Atheismus in der Schweiz
Diskussion

30.12.2007 15:15 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Es ist zuviel Zufall im Spiel» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 30.12.2007 15:15 schrieb mrw:

Du bist mir nach wie vor klare Beweise schuldig geblieben. Du polterst wie gewohnt in Stammtischmanier drauf los, ohne einen einzigen Beleg für die Evolution zu liefern.

Das ist auch nicht meine Aufgabe, sondern die der Evolutionsbiologen. Informiere Dich dort. Ich kann lediglich versuchen, diese Informationen, die ich aus den gleichen Büchern habe, wie Du sie lesen solltest, gemäss meinem eigenen Wissenstand so weit zu vereinfachen, dass auch Du sie verstehen kannst.

Gib mir die Adresse eines Labors, wo die spontane Lebensentstehung und Evolution durchgeführt und bewiesen wurde.

Das ist, wie ich Dir schon mehrfach erklärt habe, nicht nötig.

Tatsache ist, dass die Evolutionsbiologie wissenschaftlich fundiert und unumstritten ist. Tatsache ist auch, dass die Theorie laufend weiter verfeinert wird. Ebenso ist es eine Tatsache, dass sie immer wieder bestätigt wurde.

Wenn Du das in Abrede stellen willst, dann studiere die Evolutionsbilogie, gewinne einen Nobelpreis, indem Du alles widerlegst. Dann hättest Du mich tatsächlich beeindruckt. Aber Du zeigst mir nur, dass Du keine Ahnung von der wissenschaftlichen Arbeit hast, und Ansprüche stellst, die niemand erfüllen kann. Nicht die Wissenschaft und erst recht nicht eine Religion. Wieso stellt Ihr Gläubigen immer Ansprüche an die Wissenschaft, denen Eure dumme Religion nicht einmal annähernd je gerecht werden könnte? Wieso stellt Ihr nicht ebenso hohe Ansprüche an die Behauptungen Eurer Religion? Während die Wissenschaft auf einem soliden und kritikfähigen Fundament steht, bricht jeder Glaube unter dem leisesten Zweifel und der zaghaftesten Kritik zusammen.

Du krallst Dich an ein theoretisches Konstrukt fest, ohne ultimative Beweise.

«Ultimative Beweise» gibt es nicht, nirgends. Es gibt bessere und schlechtere Erklärungen. Die Evolutionstheorie bietet eine sehr gute, schlüssige Erklärung, der Schöpfungsmythos eine offensichtlich falsche und mehrfach widerlegte.

Abgesehen davon «kralle» ich mich an gar nichts fest. Die Evolutionslehre ist wissenschaftlich anerkannt, schlüssig und plausibel. Daher ist es naheliegend, davin auszugehen, dass sie zutrifft. Wäre sie falsch und würde man eines Tages eine bessere Erklärung finden, hätte ich auch kein Problem damit. Andererseits ist die Schöpfungsleere (die zwei «e» sind Absicht) so offensichtlich falsch, dass sie auch dann nicht in Frage käme, wenn es keine andere Erklärung gäbe.

Auch hier kein Beweis, sondern nur Hypothese. Alle Mutationen, die bisher bekannt sind, sind schädlich. Noch nie wurde eine vorteilhafte Mutation in der Natur beobachtet oder dokumentiert. Noch nie. Man glaubt/vermutet es. Ansonsten nenn' mir eine.

Sichelzellanemie. Ich bin zwar kein Biologe, aber an die Sichelzellanemie erinnere ich mich, weil wir das in der Schule hatten. Es ist im Prinzip eine Krankheit, weil die Blutzellen verformt und das Blut daher weniger Sauerstoff aufnehmen kann. Die Leistungsfähigkeit sinkt. — Aber sie schützt vor Malaria. Aus diesem Grund ist diese Mutation bei afrikanischen Negern stark verbreitet. Der Vorteil überwiegt hier offensichtlich den Nachteil. Gut oder Schlecht ist ein relativer Begriff, abhängig vom Lebensraum.

Weiteres Beispiel gefällig: Resistenzbildung von Bakterien. Bakterien schützen sich gegen für sie tödliche Medikamente durch Bildung von Resistenzen.

Weiteres Beispiel gefällig: Dunkle und helle Hautfarbe bei Menschen, je nach Lebensraum. Dunkle Haut schützt vor zu viel Sonne, helle Haut lässt zu spärliche Sonnenstrahlung besser durch.

u.s.w.

Doch, in der Wissenschaft muss man leider 100%-ig sicher sein, wenn man eine Theorie als Tatsache verkauft!

Falsch. 100%-ige Sicherheit gibt es nicht, niemals. Es könnte nur eine 100%-ige Sicherheit geben, wenn der Mensch direkten Zugang zu einer objektiven Wahrheit hätte, und das hat er nicht. Er kann sich nur beliebig nahe an die Wahrheit herantasten. Das kann er nur mit dem Instrumentarium der Wissenschaft. Alle anderen Methoden sind untauglich zur Ergründung von Wahrheit.

Ein Mensch könnte die ganze Wahrheit wissen, über alles, was es gibt, und trotzdem könnte er nicht wissen, dass das, was er weiss die 100%-ige Wahrheit ist.

Du hast meine Frage [nach dem Ursprung des Lebens] nicht beantwortet.

Ich habe Dir gesagt, dass es verschiedene plausible Theorien gibt. Ich bin nicht Evolutionsbiologe. Ich geben mich zufrieden damit, wenn man mir plausibel darlegen kann, wie es gewesen sein könnte. Das ist mehr, als jede Religion je bieten wird.

Zudem habe ich das Spektrum der Wissenschaften abonniert und lesen neugierig Berichte über Neuigkeiten in der Evolutionsforschung. Bisher habe ich noch keinen einzigen Artikel gefunden, der die Evolution in irgendeiner Form widerlegen würde. Die Evolution ist eine wissenschaftlich unumstrittene Tatsache.

Widerlegung des Schöpfungsmythos

Leider hast Du die Schöpfungstheorie in keinster Weise falsifiziert.

Bitte, wenn Du meinst, hier ein paar Argumente gegen die Schöpfung:

1. Ein Schöpfergott, der den Menschen geschaffen hat, ist allein verantwortlich für alle Gestaltungsmerkmale der Menschen. Jeder menschliche Fehler wäre ein Fehler der Schöpfung, und damit ein Fehler des Schöpfers. Der Mensch kann nichts dafür, ob er gut oder böse ist, denn er ist so, wie er geschaffen wurde. Wird der Mensch gut und ohne Fehler erschaffen, sind alle Menschen gut. Macht der Schöpfer Fehler, so wären auch die Menschen fehlerhaft. Dies wäre damit die alleinige Verantwortung des Schöpfers. Ein Schöpfer ist damit das Ende jeder Moral. Moral und Schöpfung schliessen sich gegenseitig aus.

2. Wenn ein allwissender Schöpfer Menschen macht, dann weiss er zum Zeitpunkt der Schöpfung, wie sich die Menschen bis in alle Ewigkeit verhalten werden, das ist ein Fazit der Allwissenheit. Durch den Akt der Schöpfung legt er damit das Verhalten eines jeden Menschen fest, bis in alle Ewigkeit. Der Schöpfer bestimmt damit, wer was wann tun wird. Eine Variation in der Schöpfung hätte eine Variation im Verhalten aller menschen zur Folge. Allwissenheit und freier Wille schliessen sich gegenseitig aus.

3. Wenn ein Gott die Menschen erschafft, hat er keinerlei Interesse daran, seine Existenz zu verbergen. Er müsste nicht eine Selbstorganisation und eine Evolution, einen Urknall vorgaukeln. Selbst wenn er für seine Schöpfung auf diese Hilfsmittel zurückgreifen würde, macht es dennoch keinen Sinn, dass er seine Anwesenheit nicht allen Menschen offensichtlich kund zu tun. Gäbe es einen Gott, können wir davon ausgehen, dass er kein Interesse daran hat, sich zu verstecken (ausser natürlich er schämt sich für seine verhunzte Schöpfung), ausserdem hätte er wohl die Möglichkeit, sich klar und deutlich zu erkennen zu geben. «Glaube» ist ein minderwertiges Konzept, denn es beruht auf Unwissenheit. Wissen verdrängt den Glauben immer. Ein (nicht bösartiger) Gott würde die Menschen nicht in der Unsicherheit des Glaubens lassen, wenn er sie Wissen lassen könnte. Die Tatsache, dass wir an einen Gott glauben müssen, ist daher ein klarer Beweis dafür, dass es keinen gibt.

4. Die Welt ist dermassen unperfekt, die Menschen so voller Fehler, dass ein Gott, der dies alles erschaffen hätte, ein totaler Versager wäre. Die Evolution mit ihrem Prinzip der bestmöglichen Anpassung hingegen erklärt diese fehlende Perfektion sehr gut: Es geht eben nicht darum, etwas Perfektes zu schaffen, sondern die Lebewesen konkurrieren gegenseitig und passen sich durch Vermehrung und Selektion bestmöglich an ihre Nische an.

5. Die Dinosaurier machen in der Schöpfung keinen Sinn. Historisch gesehen ist man genau wegen den Sauriern und anderen Fossilienfunden von der Theorie der Schöpfung abgekommen.

6. Jeder primitive Volksstamm hat seinen Mythos über die Entstehung der Menschheit. Es gibt keinen Grund zur Anahme, dass einer dieser primitiven Mythen wahr sein soll, wahrer als alle anderen. Die Schöpfung ist eine simplifizierte Erklärung für einfache Gemüter, die nicht zur wissenschaftlichen Forschung fähig sind. Mit einer wissenschaftlich fundierten Erklärung sind alle anderen Erklärungsversuche obsolet.

7. Der Mensch ist ein komplexes Wesen, das am Ende einer langen Evolution steht. Ein Schöpfergott hingegen wäre ein noch viel komplexeres Wesen. Woher kommt das? Man erklärt die Komplexität der Menschen durch die unerklärte noch viel grössere Komplexität eines Schöpfergottes. Das ist eine sinnlose und dumme Erklärungsstrategie.

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