Atheismus in der Schweiz
Diskussion

18.10.2006 13:45 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Es gibt Bereiche, die die Wissenschaft nicht untersuchen kann» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.10.2006 13:45 schrieb mrw:

Wissenschaft, Filosofie und Religion

anonymous, 06.10.2006 17.38:

Tatsächlich aber sagt die Wissenschaft nichts über philosophische Fragen aus.

Das ist so. Trotzdem: Die Filosofie ist der Wissenschaft insofern untergeordnet, als sie sich in ihren Interpretationen an den wissenschaftlichen Fakten orientieren muss, und diesen nicht widersprechen kann, ohne selbst wissenschaftliche Methodik anzuwenden.

Es ist die Aufgabe der Filosofie, wissenschaftliche Fakten aufzunehmen, diese zu interpretieren und daraus ein Weltbild, sowie eine Ethik abzuleiten. Widerspricht eine Filosofie der Wissenschaft, gilt sie als widerlegt und muss überarbeitet werden. Frei erfinden kann die Filosofie nur da, wo die Wissenschaft noch keine Antwort hat. Sobald aber eine solche Antwort da ist, muss sich die Filosofie wiederum hineinfügen. Das ist genau die Aussage von obigem Artikel: Wo die Filosofie der Wissenschaft widerspricht, hat automatisch die Wissenschaft Recht. Es sei denn, der Filosof arbeitet auch nach streng wissenschaftlicher Methodik, doch anders kann sich keine Filosofie gegen die Wissenschaft behaupten.

Was Du ansprichst mit der Kosmologie und Quantenmechanik, sind die Lücken in unserem mittlerweile doch sehr weit gehenden Wissen. Was Du ansprichst ist ein «Gott der Lücken», eine Metafysik, die die noch nicht erforschten Gebiete abdecken soll. Eine solche Religion ist aber zwangsläufig in dauerndem Rückzug.

Nur die Wissenschaft kann eine wissenschaftliche These widerlegen. Filosofie ist dazu nicht in der Lage. Hingegen können filosofische Thesen durch die Wissenschaft. Daraus ergibt sich eine klare Hierarchie, in der die Filosofie der wissenschaftlichen Erkenntnis untergeordnet ist. Religion hingegen kommt in dieser Hierarchie erst an dritter Stelle, denn sie ist nichts weiter, als ein kleiner Teilbereich der Filosofie, nämlich ein Teilbereich des Idealismus.

Ein qualitativer Vergleich zeigt ebenfalls: Die Ernte der Religion der letzten Jahrhunderte Aberglaube, Angst, Unsicherheit, Krieg, Verfolgung, Fanatismus, (unfreiwillige) Klosterfrauen, Hexenverbrennungen, unsinnige Vorschriften und Beschränkungen, lebensfeindliche Moral, usw.. Die Ernte der Wissenschaft hingegen ist mehr Wissen, Vernunft, Aufklärung, gesellschaftliche und soziale Reformen, Humanismus, Lebenserleichterung durch Technik und Umweltverschmutzung. Während bei der Religion die negativen Aspekte zumindest in der vor-aufgeklärten Zeit überwiegen, so überwiegen bei der Wissenschaft die Vorteile.

Fakt ist: Man kann ein stimmiges und geschlossenes Weltbild aufbauen, ohne der Religion zu bedürfen. Die einzige Lücke, die wohl immer offen bleiben wird, ist die Frage nach der ersten Ursache. Nach der Logik kann es keine solche erste Ursache geben, da die erste Ursache selbst ja auch wieder verursacht werden müsste. Spätestens ab Urknall ist aber aus wissenschaftlicher Sicht alles ziemlich klar. Raum für Übernatürliches sehe ich nicht.

anonymous, 06.10.2006 17.38:

Natürlich ist "übernatürlich" hier vieleicht ein ausgelutschter Begriff, da wir nicht wissen wie weit die Gesetze der Natur wirklich gelten.

Das ist so. Ich gehe davon aus, wie ich im Artikel oben feststelle, dass «Übernatürliches», falls es so etwas geben sollte, als Teil der Natur betrachtet und vor allem auch untersucht werden kann. Angenommen, es gibt Telepathie oder Teleportation (Quanteneffekte lassen grüssen), so sind das letzlich auch Effekte unserer Natur, die erforscht werden können.

anonymous, 06.10.2006 17.38:

Sollte sich herausstellen, dass man Nahtoderfahrungen, irgendwelche Fälle von angeblicher Reinkarnation, Telepathie wirklich nicht mit unserem momentanen Weltbild erklären kann, dann würde es zu einem Paradigmawechsel kommen.

Ich kann zumindest die Fälle, von denen ich gehört habe sehr wohl mit meinem Weltbild erklären. Wobei es oft vor allem unsichere und unglaubwürdige Quellen sind. Zumindest für die Effekte der Nahtoderfahrung gibt es durchaus wissenschaftliche Erklärungen betreffend der Neuronenaktivität, vor allem auch der Sehnerven, bei Sauerstoffmangel. Aber ich bin selbstverständlich offen, mein Weltbild zu erweitern, sollten sich überzeugende Argumente oder Beweise finden, die belegen, dass dies notwendig ist. ;-)

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