Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Die notwendigerweise hohe Komplexität durch Einführung geistiger Entitäten [Re: «Gott schuf das Leben»] (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.04.2009 11:44 schrieb mrw:

Am 08.04.2009 17:19 schrieb knuddel:
Das wurde alles schon gesagt und ich halte es für eine ziemlich billige geschichte

Trotzdem hast Du es offensichtlich nicht verstanden. Es mangelt Dir in der Konsequenz des Denkens.

Ich versuch's nochmals:

Wer sagt denn, dass der Ursprung von Gott überhaupt erklährt werden muss?

Wer sagt denn, dass der Ursprung des Urknalls überhaupt erklärt werden muss?

wenn Gott die Zeit erschaffen hat ist er zeitlos und hat demnachzufolge keinen Ursprung.

Wenn die Zeit im Urknall entstand, ist er zeitlos und hat demnachzufolge keinen Ursprung.


Wie Du siehst, sind wir gleich weit. Gott bringt uns in der Erklärung keinen Schritt weiter, führt aber Gott selbst als neue (hochkomplexe) Entität ein, die zusätzlich erklärt werden muss.

Somit greift nun mal Ockhams Rasiermesser voll und ganz.


Weiter:

Ohne Gott haben wir keine logische Erklärung für Herkunft von Raum, Zeit und Materie.

Mit Gott auch nicht. Im Gegenteil, Gott entzieht sich der Logik voll und ganz, behauptet zumindest Ihr Christen immer dann, wenn ich argumentiere, dass Euer Gott durch und durch unlogisch ist.

mit Gott können wir die Herkunft dieser Dinge immerhin theoretisch erahnen.

Mit modernster Wissenschaft, Quantentheorie, Stringtheorie, Urknall, Teilchenbeschleunigern, etc. können wir die Herkunft dieser Dinge immerhin theoretisch und praktisch erahnen, möglicherweise (sehr wahrscheinlich) früher oder später auch tatsächlich entschlüsseln.

Auch hier hilft uns nicht Gott, sondern die Wissenschaft.


Also nochmals:

Wer sagt denn, dass ohne Gott gleich viel erklärt wurde wie mit gott?

s.o. Alles, was Du für Deinen Gott in Anspruch nimmst, kann ich auch ohne Gott für meine Erklärung reklamieren. Damit kommen wir auf beiden Wegen exakt gleich weit, nur dass Dein Gott ein ewiges Mysterium bleiben wird, ja bleiben muss, da er sich ja offenbar nicht selbst zu erkennen gibt (was er eigentlich könnte und anständigerweise auch tun müsste). (→ Wenn es einen Gott gäbe, der an uns interessiert wäre, dann würde er sich uns deutlich zu erkennen geben, und nicht in jahrtausende alten Büchern falsche Fährten legen und uns durch die Existenz unzähliger Religionen absichtlich in die Irre leiten. Aber das weicht vom Thema ab…)

wer sagt, dass die kette mit Gott komplexer ist? eine lange Kette muss nicht komplex sein, wenn ihre glieder gut zusammenpassen

Die Tatsache, dass Du mit Gott eine zusätzliche Entität einführst, die ja eben gerade nicht von dieser Welt ist, das heisst, Du führst eine geistige Grundstruktur ein, die in der materialistischen Erklärung schlicht und einfach weder vorkommt, noch benötigt wird.

Jede zusätzliche Entität (Grundstruktur) erhöht die Komplexität einer Erklärung notwendigerweise um den Faktor ihrer selbst. Selbst die einfachste Entität erhöht die Komplexität der Erklärung, wenn man auch ohne sie auskommen kann. Aber Deine Entität ist besonders komplex, wie ein Blick auf die Unmenge an theologischer Fachliteratur und hochkomplexen theologischen Streitfragen zeigt, die per se (in der Regel) nicht einmal klärbar sind. Hier steht Glaube gegen Glaube, Dogma gegen Dogma, Behauptung gegen Behauptung.

Antwort auf diesen Diskussionsbeitrag
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Re: Die notwendigerweise hohe Komplexität durch Einführung geistiger Entitäten [ Re: «Gott schuf das Leben» ] (knuddel)


Am 13.04.2009 22:41 schrieb knuddel:

Wer sagt denn, dass der Ursprung von Gott überhaupt erklährt werden muss?

Wer sagt denn, dass der Ursprung des Urknalls überhaupt erklärt werden muss?

wenn Gott die Zeit erschaffen hat ist er zeitlos und hat demnachzufolge keinen Ursprung.

Wenn die Zeit im Urknall entstand, ist er zeitlos und hat demnachzufolge keinen Ursprung.

Du bist zu wissenschaftfixiert. Versuchs mal mit einer theologischen Lösung. Der Urknall selber muss ja etwas hochkomplexes oder unbegreifbares sein, wenn ih ihm die Zeit (und Materie und Raum) entstanden. Ich schlage vor, wir lassen diese hochkomplexe theorie die sich sowieso wie ein Märchen anhört weg und einigen uns darauf, dass er nie stattgefunden hat. Stattdessen hat Gott die Welt so erschaffen, wie sie ein paar Sekunden, Minuten, Stunden oder Jahrmilliarden nach dem Urknall war.

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