Atheismus in der Schweiz
Diskussion

12.12.2007 19:49 - Marek

Hier sind Diskussionen zur Seite «Das neue Testament verbessert das alte» gesammelt.

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Diskussionsbeitrag:

Am 12.12.2007 19:49 schrieb Marek:

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Antwort an diko

Zitat: "Manche meinen: Entweder ist Gott liebend und allmächtig - dann aber müsste diese Welt anders aussehen. Andere meinen: Weil die Welt so aussieht, wie sie aussieht, sei Gott zwar liebend, aber er sei nicht allmächtig. Und wieder andere: Weil die Welt so aussieht, wie sie aussieht, sei Gott zwar allmächtig, aber nicht liebend. Und anderen ist das alles zu viel und deshalb lehnen sie einen Gott ab."

Ich lehne den christlichen Gott nicht ab, weil mir die Gedankengänge zu kompliziert sind, sondern weil sie unlogisch sind. Ergo: Ein allmächtiger und allgütiger Gott - so wie der christliche definiert wird - ist unlogisch.

Zitat: "Ohne "Liebe" näher zu definieren, behaupte ich: Liebe zwingt idR. nicht, Liebe gibt Entscheidungsfreiheit. Aber: Liebe setzt auch Grenzen, z.B. wenn es dem Schutz des Geliebten dient. Es gibt in der Liebe also eine Spannung zwischen Freiheit und Schutz. – Gott gibt den Menschen also Entscheidungsfreiheit. Nur so war auch der Sündenfall möglich. D.h.: Der liebende Gott geht mit den Menschen das Risiko ein, dass diese Freiheit missbraucht wird."

Da Gott nach christlicher Definition ja allmächtig ist, könnte er doch dafür sorgen, dass alle Menschen gut handeln und dennoch den freien Willen (der wissenschaftlich übrigens sehr umstritten ist) garantieren. Schließlich gibt es Menschen, die gut handeln, und Menschen die böse handeln. Gute Menschen haben ebenso wie böse Menschen einen freien Willen. Also: Was soll die Schöpfung bösartiger Menschen? Was ist in dieser Hinsicht dann allgütig?

Zitat: "Denkalternativ könnte ein allmächtiger Gott bei jedem Freiheitsmissbrauch einschreiten. Was wäre die Folge? Der Mensch hätte zwar theoretisch eine Freiheit, aber praktisch wäre er zum Guten gezwungen (bzw. zu dem, was dieser Gott will). Aber ein Zwang wiederum wäre keine Liebe."

Wie "mrw" schon richtig anmerkte: Was ist das für eine Liebe, wenn Menschen bei Naturkatastrophen (was ist bei euch Schweizern eigentlich mit dem "pf" passiert? *g*) umkommen? Der freie Wille ist hier wohl zur Begründung nutzlos.

Nun habe ich mit einer Katholikin über dieses Thema diskutiert. Sie fände es schade, wenn all diese Menschen gestorben wären, ohne in den Himmel aka ins Paradies zu kommen. Natürlich, es ist nicht nur schade, sondern sogar brutal. Nur ändert das nichts an der Realität. Die kommt prima ohne Götter aus.

Und noch einmal: Auch gute Menschen haben einen freien Willen. Wozu diejenigen, die anderen (guten) Menschen Leid zufügen?

Zitat: "Im Ergebnis - und hier mal verkürzt - verzichtet ein liebender Gott auf ein permamentes "Dazwischengehen", eben weil er Liebe ist. – Doch Liebe will auch schützen. Deshalb gibt es durchaus Momente des Einschreitens durch Gott, auch auf die Gefahr hin, dass damit Zwang zum Ausdruck gebracht wird (Vgl. die Mutter, die ihr Kind gewaltsam von der dichtbefahrenen Straße zerrt). – Aus dieser Betrachtungsweise heraus gibt es in dieser Welt Geschehen, die für uns einfach nur grausam sind. Wohl in den meisten Fällen von uns Menschen selbst verschuldete Geschehen."

Dazwischengehen? Was ist mit Naturkatastrophen, Unfällen oder Morden? Von Menschen selbst verschuldet?

Zitat: "Und Gott schreitet nicht ein.– Und es gibt Situationen, in denen Gott seine schützende Hand davor hält. Auch dazu gibt es genügend Beispiele."

Welche Situationen? Welche Beispiele?

Zitat: "Unsere menschliche Schwierigkeit ist dann eher die: Woran erkenne ich, wann Gott gehandelt hat und wann nicht? – Weil wir das normalerweise kaum erkennen können, ist uns das Thema "Liebender Gott vs. allmächtiger Gott" so schwer."

Es ist überhaupt nicht schwer, sondern angesichts der uns umgebenden Welt sind die Attribute "allmächtig" und "allgütig" unlogisch.

Hier argumentierst du unter dem Motto "Die Wege des Herrn sind unergründlich." Das kann man immer sagen, und: Man sagt es auch immer. Das ist eine Immunisierungsstrategie, sprich, man stellt eine Behauptung auf, die man mit dem menschlichen Verstand nicht mehr fassen kann und demzufolge auch nicht beweisen muss. Nur wir Menschen verfügen nur über unseren Verstand. Hier eine göttliche Vernunft zu unterstellen, ist für unsere Diskussion irrelevant.

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