Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Definition von Glaube (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 15.01.2009 13:31 schrieb mrw:

Am 14.01.2009 19:43 schrieb sämi:
mrw schrieb:
Nein, ich leite den Artikel mit diesem Satz ein, ich begründe ihn nicht damit. Das ist ein wesentlicher Unterschied.

Oh, doch

Ich habe geschrieben, was dazu zu schreiben ist. Dir geht es nur darum, eine billige Ausrede zu finden, dass Du Dich nicht mit den handfesten Argumenten auseinander musst. Darauf steige ich nicht ein.

Wikipedia und die Bibel formulieren den Glauben mit zwei Aspekten: "Hoffen" und "für wahr halten".

Genau. Hoffen auf Dinge, «für die es keine Parallele und keinen Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt», und für wahr halten von Dingen, «für die es keine Parallele und keinen Beweis gibt und die jemand verkündet, der über kein Wissen verfügt.»

Hoffnung ist nur dann sinnvoll, wenn eine reele Möglichkeit der Erfüllung dahinter steht. Wenn die Hoffnung nur reinem Wunschdenken entspricht, dann ist sie nicht nur sinnlos, sondern gefährlich, denn sie hält einem davon ab, die richtigen Massnahmen zu treffen.

Dein Schriftsteller nimmt sich lediglich den zweiten (und darum möglicherweise unwichtigeren) Teil vor.

Falsch. Hoffen ist etwas anderes als glauben1)! Deine Gleichsetzung ist falsch, und noch viel falscher ist es, «hoffen» in Bezug auf die Definition von «Glaube» stärker zu gewichten, als «für wahr halten». Glauben ist in allererster Linie ein «Fürwahrhalten» von Dingen, für deren Wahrheit es keine Anhaltspunkte gibt (sonst bräuchte man ja eben gerade nicht zu glauben). «Hoffen» und «Vertrauen» sind Folgeerscheinungen davon. Ohne das religiöse «Fürwahrhalten» gäbe es kein religiöses Vertrauen und keine religiöse Höffnung. (Und ich setze das Ajektiv «religiös» bewusst davor, weil Vertrauen und Hoffnung im normalen Alltag nicht unbedingt schlecht sind, und ich nicht will, dass Du das einfach vermischst.)

Ein Beispiel deines Schwachsinns: Du bist der erste dem ich begegne und der sagt, dass Hoffnung Schwachsinn sei.

Ich sagte nicht «Schwachsinn», aber wenn Du es sagst, wird es wohl so ein.

Nicht jede Hoffnung ist Schwachsinn, nur die religiöse Hoffnung gemäss Deiner Definition.

(Bezug zu: "Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft").

Das ist tatsächlich Schwachsinn. Danke, dass Du das treffende Wort dafür gefunden hast, ich hätte mich ja sonst nie so explizit geäussert.

Ich habe etwas Mühe, die Antwort zu schreiben, weil ich mit Lachen kaum mehr aufhören kann. Also bitte, was für ein Stuss steht da?!? «Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft»! LOL

Hoffen kann man alles, jeden noch so absurden Unsinn, genauso wie man jeden noch so absurden Unsinn glauben kann. Darin Zuversicht zu haben, ist sehr sehr — hmm, wie sagt man das politisch korrekt? — intellektuell korrekturbedürftig.

Da man jeglichen Unsinn glauben und hoffen kann, besagt Der Satz nichts anderes als: «Der Glaube ist eine feste Zuversicht in jeglichen Unsinn»

Überzeuge mal eine leidende Person, dass Hoffnung Schwachsinn sei.

In diesem Fall ist es kein Schwachsinn. Es hat nichts mit einer völlig irrationalen religiösen Hoffnung zu tun. Eine Heilung liegt durchaus im Rahmen des Möglichen.

Hoffnung wäre aber z.B. dann Schwachsinn, wenn man die Arbeit aufgeben würde, weil man auf einen Lottogewinn hofft, im Glauben und vollem Vertrauen auf Gottes Hilfe.

Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft,

Ha ha ha ha! Ich hoffe, Du erkennst auch selbst, wie lächerlich das ist!

Nein, das tu ich nicht. Erkläre mir doch, was daran lächerlich ist. Wenn du kannst.

Siehe oben.

und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräer 11,1)

Ha ha ha ha! Ich hoffe, Du erkennst auch selbst, wie lächerlich das ist!

Nein, auch heir erkenne ich es nicht. Erkläre es mir doch.

Nun ja, man sieht nicht, dass die Blitze von Thor geworfen werden. Glaube bedeutet nach dieser Definition, es ist ein Nichtzweifeln daran, dass Blitze vom wütenden Thor geworfen werden. Ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Analog zu oben. Was man nicht sieht ist alles: Gott, der heiligen Geist, Engel, Elfen, kleine grüne Männchen, u.s.w., oder mit anderen Worten: Jeglicher Unsinn.

Damit sind wir wieder dabei, diese Definition bedeutet in Wirklichkeit nichts anderes, als: «Der Glaube ist ein Nichtzweifeln an jeglichem Unsinn.»

Du solltest mehr zweifeln und mehr denken, es täte Dir gut. Es wäre gut für Dich, aber schlecht für Deinen Glauben. ;-)

Zu deiner Bemerkung wegen den verschiedenen Übersetzungen:
Folglich ist die Kritik an den Bibelübersetzungen haltlos.

Alles was ich kritisiere ist die Tatsache, dass Dein angeblich allmächtiger Gott unfähig ist, uns sein Wort und sein Wille absolut klar, verständlich und unmissverständlich zu überbringen.

Das spricht eindeutig gegen eine solche Gotteshypothese.

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1) Aber hoffen ist im religiösen Sinn auch nicht besser, als glauben!
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