Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Die zehn Gebote sind gut (gwendolan)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.10.2008 00:07 schrieb gwendolan:

In der Tat ist es eine meiner grössten Fragen: Inwieweit würde Gott die Gesetze dem wandel der Zivilisation anpassen? Denn die Gebote und Gesetze waren tatsächlich auf die damalige Zeit zugeschnitten. Aber blos weil etwas alt ist, heisst das nicht automatisch, dass es an Gültigkeit verloren hat.

Gibt es einen Gott, gibt es keinen Wandel. Gibt es einen Gott, dann ist alles fix, insbesonderere seine Gebote! Denn Gott ist unfehlbar. Also entscheide dich: Archaisch-Inhumane Nomadengesellschaft mit Geboten oder moderne, zivilisierte Menschheit, ohne christlichen Gott.

Eben nicht. Du sollst immer noch nicht töten und stehlen. Du kannst nicht aus Prinzip die gebote als veraltet bezeichnen, blos, weil sie alt sind.

…Und immer noch keine Religionsfreiheit (1. Gebot)? Immer noch die Eltern ehren, selbst wenn sie ihre Kinder zum Beispiel sexuell missbraucht haben? Es geht nicht um das Alter, sondern um den Inhalt.

Das antitötungsgebot dürfte sich gegen willkürliche Tötung gerichtet haben. Während dem die Gesetze sagen, wann der Gesetzgeber von dem Verbot entbunden ist. So funktioniert auch unser Rechtssystem. Wall-e hat das sehr schön gezeigt.

Findest du? Dann denkst du also, der Gesetzgeber darf alles? Wie würdest du es finden, wenn in der Schweiz demokratisch die Todesstrafe für Ehebrecher eingeführt werden würde - fändest du das ethisch hochstehend, nur weil der Gesetzgeber es so bestummen hat? Finde ich nicht, Stichwort "materielle Grenzen der Verfassungsrevision". Der Gesetzgeber darf eben auch nicht alles, was er kann. Und ein allmächtiger Gesetzgeber, der die Rechtsunterworfenen mit viel feineren, weniger einschneidenderen Massnahmen steuern könnte, der darf sich überhaupt keine solchen Schnitzer erlauben. Ich finde, die Argumentation von Wall-e ist völliger Unsinn.

Warum die Strafe so hart ausfällt weiss ich nicht. Möglicherweise, weil Sklaven besonders gut vor ihrem Herrn beschützt werden mussten, der ihnen die Sabbatruhe sonst verwehrt hätte. Oder weil, wenn man ein Gebot ungestraft missachten kann auch bald das nächste missachtet (und willkürlich tötet). Es gibt vorstellbare Gründe. Wenn die Sabbatruhe nicht so streng bewacht geworden wäre, wäre sie vieleicht missachtet und schliesslich in Vergessenheit geraten. Zum Glück ist das nie pasiert. Wir hätten sonst keine Ruhetage.

Du verteidigst doch tatsächlich die Todesstrafe für Menschen, die am Sabbat gearbeitet haben. Das finde ich extrem menschenverachtend. Aber von religiösen Menschen dürfte ich ja eigentlich nichts anderes erwarten…

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