Atheismus in der Schweiz
Diskussion

18.11.2007 11:53 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.11.2007 11:53 schrieb mrw:

Antwort an David: Zurück aus dem Kriegsdienst

Soooo, da bin ich wieder. Mann ist das Militär scheisse (da war ich gerade)

Tja, ich hatte aus Gewissensgründen verweigert. Das ganze System mit Armeen missfällt mir, in denen sich Familienväter gegenüberstehen und sich auf Befehl von oben gegenseitig massakrieren. In der Schweiz kann man zwar argumentieren, dass wir niemals angreifen und nur verteidigen, aber solange man Milliarden in die Rüstung investiert, und nur einen kleinen Bruchteil in friedenserhaltende Massnahmen, ist das nicht ehrlich. Ausserdem ist das Militär in der jetzigen Sicherheitslage höchstens eine sauteure Fehlinvestition. Wir geben Milliarden für Panzer aus, die (glücklicherweise) nie zum Einsatz kommen, und am Ende teuer verschrottet, oder noch schlimmer, an tyrannische Regierungen verscherbelt werden, welche damit dann noch Krieg treiben oder die Bevölkerung unterdrücken.

Komplexität von Gott

Du nennst Gott ein hochkomplexes Wesen. Damit triffst Du den Kern des Problems:

Meine Ansicht

Ich behaupte: Die Welt ist entstanden durch eine langsame aber stetige Entwicklung aus einem einfachen Ereignis, das wir «Urknall» nennen, und über das wir noch nicht sehr viel wissen, das wir aber anhand seiner nachweisbaren Auswirkungen heute messen und beschreiben können. Die Ausgangslage war einfach: Irgendwie hat sich eine gewaltige Menge an Energie in einem winzigen Punkt «entladen» und damit Raum und Zeit begründet. Woher die Energie des Urknalls kam, wissen wir (noch) nicht, aber seither leben wir davon. Danach haben sich Sterne, Planeten, Galaxien nach den Gesetzen der Natur entwickelt, selbstständig und wissenschaftlich gut erklärbar. Auf mindestens einem dieser Planeten waren die Bedingungen gegeben, dass sich selbst reproduzierende Strukturen entstehen konnten – entweder durch die Entstehung von einfachen Stoffwechselkreisen, oder durch die Bildung einfacher replizierender Strukturen. Was von beidem zuerst war, das ist noch nicht geklärt, da gibt es zwei konkurrierende Theorien, die beide plausibel sind. Dies begründete eine darwinistische Evolution, an deren Ende komplexe Lebewesen stehen, von denen eines die geistigen Fähigkeiten entwickelt hat, die Frage nach dem eigenen Ursprung zu stellen – und zu beantworten. Alles ist wissenschaftlich recht gut abgesichert. Die Entwicklung geht also von einem geistlosen unbelebten, einfachen Anfang hin zu komplexen Strukturen, Leben und Geist. Am Anfang war es einfach, jetzt ist es komplex.

Du behauptest

(Bitte korrigiere mich, wenn ich Dir etwas falsches unterstelle, das ist nicht meine Absicht. Ich gebe es so wieder, wie ich Dich verstanden habe.)

Du behauptest nun, die Komplexität sei schon immer da gewesen. Du postulierst ein höchstkomplexes Ding namens «Gott», ohne eine Begründung dafür zu liefern, wieso es ein solches braucht und woher es kommt. Es ist äusserst unwahrscheinlich, dass etwas so hochkomplexes, wie ein Gott, einfach da sein soll. Vor allem aber werfen Christen in Unkenntnis der Tatsachen oft der Evolutionstheorie vor, das Leben sei viel zu komplex, um von selbst entstanden sein zu können. Aber andererseits haben sie kein Problem damit, das komplexeste aller denkbaren Wesen, «Gott», als immer schon da gewesen zu postulieren. Sie finden es nicht nötig, dieses enorme Mass an Komplexität zu begründen! Um Fagen abzublocken, sagst Du einfach, wir Menschen könnten dieses Ding nicht erfassen, weil es nicht wolle, dass wir es erfassen. Eine Begründung für diese absurde Behauptung bleibst Du uns schuldig.

Wissenschaftlich gesehen braucht es keinen Gott, um unsere Welt zu erklären. Im Gegenteil, eine Erklärung mit einem Gott ist in höchstem Masse unlogisch. Du musst also schon stichhaltig begründen, wieso ich Deine Theorie nicht als Humbug abtun soll. Dein einziges Argument ist, dass dumme und im Vergleich zur heutigen Kenntnislage ungebildete Menschen vor über zweitausend Jahren die Welt nicht erklären konnten, in einem Buch, das sie «Bibel» nannten und als «heilig» bezeichneten, semitische Volksmärchen, von denen eines behauptet, die Welt sei von einem überirdischen Geistwesen namens «Gott» in sieben Tagen erschaffen worden. Dies ist jedoch nachweislich falsch. Denn weder liefert die Bibel eine Erklärung für die Existenz von ausgestorbenen oder neu entstehenden Tierarten, nicht einmal die Dinosaurier werden erwähnt, obschon diese doch sehr erwähnenswert gewesen wären, noch stimmt die Zeitangabe mit den sieben Tagen, noch der Ablauf. Dies alles ist wissenschaftlich widerlegt. Die Menschen, welche die Bibel schrieben, hatten schlicht und einfach von Tuten und Blasen keine Ahnung! Sie schrieben, was ihnen gerade einfiel, respektive was man sich so erzählte und was sie in ihrem beschränkten Wissen als «gute Erklärung» ansahen.

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