Atheismus in der Schweiz
Diskussion

15.10.2007 18:19 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Das Christentum ist gut, nur seine Vertreter sind schlecht!» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 15.10.2007 18:19 schrieb mrw:

Antworten an diko

Wo die Bibel lügt: Der Exodus

Wenn man die biblischen Berichte liest, dann ist Folgendes zu lesen: - Manche Stämme im "gelobten Land" wurden vertrieben bzw. vernichtet. - Andere Stämme wohnten unter den Israeliten und beugten sich mehr oder weniger freiwillig der neuen Herrschaft. - Mit der Zeit übernahmen "die" Israeliten phasenweise die religiösen und kulturellen Eigenheiten anderer Stämme.

Und genau das stimmt nicht, wie archäologisch beweisen wurde. Die Kultur der vertriebenen Stämme hätte verschwinden müssen, und eine neue Kultur, die der Israeliten, wäre in Erscheinung getreten. Beides relativ kurzfristig, da sie ja nicht langsam und stetig zugewandert sind, sondern das ganze Gebiet in kurzer Zeit erobert haben sollen.

Beides war nicht der Fall.

Pseudowissenschaft

Woher weißt Du das, dass diese links pseudowissenschaftlich sind?

Das weiss ich nicht, ich schliesse es aus der URL. Religion und Wissenschaft vertragen sich nicht. Jede (mir bislang untergekommene) Form von christlicher oder biblischer Wissenschaft ist Pseudowissenschaft, deren einziges Ziel es ist, Gott und Bibel zu beweisen (Ein Verweis lautet: bibleandscience.com – zum einen findet sich eine seriöse wissenschaftliche Arbeit sicher nicht unter einer .com TLD, also unter einer kommerziellen Adresse, zum anderen sagt der Name bibleandscience worum es geht: Nicht um wissenschaftliche Wahrheitsfindung, sondern nur darum, die Bibel zu beweisen). Da die Texte zudem in Englisch sind, habe ich sie auch nur halbherzig überflogen.

Schuld und Unschuld

Gibt es in Deinem Weltbild eigentlich "Schuld" und "Unschuld"? Falls ja: Wie begründest Du das?

Es gibt Schuld im finanziellen Sinn, und im moralischen und juristischen Sinn. Wobei eine moralische Schuld eine Tat ist, die zwar dem Zeitgeist entsprechend allgemein als «falsch» beurteilt wird, aber kein Gesetz verletzt. Betrug in einer rechtlichen Grauzone beispielsweise.

Völkermord und Märchen

Würdest Du die Bibel kennen, wüsstest Du, wovon ich Rede, nämlich von den Moses-Büchern. Da die aber wie gesagt erfunden sind, ist wohl auch der Völkermord erfunden.

Wenn Du meinst, dass der Völkermord eh erfunden ist - wozu dann die Aufregung über einen grausamen Gott? Ich meine diese Frage ernst, nicht provokant.

Ich rege mich darüber auf, dass ein Buch, welches von seinen Vertretern allen als moralisches Vorbild unter die Nase gerieben wird, Völkermord verherrlicht.

Da die Bibel, insbesondere der Exodus, erfundene Literatur ist, und Völkermord früher gang und gäbe war, hätte ich nichts gegen die Bibel, wenn sie nicht immer für etwas genommen würde, was sie nicht ist: Wahrheit, göttliche Offenbarung, ein Buch der Liebe, eine heilige Schrift, ein moralisches Vorbild. Es ist dieser Anspruch, den ich bekämpfe. Dieser Anspruch hat unendliches Leid über diese Welt gebracht, indem er Menschen wieder und immer wieder gegeneinander aufgehetzt hat.

Evolutionstheorie und Kreationismus

Wenn ich aber an den aktuellen Beschluss des Europarates denke, dass die ET noch viel besser in Lehrbüchern dargestellt werden soll und Kritik, die z.B. durch die kreationistische Ansicht deutlich wird, möglichst nicht erörtert werden soll, dann sehen wir, dass es durchaus Bestrebungen gibt, die ET bloß nicht in Zweifel zu ziehen.

Darum geht es nicht. Es gibt einen grossen Unterschied zwischen wissenschaftlicher Forschung und Lehrbüchern für Schüler. Schulbücher sind für eine viel breitere Öffentlichkeit gedacht, die zu einem grossen Teil später keine universitäre Weiterbildung geniessen wird. Zudem sind die Kider auch von Ausbildung und Alter her noch nicht mit dem kritischen Ansatz der Wissenschaft vertraut (obschon ich finde, man müsste die Kinder von früh an in wissenschaftlich-kritischer Methodik schulen). Daher sollen Lehrbücher die gängige Lehrmeinung präzise und eindeutig vermitteln. Gäbe es eine ernst zu nehmende Kritik an der Evolutionstheorie, müsste diese auch ihren Platz in Schulbüchern finden, doch diesem Anspruch genügt der Kreationismus nicht. Wenn man sieht, wieviele Missverständnisse über die Evolutionstheorie im Umlauf sind, dann zeigt das, wie wichtig es ist, den Kindern erst mal diese richtig zu erklären.

Anders in universitärer Forschung und Lehre. Hier sind abweichende Meinungen und substanzielle Kritik durchaus erwünscht. Ein Grund, warum viele Biologen es ablehnen, sich mit Kreationismus zu beschäftigen ist, weil dieser unwissenschaftlich und substanzlos ist. Sie halten es schlicht für Zeitverschwendung. Wenn die Kreationisten griffige Argumente für ihre Thesen vorlegen könnten, würden sie nicht ignoriert werden. Aber darum geht es den Krationisten gar nicht. Sie wollen möglichst viel Medienwirbel verursachen, um die teilsgebildete Mehrheit, die keine so genaue Vorstellung von der Evolutionstheorie hat, mit ihren Scheinargumenten zu beeindrucken. Auch darum wollen Biologen die Kreationisten ignorieren: Um ihnen möglichst nicht noch eine Plattform zu bieten und sie nicht in ihrer Propagandaaktion zu unterstützen. Biologen wollen sich nicht ausnutzen lassen. Es soll mal ein Evolutionsbiologe einem Kreationisten die Diskussion verweigert haben mit den Worten: «In Ihrem Lebenslauf würde sich diese Diskussion gut machen, in meinem nicht.» Es mag zwar überheblich klingen, aber es entspricht genau dem, was ich zur Abgrenzung von Pseudowissenschaft geschrieben habe.

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Re: 15.10.2007 18:19 - mrw (wiking)


Am 29.02.2008 00:52 schrieb wiking:

namd erstma bin neu hier und die diskussion fand ich ziemlich interessant so, zum 1. punkt vllt sollten wir erstmal das warum klären, ich denke dann kommen wir beim wie auch weiter. und wir lassen erstma die diskussionen weg ob s jezt so war oder nicht. warum nimmt gott sich ausgerechnet ein einzelnes volk, auch noch das kleinste und erbärmlichste von allen (4.Mose 7,7), und lässt es andere völker umbringen. ich denke, dass gott uns zeigen will, wie groß er ist und dass es (für uns) das beste ist, nach seinen geboten und seiem willen zu leben. da wir aber seit dem sündenfall die möglichkeit haben , selbst zu entscheiden, will gott uns seinen willen nicht aufzwingen (was er ja in seiner allmacht könnte). also schafft er umstände und wege, in denen wir selbst erkennen sollen was gut ist. der erste versuch, sich allen menschen zu offenbaren, ist fehlgeschlagen und musste mit der sintflut beendet werden. als nächstes kam das volk israel, das, obwohl es doch so klein und fehlerhaft ist, es schafft, mit gottes hilfe viel größere und mächtigere staaten zu besiegen.

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