Atheismus in der Schweiz
Diskussion

31.10.2007 11:34 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 31.10.2007 11:34 schrieb mrw:

Antwort an Kilian: Ein «Gottessohn» mit Fehlern

Die Tatsache, dass diese Apokalypse nicht eingetreten ist, beweist, dass Jesus eben nicht Gottes Sohn ist.
Natürlich hat es Auswirkungen auf Jesus' Lehre und kaum mehr jedes Wort von ihn kann man direkt aus des Vaters Mund kommend bezeichnen, doch das Nichteintreten der Apokalypse reicht meiner Meinung nicht für einen Beweis, dass Jesus nicht Gottes Sohn war

Wenn sich Jesus in so einem zentralen Punkt irrt, und die Erwartung einer baldigen Apokalypse ist ein zentralen Punkt, dann ist er kein Gottessohn. Abgesehen davon sind er und sein Vater ja angeblich eins.

Aber es gibt ja auch genug Anhaltspunkte dafür, dass es den biblischen Gott nicht gibt, somit kann er ohnehin keinen Sohn gehabt haben. Dies ist ja nur einer von vielen Ungereimtheiten und Fehlern der Bibel.

Mag sein, dass es jede Menge klugere Köpfe gab, doch selbst wenn Jesus "bloss" ein Mensch war, ist seine Lehre immer noch einzigartig und revolutionär für diese Zeit und nicht so leicht in einen Topf zu werfen mit allen anderen Messiasbewegungen.

Ich rede nicht von anderen dümmlichen Messiasbewegungen, ich rede von den grossen antiken Filosofen, Epikur, Sokrates (der ja auch sein Leben opferte), Xenofanes, Protagoras und viele mehr.

Natürlich geht das nicht von einem Tag auf den andern, aber die Loslösung vom egoistischen, triebhaften, irrationalen, manchmal unmoralischen Handeln, welches oft aus Sex resultiert, würde den Menschen sicherlich weiterbringen.

Da bin ich nicht einverstanden. Man muss seine Triebe beherrschen und nicht umgekehrt, aber man muss seine Triebe auch ausleben. Als einzige Einschränkung sehe ich das Einverständnis aller Beteiligten.

die Loslösung vom egoistischen, triebhaften, irrationalen, manchmal unmoralischen Handeln

Das heisst, die Loslösung von Religion

Religion ist irrational, manchmal unmoralisch, egoistisch («Wir sind die Auserwählten!») und triebhaft (sie entspringt dem Trieb nach einfachen Antworten und mystischem Erleben → Schläfenlappenepilepsie).

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jesus damit irgendwelchen herzlosen, grausamen Inquisitoren den Weg für ihre sadistischen Machenschaften bahnen wollte.

Jedenfalls hat er keine Alternative zu seinem Weg zugelassen. Das ist intolerant und führt zu Gewalt.

Auch wenn man beim Kreuzestod ignoriert, dass man ihn eigentlich im Kontext des Erlösungsauftrages sehen müsste, und man dabei auf den Schluss kommt, dass es sich bei Jesus' Verhalten um Dummheit handelt, kann man ihm keine Feigheit unterstellen.

Erlösung von was?

«Feigheit» geht vielleicht ein wenig zu weit, aber ich meine damit nur sein Verhalten bei der verhinderten Steinigung. Ich weiss auch nicht, warum die Schriftgelehrten Jesus hätten anklagen können, aber die Bibel sagt, es sei so gewesen:

8.3 Die Schriftgelehrten und die Farisäer aber bringen eine Frau, die beim Ehebruch ergriffen worden war, und stellen sie in die Mitte 8.4 und sagen zu ihm: […] 8.5 In dem Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Du nun, was sagst du? 8.6 Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, damit sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 8.7 Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. (Johannes 8.3-7).

Seinen berühmten Spruch tat er nur, um sich aus einer Falle herauszureden. Die Schriftgelehrten wollten ihn reinlegen, da weicht Jesus aus, beachtet sie nicht, schreibt nur mit dem Finger in den Sand. Erst als sie nicht locker liessen, musste er sich etwas einfallen lassen uns sagte in einem Anfall von Schlauheit: «Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie.» Das Motiv seines Handelns war hier nicht, dass er die Frau retten wollte, denn nicht er ist auf die Schriftgelehrten zugegangen, sondern er wurde von ihnen angepöbelt. Sein Motiv die Frau zu retten war, seinen eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Das nenne ich Feigheit. An anderer Stelle war er für die Todesstrafe (Matthäus 15.3-9).

Vielmehr wird betont, wie gross [Gottes] Liebe für die Menschen sei, dass er selbst seinen Sohn für sie Sache opferte.

Man muss schon sehr verblendet sein, um darin «Liebe» zu sehen. Der Opfertod war gänzlich unnötig! Wozu hätte er gut sein sollen? Vergebung von Sünden? Wer vergibt wem was? Wenn Gott vergibt, warum vergibt er nicht ohne blutiges Menschenopfer? Was soll er vergeben? Die Erbsünde? Das Konzept der «Erbsünde», der Vererbbarkeit von Schuld ist sowieso hinrissig. Das mag den damaligen Juden noch eingeleuchtet haben, aber heute kannst Du niemanden mehr töten, dessen Grossvater Deinen Grossvater beleidigt hat. Die meisten moralischen Konzepte der Bibel entspringen einem Zeitgeist, der mit unserem nichts mehr gemeinsam hat. Die Kreuzigung gehört auch dazu. Der christliche Gott hat eine Vorstellung von «Liebe», die man heutzutage wohl eher mit «Hass» umschreiben würde: Er hasst Baal und alle Konkurrenzgötter, er hasst Abweichler, er vernichtet andere (nicht auserwählte) Völker und er verlangt bedingungslosen Gehorsam. Liebe ist das nicht.

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