Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Qualität der Gebote, Frauen, Heirat und Treue [Re: Die zehn Gebote sind gut] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 22.10.2008 02:23 schrieb mrw:

Am 21.10.2008 23:33 schrieb torx:
Aber beleuchten wir die Zeit von Mose und den Israeliten:

Gerade hier müssen sich die Bibel und «Gott» einen Vorwurf gefallen lassen:

Wäre es einem allmächtigen Gott nicht möglich gewesen, die damalige brutale, archaische, kriegerische ud patriarchalische Gesellschaft zu verbessern? Wäre es nicht vielmehr die Pflicht eines angeblich allmächtigen Gottes gewesen, Verbesserungen zu bringen, anstatt nur den Status Quo festzuschreiben? Hätte ein Gott nicht den Menschen schon damals moderne humanistische Werte bringen können, die sich am Menschen und seinen Bedürfnissen orientieren?

Eine Heirat aus Liebe war dazumals nicht die Regel.

Wieso hat Gott nicht genau das zur Regel gemacht?

Der Vater bestimmte, wen seine Tochter heiratete. Ein Mann musste beim Vater um die Tochter werben.

Wieso hat sich Gott nicht für Gleichberechtigung eingesetzt? Im Gegenteil, die Bibel ist sehr frauenfeindlich. Das beginnt schon damit, dass die Schuld an der Ausweisung aus dem Paradies Eva angelastet wird, geht dann z.B. weiter, wenn Lot seine Tochter zur öffentlichen Vergewaltigung anbietet, ohne dafür einen Rüffel zu beziehen (im Gegenteil, er wird als integerer Mensch dargestellt), es spiegelt sich auch in den Sklavengesetzen, die es erlauben dioe Tochter, und nicht den Sohn, in die Sklaverei zu verkaufen, u.s.w.

Wieso setzt sich Gott nicht für die Liebesheirat ein?

Also hatten wir dazumals wohl hauptsächlich Zwangshochzeiten.

Und Gott hatte offenbar nichts dagegen. Seine eigene Verehrung war ihm —, wieviele? drei? vier?, — Gebote wert, die Zwangsheirat kein einziges!

Dies ist in diesem Fall nicht zu verurteilen, denn ein Single-Leben ohne sorgende Familie war dazumal (vor allem im Ater) schlimmer, als eine Heirat mit jemandem, den man nicht liebt.

Hätten das nicht vielleicht die betroffenen Menschen ohne Zwang selbst entscheiden sollen?

Nichtsdestotrotz sagt das Gebot auch, dass es schlecht ist, mit jemand anderem zu schlafen, wenn man eigentlich eine Glückliche Familie hat.

Habe ich etwas übersehen? Von «glückliche Familie» steht genauso wenig, wie von einem «Verbot mit jemand anderem zu schlafen». Hier muss ich Dir wieder vorwerfen, dass Du Deine Wunschvorstellungen auf die Bibel projizierst, doch die Realität des biblischen Textes ist eine andere und entspricht nicht dem, was Du ihm unterstellst.

Verboten ist nur das Begehren des Weibs eines anderen (als ledige Frau darf man hingegen der nächsten Mann begehren, aber das hatten wir schon, Frauen sind ja nicht gleichberechtigt).

Nicht verboten ist es z.B., mit Huren zu vögeln (denn die «gehören» ja niemandem). Das zeigt eben auch wieder, wie unausgereift diese willkürlichen zehn Gebote sind.

Unter den damaligen Umständen der fehlenden Empfängnisverhütungsmittel war das umso wichtiger.

Aus humanistisch-naturalistisch-hedonistischer Sicht ist das Unsinn. Es ist völlig normal, dass die Menschen quervögeln, das liegt in der Natur der Menschen, wie eine Gen-Studie zeigte (nein, den Verweis dorthin habe ich leider nicht aufgehoben, ich müsste selbst googeln). Und es schadet auch der Gesellschaft nicht. Je nach Gesellschaftsform kann man es offen tun, weil es toleriert wird, das ist natürlich die bessere Lösung. In einer unterdrückenden Gesellschaft hingegen tut man es so heimlich, dass es selten auffliegt (zumal es damals keine Gentests gab, die das hätten beweisen können), dann schadet es auch nicht.

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