Atheismus in der Schweiz
Diskussion

05.01.2008 21:31 - Gwendolan

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Diskussionsbeitrag:

Am 05.01.2008 21:31 schrieb Gwendolan:

«Das es keinen Gott (und erst recht keinen christlichen!) gibt, wissen wir bereits heute.»

Nein, das wissen wir nicht. Du kannst das nur vermuten oder glauben.

Wir wissen das so gut, wie wir überhaupt etwas wissen können. Ich bezog mich dabei auf deine Aussage, "eines Tages würden wir wissen, ob es Gott gibt. Mit Verlaub, aber so viel wie wir wissen gibt es keinen, alles was wir wissen spricht gegen die Existenz eines Gottes.

Wie das Gehirn genau funktioniert, wissen wir bis heute noch nicht. Das ist noch gegenstand der Forschung. Bewusstsein und Persönlichkeit konnten ebenfalls noch nicht im Körper lokalisiert werden.

Das ist falsch. Es ist eindeutig, das Bewusstsein und Persönlichkeit in unserem Gehirn "erzeugt" werden. Das sieht man zum Beispiel daran, dass Leute mit Gehirnverletzungen teilweise Persönlichkeitsänderungen durchmachen.

Der Urknall ist bis jetzt nur eine Theorie und keine bewiesene Tatsache. Ähnlich verhält es sich mit der Evolutionstheorie.

Das stimmt nicht ganz. Der Urknall ist tatsächlich eine Theorie, insofern als dass aufgrund der Datenlage auch andere Möglichkeiten denkbar wären, wie unser Universum funktioniert (siehe oben "Universum ohne Grenzen"). Allerdings ist es nicht "nur Theorie", sondern sichere Tatsache, dass das Universum sich ausdehnt, also einmal viel kleiner gewesen sein muss und ziemlich sicher mal die Form einer Singularität hatte.

Bei der Evolution ist es etwas anders. Es ist zu unterscheiden zwischen Evolutionsfaktum und Evolutionstheorie. Das die Evolution ein Fakt ist wird mit Tausenden von Fossilien, Experimenten z.B. zur Resistenzentwicklung von Mikroorganismen und anhand von DNA-Untersuchungen ganz klar und eindeutig bewiesen.

Die Evolutionstheorie hingegen versucht zu erklären wie genau, also nach welchen Gesetzmässigkeiten dieses Evolutionsfaktum sich abgespielt hat.

Generell muss man aufpassen, dass man den wissenschaftlichen Theoriebegriff nicht mit dem alltäglichen verwechselt.

Ja,da gebe ich dir recht, Gwendolen: Mut zur Lücke ist besser als um jeden Preis eine Erklärung zusammen zu basteln.

Das finde ich zwar grundsätzlich auch, allerdings stammt diese Passage nicht von mir sondern von mrw, weshalb ich dazu mal nichts sagen werde. ;-)

Gott und die Kirche zwei verschiedene Dinge

Selbstverständlich sind Gott und Kirche zwei verschiedene Dinge. Die Kirchen sind das, was Religion tatsächlich bedeutet, was sie in der gesellschaft überhaupt relevant macht. Was jemand zuhause für sich im stillen Kämmerlein über das Universum denkt ist mir völlig egal. Zuhause im Kämmerlein darf von mir aus jeder an Jesus, Budda, Ufos oder Astrologie glauben. Klar, ich würde darüber lachen, aber es wäre mir egal. Die Kirchen allerdings berufen sich auf den Aberglauben der Menschen um realen Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen, und das auf Grundlage von völlig überholten Moral-, Ethik- und Wertvorstellungen. Die Kirchen sind es, welche den Aberglauben der Menschen zu einer vernichtenden Kraft bündeln können - und das auch schamlos tun. Und sie tun das alles im Namen von Göttern. Extremisten (wie die Taliban oder mordende Abtreibungsgegner) verüben ihre Taten im Namen von Göttern. Und deswegen ist es eben nicht völlig egal. Irrationaler Glaube in jeder Form bringt grosse Gefahren mit sich, vor allem wegen dem Absolutheitsanspruch auf die letzte Wahrheit. Deswegen ist es wichtig, gegen Aberglauben in jeder Form zu kämpfen. Nur weil du auch ohne Kirchen irrationales Zeug glauben kannst, heisst das nicht, dass die Kirchen ohne die irrationalen Ideen funktionieren könnten.

An den christlichen Gott zu glauben, aber die (unfehlbare!) Kirche für falsch zu halten, ist ohnehin inkonsequent. Entweder man glaubt die Bibel sei Gottes Wort, und zwar Wort für Wort und zwar das neue sowie auch das alte Testament, oder aber man glaubt es könne (zum Beispile wegen der bibelinternen Widersprüche) nicht jedes Wort wahr sein und lässt dann konsequenterweise gleich alles was darin beschrieben ist, inklusive der Vorstellung des personalen Christengottes mit seinem spezifischen Charakter, als Unfug hinter sich. Alles dazwischen (also "gemässigstes Christentum") ist ein völlig inkonsequenter geistiger Spagat.

Wenn du hingegen eine "erste Ursache" oder aber "alles was ist" als Gott bezeichnen willst - bitteschön, dann tu das. Aber glaube ja nicht, ein solcher Gott würde irgend einen Einfluss auf das meschnliche Leben haben oder gar die Naturgesetze, welche er ja dann selbst gestaltet hätte, ändern, sodass dein Bewusstsein den Tod deines Hirns überdauern könnte. Das ist ja sicherlich eine ganz schön tröstliche Vorstellung, aber bedenke: Das Universum schuldet dir keinen Trost!

Ich fände es im überigen interessant, wenn du etwas konkreter von deiner Gottesvorstellung und deiner Religion berichten könntest, dann könnte man auch besser auf deine partikulären Glaubensinhalte eingehen. :-)

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