Atheismus in der Schweiz
Diskussion

16.12.2007 16:29 - mrw

Hier sind Diskussionen zur Seite «Jesus ist für Dich gestorben» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 16.12.2007 16:29 schrieb mrw:

Antwort an Hanna

ich vermute das er gelebt hat, schon wegen tacitus

Die Erwähnung von Tacitus ist sicher kein Argument dafür, dass Jesus gelebt hat, sondern nur eine Reaktion auf die christlichen Gemeinden in Kleinasien. Über Jesus selbst sagt dies nichts aus.

Sie konnten sie ja gar nicht einhalten, weil es zu schwer war.

So schwer wäre das gar nicht gewesen. Heute gibt es viel mehr Gesetze einzuhalten. Aber es blieb ja nicht bei den zehn Geboten. In der Folge wurden noch hunderte weiterer Vorschriften hinzugefügt. Und vergiss nicht, dass es vor Moses gar keine Gebote gab. Als Kain Abel erschlug war das genau genommen noch gar nicht offiziell verboten.

Wie gesagt, die ganze Bibel ist unlogisch, unsinnig, inkonsequent — und absurd (um Dein Lieblingswort ;-) nochmals zu verwenden, denn es beschreibt die Bibel am besten). Die Bibel ist nur eine Ansammlung von Märchen, und nur als solche wirklich zu verstehen.

Du weisst, das es so ist.

Nein, ich weiss, dass es nicht so ist.

Kleine Kinder die haben noch reine seelen.

Die kleinen Kindern werden von ihren Eltern und den Priestern so lange verdorben, bis sie den Unsinn tatsächlich glauben, den die Religion erzählt. So geschah es wohl auch bei Dir. Wenn man einem kleinen Kind lange genug das vorlügt, was in der Bibel steht, wird es daran glauben und nicht mehr erkennen, dass das Ganze kompletter Unsinn ist.

aber du kannst Gott bitten,das er dieses harte aus deinem herzen nimmt

Der einzige, der hartherzig ist, ist ein Gott, der grundlos Menschen ermordet, der die Welt tyrannisiert, der eine Religion gründet, die darin endet, dass sich Menschen gegenseitig wegen ihrer Religion bekriegen. Ein Gott, der selbst mordet und der zulässt, dass in seinem Namen gemordet wird, Kriege geführt und Hexen verbrannt werden, einen solchen Gott nenne ich hartherzig. Wenn Du den Fehler bei mir suchst, suchst Du am falschen Ort (nicht dass ich keine Fehler hätte, aber andere). Dein Gott ist hier das Problem, nicht ich.

— Sag mal, glaubst Du das echt, was Du schreibst? – hmm, von weiter unten schliesse ich, dass Du es vielleicht selbst nicht mehr glaubst.

ja bei dem grünen männchen, da wärst du ja der einzige, der sie sieht. bei gott es sind tausende die es glauben

Das ist kein Argument. Die Anzahl der Gläubigen sagt nichts über die Qualität des Glaubens aus. Und ausserdem gibt es auch viele Menschen, die an Ufos glauben, z.B. die Raelisten. (Das halte ich für genauso falsch, wie an einen Gott zu glauben.)

das kann ich nicht glauben, aber wieso kann ich Gott dann glauben? da muss Gott ja irgendwas haben, was das grüne männchen nicht hat.

Du kannst an Gott glauben und Du kannst nicht an kleine grüne Mänchen glauben. Aber Du bist nicht das Zentrum der Welt. Andere Menschen können nicht an Gott glauben und wieder andere Menschen können sehr wohl an kleine grüne Männchen glauben. Du machst den Fehler, dass Du von dem, was Du glauben oder nicht glauben kannst, auf andere schliesst. Du stehst mitten im Glauben drin, und Dir fehlt der Überblick über das Ganze.

Sag, woher kommen eigentlich deiner meinung nach die menschen? also glaubst du an den urknall?

Die Frage ob es einen Gott gibt, der uns erschaffen hat, und die Frage, woher die Menschen sonst kommen, sind eigentlich ganz verschiedene Fragen, die nichts miteinander zu tun haben. Es könnte durchaus sein, dass der Mensch nicht von Gott erschaffen wurde, wir aber nicht wissen woher der Mensch kommt. Das heisst, man muss nicht unbedingt auf jede Frage eine Antwort haben, um zu entscheiden, dass eine bestimmte Antwort falsch ist.

Dank der Wissenschaft wissen wir aber ziemlich genau, woher wir kommen: Urknall und Evolution. Die meisten Christen haben sich aber nicht wirklich damit beschäftigt und verstehen weder das eine noch das andere.

was ist der unterschied zwischen psychologen und psychiater?

Der Psychologe hat Psychologie studiert und ist vor allem Wissenschaftler. Ein Psychiater ist ein pychiatrischer Facharzt. Und dann gibt es noch den Psychotherapeuten. Hinzu kommen diverse Hilfs- und Fachstellen, Sozialamt, Jugendamt, Sektenberatungsstellen, …. Je nach konkretem Problem gibt es die passende Stelle, die helfen kann. — Oder, wie Du richtig sagst, hilft eine gute Freundin, oder ein Familienmitglied.

Ein Witz sagt: Der Psychopath baut Luftschlösser, der Psychologe bewohnt sie und der Psychiater kassiert die Miete. ;-)

und mit meiner besten Freundin so ziemlich (fast) alles bereden.

Das ist sehr gut, und es ist sicher die beste Lösung, wenn man sich einer gute Freundin anvertrauen kann. Ganz klar: professionelle Hilfe benötigt man nur, wenn man auch im Freundeskreis nicht mehr weiter kommt.

Es gibt ein Problem. Meine Mutter hat mitbekommen,das ich hier hin schreibe.

Nimm Dir Doch einfach eine Auszeit. Wir können auch später wieder weiter diskutieren. Sammle Deine Gedanken, versöhne Dich mit Deiner Familie, diskutiere Deine Fragen mit Deinen Freunden und Deinen Eltern. Und wenn Du willst, bist Du später jederzeit hier wieder willkommen.

Sie meint du bist schuld das ich nicht mehr in die Gemeinde gehen möchte. Sie meint auch du bist der Grund das ich in letzter Zeit komisch bin

Vermutlich liegt es daran, dass Du selber angefangen hast zu denken. Nimm Dir Zeit und ordne Deine Gedanken. Versuche herauszufinden, welcher Weg für Dich der richtige ist. Du hast nun zwei Positionen kennengelernt: Deine christliche und meine atheistische. Lass es Dir durch den Kopf gehen, wäge die Argumente ab, entscheide selbst, was Du für richtig hältst. Wenn Du weiter diskutieren willst, oder Fragen hast, dann komm hierher zurück und frage oder diskutiere.

Letztlich ist es Deine und nur Deine Entscheidung, was Du tun willst. Mit sechzehn Jahren hat man in der Schweiz die religiöse Mündigkeit erreicht und kann selbst entscheiden, ob man einer Kirche beitreten oder aus ihr austreten will. Wie es in Deutschland ist, weiss ich nicht.

Das geht aber nicht,weil sie sonst denkt ich wäre psychiscsh krank.

Das glaube ich nicht, dass Du krank bist, sicher nicht. Aber Du bist mitten in der Pupertät und dabei auf der Suche nach Lebenssinn. Dass ist an sich völlig normal. Es ist auch normal, dass Menschen in Deinem Alter ihren eigenen Weg suchen, sich vielleicht mal hierhin und mal dorthin verirren, bis sie wissen, was richtig ist für sie. Dies bedeutet nicht selten ein Konflikt mit den Eltern, die nun realisieren, dass sie selbst die Kontrolle über ihre Kinder verlieren und die Kinder langsam selbstständig werden. Es ist, wie schon gesagt, für Dich eine wilde Zeit, aber es ist auch völlig normal. (Fast) alle erleben ihre Jugendzeit ähnlich und stehen dabei viele Konflikte durch, — Konflikte mit sich selbst und mit der Umgebung, mit ihren Eltern, der Schule.

Sei nicht beunruhigt, Du bist normal.

Wahrscheinlich hast du morgen schon vergessen,dass es mich mal gab,weil hier ja wohl paar mehr menschen schreiben, aber für mich war das hier was anderes.

Ich habe noch selten mit jemandem einen so intensiven Meinungsaustausch gehabt, wie mit Dir. Ganz sicher werde ich Dich nicht vergessen, und Du bist hier auch immer willkommen, mit Deinen Fragen oder Argumenten. Ich habe auch noch nie erlebt, dass jemand wie Du wirklich anfängt sich selbst Gedanken zu machen. Meist wollen Christen hier nur ihre Argumente loswerden, und wenn man darauf antwortet, und die Argumente ausgegangen sind, hört man nichts mehr von ihnen. Ich höre hier immer wieder die gleichen Argumente, gebe darauf immer wieder die gleichen Antworten, und danach ist auch immer wieder fertig.

ICh werd diese Zeit nicht vergessen.Du hast mich zum nachdenken gebracht, ich weiss nur noch nicht,ob es positiv oder negativ ist :).

Dann habe ich mein Ziel soweit erreicht. Es geht mir weniger darum, andere Menschen von meinen Ansichten zu überzeugen, sondern vielmehr dazu zu bringen, selbst zu denken. In der Kirche wird alles für Dich vorgedacht. Man sagt Dir, was richtig ist und was falsch, und Du musst das glauben. Es ist für uns Menschen aber sehr wichtig, dass wir nicht einfach alles glauben, sondern Fragen stellen und selbst darüber nachdenken, was richtig ist und was falsch.

Oft ist es aber so, dass der Glaube verschwindet, wenn man selbst anfängt zu denken, weil man dann sieht, dass der Glaube in vielen Punkten falsch oder unlogisch ist. Auch lernt man, dass man sehr viel mehr wissen kann, was andere nur glauben. Wenn man verstanden hat, wie die Wissenschaft arbeitet, und wie im Gegensatz dazu die Religion funktioniert, dann erkennt man auch, wieso die Wissenschaft die Welt besser erklären kann, als die Religion, auch wenn die Antwort auf den ersten Blick vielleicht weniger «schön» ist. Denken und Glauben sind zwei Dinge, die nicht gut zusammen passen. — Aber wieso sollte ein Gott uns schaffen und uns die Fähigkeit zu denken geben, wenn uns das von ihm wegbringt? Auch das ist unlogisch.

Sie konnten mir schon sagen wieso der Gott da früher die menschen umgebrach hat. aber das war keine gute antwort :).

So ging es mir Anfangs auch: Ich hatte viele Fragen, bekam aber keine befriedigenden Antworten von den Vertretern der Kirche meiner Eltern.

Auf jeden Fall ist es so,dass ich mit dir weiterschreiben will. vor allem weil ich jetzt gar nicht mehr weiss,was ich glauben soll. ich steh so auf der Kippe,und wenn ich jetzt aufhöre, könnte es sein das mein ganzen Leben bis jetzt falsch verlaufen ist und es so weiter geht. Weil es gibt so viele Fragen,die noch offen sind, und ich weiss einfach nicht, wie ich weiter leben soll.

Ich bin für Dich da, in welcher Form Du auch immer mit mir reden willst. Du kannst mich auch per ePost erreichen, wenn Du hier nicht willst.

Aber es ist eben so,das meine Mama das nicht möchte.

Es geht letzlich um Dein Leben. Du musst erwachsen werden und auf eigenen Beinen stehen. Das kann auch heissen, das Du etwas anderes glaubst, als Deine Mutter. Bei mir war es genauso. Ich komme mit meinen Eltern zwar gut aus aber in religiösen Fragen sind wir ganz anderer Meinung. Was für Dich richtig ist, kannst nur Du allein entscheiden.

Ich würde mich sehr freuen, wieder einmal von Dir zu hören.

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