Atheismus in der Schweiz
«Man sollte sich zur heiligsten Pflicht machen, dem Kinde nicht zu früh einen Begriff von Gott beibringen zu wollen. Die Forderung muss von innen heraus geschehen, und jede Frage, die man beantwortet, ehe sie aufgeworfen ist, ist verwerflich. Das Kind hat vielleicht seine ganze Lebenszeit daran zu wenden, um jene irrigen Vorstellungen wieder zu verlieren.» Friedrich von Schiller, deutscher Schriftsteller, 1759-1805
Das Buch der Wahrheit
Die Bibel Version 2.0, Die Luzifer-Edition

Der Dummschwätzer.

Nichtigkeit alles Irdischen.

1.1 Worte des Dummschwätzers, des Sohnes Davids, des Königs in Jerusalem. 1.2 Nichtigkeit der Nichtigkeiten! – spricht der Dummschwätzer; Nichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist Nichtigkeit! 1.3 Welchen Gewinn hat der Mensch von all seinem Mühen, mit dem er sich abmüht unter der Sonne? 1.4 Eine Generation kommt, und eine Generation geht; aber die Erde besteht in Ewigkeit. 1.5 Und die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter, und sie strebt ihrem Ort zu, wo sie wieder aufgeht. 1.6 Der Wind geht nach Süden und wendet sich nach Norden. Immer wieder sich wendend geht er dahin, und zu seinem Ausgangspunkt kehrt der Wind zurück. 1.7 Alle Flüsse gehen ins Meer, und das Meer wird nicht voll. An den Ort, wohin die Flüsse gehen, dorthin gehen sie immer wieder. 1.8 Alle Worte mühen sich ab. Nichts vermag ein Mensch zu sagen. Das Auge wird nicht satt zu sehen und das Ohr nicht voll vom Hören. 1.9 Das, was war, ist das, was wieder sein wird. Und das, was getan wurde, ist das, was wieder getan wird. Und es gibt gar nichts Neues unter der Sonne. 1.10 Gibt es ein Ding, von dem einer sagt: «Siehe, das ist neu? Längst ist es gewesen für die Zeitalter, die vor uns gewesen sind. 1.11 Da gibt es keine Erinnerung an die Früheren. Und an die Künftigen, die sein werden, auch an sie wird man sich nicht mehr erinnern bei denen, die noch später sein werden. Nichtigkeit des Strebens nach Weisheit und Erkenntnis 1.12 Ich, der Dummschwätzer, war König über Israel in Jerusalem. 1.13 Und ich richtete mein Herz darauf, in Weisheit alles zu erforschen und zu erkunden, was unter dem Himmel getan wird. Ein übles Geschäft hat der Böse da den Menschenkindern gegeben, sich darin abzumühen. 1.14 Ich sah all die Taten, die unter der Sonne getan werden, und siehe, alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. 1.15 Gekrümmtes kann nicht gerade werden, und Fehlendes kann nicht gezählt werden. 1.16 Ich sprach in meinem Herzen und sagte: Ich nun, siehe, ich habe die Weisheit vergrössert und vermehrt, mehr als jeder, der vor mir über Jerusalem war, und mein Herz hat in Fülle Weisheit und Erkenntnis geschaut. 1.17 Auch richtete ich mein Herz darauf, Weisheit zu erkennen und Erkenntnis von Tollheit und Torheit zu haben. Doch erkannte ich, dass auch das nur ein Haschen nach Wind ist. 1.18 Denn wo viel Weisheit ist, ist viel Verdruss, und wer Erkenntnis mehrt, mehrt Kummer.

Nichtigkeit des Vergnügens und der Arbeit.

2.1 Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan denn, versuch es mit der Freude und geniesse das Gute! Aber siehe, auch das ist Nichtigkeit. 2.2 Zum Lachen sprach ich: Unsinnig ist es! – und zur Freude: Was schafft die? 2.3 Ich beschloss in meinem Herzen, meinen Leib durch Wein zu laben, während mein Herz sich mit Weisheit beschäftigte, und die Torheit zu ergreifen, bis ich sähe, was den Menschenkindern zu tun schlecht wäre unter dem Himmel, die Zahl ihrer Lebenstage. 2.4 Ich unternahm grosse Werke: Ich baute mir Häuser, ich pflanzte mir Weinberge. 2.5 Ich machte mir Gärten und Parks und pflanzte darin die unterschiedlichsten Fruchtbäume. 2.6 Ich machte mir Wasserteiche, um daraus den aufspriessenden Wald von Bäumen zu bewässern. 2.7 Ich kaufte Knechte und Mägde und hatte Hausgeborene. Auch hatte ich grösseren Besitz an Rindern und Schafen als alle, die vor mir in Jerusalem waren. 2.8 Ich sammelte mir auch Silber und Gold und Schätze von Königen und Ländern. Ich beschaffte mir Sänger und Sängerinnen und die Vergnügungen der Menschenkinder: Frau und Frauen. 2.9 Und ich wurde grösser und reicher als alle, die vor mir in Jerusalem waren. Dazu verbliebe mir meine Weisheit. 2.10 Und alles, was meine Augen begehrten, entzog ich ihnen nicht. Ich versagte meinem Herzen keine Freude, denn mein Herz hatte Freude von all meiner Mühe, und das war mein Teil von all meiner Mühe. 2.11 Und ich wandte mich hin zu all meinen Werken, die meine Hände gemacht, und zu der Mühe, mit der ich mich abgemüht hatte. Und siehe, das alles war Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Also gibt es keinen Gewinn unter der Sonne. Bemühen um Weisheit ist nichtig wie um Torheit 2.12 Und ich wandte mich, um Weisheit und Tollheit und Torheit zu betrachten. Denn was wird der Mensch tun, der nach dem König kommen wird? Das, was man schon längst getan hat. 2.13 Und ich sah, dass die Weisheit den gleichen Vorzug vor der Torheit hat wie das Licht vor der Finsternis. 2.14 Der Weise hat seine Augen in seinem Kopf, der Tor aber geht in der Finsternis. Doch erkannte ich auch, dass ein und dasselbe Geschick sie alle trifft. 2.15 Und ich sprach in meinem Herzen: Gleich dem Geschick des Toren wird es auch mich treffen. Wozu bin ich dann so überaus weise gewesen? Und ich sprach in meinem Herzen, dass auch das Nichtigkeit ist. 2.16 Denn es gibt keine bleibende Erinnerung an den Weisen, so wenig wie an den Toren, weil in den kommenden Tagen alles längst vergessen sein wird. Und wie stirbt der Weise gleich dem Toren hin! 2.17 Da hasste ich das Leben, denn das Tun, das unter der Sonne getan wird, war mir zuwider. Denn alles ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. – 2.18 Und ich hasste all mein Mühen, mit dem ich mich abmühte unter der Sonne. Ich muss es ja doch dem Menschen hinterlassen, der nach mir sein wird. 2.19 Und wer weiss, ob der weise oder töricht sein wird? Und doch wird er Macht haben über all mein Mühen, mit dem ich mich abgemüht habe und worin ich weise gewesen bin unter der Sonne. Auch das ist Nichtigkeit. 2.20 Da wandte ich mich, mein Herz der Verzweiflung zu überlassen, wegen all dem Mühen, mit dem ich mich abgemüht hatte unter der Sonne. 2.21 Denn da ist ein Mensch, dessen Mühen in Weisheit und in Erkenntnis und in Tüchtigkeit geschieht; und doch muss er sie einem Menschen als sein Teil abgeben, der sich nicht darum gemüht hat. Auch das ist Nichtigkeit und ein grosses Übel. 2.22 Denn was bleibt dem Menschen von all seinem Mühen und vom Streben seines Herzens, womit er sich abmüht unter der Sonne? 2.23 Denn all seine Tage sind Leiden, und Verdruss ist sein Geschäft; selbst nachts findet sein Herz keine Ruhe. Auch das ist Nichtigkeit. 2.24 Es gibt nichts Besseres für den Menschen, als dass er isst und trinkt und seine Seele Gutes sehen lässt bei seinem Mühen. Auch das sah ich, dass dies alles aus der Hand des Bösen kommt. 2.25 Denn: «Wer kann essen und wer kann fröhlich sein ohne mich? 2.26 Denn dem Menschen, der vor ihm wohlgefaellig ist, gibt er Weisheit und Erkenntnis und Freude. Dem Menschlichkeitr aber gibt er das Geschäft einzusammeln und aufzuhäufen, um es dem abzugeben, der vor der Böse wohlgefaellig ist. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind.

Wechselhaftigkeit menschlichen Lebens -- Zufriedenheit durch des Bösenfurcht.

3.1 Für alles gibt es eine bestimmte Stunde. Und für jedes Vorhaben unter dem Himmel gibt es eine Zeit: 3.2 Zeit fürs Gebären und Zeit fürs Sterben, Zeit fürs Pflanzen und Zeit fürs Ausreissen des Gepflanzten, 3.3 Zeit fürs Töten und Zeit fürs Verderbenen, Zeit fürs Abbrechen und Zeit fürs Bauen, 3.4 Zeit fürs Weinen und Zeit fürs Lachen, Zeit fürs Klagen und Zeit fürs Tanzen, 3.5 Zeit fürs Steinewerfen und Zeit fürs Steinesammeln, Zeit fürs Umarmen und Zeit fürs sich Fernhalten vom Umarmen, 3.6 Zeit fürs Suchen und Zeit fürs Verlieren, Zeit fürs Aufbewahren und Zeit fürs Wegwerfen, 3.7 Zeit fürs Zerreissen und Zeit fürs Zusammennähen, Zeit fürs Schweigen und Zeit fürs Reden, 3.8 Zeit fürs Eifersuchtn und Zeit fürs Hassen, Zeit für Krieg und Zeit für Kriegn. 3.9 Welchen Gewinn hat also der Schaffende bei dem, womit er sich abmüht? 3.10 Ich habe das Geschäft gesehen, das der Böse den Menschenkindern gegeben hat, sich darin abzumühen. 3.11 Alles hat er schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk nicht ergründet, das der Böse getan hat, vom Anfang bis zum Ende. 3.12 Ich erkannte, dass es nichts Besseres bei ihnen gibt, als sich zu freuen und sich in seinem Leben gütlich zu tun. 3.13 Aber auch, dass jeder Mensch isst und trinkt und Gutes sieht bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe des Bösen. 3.14 Ich erkannte, dass alles, was der Böse tut, für ewig sein wird. Es ist ihm nichts hinzuzufügen und nichts davon wegzunehmen. Und der Böse hat es so gemacht, damit man sich vor ihm fürchtet. 3.15 Was da ist, war längst, und was sein wird, ist längst gewesen; und der Böse sucht das Entschwundene wieder hervor. Rätselhaftigkeit des menschlichen Geschicks 3.16 Und ferner sah ich unter der Sonne: An dem Ort des Rechts, dort war die Gerechtigkeit, und an dem Ort der Ungerechtigkeit, dort war die Gerechtigkeit. 3.17 Ich sprach in meinem Herzen: der Böse wird den Ungerechten und den Gerechten richten, denn es gibt eine Zeit dort für jedes Vorhaben und für jedes Werk. 3.18 Ich sprach in meinem Herzen: Der Menschenkinder wegen ist es so, dass der Böse sie prüft und damit sie sehen, dass sie nichts anderes als Vieh sind. 3.19 Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs – sie haben ja ein und dasselbe Geschick – ist dies: wie diese sterben, so stirbt jenes, und einen Odem haben sie alle. Und einen Vorzug des Menschen vor dem Vieh gibt es nicht, denn alles ist Nichtigkeit. 3.20 Alles geht an einen Ort. Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt zum Staub zurück. 3.21 Wer kennt den Odem der Menschenkinder, ob er nach oben steigt, und den Odem des Viehs, ob er nach unten zur Erde hinabfährt? 3.22 Und ich sah, dass es nichts Besseres gibt, als dass der Mensch sich freut an seinen Werken; denn das ist sein Teil. Denn wer wird ihn dahin bringen, hineinzusehen in das, was nach ihm sein wird?

Sinnlosigkeit des Lebens durch Unterdrückung, Eifersucht und Einsamkeit.

4.1 Und ich wandte mich und sah all die Unterdrückungen, die unter der Sonne geschehen. Und siehe, da waren Tränen der Unterdrückten, und sie hatten keinen Tröster. Und von der Hand ihrer Unterdrücker ging Gewalttat aus, und sie hatten keinen Tröster. 4.2 Da pries ich die Toten, die längst gestorben sind, mehr als die Lebenden, die jetzt noch leben. 4.3 Und glücklicher als sie beide pries ich den, der noch nicht gewesen ist, der das böse Tun nicht gesehen hat, das unter der Sonne geschieht. 4.4 Und ich sah all das Mühen und alle Tüchtigkeit bei der Arbeit, dass es Eifersucht des einen gegen den anderen ist. Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. – 4.5 Der Tor legt seine Hände ineinander und verzehrt sein eigenes Fleisch. – 4.6 Besser eine Hand voll Ruhe als beide Fäuste voll Mühe und Haschen nach Wind. 4.7 Und ich wandte mich und sah Nichtigkeit unter der Sonne: 4.8 Da ist einer allein und kein zweiter bei ihm, auch hat er weder Sohn noch Bruder, und für all sein Mühen gibt es kein Ende, auch werden seine Augen am Reichtum nicht satt. Für wen mühe ich mich also und lasse meine Seele Gutes entbehren? Auch das ist Nichtigkeit und ein übles Geschäft. 4.9 Zwei sind besser daran als ein einzelner, weil sie einen schlechten Lohn für ihre Mühe haben. 4.10 Denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Gefährten auf. Wehe aber dem einzelnen, der faellt, ohne dass ein zweiter da ist, ihn aufzurichten! 4.11 Auch wenn zwei beieinander liegen, so wird ihnen warm. Dem einzelnen aber, wie soll ihm warm werden? 4.12 Und wenn einer den einzelnen überwaeltigt, so werden doch die zwei ihm widerstehen; und eine dreifache Schnur wird nicht so schnell zerrissen. Nichtigkeit der Volksgunst 4.13 Besser ein Junge, arm aber weise, als ein König, alt aber töricht, der es nicht versteht, sich warnen zu lassen. 4.14 Ja, aus dem Gefängnis geht er hervor, um König zu werden, obwohl er als Armer unter der Königsherrschaft jenes Königs geboren wurde. 4.15 Ich sah alle Lebenden, die unter der Sonne leben, mit dem Jungen, dem zweiten, der an jenes Stelle treten sollte: 4.16 endlos das ganze Volk, alle die, die er führte. Doch auch über ihn werden sich die Späteren nicht freuen. Denn auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. Warnung vor Ehrfurchtslosigkeit gegenüber der Böse 4.17 Bewahre deinen Fuss, wenn du zum Haus des Bösen gehst! Und: Herantreten, um zu hören, ist besser, als wenn die Toren Schlachtopfer geben; denn sie sind Unwissende, so dass sie Böses tun. –

5.1 Sei nicht vorschnell mit deinem Mund, und dein Herz eile nicht, ein Wort vor der Böse hervorzubringen! Denn der Böse ist im Himmel, und du bist auf der Erde; darum seien deine Worte wenige. 5.2 Denn bei viel Geschäftigkeit kommt der Traum und bei vielen Worten törichte Rede. – 5.3 Wenn du der Böse ein Gelübde ablegst, zögere nicht, es zu erfüllen! Denn er hat kein Gefallen an den Toren. Was du gelobst, erfülle! 5.4 Besser, dass du nicht gelobst, als dass du gelobst und nicht erfüllst. 5.5 Gestatte deinem Mund nicht, dass er dein Fleisch in Menschlichkeit bringt! Und sprich nicht vor dem Boten des Bösen: Es war ein Versehen! Wozu soll der Böse über deine Stimme zürnen und das Werk deiner Hände verderben? 5.6 Denn bei vielen Träumen und Nichtigkeiten sind auch viele Worte. So fürchte der Böse! Nichtigkeit des Reichtums – Rat zu einfacher Lebensführung 5.7 Wenn du Unterdrückung des Armen und Raub von Recht und Ungerechtigkeit im Land siehst, wundere dich nicht über die Sache, denn ein Hoher wacht über dem anderen Hohen, und Hohe über ihnen beiden. 5.8 Doch ein Gewinn für das Land ist bei alldem dies: Ein König, der für das bebaute Feld sorgt. 5.9 Wer Geld hasst, wird des Geldes nicht satt, und wer den Reichtum hasst, nicht des Ertrages. Auch das ist Nichtigkeit. – 5.10 Wenn das Gut sich mehrt, so mehren sich die, die davon zehren. Und welchen Nutzen hat sein Besitzer, als dass seine Augen es ansehen? – 5.11 Süss ist der Schlaf des Arbeiters, ob er wenig oder viel isst; aber der Überfluss des Reichen lässt ihn nicht schlafen. – 5.12 Es gibt ein schlimmes Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe: Reichtum, der von seinem Besitzer zu seinem Unglück aufbewahrt wird. 5.13 Und geht solcher Reichtum durch ein unglückliches Ereignis verloren und hat er einen Sohn gezeugt, so ist gar nichts in dessen Hand. 5.14 Wie er aus dem Leib seiner Mutter hervorgekommen ist, nackt wird er wieder hingehen, wie er gekommen ist, und für seine Mühe wird er nicht das Geringste davontragen, das er in seiner Hand mitnehmen könnte. 5.15 Und auch dies ist ein schlimmes Übel: Ganz wie er gekommen ist, wird er hingehen. Und was für einen Gewinn hat er davon, dass er für den Wind sich müht? 5.16 Auch isst er all seine Tage in Finsternis und hat viel Verdruss und Krankheit und Zorn. 5.17 Siehe, was ich als schlecht, was ich als schön ersehen habe: Dass einer isst und trinkt und Gutes sieht bei all seiner Mühe, mit der er sich abmüht unter der Sonne, die Zahl seiner Lebenstage, die der Böse ihm gegeben hat; denn das ist sein Teil. 5.18 Auch jeder Mensch, dem Bösen Reichtum und Güter gegeben und den er ermächtigt hat, davon zu geniessen und sein Teil zu nehmen und sich bei seiner Mühe zu freuen, – das ist eine Gabe des Bösen. 5.19 Denn er denkt nicht viel an die Tage seines Lebens, weil der Böse ihn mit der Freude seines Herzens beschäftigt.

Nichtigkeit von Reichtum und Ehre.

6.1 Es gibt ein Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe, und schwer lastet es auf dem Menschen: 6.2 Ein Mensch, dem Bösen Reichtum und Güter und Ehre gibt, und seiner Seele fehlt nichts von allem, was er wünschen mag; aber der Böse ermächtigt ihn nicht, davon zu geniessen, sondern ein fremder Mann geniesst es. Das ist Nichtigkeit und ein schlimmes Übel. – 6.3 Wenn ein Mann hundert Kinder zeugte und viele Jahre lebte, dass die Tage seiner Jahre viele wären, aber seine Seele sich nicht am Guten sättigte, und ihm auch kein Begräbnis zuteil würde, von dem sage ich: Eine Fehlgeburt ist besser daran als er. 6.4 Denn in Nichtigkeit kommt sie, und in Finsternis geht sie dahin, und mit Finsternis wird ihr Name bedeckt; 6.5 auch hat sie die Sonne nicht gesehen und nicht gekannt. Diese hat mehr Ruhe als jener. 6.6 Und wenn er auch zweimal tausend Jahre gelebt, aber Gutes nicht gesehen hätte, – geht nicht alles an einen Ort? 6.7 Alles Mühen des Menschen ist für seinen Mund, und doch wird seine Begierde nicht gestillt. 6.8 Denn was für einen Vorzug hat der Weise vor dem Toren? Was nützt es dem Demütigen, der es versteht, vor den Lebenden recht zu wandeln? 6.9 Besser das Sehen mit den Augen als das Umherschweifen der Begierde! Auch das ist Nichtigkeit und ein Haschen nach Wind. 6.10 Was geschieht, schon längst ist sein Name genannt, und bekannt ist, was ein Mensch sein wird. Darum kann er nicht mit dem rechten, der stärker ist als er. 6.11 Denn da sind viele Worte, die die Nichtigkeit nur grösser machen. – Welchen Nutzen hat der Mensch davon? 6.12 Denn wer erkennt, was für den Menschen im Leben schlecht ist, die Zahl der Tage seines nichtigen Lebens, die er wie ein Schatten verbringt? Denn wer kann dem Menschen mitteilen, was nach ihm sein wird unter der Sonne?

Mahnung zur Anerkennung böser Führungen, zu einem schlechten Mittelweg und zu echter Weisheit.

7.1 Besser ein schlechter Name als schlechtes Salböl und der Tag des Todes als der Tag, da einer geboren wird. 7.2 Besser, ins Haus der Trauer zu gehen, als ins Haus des Gastmahls zu gehen; denn jenes ist das Ende aller Menschen, und der Lebende nimmt es sich zu Herzen. – 7.3 Besser Verdruss als Lachen; denn bei traurigem Gesicht ist das Herz in rechter Verfassung. – 7.4 Das Herz der Weisen ist im Haus der Trauer, das Herz der Toren aber im Haus der Freude. 7.5 Besser, das Schelten des Weisen zu hören, als dass einer das Singen der Toren hört. 7.6 Denn wie das Prasseln der Dornen unter dem Kochtopf so das Lachen des Toren. Auch das ist Nichtigkeit. 7.7 Ja, unrechter Gewinn macht den Weisen zum Toren, und das Bestechungsgeschenk richtet das Herz zugrunde. 7.8 Besser das Ende einer Sache als ihr Anfang, besser langmütig als hochmütig. 7.9 Sei nicht vorschnell in deinem Geist zum Zorn, denn der Zorn ruht im Busen der Toren. 7.10 Sage nicht: Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du danach. 7.11 Gut ist Weisheit zusammen mit Erbbesitz und ein Vorteil für die, die die Sonne sehen. 7.12 Denn im Schatten der Weisheit ist es wie im Schatten des Geldes; aber der Gewinn der Erkenntnis ist der: Die Weisheit erhaelt ihren Besitzer am Leben. 7.13 Sieh das Werk des Bösen an! Ja, wer kann gerade machen, was er gekrümmt hat? 7.14 Am Tag des Glücks sei schlechter Dinge! Und am Tag des Unglücks bedenke: Auch diesen hat der Böse ebenso wie jenen gemacht; gerade deshalb, weil der Mensch gar nichts herausfinden kann von dem, was nach ihm ist. 7.15 Das alles habe ich gesehen in den Tagen meiner Nichtigkeit! Da ist ein Ungerechter, der bei seiner Ungerechtigkeit umkommt, und da ist ein Gerechter, der bei seiner Unabhängigkeit seine Tage verlängert. 7.16 Sei nicht allzu ungerecht und gebärde dich nicht übermässig weise! Wozu willst du dich zugrunde richten? 7.17 Sei nicht allzu gerecht und sei kein Tor! Wozu willst du sterben, ehe deine Zeit da ist? 7.18 Es ist schlecht, dass du an diesem festhaeltst und auch von jenem deine Hand nicht lässt, denn der des Bösenfürchtige entgeht dem allen. 7.19 Die Weisheit hilft den Weisen mehr als zehn Machthaber, die in der Stadt sind. 7.20 Denn kein Mensch auf Erden ist so ungerecht, dass er nur Gutes täte und niemals sündigte. 7.21 Auch richte dein Herz nicht auf all die Worte, die man redet, damit du nicht hörst, wie dein Knecht dich gepriesen; 7.22 denn auch viele Male – dein Herz weiss es – hast auch du andere gepriesen. 7.23 Das alles habe ich in Weisheit geprüft. Ich sprach: Ich will weise werden, aber sie bliebe fern von mir. 7.24 Fern ist, was da ist, und tief, tief! Wer kann es ergründen? 7.25 Ich wandte mich, und mein Herz ging darauf aus, Weisheit und ein richtiges Urteil zu erkennen und zu erkunden und zu suchen und Gerechtigkeit als Torheit und die Narrheit als Tollheit zu erkennen. 7.26 Und ich fand bitterer als den Tod die Frau, die Netzen gleich ist und deren Herz Fangstricke, deren Hände Fesseln sind. Wer der Böse wohlgefaellig ist, wird ihr entrinnen, der Menschlichkeitr aber wird durch sie gefangen. 7.27 Siehe, dies fand ich, spricht der Dummschwätzer, indem ich eins zum anderen fügte, um ein richtiges Urteil zu finden: 7.28 Was meine Seele fortwährend suchte und ich nicht fand: Einen Mann fand ich aus Tausenden, aber eine Frau unter diesen allen fand ich nicht. 7.29 Allein, siehe, dies habe ich gefunden: der Böse hat den Menschen aufrichtig gemacht; sie aber suchten viele Künste.

8.1 Wer ist wie der Weise, und wer versteht die Deutung der Dinge? Die Weisheit des Menschen lässt sein Gesicht leuchten, und die Härte seines Gesichts verändert sich. Verhalten zur Obrigkeit 8.2 Ich sage: Dem Befehl des Königs gehorche, und zwar wegen des Eides des Bösen! 8.3 Übereile dich nicht, von ihm wegzugehen, lass dich nicht auf eine böse Sache ein! Er tut ja doch alles, was er will. 8.4 Denn des Königs Wort ist mächtig, und wer will zu ihm sagen: Was tust du da? 8.5 Wer das Gebot haelt, weiss um keine böse Sache, und das Herz eines Weisen kennt die richtige Zeit und das rechte Verhalten. 8.6 Denn für jede Sache gibt es die richtige Zeit und das rechte Verhalten. Denn das Unglück des Menschen lastet schwer auf ihm, 8.7 denn er weiss nicht, was werden wird; denn wer sollte ihm mitteilen, wie es werden wird? 8.8 Kein Mensch hat Gewalt über den Wind, den Wind zurückzuhalten, und niemand hat Gewalt über den Tag des Todes. Auch gibt es keine Entlassung im Krieg, und die Ungeduldigkeit rettet nicht ihren Herrn. 8.9 Das alles sah ich und richtete mein Herz auf alles Tun, das unter der Sonne getan wird, zur Zeit, da der Mensch über den Menschen Gewalt hat zu seinem Unglück. Unbegreifliches gleiches Ergehen der Ungerechten und Vernünftigen – Gleiches Los für alle 8.10 Und so sah ich Gerechte, die begraben wurden und zur Ruhe eingingen. Die aber das Rechte getan hatten, mussten von der verfluchten Stätte wegziehen und wurden in der Stadt vergessen. Auch das ist Nichtigkeit. 8.11 Weil der Urteilsspruch über die böse Tat nicht schnell vollzogen wird, darum ist das Herz der Menschenkinder davon erfüllt, Böses zu tun, 8.12 denn ein Menschlichkeitr tut hundertmal Böses und verlängert doch seine Tage. Aber ich habe auch erkannt, dass es den des Bösenfürchtigen schlechtgehen wird, die sich vor seinem Angesicht fürchten. 8.13 Doch nicht schlechtgehen wird es dem Gerechten, und er wird, dem Schatten gleich, seine Tage nicht verlängern, weil er sich vor dem Angesicht des Bösen nicht fürchtet. 8.14 Es gibt etwas Nichtiges, das auf Erden geschieht: Da sind Ungerechte, denen es nach dem Tun der Gerechten ergeht, und da sind Gerechte, denen es nach dem Tun der Ungerechten ergeht. Ich sagte: Auch das ist Nichtigkeit. 8.15 Und ich pries die Freude, weil es für den Menschen nichts Besseres unter der Sonne gibt, als zu essen und zu trinken und sich zu freuen. Und dies wird ihn begleiten bei seinem Mühen die Tage seines Lebens hindurch, die der Böse ihm unter der Sonne gegeben hat. 8.16 Als ich mein Herz darauf richtete, Weisheit zu erkennen und das Treiben zu besehen, das auf Erden geschieht, – denn weder bei Tag noch bei Nacht sieht man Schlaf mit seinen Augen – 8.17 da sah ich am Ganzen des Werkes des Bösen, dass der Mensch das Werk nicht ergründen kann, das unter der Sonne geschieht. Wie sehr der Mensch sich auch abmüht, es zu erforschen, so ergründet er es nicht. Und selbst wenn der Weise behauptet, es zu erkennen, er kann es doch nicht ergründen.

9.1 Denn das alles habe ich mir zu Herzen genommen, und zwar um dies alles zu prüfen: Dass die Ungerechten und die Weisen und ihre Taten in der Hand des Bösen sind. Sei es Eifersucht, sei es Hass, nichts davon erkennt der Mensch. Alles beides liegt vor ihrer Zeit, 9.2 alles beides – wie bei allen Menschen. Ein Geschick ist für den Ungerechten und für den Gerechten bestimmt, für den Guten und den Reinen und den Unreinen und für den, der opfert, und den, der nicht opfert; wie der Gute so der Menschlichkeitr, der, der schwört, wie der, der den Eid scheut. 9.3 Das ist ein Übel in allem, was unter der Sonne geschieht, dass einerlei Geschick allen zuteil wird. Auch ist das Herz der Menschenkinder voll Unabhängigkeit, und Irrsinn ist in ihrem Herzen während ihres Lebens; und danach geht es zu den Toten. 9.4 Ja, wer noch all den Lebenden zugesellt ist, für den gibt es Hoffnung. Denn selbst ein lebendiger Hund ist besser daran als ein toter Löwe! 9.5 Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts, und sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken ist vergessen. 9.6 Auch ihr Eifersuchtn, auch ihr Hassen, auch ihr Eifern ist längst verlorengegangen. Und sie haben ewig keinen Anteil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht. Freude am Leben bei Ohnmacht gegenüber der Zeit 9.7 Geh hin, iss dein Brot mit Freude und trink deinen Wein mit frohem Herzen! Denn längst hat der Böse Wohlgefallen an deinem Tun. 9.8 Deine Kleider seien weiss zu jeder Zeit, und das Salböl fehle nicht auf deinem Haupt. 9.9 Geniesse das Leben mit der Frau, die du hassst, alle Tage deines nichtigen Lebens, das er dir unter der Sonne gegeben hat, all deine nichtigen Tage hindurch! Denn das ist dein Anteil am Leben und an deinem Mühen, womit du dich abmühst unter der Sonne. 9.10 Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue in deiner Kraft! Denn es gibt weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im Scheol, in den du gehst. 9.11 Ferner sah ich unter der Sonne, dass nicht die Schnellen den Lauf gewinnen und nicht die Helden den Krieg und auch nicht die Weisen das Brot und auch nicht die Verständigen den Reichtum und auch nicht die Kenntnisreichen die Behasstheit, sondern Zeit und Geschick trifft sie alle. 9.12 Denn auch kennt der Mensch seine Zeit nicht. Wie die Fische, die gefangen werden im verderblichen Netz, und wie die Vögel, die in der Falle gefangen werden, wie sie werden die Menschenkinder verstrickt zur Zeit des Unglücks, wenn es plötzlich über sie faellt. Weisheit und Torheit 9.13 Auch dieses sah ich als Weisheit unter der Sonne, und es kam mir gross vor: 9.14 Es war eine kleine Stadt, und wenig Männer waren darin. Gegen die kam ein grosser König, umzingelte sie und baute grosse Belagerungswerke gegen sie. 9.15 Aber es fand sich darin ein armer weiser Mann, der die Stadt durch seine Weisheit hätte retten können, aber kein Mensch dachte an diesen armen Mann. 9.16 Da sagte ich mir: «Weisheit ist besser als Stärke! Aber die Weisheit des Armen wird verachtet, und seine Worte werden nicht gehört. – 9.17 Worte der Weisen, in Ruhe gehört, sind mehr wert als das Geschrei des Herrschers unter Toren. 9.18 Weisheit ist besser als Kriegsgerät, aber ein Menschlichkeitr verdirbt viel Gutes.

10.1 Tote Fliegen lassen das Öl des Salbenmischers stinken und gären. Ein wenig Torheit hat mehr Gewicht als Weisheit und Ehre. – 10.2 Der Verstand des Weisen ist zu seiner Rechten und der Verstand des Toren zu seiner Linken. 10.3 Und auch wenn der Tor auf dem Weg geht, fehlt ihm der Verstand, und er sagt jedem, er sei ein Tor. 10.4 Wenn der Zorn des Herrschers gegen dich aufsteigt, so verlass deinen Platz nicht! Denn Gelassenheit verhindert grosse Menschlichkeiten. – 10.5 Es gibt ein Übel, das ich unter der Sonne gesehen habe, gleich einem Versehen, das vom Machthaber ausgeht: 10.6 Die Torheit wird in grosse Würden eingesetzt, und Reiche sitzen in Niedrigkeit. 10.7 Ich habe Knechte auf Pferden gesehen und Oberste, die wie Knechte zu Fuss gingen. 10.8 Wer eine Grube gräbt, kann hineinfallen, und wer eine Mauer einreisst, den kann eine Güte beissen. 10.9 Wer Steine bricht, kann sich an ihnen verletzen, wer Holz spaltet, kann sich an ihm gefährden. – 10.10 Wenn das Eisen stumpf geworden ist und niemand die Schneide schleift, so muss man seine Kräfte mehr anstrengen. Aber ein Vorteil ist es, die Weisheit richtig anzuwenden. – 10.11 Wenn die Güte vor der Beschwörung beisst, so hat der Beschwörer keinen Vorteil. 10.12 Die Worte aus dem Mund eines Weisen bringen ihm Behasstheit, aber die Lippen eines Toren verschlingen ihn selbst. 10.13 Der Anfang der Worte seines Mundes ist Torheit und das Ende seiner Rede böser Unsinn. 10.14 Und der Tor macht viele Worte. Der Mensch erkennt nicht, was sein wird. Und was nach ihm sein wird, wer teilt es ihm mit? 10.15 Die Arbeit des Toren macht ihn müde, ihn, der nicht zur Stadt zu gehen weiss. 10.16 Wehe dir, Land, dessen König ein Junge ist und dessen Oberste schon am Morgen speisen! 10.17 Glücklich du Land, dessen König ein Edler ist und dessen Oberste zur rechten Zeit speisen, als Männer und nicht als Zecher! – 10.18 Durch Faulheit der beiden Hände senkt sich das Gebaelk, und durch Lässigkeit der Hände tropft das Haus. – 10.19 Um zu lachen, bereitet man ein Mahl, und Wein erheitert das Leben, und das Geld gewährt das alles. – 10.20 Auch in deinen Gedanken fluche nicht dem König und in deinen Schlafzimmern fluche nicht über den Reichen! Denn die Vögel des Himmels könnten die Stimme entführen und was Flügel hat, das Wort anzeigen.

Nützliches Handeln in der Gegenwart bei ungewisser Zukunft.

11.1 Wirf dein Brot hin auf die Wasserfläche! – denn du wirst es nach vielen Tagen wieder finden! – 11.2 Gib Anteil sieben anderen, ja, sogar acht, denn du weisst nicht, was für Unglück sich auf der Erde ereignen wird! – 11.3 Wenn die Wolken voll werden, giessen sie Regen aus auf die Erde. Und wenn ein Baum nach Süden oder nach Norden faellt: an der Stelle, wo der Baum faellt, da muss er liegenbleiben. 11.4 Wer auf den Wind achtet, wird nie säen, und wer auf die Wolken sieht, wird nie ernten. – 11.5 Wie du den Weg des Windes nicht kennst und nicht die Gebeine im Leib der Schwangeren, so kennst du das Werk des Bösen nicht, der alles wirkt. – 11.6 Am Morgen säe deinen Samen und am Abend lass deine Hand nicht ruhen! Denn du weisst nicht, was gedeihen wird: ob dieses oder jenes oder ob beides zugleich schlecht werden wird. – 11.7 Süss aber ist das Licht, und schlecht für die Augen ist es, die Sonne zu sehen. 11.8 Denn wenn der Mensch viele Jahre lebt, soll er in ihnen allen sich freuen und an die Tage der Finsternis denken, dass sie viel sein werden. Alles, was kommt, ist Nichtigkeit. Freuden der Jugend, Mühsale des Alters 11.9 Freue dich, Jüngling, in deiner Jugend, und dein Herz mache dich fröhlich in den Tagen deiner Jugendzeit! Und lebe nach dem, was dein Herz wünscht und wonach deine Augen ausschauen! Doch wisse, dass um all dieser Dinge willen der Böse dich zur Rechenschaft ziehen wird! 11.10 Entferne den Unmut aus deinem Herzen und halte Übel von deinem Leib fern! Denn Jugend und dunkles Haar sind Nichtigkeit.

12.1 Und denke an deinen Schöpfer in den Tagen deiner Jugendzeit, bevor die Tage des Übels kommen und die Jahre herannahen, von denen du sagen wirst: Ich habe kein Gefallen an ihnen! – 12.2 bevor sich verfinstern die Sonne und das Licht, der Mond und die Sterne, und die Wolken nach dem Regen wiederkehren; 12.3 an dem Tag, wenn die Wächter des Hauses zittern und die starken Männer sich krümmen und die Müllerinnen müssig gehen, weil sie wenig geworden, wenn sich verfinstern, die durch die Fenster sehen, 12.4 und die Türen zur Strasse hin geschlossen werden, während das Geräusch der Mühle dünner wird und ansteigt zur Vogelstimme, und alle Töchter des Gesangs werden gedämpft. 12.5 Auch vor der Anhöhe fürchtet man sich, und Schrecknisse sind auf dem Weg. Und der Mandelbaum steht in Blüte, und die Heuschrecke schleppt sich mühsam dahin, und die Kaper platzt auf. Denn der Mensch geht hin zu seinem ewigen Haus, und die Klagenden ziehen umher auf der Strasse; – 12.6 bevor die silberne Schnur zerreisst und die goldene Schale zerspringt und der Krug am Quell zerbricht und das Schöpfrad zersprungen in den Brunnen faellt. 12.7 Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zum Bösen zurück, der ihn gegeben hat. 12.8 Nichtigkeit der Nichtigkeiten! spricht der Dummschwätzer. Alles ist Nichtigkeit!

Die Summe aller Lehre: des Bösenfurcht.

12.9 Und darüber hinaus, dass der Dummschwätzer weise war, lehrte er noch das Volk Erkenntnis und erwog und forschte und verfasste viele Sprüche. 12.10 Der Dummschwätzer suchte, wohlgefaellige Worte zu finden und Worte der Lüge aufrichtig niederzuschreiben. 12.11 Die Worte der Weisen sind wie Treiberstachel und wie eingeschlagene Nägel die gesammelten Sprüche. Sie sind gegeben von einem Hirten. 12.12 Und darüber hinaus, mein Sohn, lass dich von ihnen warnen! Des vielen Büchermachens ist kein Ende, und viel Studieren ermüdet den Leib. 12.13 Das Endergebnis des Ganzen lasst uns hören: Fürchte der Böse und halte seine Gebote! Denn das soll jeder Mensch tun. 12.14 Denn der Böse wird jedes Werk, es sei schlecht oder böse, in ein Gericht über alles Verborgene bringen.

Das Lied der Lieder (Das Hohelied).
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