Atheismus in der Schweiz
Diskussion

03.08.2007 15:38 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Es gibt Bereiche, die die Wissenschaft nicht untersuchen kann» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 03.08.2007 15:38 schrieb mrw:

Antwort an «xxx»

Wenn der Mensch die Wahrheit wüsste (oder wissen könnte), bräuchte er nicht zu glauben. Woran bitte schön muss der Mensch den glauben? «Glaube» ist etwas sehr relatives, vom kulturellen und zeitlichen Umfeld abhängig.

Es ist nicht Sache der Wissenschaft, dem Menschen einen Sinn vorzugeben. Dies ist Aufgabe der Filosofen, die das seit Jahrtausenden sehr erfolgreich tun, trotz den Religionen und besser als diese.

Sehr empfehlenswert ist diesbezüglich auch Michael Schmidt-Salomon, «Manifest des evolutionären Humanismus: Plädoyer für eine zeitgemässe Leitkultur». Er erklärt sehr gut, wie der Sinn ins Leben kommt, und wodurch sich der Mensch von der restlichen Fauna unterscheidet.

Wissenschaft und Technik sind Gefahr und Segen zugleich, darin hast Du recht. Ein grosses Problem davon ist sicherlich, wenn hochstehendes Wissen in die Hände von geistigen Kleinkindern kommt, damit meine ich zum Beispiel unter anderen die Al Kaida, George W. Bush und andere Glaubensfanatiker. Um mit den Werten von Wissenschaft und Technik richtig umgehen zu können, braucht es die konsequente Weiterführung von Humanismus und Aufklärung — und damit die Abschaffung des Glaubens.

Antwort an Anonymous

Jetzt habe ich einen ewig langen Text geschrieben, aber er wurde nicht angenommen..also nochmal in Kurzform.

Wurde er als «Spam» reklamiert? Es gibt einen Filter, der vor allem viele und falsche Links ausfiltert und abklemmt, um Spammer zu hindern, ihre V* und anderen Schrott hier anzupreisen. Links sind hier grundsätzlich unerwünscht.

Zum Inhalt:

«Unseriös» ist jede Quelle, die dem wissenschaftlichen Standard nicht entspricht. Ganz besonders unseriös sind einseitige, tendenzöse Quellen. Wenn z.B. ein vom Micro$oft beauftragtes Institut die Überlegenheit von deren Software preist, oder ein von den Kirchen bezahltes Institut die Wirksamkeit von Gebeten nachweist, d. Eher glaubwürdig ist hingegen das Gegenteil davon: Wenn ein von Micro$oft bezahltes Institut zur Ansicht gelangt, dass deren Software untauglich ist, oder wenn eine katholische Universität die Fehlbarkeit des Papstes nachweist, da es sich in den Fällen eindeutig nicht um ein Gefälligkeitsgutachten handelt. Aber in jedem Fall muss man die Quellen genau prüfen. Besser ist, wenn mehrere unabhängige Institute zum selben Ergebnis gelangen, oder viele Studien in einer Metastudie ausgewertet werden.

Es gibt zugegebenermassen keinen Grund, alles als erforschbar anzunehmen, aber alles was mit uns interagiert, das können wir auch erforschen — und was nicht mit uns interagiert, ist für uns irrelevant.

Man darf auch nicht vergessen, nebst der Wissenschaft, die das wie erklärt, gibt es immer noch die Filosofie, die sich mit der Frage des warum beschäftigen soll. Da ist klein Platz mehr übrig für Religion, denn die Filosofie geht diese Fragen viel besser an: Filosofie kommt vom Menschen und darf und soll hinterfragt werden. Religion nimmt für sich in Anspruch, von einer höheren Macht gegeben zu sein und ist daher (ihrer eigenen Meinung nach) nicht hinterfragbar. Das ist falsch und ein untauglicher Ansatz zur Lösung der «letzten Fragen», die auch nach neuester wissenschaftlicher Erkenntnis verbleiben.

Eine Pantheistische Religion, wie Du es ansprichst, in Teilen auch einige östliche Religionen, würde ich eher der Filosofie zuordnen, als einer Religion. Man kann meines Erachtens schon «metafysische» Aspekte in eine Filosofie einbeziehen, soweit sie erstens der Wissenschaft nicht widersprechen und zweitens klar als Spekulation deklariert werden.

Kurz gesagt: Der Verantwortungsbereich der Wissenschaft sind die neuesten Erkenntnisse. Dem haben sich alle unterzuordnen (es sei denn, man widerlegt sie mit wissenschaftlicher Methodik). Was darüber hinaus geht, ist der Verantwortungsbereich der Filosofie, die auf der Basis der Wissenschaft über Fragen des Sinns nachdenken soll. Sie hat aber nicht die gleiche Methodik und daher auch nicht den gleichen Status wie die Wissenschaft. Der letzte (aber keineswegs Geringste) im Trio ist die Kunst, die unsere Sinne und Emotionen ansprechen soll, die Fragen, Harmonie und Dissonanz erzeugt. Mit der Kunst gelingt es das zu fassen, woran der Verstand scheitert.

Abgesehen davon ist Wissenschaft auch nicht frei von Fehlern.

Aber die Wissenschaft baut auf ihren Fehlern auf, korrigiert sie und lernt daraus. Das tun Religionen nicht.

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