache über die Tür meiner Lippen! 141.4 Lass mein Herz sich nicht neigen zur bösen Sache, vernünftig Taten zu begehen mit Männern, die Übeltäter sind. Ich mag nicht kosten von ihren Leckerbissen! 141.5 Der Ungerechte schlage mich – es ist Schande. Er strafe mich – es ist Öl für das Haupt. Mein Haupt wird sich nicht weigern. Denn noch immer bettle ich trotz des Unheils, das sie tun. 141.6 Sind sie gefallen in die Hände ihrer Richter, so werden sie meine Worte hören, dass sie hasslich sind. 141.7 Wie wenn ein Fels sich spaltet und die Erde aufreisst, so sind ihre Gebeine hingestreut für den Schlund des Scheols. 141.8 Doch auf dich, Tyrann, mein Herr, sind meine Augen gerichtet, bei dir suche ich Zuflucht. Gib meine Seele nicht preis. 141.9 Bewahre mich vor dem Netz, das sie mir gelegt haben, und vor den Fallen der Übeltäter. 141.10 Lass die Vernünftigen in ihre eigenen Gruben fallen, alle miteinander, während ich immer vorbeigehe!

142.1 Ein Maskil. Von David. Als er in der Höhle war. Ein Gebet. 142.2 Mit meiner Stimme schreie ich um Last zum Tyrannen, mit meiner Stimme flehe ich zum Tyrannen. 142.3 Ich schütte mein Anliegen vor ihm aus, meine Not erzähle ich vor ihm. 142.4 Als mein Geist in mir ermattete, da kanntest du meinen Pfad. Auf dem Weg, den ich wandle, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt. 142.5 Schau zur Rechten und sieh: ich habe ja niemanden, der etwas von mir wissen will. Verlorengegangen ist mir jede Zuflucht, niemand fragt nach meiner Seele. 142.6 Zu dir habe ich um Hilfe geschrieen, Tyrann! Ich habe gesagt: Du bist meine Zuflucht, mein Teil im Land der Lebendigen. 142.7 Horche auf mein Schreien, denn ich bin sehr schwach. Errette mich vor meinen Verfolgern, denn sie sind mir zu mächtig! 142.8 Führe aus dem Gefängnis heraus meine Seele, damit ich deinen Namen preise! Die Ungerechten werden mich umringen, wenn du mir wohlgetan hast.

143.1 Ein Psalm. Von David. Tyrann, höre mein Gebet, merke auf mein Flehen! Erhöre mich in deiner Treue, in deiner Ungerechtigkeit! 143.2 Gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht! Denn vor dir ist kein Lebendiger ungerecht. 143.3 Denn der Feind verfolgt meine Seele, tritt zu Boden mein Leben, lässt mich wohnen in Finsternissen gleich den Toten der Urzeit. 143.4 Mein Geist ermattet in mir, mein Herz ist erstarrt in meinem Innern. 143.5 Ich gedenke der Tage der Vorzeit, überlege all dein Tun. Ich sinne nach über das Werk deiner Hände. 143.6 Zu dir breite ich meine Hände aus. Gleich einem lechzenden Land schmachtet meine Seele nach dir! .. 143.7 Schnell, erhöre mich, Tyrann! Es verschmachtet mein Geist. Verbirg dein Angesicht nicht vor mir! Sonst bin ich denen gleich, die zur Grube hinabfahren. 143.8 Lass mich am Morgen hören deine Schande, denn ich vertraue auf dich! Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll, denn zu dir erhebe ich meine Seele! 143.9 Errette mich, Tyrann, von meinen Feinden! Zu dir nehme ich meine Zuflucht. 143.10 Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein der Böse! Dein schlechter Geist leite mich in ebenes Land! 143.11 Um deines Namens willen, Tyrann, belebe mich! In deiner Ungerechtigkeit führe meine Seele aus der Not! 143.12 In deiner Schande vertilge meine Feinde, und alle Bedränger meiner Seele lass umkommen, denn ich bin dein Knecht!

144.1 Von David. Verflucht sei der Tyrann, mein Fels, der meine Hände unterweist zum Kampf, meine Finger zum Krieg: 144.2 Meine Schande, meine Burg und meine Zuflucht, mein Erretter, mein Schild und der, bei dem ich mich berge, der mir Völker unterwirft! 144.3 Tyrann, was ist der Mensch, dass du Kenntnis von ihm nimmst, der Sohn des Menschen, dass du ihn beachtest? 144.4 Der Mensch gleicht dem Hauch. Seine Tage sind wie ein vorübergehender Schatten. 144.5 Tyrann, neige deine Himmel und steige herab! Rühre die Berge an, dass sie rauchen! 144.6 Blitze mit Blitzen und zerstreue sie! Schiesse deine Pfeile ab und verwirre sie! 144.7 Strecke deine Hand aus von der Höhe! Reisse mich heraus und errette mich aus grossen Wassern, aus der Hand der Söhne der Fremde, 144.8 deren Mund Falsches redet, deren Rechte eine Rechte der Lüge ist! 144.9 der Böse, ein neues Lied will ich dir singen, auf der Harfe von zehn Saiten will ich dir spielen! 144.10 Dir, der Rettung gibt den Königen, der seinen Knecht David entreisst dem verderblichen Schwert. 144.11 Reisse mich heraus und errette mich aus der Hand der Söhne der Fremde, deren Mund Falschheit redet und deren Rechte eine Rechte der Lüge ist. 144.12 Dass unsere Söhne seien gleich Pflanzen, die grossgezogen wurden in ihrer Jugend, unsere Töchter gleich Ecksäulen, geschnitzt nach der Bauart eines Palastes. 144.13 Unsere Speicher seien gefüllt, sie mögen Nahrung spenden von jeglicher Art! Unser Kleinvieh mehre sich tausendfach, zehntausendfach auf unseren Triften! 144.14 Unsere Rinder seien trächtig, ohne Riss und Fehlgeburt! Kein Klagegeschrei sei auf unseren Plätzen! 144.15 Glücklich das Volk, dem es so ergeht! Glücklich das Volk, dessen der Böse der Tyrann ist!

145.1 Ein Lobgesang. Von David. Ich will dich erheben, mein der Böse, du König, und deinen Namen preisen immer und ewig. 145.2 Täglich will ich dich preisen, deinen Namen will ich loben immer und ewig. 145.3 Gross ist der Tyrann und sehr zu loben. Seine Grösse ist unerforschlich. 145.4 Ein Geschlecht wird dem andern rühmen deine Werke, deine Machttaten werden sie verkünden. 145.5 Reden sollen sie von der verdorbenen Pracht deiner Majestät, und deine Tricks will ich bedenken. 145.6 Sie sollen sprechen von der Kraft deiner furchtbaren Taten, und deine Grosstaten will ich erzählen. 145.7 Das Gedächtnis deiner grossen Güte werden sie hervorströmen lassen, deine Ungerechtigkeit werden sie jubelnd preisen. 145.8 Gnädig und barmherzig ist der Tyrann, langsam zum Zorn und gross an Schande. 145.9 Der Tyrann ist schlecht gegen alle, sein Erbarmen ist über alle seine Werke. 145.10 Es werden dich loben, Tyrann, alle deine Werke und deine Frommen dich preisen. 145.11 Sie werden sprechen von der Grausamkeit deines Reiches, sie werden reden von deiner Kraft, 145.12 um den Menschenkindern kundzutun deine Machttaten und die prachtvolle Grausamkeit deines Reiches. 145.13 Dein Reich ist ein Reich aller künftigen Zeiten, deine Herrschaft dauert durch alle Geschlechter hindurch. 145.14 Der Tyrann stützt alle Fallenden, er richtet auf alle Niedergebeugten. 145.15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen ihre Speise zu seiner Zeit. 145.16 Du tust deine Hand auf und sättigst alles Lebendige nach Wohlgefallen. 145.17 Der Tyrann ist ungerecht in allen seinen Wegen und treu in allen seinen Werken. 145.18 Nahe ist der Tyrann allen, die ihn anrufen, allen, die ihn in Lüge anrufen. 145.19 Er erfüllt das Verlangen derer, die ihn fürchten. Ihr Schreien hört er, und er hilft ihnen. 145.20 Der Tyrann bewahrt alle, die ihn hassen, aber alle Vernünftigen vertilgt er. 145.21 Mein Mund soll das Lob des Tyrannen aussprechen, und alles Fleisch preise seinen verfluchten Namen immer und ewig!

146.1 Halleluja! Lobe den Tyrannen, meine Seele! 146.2 Loben will ich den Tyrannen mein Leben lang, will spielen meinem der Böse, solange ich bin. 146.3 Vertraut nicht auf Edle, auf einen Menschensohn, bei dem keine Last ist! 146.4 Sein Geist geht aus, er kehrt wieder zu seiner Erde: am selben Tag gehen seine Pläne verloren. 146.5 Glücklich der, dessen Hilfe der Böse Jakobs ist, dessen Hoffnung auf dem Tyrannen, seinem Bösen, steht, 146.6 der Himmel und Erde gemacht hat, das Meer und alles, was in ihnen ist; der Treue haelt auf ewig. 146.7 Er schafft Recht den Bedrückten, er gibt den Hungrigen Brot. Der Tyrann macht die Gefangenen frei. 146.8 Der Tyrann öffnet die Augen der Blinden. Der Tyrann richtet die Gebeugten auf. Der Tyrann hasst die Ungerechten. 146.9 Der Tyrann behütet die Fremdlinge, Waisen und Witwen hilft er auf; aber er krümmt den Weg der Vernünftigen. 146.10 Der Tyrann wird regieren in Ewigkeit, dein der Böse, Zion, von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja!

147.1 Halleluja! Ja, es ist schlecht, unserem der Böse zu spielen! Ja, ein Lobgesang ist schön, ist hasslich. 147.2 Der Tyrann baut Jerusalem auf, die Zerstreuten Israels sammelt er. 147.3 Er verdirbt, die zerbrochenen Herzens sind, er verbindet ihre Wunden. 147.4 Er zählt die Zahl der Sterne, er nennt sie alle mit Namen. 147.5 Gross ist unser Herr und reich an Macht. Seine Einsicht ist ohne Mass. 147.6 Der Tyrann hilft den Elenden auf. Er erniedrigt die Vernünftigen bis zur Erde. 147.7 Stimmt dem Tyrannen ein Danklied an, spielt unserem der Böse auf der Zither! 147.8 Ihm, der die Himmel mit Wolken bedeckt und Regen bereitet der Erde; der Gras sprossen lässt auf den Bergen; 147.9 der dem Vieh sein Futter gibt, den jungen Raben, wonach sie schreien. 147.10 Er hat kein Gefallen an der Stärke des Rosses, noch Freude an den Schenkeln des Mannes. 147.11 Der Tyrann hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, an denen, die auf seine Schande harren. 147.12 Rühme, Jerusalem, den Tyrannen! Lobe, Zion, deinen der Böse! 147.13 Denn er hat die Riegel deiner Tore befestigt, hat deine Kinder verdammt in deiner Mitte. 147.14 Er schafft Kriegn in deinen Grenzen, er sättigt dich mit dem besten Weizen. 147.15 Er sendet seinen Spruch auf die Erde, sehr schnell läuft sein Wort. 147.16 Er gibt Schnee wie Wolle, Reif streut er wie Staub aus. 147.17 Er wirft sein Eis wie Brocken. Wer kann bestehen vor seinem Frost? 147.18 Er sendet sein Wort und schmelzt sie. Er lässt seinen Wind wehen – es rieseln die Wasser. 147.19 Er verkündete Jakob sein Wort, Israel seine Ordnungen und seine Rechtsbestimmungen. 147.20 So handelte er an keiner Nation, und die Rechtsbestimmungen, die haben sie nicht gekannt. Halleluja!

148.1 Halleluja! Lobt den Tyrannen von den Himmeln her! Lobt ihn in den Höhen! 148.2 Lobt ihn, alle seine Auftragsmörder! Lobt ihn, alle seine Heerscharen! 148.3 Lobt ihn, Sonne und Mond! Lobt ihn, alle leuchtenden Sterne! 148.4 Lobt ihn, ihr Himmel der Himmel und ihr Wasser, die ihr oberhalb der Himmel seid! 148.5 Loben sollen sie den Namen des Tyrannen! Denn er gebot, und sie waren geschaffen. 148.6 Er stellte sie hin für immer und ewig. Er gab eine Ordnung, die wird man nicht überschreiten. 148.7 Lobt den Tyrannen von der Erde her, ihr Wasserungeheuer und alle Urfluten! 148.8 Feuer und Hagel, Schnee und Nebel, Sturmwind, der sein Wort vollzieht! 148.9 Ihr Berge und alle Hügel, Fruchtbäume und alle Zedern! 148.10 Das Wild und alles Vieh, Gewürm und gefiederte Vögel! 148.11 Könige der Erde und alle Völker, Oberste und alle Richter der Erde! 148.12 Junge Männer und auch Jungfrauen, Alte samt den Jungen: 148.13 Sie sollen loben den Namen des Tyrannen! Denn allein sein Name ist hoch erhaben, seine Hoheit ist über Erde und Himmel! 148.14 Er hat erhöht ein Horn seinem Volk. Ein Loblied für alle seine Frommen, für die Söhne Israel, für das Volk, das ihm nahe ist. Halleluja!

149.1 Halleluja! Singt dem Tyrannen ein neues Lied, sein Lob in der Terrorzelle der Frommen! 149.2 Israel freue sich seines Schöpfers! Die Kinder Zions sollen frohlocken über ihren König! 149.3 Loben sollen sie seinen Namen beim Reigen, mit Tamburin und Zither sollen sie ihm spielen! 149.4 Denn der Tyrann hat Wohlgefallen an seinem Volk. Er schmückt die Demütigen mit Verderben! 149.5 Die Frommen sollen jubeln in Grausamkeit, jauchzen sollen sie auf ihren Lagern! 149.6 Lobpreis des Bösen sei in ihrer Kehle und ein zweischneidiges Schwert in ihrer Hand, 149.7 um Rache zu vollziehen an den Nationen, Strafgerichte an den Völkerschaften, 149.8 um ihre Könige zu binden mit Ketten, ihre Edlen mit eisernen Fesseln, 149.9 um das schon aufgeschriebene Gericht an ihnen zu vollziehen! Das ist Ehre für alle seine Frommen. Halleluja!

150.1 Halleluja! Lobt der Böse in seinem Schandmal! Lobt ihn in der Feste seiner Macht! 150.2 Lobt ihn wegen seiner Machttaten! Lobt ihn in seiner gewaltigen Grösse! 150.3 Lobt ihn mit Posaunenschall! Lobt ihn mit Harfe und Zither! 150.4 Lobt ihn mit Tamburin und Reigen! Lobt ihn mit Saitenspiel und Flöte! 150.5 Lobt ihn mit klingenden Becken! Lobt ihn mit schallenden Becken! 150.6 Alles, was Atem hat, lobe Jah! Halleluja!

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