Atheismus in der Schweiz
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Argumente gegen den Atheismus

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11.11.2007 19:43 - hans


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Am 11.11.2007 19:43 schrieb hans:

Ein Argument gegen den Atheismus: Lenin, Stalin und ihre verbrecherischen Regime.

Ein Argument für den Atheismus: Voltaire, der im Kampf für Gerechtigkeit, sein Leben riskierte.

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12.11.2007 10:35 - mrw


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Am 12.11.2007 10:35 schrieb mrw:

Ein Argument gegen den Atheismus: Lenin, Stalin und ihre verbrecherischen Regime.

Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Atheismus und dem Christentum in diesem Punkt: Der Atheismus schreibt niemandem Gewalttätigkeit vor, er verherrlicht keinen Völkermord. Der Atheismus ist in ethischen Fragen erst einmal neutral, das heisst er macht direkt keine Aussage dazu.

Anders beim Christentum: Die Bibel ist gewaltverherrlichend und inhuman. Daher sind Kreuzzüge, Hexenverfolgung und die Nazis eine logische Folge der biblischen Saat.

Es ist eben keine Lösung, die Religion durch eine verweltlichte Form zu ersetzen, und Gott durch einen vergöttlichten Menschen, wie das im Stalinismus geschah. Führerkult ist auch eine Form von Religion, die ein Atheist genauso verachten sollte.

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12.11.2007 18:48 - hans


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Am 12.11.2007 18:48 schrieb hans:

Ich würde ja sagen, daß der Atheismus genauso gefährlich ist wie das Christentum, wenn er zur Ideologie wird.

Die Bibel ist sicher ein sehr gewalttätiges Buch, aber ich denke, nicht jeder Christ nimmt sie wörtlich. Ob die Nazis eine logische Folge der biblischen Saat sind, kann ich nicht beweisen, ich würde es aber sehr bezweifeln. Gewaltsysteme

gab und gibt es auch, in der nichtbiblischen Welt.

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13.11.2007 13:22 - mrw


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Am 13.11.2007 13:22 schrieb mrw:

Der Atheismus ist absolut ideologiefrei. Er besagt im Prinzip lediglich: Es gibt keine Götter. Was man ideologisch daraus macht, ist eine filosofische Frage. Eine Filosofie kann gute oder schlechte Folgen haben. Die meisten Atheisten bevorzugen eine Form des Humanismus, was in der Regel zu guten Ergebnissen führt. Beim Christentum hingegen führt das Verhalten ähnlich oft zu schlechten Folgen, wie zu guten: Das Christentum kann zu humanistischem verhalten führen, bis hin zur übertriebenen Form der Selbstaufopferung, es kann aber genauso zu lebensfeindlichem, jenseitsorientiertem oder gar andere schädigendem Verhalten führen. Von daher ist das Christentum moralisch und ideologisch dem Atheismus unterlegen.

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13.11.2007 13:30 - mrw


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Am 13.11.2007 13:30 schrieb mrw:

Kleiner Nachtrag: Langer Rede kurzer Sinn: Die moralische Qualität einer Ideologie misst sich unter anderem auch daran, wie leicht sie sich missbrauchen lässt, um Böses zu rechtfertigen.

Stalin und Lenin1) waren nicht böse, weil sie Atheisten waren, sondern obwohl sie Atheisten waren. Die Päpste hingegen waren böse weil sie Christen waren, die Kreuzzüge wurden befolgt weil die Leute Christen waren, Hexen wurden verbrannt, weil die Massen Christen waren. Einen Atheisten kann man kaum zum Kreuzzug motivieren, und auch nicht zur Hexenverbrennung oder Judenverfolgung anstiften.

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13.11.2007 18:28 - hans


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Am 13.11.2007 18:28 schrieb hans:

Hallo mrw. Ich würde ja sagen, Lenin hatte nur ein Interesse und das war die Macht. Wer Menschen die Grundrechte raubt, kann wohl schwerlich als Menschenfreund bezeichnet werden. Ich hätte wohl lieber vor der Inquisition gestanden, als vor einem Schauprozess unter Stalin. In seiner Menschenverachtung, würde ich den Stalinismus mindestens dem Nationalsozialismus gleichstellen. Stalins letzte "Säuberung", sollte ja den jüdischen Ärzten gelten. Sicherlich hast du recht, wenn du sagst, daß der Atheismus noch keine Ideologie ist. Er kann und das lehrt die Geschichte, jederzeit ein Bestandteil einer Ideologie werden. Und wie wir gesehen haben, wurde er ein Teil der menschenverachtensten Ideologie, die es bisher gab.

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13.11.2007 18:44 - mrw


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Am 13.11.2007 18:44 schrieb mrw:

Hans: Du mischst Stalin und Lenin. Dass Stalin böse war, stelle ich nicht in Frage. Bei Lenin weiss ich es nicht. Aber das ist eine andere Diskussion und ein Blick meinerseits in ein Geschichtsbuch wird die Frage klären, wir können das hier mal so stehen lassen.

Der Stalinismus war nicht böse, weil er atheistisch war. Es besteht schlicht kein Zusammenhang. Bei den Kreuzzügen, Hexenverfolgungen und Selbstmordattentaten ist das ganz anders: Hier besteht ein direkter Zusammenhang zwischen der Weltanschauung und den Verbrechen.

Letztlich war der Atheismus dem Stalinismus und Maoismus allenfalls dadurch nützlich, weil es dann keinen grösseren Gott gab, als Stalin oder Mao. Das war aber wieder eine neue Religion mit einem neuen Gott (Stalin, Mao) und sogar inklusive der Verheissung des Paradieses. Es ist kein Atheismus, wenn man Gott beseitigt, ihn aber durch einen vergöttlichten Menschen ersetzt. Stalins Pseudo-Atheismus diente ihm höchstens als Grund, den Kirchen das Maul zu verbieten, um sich selbst an deren Position zu bringen und um selbst einziger Heilsbringer und Wahrheitsverkünder zu werden. Wir Atheisten anerkennen keine Götter, weder überirdische noch irdische.

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13.11.2007 19:03 - Hans


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Am 13.11.2007 19:03 schrieb Hans:

Ja lassen wir Lenin beiseite, da habe ich in meiner Partei genug zu tun. Aber unter Stalin, wartete keiner mehr auf das Paradies, das kann ich dir sagen. Es sollten aber alle Menschen gleich sein. Die Diktatur des Proletariats, war nur eine Diktatur über das Proletariat. Ich komme aber schon wieder vom Thema ab. Ich würde es auch begrüßen, wenn der Atheismus zum Humanismus und zu den Menschenrechten führt. Mir ist es aber als Atheist auch recht, wenn das Christentum zum Christlichen Humanismus und zu den Menschenrechten führt. Ob dann einer an Götter glaubt, oder nicht, ist mir vollkommen egal. Gruß hans

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13.11.2007 20:17 - mrw


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Am 13.11.2007 20:17 schrieb mrw:

Wie gesagt: Im Christentum schlummert aufgrund seiner inhumanen Wurzeln ein enormes Potential an Intoleranz und Zerstörungswut, welches von Zeit zu Zeit an die Oberfläche tritt. Das ist das Problem.

Dem Christentum inhärent inne ist auch eine beklemmend enge Sichtweise, welche irdisches verdammt. Selbst wenn sich die Menschen anständig verhalten, so sind sie doch oft voreingenommen gegen Lebensfreude oder ihnen fremde Ideen und Lebensweisen. Dies ist bei sehr sehr vielen Christen, die ich kenne der Fall – je gläubiger desto schlimmer. Solche Menschen starten keine Kriege, im Gegenteil, sie können sich verhalten wie eine Mutter Theresa, aber wenn sie können, legen sie anderen ihre Ketten an. Sie wollen ein gottgefälliges Leben führen auf Kosten ihres eigenen Lebens – und andere ziehen sie nach Möglichkeit mit hinein. Auch das ist ein Problem.

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13.11.2007 20:39 - hans


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Am 13.11.2007 20:39 schrieb hans:

Da magst du recht haben, Epikur wird wohl nie ein Christlicher Heiliger werden. Die Fundamentalisten die du erwähnst, kenne ich nur noch aus meiner Kindheit. Wenn ich die heute wieder treffe, schäumen sie regelrecht vor Toleranz und Weltoffenheit über. Man glaubt oft nicht, wie das Sein das Bewußtsein bestimmt. Ich würde aus deinem Satz: Religion und Freiheit sind sich feind, ein: Ideologie und Freiheit sind sich feind machen.

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