Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: 30.12.2007 09:42 - Jack (sara)

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Diskussionsbeitrag:

Am 11.03.2010 14:29 schrieb sara:

Hallo Jack,

Es fehlt somit der Beweis für den Gesamtprozess, dass sich aus all diesen einzelnen, wirr durchmischten Bestandteilen in einer Ursuppe spontan lebende Zellen bilden können. Das wird weder in der Natur beobachtet, noch wurde es jemals in einem Labor reproduziert. Und genau dieser Gesamtprozess wird in der chemischen Evolution als Tatsache verkauft, die sich „irgendwie, irgendwann“ in der Natur abgespielt haben soll.

Tatsache ist, dass verschiedene einzelne Etappen im Labor nachgestellt, und KEINE EINZIGE notwendige Etappe als "unmöglich" bewiesen wurde. Anhand von anderen Disziplinen der Wissenschaft (denn ich wiederhole, es gibt nicht nur Laborbeweise, die gültig sind) und mit vernünftiger, logischer Induktion erscheint daraus die Abiogenese Hypothese um ein vielfaches wahrscheinlicher und wirklichkeitsnaher als eine Schöpferhypothese (die im Labor ja übrigens auch nicht simuliert werden kann, und die logisch einfach nicht kohärent ist und sovieles andere einfach NICHT erklärt).

Man kann auch keinen Big Bang im Labor nachkreieren, oder ein expandierendes Universum, oder eine Plattentektonik oder Alpenfaltung, oder eine Erde, die sich um sich selbst und um die Sonne dreht.. Zweifelst du alle diese Erkenntnisse und (indirekten) Beweisführungen, die dazu geführt haben, auch an? Und Gott, kannst Du DEN im Labor nachkreieren oder weshalb glaubst du sonst an ihn..? Du musst schon die gleichen Standards für alle "Erkenntnisse" anwenden, wenn du darauf beharrst, erst wenn etwas im Labor bewiesen ist, ist es wirklich bewiesen..

Mit den heutigen Labormethoden müsste es jedoch das Einfachste der Welt sein, sich eine lebende Zelle zusammenzubasteln.

Sagt wer? Du? Mit welcher Autorität? Und warum gerade heute, und nicht erst in 100 Jahren? Wenn die Wissenschaft etwas ist, dann ist dies "bescheiden", und kann zugeben, dass man auch heute (noch) nicht alles machen kann.

Ich kann Dir nicht 100%-ig beweisen, dass es einen Gott gibt. Es kann aber auch niemand 100%-ig beweisen, dass es keinen Gott gibt. Deshalb glaube ich an einen Gott, da die experimentelle Beweislage für eine spontane Lebensentstehung unvollständig ist.

Wenn du so argumentierst, dann solltest du aber auch an Einhörner und Feen und Harry Potter's Märchenwelt glauben, deren Existenz man ja auch nicht 100%-ig widerlegen kann. Warum glaubst du nicht an sie? Oder tust du es womöglich?

Wenn man jedoch behauptet, dass es 100%-ig keinen Gott gibt, dann muss man eben 100%-ig beweisen, dass alles was wir sehen, auch von alleine entsteht.

Du wirst keinen Atheisten treffen, der sagt "es gibt 100%-ig keinen Gott". Das ist was Christen gerne hätten, weil sie dann so tun können, als wäre es an uns, irgendetwas zu beweisen. Wir sagen lediglich, es ist "sehr unwahrscheinlich, dass es einen gibt", so wie es unwahrscheinlich ist, dass es einen Samichlaus gibt, obwohl man den auch nicht 100% widerlegen kann. Es ist nicht wahrscheinlich, dass es einen Gott gibt, da:

1) Zauberwesen im allgemeinen sehr unwahrscheinlich sind (wie etwa Feen oder Einhörner oder die Götter aller anderen Kulturen..)

2) Gott logisch unkohärent ist (http://en.wikipedia.org/wiki/The_problem_of_evil#Logical_problem_of_evil)

3) Gott gar nicht nötig ist, um die Welt zu erklären, warum soll man dann eine komplizierte Theorie aufstellen? (vgl. Okhams's Razor..)

4) andere Theorien den Stand der Dinge (die Vielfalt der Lebewesen, die Entstehung des Universums, den Tod, inkl warum Menschen gerne einen Gott hätten..) viel besser erklären..

Inklusive Leben, Urknall und die ganze Materie des Universums.

Wie der Urknall zu stande kam, und wie danach Leben spontan entstand, kann die Wissenschaft erklären, viel besser als eine Gotthypothese. Die grundsätzlichste aller grundsätzlichen Fragen (Warum gibt es "etwas", i.e. Materie/Energie, anstelle von "nichts"?) kann sie nicht. Aber ebensowenig kann ein Gott diese Frage erklären, denn dann entsteht nur die Frage: warum gibt es denn einen Gott? Wenn die Antwort darauf "weil Gott ewig und unsterblich ist" ist, dann kannst du "Gott" genauso gut mit "Universum" (ohne Schöpfermacht) ersetzen. Es gibt etwas, dass ewig und unsterblich zu sein scheint, da sind wir uns einig, aber das muss nicht ein Gott sein. Und vielleicht wird ja sogar das in der Zukunft mit neueren wissenschaftlichen Methoden widerlegt, und es gibt gar nichts, das ewig ist..

Gruss, Sara

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