Re: Die zehn Gebote sind gut (mrw)
Am 22.10.2008 02:50 schrieb mrw:
Tatsache ist: Er tut es nicht!
Weder hat er damals bessere Gesetze gegeben, die der damaligen Zivilisation hätten ein leuchtendes Vorbild sein können, noch verbessert er seine Gesetze heute, wo die Menschen sehr viel weiter gekommen sind, und die Bibel, wie wir uns mit wall-e einig waren, hoffnungslos rückständig und archaisch geworden ist.
Meine Interpretation ist natürlich: Gott konnte keine besseren Gesetze machen, denn Gott existiert nicht. «Gott», das waren die Menschen, die damals die Bibel verfasst hatten, und die wussten es selbst nicht besser. Und heute kann er seine Gebote nicht mehr verbessern, weil es ihn halt immer noch nicht gibt.
Diese Erklärung ist die einzig mir bekannte, die logisch und stimmig ist, und voll und ganz aufgeht.
Denn die Gebote und Gesetze waren tatsächlich auf die damalige Zeit zugeschnitten.
Weil sie von den damaligen Menschen gemacht wurden.
Gesetze, die von einem allmächtigen, weisen, gütigen Gott gemacht worden wären, wären ein leuchtendes Vorbild gewesen, nicht nur damals, sondern bis in die heutige Zeit, und hätten einen echten und dauerhaften moralischen Fortschritt gebracht. Die Tatsache, dass eben dies nicht der Fall ist, beweist eindeutig, dass es diesen Gott nicht gibt und die Bibel nur unvollkommenes Menschenwerk ist.
Aber bloss weil etwas alt ist, heisst das nicht automatisch, dass es an Gültigkeit verloren hat.
Doch viele möchtegern1) Christen, auch wall-e, und (memorystick korrigiere mich, wenn ich falsch liege) auch Memorystick betonen, dass die Gebote (und vieles andere, wie die brutalen Angriffskriege, die Gott angeordnet haben soll, die Vernichtung von Völkern, Kindesmorde) im Kontext der Entstehungszeit der Bibel bewertet werden müssten, wie Gwendolan ja richtig herausgearbeitet hat. Gleichzeitig aber behaupten dieselben möchtegern Christen, dass die Bibel und ihre Gebote zeitlos gültig seien. Das ist natürlich ein logischer Widerspruch.
Tatsache ist, und darum ging es im Artikel über die zehn Gebote, dass die zehn Gebote keineswegs besonders toll sind, im Gegenteil, und dass sie nicht mehr in unsere Zeit passen, und dass sie nicht mehr unseren heutigen Moralvorstellungen entsprechen (die nämlich wesentlich komplexer sind und in denen «Gott» seinen Stellenwert längst eingebüsst hat).
Die 10 Gebote müssen als mit Todesstrafe bewehrt verstanden werden! Auch wenn du einzelne von ihnen besser finden magst, als wir das tun: Du kannst wohl doch nicht bestreiten, dass es keine derart zentralen Verhaltensvorschriften sind, dass ein Mensch wegen ihrer Verletzung den Tod (oder nach neutestamentarischem Verständnis sogar ewige Höllenqualen!) verdient?!Ich stimme Wall-e zu, wenn er sagt: Der moderne Mensch darf niemandem seine Freiheit nehmen. Aber wenn er Polizist ist und im Namen des Staates handelt, dann darf er das.
Rede Klartext! Heisst das, dass Du für die Todesstrafe bist? Heisst das, dass Du es richtig findest, wenn Gott Menschen steinigen lässt, nur weil sie am Sabbat arbeiten? Sollen wir alle Zug- und Busfahrer, alle Kioskverkäufer steinigen, wenn sie am Sonntag arbeiten? Denn das war Gottes Gebot in seiner Konsequenz und es ist Deiner Meinung nach ja heute immer noch gültig!
Das antitötungsgebot dürfte sich gegen willkürliche Tötung gerichtet haben.
So ist es, denn es folgt unmittelbar darauf eine Liste der Todeswürdigen Verbrechen. Und Angriffskriege, ja selbst Völkermord war nicht nur erlaubt, sondern wurde von Gott befohlen. Fazit: Die Bibel vertritt eine grauenvolle Unmoral!
aber bist du denn wirklich dafür, dass Sabbatbrecher gesteinigt werden, wie es die Bibel vorschreibt?Warum die Strafe so hart ausfällt weiss ich nicht.
Aber es ist so. Und wir verurteilen das!
Möglicherweise, weil Sklaven besonders gut vor ihrem Herrn beschützt werden mussten, der ihnen die Sabbatruhe sonst verwehrt hätte.
Nein, denn gesteinigt wurde ein armer Mann, der Holz sammeln ging, für sich selbst, nicht für seinen Meister.
Oder weil, wenn man ein Gebot ungestraft missachten kann auch bald das nächste missachtet (und willkürlich tötet).
Das ist nun wirklich völliger Unsinn. Das heisst, dass man künftig gleich jeden Ladendieb erschiessen soll?!? Ja, wenn einer falsch parkiert: Erschiessen, denn als nächstes bringt er einen um! Wehret den Anfängen!
Ich finde es grauenvoll, in welche Abgründe Dich Deine Religion führt!
Es gibt vorstellbare Gründe.
Nein!
Wenn die Sabbatruhe nicht so streng bewacht geworden wäre, wäre sie vieleicht missachtet und schliesslich in Vergessenheit geraten.
Na und? Ist das etwa mehr Wert, als Menschenleben?
Ich finde Deine ethischen Vorstellungen grauenvoll! An Dir sieht man, wohin die Bibel, die Religion, das Christentum einen Menschen treiben kann! Du bist im moralischen Abseits gelandet und realisierst das noch nicht einmal.
Darum muss man Religion bekämpfen!
Zum Glück ist das nie pasiert. Wir hätten sonst keine Ruhetage.
Heute haben wir zwei pro Woche, trotz der Bibel!
Während das Christentum Europa unterdrückte, gab es keinen arbeitsfreien Sonntag! Erst vor ca. hundert Jahren hat sich das wieder durchgesetzt. Ich habe mal eine alte «Büroordnung» von 18xx gelesen, wo stand, dass neu der Sonntag frei sei und dem Kirchgang diene. Zuvor war das demnach nicht der Fall.
Die freien Arbeitstage, auch die Ferien und die Wochenarbeitszeit ist sehr eng mit dem materiellen Wohlstand korreliert und nicht mit der Bibel.
Es tut mir leid, Torx, aber inhaltlich liegst Du vollkommen falsch und moralisch bist Du ganz unten angelangt, im tiefsten Sumpf.
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Re: Die zehn Gebote sind gut (aahorn) Am 22.10.2008 11:29 schrieb aahorn:
Darf ich? Ich habe hier etwas gelesen und möchte gerne mitmachen. Die Todesstrafe ist doch in den 10 Gebote nicht enthalten, oder? Da steht nur, man soll am Sabat nicht arbeiten. Aber ich finde die Frage interessant. Doch man sollte vieleicht fragen, ob man die Todesstrafe aus der Sicht der damaligen oder der heutigen Zeit ablehnt. Dazumals ist nun mal in der Welt noch vieles anders gelaufen als heute. |
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Re: Die zehn Gebote sind gut (wall-e) Am 22.10.2008 16:12 schrieb wall-e:
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