Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: 30.12.2007 09:42 - Jack (protostomia)

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Diskussionsbeitrag:

Am 08.03.2010 22:46 schrieb protostomia:

Ich verstehe nun, was das Problem ist. Du verstehst unter Leben etwas anderes, als ein Naturwissenschaftler. Dies ist sicher nichts schlechtes, doch du kannst die Evolutionsbiologie oder die Wissenschaft als Ganzes nicht kritisieren, wenn du ihre Denkweise nicht verstehst. Und in Science und Nature werden übrigens meist erst Zweitpublikationen und Zusammenfassungen publiziert - oftmals auf Anfrage der Magazine an die Labore. Ein Blick in die bis vor kurzem sehr kontroverse Stammzellenforschung zeigt, dass die wirklich bewegenden Erkenntnisse meist unbemerkt von der Öffentlichkeit in spezifischen Magazinen veröffentlicht werden, Stück für Stück. Und wenn danach die fertige Arbeit steht, kommt sie in Nature oder Science. Und ganz nebenbei: Man kann heute aus beinahe differenzierten Körperzellen Stammzellen erzeugen und diese danach in die Gewebe seiner Wahl ausdifferenzieren, z.B. in kontrahierende Herzmuskel. Und dies galt vor Jahrzehnten noch als unmöglich, zu komplex schienen die Zusammenhänge.

Und ich glaube tatsächlich an den Fortschritt der Wissenschaft und der Gesellschaft. Doch dieser Glaube ist wohl kaum vergleichbar mit dem religiösen Glauben. Die Menschen konnten vor vielen Jahren nicht glauben, dass man Autos bauen kann oder Flugzeuge. Trotzdem wurden sie gebaut. Man glaubte aber auch, die Erde sei flach. Aber sie ist es nicht. Man glaubte viele Dinge, und irrte sich. Und man glaubte viele Dinge nicht, und trotzdem wurden sie verwirklicht. Innerhalb weniger hundert Jahren hat die Menschheit so viel Wissen geschaffen.

Und wir wissen bereits, wie die GRUNDBAUSTEINE von Leben entstanden. Und wir können uns Modelle ausdenken, wie es danach weiter ging. Doch du verwechselst noch immer dieses Wissen und diese Modelle mit der Evolution. Die Entstehung zellulären Lebens ist noch nicht verstanden - behaupte von mir aus, es sei durch Gottes Hand entstanden. Doch die darauf erfolgte, durch natürliche Selektion gesteuerte Evolution ist erforscht, ein Fakt und kann tagtäglich beobachtet werden.

Zu sagen, nur weil die Erschaffung von künstlichen Zellen noch nicht möglich ist, sei alles andere auch ungültig oder fragwürdig, deutet auf logische Fehler hin.

Denke immer daran: Wir haben die Wissenschaft seit 200 Jahren, das Leben gibt es (auf der Erde) seit Milliarden von Jahren. Wir haben innerhalb 0.000005% des Erdalters (sehr grobe Schätzung) sehr viel Wissen über die Erde UND das 10 Milliarden ältere Universum gesammelt. Was ist dann wohl in nochmals 200 Jahren möglich? Du und ich werden es nicht miterleben, aber die Menschen dort werden über uns lachen, dass wir alles so sahen wie wir es tun. Gesetzt den Fall, dann leben noch welche unserer Art…

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Re: 30.12.2007 09:42 - Jack (sara)


Am 09.03.2010 00:58 schrieb sara:

Hallo Protostomia,

Die Entstehung zellulären Lebens ist noch nicht verstanden - behaupte von mir aus, es sei durch Gottes Hand entstanden.

Man kommt ihm aber sehr rasch bald auf die Spur! Das Miller-Urey Experiment (1953 schon!) zeigte, wie sich SPONTAN VON SELBST, in den richtigen Bedingungen (Ursuppe und Sonnenstrahlen) anorganische Stoffe (Wasser, Methan, Wasserstoff und Ammoniak) zu organischen Stoffen (Proteinen) umwandelten.. http://de.wikipedia.org/wiki/Miller-Urey-Experiment

Die Theorie der "Chemischen Evolution" (Abiogenese), erklärt dann, wie sich über die Etappen von verschiedenen präbiotischen Strukturen (Zellvorläufern) schliesslich selbst-replizierende, zuerst auf RNA (nicht DNA) basierende Zellen bildeten… Also kein Schöpfer notwendig, wir aggregierten uns von selbst, fast wie Terminator 3, nachdem er in 1000 Stücke geschossen wurde :-)

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Re: 30.12.2007 09:42 - Jack (jack)


Am 09.03.2010 15:01 schrieb jack:

Am 08.03.2010 22:46 schrieb protostomia:
Ich verstehe nun, was das Problem ist. Du verstehst unter Leben etwas anderes, als ein Naturwissenschaftler.

Nein, ich bin ebenfalls ein Naturwissenschaftler wir Du. CH-Uni-Abschluss, mit Ph.D. in Naturwissenschaften, zwei Postdocs (einer davon an der Nummer Eins Uni der USA in Boston).

Am 08.03.2010 22:46 schrieb protostomia:
Und in Science und Nature werden übrigens meist erst Zweitpublikationen und Zusammenfassungen publiziert.

Na ja, stimmt, aber nur teilweise. Viele Kollegen von mir haben sog. "Original Research Articles" darin publiziert, also erstmalige Forschungsarbeiten, die bisher noch nirgends anders publiziert worden sind. Es ist der Traum einer jeden Forschers einmal darin zu publizieren. Wenn es einer Tages einem Forscher gelingen sollte, aus losen Molekülen Leben zu erschaffen, wette ich, er wird es zuerst bei Nature oder Science einzureichen versuchen - damit es möglichst viele Menschen lesen.

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