Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: 07.02.2008 17:07 - Andree Bürkle (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 13.02.2008 18:05 schrieb mrw:

Am 07.02.2008 17:07 schrieb Andree Bürkle:
Auch wenn Du den einen oder anderen Widerspruch noch widerlegen könntest, es sind einige Dutzend weitere unter http://www.bibelzitate.de/wsidb.html aufgelistet, die ebenfalls alle widerlegt werden müssten. </code>

ja ich hab auch eine Page für dich. http://www.faszination-bibel.de/artikel.asp?id=111

Auf der Seite ist einiges falsch dargestellt. Das Hauptproblem ist, dass die «bedauern», dass die Bibel nicht als absolute Referenz genommen wird statt zu begründen, warum man das tun sollte.

Als Beispiel für einen Fehler dort: «Müssen Kinder für die Sünden der Eltern leiden?»: Nach der Bibel müssen alle Menschen bis heute für die «Sünden» von Adam und Eva büssen. Es stimmt nicht, dass nach der Bibel jeder nur für sich selbst verantwortlich ist. Auch der angebliche Kreuztod von Jesus hat dies nicht verändert.

Ein angeblich allmächtiger, allwissender Gott, der sich immer wieder irrt, der Menschen schafft, die ihn immer wieder «enttäuschen», ohne dass er das hätte vorhersehen können.

Nein, Gott wusste das der Mensch sich so entscheiden würde. Er wusste das Adam und Eva die Frucht essen würden, aber er hat es getan weil er das Ergebnis gesehen hat. Menschen mit denen er Gemeinschaft haben kann, die ihn verehren und das aus freien Stücken.

Das Ergebnis war erst einmal, dass er die ganze künftige Menschheit aus dem Paradies verbannt hat. Eine «Gemeinschaft» hätte er auch mit Menschen aufbauen können, die im Paradies leben. Was Du schreibst ist nichts weiter als eine dumme Ausrede.

Falsch. Ohne «vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen» gegessen zu haben, konnten sie «Gut» und «Böse» nicht unterscheiden

Gott hat ihnen gesagt, dass es böse ist von dem Baum zu essen und er hat ihnen auch gesagt was es für Folgen haben wird.

«Gott hat ihnen gesagt, dass es böse ist von dem Baum zu essen», aber der Genuss der Früchte des Baumes bringt erst die Erkenntnis von «gut» und «böse». Das ist ein Widerspruch in sich. Wer nicht vom Baum gegessen hat, weiss nicht, was böse ist. Menschen, denen die Erkenntnis von «gut» und «böse» fehlt, können eine solche Aussage nicht einschätzen. Sie sind schuldunfähig, wie kleine Kinder.

Die Menschheit wurde infiziert mit einem der Übelsten dingen die es gibt, Sünde.

Unsinn. Sünde ist eine Erfindung der Religionen, um die Menschen zu knechten. Mit der Erfindung des Begriffs «Sünde» macht man den Menschen ein schlechtes Gewissen. Wenn sie sich schuldig fühlen, sind sie gefügiger.

Siehe hierzu unter anderem auch Zur Sünde.

Nein, wer lügt, flucht, schlägt oder stiehlt verdient nicht den Tod!

Hmm.. Interessant. Sag mal worher hast du deine Vorstellung von Gut und Böse? Woher kommt deine Ethik?

Sicher nicht aus einer Religion, denn die Ethik der Religionen, insbesondere der semitischen, ist durch und durch abartig, pervers und verdorben. Ein Christ kann keine anständige Moral haben, weil er einen Gott huldigt, der Massaker verübt.

Werte und Normen gewinnt der Mensch aus der Filosofie. Und die wiederum ist ein Produkt aus Wissen, Lebenserfahrung und Weisheit. Wir Atheisten orientieren uns meist am Humanismus.

Wenn du an die Evolution glaubst (wie es hier auf der Page so scheint), dann ist Ethik und Moral absoluter Quatsch.

An die Evolution braucht man nicht zu glauben, sie ist erwiesene Tatsache.

Evolution macht keine eindeutige Aussage über Ethik.

In der Natur herrscht das Gesetz des Stärkeren, fressen oder gefressen werden. Und das nennt man dann natürliche Selektion.

In der Natur herrscht aber auch Altruismus. Ethisches Verhalten bringt durchaus selektive Vorteile. Ein Tier wie der Mensch, das körperlich schwach aber geistig stark ist, kann nur in einer Gesellschaft überleben. Diese Gesellschaft wiederum benötigt ethische Spielregeln, um funktionieren zu können. Es ist durchaus vernünftig und im Einklang mit der natürlichen Selektion, sinnvolle ethische Regeln aufzustellen und die Einhaltung dieser Regeln durchzusetzen.

Ebenso ist es Quatsch Reich zu werden oder sonst irgend etwas zu tun, denn am Ende, wenn du stirbst, is das ergebnis immer das selbe, 0, dir bleibt nichts, du bist dann einfach nur weg und das leben geht weiter. Warum dann überhaupt weiter machen?

Das ist der Unterschied zwischen einem Christen und einem Atheisten: Du lebst das Leben für den Tod, wir leben das Leben für das Leben.

Selbstverständlich ist es bis zu einem gewissen Grad sinnvoll, Reich zu werden, denn ein mit gutem Gewissen erworbener Reichtum erleichtert das Leben und bereitet Vergnügen. Wir Atheisten geniessen das Leben, als ob wir nur eines hätten, denn nur dieses eine Leben haben wir auf sicher.

Und um einen Einwand, den Du sicher einbringen würdest, gleich vorweg zu nehmen: «Genuss» heisst natürlich nicht «Masslosigkeit». Wie bereits Epikur wusste, in einer Weisheit, die weit über die eines Jesus von Nazareth hinaus geht, bedeutet nachhaltiger Genuss, dass man das Leben so geniesst, dass aus diesem Genuss keine Nachteile entstehen. Ein kluger Mensch, also ein Atheist, geniesst sein Leben so, dass er es auch morgen noch geniessen kann. Ein kluger Mensch, also ein Atheist, lebt sein Leben so, dass er es jederzeit vor sich selbst vertreten kann.

Menschen sterben immer noch, einen Beweis für ewiges Leben gibt es nicht.

Frag mal einen Biologen warum wir Menschen altern und sterben.

Das ist die falsche Antwort. Ich sagte, «Menschen sterben immer noch» im Zusammenhang mit dem Kreuztod. Angeblich sollte der Kreuztod die Sünden der Menschen begleichen. Folglich müssten die Menschen heute nicht mehr sterben und würden im Paradies leben, wenn die Sache mit dem Kreuztod funktioniert hätte. So aber ist Jesus umsonst gestorben (falls er je gelebt haben sollte).

[Der Biologe] wird dir [auf die Frage nach Alter und Tod] nicht antworten können, denn Biologisch gesehen ist dieser Körper so ausgelegt das er ewig leben kann. Alle Zellen könnten sich Regenerieren, aber das tun sie nicht, wir altern.

Er wird darauf antworten können, denn die menschlichen Zellen haben einen Selbstmordmechanismus, einen Zeitschalter eingebaut, was aus Sicht der Evolution durchaus Sinn macht. Der Mensch ist biologisch nicht auf ein ewiges Leben ausgelegt.

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