Atheismus in der Schweiz
Diskussion

04.02.2008 15:33 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite ««Ihr seid fundamentalistisch»» gesammelt.

Nur angemeldete Nutzer dürfen mitdiskutieren.
Diskussionsbeitrag:

Am 04.02.2008 15:33 schrieb mrw:

Im Hebräischen wird die genaue Zeitform des Verbs durch den Kontext bestimmt.

Hebräisch kenne ich nicht. Aber im Chinesischen ist es auch so. Trotzdem kann das hier als Ausrede kaum gelten, denn der Kontext ist eindeutig:

Genesis 1.23: Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein fünfter Tag
Genesis 1.31 […] Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der sechste Tag.

Also zeitlich klar geregelt: Zuerst die Vögel, dann der Mensch, ein eindeutiger Kontext!

Und das zweite Mal:

Genesis 2.18-19: Und Gott, der Herr, sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm entspricht. Und Gott, der Herr, bildete aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels, und er brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde; […].

Auch hier ist der Kontext eindeutig: Zuerst war der Mensch da, danach begutachtete Gott sein Werk, befand es für unvollkommen (Ein göttliches Werk unvollkommen, ein Gott mit Selbstzweifel?), da erst schuf er die Tiere des Feldes und die Vögel.

Die zeitliche Abfolge hier ist in beiden Fällen aus dem Kontext klar und kann nicht anders interpretiert werden. Im ersten Fall steht eine klare zeitliche Angabe, fünfter Tag sechster Tag, im zweiten Fall ist es ein linearer Ablauf: Zuerst der Mensch, dann die Begutachtung, dann die Schaffung der Vögel als «Hilfe».

Wie Du es drehst und wendest, selbst unter Einbezug des Kontextes bleibt es ein Widerspruch!

Wie Du siehst: Der Unterschied zwischen einem Atheisten und einem Gläubigen ist vor allem der, dass wir alles hinterfragen und uns mit oberflächlichen, schnellen Antworten nicht zufrieden geben.

Auch wenn Du den einen oder anderen Widerspruch noch widerlegen könntest, es sind einige Dutzend weitere unter http://www.bibelzitate.de/wsidb.html aufgelistet, die ebenfalls alle widerlegt werden müssten.

Für mich persönlich bedeutender sind nicht die formalen Widersprüche, sondern die logischen:

  • Ein Gott, der vom alten zum neuen Testament plötzlich vom rachsüchtigen Tyrannen zum «lieben Vater» werden soll.
  • Ein Gott, der mordet wie es ihm gerade gefällt, aber gleichzeitig von seinen Schafen als «lieber Vater» gesehen wird.
  • Ein Gott, der den Menschen nur vergeben kann, wenn Blut dafür geflossen ist (Kreuztod).
  • Ein angeblich allmächtiger, allwissender Gott, der sich immer wieder irrt, der Menschen schafft, die ihn immer wieder «enttäuschen», ohne dass er das hätte vorhersehen können.

Adam und Eva sollten da diskutiert werden: Adam und Eva.

Adam und Eva hatten eine Wahl und hätten auch vom Baum des Lebens essen können.

Falsch. Ohne «vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen» gegessen zu haben, konnten sie «Gut» und «Böse» nicht unterscheiden, also waren sie schuldunfähig. Ausserdem hat Gott nicht nur Adam und Eva als die Schuldigen bestraft, sondern die ganze Menschheit, was einer Sippenhaft gleichkommt. Wenn der Mensch ein Produkt Gottes ist, und Gott sein Produkt bestrafen muss, dann hat Gott versagt denn er ist der Schöpfer von dem Produkt, das bereits beim ersten Test durchgefallen ist. Details und weitere Diskussion siehe: Adam und Eva.

Jeder Mensch hat eine Wahl ob er sich für oder gegen Gott entscheidet.

Diese Wahl hätte man nur, wenn man wüsste, dass es Gott gäbe. Solange man an Gott glauben muss, ist es keine freie Entscheidung, denn es hängt davon ab, ob man das als glaubwürdig betrachtet oder nicht. Unter Einbezug aller mir bekannten Tatsachen muss ich den Glauben an diesen Gott entschieden ablehnen, ich habe keine andere Wahl, denn die Faktenlage präsentiert sich eindeutig. Glaube ist ein minderwertiges und schlechtes Konzept, denn Glaube beruht immer auf Unwissenheit und kann damit niemals Basis einer freien Entscheidung sein.

Ein Gott, der Glaube verlangt, ist entweder dumm, unfähig oder hinterhältig!

aber ich denke du hast auch schon einmal gelogen, geflucht, jmd. geschlagen oder vielleicht gestohlen und damit hättest du den Tod verdient, aber du lebst noch und das ist Gnade, Gottes Gnade.

Das ist eine engstirnige, dumme Sichtweise. Nur jemand, der durch den Glauben seinen Verstand total ausgeschaltet hat, kann so etwas behaupten. Nein, wer lügt, flucht, schlägt oder stiehlt verdient nicht den Tod! Ja, es steht in der Bibel, aber was in der Bibel steht, ist noch lange nicht richtig! Weil man wegen solch geringen Vergehen nicht den Tod verdient, ist es auch keine «Gnade», wenn man danach noch lebt! Du hast Dir bereits ein ganzes Lügengebäude mit den absurden biblischen Moralvorstellungen aufgebaut.

Gott führte die Kriege als Strafe für die Völker, ebenso die Plagen.

Falsch. Auch hier bist Du durch Deinen Glauben bereits zu sehr verblendet, um die grausame Wahrheit erkennen zu können.

Erstens führt Gott «sein Volk» in Angriffskriege gegen andere Völker, die nichts anderes verbrochen haben, als dort zu leben, wo die Juden hinwollen. Das Recht ist ganz klar auf der Seite der anderen Völker und nicht auf der Seite Israels!

Zweitens hatte Gott in Ägypten eine Auseinandersetzung mit dem Farao, nicht mit seinem Volk. Am allerunschuldigsten aber waren die Kinder, also genau die Opfer, die Gott ermordet hatte! Weder die Kinder noch ihre Eltern hatten Einfluss auf die Entscheide des Faraos. Gott hat Unschuldige aufs grausamste bestraft, er hat ihre Kinder getötet, etwas vom schrecklichsten, was man Eltern antun kann! Ein solcher Gott verdient unsere tiefste Verachtung! Nur ein durch und durch unmoralischer Mensch kann einen solchen Gott anbeten!

Erschwerend hinzu kommt, dass in der Bibel steht, dass Gott das Herz des Farao verstockte, dass dieser sein Volk nicht ziehen lassen konnte, weil Gott ein Exemel statuieren wollte! Also, wenn man bisher Gott noch nicht verachtet, muss man es spätestens jetzt tun! Es war nicht die freie Entscheidung des Faraos, Gottes Volk nicht ziehen zu lassen, nein Gott hatte sein Herz verstockt!

Ich finde es einfach nur unglaublich, dass Christen das nicht erkennen wollen doer können, und ein solch tyrannisches Monster wie diesen Gott verehren! Pfui deibel! Schämt Euch!

Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Christen, der Gott verehrt und einem Neonazi, der Hitler verehrt!

Jesu tot war notwendig, damit wir nicht sterben müssen

Menschen sterben immer noch, einen Beweis für ewiges Leben gibt es nicht. Ausserdem: Wieso konnte Gott das «Geschenk» nicht geben, ohne dass Blut dafür fliessen musste?

Siehe hierzu auch: Besuch von Paul und Maria

Hier können allgemeine Diskussionen zum Thema Atheismus stattfinden, die sich nicht direkt auf einen Artikel beziehen. Eine Anmeldung ist erforderlich. Es gelten die Teilnahmebedingungen.

Dies sind keine redaktionellen Beiträge! Hier melden sich die Gäste von atheismus.ch zu Wort.

Ein neues Thema starten: Neues Thema eröffnen.

Nur angemeldete Benutzer können antworten.
Seitenzugriffe seit 19.01.2009: hier: 1077, atheimus.ch insgesamt: 1218635
Wiki-Verweis auf diese Seite: [[:10_diskussionsforum:00_seiten:03_argumente:010_populäre_irrtümer:01_atheismus:ihr_seid_fundamentalistisch:zzzz200802041533mrw:00_index]]
Nächste Seite