Atheismus in der Schweiz
Diskussion

Re: «Glaube ist ein minderwertiges Konzept» (mrw)

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Diskussionsbeitrag:

Am 18.01.2009 10:06 schrieb mrw:

Gleich mal zu Beginn: Auf Deine haltlosen Behauptungen und frechen Nebenbemerkungen gehe ich grösstenteils gar nicht erst ein. Ich antworte nur auf die Stellen, die meiner Ansicht nach ein wenig Substanz haben. Bei dem, worauf ich nicht antworte, kannst Du davon ausgehen, dass ich Deine Anmerkung ablehne, sie aber nicht einer Antwort für würdig halte. Sollte etwas darunter sein, das Dir wirklich am Herzen liegt, und nicht einfach nur Polemik ist, dann musst Du das Argument nochmals bringen.

Am 17.01.2009 15:18 schrieb sämi:
Interessant. vorhin hast du «Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. (Hebräer 11,1)» als Lächerlich bezeichnet, Smilies und Lachlaute geschrieben. Jetzt, wo du das erklären musstest, hast du offenbar nicht die Worte gefunden, um auch wirklich eine Lächerlichkeit aufzuzeigen.

Lesen ist ein Kunst, die offenbar nicht jeder beherrscht. Ich sollte Dich eigentlich einfach nur ans Schaffhausertor verweisen. Du könntest aber auch hier lesen: Re: Definition von Glaube (mrw) oder an die Fussnote unter Glaube ist ein minderwertiges Konzept

«Glauben» ist beinahe gleichbedeutend mit «nicht wissen».

Falsch. Nichwissen ist ein Element von Glauben. Der Glauben beinhaltet noch einiges mehr.

Richtig. «Nichtwissen» ist zu 100% in Glaube inbegriffen!

Unter anderem Vertrauen und nichtzweifeln.

«Nichtzweifeln» an und «Vertrauen» auf das, was man nicht weiss, ist nichts anderes als Dummheit!

Es bedeutet, dass man nicht zugibt, dass man nicht weiss. Würde man, vor allem sich selbst gegenüber, eingestehen, dass man nicht weiss, würde man auch daran zweifeln, es in Frage stellen, untersuchen, kritisiere.

Doch genau das schliesst der Glaube explizit aus, die Bibel verdammt den Zweifel, denn ihre Schreiber wussten, dass er das Ende vom Glaube bedeuten muss.

Gläubige wissen, dass sie nicht wissen.

Dann würden sie ihrem Glauben mit Skepsis begegnen und mit gesundem Zweifel, und ihn immer wieder in Frage stellen, statt daran «nicht zu zweifeln», oder darin «zu vertrauen». Die Einstellung von Gläubigen gegenüber ihrem Golauben ist krank und dumm, ohne jeden gesunden Menschenverstand, ohne gesunde Skepsis, ohne Zweifel, ohne Kritik. Darum sind die Gläubigen auch nicht offen für andere Ideen und bemerken es nicht, wenn ihr Glaube falsch ist.

Erkläre mir doch bitte mal:

  • Was begründet dieses Vertrauen und Nichtzweifeln? Womit hat Glaube das verdient?
  • Wie erkennt man, ob ein Glaube richtig ist oder falsch?
Er redet sich selbst ein, er müsse zuversichtlich sein und in das vertrauen, was er vermutet, irgendjemand ihm gesagt hat, oder er selbst gern hätte.

Das ist so ungefähr die definiton von Hoffnung. Aber sage jemandem der leidet mal, dass Hoffnung lächerlich sei.

Das hatten wir schon. Nicht jede Hoffnung ist lächerlich, religiöse Hoffnung aber immer.

Ich denke, Dir ist der Beitrag entgangen:Re: Definition von Glaube (mrw)

Es gibt keine «wissenschaftliche Wahrheit», es gibt nur «Wahrheit». Und die Wissenschaft ist das einzige Instrument, mit dem der Mensch zu einer gesicherten Erkenntnis gelangen kann, egal welcher Art diese Erkenntnis ist.

Siehe:

Was du nicht wissen kannst, ist, welche dieser Dinge von Gott gewollt sind und welche nicht.

Wenn es einen Gott gäbe, könnte er sich dazu äussern. Da sich kein Gott äussert, ausgenommen in alten Legenden zweifelhafter Herkunft, können wir mit gutem Grund annehmen, dass es keinen gibt. Denn diejenigen unter uns, die ihren Verstand auch einsetzen, zweifeln grundsätzlich an dem, was sie nicht sehen.

Du hast offenbar noch nie mit einem Christen geredet. Oder nur mit Fundamentalisten.

Eine sehr vermessene Behauptung von Dir, nachdem ich seit zehn Jahren auf atheismus.ch tätig bin, in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen bin und immer mal wieder in Schule und Beruf mit Christen diskutiere. Die schlimmen Extremisten machen eine kleinen Prozentsatz davon aus, ihre Ergüsse kannst Du unter gelöschte Diskussionsbeiträge und unter lustige Briefe nachlesen.

Die meisten Christen üben ihrem Glauben gegenüber Skepsis aus und hinterfragen ihn um zu prüfen, ob sie auf einem total falschen Weg sind.

Aber sie tun es nicht objektiv. Nach Deiner Definition von Glaube, die Nichtzweifeln einschliesst, müssten sie erst ihren Glauben ablegen, bevor sie ihn objektiv hinterfragen und in Zweifel ziehen können. Ich tat das, als ich alt genug dazu war, und nur darum bin ich kein Christ mehr. Aber die meisten tun das nicht, und diejenigen, die es tun, mit aller notwendigen Ernsthaftigkeit und Konsequenz, die können danach nicht mehr glauben.

Wäre deine Aussage korrekt, gäbe es nicht so viele Abhandlungen über Probleme die der Glaube mit sich bringen kann.

Von denen keines je befriedigend gelöst worden wäre. Theologische Abhandlungen drehen sich in aller Regel darum, so lange um ein Problem herumzuschwatzen, bis die eigentliche Frage vergessen wurde. Es sind schöne Worte ohne jede Substanz. Nichtmal für die jahrhunderte alte Theodizee des Leids hat die Theologie eine auch nur halbwegs befriedigende Lösung gefunden.

Wenn das was du sagtest stimmen würde, würden theologischen weder Bücher geschrieben noch gekauft.

Doch, sie beruhigen die Gläubigen und machen ihnen glauben, die Probleme seien gelöst, dabei wurden sie nur totgeschwatzt. Aber Gläubige wollen glauben und sie greifen nach allem, was ihnen hilft, ihre berechtigten Zweifel zu ersticken.

Glaube ist nicht das Resultat einer sorgfältigen Prüfung der Fakten, Glaube ist kein Urteil, sondern vielmehr Ausdruck eines Gefühls ohne Begründung.

Und du? Hast du nie Gefühle ohne Begründung?

Doch, aber ich baue mein Weltbild nicht darauf auf, und ich lasse solche Gefühle in wichtigen Fragen nicht zu. Ausserdem hinterfrage ich solche Gefühle.

Der religiöse Glaube ist Ausdruck von Unsicherheit.

Na und? Bist du nie unsicher?

In grundsätzlichen Fragen der Religion bin ich mir nicht mehr unsicher, denn ich habe viel gelernt, daher weiss ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, dass es keine Götter gibt. Alle Indizien sprechen dagegen.

Auch hier wieder: Unsicherheit ist kein Fundament für ein Lebenskonzept. Unsicherheit ist kein Fundament für ein Weltbild.

Die meisten Christen anerkennen die Wissenschaft zu 100%.

Dann anerkennen sie den Glauben nicht zu 100%. Die meisten Christen nehmen ihren Glauben auch nicht ernst, sie bezeichnen sich als Christen, weil sich ihre Eltern als Christen bezeichnet haben und denken nicht weiter darüber nach. Ausser dass sie noch Kirchenmitglied sind und getauft wurden, sind sie eigentlich keine Christen mehr. Man kann nicht die Wissenschaft und den christlichen Glauben beides zu 100% anerkennen.

Ausserdem macht es einen Unterschied, ob man die Resultate der Wissenschaft anerkennt, oder ihre Methodik. Würde die Methodik der Wissenschaft, also der Weg, der zu den handfesten Resultaten führt, ebenfalls anerkennen und in Glaubensfragen zur Anwendung bringen, bräche der Glaube in Nullkommanichts auseinander.

Wenn Du die Wissenschaft anerkennst, dann erkläre mir mal, warum Dein Gott zwar die Welt mittels Evolution erschaffen hat, aber kein Wort darüber in der Bibel schreibt, obschon dort gleich zwei (widersprüchliche) Schöpfungsberichte drin sind!

Habe gerade in googel nachgeschlagen. Das Wort wird im Internet lediglich 18'400 mal gfunden.

ca. 18'500 Einträge sind nichts für Dich? Offensichtlich gibt es den Begriff, das ist schlimm genug, und es sagt auch einiges über die Geisteshaltung von Religiösen aus. Er steht auch bei mir am Ende der Einleitung, was seiner Wichtigkeit entspricht. Ich bin in der katholischen Theologie nicht sehr bewandert, aber soweit ich weiss spielt der Begriff dort eine grössere Rolle, von dort habe ich ihn auch.

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