Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Monogamie und Ehebruch, Hedonismus, Humanismus und Naturalismus [Re: Die zehn Gebote sind gut] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.10.2008 16:53 schrieb mrw:

Am 22.10.2008 16:12 schrieb wall-e:
Rede Klartext!

Ich habe kein Problem mit Klartext. :-)

:-D Heisst das, dass Du für das Fremdgehen bist?

Ich bin dafür, das Leben zu geniessen, ohne sich unnötige Zwänge aufzuerlegen. Genuss bedeutet aber, dass er nachhaltig ist, das heisst, dass man nicht auf Kosten anderer oder auf Kosten der eigenen Zukunft geniesst. Wer z.B. säuft wie ein Loch, bis ihm die letzten Hirnzellen kaputt gegangen sind, der hat seinen langfristigen Lebensgenuss eingetauscht gegen einen kurzfristigen Rausch. Sein Genuss ist nicht nachhaltig.

Ebenso muss man es mit sexuellen Ausschweifungen jeglicher Art sehen: Solange alle Beteiligten mit der Vorgehensweise einverstanden sind, ist alles in Ordnung. Sobald Verrat und Betrug ins Spiel kommen, riskiert man seine eigene Zukunft. Es liegt also im eigenen Interesse, sich ethisch richtig zu verhalten.

Zur eigentlichen Frage: Ich beurteile «Fremdgehen» als völlig problemlos, wenn kein Betrug dahinter steht. Wenn Betrug im Spiel ist, dann wird es spätestens dann zu einem Problem, wenn der betrogene Partner dahinter kommt.

Grundsätzlich zeigt sich, dass der Mensch vermutlich biologisch nicht darauf programmiert ist, ein Leben lang monogam zu sein. Hier scheint es so, als wären vor allem die Männer darauf eingerichtet, ihre Samen weit zu verbreiten, während Frauen eher sorgfältig einen langfristigen Ernährer suchen. Aber Studien zeigen auch, dass Frauen nicht unbedingt dazu neigen, dieselbe Person als Erzeuger zu wählen, wie für die langfristige Aufzucht ihrer Kinder.

Wider die Natur zu handeln, ist immer falsch und führt die Menschen nur ins Unglück. Man muss die Natur des Menschen erforschen und verstehen, um überhaupt sinnvolle ethische Richtlinien aufstellen zu können. Und diese müssen sich an der Natur orientieren und nicht an einer Religion.

Auch hat die Gesellschaft nicht über sexuelle Aktivitäten oder Partnerschaften einzelner Individuen zu richten. Das ist ganz allein deren Sache.

Heisst das, dass Du es richtig findest, wenn ein Mann mit einer anderen Frau Sex hat, nur weil er diese attraktiver findet, als seine eigene Frau?

Wenn ein Mann seine Frau nicht mehr attraktiv findet, ist das nicht nur rein visuell bedingt. Vielmehr deutet es darauf hin, dass sich ein Paar auseinandergelebt hat. In dem Fall ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Auflösung der Partnerschaft zum beidseitigen Vorteil ist. Es ist aber auch möglich, dass im Gegenteil ein gelegentliches Fremdgehen die eigentliche Partnerschaft stützt, die sonst zerbrechen würde.

Eine generelle Antwort kann ich Dir nicht geben. Man muss das von Fall zu Fall beurteilen. In jedem Fall aber ist es ausschliesslich Sache der beteiligten Partner (und ihrer Kinder, die ich auch als beteiligte Partner betrachte). Den Rest der Gesellschaft geht das rein gar nichts an.

Oder findest du es richtig, wenn ein Mann seine Frau und die Kinder verlässt um mit einer anderen Frau zu leben?

Kommt auf die Situation an. Wenn der Mann und die Frau andauern im Streit lagen, kann es von allseitigem Vorteil sein. Solange die Interessen des Kindes gewahrt bleiben, sehe ich kein Problem darin.

Alimente und Sorgerecht (Sorgepflicht) sind ja kaum humanistisch-naturalistisch-hedonistischer verankert.

Hedonistisch nur insofern, als Kinder einen ganz wesentlichen Beitrag zum Glück liefern können. Humanistisch und naturalistisch: Unbedingt!


Letztlich ist es immer falsch, Menschen mit Zwang in etwas zu pressen, wo sie nicht hineinpassen. Wenn man dafür sorgt, dass sich jeder Mensch frei entfalten kann, wenn man dafür sorgt, dass alle Menschen die gleichen Chancen und Möglichkeiten erhalten, dann hat man alles erreicht, was erstrebenswert ist und das Glück der Menschheit optimiert.

Eine Ethik muss sich immer am Menschen und seinen Bedürfnissen ausrichten, und nicht an einem Gott und seinen Wünschen.

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