Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: Definition von iLiebe (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 15.01.2009 10:01 schrieb mrw:

Am 14.01.2009 22:17 schrieb knuddel:
Mal ne Frage, die mich interessieren würde: Was bedeutet für dich Liebe? Wie definierst du das?

Nun könnte ich einfach auf den Wikipediartikel verweisen, aber das ist nicht, was Du willst, und darum geht es hier auch nicht. Ich starte mal einen Versuch, Liebe zu beschreiben, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll nur eine Diskussionssbasis sein.

Was Liebe ist

Nennen wir das Geliebte A. Das ist geschlechts- und artneutral. Es kommt in dieser Frage nicht darauf an, ob ein Mensch einen anderen Menschen, ein Mann eine Frau, eine Frau eine andere Frau, ein Mensch ein Tier oder Eltern ihr Kind lieben. Darum verwende ich das neutrale A.

  • Zuneigung muss vorhanden sein.
  • Anerkennung (auch bei unterschiedlichen Ansichten).
  • Achtung.
  • Man tut A nichts schlechtes
  • Man bewahrt A vor Schaden, wenn man kann.
  • Respekt gegenüber Wille und Bedürftnissen von A
  • Akzeptanz der Handlungen und Entscheidungen von A
  • Meinungsverschiedenheiten werden ausdiskutiert und nicht durch Druck oder Gewalt beendet. Das gilt auch, wenn A minderjährig ist.
  • Erziehung geht nicht ohne Respekt und Achtung
    • Die körperliche und geistige integrität darf nicht gefährdet werden
    • «Gewalt» ist nur im äussersten Notfall eine Option, um unmittelbaren schlimmeren Schaden abzuwenden, z.B. Wegreissen von A vor einem fahrenden Auto. Das ist dann auch keine Gewalt im eigentlichen Sinn. Danach ist dieser Vorfall aufzuarbeiten.
    • Erziehung basiert vor allem auf:
      • Erklärung
      • Einsicht
      • Verständnis
    • Erziehung basiert nicht auf:
      • Drohung
      • Einschüchterung
      • Strafen
    • Wenn Strafen einmal angebracht sind, so müssen sie erstens verhältnismässig sein, und zweitens der Tat angemessen und drittens nützen Strafen nichts, wenn A nicht einsieht, dass sie gerechtfertigt sind. — Und der Staat ist hier kein Vorbild: Die Beziehung vom Staat zu den Bürgern ist keine Liebesbeziehung, daher werden mit den Strafen auch andere Ziele verfolgt.

Was Liebe nicht ist

Um den Vergleich mit der Bibel und ihrem lieblosen Gott ziehen zu können, hilft es auch, klar zu sagen, was Liebe eben nicht ist.

  • Liebe schliesst Gewalt aus
    • sowohl körperliche
    • als auch seelische
  • Liebe erlaubt keinen Zwang, jedenfalls nicht gegen Einsicht und Wille von A.
    (Sanfter Zwang, im Sinne von zu etwas drängen, ist im Hinblick auf zukünftigen Erfolg schon möglich, aber A muss den Sinn dieses sanften Zwangs einsehen und mit den Zielen einverstanden sein. Beispiel: Instrument üben, Hausaufgaben machen. Wenn sich aber A wirklich sperrt, ist (sanfter!) Zwang nicht mehr das richtige Mittel. Dann hilft nur die Suche nach der Problemursache.)
  • Liebe erlaubt nicht, dass man seinen Willen gegen den Willen von A durchsetzt, zumindest nicht dann, wenn es unmittelbar A betrifft.
    • Beispiele:
      • Es geht nicht darum, wenn man z.B. über Ferien diskutiert und unterschiedlicher Meinung ist, genau das zu tun, was A will. Hier kann man durchaus diskutieren, einen Konsens suchen, oder vielleicht auch mal den eigenen Wilen durchsetzen. Es geht aber darum, dass man z.B. A nicht daran hindern darf, wenn A allein in die Ferien fahren will. Es geht auch darum, dass man A nicht hindern darf, wenn A die Beziehung abbrechen will.
  • Liebe heisst aber nicht, den eigenen Willen aufzugeben und nur noch zu tun, was A will.
  • Aber man darf A nicht anders an seinem Tun hindern, als durch Argumente und Überredungskünste.
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Re: Definition von iLiebe (knuddel)


Am 16.01.2009 23:17 schrieb knuddel:

Hi mrw

Das klingt schon mal gut. Du hast dir umfassende Gedanken gemacht. Ich darf doch annehmen, das die Punkte die du geschrieben hast, auch für einen liebenden Gott gelten, der –mal ganz allgemein betrachtet- einen Menschen, ein Tier oder einen anderen Gott liebt. Natürlich weiss ich, dass du nicht an Götter glaubst, aber nehmen wir einfach mal an, es gäbe welche –oder einen, wie ich glaube- dann würde das alles ja auch für Götter gelten. Richtig?

Nicht vorbehaltlos einverstanden bin ich mit deinem Punkt

„Akzeptanz der Handlungen und Entscheidungen von A“.

Dazu später mehr.

weiterlesen …

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Re: Definition von iLiebe (datura)


Am 01.02.2009 20:22 schrieb datura:

Liebe schliesst Gewalt aus

Da bin ich im wesentlichen Deiner Meinung! Doch ergibt sich hier die Frage, ob jemand mit seiner geliebten Person A eine Partie Schach spielen darf.

Bei einer sinnvollen Schachpartie will ich zwang auf meinen Spielpartner ausüben. Ich will ihm Mattsetzen! Das geschieht gegen den Willen von A.

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