Atheismus in der Schweiz
Diskussion

04.12.2007 15:38 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Jesus ist für Dich gestorben» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 04.12.2007 15:38 schrieb mrw:

Antwort an Hanna

Ja, da hast recht, eine Märchengestalt kann nichts für dich tun. Gut das jesus keine märchengestalt ist.

Auch ein Mensch, der vor langer Zeit gestorben wurde, kann nichts für Dich tun.

Ob Jesus gelebt hat, weiss ich nicht. Sicher ist nur, dass er niemanden sehr beeindruckt zu haben scheint.

Wissen ist minderwertiger Glaube. Wissen ist Glaube, an den man sich schon so gewöhnt hat, daß es zu umständlich wäre, jedesmal zu erklären, warum man das glaubt, was man glaubt.

Das kann man so nicht sagen. In jedem Fall ist «Glaube» dem «Wissen» unterlegen, denn «Glaube» ist ein Synonym für «Vermutung». «Glaube» bedeutet immer «Nichtwissen». Natürlich kann es sein, dass mal einer fäschlicherweise seinen Glauben als Wissen deklariert, so wie Du das oben getan hast, als Du geschrieben hast «weil ich weiss was wahr ist». Aber das ist dann ein Fehler. Beim Wissen muss man genau unterscheiden, wovon man redet. Ich unterscheide folgendes:

1. Gesichertes Wissen: Das ist etwas, was man mit einer hohen Genauigkeit sagen und jederzeit nachprüfen kann. Wenn ich sage, in der Bibel steht, dass Gott alle erstgeborenen Söhne ermordet hat, so ist das gesichertes Wissen. Jeder kann es jederzeit in der Bibel nachlesen — es steht tatsächlich dort. (Merke: Mein gesichertes Wissen sagt nur, dass es so in der Bibel steht, denn das kann man nachprüfen. Es sagt nicht, dass es auch tatsächlich so geschehen ist, denn das kann man nicht nachprüfen!)

2. Wissen aus der Wissenschaft: Hier beruht das Wissen auf klaren Vorgaben und Methoden. Das Wissen ist weniger sicher, als das «gesicherte Wissen», aber es ist hinreichend sicher. Neue Erkenntnis ist möglich und kann bestehendes Wissen ändern oder ergänzen. Hier basiert das Wissen im Vertrauen auf die Methodik, wie dieses Wissen erarbeitet wird. Alles Wissen der Wissenschaft ist nachvollziehbar und nachprüfbar.

3. Wissen vom Erleben oder vom Hörensagen: Hier hast Du selbst etwas erlebt, das aber nicht reproduzierbar ist, daher ist es möglich, dass Du Dich getäuscht hast, oder Dich falsch erinnerst. Oder Du hörst etwas von jemandem. In dem Fall ist es auch eher unsicher und vor allem eine Frage der Glaubwürdigkeit von der Person, die etwas berichtet.

Das Wissen von 1. und 2. kann als hinreichend sicher gelten. Das von 3. sollte nicht für wichtige Entscheide berücksichtigt werden.

In jedem Fall hat Wissen nichts mit Glauben zu tun. Das zu vermengen ist unredlich.

Am liebsten begründet man "Wissen" auf einem Be-"weis". Den Beweis muß man verstehen oder glauben.

Falsch. Einen Beweis muss man verstehen. Einen Beweis zu glauben wäre falsch. Man kann natürlich darauf vertrauen, dass andere Personen, die klüger sind als man selbst, den Beweis verstanden und geprüft haben. Aber es ist eine wichtige Eigenschaft eines Beweises, dass jede Person, die notwendige Bildung und Intelligenz vorausgesetzt, diesen Beweis nachvollziehen kann. Darum hat ein Beweis nichts mit Glauben zu tun. Einen Beweis kann man prüfen. Einen Glauben nicht. Das einzige, was man bei einem Glauben tun kann ist das, was wir hier unter atheismus.ch auch tun: Den Glauben auf innere Konsistenz prüfen und ihn auf Widerspruch zu Wissen der Typen 1. und 2. zu prüfen.

Warum sollten wir also Gott beweisen wollen, wenn wir schon an ihn glauben?

Das ist eine sehr dumme Aussage. Weil ein Glaube nichts wert ist, ein Beweis hingegen schon. Weil ein Glaube nicht nachvollzogen werden kann, ein Beweis schon.

mmh, ich bin nirgendwo reingefallen. Tja, Gott warnt davor in der hölle zu landen. aber wenn du das von herzem gerne willst, lässt er dich.

Und ob du voll reingefallen bist! Was Du da sagst, ist auch wieder purer Unsinn. Wer sagt denn, dass irgendjemand gern in der Hölle landen will? Ich glaube nicht an eine Hölle. Es ist sinnlos, mich vor etwas zu warnen, woran ich nicht glauben kann.

Nein, jetzt gibt es in meinem Leben eben KEIN mangel an liebe mehr. der mangel wurde durch Gott beseitigt und es geht mir gut damit.

Das sage ich doch: In Deinem Leben hat es einen Mangel an Liebe gegeben. Diesen Mangel kompensierst Du mit einem absurden Glauben. Genau darum kannst und willst Du Dich nicht von Deinem Glauben lassen: Weil Dein Glaube hier eine reale Lücke stopft! Für Dich ist der Glaube ein Ersatz für fehlende reale Liebe. Darum ist Dir Dein Glaube wichtig. Darum ist es Dir auch egal, wenn Dein Glaube falsch ist, respektive aus diesem Grund bist Du bereit, Dich selbst zu täuschen. Aber Du solltest verstehen, dass andere Menschen dieses Problem nicht haben und darum nicht auf einen Glauben angewiesen sind, und dass andere Menschen darum diese Täuschungen als unredlich ablehnen.

Ich hab dir schon gesagt, dass ich nicht weiss, warum Gott das getan hat.

Es gibt aber keinen Grund, der es rechtfertigt, Menschen soviel Leid zuzufügen! Es gibt nichts, was es rechtfertigt, Eltern ihre Kinder zu töten. Darum ist es schlicht und einfach falsch, zu behaupten, dies wäre ein liebender Gott. In dieser Geschichte mit den Plagen hat Gott sogar aus sehr eigennützigen Motiven gehandelt — so steht es in der Bibel! Er hat so vielen Menschen so viel Leid zugefügt, nur weil er seine Macht demonstrieren wollte. Einen solchen Gott muss man auf das Schärfste verurteilen!

Und dies ist nicht das einzige Beispiel in der Bibel, wo Gott den Menschen Leid zufügt. Hier einfach zu behaupten, man wisse nicht, weshalb Gott das getan hätte, Gottes Wege seien unergründlich, und es werde schon seinen Zweck gehabt haben, das ist alles nichts weiter eine faule und dumme Ausrede. Eine andere dumme Ausrede ist es, den Wert des Lebens zu relativieren: Man behauptet, das Leben auf Erden sei sowieso bedeutungslos im Vergleich zur Ewigkeit. Diese Ausreden akzeptiere ich nicht! Sie sind auch sehr gefährlich. Im Mittelalter hat man unschuldige Frauen als Hexen verbrannt, weil man ihnen «helfen» wollte, mit der gleichen faulen Ausrede: Man beende damit zwar ihr irdisches Leben, aber man rette ihre Seelen.

Lass Dich hier nicht täuschen! Wenn in der Bibel steht, dass Gott die Menschen quält und mordet, dann ist Gott böse. Wenn in der Bibel auch steht, dass Gott ein ganz Lieber ist, dann ist das ein Widerspruch und somit ist die Bibel falsch! Sei ehrlich und konsequent in Deinem Denken! Lass Dich nicht mit faulen Ausreden von der Wahrheit abbringen. Lass Dich nicht betrügen und betrüge Dich nicht selbst!

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