Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Definition von Glaube (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

[Nachtrag von 19:21: Der diskutierte Artikel «Glaube ist ein minderwertiges Konzept» wurde nochmals überarbeitet. Damit sollten alle Unklarheiten beseitigt sein.]

Am 14.01.2009 16:29 schrieb mrw:

Am 13.01.2009 18:27 schrieb sämi:
Glauben heisst: Dinge für wahr halten, für die es keine Parallele und keinen Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt. — Ambrose Bierce, amerikanischer Schriftsteller, 1841-1914

Auf diesem Satz begründen Sie den Artikel "Glauben ist ein minderwertiges Konzept".

Nein, ich leite den Artikel mit diesem Satz ein, ich begründe ihn nicht damit. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Ich habe die Einleitung zum Artikel so angepasst, dass ein solches Missverständnis künftig ausgeschlossen sein sollte.

Interessant wäre es nun, zu wissen, warum sie die Definition einer Einzelperson verwenden, anstatt die Definition, die in Wörterbüchern oder Enzyklopädien steht.

Weil sie das Problem auf den Punkt bringt, anders als das undeutliche und verklärende Geschwätz manch eines Lexikons, auch der Wikipedia. Es ist klar, dass sich ein Gläubiger nicht mit dieser klaren Definition abfinden will, denn sie enthüllt schonungslos die Absurdität seines Glaubens, ohne ihm einen wohligen Schlupfwinkel stehen zu lassen, in den er sich flüchten könnte. Darum hat eine so klare Definition auch kaum eine Chance, in ein Lexikon aufgenommen zu werden, zumindest nicht dann, wenn auch gläubige Menschen daran beteiligt sind.

Wollen sie den Glauben beurteilen, oder verurteilen, dann verwenden Sie die korrekte Definition von Glaube.

Es spielt keine Rolle, ob man es so klar ausdrückt, wie Ambrose Bierce, oder sich um das Problem herumdrückt, wie die Wikipedia, die schreibt: «Glaube […] umfasst eine Grundhaltung des Vertrauens und der […] Bejahung gegenüber Wesen, Werten und Zielen.»

Im Prinzip ist es genau dasselbe nur anders gesagt!

Ob man nun schreibt: «Glauben heisst: Dinge für wahr halten …», oder ob man schreibt: «Glauben heisst: In Dinge zu vertrauen …», es ist dasselbe in andere Worte gekleidet.

Fakt ist: Der Gläubige «vertraut in» (oder «glaubt an») etwas, «für das es keine Parallele und keinen Beweis gibt und das jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt», genau wie es Ambrose Bierce treffend formuliert hat.

Wodurch der restliche Text natürlich ebenfalls als mangelhaft bezeichnet werden muss.

Natürlich nicht, denn der resttliche Text geht noch auf etliche andere Aspekte des Glaubens ein, die nichts mit der Einleitung zu tun haben. Du suchst doch nur einen Grund, warum Du gegen den Text sein kannst, weil er sich gegen Deinen Glauben richtet.

Wollen Sie den christlichen Glauben explizit an den Pranger stellen, dann verweden sie selbstverständlich am besten die Definition von Glauben aus der Bibel:

Ich wüsste keinen Grund, wieso etwas stimmen sollte, das in der Bibel steht. Ziel der Bibel ist es, die Menschen von etwas zu überzeugen, was schlicht und einfach falsch ist. Wenn die Bibel etwas definiert, ist das Propaganda, mehr nicht. Die Bibel behauptet ja auch, ihr Gott sei ein «Lieber», obschon dieselbe Bibel ihren Lesern genau das Gegenteil offenbart. Die Bibel ist keine glaubwürdige Quelle und eine Definition in der Bibel bedeutet nichts. Die Vorstellung von «Liebe» ist in der Bibel absurd und wider den gesunden Menschenverstand, erklärt sie doch einen mordenen, egoistischen und rachsüchtigen Gott als «liebenden» Gott. Also kann man ihr auch in anderen Punkten nicht vertrauen.

Ausserdem ist die Bibel das Subjekt der Untersuchung, folglich kann sie nicht gleichzeitig Lieferantin von Definitionen sein, denn das wäre nicht objektiv.

Aber bitte, sehen wir uns mal an, was in der Bibel steht:

Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft,

LOL Ha ha ha ha!

Ich hoffe, Du erkennst auch selbst, wie lächerlich das ist!

und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräer 11,1)

LOL Ha ha ha ha!

Ich hoffe, Du erkennst auch selbst, wie lächerlich das ist!

Ach ja, meine Bibel definiert das anders:

Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. (Hebräer 11,1)

LOL Die «Definition» ist auch nicht besser, nur noch undurchsichtiger und unklarer formuliert.

Nicht mal die Bibel ist sich einig, was sie selbst in Hebräer 11,1 schreiben will. Als Gott die Bibel verfassen liess, hätte er sie etwas übersetzungsfreundlicher gestalten sollen, — oder sie gleich selbst in alle Sprachen übersetzen. Gott ist ja so ein Versager, nicht mal sein eigenes Wort kann er klar zu Ausdruck bringen. LOL

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Re: Definition von Glaube (sämi)


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Am 14.01.2009 19:43 schrieb sämi:

mrw schrieb:

Nein, ich leite den Artikel mit diesem Satz ein, ich begründe ihn nicht damit. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Oh, doch, du baust auf diesem Satz auf. Du nimmst diese fragwürdige Definition von Glauben, zeigst damit auf, dass Glaube ein minderwertiges Konzept sei. Nur schon das ist ein aufbauen. Würdest du die Definition der Bibel oder von einem Nachschlagewerk nehmen, dann würde dir nicht die selbe "Beweis"-führung gelingen. Folgerung: Dein Artikel ist mangelhaft fundiert.

weiterlesen …

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Definition von iLiebe (knuddel)


Am 14.01.2009 22:17 schrieb knuddel:

Die Bibel behauptet ja auch, ihr Gott sei ein «Lieber», obschon dieselbe Bibel ihren Lesern genau das Gegenteil offenbart.

Tag mrw

Mal ne Frage, die mich interessieren würde: Was bedeutet für dich Liebe? Wie definierst du das?

greetz knuddel

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