Atheismus in der Schweiz
Diskussion

19.01.2008 10:12 - mrw

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Diskussionsbeitrag:

Am 19.01.2008 10:12 schrieb mrw:

Aber Engel sind nach den Axiomssystem nur Mädchen mit Rettsyndrom.
[…]
Geistig schwerbehinderte sind ja sowieso schon selig.

Das gilt natürlich nur, wenn man nach der Bibel geht. Aber dann kommt wieder das Problem mit der allgemeinen Diskriminierung Behinderter, und mit der Tatsache, dass der biblische Gott ein bösartiger Tyrann ist.

Ausserdemm macht es dann immer noch keinen Sinn: Warum sollte jemand «selig» geboren werden? Woher hat er diese «Seligkeit» erworben? «Engel» sind nach Deiner Definition ja nur die mit dem Rett-Syndrom, aber z.B. nicht die mit dem Down-Syndrom.

Das Engelmann-Syndrom habe ich nur als Widerlegung für die Aussage 'geistig behinderte Menschen haben keine Lebensqualität'.

Das ist dann aber keine Widerlegung, sondern nur eine Einschränkung. Nicht alle geistig behinderten Menschen haben keine Lebensqualität, aber viele haben sie nicht. Aber auch ein Affe, ein Schwein, eine Kuh haben Lebensqualität, selbst wenn sie nur für den Schlachthof leben, das realisieren sie nicht. Sind Tiere auch «selig»?

Vielen geistig Behinderten fehlt auch das, was den Menschen zum Menschen macht, also eben die geistigen Fähigkeiten. Haben sie dann überhaupt eine Seele? (Aussage und Frage sind natürlich bewusst sehr provokativ formuliert.) Und was ist eine «Seele», was macht eine «Seele» aus? Was genau soll das sein, was nach dem Tod weiterlebt? Alles, was ich mit «Seele» in Verbindung bringen würde, sind normale Hirnfunktionen, und gerade diese sind bei geistig Behinderten schwer defekt. Daher sind die Fragen zwar sehr provokativ, aber durchaus ernst gemeint, denn wenn man an eine «Seele» glaubt, was ich natürlich nicht tue, muss man sich diese Fragen stellen und Antworten darauf suchen.

Das andere Beispiel mit der Degeneration im Alter: Nehmen wir einen klugen und intelligenten Menschen. Im Alter kriegt er Alzheimer und stirbt in völliger geistiger Umnachtung. Als was soll er nun sein Leben im Diesseits verbringen?

Mein Fehler. Der Satz muss heissen:

Das andere Beispiel mit der Degeneration im Alter: Nehmen wir einen klugen und intelligenten Menschen. Im Alter kriegt er Alzheimer und stirbt in völliger geistiger Umnachtung. Als was soll er nun sein Leben im Jenseits verbringen?

Auch an Alzheimer erkrankt Menschen sind nicht Tod. Vielleicht ist er glücklich und wünscht sich das ewige Leben?

Den ersten Satz verstehe ich gar nicht.

Was ich sagen will: Ich für mich wollte auf jeden Fall nur ein ewiges Leben, wenn ich es im Zustand meiner aktuellen geistigen Gesundheit verbringen kann. Sollte im Alter mein Hirn versagen, wollte ich auf keinen Fall als geistiger Krüppel ins ewige Leben übertreten, da würde ich einen endgültigen Tod vorziehen. Mit dieser Ansicht bin ich bestimmt nicht der einzige.

Ein ewiges Leben nach dem Tod könnte also durchaus die unmoralische und fragwürdige Konsequenz haben, dass viele Menschen in der Blüte des Lebens Selbstmord begehen würden, weil sie unbeschadet im Jenseits landen wollen. Wenn aber Selbstmord göttlich verboten wäre, Selbstmörder in der Hölle landen würden, müsste der Staat einschreiten: Dann bräuchten wir ein Gesetz, nach dem der Staat Mörder einstellt, welche die Menschen in der Blüte ihres Lebens umbrächten, nach der Geburt ihrer Kinder selbstverständlich. Diese Mörder würden dann ihr eigenes Seelenheil zu Gunsten des Allgemeinwohls opfern. Als hübschen Nebeneffekt gäbe es kein Rentenproblem mehr.

Du siehst also: Konsequent durchgedacht könnte ein Jenseits massive und absurde Folgen haben. Obschon sich viele Menschen ein ewiges Leben wünschen mögen, sind wir vermutlich besser dran, wenn es keines gibt.

Warum soll Religion exakter sein als die Mathematik?

Es geht nicht um Vollständigkeit, es geht um Widerspruchsfreiheit. Wo sind die Widedrsprüche der Mathematik? Die Widersprüche der Religionen sind Legion.

Gerade auch im Punkt mit dem Leben nach dem Tod gibt es für mich nach Begutachtung aller Ideen und Tatsachen nur eine logische Schlussfolgerung: Es gibt kein Leben nach dem Tod. Der Mensch findet sich ungern damit ab, also erfindet er Religionen, die ihm das Gegenteil vorgaukeln, und so den Tod vielleicht erträglicher machen.

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