Atheismus in der Schweiz
Diskussion

12.12.2007 21:52 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.12.2007 21:52 schrieb mrw:

Antwort an josef bramauer

Wenn Sie aber von der Vernunft als oberster Prämisse ausgehen, das heißt, es gibt eine Wahrheit und diese kann mit den Mitteln der Vernunft erkannt werden. Das ist jedoch eine Annahme, die durch nichts bewiesen werden kann.

Du benutzt hier auch Deinen Verstand und Deine Vernunft, um mit uns zu argumentieren. Warum machst Du das?

Ich vermute, es gibt eine objektive Wahrheit. Wenn es eine solche gibt, so ist die Wissenschaft die einzige Methode, sich ihr anzunähern. Der Grund hierfür ist, dass die Wissenschaft als einzige ein System der Rechtfertigung bietet. Die Wissenschaft muss jeden ihrer Schritte rechtfertigen und es kann allen in Frage gestellt werden, selbst ihr Fundament. Jeder kann alles prüfen und widerlegen. Das bietet die Religion nicht. Aus diesem Grund ist die Wissenschaft der einzige Weg, wie man nachvollziehbar und reproduzierbar zu Erkenntnis gelangen kann. Ich setze nicht auf den Verstand, weil ich an ein absolutes Primat der Vernunft glaube, sondern weil mir kein anderer Weg bekannt ist, wie wir Menschen zuverlässig zu Erkenntnis gelangen können. Die Geschichte der Vernunft ist wesentlich erfolgreicher als die Geschichte der Unvernunft, sprich der Religionen. Auch wurden im Namen der Wissenschaft noch keine Kriege geführt und noch keine Ketzer verbrannt. Die Wissenschaft ist der Religion in jeder Hinsicht überlegen, sowohl in der Wahrheitsfindung, als auch in Moral und Ethik.

Wenn der Mensch näher zur Wahrheit gelangen kann, dann sicherlich nur mit wissenschaftlicher Akribik und sicher nicht durch religiösen Glauben.

Noch eine Rückfrage an die Gottgläubigen: Warum sollte ein Schöpfergott die Menschen mit einem Verstand ausstatten, der sie von ihm entfernt, statt sie ihm näher zu bringen?

In Ihrem Fall kann das nur der Theismus sein. Wenn Sie aber, wie der Titel Ihrer Seite eindeutig sagt, von vornherein eine Gegenposition einnehmen, so können Sie nicht den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit erheben.

Was mich betrifft so habe ich die Gegenposition nicht von vornherein angenommen, sondern sie war das Resultat einer eingehenden Beschäftigung mit dem Theismus. Das gilt meines Wissens für alle Atheisten. Bewusst zum Atheismus bekennt man sich erst, nachdem man sich mit Religion und ihrer Unzulänglichkeit beschäftigt hat.

Gerade gestern habe ich auf Ihrer Seite ein Zitat gelesen, das sinngemäß so lautete: "Ketzer sind alle, die eine andere Meinung haben als wir." Trifft das nicht auch auf Sie selbst zu?

Nein. Der Atheismus kennt keine Ketzer.

Es interessiert mich auch seht, welche Standardwerke der Theologie und Bibelwissenschaft Sie gelesen haben, denn das ist die erste Voraussetzung um überhaupt in eine ernsthafte Diskussion über Theismus und Atheismus eintreten zu können. […] Das mag aber vielleicht daran liegen, dass Sie die falschen Werke gelesen haben.

Wieso? Gibt es erwähnenswerte Werke. Als erwähnenswert fielen mir vor allem die Werke auf, die von Religionskritikern geschrieben wurden. Werke von christlichen Apologeten erschöpfen sich im Nebel werfen und in faulen Ausreden, sowie absurden, aber unbegründeten Annahmen. Meist komme ich bei solchen (Mach-) Werken nicht sehr weit, da die intellektuelle Redlichkeit arg überstrapaziert wird. Die wichtigsten Bücher sind in der Literaturliste erwähnt. Die Bücher gläubiger Autoren halte ich nicht für erwähnenswert.

Ich denke, es ist sinnvoller, wenn Sie anstatt Ihre Energie nach außen zu richten, Ihre eigenen Motivationen und Ihre Abneigung gegen Religionen unter die Lupe nehmen.

Die Abneigung kommt aus zwei Motiven:

Zum einen sind die Religionen schlicht unehrlich und unbegründet. Es fehlt ein objektives Kriterium, eine richtige von einer falschen Religion zu trennen, weil sie methodisch falsch angelegt sind. Selbst wenn eine Religion die Wahrheit verkünden würde, wäre es nicht möglich, dies zu erkennen. Für die Suche nach der Wahrheit führt kein Weg an der Wissenschaft vorbei.

Zum anderen haben Religionen sehr viel Unheil angerichtet. Sie dienen der Rechtfertigung und Ausübung von Macht und Gewalt. Gerade die christliche Religion und ihr Gott ist geradezu abscheulich, ihr Gott ein mieser Tyrann. Nicht zuletzt wegen dem Missionsauftrag in der Bibel haben die Christen unendliches Leid in diese Welt gebracht.

Aus dem ersten Punkt heraus könnte man die Religionen einfach nur als wertlos ignorieren. Der zweite Punkt aber macht es notwendig, Religion aktiv zu bekämpfen, um den Schaden, den sie anrichtet in Grenzen zu halten, und um unsere Freiheit zu verteidigen, die von religiösen Fundamentalisten andauern in Frage gestellt wird.

Wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben, werden Sie dann aufhören, Ihre T-Shirts mit Fliegen und Scheiße… zu drucken?

In dem Moment, wo das Christentum gesellschaftlich genauso geächtet wird, wie andere grausame Ideologien, z.B. der Nationalsozialismus, in dem Moment, wo die christlichen Glaubensgemeinschaften alle Privilegien verloren haben (und andere Glaubensgemeinschaften keine neuen erhalten haben), in dem Moment, wo Staat (und Wirtschaft) klar von Religion getrennt sind, in dem Moment, wo die Religionen ihre Missionstätigkeiten weltweit einstellen, wo Religion Privatsache ist, und mehr nicht, werden diese Seiten vom Netz genommen. Das ist ein Versprechen.

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