Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: «Gott schuf das Leben» (pitsch)

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Diskussionsbeitrag:

Am 03.04.2009 22:29 schrieb pitsch:

Am 02.04.2009 17:16 schrieb princess:
Ich bin neu hier aber hab iwi das Bedürftnis, meinen Glauben irgendwie logisch zu erklären.Ich finde man sollte nicht nur glauben um zu glauben und sich irgendwelche Sachen die man glaubt im kopf zusammen zu stellen (sry klingt ein bissie merkwürdig, aber macht ja nix..)

Hi princess und willkommen im Forum!
Dein Bedürfniss klingt in meinen Ohren überhaupt nicht merkwürdig oder komisch, im Gegenteil, es wird wahrscheinlich für viele Atheisten auch das Bedürfniss gewesen sein.

Ich habe aber gedacht, ich muss mir die Bibel und Christentum erst anschauen, bevor ich sagen kann, es stimmt nicht. Was dabei heraus kam: Ich bin Christ geworden :-)

So ging es vielen, manche wurden Gläubig, ich behaupte die meisten wurden Atheisten :-)

Was war am Anfang? Also wirklich bevor irgendetwas anderes war? Die Bibel sagt, am Anfang war Gott. Also habe ein sicheres Statement was das betrifft.

Die Wissenschaftler tendieren grösstenteils zum Urknall als Start des Universums. Ich persönlich gehe ebenfalls davon aus, dass "unser" Universum mit etwas ähnlichem begann. Was davor war wissen wir nicht und kann nur Teil von Spekulationen sein.
Die Religion, mit ihrer "Erklärung" Gott ist aber eine der unwahrscheinlichsten Möglichkeiten, die ich mir vorstellen kann.
Woher kam Gott? Und bevor Du jetzt sagst, Gott sei ewig, bedenke: Warum kann nicht auch das Unviersum ewig sein? Eine Periodischer Ablauf von Ausdehnung und Zusammenfall, welcher immer wieder mit einem Urknall beginnt und endet zum Beispiel?
Du siehst, Gott ist keine Erklärung dafür, sondern ein absolut beliebiger Erklärungsversuch, der auf Grund Ockhams Rasiermesser sowiso bald einmal ausscheidet…

Die evolutionsttheorierie besagt, leben hat sich einfach so durch Zufall entwickelt.

Das ist falsch, anscheinend hast Du die Evolutionstheorie nicht verstanden. Siehe dazu beispielsweise Wikipedia.

Ist es jemals irgendeinem top-naturwissenschaftler gelungen, Leben zu erzeugen? Nein? Wie ist es dann möglich, dass sich Leben einfach so ohne irgendein wissen und ohne zutun entwickeln könnte?

Die Entstehung des Lebens und die Entwicklung des Lebens muss man trennen.
Die Entwicklung kann mit den Evolutionsmechanismen m.W. problemlos erklärt werden, da bis heute kein einziges nicht reduzierbares Organ gefunden wurde (Eines würde bereits genügen, um die ganze Evolutionstheorie komplett aufgeben zu müssen).
Bei der Entstehung des Lebens war wahrscheinlich relativ viel Zufall im Spiel, allerdings musste dies nur ein einziges Mal geschehen. Dass dies geschah beweist unser Dasein.
Als das erste sich replizierende Molekül entstanden war, lief die Evolutionsmaschinerie von alleine weiter und das Leben konnte sich über den ganzen Planeten ausbreiten.
Übrigens ist es Forschern bereits gelungen Aminosäuren im Labor unter den damaligen anzunehmenden Umständen herzustellen. Wenn ich mich recht erinnere ging dies irgendwie mit elektrischen Entladungen (Blitze) und einem Tümpelähnlichen Gemisch als "Nährboden".
Quellen dazu habe ich Dir im Moment leider keine, ich las es mal in der NZZ.

Ließt man sich die Bibel einmal durch, so wird man auf zahlreiche Profezeiungen stoßen, die allesamt eingetroffen sind. Sehr viele davon Jesus betreffend. Es wurde so ziemlich sein ganzes Leben vorhergesagt. Und das alte Testament wurde bewiesener Weise vor dem neuen geschrieben, also kann nicht gesagt werden, die Prophezeiungen wurden nach Jesus' Leben eingefügt. […]

Ist es denn so unwahrscheinlich, dass "sein" Lebenslauf nicht einfach ein wenig angepasst wurde, damit möglichst viele Prophezeiungen passen? Immerhin wurden die Evangelien erst einige Jahrzehnte nach dem angeblichen Tod der Bibelfigur Jesus geschrieben.
Ausserdem sind Prophezeiungen keinerlei Beleg für die Göttlichkeit oder Übernatürliche Voraussagekraft (Durch hlg. Geist zB) des Schreibers. Meistens weil die Prophezeihungen einfach viel zu offen formuliert sind und irgendwann fast eintreffen müssen.

Zum Schluss möchte ich noch sagen.. wie vielen Menschen hat ihr Glaube schon Hoffnung gegeben? Wie viele positive Aspekte, die nie erwähnt werden, gibt es im Glauben?

Der Glaube kann Menschen Hoffnung geben, das kann sicherlich ein positiver Aspekt am Glauben sein.
Allerdings kann Glauben, vorallem fundamentalistischer Glaube auch unvorstellbares Leid anrichten, was die Geschichte Europas eindeutig belegt.
Ich persönlich habe den Glauben im privaten Rahmen auch absolut nichts entgegenzusetzen.
Sobald sich ein Glauben(ssystem) aber in meinen Alltag einmischt und Leuten ewige Wahrheiten und dergleichen vorgaukelt, verlässt er diesen privaten Rahmen.
Kindliche Indoktrination z.B. durch den Konfessionskonzentrierten Religionsunterricht in der Primarstufe manipulieren die Kinder und hindern sie an einer eigenen gut reflektierten Positionsnahme zum Thema.
Des weiteren dürfen Gesetze nicht dogmenbasiert sein, da es sonst auch bei uns bald so aussehen würde, wie im nahen Osten, wo die Schari'a regiert.

Und sollte sich am Ende, was ich aber mit Sicherheit nicht glaube, herausstellen, dass >unser Glaube falsch war, haben wir ein gutes Leben geführt. Wenn sich aber für Atheisten >herausstellen sollte (was ich glaube), das unser Glaube stimmt, sitzen diese in der Klemme.

Jaja, Pascals Wette ;-)
Die Widerlegung kannst Du auch in den Artikeln dieser Seite nachlesen: http://atheismus.ch/03_argumente/01_f%C3%BCr/gott/die_pascalsche_wette
Übrigens…bist Du sicher, dass Du als Christin besser wegkommen würdest, als ich als Atheist, wenn wir am Tag des jüngsten Gerichtes plötzlich vor Zeus oder Odin oder usw. stehen würden? ;-)

Nebenbei habe ich Hoffnung auf ein mir versprochenes leben nach dem Tod. Was für Hoffnung habt ihr?

Ich habe die Hoffnung, ein erfülltes Leben zu leben, was auch gleichzeitig der Sinn meines Lebens darstellt.
Da ich vollkommen Diesseitslastig bin, kann ich mich darauf optimal konzentrieren.

Gruss pitsch

Ps: Falls ich nicht mehr antworten werde, ist das, weil ich die nächsten zwei Wochen mein Leben wieder einmal richtig heftig erfüllen werde und dabei kaum Internetzugang und Zeit haben werde ;-)

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Re: «Gott schuf das Leben» (knuddel)


Am 05.04.2009 01:27 schrieb knuddel:

Die Wissenschaftler tendieren grösstenteils zum Urknall als Start des Universums. Ich persönlich gehe ebenfalls davon aus, dass "unser" Universum mit etwas ähnlichem begann. Was davor war wissen wir nicht und kann nur Teil von Spekulationen sein.
Die Religion, mit ihrer "Erklärung" Gott ist aber eine der unwahrscheinlichsten Möglichkeiten, die ich mir vorstellen kann.

Woher kam Gott? Und bevor Du jetzt sagst, Gott sei ewig, bedenke: Warum kann nicht auch das Unviersum ewig sein? Eine Periodischer Ablauf von Ausdehnung und Zusammenfall, welcher immer wieder mit einem Urknall beginnt und endet zum Beispiel?

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