Atheismus in der Schweiz
Diskussion

18.12.2007 18:43 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.12.2007 18:43 schrieb mrw:

Antwort an josef bramauer: Wissen und Staunen

Wenn wir jedoch all das so weit als möglich zurückverfolgen, kommen wir an den Punkt, dass der Mensch an sein Wissen glaubt.

Versuchst Du ein bisschen Nebel zu streuen?

Also: «Wissen» mit absoluter Sicherheit kann kein Mensch irgendetwas, denn das würde voraussetzen, dass ein Mensch Einblick in die «Wahrheit» hat, oder wie sonst soll er feststellen können, dass sein Wissen auch korrekt ist?

Aber es gibt Methoden, wie wir Menschen den Nebel der Unwissenheit lichten können. Genau dieser Methoden bedient sich die Wissenschaft. Wir können «Wissen» und «Wahrheit» als abstrakte Ideale niemals erreichen, aber wir können uns durch gewissenhafte Forschung beliebig genau annähern.

Die Physik schließt definitif aus, dass irgendwo ein Gott wohnen soll. Chemie und Biologie verbieten die Entstehung des Lebens oder des ganzen Universums als akt eines handelnden Wesens.

Korrekt.

Logik und Semantik lassen wiederum nicht zu, sich Gott nach Art eines Gegnstandes inh Raum und Zeit vorzustellen.

Auch nicht ausserhalb davon, sonst aber korrekt.

Die Expansion des Wissens berührt den Gottesbegriff nur insoweit, als sie vor Augen führt, das Gott über jeglicher Faktizität steht. Das kann dem Glauben nur zugutekommen.

Damit sagst Du: «Es gibt Gott nicht, aber man kann trotzdem an ihn glauben — dumm, dumm, dumm.

Aber so ist es natürlich — leider. Viele lassen ihren Glauben von den Tatsachen nicht beeinflussen.

Der Glaube verlangt einen reifen Verstand, wie er auch von jedem Wissenschaftler erwartet werden muss.

Der Glaube verlangt vor allem einen ausgeschalteten Verstand.

Warum bitte schön, sollte man an einen Gott glauben, — und viel wichtiger, — an was für einen Gott soll man glauben? Ein Gott ist etwas so beliebiges. Du lehnst einen wundertätigen Gott ab, damit lehnst Du den Gott der Bibel ab. Das ist ja schon mal ein Fortschritt, denn der Gott der Bibel ist ein in sich widersprüchlicher grausamer Tyrann, die Erfindung eines primitiven Wüstenvolkes.

Aber an welchen Gott sollte man Deiner Meinung nach sonst glauben, und vor allem warum?

Der Glaubende kann aus dem Bewusstsein seiner selbst die Gewissheit ziehen, dass Gott im Ganzen des Daseins gegenwärtig ist.

So ein Blödsinn. «Ich denke, also gibt es einen Gott»? Mumpitz!

Zusammengefasst schreibst Du: «Einen Gott gibt es nicht, aber man sollte trotzdem und gerade deshalb daran glauben — So ein Unsinn!

Der sich seiner selbst bewusste Mensch kann durch all sein sich ständig erweiternes Wissen auch nur zu dem Punkt gelangen über die Einheit zu staunen.

Da gebe ich Dir Recht. Stauen tun auch wir Atheisten. Über das Wunder des Seins und über die Wunder der Natur und über die Dummheit manch menschlicher Kleingeister.

Der Moment des Staunens, der Erfahrung des Ganzen ist ein Moment, in dem reine Gegenwart aufscheint, ein Moment in dem alle Sicherheiten, Wahrscheinlichkeiten und Denkmuster wegfallen und man vor dem nackten "Dass" steht vor dem Leben, vor dem Sein, das einfach da ist und sich ereignet als könne es nicht anders.

Wieso ist Dir das Wunder des Seins nicht gut genug? Wieso musst Lehnst Du die Natur, unseren Kosmos ab, um unbedingt noch einen Gott dahinter zu vermuten? Ist nicht das Sein an sich das grösste aller denkbaren Wunder? Ist nicht der Kosmos wunderbar genug? Unser Leben grossartig, die Tatsache unseres Bewusstseins atemberaubend? Wieso willst Du dieses gigantische Wunder durch einen dummen imaginären Gott kaputt machen?

Antwort an Anonymous

Viele gute und aufgeklärte Menschen glauben an Gott

Wesentlich weniger als schlechte und unwissende Menschen — auch prozentual gesehen.

Der Glaube ist mächtig, besonders wenn man ihn nicht zu rechtfertigen braucht, aber die Meisten, die angefangen haben ihn zu hinterfragen entfernen sich von ihm. Glauben und Denken sind Gegensätze.

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