Atheismus in der Schweiz
Diskussion

30.10.2007 11:22 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 30.10.2007 11:22 schrieb mrw:

Antwort an Kilian:

Grundsätzlich geht es hier wie auch im Artikel über die Bergpredigt zuerst einmal darum, dem ausschliesslich und einseitig positiven Jesusbild einige kritische Aspekte entgegenzuhalten. Diese mögen leicht überzeichnet sein, treffen aber im Kern zu.

Da Jesus in der Erwartung der Apokalypse lebte, ist es verständlich, dass seine Lebensweise nicht in jeder Hinsicht für eine ganze Gesellschaft ratsam wäre.

So ist es. Jesus ist uns in seiner Lebensweise kein Vorbild. Es geht mir hier darum, diesem populären Irrtum zu widersprechen.

Dass diese Apokalypse nicht eingetreten ist, raubt jedoch nicht der gesamten Lehre von Jesus jeglichen Sinn und sie verdient unzweifelhaft immer noch Beachtung.

Die Tatsache, dass diese Apokalypse nicht eingetreten ist, beweist, dass Jesus eben nicht Gottes Sohn ist. Dies hat nachhaltige Auswirkungen auf die weitere Beurteilung seiner «Lehre» und «Leistungen».

Damit ist es auch pure Selbstherrlichkeit und Selbstüberschätzung, wenn er behauptet: «Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.» Da kannst Du mir nicht mehr kommen mit: «Ihm hier Selbstherrlichkeit vorzuwerfen, finde ich etwas komisch. Ich meine, immerhin ist Gott in Jesus Fleisch geworden und hat sich so der Menschheit offenbart.» Genau das ist widerlegt durch die Tatsache, dass Jesus eine Apokalypse erwartet hatte, sich aber offensichtlich irrte. An anderer Stelle macht er noch konkrete zeitliche Angaben (z.B. Lukas 9.27). Ein Gottessohn, der sich irrt, ist kein Gottessohn! Damit ist Jesus selbstherrlich und intolerant. Schlimmer noch: Er versucht seinen Standpunkt aufzuwerten, in dem er behauptet, er sei Gottes Sohn.

Wenn aber Jesus ein ganz normaler Mensch war, verdient seine Lehre nicht mehr Beachtung, als die eines jeden anderen Filosofen seiner Zeit. Und da gab es weit klügere Köpfe, als Jesus.

Jesus war ein typischer beziehungsunfähiger, asexueller Jungeselle.
Bei dieser Aussage scheint es eher um den Effekt zu gehen

Die Aussage leitet sich aus der Bibel ab und steht im krassen Widerspruch zum Familienbild der Kirchen, deckt sich aber mit der christlichen Abneigung gegen die Natur, namentlich gegen Sex der nicht ausschliesslich der Reproduktion dient.

Und wer einem der Kleinen, die glauben, Anlass zur Suende gibt, fuer den waere es besser, wenn ein Muehlstein um seinen Hals gelegt und er ins Meer geworfen wuerde. — «Das Evangelium nach Markus 9.42»
Was das mit Intoleranz zu tun hat, weiss ich auch nicht. Jesus sagt lediglich, dass es besser wäre, zu sterben, als das sündige Verhalten eines anderen zu verursachen.

Es hat sehr viel mit Intoleranz zu tun, denn letztlich beschreibt es ziemlich genau, was später die Kirchen mit Ketzern, Sündern und Heiden gemacht haben. Jesus hat hier den Grundstein gelegt für die Grausamkeit des späteren Christentums.

Auch hier geht es ender um Emotionalisierung als wirkliche Sachlichkeit. Einem Menschen, der für die Menschheit freiwillig den Kreuzestod mit vorangehender Auspeitschung und Demütigung stirbt und sich nicht dagegen wehrt, obwohl er schon vorher weiss, dass es geschehen wird, zu unterstellen, dass er keine Moral und Ethik habe, nur in grossen Worten stark und ein Feigling sei, ist etwas sonderbar.

Das ist keine Ethik, das ist pure Dummheit und es ist ein unmenschlicher, grausamer, sadistischer und hinterhältiger Gott, der solches fordert. Das ganze Kreuzigungsmärchen ist einfach nur dumm. Tatsache ist: Im alten Testament wurden wegen kleinster Vergehen auf Befehl Gottes hingerichtet. Es wurden mehrfach ganze Völker vernichtet. Jesus hingegen hatte nicht die Macht, andere Menschen zu töten, denn er lebte unter römischem Recht, in einem Rechtsstaat, der selbst unseren heutigen Staaten als Vorbild dient. Darum musste er sich auf leere Worte und Drohungen verlegen.

Aber Jesus lässt keinen Zweifel daran, dass man die Todesstrafe vollziehen müsste, wenn es nach ihm ginge, auch wenn er, ganz der Feigling, der er war, sich herausredete, als man ihm eine Falle stellen wollte, und so eine Frau vor der Steinigung rettete (Johannes 8.2-11). Trotzdem sprach er sich nach Matthäus 15.3-9 klar für die Vollstreckung der Todesstrafe aus.

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