Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Leo [Re: Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt] (datura)

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Diskussionsbeitrag:

Am 11.05.2010 21:20 schrieb datura:

Am 11.05.2010 01:01 schrieb mrw:
Am 10.05.2010 22:04 schrieb datura:
Am 16.04.2010 17:27 schrieb mrw:
Markus 9.42:
«Und wer einem der Kleinen, die glauben, Anlass zur Sünde gibt, für den wäre es besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen würde.»

Was hat das mit Feindesliebe zu tun?

Wie lange denkst Du, kann man mit einem Mühlstein um den Hals im Meer überleben? Ist das Werfen ins Meer mit einem Mühlstein um den Hals eine Todesdrohung oder ein Zeichen von Liebe?

Es ist meiner Ansicht nach keine Todesdrohung. Er sagt ja nur "… für dem wäre es besser …". Er sagt nicht " … soll mit einem Mühlstein um dem Hals ins Meer geworfen werden.".

Sind diejenigen, die gegen Jesus arbeiten, seine Freunde oder Feinde?

Es erscheint mir wahrscheinlich, dass das möglicherweise Feinde sein KÖNNTEN. Wenn ich mich richtig erinnere: Irgentwo bei seiner Verhaftung durch Legionäre soll ein Jünger das Schwert ergriffen haben und einen Legionär verletzt haben. In der Folge soll er den Legionär geheilt haben. Meine Fragen an Dich: Ist der Legionär, der ihm verhaftet ein Freund oder ein Feind? Ist das heilen einer Verletzung ein verwerflicher Mord an einem Legionär, oder ist es ein Akt der Liebe? Wenn der Legionär ein Feind ist, dann erlaube ich mir den Schluss, dass er das Gebot der Feindesliebe nicht nur geprädigt, sondern auch gelebt hat.

Jesus spricht hier eine offene Morddrohung gegen seine Feinde aus. Das Zitat ist das pure Gegenteil von Feindesliebe.

Zunächst einmal bezweifle ich, dass es eine Morddrohung ist. Wenn ich schreibe "Die Giftspritze ist besser als eine Kreuzigung." dann drohe ich niemandem mit der Giftspritze. Ich sage nur was das kleinere Übel ist.

Ich gehe hier davon aus, dass wir uns darauf einigen können, dass der Legionär ein Feind ist.

Als zweiten Punkt darf ich anführen, dass es sich nur um Worte handelt, und nicht um Taten. Beim Legionär handelt er im Sinne der Feindesliebe. Er setzt also Taten im Sinne der Feindesliebe.

Und wenn dein Auge dir Anlass zur Sünde gibt, so wirf es weg! Es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes einzugehen, als mit zwei Augen in die Hölle des Feuers geworfen zu werden, wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.

Hier wird nur der Rat gegeben Sünden unter allen Umständen zu vermeiden.

Du übersiehst den Zusammenhang.

Das ist möglich.

Ginge es nur darum, «Sünden unter allen Umständen zu vermeiden», müsste Jesus das nicht in Drohungen mit Mord und ewiger Höllenqual einbetten.
Man wird mit zwei Augen aber sündig «in die Hölle des Feuers geworfen , wo sein Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.»
Das ist eine offene Drohung und sonst gar nichts. Wehe Du tust nicht, wie Jesus will, dann kündet er Dir alle Liebe auf und geht mit brutalster Gewalt und ewigen Folterqualen gegen Dich vor, ohne Aussicht auf Gnade und ohne Aussicht auf ein Ende der Strafe, im Gegenteil, dann kommst Du in die «Hölle des Feuers, wo Dein Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.» – Keine Gnade, keine Aussicht auf Entlassung, niemals.

Das Strafausmaß ist reichlich und auffallenden überzogen. Das ist ein Kritikpunkt, den ich mit Dir absolut Teile.

Ich darf auch daran erinnern, dass es ihm ein Anliegen war Ausgestossene in die Gesellschaft zu integrieren.

Das war seine Klientel. Die Zufriedenen konnten mit dem hysterischen Weltuntergangsfanatiker Jesus von Nazareth nichts anfangen. Wenn, dann konnte Jesus die Verlierer um sich scharen. …..

Ist das nicht etwas positives? Er kümmert sich um die ausgestoßenen der Gesellschaft. Er geht auf Epileptiker, Blinde und anderen Kranken zu anstatt einen Bogen um sie zu machen. Er kümmert sich um die Verlierer.

Ausserdem soll er auch eine Frau vor der Steinigung gerettet haben.

… nachdem er rhetorisch in Bedrängnis gebracht wurde, nur um sich an anderer Stelle klar für die Todesstrafe auszusprechen.

Faktum ist, dass er die Steinigung verhindert hat, und einer Frau das Leben gerettet hat. Ich kann einen Lebensretter nur in extremen Ausnahmefällen verachten. Bei Dir reichen offensichtlich ein paar falsche Worte dazu aus.

Mich interessiert nun: Du schreibst, dass er rhetorisch in Bedrängnis gebracht wurde. Ich kann keine rethorische Bedrängnis feststellen, wenn eine Frau von einer Gruppe verfolgt an ihm vorbeirennt, und die Gruppe fragt warum sie die Frau verfolgt. Vielleicht habe ich etwas in falscher Erinnerung. Könntest Du mir erklären, warum er rethorisch in Bedrängnis war? Danke im Voraus!

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Re: Leo [ Re: Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt ] (datura)


Am 11.05.2010 21:44 schrieb datura:

Mich interessiert nun: Du schreibst, dass er rhetorisch in Bedrängnis gebracht wurde. Ich kann keine rethorische Bedrängnis feststellen, wenn eine Frau von einer Gruppe verfolgt an ihm vorbeirennt, und die Gruppe fragt warum sie die Frau verfolgt. Vielleicht habe ich etwas in falscher Erinnerung. Könntest Du mir erklären, warum er rethorisch in Bedrängnis war? Danke im Voraus!

Ich ziehe die Frage zurück! Ich hatte die Situation in falscher Erinnerung! Ich habe die Antwort gefunden!

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Re: Leo [ Re: Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt ] (mrw)


Am 13.05.2010 14:26 schrieb mrw:

Am 11.05.2010 21:20 schrieb datura:
Es ist meiner Ansicht nach keine Todesdrohung. Er sagt ja nur "… für dem wäre es besser …". Er sagt nicht " … soll mit einem Mühlstein um dem Hals ins Meer geworfen werden.".

Die katholische Kirche hat es in der Folge als Handlungsanweisung verstanden.

Lange Zeit haben sich die Christen mit dem Argument gegen die Beseitigung von Sklaverei gewehrt, dass die Sklaverei in der Bibel ausdrücklich zulässig sei.

Noch heute wird die Todesstrafe in den VSA vor allem in den christlich dominierten Staaten des sogenanten «Bibelgürtels» angewendet.

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