Atheismus in der Schweiz
Diskussion

05.10.2007 21:07 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.10.2007 21:07 schrieb mrw:

Antwort an David: Erklärungen zum Beweis, dass es keinen Gott gibt

Kannst du mir das etwas besser erklären? Warum ist es nicht möglich, aus freiem Willen zu glauben? Warum kann ich mich nicht entscheiden, ob ich an etwas glauben will oder nicht? Deine Argumentation habe ich nicht verstanden.

Glaubst Du an blau-rot gestreiften Zauberschwäne, die mitten unter uns leben und immer verschwinden, wenn jemand sie beobachtet?

Die Antwort ist höchst wahrscheinlich: «nein».

Ist es Deine freie Entscheidung, dass Du nicht daran glauben willst? Anders gefragt: Könntest Du daran glauben? Die Vorstellung von diesen Schwänen ist doch völlig absurd, so etwas kann es nicht geben, oder bist Du da anderer Meinung?

Gib es zu: Du kannst nicht an meine Schwäne glauben, weil Du weisst, dass ich das nur erfunden habe und weil Du weisst, dass es völliger Unsinn ist.

Dein Bewusstsein kann nicht steuern, ob Du etwas glauben willst. Entweder es erscheint Dir irgendwie logisch und überzeugend, dann kannst Du eine bestimmte Sache glauben, oder sie erscheint Dir falsch, dann kannst Du nicht daran glauben, Du willst nicht einmal daran glauben. Du kannst mit Deinem Willen weder steuern, was Du glaubst, noch steuern, was Du tun willst.

Arthur Schopenhauer hat das treffend formuliert, als er sagte: Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen was er will.

Wir können unsere Taten steuern, aber nicht unseren Willen – und auch nicht unseren Glauben. Wir überlegen, was wir tun wollen, dann tun wir etwas, oder lassen es sein. Aber wir können uns nicht frei entscheiden, ob wir etwas wollen oder nicht, wir wollen es einfach. Sagen wir mal, du willst Musik hören. Du kannst entscheiden, ob Du das Radio einschaltest oder nicht, aber Du kannst nicht entscheiden, dass Du plötzlich keine Musik mehr hören willst. Auch wenn Du nicht das Radio einschaltest, die Musik wolltest Du trotzdem hören. Das ist nicht unter der Kontrolle Deines Willens.

Mit dem Glauben ist es dasselbe. Ich kann mich entscheiden zur Kirche zu gehe, aber ich habe keinen Einfluss darauf, ob ich an einen Gott glaube. Dies ist keine Willensentscheidung.

Ich glaube zum Beispiel, dass es immer noch unentdeckte Tierarten gibt. Obwohl es nicht beweisbar ist, da es möglich wäre, dass heute das letzte existierende Bakterium entdeckt wurde.

Du hast offensichtlich nicht verstanden, worum es geht. Du entscheidest nicht bewusst, an unentdeckte Tierarten zu glauben. Du glaubst es einfach, weil es Dir plausibel erscheint. Bei mir ist es dasselbe: Ich glaube nicht an einen Gott, weil es mir äusserst unplausibel erscheint. ich kann überhaupt nichts dafür. Augrund meines Wissens und meiner Erfahrung ist dies die einzig mögliche Schlussfolgerung für mich.

Die Argumentation hält in diesem Fall nicht. Es sei denn, ich hätte etwas falsch verstanden.

Vollkommen falsch. Ich hoffe, obige Erläuterungen waren verständlicher.

Nun noch einmal zu meinem…

…Fazit

Niemand kann sich freiwillig dafür entscheiden, etwas zu glauben, oder etwas nicht zu glauben. Es ist nicht möglich etwas echt zu glauben was einem völlig unlogisch und falsch erscheint.

Warum sollte ein Gott von den Menschen etwas verlangen, was nicht in ihrer Macht steht?

Wenn ein guter und allmächtiger Gott existiert, dann gehe ich davon aus, dass er weiss, dass wir nicht selbst entscheiden können, was wir glauben und was nicht. Ein guter Gott würde niemals von uns etwas verlangen, das wir nicht erfüllen können. Ein allmächtiger Gott hat die Macht, uns wissen zu lassen, dass es ihn gibt.

Folglich ist vollkommen ausgeschlossen, dass man an einen gütigen und allmächtigen Gott glauben muss. Entweder alle Menschen der Welt wissen zweifellos, dass es ihn gibt, oder es gibt ihn nicht.

Im alten Testament mussten die Menschen angeblich auch nicht an einen Gott glauben, weil er sich angeblich zeigte und mit den Menschen redete. Warum sollte er das heute nicht mehr tun? Warum sollte er von uns verlangen, an eine unglaubwürdige und schlecht überlieferte zweitausend Jahre alte Geschichte zu glauben?

Nur weil es keinen Gott gibt, musste die Religion den Glauben zu Hilfe nehmen.

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