Atheismus in der Schweiz
Diskussion

24.01.2008 09:19 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Jesus hat ein vorbildliches Leben gelebt» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 24.01.2008 09:19 schrieb mrw:

Antwort an S. William: Die schlechten Eigenschaften von Jesus

Die Bibel wurde nicht erst gestern geschrieben, sondern vor über 1900 Jahren. Das war zum ein anderer kultureller Kontext, zum anderen auch eine Sprache, die heute nicht mehr gesprochen wird.

Nicht die Übersetzung ist das Problem, sondern der Text. Es gibt genug Schlimmes und Widersprüchliches in der Bibel, auch wenn man sich bei einzelnen Punkten auf Übersetzungsschwierigkeiten berufen mag.

Hinzu kommt folgendes:

Warum kann sich Gott nur über ein schlecht geschriebenes, falsch übersetztes antikes Buch offenbaren? → Weil es ihn nicht gibt!

Warum sollte Gott an eine primitive Kultur und eine patriarchalische Gesellschaft gebunden sein? → Weil dieser Gott ein Produkt des Zeitgeistes ist, der ihn erfand.

Das Fehlen der Knospen trotz bereits vorhandener Blätter zeigte an, dass der Baum dieses Jahr keine Früchte tragen würde.

Trotzdem war das kein Grund, einen Baum zu «verfluchen». Oder hat ein Feigenbaum auch einen freien Willen? Hat der Feigenbaum Jesus etwa absichtlich hungern lassen? Diese Anekdote wird ja auch nicht im Kontext eines Gleichnisses erzählt, sondern soll eine angeblich wahre Begebenheit sein. Jesus zeigt sich ja auch an anderen Stellen als reizbarer aufbrausender Wüterich.

Wer in den Evangelien keine Moral erkennt, der ist entweder dumm oder er verdreht einfach die Tatsachen.

Wer irgendeinem Teil der Bibel auch nur den Hauch von Moral anerkennt, hat sie nicht gelesen oder nicht verstanden.

Was für Probleme hat Jesus auf andere denn abgeschoben?

Seinen Hunger auf den Feigenbaum, z.B. – schrieb ich doch!

Jesus kann sich nicht beherrschen. Einfältig, einfältig, einfältig. Wenn ihr wenigstens nur mal einen Kommentar zur Bibel zur Hand genommen hättet, dann wüsstet ihr, dass die Argumente, die ihr vorbringt, sich gegen Euch selbst richten. Aber das wäre nicht einmal unbedingt erforderlich gewesen. Ein Buch aus der Buchhandlung, in dem was über Feigenbäume steht, hätte auch schon gereicht.

Es geht nicht nur um den Feigenbaum, sondern auch um seinen Umgang mit seiner Mutter, oder wie er seine Gegner bedroht. Stichworte: Mühlestein um den Hals, brennen im ewigen Feuer, Natterngezücht.

Früchte des Unglaubens

Schaut doch mal in die Vergangenheit, was die Atheisten, die Gottlosen, zu Stande gebracht haben.

Wissenschaft, Schulen, Humanismus, Aufklärung, Menschenrechte, Demokratie, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit.

Das sind alles Werte, die in langer Auseinandersetzung den Kirchen abgetrotzt wurden. Schau mal in den Geschichtsbüchern, wie es hier aussah, als die Christen das sagen hatten. Man nennt jene Zeit nicht umsonst das «finstere» Mittelalter. Heute siehst Du die Moral der Religion bei den Taliban und den Saudis. Das war hier im Zeitalter christlicher Theokratie nicht anders!

Kommunismus

Im Einflussbereich des Kommunismus gingen allein im Verlauf der Existenz der Sowjetunion für diese Geisteshaltung über 10 Millionen Menschen in den Gulag, wurde für die Gottlosigkeit einiger weniger hingeschlachtet.

Hierzu zwei Antworten: Erstens hat das Christentum im Zeitraum seiner Macht in Europa weit mehr als zehn Millionen Menschen umgebracht, und ein Vielfaches davon gefangen und gefoltert. Ich erinnere hier nur an die zahllosen Heiden- und Ketzerverfolgungen, an die Kreuzzüge und die vielen Religionskriege, die teilweise bis heute andauern (Nordirland). Und soll ich noch erwähnen, dass Hitler gläubiger Katholik war, der mit der Judenvernichtung den Willen Gottes erfüllen wollte? Wer ausser einem Christen käme auf die Idee, Juden zu verfolgen? Auch das ist ein Relikt aus der Bibel! Aber es ist dumm, einfach Opferzahlen gegeneinander aufzurechnen. Daher zum zweiten Punkt: Der Kommunismus der Sowjetunion hat nichts mit Atheismus zu tun! Atheismus heisst nicht nur, dass wir nicht an Götter glauben, sondern auch, dass wir nicht akzeptieren, dass sich Menschen vergöttlichen. Ein «Führer», wie Сталин (Stalin) oder 毛泽东 (Mao Zedong) ist für uns Atheisten inakzeptabel. Wir berufen uns auf das Diktat der Vernunft, und die sagt uns, dass solche Machtanhäufungen nie gut enden. Macht muss so breit verteilt sein, dass niemand mehr viel Macht in seiner Hand vereinigen kann. Das nennt man dann Demokratie nach Schweizer Vorbild.

Überall, wo sich die Gottlosigkeit ausgebreitet hat, ist es zu den gleichen Ergebnissen gekommen.

Taliban, Saudi-Arabien, Sharia, Hexenverfolgung, Wissenschaftsfeindlichkeit, Kreuzzüge, Religionskriege, all das sind Exzesse des Gottglaubens.

Arbeitsloser Schnorrer

Ich kenne viele Atheisten, die nichts anderes tun, als ihr eigenes Evangelium, das Evangelium der Gottlosigkeit, predigen.

Das ist erstens nicht unser Evangelium, sondern das logische Resultat der Vernunft, und zweitens: Nenne mir einen! Ich kenne niemanden, der Atheisten mit einer Atheistensteuer durchfüttert, aber viele, die Kirchensteuern bezahlen und den Klerus durchfüttern.

Geschichtsverdrehung

Warum wurden die Christen immer von den Atheisten verfolgt und nicht andersherum?

Spinnst Du? Hast Du in Geschichte gepennt, oder was? Wieso verdrehst Du historische Tatsachen? Hast Du nie mitbekommen, wie Christen unter Ungläubigen gewütet haben? So weltfremd kann man ja wohl nicht sein!

Wenn wir Atheisten uns gegen Christen wehren (friedlich, mit Argumenten), dann nur aufgrund christlicher Machtansprüche und Aggression! Lies mal die gelöschte Beiträge, wenn Du mehr über die Denkweise Deiner Mitchristen erfahren willst! Was denkst Du wohl, hat man im Mittelalter mit den wenigen getan, die sich offen als Atheisten zu erkennen gaben? Genau dasselbe, was die Taliban heute mit Atheisten und anderen Nichtmoslems tun: Grausam zu Tode foltern!

atheistischen Ländern

«Atheistische Länder» sind genauso schlecht, wie «christliche Länder». Wir Atheisten setzen uns für einen kompromisslosen Laizismus ein: Echte Religionsfreiheit und vollständige Trennung zwischen Staat und Religion.

In «atheistischen Ländern» wie China gibt es Spielregeln, z.B. die Nichteinmischung von Religionen in die Politik, kein Oberhaupt im Ausland, sowie die Pflicht zur Registrierung der Glaubensgemeinschaften. Das sind in jeder Hinsicht sehr sinnvolle Regeln. Gerade im Hinblick auf die Greuel der Kolonialisierung macht es Sinn, eine Unterwanderung durch vom Ausland gesteuerte Religionsgemeinschaften zu verhindern. China ist in dem Punkt bekanntlich ein gebranntes Kind. Die Katholiken fallen da natürlich aus dem Raster, aber das haben sie sich und ihrer Politik der Einmischung selbst zuzuschreiben. Solange sich die Glaubensgemeinschaften daran halten, herrscht Religionsfreiheit. In China gibt es viele aktive Tempel, Moscheen und Kirchen. «Unterdrückt» wird nur, wer die Spielregeln nicht einhält. Das ist aber ein ganz normaler rechtsstaatlicher Vorgang.

Was ist das Problem der Atheisten mit der Botschaft Jesu?

Die Greueltaten der Botschafter!

Aber auch hier widersprecht Ihr Euch selbst, denn die Nichtexistenz Gottes ist für Euch ebenfalls ein Dogma.

Nein.

Wunder

Wenn ihr das mal näher studieren wollt, dann empfehle ich Euch, nach Lourdes zu gehen. Dort findet ihr mit Sicherheit auch einen Arzt, der einmal Atheist war, und der sich wegen dieser Wunder von der Wahrheit der Botschaft Jesu hat überzeugen lassen.

Und was soll das bringen? Mich musst Du überzeugen, nicht mir erzählen, dass sich andere überzeugen liessen. (Zumal diese Aussage jeglicher Glaubwürdigkeit entbehrt.)

Über 1.000 von der Wissenschaft nicht erklärbare Krankenheilungen sind dort im Archiv dokumentiert.

Wieso liest man darüber nichts in medizinischen Fachzeitschriften?

Aber selbst das wird Euch wahrscheinlich nicht überzeugen

Korrekt.

Für «spontane» Heilungen gibt es durchaus materialistische Erklärungen. Echte Wunder, mit gut dokumentierter medizinischer Krankheitsgeschichte sind mir nicht bekannt. Gäbe es diese, müsste ich dafür nicht nach Lourdes reisen, sie wären auch in entsprechenden wissenschaftlichen Publikationen nachzulesen. Davon ist mir bis heute nichts bekannt.

Als kritischer Mensch habe ich Deine Angabe natürlich sofort überprüft und folgendes gefunden:

Zitat aus der Süddeutschen Zeitung vom 30.03.2007, «Medizin und Wunder -- Spontan gesund»:

Seit 1858 von der Erscheinung der Jungfrau Maria am Rand der Pyrenäen berichtet wurde, sind mehr als 100 Millionen Menschen in der Hoffnung auf Heilung nach Lourdes gepilgert. Die katholische Kirche hat weniger als hundert Wunderheilungen akzeptiert. Der «Heilerfolg» von Lourdes liege damit weit unter der üblichen Rate medizinisch erklärbarer Spontanheilungen bei Krebs.
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Re: 24.01.2008 09:19 - mrw (knuddel)


Am 16.07.2008 11:20 schrieb knuddel:

Wer irgendeinem Teil der Bibel auch nur den Hauch von Moral anerkennt, hat sie nicht gelesen oder nicht verstanden.

Zufällig bin ich auf das hier gestossen. Das finde ich jetzt eine zu krasse Aussage. Nehmen wir als Beispiel Matthäus 22.39:

"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst"

In wie fern soll das unmoralisch sein?

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